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Kryptographie & Kryptologie

48 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Kryptologie, Kryptographie ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kryptographie & Kryptologie

03.11.2020 um 21:46
In der Kriminal-Rubrik haben wir uns in den letzten Wochen damit beschäftigt, die Zodiac-Morde mit einer deutschen Serie zu vergleichen.

Nun geht es auch darum, mit den scheinbar neu gewonnen Erkenntnissen das legendäre Zodiac 340-Cypher zu entziffern:

Frauenmorde in Münster und Heidelberg (Seite 22) (Beitrag von GonzoX)


Bildschirmfoto 2020-11-03 um 21.37.45Original anzeigen (0,4 MB)



Bildschirmfoto 2020-11-03 um 21.39.41



Bildschirmfoto 2020-11-03 um 21.40.41



Bildschirmfoto 2020-11-03 um 21.42.59


Was haltet Ihr davon?
Über Kommentare würde ich mich freuen.


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Kryptographie & Kryptologie

19.12.2020 um 23:31
Wie Ihr sicher mitbekommen habt, wurde das legendäre cypher 340 vor zwei Wochen geknackt und ist schon durch alle Medien gegangen.
Hier in dem Video kann man sehen, wie die codebreaker es geschafft haben:

Youtube: Let's Crack Zodiac - Episode 5 - The 340 Is Solved!
Let's Crack Zodiac - Episode 5 - The 340 Is Solved!


Wenn man ihnen folgt, hat also Zodiac seine (ironische) Botschaft
- zunächst in drei Teile zerlegt
- dann den Text von links oben nach rechts unten in eine andere Form gebracht, wobei er er auch noch die Zeilenumbrüche verschoben hat
(um es weiter zu erschweren sind ihm dabei auch ein paar Fehler unterlaufen (Buchstabierung und verrutschen einer Zeile)
- die letzten beiden Zeilen wurden nicht auf diese Weise transportiert, sondern Zodiac schrieb die einzelnen Wörter lediglich rückwärts
- als das erledigt war, wandelte er nun das ganze nach einen bestimmten "substitution key" (wie es in dem Video heißt um).
Man sollte annehmen, er tauschte die gewönlichen Buchstaben in andere um und erfand dabei auch noch ein paar eigene Zeichen. So wie er es auch schon im ersten Cypher praktizierte (welches von dem Lehrer-Ehepaar geknackt wurde).
Doch weit gefehlt. Ich konnte bisher noch nirgendwo im WWW finden, auf welche Art und Weise er die Buchstaben ersetzte. Das bleibt wohl das Geheimnis der Hochleistungs-Computer.

Am verblüffendsten finde ich dabei die letzten beiden Zeilen.

so sehen sie im Original Zodiac-Brief aus:
Bildschirmfoto 2020-12-19 um 23.01.07

Niemand wird wohl bestreiten, dass hier "Zodiac" (unten rechts) quasi als Signatur erscheint.

Der "substitution key" macht daraus das (min. 5:25 im Film):

Bildschirmfoto 2020-12-19 um 23.06.30

Wenn man die rückwärts geschriebenen Wörter korrigiert und dann die Wörter trennt, erscheint die "Lösung":

Bildschirmfoto 2020-12-19 um 23.09.16

Dies erscheint mir als das eigentliche Kunststück dieser Verschlüsselung.
Wie konnte Zodiac es schaffen, daß aus seinem rückwärts geschriebenen "paradice death" in der chiffrierten Form seine Signatur erscheint.

Um das Spiel noch weiter zu trieben:
Wenn man sich nun den Orignial-Text vornimmt und dort die rückwärts geschriebenen Wörter in die richtige Reihenfolge bringt, erscheint das:

Bildschirmfoto 2020-12-19 um 23.22.17

Nun erscheint die Zodiac-Signatur (gespiegelt !) unten links...

..........und lässt mich ratlos zurück......

Wie kann der Zodiac das geschafft haben????


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Kryptographie & Kryptologie

20.12.2020 um 11:43
Zitat von GonzoXGonzoX schrieb:Dies erscheint mir als das eigentliche Kunststück dieser Verschlüsselung.
Wie konnte Zodiac es schaffen, daß aus seinem rückwärts geschriebenen "paradice death" in der chiffrierten Form seine Signatur erscheint.
Schau dir mal Schmehs Beitrag dazu an.
Ich bin mir sicher, daß er in seinem nächsten Buch ausführlich darauf eingehen wird:

https://scienceblogs.de/klausis-krypto-kolumne/2020/12/13/leser-dieses-blogs-loesen-verschluesselung-des-zodiac-killers-nach-51-jahren/

Meine Vermutung, er vargab ja für ein und denselben Buchstaben, mehrere Äquivalente, vielleicht ist das ja sogar der Grund um so ein Resultat zu basteln.


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Kryptographie & Kryptologie

21.12.2020 um 00:04
Hallo @behind_eyes ,

vielen Dank für den Link.

Du hast Recht, er hat manchen (häufigen) Buchstaben bis zu sechs Ersetzungen zugeordnet:

dieser Seite entnommen: https://kryptografie.de/kryptografie/chiffre/zodiac-killer.htm
Bildschirmfoto 2020-12-20 um 22.35.39


Auf dieser Seite wird auch übersichtlich und verständlich erklärt, nach welchen Verfahren der Zodiac seinen Text verschlüsselte.

Er verwendete dazu offensichtlich für Kodierer (zB im Militärbereich) übliche Methoden wie ein Kodier-Alphabet mit mehreren Ersatz-Buchstaben.
Ich wusste gar nicht, dass er das im ersten Cypher auch schon praktiziert hatte.

Für das "340" ging er aber noch weiter: und verwürfelte die Buchstaben - in Fachkreisen "Routen-Transposition" genannt.

Zu allem Überfluss teilte er dann auch noch das gesamte Konstrukt in drei Teile, schrieb einige Wörter rückwärts und ihm unterliefen ein paar Fehler.

Das besondere bleibt für mich immer noch diese Signatur am Ende des Textes.
Schon ohne diese war das ganze eine ungeheure Bastel- bzw. Fummelarbeit.
Aber das muss ihm doch noch einige zusätzliche Mühe bereitet haben.

Doch wozu so ein Riesen-Aufwand, wenn doch nur ein scheinbar sinnfreier Text transportiert wird? Den er auch noch so verschlüsselte, dass ihn eigentlich niemals jemand lesen konnte.


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Kryptographie & Kryptologie

21.12.2020 um 02:30
Zitat von GonzoXGonzoX schrieb:Doch wozu so ein Riesen-Aufwand, wenn doch nur ein scheinbar sinnfreier Text transportiert wird? Den er auch noch so verschlüsselte, dass ihn eigentlich niemals jemand lesen konnte.
Mr. Z. hatte vermutlich einfach einen Riesenspaß bei dem Gedanken, dass die "dummen Cops" sich schwitzend abmühen, nur um nach Knacken des Rätsels genau so viel über ihn zu wissen als zuvor.

Dass es 51 Jahre dauern würde hat er dabei selbst nicht gedacht.


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Kryptographie & Kryptologie

22.12.2020 um 20:03
Zitat von GonzoXGonzoX schrieb:Wie konnte Zodiac es schaffen, daß aus seinem rückwärts geschriebenen "paradice death" in der chiffrierten Form seine Signatur erscheint.
Vermutlich hat er diesen Teil zuerst entworfen und in diesem ersten Schritt auch festgelegt, welches der Zeichen für welchen Buchstaben steht.
Zitat von GonzoXGonzoX schrieb:Für das "340" ging er aber noch weiter: und verwürfelte die Buchstaben - in Fachkreisen "Routen-Transposition" genannt.
In Kombination mit der Aufteilung des Ciphers in 3 Teile, hat das über 50 Jahre gedauert, bis das jemand "geknackt" hat. Eigentlich erstaunlich, da er gerne immer wieder Worte wie slaves, paradice und death verwendete.

Wobei man natürlich nicht ausschliessen kann, dass das gewisse 3-Buchstaben-Organisationen den Code schon vor Jahrzehnten geknackt haben. Möglicherweise war das der Eignungstest für die Praktikanten :D

Aber zurück zur Routen-Transposition, also der "Rösselsprung"-Geschichte. Interessanterweise ergibt eine Verschlüsselung mit einer Skytale (Umfang=9) eine ganz ähnliche Transposition. Das habe ich vor ein paar Tagen in einem Forum gelesen und mal überprüft und dabei festgestellt, das ist tatsächlich so. Eventuell stelle ich dazu mal noch etwas rein, falls ich das darstellungsmässig noch irgendwie hinbekomme, dass es nachvollziehbar ist.

emodul


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Kryptographie & Kryptologie

23.12.2020 um 18:52
Zitat von emodulemodul schrieb:Vermutlich hat er diesen Teil zuerst entworfen und in diesem ersten Schritt auch festgelegt, welches der Zeichen für welchen Buchstaben steht.
Das denke ich auch. Andererseits hatte er ja aber auch sehr viele Entsprechungen für jeden Buchstaben - da hat er dann vielleicht großzügig noch ein paar mehr dazu erfunden. Aber die musste er dann auch wieder in den übrigen Text einflechten. Sonst wäre es komplett unknackbar gewesen.
Welchen Stellenwert hat wohl so eine eingearbeitete Signatur in der Codierer-Szene?
Ist das etwas einmaliges? Oder ist es etwas, das die Großmeister der Codier-Kunst routinemäßig einfügen?
Zitat von emodulemodul schrieb:Wobei man natürlich nicht ausschliessen kann, dass das gewisse 3-Buchstaben-Organisationen den Code schon vor Jahrzehnten geknackt haben. Möglicherweise war das der Eignungstest für die Praktikanten :D
Ich hatte zumindest auch daran gedacht, dass diese jetzige Veröffentlichung des Rätsels Lösung einer Polizei-Taktik entsprungen sein könnte.
Aber diese Drei-Kodierer-Freunde wirken nicht so, als seien sie korrumpierbar..
Zitat von emodulemodul schrieb:Aber zurück zur Routen-Transposition, also der "Rösselsprung"-Geschichte. Interessanterweise ergibt eine Verschlüsselung mit einer Skytale (Umfang=9) eine ganz ähnliche Transposition.
Bei "Skytale" musste ich erstmal googeln...sehr interessant.
Was diesen "Rösselsprung" angeht, würde mich interessieren, ob das eine irgendwo festgelegte Art der Transposition ist, oder ist das auf Zodiacs Mist gewachsen.
Mit "Rösselsprung" ist ja der Springer-Zug im Schachspiel gemeint.
Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Zodiac ein guter Schachspieler war. Vielleicht hat er sich davon inspirieren lassen.

Ob man's glaubt oder nicht, hatte ich - als ich mich vor ein paar Wochen auch für einige Nächte über das 340 hermachte - u.a. das Geo-Dreieck angelegt und überprüft, ob die Route einem 1-rad-Winkel entsprechen könnte.
Dieser spezielle Winkel (57,29 grad) wurde von Zodiac in einem seiner Briefe erwähnt. Der Zodiac-fanatic Gareth Penn, hatte dann eine Theorie entwickelt, wonach Z. die Tatorte seiner Opfer so gewählt hatte, dass dieser Winkel entstand (worauf @JestersTear mich hinwies).
https://zodiackillerfacts.com/radian.htm

Interessant ist nun dass dieser Winkel auch ganz gut entsteht, wenn man dem "Rösselsprung" folgt:

Bildschirmfoto 2020-12-23 um 18.34.31Original anzeigen (0,6 MB)

..überhaupt auffällig, dass Z. die Buchstaben so geometrisch genau anordnete..und sie sich so schön auf einer Linie darstellen lassen.

Ob Zufall oder nicht, wäre es also zielführend gewesen, das Geodreieck anzulegen.
Wobei ich aber natürlich niemals in der Lage gewesen wäre, eine Gleichung mit so vielen Unbekannten (Buchstaben) zu lösen.
Zudem hätte man auch noch erraten müssen, wo der Fließtext nach der ersten Geraden wieder einsetzt.


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Kryptographie & Kryptologie

23.12.2020 um 23:07
Zitat von GonzoXGonzoX schrieb:Aber die musste er dann auch wieder in den übrigen Text einflechten. Sonst wäre es komplett unknackbar gewesen.
Naja, vielleicht auch "stümperhaft" und ungewollt so geschehen. Lieber unknackbar als zu leicht zu entschlüsseln.

Ich halte diesen Zodiak für sehr intelligent, aber auch für sehr menschlich, im Sinne eines Serienmörders. Kann doch sein dass der sich überheblich vertan hat, und somit seine Botschaften realtiv zusammengewürfelt hat sozusagen.

Letztlich hat er denn seine mehr oder weniger zufällig bisher nicht zu entschlüsselnden Botschaften erstellt. Genau so unschlüssig wie seine Taten halt.

Aber das nur mal so btw meine Gedanken dazu.


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