weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenSpieleGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryWillkommenEnglishGelöscht
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Psychopathen/Soziopathen?

46 Beiträge, Schlüsselwörter: Psycho

Psychopathen/Soziopathen?

28.04.2014 um 13:52
@forumposter

Oder man lebt mit welchen über Jahrzehnte zusammen innerhalb im Familienverband mit all seinen "Macken" und plötzlich ist nichts mehr so wie es war....

Der Fall < Georg Luxi aus Deggendorf > ist so ein Fall


melden
Anzeige

Psychopathen/Soziopathen?

28.04.2014 um 15:20
@bellady
Ich weiß nicht, ob du das alles nicht zu schwarz siehst.

Tut mir Leid, aber aufgrund deiner Schreibe vermute ich sehr stark, dass du es im Leben sehr schwer hattest / hast und im Forum einen richtigen "Überzeugungsfeldzug" führst.

Das ist jetzt nicht böse gemeint, aber es ist richtig mühsam, deine Gedankengänge nachzuvollziehen und deine Beiträge zu verstehen.

Egal, wo ich etwas von dir lese, meistens geht es um Missbrauch innerhalb der Familie, Bereicherungsabsichten in Beziehungen, Unterdrückung und andere schlimmste Dinge, die den Opfern (anscheinend der Frau) widerfahren (können).

Glaube mir, friktionsfrei war das Leben jedes einzelnen, der hier postet, mit Sicherheit nicht. Jeder trägt (trug) sein Rucksäcklein und hat das ein oder andere erlebt, was Schlucken macht.

Nur - aber natürlich ist das meine bescheidene Meinung - man muss auch die bösen Erlebnisse loslassen können (notfalls mit Begleitung erfahrener Kräfte), sonst wird das nichts.

Zum Thema hier passt dies vielleicht insoferne, dass ein Soziopath und ein Psychopath niemals losgelassen hat und sie ihre negativen Erlebnisse nur mehr mit Gewalt, Mord, Totschlag, Missbrauch, Manipulation und dergleichen kompensieren können.

Ich bin keine psychologisch ausgebildete Person, aber vorstellen kann ich mir das.


melden

Psychopathen/Soziopathen?

29.04.2014 um 13:23
@kf1801

Na, mag sein, dass du das als Überzeugungsfeldzug siehst, nein, ich bin der selben Meinung wie
Dr. Robert D. Hare, dass man sich Infos besorgen muss, um davon loszukommen und das kannst du eben erst, wenn dich der Weg dort hingeführt hat .

Nein, auch für mich war so jemand weit weg und das obwohl ich einiges erlebt habe, aber niemals körperliche Gewalt , eher verbale und emotionale ,das ist es ja gerade.

Man muss ja bedenken, dass es noch eine ganz andere Zeit war, dass wir damals, 1995, nicht einfach im Netz unsere Informationen holen konnten, also er jetzt allmählich dahinter kommen können und dabei begegen wir immer neuen Ahnungslosen, trotzt wieviel Jahre Internet.....?

Was mich hier im Forum so entsetzt, mit welcher Selbstverständlichkeit man es hinnimmt, ob nun jemand aus dem eigenen Umfeld das Leben lassen musste oder durch einen Fremdtäter, denn die Hauptsache ist ja, dass die Opfer gefunden werden.....nicht dass dies passiert ist....

Bei langjährig Vermissten, dass ist klar, wollen Angehörige häufig mit der Zeit nur noch einen Abschluss , doch bei Täter aus dem Umfeld , diesen Opfer man scnell findet, beginnt die Suche nach dem Warum danach erst recht.

Doch nun, zu meiner eigenen Überraschung besitzte ich sogar das Buch von Dr. Robert D.Hare mit dem Titel " Der Psychopath unter uns" schon seit fast 2 Jahren, genau Juni 2012 , in dem zwar diese "Checklist " , die es in Netz offensichtlich seit Mai 2012 gibt, erwähnt wird, aber sich nicht so kurzgefasst in dem Buch befindet , das mich immerhin fast 40 Euro kosteste.

Der Autor schreibt ja selbst, dass die Wahrscheinlichkeit , so einem Serientäter zu begegnen, viel weniger vorkommt, als im nahen Umfeld..... also müssen wir nach den Symtomen, den Anzeichen suchen, reagieren und da gibt es nun mal einige auffallend häufige Merkmale ,die die Liste der Taten anführen....

Selbst darauf geht de Autor ein, dass sich Eltern von solchen Tätern am meisten Vorwürfe machen, etwas in der Erziehung falsch gemacht zu haben, was wahrscheinlich am wenigsten der Fall sei,
es gebe aber ein bestimmtes Klientel, wenn Täter aus einem nicht so begüterten Elternhaus kommen und hochintelligent sind , was ich bestätigen kann und auf was ich hingedeutet habe, dass ihnen dies zum Verhängnis werden kann....

Meistens läuft dieses Verhaltensmuster so ab, dass die Eltern glauben, es sei "vorbei" mit den Sorgen, wenn dieser Sprössling eine Familie gegründet hat, aber denkste.....

Gewiss haben viele ihr "Päckchen" zu tragen,doch man kann es durch Aufklärung auch verkleinern oder vermeiden.

Nein, es ist einfach insgesamt ein Trend daraus geworden, man holt sich das von anderen, was man nicht hat.

Heutemorgen, an nichts böses denkend, schalte ich den Fernseher an, ZDF Morgenmagazin und werde von dem Thema wieder eingeholt .Samuel Finzi und Sunnyi Melles unterhalten sich mit der Moderatorin über dieses Thema, aber schaut es selbst an in der Mediathek und wie mucksmäuschenstill das Puklikum lauschte.....


melden

Psychopathen/Soziopathen?

29.04.2014 um 20:12
@bellady
Weshalb entsetzt dich das? Ist doch normal, wenn man nicht über jeden Verbrechenfall in Tränen ausbricht und mit den Opfern und deren Angehörigen mitleidet. Man muss sich einfach abgrenzen und unterscheiden zwischen dem, was einem persönlich betrifft und dem, was einem nichts angeht.

Wobei ich genau der gegensätzlichen Meinung bin. Ich finde, die meisten im Forum sind geradezu Weltmeister im Mitleiden, Beileid haben und für andere Schmerz empfinden.

Was sagt das aus? Lauter empathische Menschen? Wohl nicht! Was einem nicht juckt, was einem nicht betrifft, da kann man großes Kino machen und gefühlsbetont agieren. Geht es sein persönliches Umfeld, ist man plötzlich hilflos, findet nicht die richtigen Worte und wirkt auf Außenstehende kalt und gefühllos.

Das Gleiche bei Vermisstenfällen. Jeder geht anders damit um, und jeder Umgang ist zu respektieren und hat seine Berechtigung. Der Wunsch, für sich einen Abschluss zu finden, wie der Wunsch, seiner Trauer Ausdruck zu geben - wer hat darüber zu richten? Genau, niemand.

Was lernen wir daraus zu dem Diskussionsthema? Nur, weil man nicht ob dem Leid seiner Mitmenschen in Tränen ausbricht, mangelt es einem gleich an Empathie. Umgekehrt ist nicht jeder, der alles Leid der Welt auf sich projiziert, der Meister im Einfühlen.

Macht es mich zu einem besseren Menschen, wenn ich daheim sitze und flenne, weil ich hier lese, dass der Herr X von seinem Bruder erschlagen, die Frau Y seit -zig Jahren vermisst oder das Fräulein XYZ von einem sehr bösen Menschen vergewaltigt und erdrosselt wurde?

Nein, es macht mich aber auch nicht zum Soziopathen / Psychopathen. Da gehört schon noch einiges mehr dazu als, womöglich, falsch verstandenes Mitgefühl und fehlgeleitete Empathie.


melden

Psychopathen/Soziopathen?

02.05.2014 um 12:13
@kf1801

Das meinte ich nicht, dass wir so und so trauern müssen, jeder geht mit der Trauer oder eben negativen Dingen im Leben anders um , der eine hat eben mehr am Wasser gebaut als der andere,
wie man das so sagt und wie gesagt ,noch andere, die anders trauern.

Nein, ich meine die Vorzeichen, Symtome z. B. gerade, wenn es um Familientragödien geht.

Ich kann darüber nur von meiner Seite berichten, bin damals auch davon ausgegangen, dass ein erwachsener Mensch über seine Zukunft vernünftige Entscheidungen trifft und treffen kann, von dem was wir aber heute wissen, ist die Tatsache diese, dass sich dies viele NICHT eingestehen und sogar nicht eingestehen brauchen......was gerade die Familiengründung und Kinderwunsch angeht und das könnte sich folgendermaßen entwickeln...

Ich habe es erlebt, dass ich zum erstenmal von einer Frau hörte, sie wolle keine Kinder, in der Zeit, als meine Tochter gerade begonnen hatte, den KIGA zu besuchen und zwar von ihrer Erzieherin !!
Ich war damals so perplex und wunderte mich noch mehr, dass sie dann gerade diesen Beruf ergriffen hatte. Habe sie nun aber nicht hinterfragt, wie sie darauf gekommen ist und wie was , denn
geheiratet hat sie dann kurze Zeit später.

Nach meinem heutigen Wissenstand allerdings könnte diese Entscheidung der Erzieherin auch durch ihren Beruf entstanden sein, vllt gab es da schon mal den einen oder anderen beruflichen Gewissenskonflikt zwischen ihr und Elternpaare oder Elternteile ..?

Jedenfalls , im dritten KIGA-Jahr besuchten unsere beide Töchter zusammen die Einrichtung, damals das einzige Geschwisterpaar, da hatte man offensichtlich die eine oder andere Beobachtung zwischen den beiden Mädchen machen können.....jedenfalls bekam ich die Empfehlung, mit den beiden doch eine Ergotherapie zu machen.

Der Zeitpunkt allerdings war ungünstig, sodass ich nur mit der großen Tochter die Vorstellung dort
vornehmen konnte, da die kleine die Masern hatte und so verlor sich das ganze dann auch, da ich berufstätig war, also nur mit halber Sache dabei war und auch das Problem mehr bei meinem Mann sah^^
Keiner im KIGA sagte mehr etwas , die große Tochter kam dann in die Schule, bis dann dort die Lehrerinnen ihre Zivilcourage einsetzten und sich auf meine Seite und die der Töchter
stellten, diese dann aber von einer bestimmten Behörde "zurückgepfiffen" wurden....womit ich sagen will, wie sich familäre Probleme verlagern können , an anderer Seite wieder auftreten.

Und ich bin heute überzeugt, dass die Erzieherinnen unser Problem sehr wohl sahen, dies aber über die Ergotherapie bestätigt sehen wollten, nur ich hatte nicht kapiert .....!!

Ich meine, wenn das alles so geheimnisvoll ablaufen muss, da ist es doch kein Wunder, dass wir soviele gestörte Kinder in allen Facetten habe.....? Ich hätte damit kein Problem gehabt, wenn mir dort jemand gesagt hätte, weshalb die beiden diese Therapie machen hätten sollen, aber eben....diese wissen nicht, in welches Wespennest sie da greifen könnten und das ist das Problem.

Und dann war es endlich soweit ,das was unternommen wurde..... doch dann wird man als Mutter, die ihren Kindern helfen will mit den Lehrerinnen so behandelt , da alles so ausgelegt wurde, als hätte das alles nicht seine Berechtigung !

Und so fallen viele Kinder durch das Raster der Kontrolle , müssen sich durchmogeln.....

Weil du in dem Posting am 22.04 um 13:56 den Psychopathen beschrieben hast mit erwachsenen "Berühmtheiten" , nur Pinoccchio, der lügt , dass ist ein Kind. Könnnte was damit zu tunhaben, wenn ein Kind frühzeitig bemerkt, dass dies mit der langen Nase nicht stimmt, dass es erst recht mutig wird darin, denn alle genannten Berühmtheiten mussten das Lügen beigehalten,
um andere zu täuschen und manipulieren zukönnen.

Kinder beginnen auch bei seelischen Problemen zu lügen......


melden
Vernazza2013
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Psychopathen/Soziopathen?

21.06.2014 um 12:57
PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNG
"Auffällig viele Psychopathen werden Chef"

Sie manipulieren andere, sind erfolgreich – und gefährlich. Überdurchschnittlich viele Psychopathen schaffen es ins höchste Management, sagt der Psychologe Jens Hoffmann.

EIN INTERVIEW VON TINA GROLL

ZEIT ONLINE: Es heißt, Manager mit psychopathischen Zügen seien gut für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Herr Hoffmann, können Sie das bestätigen?

Jens Hoffmann: Auf keinen Fall. Psychopathen sind gefährlich – auch für den Unternehmenserfolg.

ZEIT ONLINE: Warum?

Hoffmann: Weil sie extrem gefühlskalt und hochmanipulativ sind. Sie denken nicht an das Unternehmen, sondern handeln nur in ihrem eigenen Interesse. Sie haben Spaß an Dominanz und Kontrolle. Sie demütigen gern andere und mögen es oftmals auch, wenn andere Angst vor ihnen haben. Selbst haben sie keine Angst. Gerade das macht sie in Führungspositionen gefährlich, denn sie treffen oft hochriskante Entscheidungen, die ein Unternehmen in den Ruin treiben können.

ZEIT ONLINE: Dennoch zeigen Studien, dass Menschen mit ausgeprägtem Narzissmus oder sogar einer psychopathischen Störung überdurchschnittlich oft in Führungspositionen kommen...

Hoffmann: Neueren Untersuchungen zufolge sind Menschen mit einer narzisstischen oder psychopathischen Persönlichkeit etwa drei- bis viermal häufiger in Machtpositionen vertreten als im Bevölkerungsdurchschnitt. Man geht davon aus, dass etwa vier Prozent der Bevölkerung Narzissten sind und etwa ein bis zwei Prozent Psychopathen. Deren Anteil in Führungspositionen beträgt etwa sechs Prozent.

ZEIT ONLINE: Woran liegt es, dass solche Menschen häufig Chefs sind?

Hoffmann: In Führungspositionen können Psychopathen ihr Dominanzbedürfnis natürlich gut ausleben. Man geht davon aus, dass je höher die Ebene, desto höher auch der Anteil der Menschen mit auffälligen Persönlichkeiten ist.

ZEIT ONLINE: Worin unterscheiden sich Narzissten und Psychopathen?

Hoffmann: Narzissten sind extrem ich-bezogen. Sie erzählen gerne und viel von sich – immer nur sehr positiv. Sie halten sich für grandios. Sie sind charmant, können andere oft mitreißen. Auf der anderen Seite sind sie extrem kränkbar. Auch sachliche Kritik verletzt sie zutiefst, dann reagieren sie meist sehr aggressiv. Narzissten liegt sehr viel an ihrer Außenwahrnehmung. Sie wollen im Mittelpunkt stehen und bewundert werden. Darum sind sie oft auch sehr leistungsbereit. Zugleich sind sie nur wenig empathisch. Die anderen sind für sie oft nur Instrumente. Allerdings sind sie durchaus in der Lage, Bindungen einzugehen und Gefühle zu entwickeln. Bei Psychopathen ist das anders.

ZEIT ONLINE: Sie kennen keine Gefühle?

Hoffmann: Sie sind kalt, aber sie können anderen Gefühle vorspielen. Sie sind sehr gut im Lügen. Darum sind sie oft auch sozial erfolgreich. Sie können Netzwerke aufbauen, andere stark und schnell begeistern. Besonders intelligente Psychopathen machen oft Karriere. Sie können andere extrem gut manipulieren. Sie ziehen die Strippen hinter den Kulissen. Oft merken die Manipulierten das überhaupt nicht. Menschen mit einer psychopathischen Persönlichkeit überschätzen sich und lieben in der Regel den Nervenkitzel. Sie gehen allerdings keine echten, engen Bindungen ein. Auch für sie sind andere Menschen eher Werkzeuge. Und wenn sie angegriffen werden, schlagen sie massiv zurück. Oft endet das in der Zerstörung des Angreifers, beruflich, finanziell oder auch sozial und persönlich.

ZEIT ONLINE: Gibt es Beispiele für prominente Psychopathen, die Karriere gemacht haben?

Hoffmann: Der österreichische Politiker Jörg Haider hatte vermutlich eine psychopathische Persönlichkeitsstruktur, wie ein Psychologe berichtete, der ihn persönlich kannte. Auch bei Silvio Berlusconi kann man von psychopathischen Zügen ausgehen, ebenso laut einer US amerikanischen Studie bei George Bush Junior, wenn auch in abgeschwächter Form.

Seite 2/2: "Banken und Versicherungen ziehen Psychopathen an"
ZEIT ONLINE: Warum werden Menschen zu Narzissten oder Psychopathen?

Hoffmann: Man geht davon aus, dass sich der Narzissmus in der Kindheit entwickelt. Oft werden Kinder später zu Narzissten, die schon früh wie ein kleiner Prinz behandelt werden und denen das Gefühl vermittelt wird, etwas ganz Besonderes zu sein – und auch sein zu müssen. Offenbar ist Narzissmus stärker bei Männern ausgeprägt, was vermutlich mit den unterschiedlichen Erwartungen an Männer und Frauen zu tun hat.

ZEIT ONLINE: Und Psychopathen? Haben diese Menschen schwere Traumata in der Kindheit erlitten?

Hoffmann: Nein. Derzeit geht die Forschung von einer starken biologischen Komponente aus. Das besonders auffällige, angstfreie Verhalten zeigt sich oft schon früh in der Kindheit. Wir schätzen, dass viele der charismatischen Führer in der Geschichte psychopathisch waren. Das war wahrscheinlich in der Evolution durchaus sinnvoll, weil solche starken, angstfreien Persönlichkeiten die Gruppe angeführt haben und oft auch für die Weiterentwicklung oder das Überleben einer Gruppe wichtig waren.

ZEIT ONLINE: Also sind psychopathische Chefs doch gut?

Hoffmann: Vor einem solchen Glauben würde ich warnen. Denn sie sind nicht steuerbar, und das kann Unternehmen ruinieren. Gerade die Banken- und Versicherungsbranche und der Vertrieb ziehen solche Persönlichkeiten an. Hier wird vieles über Zahlen gesteuert, es geht um schnelle Abschlüsse, um sehr viel Geld, Status und Macht – aber der einzelne Entscheider kann viel zerstören. Wir beraten Unternehmen hinsichtlich des Risikos, Psychopathen zu beschäftigen. Oft zeigt sich gerade bei Banken, dass manchmal die besten Trader psychopathische Merkmale aufweisen – und der Arbeitgeber keine Ahnung hat, was diese Mitarbeiter genau machen.

ZEIT ONLINE: Seit der Finanzkrise, heißt es, hätten sich die Werte gewandelt. Es seien jetzt empathische Chefs gefragt.

Hoffmann: Das deckt sich nicht unbedingt mit meinen Erfahrungen, insbesondere in der Beratung. Mein Eindruck ist, dass eher verstärkt psychopathische Menschen Spitzenpositionen in den Unternehmen erhalten. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass Soft Skills immer wichtiger werden – und hier sind Psychopathen meist gut. Der Druck in den Führungsetagen steigt ja auch. Wer gefühlskalt und angstfrei ist, kommt in der Regel auch länger gut mit Stress zurecht. Er kann es ertragen, unpopuläre Entscheidungen zu treffen, weil sie ihn gar nicht berühren. Andererseits sind gerade Psychopathen gut darin, anderen Gefühle vorzuspielen, also auch Empathie – allerdings nur an der Oberfläche.

ZEIT ONLINE: Woran erkennt man, dass der Chef ein Psychopath ist?

Hoffmann: Das ist schwierig. Oft merken Mitarbeiter auf den unteren Hierarchiestufen, dass etwas mit dem Chef nicht stimmt – sie bekommen es in der Regel mit den Auswirkungen dieser Manager zu tun.

Wer dann Kritik am Chef übt, wird fertiggemacht, denn Positionierung gegen einen Psychopathen bedeutet für diesen einen Angriff. Der psychopathische Chef reagiert darauf häufig mit manipulativen und rufschädigenden Methoden hinter den Kulissen. Ganze Teams werden umgedreht, der Einzelne wird isoliert. Er glaubt dann oft, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Dass seine Wahrnehmung falsch sein muss.

Die Entscheidungsträger auf Leitungsebene werden in der Regel manipuliert und merken das nicht. Sie denken sogar meist, sie hätten eine emotionale Beziehung mit diesen Managern. Es dauert dann lange, die Manipulierten aus dieser Abhängigkeit herauszulösen. Wir hatten kürzlich einen Fall, bei dem ein Geschäftsführer einen Betrüger beschäftigt hatte, der ein Psychopath war. Am Ende sagte er: "Ich habe einen Freund verraten. Und ich habe Todesangst." Das zeigt, wie stark eine solche Manipulation wirkt – der Mann dachte noch monatelang, der Betrüger wäre sein Freund gewesen.

ZEIT ONLINE: Wie geht man mit Psycho-Chefs um?

Hoffmann: Man sollte sich selbst schützen. Solche Chefs nutzen ihre Machtposition aus und haben Freude daran, besonders sensible Mitarbeiter fertigzumachen. Darum sollte man lieber keine Schwäche zeigen. Es hilft nur die realistische Einsicht, dass diese Führungskraft nicht zu ändern ist. Da, wo es geht, sollte man klare Grenzen ziehen und sich Verbündete suchen, etwa beim Betriebsrat oder in der Personalabteilung. Dafür ist aber enorm wichtig, dass man das Verhalten dieses Chefs dokumentiert und auch belegen kann. Leider sind das alles keine ermutigenden Ratschläge. Anlegen würde ich mich mit einem Psychopathen nicht.

http://www.zeit.de/karriere/beruf/2014-05/psychopathen-interview-psychologe-jens-hoffmann


melden

Neuen Beitrag verfassen
Dies ist eine Vorschau, benutze die Buttons am Ende der Seite um deinen Beitrag abzusenden.
Bereits Mitglied?  
Schriftgröße:
Größe:
Dateien Hochladen
Vorschau
Bild oder Datei hochladen

Bleib auf dem Laufenden und erhalte neue Beiträge in dieser Diskussion per E-Mail.


Oder lad dir die Allmystery App um in Echtzeit zu neuen Beiträgen benachrichtigt zu werden:

Ähnliche Diskussionen

307 Mitglieder anwesend
Konto erstellen
Allmystery Newsletter
Alle zwei Wochen
die beliebtesten
Diskussionen per E-Mail.

Themenverwandt
Anzeigen ausblenden