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Das Leben ohne Identifikation

22 Beiträge, Schlüsselwörter: Ich, Erleuchtung, EGO, Identifikation, Bewusstheit

Das Leben ohne Identifikation

18.11.2018 um 22:40
Zum Nachdenken hat mich diese Kritik hier an Eckhart Tolle gebracht:

http://www.spiritueller-blog.com/irrtuemer-kritik-an-Eckhart-tolle

Jetzt mal davon ab, dass ich den Autor etwas primitiv finde...

Dass ein Wert legen auf Äußerlichkeiten wohl eindeutig vom Ego kommt hab ich mir auch gedacht, doch was heißt das dann? Gibt es jemanden von euch dem das eigene Aussehen, Kleidung, Frisur völlig egal ist?

Was macht man denn so als Befreiter vom Ego und/oder vom Ich. Hat man da überhaupt Hobbies? Einen Musikgeschmack?
Isst man dann nicht eigentlich auch nur zu Erhaltungszwecken gerade so viel wie nötig?

Ich versteh nicht so ganz was über bleibt, wenn man die Identifikation ablegt und ob das wirklich erstrebenswert ist.


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Das Leben ohne Identifikation

18.11.2018 um 22:56
Mir ist mein aussehen nicht egal und ich mach daraus auch nicht das wichtigste. Die mitte ist perfekt und so kann es nur funtipnieren.


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Das Leben ohne Identifikation

19.11.2018 um 09:57
Ich persönliche lege keinen wirklichen wert auf äußerlichkeiten, das eigene aussehen ist mir aber auch nicht völlig egal. Allerdings mache ich daraus keine große sache. Schwarz passt zu allem und am besten zu schwarz. Hier oder da nen loch ist mir ebenfalls egal. Wo die gleichgültigkeit allerdings aufhört, ist beim kleidungsstil. Ich trage das, was mir gefällt, es ist mir aber wiederrum egal, ob es anderen gefällt oder ob das altbacken oder der neuste trend ist.

Was allerdings die frisur angeht, besteht diese nur aus faulheit..... lange haare, weil keinen bock zum frisör zu gehen, zu nem zopf zusammengezwirbelt, weil am wenigsten nervig. Wie das aussieht, ist mir schnuppe... ich muss es ja nicht sehen :D


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Das Leben ohne Identifikation

19.11.2018 um 19:13
Mir war es bis ins Erwachsenenalter größtenteils völlig egal, was ich anhatte, welche Frisur ich trug. Ich nahm das als so einen Nebenfaktor wahr (tue ich in gewissem Maße immer noch) und mir war das alles recht egal. Inzwischen habe ich zumindest meinen Kleidungsstil an mein inneres Gefühl angepasst und fühle mich damit auch wohler.
Dziuny schrieb:Was macht man denn so als Befreiter vom Ego und/oder vom Ich. Hat man da überhaupt Hobbies? Einen Musikgeschmack?
Isst man dann nicht eigentlich auch nur zu Erhaltungszwecken gerade so viel wie nötig?
Rein theoretisch heißt frei vom Ego sein, dass du alles sachlich, ungewertet wahrnimmst. Du würdest also nichts mehr schön oder schlecht finden, sondern es wäre "einfach das, was es ist".
Gerade das gibt eigentlich gut wieder, warum ich es immer wieder etwas fragwürdig finde, warum man in der Spiritualität sein Ego loswerden soll. Wir haben ein Ego um hier auf Erden als Menschen klarzukommen. Eine Richtungsänderung, mal im charakterlichem Sinne das Ego zurechtzustutzen finde ich eine gute Sache, dieses psychische Werkzeug aber als Feindbild in Einem abschaffen zu wollen, finde ich nicht gut.
Zumindest nicht, wenn es als permanenter Zustand angestrebt wird, denn dadurch gehen auch genug soziale Kompetenzen flöten. Wenn du das "ich" nicht mehr ernst nimmst, sondern nur noch das "wir" führt das in unserer Gesellschaftstruktur zwangsläufig zu Problemen.
Ob das in den anderen Kulturen, wo das strikter gelebt wird, anders gehandhabt wird, kann ich nicht beurteilen - aber hier hat es ein egoloser Mensch alles andere als leicht.


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Das Leben ohne Identifikation

19.11.2018 um 19:18
Ich finde ego wird total stigmatisiert. Viele reden von ego so als wäre es was furchtbar böses. Du findest dich nur gut dann bist du für manche leute arrogant. Du findest du hast was gut hinbekommen dann kriegst du sowas zu hören wie eigenlob stinkt. Du siehst sachen positiv dann hast eine rosarote Brille auf.


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Das Leben ohne Identifikation

08.12.2018 um 15:23
Als "Erwachter" ist man nicht anders. Nur die Erkenntnis darüber, dass es das Ich oder Ego nicht gibt wurde erlangt.


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Das Leben ohne Identifikation

12.12.2018 um 00:49
PeterThomas schrieb am 19.11.2018:Ich finde ego wird total stigmatisiert. Viele reden von ego so als wäre es was furchtbar böses. Du findest dich nur gut dann bist du für manche leute arrogant. Du findest du hast was gut hinbekommen dann kriegst du sowas zu hören wie eigenlob stinkt. Du siehst sachen positiv dann hast eine rosarote Brille auf.
Da is was dran. ;)
cornsen schrieb am 08.12.2018:Als "Erwachter" ist man nicht anders. Nur die Erkenntnis darüber, dass es das Ich oder Ego nicht gibt wurde erlangt.
Und welches Ich hat dann diese Zeilen geschrieben?


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Das Leben ohne Identifikation

12.12.2018 um 01:00
MysteriousFire schrieb am 19.11.2018:Rein theoretisch heißt frei vom Ego sein, dass du alles sachlich, ungewertet wahrnimmst. Du würdest also nichts mehr schön oder schlecht finden, sondern es wäre "einfach das, was es ist".
Rein praktisch gesehen gibt es noch andere Ebenen als das Denken (Bewerten). Ich denke, so ein Zustand setzt ein Gleichgewicht zwischen Denken und Fühlen voraus, insofern kann intuitiv oder mit Bauchgefühl entschieden werden nach gefühlsmässiger Wahrnehmung. Das ist dann auch wertfrei.

Das heisst aber nicht, dass es kein "etwas ist gut oder schlecht für einen selbst" (für jemand anderes kann man ja nicht entscheiden oder aus dessen Sicht sehen) gibt, sondern dass man nachfühlt oder auch an Nachwirkungen einer person z.B. nachspürt, ob es einem gut tut oder nicht. Das ist dann ein Wahrnehmen und Fühlen und auch keine (Be)wertung. Und jeder hat das Recht für sich selbst zu entscheiden, was man für sich "gutes" sich zufügt (durch bestimmtes Äußeres, was man für sein Leben annehmen kann oder eben nicht) bzw. was man als schädlich (schlecht) für sich selbst empfindet oder wirkungstechnisch wahrnimmt.
Deshalb wird dann eine andere Person noch lange nicht abgewertet, sondern man zieht Konsequenzen aus dem, was ist und wie es wirkt, ohne jemandem eine Schuld zu geben oder zu denken, das ist ein schlechter Mensch. Nein, es ist einfach die Kombination, die dann nicht passt und das entscheiden kommt aus der Wahrnehmung, wie die Situation ist.


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Das Leben ohne Identifikation

12.12.2018 um 07:12
@Dziuny
Das Buch könnte Dich interessieren: https://www.amazon.de/Verflixte-Erleuchtung-Schmetterling-unter-Raupen/dp/395219669X/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1544595110&s...


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Das Leben ohne Identifikation

12.12.2018 um 18:02
@Liquida
Das fühlte sich gut an diese Zeilen von dir zu Lesen. ;)
Wenn man ein Kind ist lässt man auch seinen Gefühlen freien Lauf und denkt nicht darüber nach was jetzt richtig wäre zu fühlen oder wie zu reagieren. Da möchte ich wieder vollständig hingelangen. Immer wenn ich es schaffe im Moment zu leben und ein Gefühlsausbruch kommt fühlt es sich auch richtig an, wobei ich auch im Nachhinein versuche das nicht groß zu analysieren.

@stereotyp
Danke, da bin ich mal gespannt. Werde ich lesen.


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Das Leben ohne Identifikation

13.12.2018 um 10:51
Liquida schrieb:Und welches Ich hat dann diese Zeilen geschrieben?
Es braucht kein Ich um diese Worte zu schreiben. Genauso wie das Fließen eines Flusses, erscheinen Worte auf dem Bildschirm.


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Das Leben ohne Identifikation

13.12.2018 um 12:44
@cornsen
Das wiederum klingt nach dem unendlich tippendem Affen. Das untergräbt (meiner Meinung nach) wofür das "Ich" da ist, es ist nämlich eben genau für die Ausführung dieser Ausformulierung notwendig.
cornsen schrieb:Genauso wie das Fließen eines Flusses, erscheinen Worte auf dem Bildschirm.
Das was dabei herauskommt, würde viel zu unkonkret werden...


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Das Leben ohne Identifikation

13.12.2018 um 14:04
cornsen schrieb:Es braucht kein Ich um diese Worte zu schreiben
Um etwas zu schreiben braucht es ein Bewusstes Ich um dies auszuführen.
Von nichts kommt auch nichts.
Etwas ohne Ich Bewusstsein kann nun einmal nichts tun.


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Das Leben ohne Identifikation

13.12.2018 um 15:56
KAALAEL schrieb:Um etwas zu schreiben braucht es ein Bewusstes Ich um dies auszuführen.
Von nichts kommt auch nichts.
Etwas ohne Ich Bewusstsein kann nun einmal nichts tun.
Braucht es das? Brauchst es ein Ich-Bewusstsein damit dein Herz schlägt, dein Lunge atmet oder sind das nicht auch Mechanismen die einfach so funktionieren? Wo sitzt das Ich welches alles was wir tun steuert und kontrolliert?


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Das Leben ohne Identifikation

13.12.2018 um 16:00
MysteriousFire schrieb:Das was dabei herauskommt, würde viel zu unkonkret werden...
Der Verstand erfüllt auch ohne ein Ich seine Funktion.


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Das Leben ohne Identifikation

14.12.2018 um 05:37
@Dziuny

Danke.
Dziuny schrieb:Wenn man ein Kind ist lässt man auch seinen Gefühlen freien Lauf und denkt nicht darüber nach was jetzt richtig wäre zu fühlen oder wie zu reagieren.
Interessanter Aspekt - stimmt. Man kann das ja als Erwachsener kontrollierter machen. Also mit Bewusstsein.
cornsen schrieb:Es braucht kein Ich um diese Worte zu schreiben. Genauso wie das Fließen eines Flusses, erscheinen Worte auf dem Bildschirm.
Aber Finger..und etwas, was diese Finger schreiben lässt.
MysteriousFire schrieb:Das was dabei herauskommt, würde viel zu unkonkret werden...
Ab jetzt geht es tatsächlich ins Unkonkrete, wenn man es genauer analysieren möchte..
KAALAEL schrieb:Um etwas zu schreiben braucht es ein Bewusstes Ich um dies auszuführen.
Das würde ich nochmal einzelner betrachten und sagen, dass es ein bewusstes Ich braucht, um diese Zeilen erstmal zu erschaffen, also zu denken.
Der, der es denkt, müsste nicht zwingend der sein, der es ausführt.
Wenn das der Fall wäre, müsste der Ausführende sein Ich in das Ich des Denkenden eingefügt haben, oder beiseite gestellt haben (symbolisch), um ein anderes Ich führen zu lassen.
cornsen schrieb:Braucht es das? Brauchst es ein Ich-Bewusstsein damit dein Herz schlägt, dein Lunge atmet oder sind das nicht auch Mechanismen die einfach so funktionieren? Wo sitzt das Ich welches alles was wir tun steuert und kontrolliert?
Hm, es gibt auch noch das vegetative Nervensystem, das Körperfunktionen steuert, und dieses ist nicht direkt mit dem ich verknüpft. Dann noch das Immunsystem, das längerwährend arbeitet und nur durch längere Einwirkung beeinflussbar ist.
Muskeltätigkeiten werden denke ich vom Ich aus befohlen durch den Umsetzungsimpuls beim Denken.


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Das Leben ohne Identifikation

27.12.2018 um 19:19
Also nochmal zum Anfang.
Musikgeschmack hab ich schon noch. Auch noch denselben wie früher.

Hobbies auch, klar.

Aber es fühlt sich schon alles anders an als früher.

So abgespalten von sich selbst zu sein. Ich könnte in komplett weißen Klamotten draußen rumlaufen.

Aber da ist schon das Bedürfnis diese Rolle weiter zu spielen.
Man muss es ja auch in dieser Gesellschaft.

Wenn ich mal weniger in dieser Ich-Identität bin, merke ich schon wie es andere verwirrt. Dann fühlt es sich für mich auch schwer an, über "mich" zu reden. So als müsste ich mich an einen Charakter aus einem Film erinnern.

Solange habe ich mich krank und falsch deshalb gefühlt.
Das tut es jetzt nicht mehr. Aber trotzdem abgefahren.


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Das Leben ohne Identifikation

28.12.2018 um 10:43
Dziuny schrieb:Aber es fühlt sich schon alles anders an als früher.

So abgespalten von sich selbst zu sein.
Wer ist abgespalten von was? Ein Jemand der von einem Ich abgespalten ist? Ein Ich hinter einem Ich? Und dahinter vielleicht noch ein Identität?
Abspaltung ist auch nur eine Illusion. Versuche doch mal mit deinen Sinnen zu schauen, wo genau du eine Trennung findest. Es wird nicht leicht, vielleicht unmöglich?


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Das Leben ohne Identifikation

28.12.2018 um 18:34
cornsen schrieb:Wer ist abgespalten von was? Ein Jemand der von einem Ich abgespalten ist? Ein Ich hinter einem Ich? Und dahinter vielleicht noch ein Identität?
Ja gute Frage, macht es denn einen Unterschied ob gespalten oder verdoppelt?
Oder hat man nur die Perspektive gewechselt und nimmt das Ich der Vergangenheit als getrennt von dem jetzigen wahr?
Ich kann nur sagen, ich hab mich früher auch schon manchmal wie ein Schauspieler gefühlt und danach gesehnt Eins mit mir selbst zu sein.
Jetzt sehe ich, die Rolle war nie ich, aber anstelle so zu werden wie ich bin, habe ich versucht wie die Rolle zu werden.
cornsen schrieb:Abspaltung ist auch nur eine Illusion.
Eine Illusion ist auch eine Illusion.
cornsen schrieb:Versuche doch mal mit deinen Sinnen zu schauen, wo genau du eine Trennung findest. Es wird nicht leicht, vielleicht unmöglich?
Ja? Wie meinst du das jetzt? Generell eine Trennung oder die vom Ich zur Person?


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Das Leben ohne Identifikation

28.12.2018 um 19:45
In vielen esoterischen "Lehren" wird von ego Auflösung oder vom Ego brechen geredet. Das ist auch nicht der richtige Weg und einfach eine fehlinterpretation dieser Menschen.

Das ego entwickelt sich so ca im Alter von 3 Jahren, wird auch die Trotzphase genannt, da sagt man dan auch gerne mal nein zu allem. :)

Das ego ist hier zum Überleben, gleich wie unser Verstand, der Unterschied das der Verstand ein Werkzeug ist, also neutral.

Das Problem von dem alle reden wenns ums ego geht ist, dass es unseren Verstand und unsere Gedanken gerne gegen unser Selbst benutzt um uns weiter davon zu überzeugen das wir getrennt von allen und "Gott" sind.

Das ego ist der Teil des Geistes der glaubt wir sind getrennt, einsam und allein, dabei ist im Geiste alles verbunden.

Daher kann man das ego nicht auflösen oder töten, das Ziel ist es mit spiritueller Arbeit die Muster zu durchschauen und es wider in unserer Mitte zu integrieren, es wird wieder teil des ganzen.
Es wird immer da sein und immer bewerten, aber wir vertrauen dan unserem höheren Selbst.

Das ist meine Meinung, Eckhard Tolle finde ich persönlich sehr gut.


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