Siegelschild schrieb:Ein schwer zu ersetzendes Dokument liegt bei einer vertrauten Person da hier theoretisch alles abfackeln könnte.
Eine ernst gemeinte Frage (da ich ja die genaue Situation nicht kenne): Warum siehst du einen Wohnungsbrand bei dir als wahrscheinlicher an als einen ebensolchen bei der vertrauten Person?
Was ich da persönlich machen würde:
- Dokument in einen feuerfesten Safe, falls nicht schon vorhanden. Am besten: In Form einer mitnehmbare Tasche, die so deponiert wird dass man sie sich auch im Fall eines z.B. Brandes ohne Zeitverlust schnappen kann.
- Beglaubigte Kopien des Dokuments.
- Falls tatsächlich die Brandgefahr bei dir erhöht ist: versuchen genau diesen Punkt zu verbessern.
Selbst nutze ich für Daten:
- Scans aller Papierdokumente
- Dokumente so, dass sie in einem Notfall (Brand, Überschwemmung, Erdbeben, Evakuierung) mit hoher Wahrscheinlichkeit noch greifbar und mitnehmbar wären; es ist klar, Leben geht über Dokumente/Besitz, nur gibt es Fälle, in denen noch ein wenig Zeit bleibt
- jene teils als Kopie auf Papier auf Reisen dabei (auch wenn für den Zweck der Reise nicht benötigt)
- drei Festplatten, unterschiedlicher Standort
- zusätzlich einen Online-Backup-Dienst (ist aber nicht Google, Amazon); dadurch habe ich notfalls Zugriff von überall aus, z.B. falls ich von einer Reise (zunächst) nicht mehr zurückkehren könnte*. Ginge dieser pleite, wäre auch nichts verloren bzw. nichts schlimmer als hätte ich den Dienst nie genutzt, da immerhin noch die physikalischen Kopien existieren.
Warum? Es geht hier nicht nur um Fotos, sondern auch um Dokumente, und als davon sind manche als Ausländer (Deutsche im Ausland) besonders heikel.
Fotos und Videos werden von der Digitalkamera sowie dem auch gelegentlich für Fotos verwendeten Handy rasch nach Aufnahme herunterkopiert, üblicherweise nach dem zu fotografierenden Ereignis, sowie auf Reisen täglich. Für mich ist eine Digitalkamera, ein Handy kein "Fotoalbum im Mini-Format".
*Das ist uns auch schonmal beinahe passiert.
An die Corona-Einreisebeschränkungen könnt ihr euch bestimmt noch erinnern...
Wir lebten damals in den USA, waren in Deutschland um unsere H-1B (Arbeitsvisa) zu erneuern (konnte nur in Deutschland durchgeführt werden). Dann kam plötzlich die Einreisesperre in die USA, die nicht nur für Touristen galt, sondern auch für Personen die in den USA leben aber keine Green Card haben. Wir waren im letzten Flug der durchkam, hatten unsere Pässe am Vortag zurückerhalten. Gerade mal so Glück gehabt... Ansonsten hätten während der folgenden gut 12 Monate oder mehr digitale Kopien von Dokumente extrem geholfen.
C4ISR schrieb:Ist mir bereits bei einem amerikanischen Blogdienst passiert, die gingen über Nacht pleite und offline, war alles weg. Ohne Bescheid zu sagen.
Für mich ist es selbstverständlich, eine Kopie meiner Webseite auf dem Computer (und in den Backups) zu haben.
Ein Blog habe ich nicht, würde es dabei aber genauso halten.
Jules20 schrieb:Ich stell mir das nämlich echt blöd vor, wenn bei mir alles abbrennen würde und ich keinerlei Dokumente mehr habe. Dann kann ich mir irgendwie schlecht einen neuen Personalausweis beantragen, weil ich ja meine Identität nicht zweifelsfrei mit Dokumenten belegen kann.
In Deutschland dürfte der Zugriff aufs Melderegister, ggf. Fingerabdrücke, möglich sein. Dennoch ist es m.E. äußerst sinnvoll, vorzusorgen.