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Vom Missionieren, Belehren, Runtermachen usw.

Vom Missionieren, Belehren, Runtermachen usw.

19.07.2020 um 14:06
In letzter Zeit bin ich häufiger mit Menschen in Kontakt gekommen, welche alternative Ansichten unterstützen und nach Außen vertreten.
In gewisser Weise können Unterhaltungen mit diesen Menschen erfrischend und interessant sein, da grundsätzlich "Mainstream-Ansichten" außen vor gelassen werden und neue Aspekte in den Raum treten.
Soweit zur positiven Seite.

Die Kehrseite hingegen spricht eine ganz andere Sprache. Auffallend ist, dass Alternativdenker eine ausgeprägte Neigung haben, alles was gegen den Mainstream gerichtet ist, als "gut" anzuerkennen.
Beispiel: Jemand hat sich gegen COVID19 verschworen - gleichzeitig werden Ansichten gegen das Impfen, 5G usw. gehegt - OK, diese Themen hängen in bestimmter Weise ja zusammen. Aber auch Themen, bei denen es keinerlei Überschneidungen gibt, werden für richtig gehalten.

Weiters ist auffallend, dass diese Menschen auffallend viel Energie daran setzen, sich mit diesen Themen auseinander zu setzen und diese auch anderen Menschen aufzubürden. Die Argumentationskette ist in vielen Fällen sehr dünn geschnürt. Alles was in Richtung Wissenschaft geht, insbesondere auch psychologische Ansätze werden meist völlig negiert. Da stecken ja wieder Menschen, die Geld machen wollen, dahinter - so die Gegenargumente.

Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass diese Menschen in vielen Fällen schwere persönliche Schicksalsschläge erlitten haben. Sei es im familiären Umfeld oder auch finanzieller Natur. In der Regel sehen sie sich dann als Opfer und verfangen sich in ihren Ansichten, die ihnen offenbar Halt geben.

Nun geht es noch einen Schritt weiter - Hardcore-Verschwörer gehen soweit, dass sie nicht davor zurück schrecken, Gewalt anzuwenden (z.B. wenn bestimmte Coronamaßnahmen vom Staat vorgegeben werden) - zumindest behaupten sie das. In weiterer Folge stellt man in den Raum, sich nicht an Gesetze zu halten.
Man sieht sich als der Erleuchtete, deren Aufgabe es ist, andere zu missionieren. Springt das Gegenüber nicht drauf an, wird es als Mitläufer, Herdenschaf oder Dummkopf diffamiert.

Wenn man ein wenig recherchiert, wird man schnell fündig, wenn es um die Auslöser derartiger Verhaltensweisen geht. Zwei Punkte habe ich bereits erwähnt.

Mir persönlich macht diese Entwicklung Sorgen. Aktuell gibt es viele gesellschaftspolitische Probleme, COVID19 steht vor der Tür und der finanzielle Druck auf viele Menschen wird höher. Ein optimaler Nährboden für Verschwörungen. Besonders auffallend ist, dass sich häufig Verschwörungstheoretiker von ganz verschiedenen Ecken treffen und "ergänzen". Gemeinsam predigen sie gegen das Böse und wollen die Erleuchtung bringen.
Vorgehensweisen, die an Sekten oder an Staatsverweigerern erinnern, machen es richtig unheimlich und seltsam. Bis zu einem gewissen Grad, lassen sich Unterhaltungen mit diesen Menschen führen. Sobald man aufgrund seiner persönlichen Sichtweisen angegriffen wird, ist der Ofen bei mir aus.
Niemand braucht sich von jemanden erklären lassen, was er zu denken hat bzw. wie er zu leben hat. Das sind versuchte tiefe Eingriffe in die eigene Privatspähre, die ich als höchst unverschämt erachte.
Wenn man die Argumentation derartiger Menschen genauer hinterleuchtet fällt sofort auf, das so gut wie nie vertrauenswürdige Quellen herangezogen werden. Im Gegenteil, seriöse Quellen mit wissenschaftlichem Bezug werden verteufelt, wohingegen Behauptungen von anderen Verschwörern verhimmelt und für absolut korrekt angesehen werden.

Mich würde interessieren, welche Erfahrungen ihr habt und wie ihr mit persönlichen Angriffen umgeht?

Lg
Mr.X


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19.07.2020 um 14:45
Vor etwa einem Monat war ich auf der Geburtstagsfeier eines Bekannten, ein weiterer Gast dort war der Ansicht, dass der Lockdown übertrieben sei. Er hat deswegen sogar einen Verein gegründet und eintragen lassen.
Mit ihm zu diskutieren war zwar etwas schwer, aber persönliche Angriffe gab es nicht.


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19.07.2020 um 14:56
Mr.X-2nd
schrieb:
Weiters ist auffallend, dass diese Menschen auffallend viel Energie daran setzen, sich mit diesen Themen auseinander zu setzen und diese auch anderen Menschen aufzubürden. Die Argumentationskette ist in vielen Fällen sehr dünn geschnürt.
Mr.X-2nd
schrieb:
Man sieht sich als der Erleuchtete, deren Aufgabe es ist, andere zu missionieren. Springt das Gegenüber nicht drauf an, wird es als Mitläufer, Herdenschaf oder Dummkopf diffamiert.
Nun gibt's bei Allmy halt etliche User, auf die genau das zutrifft. :D
Denn das von dir beschriebene Verhalten lässt sich in dieser anonymen Forenumgebung ja noch wesentlich leichter ausleben als in der realen Welt, wo man von Angesicht zu Angesicht kommuniziert und viele der hier oft angewandten Mechanismen allein schon deshalb nicht so einfach möglich sind.


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19.07.2020 um 15:06
Mr.X-2nd
schrieb:
Auffallend ist, dass Alternativdenker eine ausgeprägte Neigung haben, alles was gegen den Mainstream gerichtet ist, als "gut" anzuerkennen.
Ich habe einen Bekannten, der so unterwegs ist. Kurzbiographie: mit dem silbernen Löffel im Mund geboren, doch danach ging es nur bergab, ein Schicksalsschlag nach dem anderen. Der glaubt wirklich an jeden Mumpitz: Die BRD ist eine GmbH, Covid-19 ist die Grippe, die Pharmaindustrie macht die Menschen mit Impfungen absichtlich krank, um ihnen anschließend Medikamente dagegen verkaufen zu können, Amalgamfüllungen sind des Teufels, 5G sowieso, Windräder ebenfalls, und so weiter und so fort.

Dankenswerterweise versucht er allerdings nur sehr selten, mich irgendwie zu missionieren, denn er lebt (mehr schlecht als recht) davon, Gleichgesinnten auf von ihm veranstalteten Info-Veranstaltungen diverse Mittelchen gegen all diese Unbilden anzudrehen.


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19.07.2020 um 15:08
LordoftheOrder
schrieb:
Vor etwa einem Monat war ich auf der Geburtstagsfeier eines Bekannten, ein weiterer Gast dort war der Ansicht, dass der Lockdown übertrieben sei.
Ich finde es gut, wenn man sich mit diesem Thema kritisch auseinander setzt. Womöglich war der Lockdown in der Form, wie wir sie kennen, "übertrieben". Niemand wir das eindeutig sagen können, da es zu viele Unbekannte gibt.
LordoftheOrder
schrieb:
Er hat deswegen sogar einen Verein gegründet und eintragen lassen.
Tja, da sind wir nun genau dort, wie oben von mir beschrieben. Diese Leute steigern sich dann derart rein, dass jegliche sachliche Komponente verloren geht respektive, dass die Verhältnismäßigkeit aus den Fugen gerät. Welche Argumente lieferte der Bekannte bzw. wie rechtfertigte er ein derartige Vorgehen?
muscaria
schrieb:
Denn das von dir beschriebene Verhalten lässt sich in dieser anonymen Forenumgebung ja noch wesentlich leichter ausleben als in der realen Welt, wo man von Angesicht zu Angesicht kommuniziert und viele der hier oft angewandten Mechanismen allein schon deshalb nicht so einfach möglich sind.
Absolut richtig. In der realen Welt würde in vielen Fällen das Gegenüber die Augen verdrehen...
Es gibt aber die Hardliner, die von Beginn an klar machen, dass alle anderen Denkweisen bescheurt sind und nur sie Recht haben.
Die Wenigsten werden dann widersprechen, weil es zwangsläufig in ein Streitgespräch übergehen würde. So schaffen sie es, ihr Gedankengut mit Nachdruck in die Runde zu bringen. Und das ohne Gegenwind.
Ich persönlich sehe mich da ein wenig ins Eck gedrängt - auf sachlicher Ebene lässt sich hier rein garnichts erreichen.


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19.07.2020 um 15:18
Mr.X-2nd
schrieb:
Welche Argumente lieferte der Bekannte bzw. wie rechtfertigte er ein derartige Vorgehen?
Genau erinnern kann ich mich nicht mehr, er sprach sehr viel, nicht nur über Covid-19, aber unter anderem wies er auf unzuverlässige Testergebnisse hin.


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19.07.2020 um 15:23
LordoftheOrder
schrieb:
er sprach sehr viel
Das ist der Archetyp des Verschwörungstheoretikers, in vier Worten perfekt beschrieben :-)


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19.07.2020 um 15:27
VanDusen
schrieb:
Das ist der Archetyp des Verschwörungstheoretikers, in vier Worten perfekt beschrieben :-)
Ein Verschwörungstheoretiker war er eigentlich nicht unbedingt.


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19.07.2020 um 15:27
VanDusen
schrieb:
Dankenswerterweise versucht er allerdings nur sehr selten, mich irgendwie zu missionieren, denn er lebt (mehr schlecht als recht) davon, Gleichgesinnten auf von ihm veranstalteten Info-Veranstaltungen diverse Mittelchen gegen all diese Unbilden anzudrehen.
Nun, in der von ihnen geschaffenen Welt, gibt es Schuldige. Die Schuld bei sich zu suchen ist ihnen unbekannt. Dafür sehen sich viele von denen viel zu vollkommen.
Und dann beginnt die gesamte Leier von Vorne.

Eine nettes Beispiel dazu: In Österreich gab es zwischen 2015 und 2019 einige Bezirke, in denen die Anzahl an Staatsverweigerern ungewöhnlich hoch war. Diese Menschen waren ähnlich gestrickt. Sie selbst sahen sich als die Guten, die in der Lage sind, über Gut und Böse zu richten. Sie zahlten keine Beiträge an das Finanzamt und an die Krankenversicherung. Sie stellten sich eingenmächtig "internationele Reisepässe" aus und missachteten sämtliche Rechtsangelegenheiten.
Ein Aspekt, der in diversen Berichten nur am Rande erwähnt wurde, für mich aber eine schwere Gewichtung hat:
Vielmals bildeten sich Gruppen aus, die gemeinsam lebten - jedoch funktionierte dieses Zusammenleben so gut wie nie.
Mit anderen Worten: Die Staatsverweigerer unter sich, im alltäglichen Leben, waren wohl nicht in der Lage, dies gemeinsam zu bewältigen.
Der Egoismus, das Querulantentum war derart stark, dass es in den eigenen Reihen zu krieseln begann - für mich sagt das viel über diese Menschen aus.

Wie auch immer - es gab dann einen aufsehenerregenden Urteilsfall gegen eine Staatsverweigerin in der Stmk. mit einer hohen Freiheitsstrafe. Danach beruhigte sich die Lage wieder...

Staatsverweigerer und Verschwörungstheoretiker befinden sich häufig im selben Boot, wenn es um das Kundtun ihrer abnormen Ansichten geht.


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19.07.2020 um 15:36
VanDusen
schrieb:
er sprach sehr viel
Das ist der Archetyp des Verschwörungstheoretikers, in vier Worten perfekt beschrieben :-)
Eine Strategie, um das Gegenüber zu verwirren - viel reden ohne handfeste Fakten.
Man kann versuchen, diese Menschen von ihrem Trip herunter zu bekommen und eine sachliche und strukturierte Gesprächsführung zu erwirken.

Stellt sich die Frage, ob man sich hierzu überhaupt die Mühe machen möchte. Als erwachsener Mensch hat man in der Regel gefestigte Sichtweisen. Klar können Argumente von der anderen Seite schon mal Interesse wecken. Eine 180° Wendung wird es wohl kaum auslösen.
Heikel wird es, wenn Handlungen gesetzt werden, die anderen Schaden zufügen können.
Typisches Beispiel: Das Nichttragen von Schutzmasken (sofern vorgeschrieben) und das Nichteinhalten von Schutzabständen - ich denke, hier hört sich der Spaß ganz klar auf. Auch wenn für uns kaum nachvollziehbar ist, wie wirksam diese Maßnahmen sind - das ist eine andere Sache.
Sich hiergegen aufzulehnen ist purer Egoismus und absolut fehl am Platz.


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19.07.2020 um 15:40
Mr.X-2nd
schrieb:
Nun, in der von ihnen geschaffenen Welt, gibt es Schuldige. Die Schuld bei sich zu suchen ist ihnen unbekannt. Dafür sehen sich viele von denen viel zu vollkommen.
Ich würde eher sagen, sie sehen sich vorwiegend als Opfer, Opfer dunkler Mächte und finsterer Umtriebe, die nur sie wirklich durchblickt haben, anders als die gemeine Masse.

Wie dem auch sei, ich fühle mich nicht bemüßigt, solche Leute wieder auf den rechten Weg zu bringen, und vermeide darum jegliche Diskussionen über ihre VT-Steckenpferde. Das endet ansonsten wie die Diskussion zwischen meinem Bekannten und einem Physiker, dem er etwas über die "Schwingungen" von Elektronen erklären wollte. Als sie sich als eine Stunde später trennten, tippte sich der Physiker verstohlen an die Schläfe, während mein Bekannter zufrieden feststellte: "Wirklich ein kluger Kopf, nur das mit den Schwingungen hat er noch nicht ganz kapiert. Beim nächsten Mal versteht er es, wetten?"


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19.07.2020 um 15:42
Mr.X-2nd
schrieb:
Eine Strategie, um das Gegenüber zu verwirren - viel reden ohne handfeste Fakten.
Er ist Arzt, ein paar Tatsachen werden also schon dabei gewesen sein, obgleich es heutzutage viel einfacher ist Arzt zu werden, aber er redete viel und/zu schnell, als das man irgendetwas mitbekommen könnte.


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19.07.2020 um 15:42
VanDusen
schrieb:
Das endet ansonsten wie die Diskussion zwischen meinem Bekannten und einem Physiker, dem er etwas über die "Schwingungen" von Elektronen erklären wollte. Als sie sich als eine Stunde später trennten, tippte sich der Physiker verstohlen an die Schläfe, während mein Bekannter zufrieden feststellte: "Wirklich ein kluger Kopf, nur das mit den Schwingungen hat er noch nicht ganz kapiert. Beim nächsten Mal versteht er es, wetten?"
:-)

Die Schwingungen - das geht doch schon ins Feinstoffliche und so. Aber nicht zu verwechseln mit der Quantenphysik.


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19.07.2020 um 15:46
LordoftheOrder
schrieb:
Er ist Arzt, ein paar Tatsachen werden also schon dabei gewesen sein, obgleich es heutzutage viel einfacher ist Arzt zu werden, aber er redete viel und/zu schnell.
Da bin ich schon bei dir. Es gibt ja Menschen mit nennen wir es "merkwürdigen Ansichten", die aus dem Fach kommen.
Schließlich kursieren auch zahlreiche Videos "gegen" COVID19 von Medizineren usw.
Man argumentiert hier sicher mehr auf sachlicher Ebene als ein Laie das tun würde. Trotzdem kann es ins Extreme gehen und weit weg von der Realität sein. Sowas lässt sich nur beurteilen, wenn man die Person und die Ansichten kennt.

Ein kritisches Hinterfragen von COVID19 ist ja zu begrüßen. Wenn beispielsweise ein Arzt auf youtube aufruft, keine Masken zu tragen, wird es meiner Meinung nach zu extrem.


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19.07.2020 um 16:49
Ich kann manchem nur mal Empfehlen in die Rolle eines Verschwörungstheoretiker zu schlüpfen.
Viele VT´lern denen ich begegnet bin sind im realen Leben, neben Ihren Ansichten recht normale Menschen. Bis jetzt blieb ich von Anfeindungen oder Runtermachen verschont.

Dazu muss ich aber auch sagen das ich niemals bis auf´s Blut diskutiere.
Wenn es mir zu dumm wird breche ich ab und verweise höfflich darauf das ich, dass nicht glaube. Aber jeder gerne glauben kann was er will 😊

Im Internet sieht es da aber anders aus. Da bekleckert sich keine Seite mit Ruhm.
Da dauerts keine drei Beiträge und schon wird zwischen den Zeilen gestichelt. Manchmal aber auch direkt runtergemacht.
Das gilt für VT´ler, wie auch für deren Gegner!

Hier mal ein versuchter Lanzenbruch für die Verschwörungstheoretiker.
Doch wer sind die Menschen, die besonders empfänglich für solche „alternativen“ und manchmal auch versponnenen Erklärungsansätze sind? Offenbar keineswegs nur simple Geister: Verschwörungstheorien sind auch unter Akademikern sehr verbreitet, wie Paulus berichtet. In Studien zeichnet sich zudem ab, dass sich am leichtesten die Menschen von Misstrauen geprägten Erklärungen überzeugen lassen, die nach Ordnung streben und wenig Kontrolle über ihre Lebenssituation besitzen.
Quelle:https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/verschwoerungstheorien-im-blick/

Noch ein etwas ausführlicher Bericht….
Die “typischen Verschwörungsgläubigen” gibt es nicht. Laut einer Umfrage der Friedrich-Ebert-Stiftung aus dem Jahr 2019 glaubt fast jeder zweite Deutsche, dass es geheime Organisationen gibt, die Einfluss auf politische Entscheidungen haben. Dieses Ergebnis verdeutlicht, dass wir grundsätzlich alle für Verschwörungserzählungen empfänglich sind. So haben verschiedene Studien gezeigt, dass diese Neigung nichts mit psychischen Problemen oder bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen zu tun haben muss. Auch Alter, Intelligenz, Geschlecht, Religion und Bildungsstand spielen kaum eine Rolle. Entscheidend scheint eher, ob sich Menschen machtlos fühlen oder Schwierigkeiten damit haben, Unsicherheit zu akzeptieren……

…..Überzeugte Verschwörungsgläubige zu verspotten oder ihre Theorie aggressiv zu zerlegen kann wiederum dazu führen, dass sich ihre Position festigt. Fachleute empfehlen deshalb, Einfühlungsvermögen zu zeigen und über Fragen (zum Beispiel: Was macht für dich eine seriöse Quelle aus?) das kritische Denken zu bekräftigen…..
Quelle:https://www.quarks.de/gesellschaft/psychologie/was-du-ueber-verschwoerungstheorien-wissen-solltest/

Wie es in den Wald hinein schallt….nicht?
Ist das Kind schon in den Brunnen gefallen und das Gegenüber schon auf der „Hardcore“ – Schiene, am besten abwinken. Ignorieren, kein Futter geben um Ihre Theorien weiter zu verbreiten.
Einfach kein Öl ins Feuer gießen, ist meine Devise!


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19.07.2020 um 17:39
@Lumpikahn

Ich würde auch nie behaupten, das Verschwörungstheoretiker generell dumm sind. Auch mir ist bekannt, dass sich dieses Phänomen durch sämtliche Gesellschaftsschichten zieht.
Wo die Grenze zwischen - nennen wir es "alternative Sichtweise" und Verschwörung ist, lässt sich manchmal schwer abgrenzen.
Für meine Begriffe sehe ich das so: Wenn jemand in einem bestimmten Bereich andere, vielleicht auch merkwürdig scheinende Ansichten hat, ist er bestimmt noch kein Verschwörungstheoretiker. Wenn dann jedoch die gesamte Palette (Bill Gates, COVID, 5G usw.) aufgetischt wird und noch die dunklen Mächte ins Spiel kommen, ist die Glaubwürdigkeit dieser Person schwer in Mitleidenschaft gezogen.
Und das bezieht sich dann nicht nur auf die typischen Themen, sondern auch auf den Lebensalltag.

Ich persönlich kenne Menschen, die derartige Theorien sehr stark vertreten, ansonsten aber nette und zuverlässige Leute sind.
Leute, die auch fachlich on Top sind. Sobald bestimmte Themen ans Licht kommen, und sei es nur durch das Hören der Nachrichten nebenbei, versinken sie in ihrer Welt und alles dreht sich nur mehr um Verschwörungen. Ich finde es sehr schade, denn in einigen Fällen verbaut man sich damit schnell eine Tür.

Wie auch immer - meine Devise lautet ebenso, eine gute Gesprächsbasis aufrecht zu erhalten und versuchen, die Themen, die triggern, nicht anzusprechen bzw. gekonnt auszuweichen. Das gelingt nicht nimmer.

In schweren Fällen vermute ich stark, dass psychische Störungen mit im Spiel sind. Z.B. ganz typisch die Angst vor den Supermächten, die uns fertig machen - das geht für meine Begriffe in Richtung Paranoia.

Fazit: Man sollte keinesfalls alle in einen Topf werfen bzw. generell ein negatives Bild über solche Menschen abzeichnen. Man kann über Gespräche versuchen, mehr über die Hintergründe zu erfahren und kann dann unter Umständen ableiten, um welchen Typ von VT es sich handelt (hierzu gibt es seitens Psychologie klare Muster). In Folge lässt sich auch erkennen, in wie weit diese Denkweisen in das alltägliche Leben der Betroffenen eingreifen.


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19.07.2020 um 22:12
Lumpikahn
schrieb:
Ignorieren, kein Futter geben um Ihre Theorien weiter zu verbreiten.
Und genau das halte ich für die völlig falsche Reaktion auf solche Verschwörungsspinner. Dabei geht es nicht um den Spinner selbst - der ist zumeist ohnehin so gefangen in seiner Blase, dass er Argumenten kaum zugänglich ist, aber auch das Ignorieren deutet er für sich als Beweis dafür, dass seine Behauptungen unschlagbar sind. Vielmehr geht es um die Zuhörer, denn solche Gespräche finden nur selten unter vier Augen statt. Oft sind - wie auch die Beispiele hier im Thread zeigen - Zuhörer dabei, und um sie geht es: Diesen Menschen muss mit fundierten, sachlichen Gegenargumenten gezeigt werden, welche Lücken in den Verschwörungsmythen klaffen, damit sie das Gespräch nicht mit dem Gefühl verlassen, dass an der Spinnerei ja vielleicht doch etwas dran sein könnte.


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20.07.2020 um 05:33
Mr.X-2nd
schrieb:
Mich würde interessieren, welche Erfahrungen ihr habt und wie ihr mit persönlichen Angriffen umgeht?
Mich missioniert keiner!
Das hat bisher noch niemand geschafft und wird auch niemand schaffen.

Am Anfang der Corona Zeit haben etliche zu mir gesagt, daß das alles nicht so schlimm sei und es würde maßlos übertrieben werden.
Ich habe geantwortet, bzw. gefragt, woher die das wissen wollen? Denn es war ja noch gar nicht klar, was das jetzt überhaupt genau ist!

Ich war vorsichtig, und bin auf Abstand gegangen. Leider haben es viele andere ignoriert, und manche sogar absichtlich provoziert, näher zu kommen, weil sie damit wohl aussagen wollten das ich es zu ernst nehme.
Ich habe dann versucht, nur noch dann einkaufen zu gehen, wenn weniger los war. Und bin auch nur noch weggegangen, wenn es absolut notwendig war.
Das war ungefähr zu der Zeit, wo sie in Italien schon die Corona Toten mit dem Militärtransport abtransportiert haben. Konfrontierte man dann die Corona-Verharmloser mit diesen Tatsachen, kam keine Antwort.

Ich nehme an, die meisten Menschen haben überhaupt nichts mitbekommen.
Viele informieren sich nach ihren eigenen Aussagen nur noch über Facebook, und sagten das die Medien es maßlos übertreiben würden.
Ich informiere mich da ausschließlich über die Medien, und war damals schon der Ansicht, daß wenn Ländergrenzen dicht gemacht werden und später dann Kontaktverbote ausgesprochen werden, dann ist das etwas sehr ernstes und keineswegs zu verharmlosen.

Wenn sich jeder einfach mal daran gehalten hätte, und schonmal den Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten hätte, dann wäre das vielleicht gar nicht so ausgeartet. Aber es gab genug, die offen davon geredet haben das irgendeine Weltmacht die Weltherrschaft an sich reißen will (Oft sollen das die Amerikaner sein), oder das eine neue Währung eingeführt werden soll, oder das Geld komplett abgeschafft werden soll, ... nur das alles belegen konnten sie nicht. (Nicht mir)

Was soll ich also dazu sagen?
Ich kann nur versuchen mich selbst zu schützen und das tue ich auch, auf der anderen Seite missioniere ich aber auch keinen. Wer also ins offene Messer laufen will, der soll es tun. Nur wenn dann deren Familie im Krankenhaus abnippelt oder sie selbst, dann brauchen sie nicht zu heulen. Da hab ich dann kein Verständnis dafür. Mir tun nur die Leid die versucht haben das zu verhindern indem sie sich vorsichtig verhalten haben.

Ich finde es gut, daß es an den Einkaufszentren nun Desifektionsspender gibt, und ich benutze die auch immer. Ich hab auch kein Problem ein Tuch vors Gesicht zu binden, wenn ich irgendwo reingehe. Leider sehe ich immer noch zahlreiche Menschen, die sich einen Dreck drum scheren das da Desifektionsmittel ist, die gehen rein ohne das zu benutzen. Letztens waren welche genervt, das ich so lange gebraucht habe bis ich meinen Einkaufswagen desinfiziert hatte, und die haben dann alle ohne Desifektion ihre Einkaufswagen genommen. Es hat einfach niemand mal die Zeit, 15 Sekunden seinen Wagen zu desinfizieren. Traurig aber wahr.


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20.07.2020 um 08:38
@Landluft
Ein Hardliner hört nicht mehr zu. Selbst wenn drei Leute auf Ihn einreden.
Jemand der noch offen für Argumente ist erkennt man sehr schnell.
Dort ist ein Gespräch nicht Sinnlos. Bei einem Hardliner ist das aber anders.
Der geht mit derselben Haltung wie Du in so ein Gespräch.
Zuhörer die sich nicht äußern interessiert es auch nicht wirklich. Bzw. hat er sich noch nicht ausgiebig damit beschäftigt. Oder schwankt vielleicht sogar noch.
Sehr selten das sich einer einmischt und Partei ergreift.

Deshalb ist es wichtig dem VT´ler keine Plattform zu geben, um sich zu profilieren.
In den Artikeln wird deutlich gemacht das mit ein paar simplen Fragen uninformierte, die solchen Diskursen beiwohnen so die richtigen Fragen eingeimpft werden.
Streitgespräche mit VT´ler sind einfach nur Schwachsinnig.
Ein paar gut gesetzte Fragen und gegen Fragen und ein gekonnter Ausstieg sind das beste Mittel um dem entgegenzuwirken.

Genau solch eine Wortwahl wie "Spinner" treiben Zweifler, Unentschlossene, etc. noch mehr in die Arme von Verschwörungstheoretiker.
Nach dem „Spinner“ dein erste Wahl war, dachte ich mir ich weise mal darauf hin.
Oder hast du dich verschrieben und meintest „Skinner“? 😉
Warum hast du nur diesen einen Satz aus meinem Text genommen?
Gerade wo ich mich auf Hardliner bezog?

Okay, ich gebe zu es hätte noch besser herausgearbeitet sein können.
Aber je länger der Text im Internet…….mach den Satz selber fertig!

Wenn Du so auch „Real Life“ Angriffspunkte suchst und dann Argumentierst, wird ein überzeugen eines „Unentschlossenen“ unmöglich. Beleidigungen, Sticheleien, etc haben genau den Gegenteiligen Effekt auf Zuhörer.

Ich verstehe dein Anliegen echt. Deinen wunsch nach Aufklärung. 😉
Aber es kommt der Punkt wo Diskussionen Sinnlos werden und auf Zuhörer den gegenteiligen Effekt haben.
Sie glauben dem VT´ler.
Ich bin mir bewusst das es kein Patentrezept gibt. Aber ein besonnener Umgang untereinander hilft immer😊


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20.07.2020 um 09:26
Lumpikahn
schrieb:
In den Artikeln wird deutlich gemacht das mit ein paar simplen Fragen uninformierte, die solchen Diskursen beiwohnen so die richtigen Fragen eingeimpft werden.
beziehst du das auf das hier im Quarks-Artikel?
Studien haben gezeigt, dass Menschen weniger an Verschwörungserzählungen glauben, wenn man sie vor dem ersten Kontakt mit einer bestimmten Theorie warnt, dass eine Irreführung droht und die Falschinformationen präventiv widerlegt. Das sei wirksamer als das nachträgliche Widerlegen.
Oder beziehst du das auf die VT'ler?
Lumpikahn
schrieb:
Ich bin mir bewusst das es kein Patentrezept gibt. Aber ein besonnener Umgang untereinander hilft immer😊
Das stimmt, ein aufmerksam besonnener Umgang bewirkt sogar beim hartgesottensten Theoretiker Wunder.
Entweder er oder sie verstummt erstaunt und sucht das Weite oder geht ad hominem und disqualifiziert sich in der Sache dadurch umgehend selbst. Letzteres ist es übrigens, was sie ihren Gesprächspartnern vorwerfen, wenn sie mal wieder einfach als Spinner abgetan wurden. So setzt sich ein schlechter Kreislauf in Gang.

Respektlosigkeit, Verachtung, Missachtung und Ressentiment, das alles führt zu eben dieser Spaltung, die doch eigentlich mit dem Engagement gegen das Umgreifen verschiedenster VT's bekämpft werden soll.
Das kann nicht der Weg sein, weil es Teil des Problems ist.
Nur auf Augenhöhe lässt sich reden, ohne dass eine/r das Gespräch mit Zorn oder Traurigkeit beenden muss.
Ich kann nur empfehlen, lasst euch herab zu den Menschen so wie ihr wollt, dass sie zu euch hinaufkommen auf eure Ebene der Wahrnehmung, ihr wollt doch, dass sie euch verstehen, oder?
Es geht doch nicht darum, sich über die Leute lustig zu machen oder durch sich durch Abgrenzung als etwas besseres darzustellen.


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