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CoA 2013 - R2 D03 M02 - Gläserrücken - bedenklich oder doch nur Spiel?

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CoA 2013 - R2 D03 M02 - Gläserrücken - bedenklich oder doch nur Spiel?

29.03.2013 um 01:21
1fd118 R2 D3 M2
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THEMA

Gläserrücken - bedenklich oder doch nur Spiel?

<table border="0" cellpadding="7" cellspacing="10"><tr><td>Beginn:</td><td>31.03.2013 / 20:00 Uhr</td></tr><tr><td>Ende:</td><td>01.04.2013 / 20:00 Uhr</td></tr><tr><td>Dauer:</td><td>24 Stunden</td></tr><tr><td>Anzahl der Beiträge:</td><td>max. 10 pro Teilnehmer</td></tr><tr><td>Anzahl der Worte:</td><td>max. 1000 pro Beitrag</td></tr><tr><td>Links pro Beitrag:</td><td>max. 3</td></tr></table>
Jury:
Saphira / cassiopeia88 / god_of_war / victory / NagaSadow

Regeln:
Allmystery-Wiki: Clash of Allmystery 2013


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CoA 2013 - R2 D03 M02 - Gläserrücken - bedenklich oder doch nur Spiel?

31.03.2013 um 19:56
Zu Beginn des Clash würfeln beide Teilnehmer, wie bereits bekannt. Würfelt ein Teilnehmer innerhalb 15 Minuten nicht, beginnt jeweils der andere automatisch.


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31.03.2013 um 20:00cognition hat gewürfelt: 4
31.03.2013 um 20:10univerzal hat gewürfelt: 5

CoA 2013 - R2 D03 M02 - Gläserrücken - bedenklich oder doch nur Spiel?

31.03.2013 um 20:11
Wie gehabtm, Univerzal beginnt.

Viel Erfolg.


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CoA 2013 - R2 D03 M02 - Gläserrücken - bedenklich oder doch nur Spiel?

31.03.2013 um 21:47
Aloha

Die Kunst des Gläserrücken ist an sich noch nicht so alt, zumindest wenn man dokumentierten Quellen folgt, steht aber in uralter Tradition mit einem lange gehegten Wunsch der Menschheit: Kontakt zu Geistern, den Drang zur Kommunikation mit der anderen Welt, welche auch immer. Ich bediene mich der Einfachheit halber an dem Definitionsbegriff Geister, obwohl man dahinter eine gewisse Vielfalt vermuten darf, die man aber schlecht beweisen kann, ob Dämonen, Dschinns, verlorene Seelen und sonstiges Pipapo.

Wie beschrieben, wir Menschen haben nicht nur den ausgeprägten Hang zum Spirituellen, sondern auch seit jeher ein Interesse daran, uns mit dem Jenseits abzugleichen. Diverse Praktiken findet man dazu seit Anbeginn in vielen Kulturen rund um den Globus verankert, manchmal offensiv als herrschender Glauben, meistens aber eher versteckt und in Form einer Randnotiz.

Das Gläserrücken selbst erfreut sich besonders in den westlichen Gesellschaften einer zweifelhaften Popularität, da es technisch einfach gehalten ist, quasi spielerisch. Man benötigt lediglich ein Glas, eine Auswahl an Ziffern, Buchstaben sowie ein Ja/Nein auf Papier, aufgeteilt auf den Tisch und zuletzt zumindest einen spielfreudigen Teilnehmer, empfohlen sind aber im Minimum zwei Personen. Der Anfang wäre getan. Teilnehmer, die es ein wenig ernster nehmen, befolgen vielleicht noch ein Reglement, aber die eigentliche Basis steht. Danach beginnt das Fingerauflegen, manche platzieren noch eine Begrüssungsformel wie Wir rufen dich, grosser Geist (manchmal als Mantra) und der Spass kann losgehen. Der weitere Ablauf variiert ab jetzt ein wenig, je nach Geschichtenerzähler.

Wenn ich nun zur Eingangsfrage komme, ob Gläserrücken nur ein Spiel darstellt oder man Bedenken haben sollte, dann sehe ich folgende Ergebnisse: Man könnte den Geist verärgern und dieser wird dann ungemütlich. Wer sich über sowas streiten mag, bitteschön, aber ich halte mich lieber an die realistische Gefahr, nämlich dass sich die Teilnehmer unangenehm hineinsteigern. Einer gewissen Panik verfallen, psychotische Zustände entwickeln oder sogar danach süchtig werden.

Man glaubt es kaum, süchtig nach Gläserrücken. Aber damit wären wir schon beim eigentlichen Punkt, denn in solchem Falle handelt es sich um den selben Typus von labilen Menschen, bei denen man fürchten muss, dass sie sich in der Drogerie die Inspiration am Chlorregal holen. Oder im Web auf die Todesuhr stossen und sich vom Ergebnis verängstigen lassen. Darüber hinaus anfällig für übertriebenes Suchtverhalten, ganz gleich ob nun Alkohol, World of Warcraft oder RTL-Fernsehen. Ich denke man erkennt, welche Charakterzüge ich hier aufzeichne.

Das Spiel des Gläserrückens, das Vorgaukeln einer Séance ist für eine gefestigte Persönlichkeit genauso gefährlich wie ein Clubbesuch, das Surfen im Web und sonstige alltägliche Dinge. Denn inzwischen sind anstelle von Geistern wissenschaftliche Erklärungsansätze gerückt, die das Gläserrücken letztlich zum Spiel deklarieren. Nicht viel mehr als ein Wunsch, wie ich es bereits am Anfang beschrieben hatte.


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CoA 2013 - R2 D03 M02 - Gläserrücken - bedenklich oder doch nur Spiel?

01.04.2013 um 01:26
Ich wünsche allen Userinnen und Usern einen wunderschönen Abend.

Vorersteinmal möchte ich damit einsteigen wieso univerzal und meine Wenigkeit sich für dieses Clashthema entschieden haben. Die Antwort ist so simpel wie schlicht, wir hatten insgesamt zu wenig Schnittmenge in der Themenwahl zum einen und zum anderen waren unsere Ansichten zu ähnlich.
Schlussendlich haben wir uns für diese mehr oder weniger brisante Wahl entschieden.
Ich wünsch meinem Kontrahenten viel Glück - möge der Bessere gewinnen.

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English ouija board

Der Wunsch nach Kommunikation mit dem Jenseits ist in der Tat sehr viel älter als das Ouija-Brett und dem damit verbundenen Gläserrücken. Allerdings kam dies 1891 durch den US-amerikanischen Erfinder Elijah Bond zum ersten mal in den Umlauf und ist somit immerhin über 120Jahre alt. Das Alter darf allerdings keinesfalls zur Bewertung dieser Sachlage herangezogen werden. Das Internet birgt beispielsweise eine große Fülle von Gefahren und ist wie jeder weiß wesentlicher jünger.Es ist egal ob man nun über das Gläserrücken sein eigenes Unterbewusstsein, den Papst, das Hausschwein, sonstige Entitäten oder über das Internet den perversen Teufel persönlich kontaktiert. Wirklich wichtig ist nur,dass man weiß wie man mit der Kommunikationsplattform selbst und ihren Risiken umgehen sollte. Dabei lasse ich gänzlich offen ob die Gefahren nun paranormalen oder psychologischen Ursprungs sind, das ist in der Tat Glaubenssache.

Doch wieso funktioniert das Quija-Brett eigentlich?Die wissenschaftliche Antwort darauf ist das Zusammenspiel des Carpenter- und des Kohnstamm-effekts. Nun was besagen diese Effekte und wieso verringern sie die Risiken,nicht im geringsten? Der Carpenter-effekt oder auch ideomotorischer Effekt besagt,dass das Sehen einer Bewegung und im geringerem Maße allein das Denken an eine Bewegung - eben diese in die Tat umsetzen kann. Der Kohnstamm-effekt beschreibt eine unwillkürliche Anspannung der Muskulatur nach vorheriger intensiver Muskelanspannung. Bei Meditation können Muskeln kleinste Ruck- und Zuckbewegungen durchführen, welche mit gedanklichen Inhalten und Vorstellungen unbewusst koordiniert sind.

Ich möchte nun eine Analogie anbringen wieso diese Erklärungen nicht ausreichend sind um "imaginäre" Entitäten komplett ins reich der Fabelwesen abzuschieben worauf eine genauere Erläuertung erfolgt:
Wir wissen sehr wenig über das Universum, noch sehr viel weniger wissen wir über unsere eigenen Meere, doch im Vergleich zu dem was wir über das Bewusstsein an sich wissen ist dies wiederum gigantisch, wie wollen wir dann bitte definieren was genau das Unbewusste im Bewusstsein ist?

Wenn wir von Handlungen und Gedanken aus dem Unbewussten sprechen, was ist das Unbewusste dann genau? Offensichtlich etwas was außerhalb unseres Bewusstseins liegt und doch mit diesem interagiert. Unter Unbewusstes verstehen wir verdrängte und nicht beachtete Informationen worunter auch diverse Gefühlsregungen fallen. Wenn wir unbewusst agieren, agiert dann etwas durch uns durch? Hat das Unterbewusstsein eine eigene unabhängige Persönlichkeit oder gar mehrere, ist oder sind sie das was wir Dämonen oder Engel nennen? Dies ist eine sehr schwierige Frage, schwierig ist allerdings keinesfalls die Frage ob sich die direkte Interaktion mit seinem Unterbewussten negativ auf die Wirklichkeitswahrnehmung des Bewusstseins auswirkt.

Mein Kontrahent schießt sich selbst ins Bein, wenn er zugesteht,dass die Gefahr besteht sich in die Erlebnisse mit dem Ouija-Brett reinzusteigern,denn wie wir wissen ist unsere Wahrnehmung selektiv und verläuft zum größten Teil unbewusst durch einen Filter. Nun wenn dieser verletzt bzw. verzerrt wird(Was er bei einer Kommunikation mit dem "Unbekannten" wird),dann reihen wir Umstände aneinander und verknüpfen Situationen und Geschehnisse miteinander, die gar keine Verbindung zueinander haben, im schlimmsten Fall verlieren wir den Sinn für die Wirklichkeit. Wir laufen gefahr Opfer von Selbsterfüllenden Prophezeihungen zu werden. Selbst wenn wir sehr realitätsnah leben, nichts von Übernatürlichem halten, bleibt die Gefahr bestehen, da es wie erklärt nur bedingt Frage des Bewusstseins ist.

Es trifft also nicht nur labile und suchtkranke sondern auch gefestigte aber unvorbereitete Personen wie ich nun weiter ausmalen werde.
Beispiel: Beim Gläserrücken wird jemandem glauben gemacht, dass etwas Unbekanntes ihn verfolgt, nun zuerst wird dieser Realist sich nichts dabei denken, doch spätestens wenn sich "Unfälle" und unglückliche Umstände häufen wird UNBEWUSST die Frage laut "was ist wenn doch etwas hinter mir her ist?" davon muss die Person selbst gar nichts wissen, jedoch verzerrt sich nun noch einmal der Wahrnehmungsfilter und es wird noch akribischer nach Zusammenhängen gesucht, sodass man sich zwangsläufig immer wieder unter weiterer Einwirkung der beiden erwähnten Effekte selbst in Unfälle verstrickt - dies kann im schlimmsten Fall zu Psychosen oder gar zu Schizophrenie führen.

Durch die Manifestation einer unbekannten Persönlichkeit in der eigenen Wahrnehmung, kann diese quasi Realität annehmen und uns direkt beeinflussen eben weil sie Teil unserer Realität und somit auch Persönlichkeit wird, eben weil wir sie als nicht einer realen Person zuordbar und somit als eigenständig wahr empfinden.

Gefestigte Personen tendieren zudem dazu, die Inhalte solcher Séancen als Hirngespinste abzustempeln und die Inhalte somit im Unterbewusstsein zu begraben und nicht wichtig zu nehmen, dabei sind es Inhalte die sie beschäftigen und unter Umständen Abbildungen von eigenen Ängsten. Verborgene Gefühle strömen je mehr man sie verdrängt mit einer immer größeren Wucht hinaus und es kann zu Kurzschlussreaktionen kommen,vorallendingen wenn sie durch die Séance aus dem Unterbewussten hervorgegraben und dadurch wieder aktiv werden.
Somit ist der Kontaktaufbau mit Verstorbenen möglicherweise ein unerfüllbarer Wunsch, aber die unterschiedlichsten Risiken sind weder fiktional noch wünschenswert und somit ist Gläserrücken auch ohne Glauben an "Hokuspokus" zumindest psychologisch nachweislich bedenklich.


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CoA 2013 - R2 D03 M02 - Gläserrücken - bedenklich oder doch nur Spiel?

01.04.2013 um 04:02
Wirklich alt ist diese Form der Geisterbeschwörung oder Kontaktaufnahme noch nicht, der Gedanke dahinter aber dafür umso länger. Wie erwähnt, zahlreiche Riten existieren seit Jahrtausenden und das Gläserrücken ist davon wohl eine der harmlosesten Formen, die auch für Unbelesene geeignet ist. Harmlos im Verhältnis zu vergleichbaren Kulten, in denen andere Mittel bevorzugt werden.

Das Gläserrücken verbindet sich mit keiner besonderen, spirituellen Ausbildung, man benötigt keine umfangreichen Beschwörungen, eine grossartige Zeremonie oder gar Stammestänze, es werden keine Tiere geopfert und komplizierte Apparaturen fallen ebenfalls flach. Am Ende beschränkt es sich auf ein Ouija-Channel-Set von Amazon oder Menschen, die ihren Ikea-Glasbestand durch die Gegend schieben.

Da du brav die wissenschaftlichen Interpretationen aus Wiki rezitiert hast, setzen wir daran gleich als Nächstes an: Sowohl die Erkenntnisse von Kohnstamm als auch Carpenter sind, wie ich sie bereits bezeichnete, Erklärungsansätze. Zwei von Vielen. Ob man per Gläserrücken tatsächlich Geister in seine Mitte ruft, lässt sich letztlich schwer widerlegen, dafür ist die involvierte Komponente 'Mensch' einfach zu komplex in dessen Reaktion.

Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Erkenntnisse von Richard Wiseman, u.a. Professor und Fachspezialist für Parapsychologie und Täuschung. Dieser führte vor zehn Jahren über 450 Personen durch die dunklen und unheimlichen Gewölbe der South Bridge und des Hampton Court Palast. Annähernd die Hälfte berichtete im Anschluss von mystischen Geschehnissen, die Anwesenheit gespenstischer Dritter, Berührungen, Schaudern. Nachdem Wiseman in den Gewölben auf Messtour ging und die Schlüsselstellen der Wahrnehmungen untersuchte, häuften sich dort die Änderungen von äusseren Einflüssen. Abfallende Temperaturen, veränderter Lichtschein und Wind, der durch die Nischen pfiff.

Wie schnell solche Suggestionen auf die Persönlichkeit einwirken, konnte auch der ebenfalls englische Psychologieprofessor Christopher French mit seinem Experiment demonstrieren. Er baute für seinen Versuch ein Spukzimmer nach und schickte vereinzelte Probanden mit einer Gruselwarnung hinein. Obendrein aktivierte er bei der Hälfte aller Versuchskaninchen Infraschall und elektromagnetische Wellen, die im Zusammenhang von Spukorten generell gerne gemessen werden, zumindest von so manch selbsternannten Geisterjäger. Es war letztlich kein wichtiges und auschlaggebendes Kriterium, denn auch die Teilnehmer ohne speziellen Beschuss gruselten sich ähnlich stark, wie der überwiegende Anteil des Experiments. French erklärte sich die verängstigten Reaktionen mit der Erwartungshaltung der Personen. Diese hat ausgereicht, um gespenstische Erscheinungen zu simulieren.

Es zeigt sich offensichtlich, das bewährte Zusammenspiel aus physikalischen Einflüssen und dem Gehirn, ist meist verantwortlich für übersinnliche Wahrnehmungen und geht über Muskelzuckungen hinaus. Mit seinem Funktionsanteil für das Gedächtnis, hören, sprechen ist übrigens der Temporallappen als Hauptverdächtiger zu verorten, sobald es sich um solche Sinneswahrnehmung handelt.

Allerdings frage ich mich gerade, weshalb diese Wahrnehmung ein Beinschuss darstellen soll. Menschen verfügen ja nicht nur über ihre Wahrnehmung, sondern auch über Wissen. Du hast angemerkt, dass Wissenschaft in vielen Bereichen noch keine umfangreichen Ergebnisse und Erklärungen liefern kann. Daher hielten es Menschen in der Vergangenheit auch gerne mit Aberglauben, Ammenmärchen und teils irrwitzigen Kulthandlungen, ehe plausible Erklärungen an deren Stelle getreten sind.

Wenn ich mir deine verschachtelte und ziemlich irrationale Erläuterung von Bewusstsein und Unterbewusstsein so ansehe, dann zeigt es mir nur ganz deutlich, das einfachste Mittel genügen, um Menschen nachhaltig zu beirren. Zumindest Menschen, die sich auf diese Weise beirren lassen, nicht die Nüchternheit oder gar das Wissen besitzen, etwa Praktiken wie das Gläserrücken rational anzugehen. Dazu muss man im Extremen kein Forscher oder schlimmer noch, ein Freak sein, der die Geisterforen nach neuen Erlebnissen durchforstet. Dazu genügt für den Anfang ein aufgeklärter und für Argumente offener Verstand.

Um es abschliessend nochmal hervorzuheben, wenn man die Praktik des Gläserrückens auch für Menschen ohne psychologisches Handicap auf den Gefahrenstatus heben möchte, dann wird selbst der übliche Alltag zu einer verdammt kritischen Angelegenheit. Das Internet wäre ein wahrer Pfuhl an Verlockungen, die Alkoholabteilung im Supermarkt kann man nur mit Scheuklappen passieren und um jede Spielothek macht man besser einen weiten Bogen.

Oder geschickter: Man ändert die Perspektive und richtet den Blick auf Personen, die zum dem Missbrauch neigen. Die beispielsweise nicht nur von Alk, Glücksspiel oder Online-Rollenspiele bedroht werden, sondern eben auch - so blöd wie es klingen mag - vom Gläserrücken. Denn das Problem beginnt beim Menschen, nicht beim Spiel. Wie so oft.


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CoA 2013 - R2 D03 M02 - Gläserrücken - bedenklich oder doch nur Spiel?

01.04.2013 um 13:58
@univerzal
Leider zielst du mit deiner Antwort weit daneben, denn ich lasse nur offen ob es parapsychologischer oder psychologischer Natur gefährlich ist. Selbst wenn es aus parapsychologischer Sicht nicht bedenklich wäre, so ist es aus psychologischer Hinsicht ganz bestimmt bedenklich.
Im Gegensatz zu den Riten,auf die du dich beziehst trifft bei dem Gläserrücken eben eine unbekannte Gruppendynamik mit Hilfe der besagten Effekte ein.Gerade weil jeder Zugang dazu hat und es so simpel durchführbar ist, ist es bedenklich. "Waffen" werden auch nicht ungefahrlicher wenn ihre Bedienung einfacher ist und sie frei zur Verfügung liegen, da wirst du mir wohl zustimmen müssen.

Ich bedanke mich bei dir für die Ausführungen über die Spukhausexperimente, denn sie belegen wie empfindlich unsere Wahrnehmung doch ist. Bei diesen Versuchsreihen wurden nicht explizit labile Probanden ausgesucht, sondern Leute wie du und ich und dennoch waren sie in gleicherweise von den Auswirkungen des Infraschalls betroffen und alle Probanden konnten diese Stimmung nicht sehr lange ertragen, manche sind schreiend rausgerannt - alle haben jedoch die Erlebnisse als real empfunden. Nun diesen Personen kann man zu 100% beweisen, dass ihre Wahrnehmung aktiv manipuliert wurde und dass ohne des Infraschalls die Wahrnehmung gar nicht entstanden wäre, bei Gläserrücken ist dies aus einigen Gründen nicht möglich.Desweiteren lässt du weg, dass den Erlebnissen des Experiments - obwohl der Option der absoluten Falsifizierung ihrer- Nachwirkungen
nachgewiesen wurden, die nur in der Umgebung des Versuchsort auftraten. Hieran erkennen wir, dass das Neukonfigurieren des Wahrnehmungsfilters selbst bei absoluter Gewissheit nicht vollständig gewährleistet werden kann. Welche Auswirkungen haben dann unüberprüfbare Erlebnisse?

Gläserrücken ist aus einigen Gründen nicht vollkommen nachvollziehbar, in meinem letzten Post bin ich bereits auf das verschwindend geringe Wissen über das Unbewusste eingegangen. Ich denke das ist bei allen bis auf meinem Konkurrenten angekommen. Warum die Argumentation irrational sein sollte konnte er uns leider nicht erklären.Dass manche Menschen aber leicht beirrbar sind arbeitet er gut heraus hierbei beachtet er jedoch nicht, dass er mir in dieser Hinsicht wiederholt in die Hände spielt, denn diese sind wie kleine Kinder im Internet oder Fußgänger auf deren Autobahn besonders gefährdet. Doch jeder ist beirrbar es kommt nur auf die Umstände an.

Die beiden Effekte haben er und ich gesondert erwähnt und auch die Gruppendynamik wurde angeschnitten, doch nun widme ich mich einem viel wesentlicheren Phänomen. Was viele nicht wissen, die "Geisterrufer" bekommen oft Antworten mit Inhalten die keiner der Personen bewusst hätte geben können. Informationen von denen man dachte, dass sie nicht existieren. Diese Informationen sind entweder der Beweis für Telepathie, "Wesen", Vorsehung, oder was ich persönlich am wahrscheinlichsten erachte ein fur das Bewusstsein verschlossenenes Gedächtnis bestehend aus den ungefilterten Informationen der eigenen Wahrnehmung. Doch wie werden diese Informationen zu speziellen Antworten wenn wir persönlich doch gar nicht daraufzugreifen können? Wie können mehrere Personen zusammen unbewusst eine plausible Antwort liefern ? Das ist das größte Fragezeichen und wenn einem selbst genau dies passiert, dann besteht schnell die Gefahr die Ergebnisse überzuinterpretieren und Drohungen aus diesem Unbewussten für wahrzunehmen.
Es liegt nahe, dass man hierzu nicht zwingend labil sein muss.Denn seien wir ehrlich das wäre in der Tat für jeden von uns unheimlich ob Realist oder Esoteriker.


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CoA 2013 - R2 D03 M02 - Gläserrücken - bedenklich oder doch nur Spiel?

01.04.2013 um 17:06
Waffen, besonders die mit einfacher Bedienung, liegen in so ziemlich jeden Haushalt weit und breit. Dennoch habe ich bisher noch kein Massensterben vernommen. Warum wohl? Weil es weiterhin eine Typfrage bleibt. Mein Charakter entscheidet, ob ich mir lieber mit dem Küchenmesser die Pulsadern traktiere oder damit mein Gemüse schneide. Darum ist es mir auch ziemlich gleich, ob du es nun rein psychologisch oder gleich parapsychologisch deuten willst, im Zweifel greifst du ja ersichtlich auf Beides zurück. Was die Gruppendynamik betrifft, dazu bietet das Feld das Verhaltensforschung genug Beispiele, wie Menschen in gewissen Situationen ticken. Beispielsweise in Notfällen, wenn sich eine Anhäufung von Personen unterbewusst einem Führer anschliesst, weil dieser als Erster das Ruder übernimmt.

Wie du siehst, inzwischen sind die zahlreichen Facetten der menschlichen Wahrnehmung und dessen Schlussfolgerung erklärbarer geworden, mit fortschreitender Tendenz. Darum mach es dir bitte auch nicht so schwer und interpretiere die o.g. Forschungsergebnisse in die völlig falsche Richtung. Glaubst du wirklich, dass auch nur einer der Teilnehmer, nach seiner Aufklärung über die wahren Verhältnisse der Experimente - besonders beim Versuch von French, noch dem Hokuspokus um das Gläserrücken verfallen würde? Wie ich bereits schrieb, wo Wissen und Aufklärung herrscht wird Wahrnehmung rationaler und begreifbarer.

Allerdings ist es absolut ermüdend zu sehen, wenn die wissenschaftlichen Erkenntnisse sorgsam umschifft werden und man plötzlich bei Schlagwörtern wie Neukonfiguration, fehlende Erklärbarkeit und enorm viel Unterbewusstsein landet, wo eigentlich verzehrte Wahrnehmung stehen müsste. Stichwort Unterbewusstsein, denk doch einfach mal daran, wie verschieden Menschen ihre intensiveren Träume erleben. Einige erinnern sich daran und vergessen es irgendwann wieder, Weiteren bleibt es als unauffällige Erinnerung und wieder Andere rennen zum Traumdeuter und erhoffen sich eine aussagekräftige Botschaft. Auch ein Beispiel dafür, wie Wahrnehmung und Reaktion sich hin bis zum diffusen Ausmass auseinanderdividieren, je nach Charakter.

Selbige Erkenntnis zeigt sich in der Vielzahl von Sinnestäuschungen, denen wir als Mensch ausgeliefert sind: Die charpentiersche Täuschung etwa als Aussage genannt, in der Menschen dazu neigen, verschiedene Objekte gleichen Gewichtes unterschiedlich schwer wahrzunehmen. Wie das wohl auf ein Glas wirkt? Oder der Franssen-Effekt, welcher aufzeigt, dass Menschen in grossen Räumen mit Hall die Quelle des Tons nur lokalisieren können, wenn sich in dessen Schall laufend Änderungen bemerkbar machen. Fällt der Ton zurück in ein gleichbleibendes Muster, bleibt die vermutete Quelle am letzten Änderungspunkt, auch wenn der Ton die Quelle wechselte. Wohin halt der Wind bläst, stop, es kommt ja plötzlich aus einer völlig anderen Richtung..ist das ein Geist? Übertragen auf unseren Alltag zeigt sich in diesen vielen kleinen Beispielen, wie sehr unsere Wahrnehmung von diversen Faktoren beeinflusst wird.

Du kannst gerne weiterhin auf die gesonderten Umstände beim Gläserrücken hinweisen und dass diese ihre Wirkung auf die Teilnehmer haben. Wie uns die aktuelle Ausflug in das Reich des Unterbewusstsein und der Wahrnehmung zeigt, kann man auch als unbedarfte Person rational das Gläserrücken behandeln. Wenn man genug Verständnis aufweist, wie die eigenen Sinne wirken. Dann nämlich bleibt das Gläserrücken weiterhin nur ein Spiel und mutiert genauso wenig zur bedenklichen Gefahr, wie beispielsweise Alkoholkonsum nicht zum dauerhaften Exzess ausarten muss.

Apropos rational, du wolltest ja erklärt haben, warum ich dein Erklärungsgebilde von Unterbewusstsein nicht in diese Ecke stelle: Weil das Unterbewusstsein, egal anhand welcher Definitionsmodelle man es nun sehen mag, unser täglicher Begleiter ist. Jemand der beispielsweise Ängste unterdrückt, wird nicht erst beim Gläserrücken den zündenden Trigger finden, sondern die zahlreichen Möglichkeiten im sonstigen Leben nutzen. Wobei allein die Angstunterdrückung schon ein Beleg dafür ist, dass eine Persönlichkeit sich nicht gefestigt ist oder zunächst ein Interesse daran hat.

Es liegt nahe, dass man hierzu nicht zwingend labil sein muss.Denn seien wir ehrlich das wäre in der Tat für jeden von uns unheimlich ob Realist oder Esoteriker.

Zum Abschluss versammeln wir uns wieder bei der grossen Frage, wie man das Gläserrücken werten will. Ist es tatsächlich eine Technik, die Telepathie, Vorsehung oder sogar eine Teilnahme am universellen Gedächtnis beweist (wie du für meinen Geschmack etwas zu leichtgläubig vermuten magst)? Oder ist es eher die Aneinanderreihung einer Erwartungshaltung, physischen Reaktionen, Signale unseres Gehirns und letztlich auch die Fähigkeit zur sachlichen Interpretation? Ich bin davon überzeugt, dass man rasch ausmachen kann, auf welchen Seiten sich Realisten und Esoteriker versammeln. Deine bewussten Botschaften mit mysteriösen Inhalten sind keine Beweise, Geschichtenerzählerei läuft immer noch nicht als Beweisführung, sondern maximal eine Interpretation davon.

Warum manche Zeitgenossen zu solch einem Verhalten neigen und welche Effekte sie dabei unterstützen, haben wir jetzt ausführlich erläutert. Diese Erkenntnisse muss man nicht zwangsläufig recherchieren, um dem Gläserrücken gewachsen zu sein. Wie ich es vorhin beschrieb, für den Anfang genügt ein klarer Verstand und dann folgt die möglichst objektive Auseinandersetzung, die zeigt: Es ist/war doch nur ein Spiel.


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CoA 2013 - R2 D03 M02 - Gläserrücken - bedenklich oder doch nur Spiel?

01.04.2013 um 18:45
@univerzal
Du kannst dich an dem Messer beim Gemüseschneiden allerdings verletzen, der Umgang mit Messern ist also bedenklich, deswegen sollten Kinder von ihnen auch die Finger lassen und auf der Arbeit spezielle Handschuhe getragen werden um genau dies zu vermeiden, so wie man sich auch beim Gläserrücken auf andere Art " verletzen" kann und deshalb Sicherheitsmaßnahmen beachtet werden sollten. Desweiteren war mit der Gruppendynamik speziel die Akkumulation der Effekte gemeint, die es für jeden einzelnen unberechenbar machen wohin jetzt gerade wer schiebt, jeder denkt der andere schiebt und keiner weiß anscheinend die Antwort die bei der Durchführung ans Tageslicht tritt.
univerzal schrieb: Darum mach es dir bitte auch nicht so schwer und interpretiere die o.g. Forschungsergebnisse in die völlig falsche Richtung. Glaubst du wirklich, dass auch nur einer der Teilnehmer, nach seiner Aufklärung über die wahren Verhältnisse der Experimente - besonders beim Versuch von French, noch dem Hokuspokus um das Gläserrücken verfallen würde?
Tut mir leid, aber ich habe die Forschungsergebnisse keinesfalls in die falsche Richtung interpretiert, zumal du nicht derjenige bist, der über falsch oder richtig entscheiden darf.
Es ist nunmal so, dass bei den Versuchen mit den Spukhäusern in Kombination mit dem Infraschall ,nachher ohne den Infraschall die ähnlichen Symptome wie mit diesem aufgetreten sind.
Das Erlebnis wurde also als befremdlich abgespeichert, obwohl die Probanden wussten, dass es nur der Infraschall gewesen ist. Du beweist in deinen ganzen Beiträgen für mich und mit mir, dass die selektive Wahrnehmung höchst empfindlich ist und somit auch leicht erschüttert werden kann.
Die Versuchsreihe beweist doch, was auch nur nachvollziehbar ist, dass sich das Gehirn Gefühle stärker einprägt als rationale Erklärungen. So erinnert man sich an viel Tage des Lebens nicht einzeln aber an die emotional prägendsten.

Den Begriff der Neukonfiguration habe ich gewählt um die Kompklexität des Prozesses der Wahrnehmung zu unterstreichen und dass es nicht die Wahrnehmung an sich gibt sondern die Wahrnehmung und der beinhaltete Filter nach jedem prägenden Erlebnis komplett neu "geschrieben" werden. Jeder definiert für sich selbst was ein prägendes Erlebnis ist, es sind allerdings immer Momente, die mit starken Emotionen verflechtet sind.Sind sie es nicht, dann werden sie eben schnell vergessen, nur um auf dein Beispiel mit den Träumen zurückzukommen.
Deinen Ausführungen zu der Vielzahl der Faktoren die an der Sinneswahrnehmung partizipieren kann ich nur zu stimmen unterstreicht eben ein weiteres mal die Sensibilität der Wahrnehmung.

Da weder du noch ich noch irgendjemand genug über das Unterbewusstsein an sich wissen, können wir Paranormale Entitäten oder Begebenheiten nicht vollkommen ausschließen, diese Gefahr bleibt also durchaus bestehen. Auch die psychologische Gefahr bleibt bestehen, denn über das Gläserrücken selbst zu schreiben oder zu reden ist ein himmelweiter unterschied als es einmal vernünftig praktiziert zu haben. Man muss nicht unbedingt den nächsten Jack the Ripper mimen oder an Wänden krabbeln allerdings wird man auch trotz vorheriger Aufklärung ganz anders über dieses Thema denken, denn es ist etwas was man selbst erlebt haben muss um es einigermaßen beurteilen zu können und ich würde mich jetzt nicht als Esoteriker sondern mehr als zwischen den Stühlen verstehen.

Das Unterbewusstsein ist nicht dein ständiger Begleiter du bist mehr die Marionette deines Unterbewusstseins so werden Befehle zu Gedankengängen bereits 100stel Millisekunden vom Gehirn abgegeben bevor wir sie selbst denken bzw. uns ihrer Existenz bewusst werden.
Wir nehmen es als unsere Gedanken war, dabei ist diese Wahrnehmung nur ein zusammengebautes Legopuzzle von aufgenommenen Informationen.
Manche Ängste und Gefühle sind so tief vergraben, dass sie in alltäglichen Situationen keinen Raum oder Gelegenheit finden ausgelebt zu werden, so werden diese auch nicht triggern solange man sich ihrer nicht bewusst wird und eine direkte Konfrontation mit den eigenen Ängsten in der Form einer bedrohlichen unbekannten Persönlichkeit wird für die meisten ob aufgeklärt oder nicht beängstigend sein, denn dann wüsste man nicht war es das Unterbewusstsein von einem selbst oder von jemand anderes der Gruppe. Das Problem ist dabei, dass sich unbewusst nun je nachdem wie die Antwort ausfiel Unbehagen gegenüber den anderen Personen breit macht und somit wäre Gläserrücken bedenklich für das soziale Wohlergehen der involvierten Gruppe.
univerzal schrieb: Ist es tatsächlich eine Technik, die Telepathie, Vorsehung oder sogar eine Teilnahme am universellen Gedächtnis beweist (wie du für meinen Geschmack etwas zu leichtgläubig vermuten magst)?
Von einem universellen Gedächtnis, dass alle Personen und Dinge miteinander verbindet, habe ich nie geschrieben. Nein es ging um die Informationen, die durch den Filter der bewussten Wahrnehmung fallen und vom Gehirn zu Antworten errechnet werden. Wenn ein Mann über die Straße geht und eine hübsche Frau sieht, dann übersieht er vieles um ihn rum und kann dir im nachhinein nicht sagen welche Kleidung die Personen an hatten, die neben ihr hergingen,weil diese dank der Fokussierung auf die Frau nicht im Bereich der bewussten Wahrnehmung lagen. Offensichtlich hat er gesehen was die anderen anhatten, er hatte es aber nicht bewusst wahrgenommen. Er hat wahrgenommen was die Frau gemacht hat,aber nicht was die Menschen um ihr herum, das Unterbewusstsein jedoch logischerweise schon. Man geht davon aus, dass diese "nie" wahrgenommenen Informationen alle in einem gesonderten verborgenen Gedächtnis liegen. Das ist allerdings nicht mit einem unviersellen Gedächtnis zu verwechseln.

Natürlich ist das ganze keine Geschichtenerzählerei, wie denn auch wenn keine expliziten Fälle diskutiert werden. Tiefenpsychologie an sich ist keine Märchenstunde. Es sollte von vornerein einleuchtend sein, dass das was wir denken dass es uns nicht beeinflusst nicht unbedingt automatisch das ist was uns tatsächlich nicht beeinflusst. Denn alles was wir erleben nimmt Einfluss auf uns und auf unsere Umwelt wie ein Schmetterling der Kilometer weit weg einen Wirbelsturm veursachen kann, so ist es leider auch im psychologischen Bereich.
Das Gläserrücken könnte dann der Tropfen sein, der das Fass zum überlaufen bringt.

Abschließend bleibt zu sagen,dass Gläserrücken in der Tat bedenklich ist und man vernünftig mit diesem Thema umgehen sollte. Unter bestimmten Vorraussetzungen und Vorbereitungen mag es vielleicht nicht bedenklich sein, nur ein einfaches Spiel ist es aber keinesfalls und so sollte es auch nicht behandelt werden.Dafür ist die Macht der Autosuggestion und der Selbsterfüllendenen Propheziehung doch zu wesentlich und die genaue Einschätzung der Thematik und Mitmenschen zu schwammig.


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CoA 2013 - R2 D03 M02 - Gläserrücken - bedenklich oder doch nur Spiel?

01.04.2013 um 19:59
Auch von meiner Seite wird es langsam Zeit für ein Fazit und so greifen wir nochmal die Waffe auf, in dem Falle das Küchenmesser, stellvertretend für das Gläserrücken. Schade dass ich mich in der Hinsicht wiederholen müssen, aber es ist wohl nötig, um es zu verdeutlichen: Wenn ich mich mit einem Messer schneide, war es dann mein Fehler oder der des Messers? Und viel wichtiger, die Schlussfolgerung: Werde ich mich nun mit jedem Messer schneiden und erkenne die Gegenstände als künftige Gefahr, oder lerne ich besser den vernünftigen Umfang damit? Die Analogie zum Gläserrücken ist ähnlich, messe ich dem Vorgang soviel Mystik bei, dass ich tatsächlich geneigt bin, an Kommunikation mit Geistern zu glauben, oder eher das Zusammenspiel an gewissen Faktoren?

Wenn man den genannten Experimenten eine Erkenntnis abgewinnen will, dann liegst du nicht verkehrt, es geht nur nicht weit genug:

Du beweist in deinen ganzen Beiträgen für mich und mit mir, dass die selektive Wahrnehmung höchst empfindlich ist und somit auch leicht erschüttert werden kann.

Dies habe ich auch aufgezeichnet, die Wahrnehmung jedes Einzelnen wird oft von uns völlig unbekannten Faktoren beeinflusst, aber es liegt am Einzelnen selbst, welche Konsequenz er daraus zieht. Diesen Punkt darf man einfach nicht vernachlässigen.

Ich hab nun öfters darauf angespielt, wie man das Gläserrücken auf einer sachlichen Ebene bewerten kann. Dabei muss der geneigte Interessent gar nicht so sehr in die Tiefe und all die aufgezeigten Täuschungseffekte aus dem FF kennen. Ihm sollte nur deutlich bewusst sein, dass Wahrnehmung trügerisch sein kann und insgesamt zielt Spuk um das Gläserrücken auf diese Tatsache an.

Deine Aussage, dass das Unterbewusstsein kaum erforscht ist, hat dich jedoch nicht davon abgehalten, eine Reise mit allerlei Behauptungen in diese Welt zu unternehmen und zweifelhafte Erklärungen zu bieten. Das Gehirn prägt sich Gefühle sehr stark ein, oh ja, aber nicht stärker als Erklärungen, sondern im besten Falle folgen die Erklärungen. Und unsere Wahrnehmung wird auch nicht ständig neu geschrieben, sondern ist mit unserer Persönlichkeit verwurzelt.

Eine abgeklärte Person, meinetwegen ein erfahrener und altgediegener Doktor, nimmt eine vermeintlich übersinnlich Erscheinung anders wahr, als die abergläubige Dorfpomeranze. Das wäre auch gültig für dein Beispiel mit dem hübschen Mädchen, ein Mann mit ausgeprägter Libido sieht darin einen heissen Feger und vernachlässigt im Moment die Wahrnehmung der Umwelt. Ein Fussfetischist würde hingegen in der selben Situation eher die Pumps der Frau bemerken und könnte sich vielleicht gar nicht mehr ihr Gesicht erinnern.

Abschliessend sei gesagt und damit nähere ich mich meinem Fazit, dass mich deine Ausführungen wenig überzeugen. Wie du in deinem letzten Absatz erwähnt, wer vernünftig an das Gläserrücken herangeht, der wird keinen bleibenden Schaden davontragen und es ist weiterhin nur ein Spiel. Das ist für mich generell die Ausgangslage, um mit allen Widrigkeiten umzugehen, Vernunft walten lassen, das gilt auch für all die anderen Beispiele, Süchte, Handlungen und angebliche Gefahren. Dann entpuppen sich nämlich all die Warnungen, sei es zum Gläserrücken, zum Alkoholmissbrauch, zu Drogensucht, zum Ritzen und anderem selbstzerstörerischen Verhalten als handelbare 'Gefahren'. Dann wird selbst ein Kampfausdruck wie die Tiefenpsychologie zum verwertbaren und diskutablen Kriterium, wenn man es der kognitiven Verhaltenstherapie gegenüberstellt.

Wie ich bereits sagte, am Ende doch nur ein Spiel. Eines, das bei weitem nicht so unterhaltsam ist, wie Flaschendrehen.


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CoA 2013 - R2 D03 M02 - Gläserrücken - bedenklich oder doch nur Spiel?

01.04.2013 um 20:00
"AUS!AUS!AUS! Das Spiel ist aus. Deutschland ist Weltmeister" - Herbert Zimmermann, 4.Juli 1954
Das Ergebnis wird nach Abgabe aller Jurywertungen und dem Ende der User-Umfrage (also frühestens am 03.04.2013 / 20:00 Uhr an dieser Stelle bekannt gegeben.

Danke an den Teilnehmer!


@Saphira
@cassiopeia88
@king_ragnar
@victory
@NagaSadow


Schickt bitte bis spät. Mittwoch, 03.04.2013, 20:00 Uhr Eure Wertungen an @Plan_B


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CoA 2013 - R2 D03 M02 - Gläserrücken - bedenklich oder doch nur Spiel?

07.04.2013 um 16:44
ENDERGEBNIS




Diesmal trugen es univerzal und Cognition unter sich aus.

1. Abstimmung

Um 20.00 Uhr wurde das Voting bei einem Ergebnis von 54% (29 Stimmen) für univerzal
und 46% (25 Stimmen) für Cognition gestoppt.

Dadurch erhält univerzal 108 und Cognition 92 Punkte.

2. Jury
<table border="0" cellpadding="20px"><tr><td valign="top" width="200px">

JUROR: 1. victory
univerzal 19,5
Cognition 20,5


GESAMT-ZWISCHENSTAND:
univerzal 19,5
Cognition 20,5
</td><td width="500px">
BEGRÜNDUNG:
Das war doch mal ein Match auf höherer Ebene ... ähm, ich meine auf höchsten Niveau !!

Beide haben sich gut vorbereitet und haben sich klar und deutlich ausgedrückt.
Ihr Schreibstil, Formulierungen und ihre Diskussionsgestaltung hat mir sehr gut gefallen.

Allerdings hat mich Cognition einen Tick besser von seiner Meinung überzeugt, dass Gläserrücken "nicht nur ein Spiel ist"

Kommen wir zur Bewertung:

universal

- Rechtschreibung/Orthografie = 2
- Formulierung = 3
- Schreibstil = 3
- Argumentationsaufbau = 2,5
- Recherchearbeit/Aufwand = 3
- Diskussionsgestaltung = 3
- Souveränität = 3

19,5

Cognition

- Rechtschreibung/Orthografie = 2
- Formulierung = 3
- Schreibstil = 3
- Argumentationsaufbau = 3,5
- Recherchearbeit/Aufwand = 3
- Diskussionsgestaltung = 3
- Souveränität = 3

20,5

Möge der Bessere eine Runde weiterkommen.
</td></tr></table><table width="100%"><tr><td>
</td></tr></table>


<table border="0" cellpadding="20px"><tr><td valign="top" width="200px">

JUROR: 2. NagaSadow
univerzal 25
Cognition 15


GESAMT-ZWISCHENSTAND:
univerzal 44,5
Cognition 33,5
</td><td width="500px">
BEGRÜNDUNG:
Meine Bewertung muss diesmal leider in gekürzter
Form stattfinden, da ich nicht genug Zeit für eine
ausführlichere Bewertung finden konnte.
Also, es geht um Gläserrücken, mir nur allzu gut
bekannt. Cognition (bedenklich) und Univerzal (nur ein
Spiel) führten einen interessanten Clash. Beide
lieferten sich in Punkto Rechtschreibung keine größeren
Aussetzer, waren nahezu fehlerfrei. Bei Schreibstil und
Formulierungen schätzte ich beide in diesem Clash gleichstark ein. Der wichtigste Bereich war aber natürlich die Argumentation der beiden Kontrahenten. Univerzal machte hier auf mich
den souveräneren Eindruck, seine Argumention kam
durchweg schlüssig und klar rüber. Cognition brachte
seine Einwände oftmals sehr unschlüssig vor, außerdem
waren die von ihm vorgelegten Argumente teilweise für
Außenstehende nicht ganz klar. Deshalb war Univerzal
für mich in diesem Clash von seiner Argumentationsgestaltung her
der bessere. Sprachlich waren beide sehr gut. Abschließend habe
ich mich für eine Vergabe von 25 (Univerzal) zu 15 (Cognition) entschieden.
</td></tr></table><table width="100%"><tr><td>
</td></tr></table>

<table border="0" cellpadding="20px"><tr><td valign="top" width="200px">

JUROR: 3. Saphira
univerzal 22
Cognition 18


GESAMT-ZWISCHENSTAND:
univerzal 66,5
Cognition 53,5
</td><td width="500px">
BEGRÜNDUNG:
Erstmal ein sehr schöner EP von uni mit ebenso guter Einleitung in dem er kurz und gut den Ablauf des Gläserrückens erklärt. Dennoch spielt er schon in diesem Post seinem Clashgegner Cognition in die Hand wenn er zugibt, dass diese Spiel zu Panik, psychotische Zuständen oder Süchten führen kann. Was sein Gegner, der ebenfalls einen guten ersten Post abgeliefert hat auch aufgreift. Gut fand ich auch von Cognition dass er noch allgemein so Begrifflichkeiten wie Carpenter-effekt oder auch Kohnstamm-effekt eingebracht hat und so mehr über das Funktionieren bzw. mögliche Funktionieren des Spiels erklärt hat.

Im Großen und Ganzen geht es uni darum zu erklären, dass man das Ganze sachlich sehen sollte, Vernunft walten lassen sollte, mit Vorsicht rangehen und Cognition bringt das Unbewusstsein ins Spiel. So manches was er da angebracht hatte konnte ich nachvollziehen, auch seine Erklärung dass bei den Versuchen von denen uni sprach nicht labile Menschen genommen wurden, sondern Menschen wie du und ich und das selbst bei denen Reaktionen vorhanden waren. Also auch hier hat Cognition wieder ein Argument für sich genutzt.

Dennoch waren mir so einige Erklärungen von Cognition zu unverständlich, auch so habe ich einige Sätze von ihm auch jetzt noch nicht verstanden, wie zum Beispiel diesen hier.

Es sollte von vornerein einleuchtend sein, dass das was wir denken dass es uns nicht beeinflusst nicht unbedingt automatisch das ist was uns tatsächlich nicht beeinflusst.





habe den Satz mehrmals gelesen und verstehe ihn immer noch nicht. Hoffe dahinter verbirgt sich nicht die Lösung zu seinem Clashsieg. Wenn doch, naja dann Pech.

Auch an anderen Stellen hat er für mich oft unverständlich geschrieben, da gefielen mir unis Formulierunen weit aus besserer, waren viel klarer.

Mal von uni zitierrt

Wenn ich mir deine verschachtelte und ziemlich irrationale Erläuterung von Bewusstsein und Unterbewusstsein so ansehe, dann zeigt es mir nur ganz deutlich, das einfachste Mittel genügen, um Menschen nachhaltig zu beirren





ja auch ich war ein wenig verwirrt beim Lesen.

Ich hätte mir gewünscht dass cognition zu den ganzen Begrifflichkeiten die er eingebracht hatte ein wenig mehr erklärt oder zumindest wenn vorhanden Quellen liefert. Hier hätte ich gerne ein paar Quellen von ihm gesehen, um zu wissen, ob das was er von sich gibt wissenschaftlich belegt ist oder einfach nur seiner Meinung entsprach.

Auch hierzu:

Diese Informationen sind entweder der Beweis für Telepathie, "Wesen", Vorsehung, oder was ich persönlich am wahrscheinlichsten erachte ein fur das Bewusstsein verschlossenenes Gedächtnis bestehend aus den ungefilterten Informationen der eigenen Wahrnehmung. Doch wie werden diese Informationen zu speziellen Antworten wenn wir persönlich doch gar nicht daraufzugreifen können? Wie können mehrere Personen zusammen unbewusst eine plausible Antwort liefern ? Das ist das größte Fragezeichen und wenn einem selbst genau dies passiert, dann besteht schnell die Gefahr die Ergebnisse überzuinterpretieren und Drohungen aus diesem Unbewussten für wahrzunehmen.
Es liegt nahe, dass man hierzu nicht zwingend labil sein muss.Denn seien wir ehrlich das wäre in der Tat für jeden von uns unheimlich ob Realist oder Esoteriker.





hätte er ruhig mehr erklären können.

Also perfekt war für mich in der Argumentation keiner der beiden. Der eine, also uni hat zwei Sachen eingebracht die der andere für sich nutzen konnte, konnte dafür aber sonst besser und klarer argumentieren als sein Gegner und sein Gegner cognition hat es verstanden Argumente für sich zu nutzen die uni einbrachte hat dafür aber für mich sonst einige zweifelhafte oder zumindest nicht ganz sicherere Erklärungen gebracht.

Im Großen und Ganzen haben sich beide sehr viel Mühe gegeben.



Formulierung/Schreibstil: uni 6 Punkte und 3 für cognition. Unis Formulierungen waren besser zu verstehen, haben kein Gehirnsalat verursacht.
Argumentationsaufbau: Hier hätte mich cognition vielleicht überzeugt und mehr Punkte bekommen, wenn da nicht die für mich nicht nachvollziehbaren Begründungen hinzugekommen wären. Also beide bekommen hier gleichviel Punkte 5 zu 5
Recherchearbeit/Aufwand uni 2 Punkte und cognition 1 Punkt. Letzterer bekommt einen Punkt weniger, da ich einige Quellen bei ihm vermisse.
Diskussionsgestaltung sehe hier keinen Qualitätsunterschied, also beide gleichviel Punkte. 5 zu 5.
Souveränität: Auch hier sehe ich ebenfalls keinen Unterschied, also auch hier gleiche Punktzahl. 4 zu 4.

Zusammenaddiert: uni: 22 Punkte und cognition: 18 Punkte.
</td></tr></table><table width="100%"><tr><td>
</td></tr></table>

<table border="0" cellpadding="20px"><tr><td valign="top" width="200px">

JUROR: 4. cassiopeia88
univerzal 18
Cognition 22


GESAMT-ZWISCHENSTAND:
univerzal 84,5
Cognition 75,5
</td><td width="500px">
BEGRÜNDUNG:
Das war nicht allzu spannend

Rechtschreibung / Formulierung und Schreibstil : Beide bekommen die volle Punktzahl von 6 Punkten.

Aufwand / Recherche : Hier 2 Punkte für beide.

Argumentationsaufbau : Cognition hatte hier schlicht die besseren Argumente deshalb 5 Punkte, univerzal hat zuweilen geschwächelt daher nur 3.

Souveränität : Leider hat sich univerzal am Anfang einen kleinen Stolperstein gelegt, es wäre wohl besser gewesen von deiner Seite die Gefahren nicht im Eingangspost zu erwähnen, auch zwischendrin hast du manchmal dein Ziel verloren 3 Punkte.
Cognition hatte einen klaren Faden hiefür gibt es 5 Punkte.

Diskussionsgestaltung : Beide waren sehr sachlich, bis auf kleine Ausreisser die allerdings nicht clashig waren, sondern eher eine Bewertung des anderen darstellten. Mir gefiel es nicht so gut daher 4 Punkte für beide, da die Gestaltung ähnlich war.
</td></tr></table><table width="100%"><tr><td>
</td></tr></table>

<table border="0" cellpadding="20px"><tr><td valign="top" width="200px">

JUROR: 5. god_of_war
univerzal 20
Cognition 20


GESAMT-ZWISCHENSTAND:
univerzal 104,5
Cognition 95,5
</td><td width="500px">
BEGRÜNDUNG:
Da der Juror zwar Punkte, aber keinen begründenden Bewertungstext abgegeben hat, werden die Punkte 20/20 aufgeteilt. Laurelin, im Namen der Jury-Orga</td></tr></table><table width="100%"><tr><td>
</td></tr></table>


3. Gesamtauswertung
univerzal 212,5 Punkte (Abstimmung 108 Punkte + Jury 104,5 Punkte)
Cognition 187,5 Punkte (Abstimmung 92 Punkte + Jury 95,5 Punkte)


f99a33 Wertung R2 D3 M2


Damit hat Univerzal das Match gewonnen und ist eine Runde weiter.


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