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Highlands: Der mysteriöse Mord an Familienvater Alistair Wilson

Highlands: Der mysteriöse Mord an Familienvater Alistair Wilson

18.05.2020 um 20:01
Ich beschäftige mich sehr gerne mit Kriminalfällen aus den Staaten und insbesondere auch Großbritannien.
Da habe ich im Laufe der Jahre durchaus das ein oder andere für mich „abarbeiten“ können ;-)

Es gibt allerdings einen Fall,der mich nie so ganz losgelassen hat und der eine bis dahin größten Mordermittlungen in der Geschichte Schottlands auslöste:

„ The doorstep murder“ !

Es geht um die mysteriöse Tötung des zu diesem Zeitpunkt 30 Jahre alten Familienvaters Alistair Wilson aus Nairn in Nordostschottland.

Die Infos zum Fall sind verständlicherweise fast ausschließlich in englischer Sprache verfügbar, ich würde mich allerdings trotzdem freuen, auch das Interesse von Usern zu wecken,die damit vielleicht nicht ganz so vertraut sind.

Im Anschluß an meine Fallbeschreibung werde ich die wirklich hervorragend gestaltete Dokumentation der BBC mit vielen Fotos und Infos verlinken, dazu eine vierteilige Doku zum 14. Jahrestag des Verbrechens von „ The Press and Journal“ , einer Zeitung aus den Highlands.
Dort gibt es z.B. ein Video,auf dem der originale Nortuf der Ehefrau angehört werden kann und einiges mehr.


Doch der Reihe nach:

Nairn ist eine Küstenstadt in den schottischen Highlands. Sie hat keine 10000 Einwohner.
Laut Wikipedia wohnt die Schauspielerin Tilda Swindon in Nairn und Charlie Chaplin soll dort ganz gerne mal einen Urlaub verbracht haben.

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In der „ Crescent Road No 10“ in Nairn wohnt seit 18 Monaten der 30jährige Bankangestellte Alistair Wilson mit seiner Ehefrau Veronica und seinen beiden,kleinen Söhnen.
Veronicas Vater ist ebenfalls im Haus untergebracht.

Mr. Wilson ist Leiter eines Teams der Filliale der damaligen „ Halifax Bank of Scotland“,das Ansprechpartner für kleine und mittlere Unternehmen der Region in Bezug auf Kreditwesen ist.

Am Abend des 28. November 2004 hat Mr. Wilson seine Söhne zu Bett gebracht und liest noch eine „ Gutenacht-Geschichte“ vor. An diesem Sonntagabend befindet sich noch ein drittes Kleinkind im Haus,für das die Wilsons für ein befreundetes Paar den Babysitter gegeben haben.

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Als es gegen 19 Uhr klingelt,vermutet Veronica die Eltern des Kindes und geht zur Tür.
Dort steht allerdings ein Mann,eher klein und stämmig ,in blauer Bomberjacke sowie eineem ins Gesicht gezogenen schwarzen Cap.
Er sagt nur zwei Worte : „Alistair Wilson!“

Mrs. Wilson kommt diese Situation in keiner Weise bedrohlich vor,sie bittet den Fremden zu warten,schließt die Tür und geht ins Obergeschoß,um ihren Mann zu holen. Während Alistair ( Rufname „Al“) zur Tür geht, löst Veronica ihn bei der Versorgung der Kinder ab.

Na ca. 10 Minuten erscheint Al wieder im Kinderzimmer und hält einen leeren , blauen Briefumschlag wie von einer Geburtstagskarte in der Hand, auf dem der Name „ Paul“ steht.

Al erzählt Veronica,daß er nichts mit dieser Situation anfangen könne und vermutet eine Verwechslung!
Veronica erwidert,daß der Fremde gezielt nach „ Mr. Alistair Wilson“ gefragt habe.



Mrs.Wilson wird später aussagen, daß auch ihr Mann genau wie sie die Situation nicht als bedrohlich empfunden haben kann,denn sonst wäre er nicht zurück zur Haustür gegangen.

Nur kurze Zeit später hört sie drei Schüsse!

Sie rennt ins Erdgeschoss und findet ihren Mann in seinem Blut liegend!
Alarmierte Nachbarn sehen den Täter noch im schottischen Novembernebel verschwinden und laufen zur Haustür der Wilsons,waten durch Blut und versuchen,erste Hilfe zu leisten.
Dadurch erschweren sie die Arbeit der Spurensicherung,die am Tatort chaotische Verhältnisse vorfindet! Es soll sogar versucht worden sein,Blut mit Handtüchern aufzuwischen!
Der ältere der beiden Kleinkinder ist mittlerweile ebenfalls die Treppe heruntergekommen und beobachtet die Bemühungen um seinen toten Vater!

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Der Mord löst eine der größten Mordermittlungen der schottischen Kriminalgeschichte aus.
1000 „ Tür zu Tür“-Befragungen wurden durchgeführt und 3500 Hinweise abgearbeitet.
60 Detectives werden auf den Fall angesetzt,das Privatleben des Ehepaares Wilson sowie Alistairs berufliche Situation genau ausgeleuchtet!

Die Tatwaffe wird 10 Tage später in einem verstopften Gully in der Nähe des Tatortes gefunden und ist ungewöhnlich: eine deutsche Pistole der Marke „ Haenel Schmeisser Halbautomatik“ aus dem Jahr 1920!


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Letztlich sind die Ermittlungen im Hinblick auf die Waffe nicht zielführend.


Im privaten Bereich konnte kein Grund für den Mord an Alistair Wilson gefunden werden.
Die Ehe schien harmonisch, die Familie war in der Gemeinde beliebt und hatte keine Feinde.

Zwischenzeitlich wurde eine Verwechslung vermutet,da in Nairn noch ein anderer Alistair Wilson lebte, der allerdings schon in seinen 60er Lebensjahren war und dessen Lebenswandel ebenfalls keine Angriffsflächen bot.

Bei der Recherche in Mr. Wilsons beruflichen Umfeld fanden die Ermittler heraus,daß dieser in zwei Wochen einen neuen Job antreten wollte.
Er soll nach acht Jahren Tätigkeit in der HBOS unzufrieden gewesen sein.
Der Grund dafür,so spekulierte man, sei ein von ihm zugesagter, größerer Kredit für eine Firma „ auf den Orkneys“ gewesen, den das Headquarter allerdings abgelehnt habe.

Im Jahr 2016, genau 12 Jahre nach dem Mord,wurde der Fall in einer Radiosendung der „BBC Scotland“ wieder aufgerollt.
Ein veränstigt klingender Mann meldete sich telefonisch,der unter allen Umständen anonym bleiben wollte ,später von der BBC „ Peter“ genannt wurde und aussagte,ihm sei ein „ Businessman aus den Highlands“ bekannt, der Kunde der HBOS zu dieser Zeit gewesen sein und der Kontakte ins militante,paramilitärische Milieu der Loyalisten in Nordirland habe.

Sowohl BBC wie auch die Polizei fanden das zumindest so interessant,daß eben dieser „ Businessman“ zwecks ausführlicher Unterhaltung aufgesucht wurde. Eine Verbindung zum Mord an Alistair Wilson konnte offenbar nicht hergestellt werden!

Im November 2018, vierzehn Jahre nach der Tat, veröffentlichte Peter Bleksley,ehemaliger „ Undercover“-Ermittler der Metropolitan Police London,der den Fall in eigener Regie untersucht hatte, ein Buch mit dem Titel: „ To catch a killer-the truth behind the doorstep murder“.

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Er stellt die These auf,daß der Mann vom Abend des 28.11.2004 nicht primär zum Töten,sondern zum „ Verhandeln“ gekommen sei. Dafür spreche u.a. die Zeitspanne von 10 Minuten, bis Al zurück zu Veronica und den Kindern ins Obergeschoss zurückkehrte.

Bleksley ist sich sicher,daß jeder der Mitarbeiter aus dem Umfeld Wilsons und auch die Zentrale das Motiv für den Mord kennen.
Es würde beharrlich geschwiegen,weil niemand selbst einen Killer auf der Türschwelle stehen haben wolle!


Hier sind die Links zur wirklich schönen BBC-Doku...

https://www.bbc.co.uk/news/resources/idt-sh/the_doorstep_murder_alistair_wilson

….sowie zur „ Press and Journal“ ( u.a. mit dem Original-Notruf)

https://www.pressandjournal.co.uk/fp/news/highlands/1894430/15-years-on-we-are-all-still-mystified-will-the-murder-of-na...

https://www.pressandjournal.co.uk/fp/news/highlands/1894003/murder-investigation-experts-call-on-police-scotland-to-rele...

https://www.pressandjournal.co.uk/fp/news/highlands/1899177/from-the-archives-how-we-reported-the-murder-of-nairn-banker...

https://www.pressandjournal.co.uk/fp/news/highlands/1899112/15-years-of-twists-and-turns-but-no-arrest-motive-or-suspect...


Meine Fragen an die Community:

Seht ihr das Motiv auch eher im beruflichen Bereich des Opfers?

Aber wer hetzt einem Teamleiter der Zweigstelle am mit Verlaub „ Arsch der Welt“ , einen Auftragsmörder auf den Hals, zumal Wilson innerhalb der Institution insgesamt ein kleines Licht war?

Oder doch eher was Privates?

Was hat es mit dem ominösen Umschlag auf sich? Eine Drohung? Aber schießt man direkt, wenn man eigentlich nur „ drohen“ will ?

Kennt jemand die Symbolik der Farbe Blau? Außer „Treue und Zufriedenheit“ habe ich nicht gefunden...

Was sollte das mit dem Namen „Paul“ auf dem Umschlag,den sie beide Eheleute nicht erklären konnten?
Mir fällt dazu spontan die Verschwörungstheorie „ Paul ist tot“ ein, die besagt, daß Mr. McCartney schon in der 60er Jahren verstarb und durch ein „Double“ ersetzt wurde. Die Hinweise dafür seien auf „ Abbey Road“- Album und Cover zu finden!

Es gabe eine Theorie,daß der Umschlag leer war und Mr. Wilson ihn mit irgend etwas zu Gunsten Pauls auffüllen sollte und sich geweigert hat !

War der Umschlag eine Ansage an einen „Paul“ und Alistair Wilson ein Bauernopfer,um Paul einzuschüchtern?


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Highlands: Der mysteriöse Mord an Familienvater Alistair Wilson

18.05.2020 um 20:24
JestersTear schrieb:Kennt jemand die Symbolik der Farbe Blau? Außer „Treue und Zufriedenheit“ habe ich nicht gefunden...
Interessanter Fall...

Ich kenne den "blauen Brief " als unangenehme Mitteilung oder sogar als letzte Warnung.
Kennt man von der Schule her...

Also ganz ehrlich, wenn ich die Tür aufmach, und ich kenne die Person nicht, frage ich doch nach...
Was derjenige von meinem Mann will... Oder nicht???

Weiß man, ob er eine Lebensversicherung hatte?


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Highlands: Der mysteriöse Mord an Familienvater Alistair Wilson

18.05.2020 um 20:26
Ich kenne den Fall auch und finde ihn spannend, kann mir aber aktuell keinen Reim darauf machen.
Falls jemand Interesse an Podcasts hat und des Englischen mächtig ist, kann ich den Podcast Evidence Locker zu diesem Fall empfehlen.
JestersTear schrieb:Dort steht allerdings ein Mann,eher klein und stämmig ,in blauer Bomberjacke sowie eineem ins Gesicht gezogenen schwarzen Cap.
Er sagt nur zwei Worte : „Alistair Wilson!“

Mrs. Wilson kommt diese Situation in keiner Weise bedrohlich vor,sie bittet den Fremden zu warten,schließt die Tür und geht ins Obergeschoß,um ihren Mann zu holen.
Eine absolut merkwürdige Situation. Wer von euch würde da nicht nachfragen wer die Person ist und was sie möchte? Habe ich zu viele True Crime Geschichten gehört oder wäre eine solche Nachfrage normal?


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Highlands: Der mysteriöse Mord an Familienvater Alistair Wilson

18.05.2020 um 21:00
Er geht zur Tür, spricht etwa 10min. mit dem Fremden, kommt mitsamt des blauen Umschlages zurück ins Obergeschoß, erklärt seiner Frau, daß er nichts damit anfangen kann und geht dann wieder zurück zur Haustür.

Ich kann mir zwar noch vorstellen, daß ein Gespräch ca. 10 Minuten dauern kann, auch falls es um Verwechslung oder ähnlichem ging, aber wieso kommt er zu seiner Frau ins Obergeschoß und geht dann wieder zur Haustür?

Der fremde Mann muß ja scheinbar solange draußen vor der Türe gestanden und gewartet haben, bis er wieder zur Tür kam.

Irgendwie fiel mir bei dem Umschlag spontan ein, ob dieser wohl mit irgendetwas gefüllt werden sollte .
Vielleicht mit irgendeinem Anteil?


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Highlands: Der mysteriöse Mord an Familienvater Alistair Wilson

18.05.2020 um 21:03
whitelight schrieb:Irgendwie fiel mir bei dem Umschlag spontan ein, ob dieser wohl mit irgendetwas gefüllt werden sollte .
Vielleicht mit irgendeinem Anteil?
Der Umschlag soll mit dem Namen Paul beschriftet und sonst leer gewesen sein. Was es noch mysteriöser macht.


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Highlands: Der mysteriöse Mord an Familienvater Alistair Wilson

18.05.2020 um 21:27
Laserline schrieb:Ich kenne den "blauen Brief " als unangenehme Mitteilung oder sogar als letzte Warnung.
Kennt man von der Schule her...
Das ist gut,wirklich gut !

Ich weiß jetzt allerdings nicht,ob das System " blaue Briefe" auch in Schottland bekannt ist oder damals war.
whitelight schrieb:Er geht zur Tür, spricht etwa 10min. mit dem Fremden, kommt mitsamt des blauen Umschlages zurück ins Obergeschoß, erklärt seiner Frau, daß er nichts damit anfangen kann und geht dann wieder zurück zur Haustür.

Ich kann mir zwar noch vorstellen, daß ein Gespräch ca. 10 Minuten dauern kann, auch falls es um Verwechslung oder ähnlichem ging, aber wieso kommt er zu seiner Frau ins Obergeschoß und geht dann wieder zur Haustür?

( Zitat aus der Doku) "He was puzzled, but no fear - the door is closed, we have a phone right next to us, and we have my dad on the top floor,” says Veronica. He had options to take, if he felt any danger. I felt he didn’t feel uneasy at all.”
The couple discuss the situation calmly; they talk about putting the boys to bed and then trying to figure out what was going on. But Alistair insists on going back down to see if the man is still there.
“There was no fear, otherwise I wouldn’t have let him go back downstairs,” she says. "


Man will die Situation ruhig diskutiert haben und hatte keine Angst,weil die Haustür zu diesem Zeitpunkt geschlossen war,das Telefon griffbereit und mit Veronicas Vater noch ein weiterer Erwachsener im Haus war. Man schien sich die Absurdität dieser Situation aber bewusst zu sein!
waytogo schrieb:Eine absolut merkwürdige Situation. Wer von euch würde da nicht nachfragen wer die Person ist und was sie möchte? Habe ich zu viele True Crime Geschichten gehört oder wäre eine solche Nachfrage normal?
Als Städter unbedingt.

Ich vermute aber , daß man in Nairn, wo sich Fuchs und Hase " Gute Nacht" sagen, vor dem Mord weniger mißstrauisch gewesen ist.

Das letzte Tötungsdelikt passierte in den 80ern - als jemand während einer Hochzeitsfeier Protest anmeldete!


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Highlands: Der mysteriöse Mord an Familienvater Alistair Wilson

18.05.2020 um 21:28
@waytogo
Ja.Und genau wegen dem Umschlag, auf dem der Name "Paul" stand, kam ich auch auf den Gedanken, daß möglicherweise irgendwelche "Anteile", vielleicht auch ein Schriftstück für Paul abgeholt werden sollten.

Ich nehme an, daß der fremde Mann nach irgend etwas absurdem gefragt haben könnte.
Vielleicht Geld in den Umschlag oder etwas geschriebenes.

Vielleicht ist Mr.Wilson daraufhin reingegangen in der Hoffnung, daß der Mann von alleine verschwindet.
Vielleicht aber auch, um möglicherweise das verlangte anzufertigen (Brief).

Es klingelte bei Familie Wilson gegen 19 Uhr abends.
Das ist ja noch relativ früh, es hätte auch noch Betrieb auf der Straße oder der Nachbarschaft sein können, auch wenn es es neblig war an diesem Abend.
Der fremde wird wahrscheinlich nicht mit dem Ziel, Mr. Wilson zu töten, dort geklingelt haben.

Irgendwie gehe ich auch durch die 3 Schüsse davon aus, daß der fremde kein ganz unbekannter war bzw. Mr. Wilson doch wusste, wer dieser Paul sei.

in seinem Job ging es um kreditwesen.
Ich nehme an, daß man alles prüfte, wemevtl das Wasser bis zum Hals stand

Paul könnte evtl. auch ein Nachname sein.


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Highlands: Der mysteriöse Mord an Familienvater Alistair Wilson

18.05.2020 um 21:31
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Das Corpus delicti, Verlinkung hat im Eröffnungsbeitrag leider nicht geklappt.


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Highlands: Der mysteriöse Mord an Familienvater Alistair Wilson

18.05.2020 um 22:03
Wenn bei uns in der Schweiz jemandem vom Arbeitgeber gekündigt wird, sagt man dazu auch: Er/sie hat den blauen Brief bekommen.

Aber ob das in Schottland oder anderen Ländern auch so ist, das weiss ich nicht.


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Highlands: Der mysteriöse Mord an Familienvater Alistair Wilson

18.05.2020 um 22:07
JestersTear schrieb:Das Corpus delicti, Verlinkung hat im Eröffnungsbeitrag leider nicht geklappt.
In den Quellen ist zu lesen. dass auf der Tatwaffe (im Gully) keine brauchbare DNA mehr gefunden werden konnte und dass man den Klingelknopf mit neuer Technologie untersuchen wollte. Gab es auf dem Briefumschlag ebenfalls keine Spuren? Hatte der Täter Hanschuhe an? (Immerhin war es Ende November)


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18.05.2020 um 22:11
Mr.Stielz schrieb:Gab es auf dem Briefumschlag ebenfalls keine Spuren? Hatte der Täter Hanschuhe an? (Immerhin war es Ende November)
Der Briefumschlag wurde nicht mehr gefunden. Deshalb konnte dieser auch nicht getestet werden.
JestersTear schrieb:Das Corpus delicti, Verlinkung hat im Eröffnungsbeitrag leider nicht geklappt.
Ein ähnlicher Umschlag wie wohl übergeben worden ist, ist auf diesen Foto zu sehen. Nicht das Original.


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Highlands: Der mysteriöse Mord an Familienvater Alistair Wilson

18.05.2020 um 22:19
@JestersTear
Erstmal danke für die ausführliche Darstellung des Falls.

Über den Umschlag habe ich mir auch Gedanken gemacht, schlaue Ideen hab ich aber nicht - und fand auch die Angabe "türkis": https://www.inverness-courier.co.uk/news/nairn-banker-shot-on-his-doorstep-in-2004-138410. (Dort steht wiederum auch, dass es um 19:45 Uhr geklingelt hätte.)

Blau und Türkis stehen beide eigentlich für positive Aspekte.
JestersTear schrieb:Das Corpus delicti, Verlinkung hat im Eröffnungsbeitrag leider nicht geklappt.
Ich glaube, das ist ein "Vergleichsmodell", ein Name steht nicht darauf, oder?

In dem obersten "The Press and Journal"-Artikel steht auch, dass es sich um einen "A4-sized envelope" handelte.


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18.05.2020 um 22:29
waytogo schrieb:Ein ähnlicher Umschlag wie wohl übergeben worden ist, ist auf diesen Foto zu sehen. Nicht das Original.
Danke, das hat mich ein bisschen verwirrt. Aus Tätersicht macht es natürlich Sinn, den Umschlag wieder mitzunehmen.

Dann hat man ja arg wenig Spuren: eine Waffe aus dem Gully, ein vielleicht berührter Klingelknopf (die große Hoffnung) unf eine sehr magere Personenbeschreibung. Immerhin gibt es Zeugen aus der Nachbarschaft, die den Täter davonlaufen gesehen haben. Damit weiß man wenigstens, dass es einen Täter von außen gibt.
JestersTear schrieb:Bleksley ist sich sicher,daß jeder der Mitarbeiter aus dem Umfeld Wilsons und auch die Zentrale das Motiv für den Mord kennen.
Es würde beharrlich geschwiegen,weil niemand selbst einen Killer auf der Türschwelle stehen haben wolle!
Aber das scheint mir leider reine Spekulation, für die es keine belastbaren Indizien gibt. Dass ein Teamleiter in einer kleinen Bankfliale in der Provinz den Arbeitgeber wechseln will, ist ein relatriv alltäglicher Vorgang.


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18.05.2020 um 22:33
Mr.Stielz schrieb:Dann hat man ja arg wenig Spuren: eine Waffe aus dem Gully, ein vielleicht berührter Klingelknopf (die große Hoffnung) unf eine sehr magere Personenbeschreibung. Immerhin gibt es Zeugen aus der Nachbarschaft, die den Täter davonlaufen gesehen haben. Damit weiß man wenigstens, dass es einen Täter von außen gibt.
Ehrlich gesagt verstehe ich nicht genau was man hat. Einerseits wird im Artikel erwähnt, dass an der Waffe keine DNA gefunden wurde und dass der Umschlag nicht im Besitz der Polizei ist, andererseits lese ich den folgenden Satz:

"He was one of hundreds of local men who were swabbed and DNA-profiled to eliminate them from the case."

Wie kann man jemanden eliminieren, wenn man keine DNA hat? Da kann ich dem Artikel nicht folgen. Das Ganze ist hier nachzulesen: https://www.pressandjournal.co.uk/fp/news/highlands/1899112/15-years-of-twists-and-turns-but-no-arrest-motive-or-suspect...


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18.05.2020 um 22:43
@waytogo
In der ersten Quelle heißt es:
“Fourteen years ago we were using a different DNA profiling kit that only looked at 11 areas of DNA. We’re now looking at 24 different areas of DNA
Wenn man bisher nur wenige Loci untersucht hat oder wenn nur partielle DNA vorliegt, dann ist das möglicherweise nicht gut genug, einen Täter zu überführen, aber genug, um einen Unschuldigen als Täter austzuschließen, dessen DNA überhaupt nicht passt.


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18.05.2020 um 22:49
Mr.Stielz schrieb:Dann hat man ja arg wenig Spuren: eine Waffe aus dem Gully, ein vielleicht berührter Klingelknopf (die große Hoffnung) unf eine sehr magere Personenbeschreibung.
Und es fehlt doch irgendwie der Teil des Gespräches, in dem Alistair wieder hochkommt und sagt, was der Fremde zu ihm gesagt hat? In einem weiteren Artikel wird es auch so formuliert, dass sie kurz sprachen, er dann wieder hochging, um darüber mit seiner Frau zu sprechen. Da hat er nicht gesagt, was der Fremde an der Tür zu ihm sagte?
Mr Wilson spoke to the man and then went back inside to speak to his wife before returning to the door, where he was shot.
https://www.thescottishsun.co.uk/news/1803703/new-witness-named-in-murder-of-banker-alistair-wilson-shot-nairn-highlands...


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18.05.2020 um 22:52
Mr.Stielz schrieb:@waytogo
In der ersten Quelle heißt es:
“Fourteen years ago we were using a different DNA profiling kit that only looked at 11 areas of DNA. We’re now looking at 24 different areas of DNA
Wenn man bisher nur wenige Loci untersucht hat oder wenn nur partielle DNA vorliegt, dann ist das möglicherweise nicht gut genug, einen Täter zu überführen, aber genug, um einen Unschuldigen als Täter austzuschließen, dessen DNA überhaupt nicht passt.
Ah, danke. Die 1. Quelle hatte ich nicht gelesen. So ergibt es Sinn.


Was für mich keinen Sinn ergibt, ist das Verhalten eines jeden Beteiligten. Dass die Frau ihren Mann holt ohne nachzufragen worum es geht, obwohl sie die Person nicht kennt, finde ich merkwürdig. Das erwähnte ich schon. Dass dann der fremde Mann dem Opfer einen Umschlag gibt, dieser aber nicht nachfragt und den Umschlag erstmal mit ins Haus nimmt, macht noch weniger Sinn.
Dann wird es völlig absurd, da das Opfer jetzt das Haus nochmal verlässt, um mit dem Fremden zu sprechen. Welche Frage ist ihm denn in der Zwischenzeit eingefallen? Und warum wird er genau jetzt erschossen? Warum nicht schon vorher? Wie konnte der Täter wissen, dass das Opfer noch einmal rauskommt?


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18.05.2020 um 23:01
Weiß man denn genau dass nichts im Umschlag war als er wieder nach unten ging?

Der Umschlag ist doch weg. Vielleicht hat er ja bekommen was er wollte. Und hat noch schnell den Zeugen beseitigt.


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Highlands: Der mysteriöse Mord an Familienvater Alistair Wilson

18.05.2020 um 23:06
Interesse_01 schrieb:Weiß man denn genau dass nichts im Umschlag war als er wieder nach unten ging?

Der Umschlag ist doch weg. Vielleicht hat er ja bekommen was er wollte. Und hat noch schnell den Zeugen beseitigt.
Sagen wir es mal so: Es wissen bzw. wussten drei Leute was in diesem Umschlag drin war oder nicht. Einer ist tot, einer ist nicht aufzufinden und der verbleibenden Person muss man jetzt glauben oder nicht.

Wenn man ihr nicht glaubt, ist es auch möglich, dass es gar keinen Umschlag gab. Wenn man ihr glaubt, muss man davon ausgehen, dass der Umschlag leer war.


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18.05.2020 um 23:10
Ich kann mir nicht gut vorstellen, daß er seiner Frau nur gesagt haben soll, daß er mit der Situation nichts anzufangen wüsste und an eine Verwechslung denke.
Gerade diese beiden Sprüche könnten für eine Verzweiflung stehen.Z.B., falls es um Erpressung gegangen sein sollte.

Vielleicht wollte er seine Frau nicht beunruhigen, weil er dachte, daß die Situation nicht gefährlich sei.

Da der Mann vor der Türe wartete kann ja eigentlich nur sein, daß Mr. Wilson etwas im Haus mit dem Umschlag machen wollte und dem fremden Mann sagte, daß dieser kurz warten sollte.


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