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Die Liga 17/18 - Spieltag 2 - Stonechen - raitoningu

33 Beiträge, Schlüsselwörter: Clash, Liga, Spieltag 2

Die Liga 17/18 - Spieltag 2 - Stonechen - raitoningu

27.09.2017 um 22:49
Das ist eure Spielwiese @Stonechen @raitoningu !

Euer Match beginnt am Freitag Abend, den 29.9.2017, um 20:00 Uhr.

Euer Thema?



"Haben Disney-Filme einen negativen Einfluss auf Kinder?"


raitoningu vertritt die Pro Position:

Also raitoningu denkt, dass Disneyfilme einen negativen Einfluss auf Kinder haben.

Stonechen vertritt die Contra Position:

Stonechen hält dagegen und meint, dass Disneyfilme keinen negativen Einfluss auf Kinder haben.



Eure festen Juroren werden sein:

@DonFungi und @LOleander



Ich freue mich auf ein spannendes Match mit viel TamTam und Getöse!


Sobald ich Freitag Abend den Startschuss gebe, geht es für euch los!

Die Orga grüßt




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Die Liga 17/18 - Spieltag 2 - Stonechen - raitoningu

28.09.2017 um 06:39
:note:


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Die Liga 17/18 - Spieltag 2 - Stonechen - raitoningu

28.09.2017 um 08:42
Endlich mal ein weniger "dröges" Thema! Ich freue mich.


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Stonechen
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Die Liga 17/18 - Spieltag 2 - Stonechen - raitoningu

28.09.2017 um 09:13
@LOleander
@DonFungi

Ich hoffe wir schaffen es, euch leserisch zu begeistern. :)
Bis Morgen Abend in ihrem Lieblingsforum


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Die Liga 17/18 - Spieltag 2 - Stonechen - raitoningu

29.09.2017 um 20:00
Go!


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Stonechen
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Die Liga 17/18 - Spieltag 2 - Stonechen - raitoningu

29.09.2017 um 20:51


In Erwartung euch ALLE am Schicksalsberg versammelt anzutreffen, begrüße ich auch die, die sich weigern, dem Wunder und ewigen Kreis der Liga, anteilig zu werden. Bis ins Schattenland, da wo Elefanten ihre letzte Ruhe fanden, wird man hören das die Geburt des zukünftigen Königs geschehen ist. Und wem will man einreden, dass eine zauberhafte Geburt einen negativen Einfluss auf Kinder haben sollte?

Ein herzliches Hakuna Matata und fühlt euch Willkommen zu einem Diskussions-Ausflug in eure Kindheit.

Liebe @raitoningu,
ich freue mich, dass du dich bereit erklärt hast, mit mir durchs Disneyland der inneren, kindlichen Unbeschwertheit zu reisen.
Ich möchte meinen Eingangspost dazu nutzen, die Leser und Leserinnin daran zu erinnern, wie schön es war, sich einen Disneyfilm anzuschauen.
Ob in geselliger und kuschliger Familienatmosphäre, oder allein im Kinderzimmer mit dem Lieblingskuscheltier in der Hand- ein Disneyfilm hat schon immer das Herz erreicht. :lv:
Und niemals wird man als Erwachsener zurück denken und sich sagen "oh Gott, ich weiss noch.. der eine Disneyfilm hat meine jetztige Verdorbenheit so richtig ins rollen gebracht".
Der Blick in die Vergangenheit löst meist ein wohliges Gefühl aus und sorgt in Teilen sogar dazu, dies seinen eigenen Kindern auch ermöglichen zu wollen.

Disneyfilme retten keine Leben.
Disneyfilme verändern keine Leben.
Disneyfilme ernähren den Zuschauer nicht und sind auch sonst kein lebenswichtiges Must-have

aber Disneyfilme machen Glücklich und lassen dich, für die Dauer des Filmes, einfach vergessen womit dich die Realität schon als junger Erdenbürger quält.

Eine Flucht in eine heile Welt, die mit unterschwelligen Botschaften den kindlichen Geist festigen, mit Informationen füttern und mit verblümten Szenen, den Umgang mit schweren Situationen lehren.

Ich werde dir im Verlauf unseres Matches einige dieser Beispiele aufzeigen und am Ende wirst du mir sicher zustimmen, dass ein Disneyfilm DER Luxusartikel ist, den jedes Kind unbedingt genießen sollte dürfen.


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Die Liga 17/18 - Spieltag 2 - Stonechen - raitoningu

29.09.2017 um 21:21
Liebe Leser, liebe Jury, liebe @Stonechen , :)

ich hoffe, du freust dich später immer noch so - mir fällt hier dieses Wochenende ja leider die unangenehme Aufgabe zu, euch einige eurer Illusionen zu rauben. (Also vermutlich unangenehm für euch… nicht für mich. :P)
Wer sich mit der bitteren Realität nicht konfrontieren möchte, sollte daher vielleicht lieber ein anderes Match lesen. Nur damit hinterher keiner behauptet, ich hätte euch nicht gewarnt…

Viele von euch werden in ihrem Leben vermutlich schon so einige von Disneys "Meisterwerken" gesehen haben und in Anbetracht unseres Themas vermutlich denken "Ach was, ist doch alles voll niedlich und unproblematisch! Was soll man da schon Negatives finden, bis auf ein paar abgedroschene Weisheiten pedantischer Überpädagogen und überkritische Interpretationen hysterischer Feministinnen und selbsternannter "SJWs"?"

Bei meinen, zugegebenermaßen für einen Clash ungewohnt unterhaltsamen, intensiven Recherchen für dieses Match in den letzten Tagen – Amazon Video kann sich jetzt über stark gestiegene Einnahmen freuen und mein Gehirn ist phasenweise so in einem glückseligen, vernebelten Matschezustand versunken, dass es mich vermutlich nicht mehr sonderlich verwundert hätte, wäre mein Küchentisch plötzlich auf die Idee gekommen mir was vorzusingen – ist mir dann auch irgendwann klar geworden WARUM das so ist:

Disneyfilme tendieren wohl eher weniger dazu, die kritischen, rationalen Anteile im Zuschauer anzusprechen.
Der Teufel steckt hier, wie meistens, in Details - die man nur allzu gern zu übersehen bereit ist, wenn einem die Prinzessin mit den riesigen Kulleraugen und ihr tollpatschiger Sidekick gerade wieder einen herzzerreißenden Ohrwurm über Hoffnung, Liebe und Freundschaft vorträllern.

Man kann nicht anders, man muss sie einfach liebhaben, egal wie flach und klischeehaft der Inhalt ihrer Botschaft in Wahrheit auch sein mag. Und während man durchschnittlich eineinhalb Stunden voll damit ausgelastet ist, im Wechsel zu kichern und sich verstohlen Tränen der Rührung wegzuwischen, bleibt wohl nicht sonderlich viel Kapazität zum hinterfragen übrig.


Hinter dieser Fassade finden sich jedoch nicht nur die schon häufiger von aufmerksameren Zuschauern kritisierten Probleme wie Sexismus, Rassismus und völlig überzogene Schwarz-Weiß-Malerei, kombiniert mit der moralischen Legitimation teils extremer Gewaltanwendung gegenüber dem als "böse" definierten – bei genauerer Betrachtung enthalten die meisten Filme noch viel subtilere "Lebensweisheiten", die man auf den ersten Blick sogar als positiv einstufen würde, die aus meiner Sicht bei einem Kind jedoch tatsächlich ziemlich viel Schaden anrichten können.
Stonechen schrieb:aber Disneyfilme machen Glücklich und lassen dich, für die Dauer des Filmes, einfach vergessen womit dich die Realität schon als junger Erdenbürger quält.

Eine Flucht in eine heile Welt, die mit unterschwelligen Botschaften den kindlichen Geist festigen, mit Informationen füttern und mit verblümten Szenen, den Umgang mit schweren Situationen lehren.
Damit hast du du das kommerzielle Erfolgskonzept des Disneyfilms eigentlich schon sehr gut auf den Punkt gebracht. Nur dass diese Flucht in die heile Welt von Kindern nicht unbedingt als solche wahrgenommen wird. Und die unterschwelligen Botschaften, wie bereits erwähnt, häufig nicht gerade hilfreich sind.

Kinder – besonders noch sehr junge – rezipieren solche Geschichten völlig anders, als es ein Erwachsener tut, der bereits ein weitgehend vollständiges Konzept der Welt, in der er lebt, aufgebaut hat.
Während also letzterer das, was ihm da farbenfroh, unterlegt mit unbarmherzig einprägsamen Gesang, über durchschnittlich ca 90 Minuten eingehämmert wird, unbewusst mit seinen vorhandenen, gefestigten Wertvorstellungen abgleicht, sich in manchem bestätigt fühlt und anderes vielleicht etwas zu vereinfacht findet, läuft das Kind Gefahr, das, was ihm da übermittelt wird, unhinterfragt in sein eigenes, noch sehr lückenhaftes Welt- und Selbstbild einzubauen.

Auf all diese problematischen Botschaften werde ich im Verlauf der Diskussion noch detaillierter eingehen, überlasse das Feld nun aber erst mal wieder meiner werten Kontrahentin, die, nachdem sie schon, wie von mir erwartet, mit dem entsprechenden Stilmittel eingestiegen ist, vermutlich gleich weiter nach alter Disney-Manier versuchen wird, euch mit der audiovisuellen Darstellung niedlicher Figuren und sentimentaler Lieder einzulullen. :D
Aber vielleicht kann ich ja doch dem einen oder anderen eine etwas kritischere Perspektive näherbringen.


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Stonechen
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Die Liga 17/18 - Spieltag 2 - Stonechen - raitoningu

29.09.2017 um 21:56
raitoningu schrieb:Verlauf der Diskussion noch detaillierter eingehen, überlasse das Feld nun aber erst mal wieder meiner werten Kontrahentin, die, nachdem sie schon, wie von mir erwartet, mit dem entsprechenden Stilmittel eingestiegen ist, vermutlich gleich weiter nach alter Disney-Manier versuchen wird, euch mit der audiovisuellen Darstellung niedlicher Figuren und sentimentaler Lieder einzulullen. :D
Das ist völlig richtig, liebe @raitoningu - denn ich finde, du solltest genau jetzt schon einen Gang runterfahren.


Ich wollte mich eigentlich davon fernhalten, dich mit Videos zu überschütten aber auch in meiner Recherche über das Thema, stieß ich auf Filme, Videos und Serien die ich schon fast wieder vergessen hätte.
Und weil ich gerade so richtig schön in meiner heile Disneywelt-Phase stecke, möchte ich dich nun doch daran Teil haben lassen.

...und weil ich finde, dass du es etwas zu stark dramatisierst. Also nicht nur etwas, sondern puh
raitoningu schrieb:Hinter dieser Fassade finden sich jedoch nicht nur die schon häufiger von aufmerksameren Zuschauern kritisierten Probleme wie Sexismus, Rassismus und völlig überzogene Schwarz-Weiß-Malerei, kombiniert mit der moralischen Legitimation teils extremer Gewaltanwendung gegenüber dem als "böse" definierten – bei genauerer Betrachtung enthalten die meisten Filme noch viel subtilere "Lebensweisheiten", die man auf den ersten Blick sogar als positiv einstufen würde, die aus meiner Sicht bei einem Kind jedoch tatsächlich ziemlich viel Schaden anrichten können.
Jesses :o
Und wenn man 2-3 Disneyfilme gesehen hat, hat man den Grundkurs im Bomben basteln direkt absolviert und Fremdenhass hat sich in die DNA gebrannt?
Ich bin mir sicher, dass du es so dramatisch garnicht beschreiben wolltest aber dennoch brach diese Ausdrucksweise schon aus dir heraus.
Mich würde daher interessieren von welchen Schäden, beim Kind, du sprichst und wie die sich bemerkbar machen?

Du erwähntes ebenfalls, dass Kinder einen Film ganz anders wahrnehmen als ein Erwachsener. Dem, bin ich geneigt, dir sogar zuzustimmen. Allerdings in völligem Widerspruch zu deinem Versuch, einen Disneyfilm als halbherzige Nazipropaganda dastehen zu lassen. Denn genau diese kleinen Details fallen dem, vom Erfahrungsschatz noch befreitem Kind, garnicht auf - sondern NUR uns Erwachsenen. Demnach ist es völliger Unsinn, dass ein Kind sich vom Bilderrahmen im Hintergrund- mit einem rechtsradikalem Bild darauf- beeinflussen lässt, denn es achtet nur auf die MickyMaus, die im Vordergrund lustig tanzt. (Ich vermute dein Ausflug in den Disney-nationalistischen Untergrund sollte genau dahin gehen ;) )
WIR achten auf den Hintergrund, WIR messen den Erzählungen einer Geschichte viel mehr bei, als dass dies ein Kind könnte- weil es garnicht weiss, dass es da ist.
raitoningu schrieb:Der Teufel steckt hier, wie meistens, in Details - die man nur allzu gern zu übersehen bereit ist, wenn einem die Prinzessin mit den riesigen Kulleraugen und ihr tollpatschiger Sidekick gerade wieder einen herzzerreißenden Ohrwurm über Hoffnung, Liebe und Freundschaft vorträllern.
Kurze Frage, hast du Kinder?
Wenn ja, dann weisst du was Kinder zu Hause gerne tun. Trällern !! Hüpfen.. tanzen.. von Liebe jnd Freundschaft reden. Sie fragen uns Eltern wie man sich in einem Streit verhält, sie finden alles ungerecht, sie verstehen nicht warum ein menschliches Miteinander so verdammt schwierig sein kann.
Es gibt Streit in der Kita, der Schule, auf dem Spielplatz... es gibt Missgunst, Aggressivität, Wut, Trauer, Neid usw. Das alles lernen sie in der echten Welt und diesen Mist verarbeitet zu bekommen, ist für eine kleine Seele so brachial schwer.

Ein Disneyfilm kann, richtig angewendet von den Eltern, eine helfende Hand sein, diese Situationen des alltäglichen Lebens, besser zu verstehen.
Weil die Kinder sehen: "ich bin nicht allein mit meinen Problemen- aber am Ende wird meist alles wieder gut"
Und so ist es doch auch im echten Leben, oder?
Wenn wir VERSTEHEN, dass wir nicht allein sind mit unseren Problemen, dann macht es das auch einfacher, damit umzugehen.

Ich möchte Fernsehen nur ungern positiver reden, als es eigentlich ist.
Film und Fernsehen sind für mich ein Luxusartikel...den man nutzen kann, wenn man seinen Kindern einen Nachmittag in einer bunten Welt schenken möchte.
Und WENN schon Filme- dann bitte Disney, aus den oben genannten Gründen.


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Die Liga 17/18 - Spieltag 2 - Stonechen - raitoningu

29.09.2017 um 23:05
@Stonechen

Ich hatte dich ja bereits Eingangs gewarnt, dass die Wahrheit dich vermutlich schockieren wird... ;)

Leider werde ich mangels Zeichen allerdings vermutlich mehrere Beiträge brauchen, um alle Fragen in deinem letzten Post zufriedenstellend beantworten zu können.
Aber da dich der Rassismus besonders zu beschäftigen scheint, beginnen wir doch mal mit diesem Aspekt...
Stonechen schrieb:Und wenn man 2-3 Disneyfilme gesehen hat, hat man den Grundkurs im Bomben basteln direkt absolviert und Fremdenhass hat sich in die DNA gebrannt?
Von "Bomben basteln" und Fremdenhass war bei mir gar nicht die Rede.
Sondern von etwas, das ich persönlich eigentlich noch schlimmer finde - weiterhin ein Weltbild in Kinderköpfe zu pflanzen, über das wir eigentlich schon lange hinweg sein sollten.

Beispielsweise, dass Prinzessinnen normalerweise weiß sind. Man hat 72 Jahre und 48 andere "Meisterwerke" gebraucht, um sich mit Tiana in "Küss den Frosch" endlich zur ersten afroamerikanischen Prinzessin herabzulassen.
Die dann tatsächlich auch geschlagene 27 Minuten des anderthalbstündigen Films schwarz ist - während der übrigen Zeit ist sie... Überraschung... ein Frosch. Der ebenfalls offiziell schwarze Prinz dieses Films dagegen besitzt in der halben Stunde als Mensch erstaunlich "weiße" Gesichtszüge und ist so hell coloriert, dass er eigentlich höchstens noch an Silvester mit Mühe als "Nafri" durchgehen würde. :troll:
Stonechen schrieb:Denn genau diese kleinen Details fallen dem, vom Erfahrungsschatz noch befreitem Kind, garnicht auf - sondern NUR uns Erwachsenen.
Ja, und GENAU DA liegt ein entscheidendes Problem, dass mir bei selbigem Film ebenfalls massiv Sorge bereitet. Die Geschichte spielt im New Orleans der 20er Jahre. Ein paar Details sind stark geschönt, ansonsten hat man die "Rollen" aber der damaligen Realität entsprechend verteilt.
Die Weißen sind im Allgemeinen mächtig und wohlhabend, während Schwarze in kleinen Hütten leben und hart arbeiten müssen.
Für einen Erwachsenen, der dieses Bild in den historischen Kontext einordnen kann, verbirgt sich dahinter sogar ein gewisses Maß an Sozialkritik. Ein unbefangenes Kind jedoch, das nichts darüber weiß, wird diesen Zustand vielleicht als selbstverständliche Normalität abspeichern.
Zur echten Prinzessin wird Tiana dann auch erst am Ende des Films - durch Glück und harte Arbeit.
Wäre es wirklich so schwer gewesen, einfach ein neutrales Märchen zu wählen, in dem es selbstverständlich eine schwarze Prinzessin gibt, ohne dass man die Absurdität dieser Konstellation noch ausführlich betonen muss?

Im zu Beginn des Matches von dir geposteten "König der Löwen" findet man ebenfalls haufenweise unschöne Beispiele dafür, wie "gut" und "böse" symbolisch mit Farben codiert sind. (Wie übrigens auch in vielen anderen Filmen, nur ist es hier besonders auffällig.) Mufasa, Simba und die anderen "guten" Löwen besitzen natürlich ein helleres Fell als Scar, der zusätzlich auch noch meist im Schatten steht.
Die "hellhäutigen" Löwen sind auch selbstverständlich die Herrscher über die gesamte Tierwelt.

Und nein, bei Disney hat vermutlich niemand ein Interesse daran, gezielt kleine Rassisten heranzuziehen. Aber dafür wohl ein besonders hohes, die finanziell interessanteste Zielgruppe anzusprechen - den (weißen) Amerikaner.

Diese Intention zeigt sich auch deutlich in der seit vielen Jahren gängigen Praxis, Geschichten aus anderen Kulturen (Pocahotas, Mulan Vaiana...) mittels inhaltlichem "whitewashing" mit typisch amerikanischen Werten zu überlagern, während man ein paar nette ethnische Klischees für die vermeintliche Exotik beibehält.

Auf Remus, den glücklichen Sklaven, möchte ich in meiner Argumentation eigentlich verzichten, auch wenn man meiner Ansicht nach auch schon 1946 von ach so moralisch korrekten, idealisierten Kinderfilmproduzenten etwas mehr Feingefühl hätte erwarten können...
Stonechen schrieb:Ein Disneyfilm kann, richtig angewendet von den Eltern, eine helfende Hand sein, diese Situationen des alltäglichen Lebens, besser zu verstehen.
Ja, dafür ist es aber unbedingt notwendig, ihn wirklich kritisch mit dem Kind zu hinterfragen und ihm den jeweiligen Kontext zu erklären. Für sich alleine gesehen, richtet er eher Schaden an.

Denn gerade WEIL ein Kind all dem völlig unbefangen ausgeliefert ist, wird es diese Zustände ohne die entscheidenden Zusatzinformationen unter "so funktioniert die Welt eben" abspeichern. Ist das wirklich erstrebenswert?


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Stonechen
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Die Liga 17/18 - Spieltag 2 - Stonechen - raitoningu

30.09.2017 um 07:28
Guten Morgen :)
Ich wollte eigentlich erst heute Abend auf alles eingehen aber nachdem ich es eben noch "schnell" gelesen habe, brennt es mir unter den Fingernägeln.
raitoningu schrieb:Ja, dafür ist es aber unbedingt notwendig, ihn wirklich kritisch mit dem Kind zu hinterfragen und ihm den jeweiligen Kontext zu erklären. Für sich alleine gesehen, richtet er eher Schaden an.

Denn gerade WEIL ein Kind all dem völlig unbefangen ausgeliefert ist, wird es diese Zustände ohne die entscheidenden Zusatzinformationen unter "so funktioniert die Welt eben" abspeichern. Ist das wirklich erstrebenswert?
Also mir wurden Disneyfilme nicht von meinen Eltern erklärt und ich habe dennoch verstanden, dass das Getanze, Geträller und das bisschen Rum-Rasissmussen nur im Fernsehen stattfindet und das es nicht der Realität entspricht.
Der von dir angesprochene Remus zB. - eines meiner Lieblingsvideos damals von Disney.
Und mich haben diese Videos den schwarzen Menschen damals sogar näher gebracht, weil ich sowas aus meinem direkten Umfeld garnicht kannte.
Und stell dir vor, ich fragte meine Eltern im Anschluss ob es die Sklavenzeit auf der Welt irgendwann mal wirklich gab.
DAS erklärte mir der Film nicht aber er sorgte dafür, dass ich Fragen stellte.
Deswegen kann ich mich nur wiederholen:
Richtig angewendet kann der Film eine helfende Hand sein. Wie möchtest du sonst den Kindern erklären, dass nicht alles aus Sandkasten und Schaukeln besteht? Die Disneyfilme sorgen für einen Blick über den Tellerrand.
raitoningu schrieb:Mufasa, Simba und die anderen "guten" Löwen besitzen natürlich ein helleres Fell als Scar, der zusätzlich auch noch meist im Schatten steht.
Die "hellhäutigen" Löwen sind auch selbstverständlich die Herrscher über die gesamte Tierwelt.


Ja der gute Scar befindet sich meist im Schattenland, weil er.. halt dich fest, dort über die Hyiänen herrscht und seinen Machtkomplex auslebt.
Aber Scar soll weniger den "schwarzen" verkörpern.. sondern viel mehr den bösen Onkel, den es nahezu in jeder Familie gibt. Es geht hierbei um Neid und Missgunst- nicht um schwarz oder weiss. Und es geht um Erbstreit und der Position als Familienoberhaupt.
Wenn man wirklich anfangen muss, Rassismus in Kinderfilmen zu suchen- dann hat man ignoriert, dass Rassismus- der WIRKLICH stattfindet- bekämpft werden sollte. Mir scheint sowieso, dass es Hobby geworden ist überall Rassismus zu suchen, statt sich der Realität zu stellen und den herrschenden zu eliminieren.
Und wenn du den Löwen nicht als König der afrikanischen Steppe betrachtest, sondern als Familienoberhaupt- dann kommt dein Schwarz-Weiss-Vergleich ziemlich deplatziert.
Oder hat jeder von uns den bösen dunkelhäutigen Onkel- der seine Schwestern und Schwägerinnin raus zum jagen schickt?
Ne.. aber 'n missgünstigen Onkel können mehr Menschen vorweisen, oder?
Natürlich musste er sich farblich abheben aber dann müsstest du ihm eher unterstellen, dass er satanisch dargestellt wurde oder vllt. sogar noch als Punker.
Aber garantiert nicht als Löwe mit dunkler Haut.
raitoningu schrieb:Die Geschichte spielt im New Orleans der 20er Jahre. Ein paar Details sind stark geschönt, ansonsten hat man die "Rollen" aber der damaligen Realität entsprechend verteilt.
Die Weißen sind im Allgemeinen mächtig und wohlhabend, während Schwarze in kleinen Hütten leben und hart arbeiten müssen.
Und? Wie war es damals tatsächlich in New Orleans? Magst du mal im Geschichtsbuch nachblättern?
Kindern sollte man demnach verschweigen, dass es für Schwarze damals mehr als schwer war?
Ich bin froh drum, dass man Kinder auf diese Weise schon auf Rassismus aufmerksam gemacht hat und ihn eben nicht "unterschwellig geschürt" hat.
raitoningu schrieb:Ich hatte dich ja bereits Eingangs gewarnt, dass die Wahrheit dich vermutlich schockieren wird... ;)
Welche Wahrheit? Mich hat bisher in unserem Match noch nichts geschockt- ich bin mehr darum bemüht, dir aufzuzeigen, dass Kinder eben nicht auf diese Art und Weise denken, wie du es hier den Lesern vorgaukeln möchtest.
Kinder verfügen zwar noch nicht über ein großes Wissen geschichtlicher Ereignisse- aber sie werden auch nicht zu kleinen Mindcontrol-Nazis, wenn man ihnen einen Disneyfilm gönnt. Im Gegenteil, ich erachte Disney als Präventivmaßnahme gegen Vorurteile, Rassismus und Egodenken.

Übrigens bestätigt ein Verhaltensforscher mein "blauäugiges"Denken und schreibt in einem Kurzartikel, gebau das was ich auch schon sagte :
Filme wie "Cinderella" oder "Alice im Wunderland" sind gut für die Entwicklung eines Kindes, sagte der 82-Jährige Publizist und Verhaltensforscher am Sonntag in einem Interview mit der BBC. Sowohl die Inhalte als auch die Musik und die visuelle Umsetzung seien förderlich für die Erziehung eines Kindes. Morris hält allerdings nicht alle Film- und Fernsehproduktionen für erziehungsgeeignet. "Viele Inhalte sind zu schnell und laut. So kann das Kind nicht aufnehmen, was es sieht", sagte Morris.
Desweiteren :
Doch auch Disney-Spielfilme allein seien kein Garant für eine erfolgreiche Erziehung. Wichtig sei, dass sich Eltern Zeit nähmen und die Filme gemeinsam mit den Kindern anschauen. "Es wäre falsch, den Fernseher als Ersatz für eine gute Erziehung zu nutzen", sagte Desmond Morris im Gespräch. "Ich selbst habe früher meine Kinder Samstagmorgens einfach vor den Fernseher gesetzt, ohne mich um sie zu kümmern. Das ist eigentlich deprimierend".
http://www.digitalfernsehen.de/Verhaltensforscher-Disney-Filme-sind-gut-fuer-Kindererziehung.39907.0.html


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30.09.2017 um 20:35
@Stonechen

Mindcontrol-Nazis? :D
Ich rede vom ganz normalen Alltagsrassismus. Den wir alle mehr oder weniger verinnerlicht haben, ob man es nun wahrhaben will oder nicht.
Zeigt sich übrigens schon darin, dass dein verklärter Blick auf die Filme aus deiner Kindheit dich dazu bringt, sogar Onkel Remus Wunderland zu verteidigen, obwohl man sich bei dem seitens Disney selbst(!) schon vor drei Jahrzehnten entschieden hat, ihn wegen seiner rassistischen Klischees aus dem Verleih zu nehmen und nicht mehr zu veröffentlichen.
Wikipedia: Onkel_Remus
http://www.snopes.com/disney/films/sots.asp

Und nein, ich werfe Disney noch immer keine bewusste Diskriminierung vor.
Ich werfe ihnen nur vor, Weltbilder weiter zu verfestigen, die eigentlich nicht mehr zeitgemäß sind. Was uns aber kaum auffällt, da wir alle sie in unserer Sozialisation noch selbst internalisiert haben. Aber ich wehre mich dagegen, dass das deshalb immer so weiter gehen muss…
Stonechen schrieb:Richtig angewendet kann der Film eine helfende Hand sein. Wie möchtest du sonst den Kindern erklären, dass nicht alles aus Sandkasten und Schaukeln besteht? Die Disneyfilme sorgen für einen Blick über den Tellerrand.
Der Missbrauch als exotische Kulisse für amerikanischen Kulturimperialismus ist beim besten Willen kein "Blick über den Tellerrand".
Ich habe in den letzten Tagen ca. zehn Mal Vaiana gesehen. Selbstverständlich nur zu Recherchezwecken.^^
Man kann nicht behaupten, Disney würde sich keine Mühe geben. An ihrem neuesten Kinofilm gibt es bezüglich Frauenbild, Gewalt und Schwarz-Weiß-Malerei tatsächlich kaum etwas zu kritisieren.
Allerdings scheint man in Polynesien im Allgemeinen keine anderen Interessen zu besitzen außer Kokosnüsse zu ernten, Kokosnüsse hin und her zu werfen und Lieder über Kokosnüsse zu singen.
Und die Gegenspielerin von Maui, die in der Originallegende meines Wissens ebenfalls eine Göttin war, wird bei Disney kurzerhand zum Teenie-Mädchen, das sich gegen ihren überbesorgten Vater auflehnt. Eine Geschichte, die sich genau so in jeder beliebigen amerikanischen Familie abspielen könnte. Sieht so Bildung über andere Kulturkreise außerhalb des eigenen Tellerrandes aus? Wohl kaum.
Warum nicht einfach die urspünglichen Geschichten kindgerecht aufarbeiten und echte Traditionen mit einbinden? Weil es weniger Geld bringen würde?
Stonechen schrieb:Und? Wie war es damals tatsächlich in New Orleans? Magst du mal im Geschichtsbuch nachblättern?
Hast du eigentlich gelesen, was ich da geschrieben hatte? ;)
raitoningu schrieb:Ein paar Details sind stark geschönt, ansonsten hat man die "Rollen" aber der damaligen Realität entsprechend verteilt.
Stonechen schrieb:Kindern sollte man demnach verschweigen, dass es für Schwarze damals mehr als schwer war?
Ich bin froh drum, dass man Kinder auf diese Weise schon auf Rassismus aufmerksam gemacht hat und ihn eben nicht "unterschwellig geschürt" hat.
ICH kann Geschichtsbücher lesen, genau darum geht es ja. Kinder können es aber eben nicht. Und ohne entsprechende Zusatzerklärungen übermittelt ihnen der Film auch an keiner Stelle, dass an diesem Zustand etwas nicht in Ordnung ist. Man macht sie eben NICHT explizit auf Rassismus aufmerksam, sondern stellt ihn nur kommentarlos dar. Weshalb das Hinterfragen eben nur bei - oder  zumindest mit Hilfe von - Erwachsenen funktioniert.

Aber wie bewertest du denn nun eigentlich den Umstand, dass Prinzessinnen fast immer ziemlich weiß sind – idealerweise sogar explizit "weiß wie Schnee" - oder dann eben, in alter Tradition der unverfänglichen Anthropomorphismen, den Großteil des Films eine politisch unproblematische Amphibie? Ist jetzt ja nicht wirklich so, als wären die Weißen auf der Welt – oder auch nur in den USA – zahlenmäßig  derart überrepräsentiert. Und dass auch Menschen mit dunkler Haut existieren, war Disney ja offenbar schon viel früher aufgefallen.


Den Plot von König der Löwen kenn ich, es geht um die Symbolik. Die bestimmt nicht zufällig so gewählt wurde. Auch in diesem Bereich sind in den neueren Filmen übrigens vereinzelt Fortschritte zu verzeichnen. Aber insgesamt findet man diese optischen Charakteristika trotzdem in den meisten.
Das Böse ist fast immer dunkel, außerdem häufig zusätzlich noch alt und hässlich…
Scar
ursula
te ka
dornroeschen


Das ist nicht nur bei Disney so, sondern tritt in der Kunst oft auf. Vielleicht sind diese Assoziationen bis zu einem gewissen Grad sogar bereits evolutionär bedingt. Nur treffen sie in der Realität eben nicht zu.
Du siehst darin aber sogar eine Präventivmaßnahme gegen Vorurteile? Ernsthaft?
Stonechen schrieb:Übrigens bestätigt ein Verhaltensforscher mein "blauäugiges"Denken und schreibt in einem Kurzartikel, gebau das was ich auch schon sagte :
Der von dir zitierte Verhaltensforscher sagt zumindest im von dir verlinkten Artikel mit keiner Silbe etwas darüber, ob und wie er überhaupt dazu "geforscht" hat und begründet auch seine Meinung in Bezug auf den Inhalt überhaupt nicht. In der Hinsicht bisher also ein reines Autoritätsargument.
Damit, dass Disneyfilme rein technisch, was beispielsweise die Länge der Einstellungen usw. angeht, kindgerecht sind, stimme ich übrigens sogar überein. was aber leider auch nichts an den fragwürdigen Botschaften ändert.


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30.09.2017 um 20:57
@Stonechen

Hier wie besprochen die Fortsetzung, du kannst dann nachher auch erst mal in Ruhe alles auseinander nehmen, während ich meine Raubtiere füttere. :D

Zunächst möchte ich dich aber noch um Verständnis bitten, wenn ich auf einige deiner allgemeinen Fragen und Anmerkungen an dieser Stelle noch nicht ausführlich eingehe, da ich zunächst noch einige andere Kritikpunkte anführen möchte um das Gesamtbild zu vervollständigen und mich sonst ständig wiederholen müsste. Habe sie aber nicht überlesen und werde mich auf jeden Fall noch dazu äußern. :)


Und da ich mich ungern seitenweise auf die Rassismusdebatte konzentrieren will, da dieser nicht das eine, zentrale Problem darstellt sondern nur ein Puzzleteil unter vielen, möchte ich jetzt gerne zum nächsten Aspekt kommem - dem Geschlechterrollenbild.

Zur grundsätzlichen Rolle der Prinzessin, deren vorrangige Aufgabe es über Jahrzehnte war, dekorativ auszusehen und sich von starken, intelligenten Männern retten zu lassen, muss ich wohl nicht viel schreiben…

Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Äußerung von Disneys Animationschef zur Produktion von Frozen, bei der er sich bestimmt nichts böses gedacht hat, die aber deutlich zeigt, von welchem Frauenbild die Gestaltung der weiblichen Figuren nach wie vor dominiert wird…

Es ist sehr, sehr schwer, weibliche Figuren zu animieren, weil sie so eine Bandbreite an Gefühlen haben. Gleichzeitig müssen sie hübsch sein und sind dabei noch so sensibel. Einen Film mit zwei Heldinnen zu drehen, war hart. Es ist eine Herausforderung, sie unterschiedlich aussehen zu lassen, auch wenn sie den gleichen Gemütszustand haben. Zum Beispiel, wenn beide wütend sind.

http://www.huffingtonpost.de/2013/10/15/disney-prinzessinnen_n_4100372.html

Aha, weibliche Figuren müssen also in erster Linie "hübsch" und "sensibel" sein.
Dass Individualität dabei eher eine untergeordnete Rolle spielt und die Herausforderung des "unterschiedlich aussehen lassen" dann doch häufig nicht so gut gelingt, sieht man eindrucksvoll an dieser Bastelarbeit eines Bloggers, leider bin ich offenbar zu doof um das gif direkt einzubinden, ist aber definitiv sehenswert...
http://68.media.tumblr.com/502cec756f76056bb413d1116343ec07/tumblr_inline_mubt44Klku1qkhkx7.gif

Auch Disneys sonstige Emanzipationsbemühungen der letzten Jahrzehnte wirken meist doch eher halbherzig oder misslungen.
So wurde Arielle die Meerjungfrau (übrigens seit 28 Jahren MEIN absoluter Lieblingsdisneyfilm, die Originalsynchro von 1989 könnte ich dir wohl heute noch auswendig vorsingen) zwar zur Zeit seiner Entstehung von Feministinnen gefeiert – endlich mal eine rebellische, weibliche Hauptfigur, yay!  - zeichnet bei näherer Betrachtung aus heutiger Sicht jedoch auch ein eher fragwürdiges Bild seiner Heldin. Die dumme, pubertäre Göre ist selbstverständlich bereit, für einen Prinzen, den sie zumindest mal kurz gesehen und bewusstlos aus dem Meer gefischt hat, ALLES aufzugeben, schließlich weiß sie von ihm ja zumindest schon, dass er gut aussieht.
Sprechen kann sie den größten Teil des Films dann nicht mehr, macht aber nichts, sie möchte ihn ja schließlich ihrerseits mit optischen Vorzügen für sich gewinnen.
Aber ganz so oberflächlich ist der gute Eric dann doch nicht, schließlich hat er sich nicht in ihr Aussehen verliebt, sondern in ihre Persönlichkeit. Oder war es vielleicht doch einfach nur die Tatsache, dass sie so schön singen kann?

Und auch viele andere, vermeintlich emanzipierte Disneyheldinnen kommen bei genauerer Betrachtung dann doch nicht so gut weg.
Mulan – übrigens ebenfalls eine sehr amerikanisierte Version eines chinesischen Gedichtes – wäre ja ohne echtes Happy End geblieben, wenn sie nicht während ihrer Abenteuer nebenher doch noch wen zum heiraten aufgegabelt hätte.
Merida ist auch nur deshalb eine Heldin, weil, wie ja immer wieder betont wird, Prinzessinnen sich normalerweise eben nicht so benehmen.
Und in Rapunzel lebt der Humor sogar fast ausschließlich davon, klassische Rollenbilder überspitzt ins Gegenteil zu verkehren.

Davon, unabhängige, starke Frauenrollen einfach als Selbstverständlichkeit darzustellen – wie es meiner Ansicht nach im modernen Kinderfilm eigentlich sein sollte – sind leider fast alle Disneyfilme nach wie vor weit entfernt...


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Stonechen
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30.09.2017 um 21:41
raitoningu schrieb:Mindcontrol-Nazis? :D
Ich rede vom ganz normalen Alltagsrassismus. Den wir alle mehr oder weniger verinnerlicht haben, ob man es nun wahrhaben will oder nicht.
Zeigt sich übrigens schon darin, dass dein verklärter Blick auf die Filme aus deiner Kindheit dich dazu bringt, sogar Onkel Remus Wunderland zu verteidigen, obwohl man sich bei dem seitens Disney selbst(!) schon vor drei Jahrzehnten entschieden hat, ihn wegen seiner rassistischen Klischees aus dem Verleih zu nehmen und nicht mehr zu veröffentlichen.
Alltagsrassismus- in Disneyfilmen?
Weil Prinzessinin vornehmlich eine weisse Hautfarbe haben aber WENN ein Löwe, deiner Meinung nach Spoiler ..was ich immernoch für schwachsinnig halte, dem schwarzen Hautbild nachempfunden wird, dann ist es dir wieder zu schwarz, weil der böse Scar keine Regenbogenfeelings rüberbringt.
Hätte man Scar jetzt in Rainbow-Color dargestellt, wäre es auch direkt homophob, was?

Übrigens habe ich Onkel Remus hier noch auf Videokassette liegen - wer möchte, darf ihn sich ausleihen :D
raitoningu schrieb:Und nein, ich werfe Disney noch immer keine bewusste Diskriminierung vor.
Ich werfe ihnen nur vor, Weltbilder weiter zu verfestigen, die eigentlich nicht mehr zeitgemäß sind. Was uns aber kaum auffällt, da wir alle sie in unserer Sozialisation noch selbst internalisiert haben. Aber ich wehre mich dagegen, dass das deshalb immer so weiter gehen muss…
Jetzt verrennst du dich ganz böse.
Erst sprichst du davon, dass Disneyfilme teils einen rassistischen Hintergrund hätten und das eine detailgetreue Erklärung, bezüglich des Inhaltes des Filmes, von Eltern unbedingt vollzogen werden müsse; da das Kind der Gefahr ausgesetzt ist, dies als ganz normales Alltagsrassismus wahrzunehmen.
...sprich- ohne psychologischen Dialog im Anschluss inkl. einer familiären Gruppenanalyse des Filmes, wird dem Kind garantiert ein Schaden names "beginnender Faschismus" anhaften...
und nun ist im nächsten Absatz aber nur noch die Rede von einem verfestigen unzeitgemäßer Weltansichten?
Ist Rassismus denn bereits bekämpft und ausgelöscht? Bedarf es keiner Aufklärung mehr? Sei sie noch so simplisiert Dargestellt?
Gibt es nicht heute noch zu Hauf die geistige Spaltung in Sachen Integration und Gleichheit aller Menschen? Und darf man Kindern nicht zeigen, DAS es so ist?
Der Disneyfilm spaltet nicht sondern zeigt Spaltung. Das ist der Unterschied den du unbedingt erkennen musst, damit du dich nicht weiterhin darin verrennst.
raitoningu schrieb:Auch in diesem Bereich sind in den neueren Filmen übrigens vereinzelt Fortschritte zu verzeichnen. Aber insgesamt findet man diese optischen Charakteristika trotzdem in den meisten.
Das Böse ist fast immer dunkel, außerdem häufig zusätzlich noch alt und hässlich…
Weisst du, nachdem du das so exakt beschrieben hast, hatte ich eigentlich ein Bild von meiner damaligen Mathelehrerin erwartet, aber es kam nicht.
Natürlich wird das böse meist alt, hässlich und in dunkler Atmosphäre dargestellt- damit die Kinder auch erkennen, dass diese Person gemein ist.
Aber es gibt durchaus "böse" Disneycharaktäre, die nicht sofort erkennbar böse sind.

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Hier zeigte man den Kindern, das böses auch hübsch sein kann und das der erste Blick trüben kann.
Und oh Wunder.. keiner ist schwarz...oder wird in einem dunklen Charakter dargestellt- im Gegenteil, sie strotzen nur so vor Hippi-Color-Happy-Feeling
raitoningu schrieb:Man macht sie eben NICHT explizit auf Rassismus aufmerksam, sondern stellt ihn nur kommentarlos dar. Weshalb das Hinterfragen eben nur bei - oder  zumindest mit Hilfe von - Erwachsenen funktioniert.
Doch tut man und du hast es sogar schon selbst aufgezeigt, dass Disney es tat.
Und zwar mit dem Film "Küss den Frosch"
raitoningu schrieb:Die Geschichte spielt im New Orleans der 20er Jahre. Ein paar Details sind stark geschönt, ansonsten hat man die "Rollen" aber der damaligen Realität entsprechend verteilt.
Die Weißen sind im Allgemeinen mächtig und wohlhabend, während Schwarze in kleinen Hütten leben und hart arbeiten müssen.
Es geht hierbei nicht um die paar Details, die stark geschönt wurden sondern um die Tatsache,dass Kindern GANZ DIREKT gezeigt wurde, dass Schwarze ungerecht behandelt wurden. Und GENAU das sehen Kinder und empfinden in erster Linie Mitleid und fragen dann, ob es wirklich so schlimm war/ist dort.
Ergo- der Film sensibiliert die jungen Mäuse.
Das kannst du jetzt weiterhin abstreiten, ändert jedoch am Fakt nichts.
raitoningu schrieb:Der von dir zitierte Verhaltensforscher sagt zumindest im von dir verlinkten Artikel mit keiner Silbe etwas darüber, ob und wie er überhaupt dazu "geforscht" hat und begründet auch seine Meinung in Bezug auf den Inhalt überhaupt nicht. In der Hinsicht bisher also ein reines Autoritätsargument.
Hab ich auch nicht behauptet, ich sagte lediglich das ein Verhaltensforscher meine Meinung teilt. Das teilte ich dir weniger mit der Intension mit, einen Beleg für irgendwas gefunden zu haben- sondern mehr mit dem Hintergrund, dass ich nicht allein dastehe mit meiner Einschätzung.


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30.09.2017 um 22:24
Geschlechterrollenbild...sehr gerne können wir diesen, auch für mich, wichtigen Aspekt besprechen.
Allerdings zeigt sich auch hier, dass wir gänzlich andere Auffassungen von der Darstellung von Frauen in den Disneyfilmen haben.

Beginnen wir mit Arielle, deinem Lieblingsfilm.
Ich bin mir sicher, als du im kindesalter diesen Film geschaut hast, wird dir all das, von dir beschriebene, noch garnicht aufgefallen sein. Warum? Weil du nach deiner Pubertät ein ganz anderes Verständnis in Sachen Liebe entwickelt hast und weil du als Kind noch nicht realisiert hast, wie anstrengend sich die Pubertät anfühlt.

Dafür wurde Arielle gemacht.
Also nicht nur, natürlich in erster Linie um imens viel Geld zu verdienen aber ich gönne Walt Disney jeden eingenommenen Cent für dieses Meisterwerk der Pubertätsaufklärung.
Denn nichts anderes ist der Film - ein meisterhaftes Beispiel dafür, was wir Menschen und in dem Fall Mädchen, für uuuunglaublich beknackten Schwachsinn anstellen, wenn wir zum ersten Mal verliebt sind.
Und wie dumm wir sein werden, nicht auf unsere Eltern zu hören. Das wir unsere Geschwister plötzlich ultra dämlich finden werden, weil die nicht mit uns rebellieren wollen. Wir werden heimlich Schätze horten (Tagebuch zB) und dies mit persönlichen Erinnerungen versehen- Arielle hatte ihr Versteck mit Menschenutensilien, wir lassen uns auf falsche Leute ein (Hexe Ursula im Film) weil wir denken, sie führen uns mit dem Prinzen zusammen. Wir surfen in der Ubahn wenn es sein muss, um den First-Love-Gockel zu beeindrucken (Arielle schwamm in den unsicheren weiten Ozean).
Und WENN wir den sonst aus der Ferne angehimmelten Prinzen endlich soweit haben, dass er uns bemerkt- dann verstummen wir plötzlich und ALLES was wir uns vorher so traumhaft ausgemalt hatten, wirkt plötzlich garnicht mehr so perfekt. (Arielle verriet im Film ihre Herkunft und war nicht mehr die echte Arielle)

Und du erkennst da so garkeine Parallelen zum realen Leben? Wenn ich an meine erste Liebe zurück denke, uiuiui :D
Ich finde, die Realität ist gerade bei Arielle PERFEKT getroffen und vermittelt nicht im geringsten ein falsches Frauenbild. Denn die Pubertät macht zeitweilig, gesteuert durch zig Mio neue Gefühle, gnadenlos dumm. ;)
Übrigens auch bei dem Film Pokahontas wunderbar beschrieben. Nur eben ohne singende Fische und Krabben :lv:

Ich weiss nicht wie dein allgemeines Frauenbild so aussieht, aber meins fühlt sich nach ca. 23455 geschauten Disneyfilmen immernoch recht gesund an. Allerdings bin ich auch gerne eine Frau und ich finde nichts verkehrt daran, den jungen Mädchen zu zeigen, dass die Zukunft eigentlich nur durch die Männer schwieriger wird.
Und ich hab auch nicht das Gefühl, dass man darauf kleben bleibt, in jungen Jahren Prinzessinin toll gefunden zu haben- das liegt dann eher in der Sache selbst, besonders weiblich sein zu wollen. Und dieser Wunsch wird nicht durch einen Disneyfilm geformt sondern obliegt jedem einzelnem Individum, in seiner Freiheit, selbst zu entscheiden wie sehr man was sein möchte.
raitoningu schrieb:Davon, unabhängige, starke Frauenrollen einfach als Selbstverständlichkeit darzustellen – wie es meiner Ansicht nach im modernen Kinderfilm eigentlich sein sollte – sind leider fast alle Disneyfilme nach wie vor weit entfernt...
Ich stimme dir in dem Punkt zu, .......wenn man nicht gerade die weiblichen Rollen in der Pubertät oder in der ersten-Liebe-Phase dargestellt hätte.
Hat man aber.. und deswegen ist das gezeigte Frauenbild auch völlig rechtens und für mich nachvollziehbar.
Andere Filme wie Aschenputtel zB. zeigen, dass durchaus auch die Frau nach sich suchen lassen kann- wenn der Prinz es ernst meint.
Das halte ich für sehr emanzipiert- weil es im völligen Kontrast zu den anderen Filmen steht- wo die Frau versucht zu beeindrucken.
Bei Aschenputtel (Disney : Cinderella) muss der Prinz den Arsch hochkriegen und um ihre Gunst kämpfen.

Bleibt festzuhalten.. die Geschlechterrolle wird dermaßen realistisch dargestellt, dass es ehrlicher kaum noch geht.
Wenn man dies als junges Wesen sieht, will man einmal mehr nicht so schnell Erwachsen werden.

Übrigens ein Zitat meines älteren Sohnes nach dem Film "Cars" - den wir 8Mio mal gesehen haben... und gehört als Hörspiel... und vorgelesen aus nem Buch Oo :D :

"In meiner Klasse sind alle Mädchen so zickig wie Sally und warum sagt sie ihm nicht einfach, dass sie voll verknallt in ihn ist?"

Weisst du, dass ich richtige Probleme hatte, da nicht laut zu lachen? Weil mein Söhnchen einfach recht hat. Weiber in dem Alter sind richtige Zicken und die eine, die es vllt mal nicht ist, die möchte ich unerwähnt lassen weil sie kaum Relevanz in die Auffälligkeiten bringt.
Und Unterschiede in der Geschlechterrolle aufzuzeigen hat nichts mit Intoleranz zu tun oder das mögliche Einreden von weiblicher Diskriminierung sondern es zeigt auf, dass es Unterschiede im Verhalten zwischen Jungs und Mädchen/ später Männer und Frauen, gibt !

Und DAS es sie gibt, ist Fakt


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01.10.2017 um 03:39
@Stonechen
Stonechen schrieb:Ich finde, die Realität ist gerade bei Arielle PERFEKT getroffen und vermittelt nicht im geringsten ein falsches Frauenbild. Denn die Pubertät macht zeitweilig, gesteuert durch zig Mio neue Gefühle, gnadenlos dumm. ;)
Und was lernen Pubertierende nun tatsächlich aus Arielle?
"Verrate ruhig deine Familie und schließ einen Pakt mit der Meerhexe, am Ende wird nämlich trotzdem alles gut, Dummheiten belohnt das Leben erfahrungsgemäß ja durch eine Traumhochzeit mit dem Märchenprinzen. Und deine Familie verzeiht dir im Übrigen selbstverständlich auch alles und feiert fröhlich mit dir, nachdem dein Vater vorher fast dabei drauf gegangen ist."
Ja, du hast Recht, diese Message ist eindeutig pädagogisch wertvoll. :D
Stonechen schrieb:Und Unterschiede in der Geschlechterrolle aufzuzeigen hat nichts mit Intoleranz zu tun oder das mögliche Einreden von weiblicher Diskriminierung sondern es zeigt auf, dass es Unterschiede im Verhalten zwischen Jungs und Mädchen/ später Männer und Frauen, gibt !

Und DAS es sie gibt, ist Fakt
Es ist FAKT, dass es in erster Linie die Aufgabe von Frauen ist, dekorativ, sensibel und hilflos zu sein und sich retten zu lassen? Bist du wirklich sicher, dass die 23455 Disneyfilme dir in Bezug auf dein Frauenbild nicht geschadet haben? :D


Übrigens bekommen weibliche Figuren auch dann wenig Text, wenn sie ihre Stimme nicht offiziell verkauft haben. Selbst beispielsweise in Frozen, man mag es kaum glauben, haben Männer einen höheren Anteil an Dialogen als Frauen – 57%. Und in den meisten anderen Disneyfilmen sieht es absolut nicht besser aus.
Ist leider auf Englisch, aber ich denke, die Grafik ist international verständlich…
https://pudding.cool/2017/03/film-dialogue/index.html


Hier übrigens nochmal das schöne gif von vorhin - nicht aus argumentativen Gründen, sondern weil ich jetzt endlich weiß, wie man es einbindet^^
tumblr inline mubt44Klku1qkhkx7



Ein besonders treffendes Beispiel das ich zuvor leider vergessen hatte, ist übrigens auch Die Schöne und das Biest.
Frau muss schön sein, man(n) wird eher durch seinen faszinierende Persönlichkeit interessant. Und falls die noch nicht ausreicht - sperre man das dumme Weibsbild einfach lange genug ein, das Stockholm-Syndrom wird es dann schon irgendwann gefügig machen…


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01.10.2017 um 04:15
Stonechen schrieb:Weil Prinzessinin vornehmlich eine weisse Hautfarbe haben aber WENN ein Löwe, deiner Meinung nach Spoiler, dem schwarzen Hautbild nachempfunden wird, dann ist es dir wieder zu schwarz, weil der böse Scar keine Regenbogenfeelings rüberbringt.
Nicht "Hautbild", sondern Symbolik. Und ja, du hast das Problem hier schon perfekt zusammengefasst - die gute Prinzessin muss hell sein, der böse Löwe dunkel. Fällt dir was auf? Genau das schreib ich ja schon die ganze Zeit. ;)
Stonechen schrieb:Jetzt verrennst du dich ganz böse.
Erst sprichst du davon, dass Disneyfilme teils einen rassistischen Hintergrund hätten und das eine detailgetreue Erklärung, bezüglich des Inhaltes des Filmes, von Eltern unbedingt vollzogen werden müsse; da das Kind der Gefahr ausgesetzt ist, dies als ganz normales Alltagsrassismus wahrzunehmen.
...sprich- ohne psychologischen Dialog im Anschluss inkl. einer familiären Gruppenanalyse des Filmes, wird dem Kind garantiert ein Schaden names "beginnender Faschismus" anhaften...
und nun ist im nächsten Absatz aber nur noch die Rede von einem verfestigen unzeitgemäßer Weltansichten?
Nein meine Liebe, ich spreche schon die ganze Zeit von Alltagsrassismus, den wir alle verinnerlicht haben - also einem nicht mehr zeitgemäßen Weltbild.
Die Nazi- und Faschismus-Strohmänner kommen ausschließlich von dir. ;)
Stonechen schrieb:Natürlich wird das böse meist alt, hässlich und in dunkler Atmosphäre dargestellt- damit die Kinder auch erkennen, dass diese Person gemein ist.
Aha, wenn eine Person alt, hässlich und dunkel ist, erkennt man daran also automatisch ihre Gemeinheit? Und wie genau soll das jetzt Vorurteile abbauen?
Stonechen schrieb:Hier zeigte man den Kindern, das böses auch hübsch sein kann und das der erste Blick trüben kann.
Und oh Wunder.. keiner ist schwarz...oder wird in einem dunklen Charakter dargestellt- im Gegenteil, sie strotzen nur so vor Hippi-Color-Happy-Feeling
Naja, dass du Garcon und Don Kanaille "hübsch" findest, wirft bei mir einige Fragen über dein Beuteschema auf. Aber ist ja alles Geschmackssache. Hans war übrigens einer der von mir erwähnten "Fortschritte".
Beim "Hippi-Color-Happy-Feeling" in Bezug auf Maleficient die dunkle Fee musste ich gerade allerdings echt laut lachen. :D



Womit wir aber wunderbar zum nächsten Punkt kommen können – dem in den meisten Filmen propagierten, extremen Schwarz-Weiß-Denken.
Die Persönlichkeit der meisten Disney-Charaktere ist bei näherer Betrachtung doch ziemlich eindimensional. Entweder sie sind eindeutig gut – oder eindeutig böse. Die Guten lassen sich normalerweise schlimmstenfalls mal zu so schrecklichen, pubertären Vergehen wie Rebellion gegen ihre Eltern hinreißen.
Das Böse hingegen ist selbstverständlich einfach nur böse; meistens wird es daher auch nicht von Menschen, sondern direkt von Monstern oder Tieren dargestellt.
Weshalb es auch völlig legitim ist, es mit brachialer Gewalt zu bekämpfen und zum Happy-End eines grausamen Todes sterben zu lassen. In den meisten Filmen muss der Held sich dabei sogar nicht mal die Finger schmutzig machen, da Disney-Bösewichte im Allgemeinen auf mysteriöse Weise vom "Karma" getötet werden, indem sie beispielsweise von einer Klippe stürzen oder von einem Stein erschlagen werden.



Was lernen wir daraus? Wer Böses tut, hat selbstverständlich einen grausamen Tod verdient.
Moralisch völlig korrekt. Auge um Auge. Warum sollte man sich auch Gedanken um seine Motive machen. Und wer braucht schließlich schon sowas wie Menschenrechte, Resozialisierung und "Kuscheljustiz". Rache fühlt sich doch eindeutig viel besser an…




Mit Gewalt im Allgemeinen ist man bei Disney im Übrigen absolut nicht zimperlich.
Kam sogar für mich überraschend:
Kanadische Forscher haben in einer Studie herausgefunden, dass dort durchschnittlich tatsächlich mehr wichtige Figuren eines gewaltsamen Todes sterben, als in den Vergleichsfilmen für Erwachsene.
Für die Studie untersuchte das Team um Ian Colman von der University of Ottawa, wie viele Figuren in Cartoons sterben. Insgesamt haben sie 45 Kassenschlager aus den Jahren 1937 bis 2013 analysiert, darunter «Schneewittchen», «Bambi», «Cinderella», «Der König der Löwen», «Kung Fu Panda» und «Die Eiskönigin – Völlig unverfroren». Zudem massen Colman und seine Kollegen die Zeit, die es dauert, bis eine zentrale Trickfigur stirbt. Weiter erfassten sie, ob es sich um einen gewaltsamen Tod handelt und in welcher Beziehung das Opfer zum Protagonisten steht...

Zusätzlich verglichen die Forscher die Daten mit jeweils zwei der meistgesehenen Erwachsenenfilme aus demselben Jahr. Darunter fanden sich auch Gangsterfilme wie «Pulp Fiction» (1994) und «The Departed – Unter Feinden» (2006)...

Auch «Pulp Fiction» (1994) ist nicht ohne – aber nicht so sehr wie «König der Löwen» aus dem gleichen Jahr. (Video: Youtube/Movieclips)

Die Auswertung zeigt: Die vermeintlich harmlosen Kinderfilme sind wesentlich schlimmer als Filme für Erwachsene. So stirbt in zwei Dritteln der Animationsfilme eine zentrale Figur, bei den Erwachsenenfilmen ist es nur die Hälfte. Insgesamt ist das Risiko zu sterben für eine Trickfigur 2,5-mal so hoch wie für Figuren aus Erwachsenenfilmen. Das Risiko ermordet zu werden ist dreimal so hoch...

Auch die Eltern der animierten Protagonisten haben es nicht leicht: Von ihnen sterben sogar fünfmal so viele wie in den Erwachsenenfilmen...

Weitere Erkenntnis: Die Opfer sterben meist keines natürlichen Todes. So wird bei «Bambi», «Peter Pan» und «Pocahontas» geschossen. Auch ein Ableben durch den Dolch und tierische Attacken sind gang und gäbe. In «Tarzan» beispielsweise werden die Eltern nach knapp vier Minuten von einer Raubkatze totgebissen...
http://m.20min.ch/wissen/news/story/12943934
Und falls wer Wahrheitsgehalt und Methodik dieser skandalösen Erkenntnisse überprüfen möchte, hier die Primärquelle...
http://www.bmj.com/content/bmj/349/bmj.g7184.full.pdf


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01.10.2017 um 08:04
@raitoningu

Was Kinder aus einem Film lernen, der pubertäre Probleme behandelt...das können wir auch gern thematisieren, allerdings dachte ich, du hättest durch meinen letzten Beitrag schon verstanden, was bei Kindern schlussendlich hängen bleibt.

Tu mir ein Gefallen und schiebe dein Erwachsenendenken beiseite. Das benötigen wir aktuell nämlich garnicht, wenn wir uns darüber austauschen, wie Kinder solch einen Film interpretieren.
Du siehst alles mit Erwachsenenaugen und beschränkst den Film auf sein Ende- für Kinder spielt das Filmende im Grunde aber kaum eine Rolle- für sie ist das HappyEnd wichtig. Wie genau sich das darstellt- "Frau und Mann finden zusammen und heiraten" erkennen sie nicht als das HappyEnd an sondern das :


Und jetzt kommen wir zur Realität :


Hast du gesehen? EIN Löwe - nicht 2.
Es gibt nur ein männliches Rudeloberhaupt und für einen zweiten ist kein Platz. Weisst du was sie mit dem Löwen tun, der versucht das Rudel für sich zu beanspruchen?
Ich möchte nur ungern ein Video davon einstellen- und Disney ist an diesem tödlichen Kampf auch unbeteiligt.
Und weisst du was der Löwe tut, der es geschafft hat das Rudel zu übernehmen? Der tötet als erste Maßnahme erstmal alle Jungen damit er sich direkt mit den Löwinnin paaren kann.

Und jetzt willst du mir erzählen, dass Disney zu brutal thematisieren würde, was der Verlauf der Natur nunmal hergibt?
Im Gegenteil - Simba durfte im Film weiterleben, schaffte es vor den Hyänen zu flüchten.
Nala und die anderen Löwenkinder durften sogar alle unter Scar's Herrschaft weiterleben -> etwas was in der Natur nie stattgefunden hätte.

Du beschwerst dich gerade also insgeheim über die Brutalität unter Tieren.
Geh doch in die afrikanische Steppe und führe ein Anti-Gewalt Programm bei Löwen aus :D Aber führe keine besonders gnadenlos' brutale Darstellung von Tiertoden in Disneyfilmen an- wenn die Realität sogar noch grausamer ist.
Kinder müssen sich mit dem Tod auseinander setzen dürfen, dass ist wichtig.
Und in König der Löwen wurde Scar sogar von seinen eigenen Gefolgsleuten am Ende zu Tode gebissen- nichtmal vom "Held" Simba.
Sprich, die Botschaft war auch hier wieder für die Kinder "das Böse erledigt sich selbst wenn es an Macht verliert"

Ebenso verhält es sich beim Filmende von Arielle- die Botschaft war hier nicht "Arielle hat den guten Eric vor den Altar geschleppt" sondern Arielle hat ihre Pubertät überwunden und sich mit ihrer Familie wieder vertragen und auch Papa muss lernen, sein Kind loszulassen weil sie jetzt ihr eigenes Leben will und auch zwingend muss.
Es geht um schwere Familienkonflikte, die gelöst wurden und man zeigt Kindern, dass es wichtig, das auch die Eltern einsehen müssen das sie die Kinder nur bis zu einem bestimmten Punkt im Leben begleiten können.

Und wer behauptet, in der Pubertät nicht rebelliert zu haben.. der lügt sich selbst was vor.
Mein Vater hat sogar meinen ersten Freund aus der Wohnung geschmissen, als ich wegen ihm die Schule schwänzte. Als ich Baggys anzog und generell aussah wie ein Stückchen Fleisch auf der Suche nach Stil- war es mein Vater, der mich gefragt hat ob er mir ne passende Hose kaufen soll und ob ich bei der Wohlfahrt heimlich Klamotten klaue.
Er verbot mir weiter als 5 U-Bahnstationen zu fahren und ich tat es trotzdem- ich fuhr sogar in andere Bundesländer. Alles was Disney zeigt, ist das was auch in der echten Welt da draußen geschieht- nur ohne Gesang und extremst bunten Farben (außer man ist im Club auf Drogen) ;)


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01.10.2017 um 08:42
Die Schöne und das Biest.. bekommt von mir einen Extra-Beitrag. Mitunter einer der schönsten Filme, seitdem man die Menschheit darauf Aufmerksam möchte, dass das innere zählt.

Belle... jung, klug, schön ... ihr Vater ist ihr ganzer Heiligtum. Für ihn lässt sie sich sogar von einer ekelerregenden Bestie in einem Schloss einsperren.
Verloben sollte sie sich eigentlich mit Garcon...einem eingebildeten Fatzge, der sich selbst mehr liebt als es jeder andere könnte. Er ist der Dorfking, jedes Dorfmädchen träumt davon, seine Frau sein zu dürfen.
Belle nicht- Belle achtet nicht auf sein äußeres und erkennt seinen wahren Kern -> ein hässliches Monster
raitoningu schrieb:Ein besonders treffendes Beispiel das ich zuvor leider vergessen hatte, ist übrigens auch Die Schöne und das Biest.
Frau muss schön sein, man(n) wird eher durch seinen faszinierende Persönlichkeit interessant. Und falls die noch nicht ausreicht - sperre man das dumme Weibsbild einfach lange genug ein, das Stockholm-Syndrom wird es dann schon irgendwann gefügig machen…
....und das ist bei @raitoningu hängen geblieben... puh :(
Im ernst? Du bist also der Meinung, dass Disney in dem zauberhaften Film vermitteln wollte, dass man die Frau einfach einzusperren hätte wenn sie sich Anfangs weigert, der Optik wegen, sich gefälligst zu verlieben?

Wow raitiningu, ich find' das irgendwie massiv traurig, wie hart du eine Liebesgeschichte bewertest und dich davor sträubst es mit einem romantischen- und dennoch realistischem Auge zu betrachten.
Auch hier schreit wieder die Erwachsene, in dir, aus vollem Halse.

Eigentlich ist die Intension bei "die Schöne und das Biest" eine herzerwärmende Erkenntnis. Nämlich die, dass egal wie du aussiehst, du immernoch die für dich schönste Frau bekommen kannst- solang dein Kern stimmt.
Und Anfangs war das Biest noch böse und verbittert- es wollte Belle sogar aus dem Schloss vertreiben- so verbittert war es. So konnte sich Belle auch garnicht in das Biest verlieben. Dies geschah erst, als das Biest sich selbst aus dem Mittelpunkt rückte und aufhörte im Selbstmitleid zu versinken. Es sorgte dafür, dass es Belle gut ging- ließ sie sogar zu ihrem Papi als dieser schwer krank zu Hause verweilte.
Und Belle spürte zunehmst, dass in dem Biest ein herzensguter Mensch steckt.... der am Ende sogar ihr Traumprinz wurde.
Und Belle wurde auch nicht als diese typische Schönheit dargestellt sondern als einfaches Dorfmädchen aus ärmlichen Verhältnissen.
raitoningu schrieb:Womit wir aber wunderbar zum nächsten Punkt kommen können – dem in den meisten Filmen propagierten, extremen Schwarz-Weiß-Denken.
Die Persönlichkeit der meisten Disney-Charaktere ist bei näherer Betrachtung doch ziemlich eindimensional. Entweder sie sind eindeutig gut – oder eindeutig böse.
Ich verstehe das nicht, du hast dir damit gänzlich wieder selbst widersprochen.
Bei dem Biest trifft dies alles nicht zu- der strotzt nur so vor Persönlichkeit in 100 Fascetten.. er löst Angst aus, er ruft Mitgefühl hervor, man ekelt sich teils, man möchte ihn knuddeln und man lernt ihn im Laufe des Films noch weitaus Gefühlsintensiver kennen.
Ähnlich wie bei Belle, die man schön findet, dann ekelt man sich über ihre Sturheit, dann liebt man sie für ihr Mitgefühl, man leidet mit ihr und man liebt mit ihr. Man hat Angst um sie und man hat Angst wegen ihr (als sie zu ihrem kranken Vater flüchtet und dem Dorf erzählt, sie wurde vom Biest festgehalten- gleichzeitig erwähnt sie, dass er sie hat gehen lassen und das er lieb sei).
raitoningu schrieb:Ja, du hast Recht, diese Message ist eindeutig pädagogisch wertvoll. :D
Ja, Aufklärung ist pädagogisch wertvoll wenn sie nicht als Leitfaden betrachtet wird sondern als aufklärende Maßnahme, dass wir alle im Laufe unseres Lebens auf solche Probleme stoßen werden.
SpoilerMein großer Sohn ist jetzt 9 Jahre alt und steckt in der Vorpubertät- er ist das beste Kind was man sich als Mami wünschen kann. Vieles unverständliche hat er durch Disneyfilme kennengelernt und er hat schon immer seine Fragen gestellt bezüglich der Übergänge ins reale Leben. ER hat verstanden das Schönheit individuell ist, das Neid und Missgunst uncool ist, dass man immer auf seine Eltern hören sollte, dass man Probleme auch mal allein klären muss, dass jeder das Recht hat mal zu rebellieren und das seine Meinung wichtig ist ...und das er andere Menschen immer mit Respekt zu behandeln hat!
Der Disneyfilm unterstreicht dabei selbstverständlich nur meinen Erziehungsstil- er zeigt, was passieren kann wenn er sich meiner Erziehung entzieht und meint, alles besser zu wissen als ich.


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01.10.2017 um 09:23
Kurze Zusammenfassung aller bisherigen Überschriften - Rassismus und Geschlechterdarstellungen ... denn ich möchte mit diesen beiden Themen abschließen, damit wir nicht Gefahr laufen, uns in eine Argumentionsroutation zu verheddern.
raitoningu schrieb:Nicht "Hautbild", sondern Symbolik. Und ja, du hast das Problem hier schon perfekt zusammengefasst - die gute Prinzessin muss hell sein, der böse Löwe dunkel. Fällt dir was auf? Genau das schreib ich ja schon die ganze Zeit. ;)
Ich habe dir bereits erklärt, dass diese Hautfarbengeschichte keinen Aspekt einer bestimmten Symbolik in Disneyfilmen darlegt.
Disneyprinzessinin sind vornehmlich weiss, weil sie allein der geographischen Umgebung angepasst wurden.
Die Schöne und das Biest sollte in Frankreich spielen, demnach wurde der "Prinzessin" (für mich Dorfmädchen) eine weisse Hautfarbe zugesprochen weil dies nunmal auch der erste Gedankensprung ist, wenn man sich Franzosen vorstellt.
Zu Cinderella, Schneewittchen, Dornröschen usw passte ebenso vornehmlich die weisse Hautfarbe.

Dann gibt es die Disneyprinzessinin, denen man zB. einen indianischen Look gab -> Pocahontas
Dann gab es die schwarze Prinzessin aus "Küss den Frosch"
Es gab die Vaiana-Prinzessin- ebenfalls nicht weiss.
Es gab etliche Prinzessinin, die garkeine reguläre Hautfarbe hatten wie zB. Sunny aus der Gummibärenbande...Trixi aus Chip und Chap- Ritter des Rechts...Becky aus Kaptain Balu und seine tollkühne Crew.. Daisy aus Entenhausen... MiniMaus... die kleine Nervensäge aus Darkwing Duck
Stop... da brauch ich gerade echt das Intro weil mir tierisch nach tanzen ist Oo Du verzeihst?


..da muss ich direkt aufpassen, dass ich heute nicht wieder im Umhang bekleidet durch Berlin streife und der Gerichtigkeit zu ihrem Sieg verhelfe.
2...1...Risiko *mysteriös hin und her schiel*

Du siehst also, dein Hautfarbenmonolog war quatsch. Disney hat ganz extrem auf kulturelle Vielfalt wertgelegt und das erkennt man auch, wenn man sich von unsinnigen Verschwörungstheorien fernhält.

Und gerade weil in den Filmen und Serien auch Mädchen die Heldinnin sein können- und oftmals sogar der ausschlaggebene Punkt für einen gewonnenen "Kampf" sind- kann man kaum von einer Ungerechtigkeit in der Darstellung von weiblichen Charaktären sprechen. Es geht längst nicht nur um Schönheit und Unterwerfung- das möchten uns VT'ler aber gern einreden damit wir ein schlechtes Gewissen bekommen, unseren Kindern richtig dosierte Disneyfilme zu gestatten.

Wenn du magst, darfst du jetzt weitere, augenscheinlich, negative Eigenschaften an Disneyfilme thematisch anbringen.
Ich bin aber immernoch der festen Überzeugung, dass ich dich bis heute Abend an dem Punkt habe, mir zu bestätigen, dass Disneyfilme durchaus über einen positiven Nährwert für unsere Kinder verfügen.
Wenn man außeracht lässt, dass Fernsehen in seiner Gesamtheit und die Berieselung dessen allgemein nicht gut für Kinder ist- so ist ein Disneyfilm aber zumindest eine GUTE Alternative zum Fernsehschrott.


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01.10.2017 um 13:36
@Stonechen
Stonechen schrieb:Tu mir ein Gefallen und schiebe dein Erwachsenendenken beiseite. Das benötigen wir aktuell nämlich garnicht, wenn wir uns darüber austauschen, wie Kinder solch einen Film interpretieren.
Ganz falsch. Du brauchst selbstverständlich unbedingt "Erwachsenendenken" um einzuschätzen, was ein Kind aus einem Medium alles abstrahieren könnte. Das Kind selbst kann nämlich noch nicht reflektieren, sondern übernimmt einfach Dinge und unterschwellige, vielleicht nicht gerade hilfreiche Botschaften fallen ihm gar nicht auf.
Überhaupt - hältst du es wirklich für eine gute Idee, Erziehungsfragen ausschließlich aus der Sicht eines Kindes zu betrachten?
Dann könntest du deine Kinder beispielsweise auch den ganzen Tag Schokolade essen lassen...
Stonechen schrieb:Du beschwerst dich gerade also insgeheim über die Brutalität unter Tieren.
Zu versuchen, meine Aussagen auf Filme anzuwenden, wo sie nicht passen, ist zwar an sich eine kluge Taktik, aber das ist jetzt echt haarsträubend. :D
Vielleicht hättest du an dieser Stelle doch mal ein bisschen mehr wie eine Erwachsene denken sollen, dann würdest du das sicher selbst bemerken.
Das Tiere in diesen Geschichten nicht wirklich Tiere darstellen, fällt wohl schon den Allerkleinsten auf. Und Hexen, böse Feen, Voodoozauberer und andere Bösewichte sterben also einfach an der "Brutalität unter Tieren"?

Letztere realistisch darzustellen, darauf steht Disney übrigens eher nicht so.
Kennst du den Film Schimpansen von Disneynature? Seitens der Macher als "Dokumentation" deklariert und als "Geschichte, die die Natur schrieb" vermarktet. Der Schimpansenwaise Oskar wird von einem erwachsenen Männchen adoptiert. Alles ganz rührend und knuffig...

In Wahrheit wurde "Oskar" von mindestens fünf verschiedenen Schimpansenjungen gespielt, überlebte die Geschichte nicht und auch der angebliche Angriff auf seinen Clan hat so nie stattgefunden. Was dem Publikum natürlich verschwiegen wurde. Die Aufnahmen der angeblichen "Dokumentation" hat man einfach zu einem rührenden Spielfilm zusammengeschnitten.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.kinofilm-schimpansen-das-wahre-ende-des-kleinen-oskar.de17e02e-b446-49ea-a764-c...
Eine weitere dreiste Lüge. Für die Bildung? Nein, wohl eher für den Kommerz...
Stonechen schrieb:Arielle hat ihre Pubertät überwunden und sich mit ihrer Familie wieder vertragen und auch Papa muss lernen, sein Kind loszulassen weil sie jetzt ihr eigenes Leben will und auch zwingend muss.
Aha, zu dieser komplexe Aussage kommt ein Kind plötzlich so ganz von sich alleine, völlig ohne Erwachsenendenken? :D
Stonechen schrieb:Ich verstehe das nicht, du hast dir damit gänzlich wieder selbst widersprochen.
Bei dem Biest trifft dies alles nicht zu- der strotzt nur so vor Persönlichkeit in 100 Fascetten.. er löst Angst aus, er ruft Mitgefühl hervor, man ekelt sich teils, man möchte ihn knuddeln und man lernt ihn im Laufe des Films noch weitaus Gefühlsintensiver kennen.
Nein, ich schrieb nämlich ausdrücklich "die meisten". ;)
Auf das Biest trifft es ausnahmsweise natürlich nicht zu, da die Geschichte an sich sich sich ja um seinen Sinneswandel dreht. Wobei hier auch ausführlich erläutert wird, wie er so "böse" geworden ist.
Allerdings finde ich meinerseits es erschreckend, dass es für dich offenbar romantisch und legitim ist, eine Frau gegen ihren Willen einzusperren, bis sie nachgibt...
Stonechen schrieb:Zu Cinderella, Schneewittchen, Dornröschen usw passte ebenso vornehmlich die weisse Hautfarbe.
Warum, weil sie der "geographischen Umgebung" einer fiktiven Märchenwelt angepasst sind? Oder weil es im Disney-Mutterland USA ja fast ausschließlich Weiße gibt? :D
Stonechen schrieb:Dann gibt es die Disneyprinzessinin, denen man zB. einen indianischen Look gab -> Pocahontas
Dann gab es die schwarze Prinzessin aus "Küss den Frosch"
Es gab die Vaiana-Prinzessin- ebenfalls nicht weiss.
"Indianischer Look", genau. Mit der wahren Geschichte hat Pocahontas sonst nämlich nur wenig zu tun. Aber den Missbrauch anderer Kulturen, damit ein Film eben zur Abwechslung mal schön exotisch aussieht, hatte ich ja schon angesprochen...
Stonechen schrieb:Es gab etliche Prinzessinin, die garkeine reguläre Hautfarbe hatten wie zB. Sunny aus der Gummibärenbande...Trixi aus Chip und Chap- Ritter des Rechts...Becky aus Kaptain Balu und seine tollkühne Crew.. Daisy aus Entenhausen... MiniMaus... die kleine Nervensäge aus Darkwing Duck
raitoningu schrieb:oder dann eben, in alter Tradition der unverfänglichen Anthropomorphismen
Noch Fragen? ;)

Deine Versuche, mich durch die Verschwörungstheoretiker-Schublade diskreditieren zu wollen, finde ich im Übrigen ebenso an den Haaren herbeigezogen, wie das "Nazi"- und "Faschismus"-zeug. Ich werfe Disney nichts vor, das Verschwörungscharakter besitzen würde und alles, was ich schreibe, kann jeder problemlos für sich selbst nachprüfen. Manches sogar anhand von zwei völlig neutrale durchgeführten Studien, die du aber selbstverständlich ignorierst, weil sie nicht in DEIN Weltbild passen. Auch übergehst du konsequent den Fakt, dass nachgewiesenermaßen sogar DISNEY SELBST Onkel Remus Wunderland aus dem Verkehr gezogen hat, weil er zu rassistisch ist und behauptest weiterhin hartnäckig, es wär doch ausnahmslos alles tutti. Da drängt sich langsam doch ein bisschen die Frage auf, wer von uns beiden hier gerade die Augen komplett vor der Realität verschließt und sich die Welt macht, wie sie ihm gefällt... ;)


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