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Alte Bücher, wohin damit?

73 Beiträge, Schlüsselwörter: Alte Bücher Verkaufen Verschenken
Saxnot555
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Alte Bücher, wohin damit?

26.09.2016 um 11:15
Öffentliche Bücherschränke, Telefonzellen o.ä. tragen dazu bei, daß die Ware Alt- bzw. Gebrauchtbuch im Preis verfällt. In der kapitalistischen Gesellschaft ist aber das, was nichts kostet nichts wert, bzw. weniger wert, wenn es weniger kostet. Diese Einrichtungen schaden somit dem Kulturgut Buch als solchem. Denn wenn dieses nichts mehr oder weniger wert ist, fällt die Entscheidung wesentlich leichter, es nichteinmal in den Bücherschrank zu tragen, sondern in den Abfall zu werfen. Darüberhinaus hat die Ware Buch und damit auch das Buch als Kulturgut nur eine Existenzform, wenn es einen funktionierenden Antiquariatsbuchmarkt gibt. Der aktuelle dramatische Preisverfall bei antiquarischen Büchern (der natürlich nicht ursächlich auf öffentliche Bücherschränke allein zurückzuführen ist, aber von diesen begünstigt wird) hat bereits viele Antiquariate zum Aufgeben gezwungen - eine Tendenz, deren Ende nicht absehbar ist. Lediglich die wirklich hochpreisige Ware ist preisstabil oder sogar im Wert gestiegen, da es derzeit nur geringe Zinsen gibt. Ich werde daher keine Bücher in solche Kästen stellen.


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26.09.2016 um 13:23
@Saxnot555
Da sprichst du was an....also für mich gibt es eindeutig Bücher, die würde ich ohne mit der Wimper zu zucken in so einen Schrank stellen. Den klassischen Konsalik zum Beispiel. Oder die Rosamunde Pilcher. Da würde es mir aber auch schwer fallen, von "Kulturgut" zu sprechen. Nicht alles, was auf Papier gedruckt ist, ist auch Kultur. Das, was wirklich literarischen Wert hat, würde ich auch nicht dem Bücherschrank stiften.


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26.09.2016 um 14:47
Ilvareth schrieb:Den klassischen Konsalik zum Beispiel. Oder die Rosamunde Pilcher.
Das ist auch genau das, was in den öffentlichen Bücherschränken bei uns steht.
Das, was man zur Weltliteratur zählt, findet man da nicht. (Aber in meinen Bücherregalen :D )

Aber egal, ich sehe oft Leute in diesen Schränken stöbern. Dann denk ich mir: Die lesen wenigstens, auch wenns Simmel ist.
Bei den jüngeren Mitbürgern verursacht ja das Bücherlesen, nach eigenen Aussagen eher Kopfschmerzen.


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26.09.2016 um 15:25
Saxnot555 schrieb:Öffentliche Bücherschränke, Telefonzellen o.ä. tragen dazu bei, daß die Ware Alt- bzw. Gebrauchtbuch im Preis verfällt.
Diese These halte ich für komplett falsch.
Auf Flohmärkten hast du auch vor 15 Jahren nur wenig für ein Buch bekommen (falls du überhaupt eines verkaufst) und die Remittenden Kisten in Buchhandlungen oder Supermärkten haben Bücher die mind. 1 Euro teurer sind als vor 15 Jahren.

Und wer den Wert eines Buches in Euro misst (so wie du in deinem post) der ist doch selbst der Kapitalist. ;-)

Ich stelle Bücher, die ich aussortiere lieber in den Bücherschrank, als sie in Kapitalisten Manier weg zu schmeißen. um den Markt nicht zu fluten und die Preise oben zu halten. ;-)


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28.09.2016 um 13:36
95% meiner Bücher bleiben ein ganzes Leben lang bei mir. Die anderen 5% habe ich geschenkt bekommen und entweder sind sie doppelt oder ich mag die so überhaupt nicht lesen (z. B. Konsalik). Diese wandern dann entweder zu einem interessierten Lesebekannten oder in den öffentlichen Bücherschrank.


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28.09.2016 um 14:48
Was mir gefällt behalte ich, was mir nicht gefällt wird entweder einem Bekannten angedreht, der auf Flohmarkthändler macht (wenn es was wertvolles ist) oder wandert in die Bücherständer. Die beschicke ich regelmäßig in meinem näheren Umkreis.
Gemeinnützigen Unternehmen würde ich nur dann spenden, wenn ich sicher bin, daß die nicht alles wegwerfen.
Gar keine Spenden, egal ob Bücher oder was anderes, bekommt von mir z. B. der Gebrauchtwarenhof des Roten Kreuzes in Nürnberg, denn von dem, was die jede Woche wegwerfen, unter anderem bis zu 3 Container wöchentlich! an Büchern, darunter exzellente Vorkriegsware und anderes seltenes Zeug! - könnte sich ein Flohmarkt- oder Ebayhändler eine goldene Nase verdienen. Die sind einfach chronisch übersättigt, weil sie das Zeug aus mehreren Recyclinghöfen beziehen und haben außerdem Null Sachverstand. Und dann sind sie so dreist, auch noch vom Staat Zuschüsse zu fordern (vor Jahren mal für ihre Krankenwägen), weil sie so arm wären - aber von dem ganzen Zeug, das sie in die Müllverbrennung schicken, was kostenlos abzugeben, oder wenigstens einen Liebhaber vorher durchschauen zu lassen? Nie im Leben.
So geht´s echt nicht. :(


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Saxnot555
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10.10.2016 um 20:11
@groucho
Auch Flohmärkte sind kein Referenzmarkt für das Kulturgut Buch. Ich hab z.B. einmal in den Neunzigern auf dem Bücherflohmarkt vor der Göttinger Uni für 30,00 DM "Micki. Das Lustige Filmbildbuch" aus dem MAN Verlag, Berlin 1931 gekauft. Innerhalb einer Woche habe ich es für damals 1.370,00 DM weiterverkauft. Derzeit steht ein Exemplar bei ZVAB für 1.100,00 EUR.... Hätte ich mein Exemplar damals bei dem Bücherhöker gelassen, der es nicht als wertvoll erkannte, wäre es binnen kürzester Frist auf seinem offenen Tapeziertisch naßgeregnet worden oder - als nicht verkauft - irgendwann in einer Altpapierkiste gelandet.

Was ich damit sagen will: Bücher als Kulturgut benötigen einen Markt, der aus Fachleuten (Antiquaren) und auf der Gegenseite aus sachkundigen Sammlern (Kennern) besteht. Diese können mit ihrem Sachwissen wertvolle Bücher als wertvoll erkennen und wissen die Wertschätzung dann auch in einem angemessenen Handelspreis auszudrücken. Nur so kann das Kulturgut Buch unter den Bedingungen der kapitalistischen Gesellschaft überleben. Das setzt aber auch voraus und bedingt, daß Antiquare von ihrem Handel leben können. Das ist nämlich ihr Job, der im Zweifel sie und ihre Familie ernähren soll. Wenn Antiquare den Hungertod sterben, weil "gemeinnützige" Institutionen sie vom Handelsgut abschneiden und sie ohne eigenen Kostendruck unter mörderische Konkurrenz setzen - auch durch öffentliche Bücherschränke -, dann bricht mittelfristig ein unverzichtbares Sachwissen weg, mit der Folge, daß unersetzliche Kulturgüter vernichtet werden.


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12.10.2016 um 13:12
Hier bei uns gibt es auch einen öffentlichen Bücherschrank, der komischerweise noch nicht dem Vandalismus zum Opfer gefallen ist.
Ich schau da regelmäßig vorbei, nehme ein Buch mit, das mich interessiert, oder stelle eins rein, das ich nicht behalten mag.

Oft habe ich in solchen Bücherschränken auch schon alte Bücher gefunden. Die nehme ich dann mit und stell sie bei mir zuhause ins Regal. Ich werde diese Exemplare auch mal zu einem Antiquariat bringen, wenn ich genügend zusammen habe.


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12.10.2016 um 15:52
Saxnot555 schrieb:Auch Flohmärkte sind kein Referenzmarkt für das Kulturgut Buch. Ich hab z.B. einmal in den Neunzigern auf dem Bücherflohmarkt vor der Göttinger Uni für 30,00 DM "Micki. Das Lustige Filmbildbuch" aus dem MAN Verlag, Berlin 1931 gekauft. Innerhalb einer Woche habe ich es für damals 1.370,00 DM weiterverkauft. Derzeit steht ein Exemplar bei ZVAB für 1.100,00 EUR.... Hätte ich mein Exemplar damals bei dem Bücherhöker gelassen, der es nicht als wertvoll erkannte, wäre es binnen kürzester Frist auf seinem offenen Tapeziertisch naßgeregnet worden oder - als nicht verkauft - irgendwann in einer Altpapierkiste gelandet.
Du erzählst eine Geschichte, in der du einen Mann betrogen hast, um zu beweisen, dass .....äh ja was eigentlich? :D
Saxnot555 schrieb:Was ich damit sagen will: Bücher als Kulturgut benötigen einen Markt, der aus Fachleuten (Antiquaren) und auf der Gegenseite aus sachkundigen Sammlern (Kennern) besteht. Diese können mit ihrem Sachwissen wertvolle Bücher als wertvoll erkennen und wissen die Wertschätzung dann auch in einem angemessenen Handelspreis auszudrücken.
Wertvolle antiquarische Bücher sind ein Spezialmarkt, der ganz sicher nicht von Bücherschränken beeinflusst wird.

=>
Saxnot555 schrieb am 26.09.2016:Öffentliche Bücherschränke, Telefonzellen o.ä. tragen dazu bei, daß die Ware Alt- bzw. Gebrauchtbuch im Preis verfällt.


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12.10.2016 um 20:53
wenn das buch 'der satanskäfer' von allistar mclean bei ist,hätte ich das gerne,zahle auch das porto ich brauch das buch,will aber nicht so viel bezahlen :D


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13.10.2016 um 14:12
IMG 3623

IMG 3624

IMG 3625

Habe ich heute im Second-Hand-Laden gefunden. Die beiden Ratgeber für je 3,50 und das Märchenbuch für 2€.

An sowas kann ich einfach nicht vorbeigehen.


edit: Sorry, die Bilder sind wohl etwas groß geraten...


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Saxnot555
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19.10.2016 um 21:54
@Hummli
Vor allem die beiden Jugendstileinbände sind wirklich sehr schön. Schade, daß sie leider so schlecht erhalten sind. Restaurieren könnte man sie, aber die Buchbinderkosten stünden in keinem Verhältnis zum Handelswert der Bücher. Deswegen ist es wichtig, daß es Liebhaber gibt, die auch die abgewetzten Exemplare aus reinem Idealismus retten...

Ich hab auch so einen Problemfall im Bücherschrank. "Außzug Bewehrter Historien der fürnemsten Heiligen Gottes..." von Heinrich Fabricius in der zweiten Auflage von 1592. Leider hat der originale Renaissance-Einband (blindgeprägtes Schweinsleder der Zeit auf Holzdeckeln mit Blindprägung) am oberen Kapital eine deutliche Fehlstelle, die Schließen fehlen, und - furchtbar- irgendein Frevler hat die vorderen echten Bünde durchgeschnitten (möglicherweise um im Einband nach Makulaturpergamenten zu suchen). Die ersten Blätter sind lose, aber alle vorhanden. Da müßte ich viel mehr reinstecken in die Restaurierung, als das Buch dann im restaurierten Zustand wert wäre. Es müsste komplett neu aufgebunden werden. Aber ich hebe es natürlich auf und habe es gelesen. Ein Buch aus dem 16.Jahrhundert steckt man nicht in den Altpapiercontainer.


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20.10.2016 um 00:00
Bei meinen älteren Büchern stört mich der Zustand eigentlich nicht.
Die haben ihre Jahre hinter sich, sind geliebt und gelesen worden.
Meist stammen sie aus Familienbesitz, haben Widmungen von Leuten
die schon lange nicht mehr sind.

Eins davon ist dieses hier:
 KK 4521


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20.10.2016 um 00:00
 KK 4522


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20.10.2016 um 00:01
 KK 4523


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aero
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Alte Bücher, wohin damit?

20.10.2016 um 00:20
Ich habe eine doch größere büchersammlung in meinem leben zusammengetragen.

Darunter auch einige von den gelben kleinen "Reclame" heftchen aus den 20er jahren.


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Saxnot555
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20.10.2016 um 07:33
@groucho
Wenn du dich damit so gut auskennst, definiere doch mal "wertvolle Antiquarische Bücher", die für dich einen "Spezialmarkt" bilden. Bei welchem Preis fängt für dich "wertvoll" an?

Gerade habe ich bei Oxfam für EUR 1,50 die "Schatzgräbergeschichte" von Werner Bergengruen in einem vom Autor handschriftlich signierten Exemplar von 1959 gekauft. Ein auf Autographen spezialisierter Antiquar würde für das Buch EUR 30,00 bis EUR 60,00 berechnen. Das ist also ganz sicher kein wertvolles Buch. Es ist "Brot-und Butter-Ware", die das alltägliche Geschäft der Antiquare bestimmt. In den 30 bis 60 Euronen sind aber alle Kosten für den Laden, das Lager und ggf. für Personal sowie den Ankauf enthalten. Diese Kosten hat Oxfam so nicht. Die kaufen nämlich nicht an, sondern sammeln Bücherspenden ein, bezahlen ihr Personal nicht, weil dort nur Ehrenamtliche arbeiten und genießen als gemeinnütziger Verein auch noch andere Privilegien bei Steuer u.ä.

Wie soll ein Antiquar, der mit Kosten kalkulieren muß, gegen eine Konkurrenz durch Oxfam, Kirchengemeinden, Rotaryclub, öffentliche Bücherschränke etc.p.p. anstinken, die Bücher für EUR 1,50 oder kostenlos anbieten kann? Öffentliche Bücherschränke sind ja nur ein Mosaiksteinchen in dieser Entwicklung, die ein ganzes Segment des Buchhandels auslöscht, das eben nicht als "Spezialmarkt" von Handschriften und Inkunabeln lebt, sondern zum Teil durchaus von genau der Ware, die in öffentlichen Bücherschränken steht?

Die "Hypnoteromachia Poliphilii" von Colonna in der Ausgabe von Aldus Manutius 1499 ist im Preis in den letzten zwanzig Jahren nicht wesentlich gefallen. Der kleine Bereich von Antiquaren und Auktionshäusern der mit solcher Ware handelt, wird immer gut leben können. Die Bücher landen dann aber auch nicht im öffentlichen Bücherschrank, sondern im klimatisierten Safe.


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20.10.2016 um 08:08
Saxnot555 schrieb:Wenn du dich damit so gut auskennst, definiere doch mal "wertvolle Antiquarische Bücher", die für dich einen "Spezialmarkt" bilden. Bei welchem Preis fängt für dich "wertvoll" an?
Wenn DU der Experte wärst, für den du dich ausgibst, dann müsstest du diese Frage nicht stellen.
Saxnot555 schrieb:Wie soll ein Antiquar, der mit Kosten kalkulieren muß, gegen eine Konkurrenz durch Oxfam, Kirchengemeinden, Rotaryclub, öffentliche Bücherschränke etc.p.p. anstinken, die Bücher für EUR 1,50 oder kostenlos anbieten kann?
Ich sehe, du bemerkst gerade den Unterschied zwischen Standorthandel und Versandhandel.
Davon ist nicht nur die Buchbranche betroffen.
Saxnot555 schrieb:Wie soll ein Antiquar, der mit Kosten kalkulieren muß, gegen eine Konkurrenz durch Oxfam, Kirchengemeinden, Rotaryclub, öffentliche Bücherschränke etc.p.p. anstinken, die Bücher für EUR 1,50 oder kostenlos anbieten kann? Öffentliche Bücherschränke sind ja nur ein Mosaiksteinchen in dieser Entwicklung, die ein ganzes Segment des Buchhandels auslöscht, das eben nicht als "Spezialmarkt" von Handschriften und Inkunabeln lebt, sondern zum Teil durchaus von genau der Ware, die in öffentlichen Bücherschränken steht?
Warum soll man den blutsaugenden und die Ware künstliche verteuernden Blutsauger bezahlen, wenn es billiger geht.

Auf der einen Seite jammerst du über den Kapitalismus, willst dann aber seine Mechanismen (dem Buchmarkt Bücher entziehen um den Preis hoch zu halten)wenn es dir hilft.

Und mal auf Hochdeutsch: Der Preis von gebrauchten Büchern interessiert mich einen Scheiß, da davon nichts dem Autor zufließt.

Abgesehen davon zeugen Bücherschränke doch davon dass Menschen Bücher was wert sind.
Sie tragen sie lieber durch die halbe Stadt um sie irgendwo zu verschenken, als sie einfach in den Müll zu schmeißen.

DAS zeugt von mehr LIEBE zum Buch, als sie im Keller zu verstecken um den Preis oben zu halten.


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Saxnot555
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20.10.2016 um 08:59
@groucho
Gaanz ruuuhig... Erst mal durchatmen....

Ich gebe mich nicht als Experte aus. Ich jammere auch nicht. Das ist nicht meine Art. Schon gar nicht über den Kapitalismus...

Ich habe eine Frage gestellt. Du mußt nicht darauf antworten.

Aber den "Unterschied zwischen Standorthandel und Versandhandel" habe ich weder "gerade bemerkt", noch überhaupt angesprochen. Seit dreißig Jahren lebe ich sozusagen - als einfacher Leser - in Antiquariaten und profitiere vom teilweise erstaunlichen Fachkenntnissen der Antiquare, die manchmal das Wissen von z.B. Bibliothekaren, selbst an wissenschaftlichen Bibliotheken, übersteigen. Schon immer waren Antiquare auch Versandhändler. Deshalb haben sie zunächst nach der Etablierung des Internets von dieser Entwicklung auch erheblich profitiert. Mittlerweile hat sich dieser Trend leider umgekehrt. Das Sachwissen der etablierten Antiquariate geht verloren und damit die Wertschätzung des Kulturgutes Buch.

Die Betreiber des öffentlichen Bücherschrankes in meiner Heimatstadt stempeln unterschiedslos jedes Buch das hineingestellt wird mit einem fetten häßlichen Handstempel in den Deckeln, auf den vorderen und hinteren Vorsätzen, auf dem Titelblatt und gern auch noch im Buchblock: "Eigentum des öffentlichen Bücherschranks von... VERKAUF VERBOTEN..." Gestempelt werden auch Bücher aus den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts oder interessante literarische Erstausgaben. Damit sind die Bücher dann ruiniert. Und der Leser, der das Buch mit nach Hause genommen und gelesen und einige Monate oder Jahre behalten hat, fragt sich dann wohin er es am Ende abgeben soll. Verkaufen darf er es nicht, die Kinder interessieren sich nur für Minecraft, der öffentliche Bücherschrank ist immer prall gefüllt. Aber in der Altpapiertonne ist im Zweifel immer Platz...


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20.10.2016 um 09:07
Saxnot555 schrieb:stempeln unterschiedslos jedes Buch das hineingestellt wird mit einem fetten häßlichen Handstempel
Solche Praktiken gibt es hier nicht.
Das fände ich auch nicht sehr schön, wenn man ein Buch so verunstaltet.

Bei uns sind lediglich Schilder an den Schränken, nicht mehr als drei Bücher mitzunehmen und auch welche reinzustellen.
Es ist ganz selten, daß dort mal ein etwas wertvolleres Buch landet, aber es kommt vor.


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