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"Fühlt" der Mensch, wie viel Zeit er hat?

23 Beiträge, Schlüsselwörter: Zeit, Alter, Jugend + 3 weitere

"Fühlt" der Mensch, wie viel Zeit er hat?

20.02.2020 um 13:39
Hallo in die Runde!


Dies ist mein erster Thread, also würde ich mich über Nachsicht freuen. In der Suchfunktion habe ich nichts passendes gefunden.

Mir geht es darum, dass ich schon seit langem, aber vor allem in der letzten Zeit das Gefühl habe, dass mir die Zeit davon läuft. Zeit nicht im Sinne von den Stunden, die mir am Tag zur Verfügung stehen, um alles mögliche zu erledigen, man müsste es schon "Lebenszeit" oder dergleichen nennen. Dabei möchte ich vorab betonen, dass ich (soweit ich weiß) vollauf gesund bin und auch keinerlei Absichten habe, etwas daran zu ändern! Ich mag mein Leben ganz gerne.

Aber von vorne. Mir war schon als Kind oft so, dass ich glaubte, die Zeit würde zu schnell vergehen. Meine Eltern sind getrennt, seit ich denken kann, waren aber immer gute Freunde und ich musste mich nie mit Streitereien herumschlagen, noch war einer von beiden über längere Zeiträume nicht für mich da, also glaube ich nicht, dass ich unter irgendeinem nennenswerten Kindheitstrauma leide.

Ich weiß von Freunden, Bekannten und Anonymen aus dem Internet, dass sich die Kindheit für viele Menschen unglaublich lange angefühlt hat, und je älter man wird, umso schneller vergeht die Zeit.

Hier einige Artikel zu diesem beschleunigten Zeitgefühl im Alter (keine Gewähr auf Richtigkeit der Informationen):


https://karrierebibel.de/zeitgefuehl/

https://www.swr.de/wissen/1000-antworten/wissenschaft-und-forschung/Psychologie-Warum-vergeht-die-Zeit-im-Alter-schneller,av-o1132295-100.html

https://www.zeit.de/zeit-wissen/2014/05/zeit-wahrnehmung-verlangsamung


Soweit, so gut. Das erscheint mir alles sehr logisch, aber warum denke ich mit meinen 20 und noch was Jahren dann immer, dass mir die Zeit davonläuft?
Morgen bist du schon zu alt, um Kinder zu bekommen. Fahr lieber dieses Jahr in deinen lang ersehnten Urlaub, wer weiß, wie viel Zeit du dafür noch hast. Ich könnte lange so weitermachen!
Ich weiß nicht, ob ich an ein Schicksal glaube. Ob ich glaube, dass Menschen eine "vorbestimmte" Lebenszeit haben, denn die Zukunft kann sich immer ändern.
Hierzu auch ein Artikel:


https://www.wissenschaft.de/gesundheit-medizin/liegt-unsere-lebensdauer-in-den-genen/


Zum Knackpunkt meiner Frage: Glaubt ihr, dass man spürt, wie lange man zu leben hat, ausgenommen man hat beispielsweise eine schwere Krankheit und beschäftigt sich mit dem Thema? Warum gibt es Bekloppte wie mich, die niemals dieses "Du hast ja Zeit"-Gefühl haben? Ahnt man irgendwo, was einem "bevorsteht"? Wenn ich darüber nachdenke, gruselt es mich ein wenig. Wie nehmt ihr eure Zeit wahr?

Das Thema beschäftigt mich wirklich sehr und ich wäre über Einschätzungen / Meinungen dankbar :-)


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"Fühlt" der Mensch, wie viel Zeit er hat?

20.02.2020 um 14:36
@Nordlys

Als Foren-Mummelgreis (65) kann ich bestätigen: Bergab laufen die Pferde schneller. Als Kind hat man die Tage bis Weihnachten vorm Adventskalender wie Jahre empfunden und die Stunden bis zur Bescherung eben so lange. Heute stellt man fest: Oh, schon wieder Weihnachten? Welches Jahr? Und habe ich nicht erst gestern den Baum abgeschmückt?


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"Fühlt" der Mensch, wie viel Zeit er hat?

20.02.2020 um 15:46
Zitat von NordlysNordlys schrieb:Glaubt ihr, dass man spürt, wie lange man zu leben hat, ausgenommen man hat beispielsweise eine schwere Krankheit und beschäftigt sich mit dem Thema? Warum gibt es Bekloppte wie mich, die niemals dieses "Du hast ja Zeit"-Gefühl haben? Ahnt man irgendwo, was einem "bevorsteht"? Wenn ich darüber nachdenke, gruselt es mich ein wenig. Wie nehmt ihr eure Zeit wahr?
Ich glaube nicht das spürt wie lange man zu leben hat. Alle Menschen, die ich im Laufe des Lebens unerwartet verloren habe (durch Unfälle oder ähnliches) waren von ihrem eigenen ableben sicher genauso überrascht wie ich ;-)

Warum Menschen Zeit wie du fühlen weiß ich nicht... aber ist es denn wirklich „die Zeit“ die dich unter Druck setzt oder eher die „to-Do-Liste“ die du für dich (vielleicht unterbewusst?) hast.

Es gibt ja die „midlife crisis“ nicht ohne Grund. Irgendwann merkt man halt das man nicht mehr alle weichen im Leben neu stellen kann und will dann vielleicht nochmal in dem einen oder anderen Bereich Gas geben. Was ich persönlich völlig okay finde.

Ich persönlich nehme meine Zeit ganz entspannt war. Ich weiß das jeder Tag mein letzter sein könnte und versuche bewusst zu leben und das schon recht lange. Ich sage mir aber auch, das die Zeit zwischen 60 und 90 einfach mal 30 Jahre sind - genauso viel wie zwischen 20 und 50.
Der Gedanke ist einerseits entspannend, andererseits motiviert er mich schon, mich so zu verhalten das ich diese Zeit möglichst schön genießen kann.


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"Fühlt" der Mensch, wie viel Zeit er hat?

20.02.2020 um 15:48
@Nordlys

Tja, das ist (bei mir jedenfalls) tatsächlich so. Wenn ich zurück denke an meine Schulzeit, 6 Wochen Sommerferien schienen unendlich lang zu sein. Und allein schon die Zeit, bis man endlich 18 war, und die Alten einem nichts mehr zu sagen hatten... endlos.
Jetzt, je älter ich werde, desto schneller rennt die Zeit. Kommt mir vor wie neulich, dass ich 40 geworden bin, tatsächlich bin ich vor 3 Wochen 51 geworden. 3 Wochen Urlaub verstreichen auch wie im Flug. Kaum angefangen, schon vorbei. Dafür zieht sich komischerweise die letzte Arbeitswoche vorm Urlaub wie Kaugummi, die will einfach nicht vorüber gehen.


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"Fühlt" der Mensch, wie viel Zeit er hat?

20.02.2020 um 15:53
Viel schlimmer finde ich es ja, das die Zeit ruckzuck vergeht aber ich oft nicht weiß, was ich im letzten Jahr eigentlich konkret geleistet habe obwohl man ja doch immer irgendwie beschäftigt ist :nerv:


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"Fühlt" der Mensch, wie viel Zeit er hat?

20.02.2020 um 16:06
Auch ich weiß nicht, wo die vielen Jahre geblieben sind. Eben war noch der Wechsel ins neue Jahrtausend und zack, ist es schon 20 Jahre später.
Mit dem Älterwerden scheint die Zeit immer schneller zu vergehen.

Und wie schnell das Leben zu Ende gehen kann, habe ich bei einem Unfall zuhause gemerkt. Wäre ich da nicht mehr aufgewacht, wäre ich tot. Schmerzfrei. Bewusstlosigkeit spürt man ja nicht.
Zumindest weiß ich jetzt, dass sterben nicht weh tut. Nur der Kampf ums Überleben, wenn man aufwacht.

Das war ein Warnschuss. „Pass auf dich auf, sollte das heißen. Du hast zum großen Teil deine Lebenszeit in der Hand.“ Verstanden.
Seit dem bin ich sehr achtsam geworden. Und was gestern noch wichtig war, ist es heute nicht mehr.
Es verschiebt sich einiges, wenn man dem Tod nahe war.


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"Fühlt" der Mensch, wie viel Zeit er hat?

20.02.2020 um 16:22
Zitat von NordlysNordlys schrieb:Mir geht es darum, dass ich schon seit langem, aber vor allem in der letzten Zeit das Gefühl habe, dass mir die Zeit davon läuft. Zeit nicht im Sinne von den Stunden, die mir am Tag zur Verfügung stehen, um alles mögliche zu erledigen, man müsste es schon "Lebenszeit" oder dergleichen nennen. Dabei möchte ich vorab betonen, dass ich (soweit ich weiß) vollauf gesund bin und auch keinerlei Absichten habe, etwas daran zu ändern! Ich mag mein Leben ganz gerne.
Das Gefühl hab ich auch schon lange, und ich bin jetzt grad mal 30. :D Liegt vielleicht daran dass man als Kind eben so schnell wie möglich alt werden wollte und ab einem gewissen Alter will man eben einfach nicht mehr so schnell älter werden und dann gehen die Jahre schneller vorbei.


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"Fühlt" der Mensch, wie viel Zeit er hat?

20.02.2020 um 16:40
@Jörmungandr

Ich glaube eher, dass man als Kind ständig Neues lernt, und deshalb die Zeit langsamer zu vergehen scheint. Das Gehirn muss Vieles verarbeiten.

Je älter man wird, desto mehr kennt man schon. Das Neue wird immer seltener, und das Gehirn kann sich locker im Schädel herumräkeln. Dadurch scheint die Zeit schneller zu vergehen.

Wenn du erst 30 bist, dann wart mal ab...


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"Fühlt" der Mensch, wie viel Zeit er hat?

20.02.2020 um 16:42
Zitat von allmotlEYallmotlEY schrieb:Ich glaube eher, dass man als Kind ständig Neues lernt, und deshalb die Zeit langsamer zu vergehen scheint. Das Gehirn muss Vieles verarbeiten.
Würde ich dir zum Teil zustimmen. Allerdings hab ich mit 23 nen Realschulabschluss nachgemacht, danach Abi und Studium, also war da schon sehr viel neues, bin zusätzlich auch noch umgezogen und trotzdem kam mir die Zeit, je älter ich werde schneller vor. Und 30 reicht mir, muss eigentlich nicht viel älter werden. :D Werde dieses Jahr wohl einfach meinen 2. 30. feiern. Und danach meinen 3.


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"Fühlt" der Mensch, wie viel Zeit er hat?

20.02.2020 um 16:48
@Jörmungandr

Natürlich empfindet es jeder Mensch anders. Auch bei mir gibt es immer noch Neues. Wenn ich meine Umgebung aufmerksam und mit allen Sinnen wahrnehme.

Ich bin 60 und die Zeit rennt. Außer, wenn ich an die Rente denke, dann ist sie immer aus der Puste. Aber eben, die Rente ist halt nichts Neues. Da kann man als Zeit schon mal lahmen.


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"Fühlt" der Mensch, wie viel Zeit er hat?

20.02.2020 um 16:49
@allmotlEY

Dann würde ich an deiner Stelle jeden Tag an die Rente denken und die nächsten paar Jahre kommen dir vor wie die 30 davor. :D


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"Fühlt" der Mensch, wie viel Zeit er hat?

20.02.2020 um 16:52
@Jörmungandr

Aber das ist doch Mist. Ich will möglichst schnell in Rente. Du bist mir vielleicht ein Ratgeber...

Und wenn wir hier chatten, wird gelöscht und ggf. gesperrt. Also, nimm dir Zeit und nicht die Freiheit.


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"Fühlt" der Mensch, wie viel Zeit er hat?

20.02.2020 um 16:58
@Nordlys

In Zeiten der Arbeitssuche, stagnierte kurze Zeit mein Alltag, mit Job, Haushalt,
Familie und Freunden und auch mein Zeitgefühl verschob sich unschön.


Zu viel Zeit will verplant sein und nicht
vertrödelt. Habe ehrenamtlich angefangen, die vielen freien Stunden zu nutzen. Dadurch verflüchtigt sich das Gefühl: genug Zeit zu haben - langsamer- .

Es ist ein Luxus sich auch mal zu langweilen.
Ein medienfreies Wochenende gibt einem Freitag Mittag das Gefühl des Durchatmens und Zeit habens, besser ist das Gefühl im Urlaub mit mindestens drei Wochen und mehr im Kleinen gefühlt.


Aber über Jahre geht es mir auch so:
"Was solange arbeite ich schon dort....,
Solange ist 9/11 her oder 31.12.1999".

Ich gönne mir öfters den Luxus, auf die Bremse zu treten.....im Sommer in der Sonne sitzen, ohne Musik/Handy/Mitmenschen und langsam Entschleunigung anstreben.


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"Fühlt" der Mensch, wie viel Zeit er hat?

20.02.2020 um 17:34
Was ist jetzt das Thema? Das Zeitgefühl oder das Wissen über Lebensspanne. Im Falle des letzteren, so verstehe ich die Frage, nein, denn das wäre sonst doch bekannt, wenn man das wüsste, da spricht man doch drüber und das dann ja auch schon seit Menschengedenken. Das hätte dann auch Kultur beeinflussende Qualität. Ich glaube aber, daß man merkt, daß man stirbt. Je nach Ursache früher oder später. Das variiert aber nur gering auf Tage bezogen, in der Zeit unmittelbar vor dem Tod. Und das Unfallopfer praktisch Zeitgleich mit Eintritt des Todes.

Ich glaube eher, daß Du einfach ein eher ängstlicher Mensch bist. Daher machst Du Dir diese Gedanken um den Urlaub und sowas. Ob das normale "Sorgen" sind, die auch zu guten Ergebnissen führen können, oder krankhafte Zukunftsängste bzw. Anpassungsstörungen sind, kann Dir nur ein Profi sagen. Solange diese Themen aber nicht Dein Leben bestimmen, ist das in meinen Augen vollkommen Gesund und überflüssig. Man muss sich ja im eigenen Verhalten auch reflektieren. Und fa kann die Frage nach dem richtigen Urlaubs Zeitpunkt ja durchaus irgendwann mal von relevanz sein. Wenn man sich dann eben aber auch ohne Qual für etwas entscheidet.


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"Fühlt" der Mensch, wie viel Zeit er hat?

20.02.2020 um 17:43
Wenn man sich zu viel Zeit nimmt darüber nachzudenken, wieviel Zeit man denn noch hat - so rinnt die wertvolle Zeit nicht nur durch die Finger - sondern man verpasst eben auch das, was man anstelle dessen hätte tun können..

Lebe einfach :)


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"Fühlt" der Mensch, wie viel Zeit er hat?

20.02.2020 um 17:45
Das bringt meine Sermon auf den Punkt. Danke.


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"Fühlt" der Mensch, wie viel Zeit er hat?

20.02.2020 um 18:06
Seit ich auf die 50 zugehe und einige (glücklicherweise wenige) meiner Freunde bereits verstorben sind, denke ich öfters über das Thema Zeit und Lebenszeit nach.

Es ist tatsächlich so, dass man als Kind das Gefühl hat, die Kindheit dauert ewig. Auch mein Studium so im Rückblick ... da war es aber einfach so, dass man einfach mal "gemacht" hat. Ich habe mich da mehr getraut. Wenn ich heute sehr gestresst bin und ein paar Tage frei habe, dann zwinge ich mich, die ersten drei Tage sehr viel zu machen. Dann habe ich nämlich unterbewusst das Gefühl, dass ich viel mehr erlebt habe und die Zeit länger ist. Daher kann man Zeit auch austricksen.

Zu Zeiten, als meine drei Kinder klein waren, hatte ich oft das Gefühl, dass sich so ein Tag unendlich hinzog - man war schon müde und ausgelaugt und die Kinder hatten noch immer Energie. Im Dorf sagte mal eine alte Frau "die Tage sind sehr lang, aber die Jahre sind kurz". Das stimmt.

Ich hatte drei unverheiratete Tanten, die alle über 90 wurden. Die letzte von ihnen sagte immer, dass die letzten Lebensjahre wie Jahrzehnte wären, da sie alleine war (sie hatten zusammen gelebt, sie war "halt" übrig, auch das soziale Umfeld war weggestorben), keinen Hobbys mehr nachgehen konnte (stricken, Garten, ... ging alles nicht mehr), wenig Leute traf (sie konnte nicht mehr zur Kirche gehen) und sie verbrachte Stunden damit, mit geschlossenen Augen auf dem Sofa zu sitzen und über "früher" nachzudenken. Sie betete täglich dafür, endlich auch geholt zu werden.


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"Fühlt" der Mensch, wie viel Zeit er hat?

20.02.2020 um 19:32
Meine Mutter hat sich im August 2012 eine teure Jacke gekauft, sie mit der Quittung in den Schrank gehangen und zu meinem Papa gesagt, dass er sie so zurück bringen könne, falls sie stirbt.
Im Juni 2013 ist sie an Krebs verstorben, die Diagnose kam erst im Januar 2013, vorher war sie kerngesund bzw. ohne Beschwerden.

Also ich glaube schon, dass man merkt, wenn einem die Zeit abläuft.

Mir macht der Gedanke der vorherigen Beitrages eher Angst: Alt und einsam zu sein und keine Möglichkeit mehr zu haben irgendwelchen Hobbies nachzugehen.

Ich habe das Gefühl ich habe noch alle Zeit der Welt.


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"Fühlt" der Mensch, wie viel Zeit er hat?

20.02.2020 um 20:03
Ich denke nicht dass man das so pauschal sagen kann...jeder Mensch empfindet ja anders. Es kommt vermutlich darauf an, wie feinfühlig man ist. Man kann ja aber niemanden mehr fragen, ob er vorher gespürt hat das er stirbt.
Ich könnte mir aber schon vorstellen, dass man vielleicht irgend ein Gefühl vorher empfindet. Als ich mir z.B. damals als Kind den Arm gebrochen habe, habe ich vorher den ganzen Tag schon so ein komisches Gefühl gehabt. Als würde irgend etwas passieren, ich sollte dann ja auch Recht behalten.
Aber wie gesagt, ich denke das es bei jedem individuell ist.


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"Fühlt" der Mensch, wie viel Zeit er hat?

20.02.2020 um 21:24
Zitat von luckymeluckyme schrieb:Im Juni 2013 ist sie an Krebs verstorben, die Diagnose kam erst im Januar 2013, vorher war sie kerngesund bzw. ohne Beschwerden.
Also ich glaube schon, dass man merkt, wenn einem die Zeit abläuft.
Das tut mir Leid. Ich glaube, dass Leute da sehr unterschiedlich sind. Ein Freund meines Vaters (80+) stand morgens auf, frühstückte, bestellte online zwei Sachen, reservierte einen Tisch im Restaurant fürs Wochenende, sprach mit dem Briefträger, aß zu Mittag, legte sich aufs Sofa ... und wachte nie mehr auf.

Meine Oma (etwas älter) sagte eines Tages, dass sie nun den Ruf spüre. Sie ging ab da regelmäßig beichten, superregelmäßig in die Kirche (auch werktags), betete nun regelmäßig, las viel in der Bibel (machte sie sonst nie), ging auf den Friedhof und besuchte die Gräber von ihren Freundinnen - und lag kurze Zeit später tot in der Wohnung. Sie hat es gespürt, definitiv.
Zitat von luckymeluckyme schrieb:Mir macht der Gedanke der vorherigen Beitrages eher Angst: Alt und einsam zu sein und keine Möglichkeit mehr zu haben irgendwelchen Hobbies nachzugehen.
Ja, wobei ich immer nicht weiß, wieweit man sich dann noch umstellen kann/will. In der heutigen Welt gibt es ja für alles eine Lösung, z.B. Skype .... neue Hobbys (Hörbücher, etc.).

Meine Tante meinte immer, dass das Problem sei, dass die Welt, wie sie sie kannte, nicht mehr existierte (wuchs in der Landwirtschaft auf), die Menschen, die ihr viel bedeuteten, nicht mehr lebten, die Werte und Normen ihrer Jugend nicht mehr gelten würden und sie sich daher fremd fühlte. Sie verließ das Haus nicht mehr ... Es war auch immer so ein Diskussionspunkt, ob Selbstbestimmung da wirklich gut und richtig ist - vielleicht wäre sie in einer Tagespflege etc. nochmals aufgeblüht, aber sie wollte es nicht mehr probieren. Sie hat sich praktisch zu früh aufs Sterben vorbereitet.
Zitat von SleepingtimeSleepingtime schrieb:Ich könnte mir aber schon vorstellen, dass man vielleicht irgend ein Gefühl vorher empfindet. Als ich mir z.B. damals als Kind den Arm gebrochen habe, habe ich vorher den ganzen Tag schon so ein komisches Gefühl gehabt. Als würde irgend etwas passieren, ich sollte dann ja auch Recht behalten.
Ich glaube, es gibt Menschen, die so einen siebten Sinn haben. Und andere haben ihn nicht. Oben genannte Tante hat z.B. viel zu früh abgeschlossen. Andere fallen einfach tot um, mitunter sind sie noch nicht mal 50.


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