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Idiocracy - Ansprüche an uns selbst und unsere Zivilisation

21 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Menschen, Gesellschaft, Bildung ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Idiocracy - Ansprüche an uns selbst und unsere Zivilisation

04.10.2020 um 11:30
Es gab hier bereits einen Thread zum Thema Idiocracy, der sich eher um die Frage drehte, ob die Menschen in Deutschland immer dümmer werden.

Davon abgesehen interessiert mich aber die Frage, welche Ansprüche wir an uns selbst und an die Zivilisation, in der wir leben, überhaupt stellen?
Ich will nicht diskutieren ob wir im Durchschnitt dümmer werden, weil wir von "Uups die Pannenshow" aka "Aua, meine Eier" berieselt werden, quasi als gäbe es keine Möglichkeit sich zu dem widersetzen.

Ich wüsste vielmehr gern, was Eure Ansprüche an Euch selbst, an Eure Bildung, an Euren Einfluss auf die Gesellschaft und an die Zivilisation und deren Fortschritt sind.

Geht es Euch eher darum, dass Ihr, Eure Familie und vielleicht irgendwann alle Menschen mit dem Nötigsten versorgt leben können? Wäre Bildung in dem Szenario dann eher ein privates Hobby?
Haltet Ihr es für den Fortschritt für wichtig, dass die breite Masse eine gute Bildung erhält, oder muss Qualität für Euch nicht aus Quantität erwachsen, und wir können uns leisten, in der Breite mit einem geringen Bildungsniveau zu leben?
Unterstützt Ihr die These des Films, dass wir hinter dem zurückbleiben, was frühere Generationen für das Jahr 2020 an Fortschritt erwartet hatten, uns vielleicht sogar zurückentwickeln? Oder glaubt ihr, wir arbeiten an den richtigen Baustellen und seid zufrieden mit dem, was Ihr zum großen Ganzen beitragt?
Glaubt Ihr, Ihr habt einen nennenswerten Einfluss auf die Zivilisation, oder ist Eure Existenz vielleicht nur auf sozialer Ebene Eurer Familie und Freunde von Bedeutung? Falls letzters, glaubt Ihr, Ihr könnten Einfluss nehmen wenn Ihr es wolltet? Hattet Ihr je entsprechende Ziele oder erfüllt Ihr Eure Ziele vielleicht bereits?

Die Fragen sind bewusst breit gefasst, mich würde interessieren was die Allmy-User dazu denken und auch welche Fragen Ihr überhaupt beantworten mögt.


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Idiocracy - Ansprüche an uns selbst und unsere Zivilisation

04.10.2020 um 12:42
Die Abiturientenquote steigt und steigt, der Anteil der Hochschulabsolventen an der Gesamtbevölkerung hat sich in den letzten zwanzig Jahren verdoppelt. Vor diesem Hintergrund kann ich nur schwer nachvollziehen, wie man unserer Gesellschaft einen Mangel an Bildung attestieren kann. Im Gegenteil, jede funktionierende Gesellschaft braucht einen gewissen Anteil an weniger gebildeten Werktätigen. Diese müssen wir neuerdings importieren, weil kaum noch Inländer deren Jobs machen wollen.

Was Bildungsinhalte anbelangt, stehen die Dinge meiner Ansicht nach weniger gut. Ich befürchte, dass das ubiquitäre Smartphone die Fähigkeit der damit aufgewachsenen Generationen beeinträchtigt hat, sich konzentriert über einen längeren Zeitraum mit Themen zu befassen, sich Wissen systematisch anzueignen. Die Antwort auf fast jede Frage kann man rasch googeln, derart rasch und mühelos, dass der Anreiz (und, wie ich fürchte, auch die Fähigkeit) verloren geht, die Prinzipien zu verstehen, aus denen sich diese Antwort herleitet.

Es gibt auch so etwas wie körperliche Bildung. Auch dort sehe ich erhebliche Defizite. Wenn man sich heutzutage den Sportunterricht in einer beliebigen Schule anschaut, sieht man lauter schlecht koordinierte Körperklause, die schon Mühe haben, einen Ball zu fangen. Viele Kinder dürfen heutzutage nicht mehr draußen toben, wobei man sich solche Fertigkeiten automatisch aneignet, und das sieht man ihnen an. Viele von ihnen, viel mehr als noch vor einigen Jahren, besuchen später Fitnessstudios, aber das Training dort kann den Mangel an in der Kindheit erworbener Koordination und Reflexen nicht wettmachen.

Was meinen persönlichen Einfluss auf die Zivilisation anbelangt, so bin ich in der glücklichen Lage, diesen nicht nur zu haben, sondern auch zu sehen. Beruflich befasse ich mich mit der Vermittlung von hochbegabten jungen Menschen aus dem außereuropäischen Ausland an europäische Bildungseinrichtungen. Ich mache das kommerziell, aber es erfüllt mich zugleich mit Genugtuung, den Lebensweg junger Menschen (mit) zu gestalten, ihnen Chancen zu bieten, die sie sonst niemals hätten.


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Idiocracy - Ansprüche an uns selbst und unsere Zivilisation

04.10.2020 um 12:50
Zitat von XAEXAE schrieb:Unterstützt Ihr die These des Films, dass wir hinter dem zurückbleiben, was frühere Generationen für das Jahr 2020 an Fortschritt erwartet hatten, uns vielleicht sogar zurückentwickeln? Oder glaubt ihr, wir arbeiten an den richtigen Baustellen und seid zufrieden mit dem, was Ihr zum großen Ganzen beitragt?
Ich kenne jetzt zwar den fraglichen Film nicht, aber ich glaube schon, dass wir als Gesellschaft weit hinter unseren Möglichkeiten zurückbleiben. Gerade, was die Bildung angeht.
In meinen Augen hängt das vielfach mit einer Art Trotzreaktion der bildungsferneren Schichten zusammen, die so abgehängt sind von der Gesellschaft, dass sie einen Aufstieg gar nicht mehr anstreben, auch nicht für ihre Kinder.
Ich erinnere mich an eine Studie, in der es um die Verteilung der Namen für Kinder in den unterschiedlichen Schichten ging. Lange Zeit war es so, dass die Oberschicht den Trend vorgab, um sich von der Unterschicht abzugrenzen, und die Unterschicht dem Trend folgte, um sich an die Oberschicht anzupassen. Seit einiger Zeit ist aber gerade in Deutschland der Trend zu beobachten, dass die bildungsferneren Schichten eben nicht mehr nachziehen, sondern sich und auch ihre Kinder durch die Namensgebung bewusst von der Oberschicht abgrenzen. So wie „die“ will man nämlich gar nicht mehr sein.
Meiner Ansicht nach liegt da der Knackpunkt. Die Motivation, etwas Höheres zu erreichen, ist vielfach nicht mehr gegeben. Und der Graben wird immer tiefer, wenn wir es nicht schaffen, diese Entwicklung umzukehren.
Zitat von VanDusenVanDusen schrieb:Im Gegenteil, jede funktionierende Gesellschaft braucht einen gewissen Anteil an weniger gebildeten Werktätigen.
Nur zählen auch die inzwischen zur eher frustrierten Gruppe. Aus dem früheren „Meine Kinder sollen es mal besser haben als ich“ ist meiner Ansicht nach ein „Bleibt ja eh alles beim Alten“ geworden. Natürlich brauchen wir nicht nur Ärzte und Ingenieure, sondern auch Dachdecker und Klempner und Reinigungskräfte für unsere Schulen. Nur sind genau das die Leute, denen die Gesellschaft das Gefühl gibt, weniger wertvoll für die Gemeinschaft zu sein.


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Idiocracy - Ansprüche an uns selbst und unsere Zivilisation

04.10.2020 um 13:08
Zitat von IlvarethIlvareth schrieb:Natürlich brauchen wir nicht nur Ärzte und Ingenieure, sondern auch Dachdecker und Klempner und Reinigungskräfte für unsere Schulen.
Ein Dachdecker oder Klempner mit beruflicher Fortbildung erzielt in Deutschland annähernd dasselbe Lebenseinkommen wie ein Akademiker, ein Umstand, angesichts dessen der Rest der Welt ungläubig auflacht, um sich danach, falls jung und leistungswillig, in den Bus bzw. das Flugzeug nach Deutschland zu setzen.

Ich vermittele auch Auszubildende an deutsche Unternehmen, die keine ausreichenden Zahlen von einheimischen Azubis mehr finden. Die Gehälter und Aufstiegschancen, die Handwerker in Deutschland vorfinden, sind ein Traum im internationalen Vergleich, machen diese Berufe sogar für fertig studierte Ingenieure und dergleichen interessant. Nur Biodeutsche kann man damit kaum noch locken.


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Idiocracy - Ansprüche an uns selbst und unsere Zivilisation

04.10.2020 um 13:10
Zitat von VanDusenVanDusen schrieb:Die Abiturientenquote steigt und steigt, der Anteil der Hochschulabsolventen an der Gesamtbevölkerung hat sich in den letzten zwanzig Jahren verdoppelt. Vor diesem Hintergrund kann ich nur schwer nachvollziehen, wie man unserer Gesellschaft einen Mangel an Bildung attestieren kann. Im Gegenteil, jede funktionierende Gesellschaft braucht einen gewissen Anteil an weniger gebildeten Werktätigen. Diese müssen wir neuerdings importieren, weil kaum noch Inländer deren Jobs machen wollen.
IQ sinkt ja seit so ~10 Jahren aber schon und Grundfähigkeiten wie Rechnen und Schreiben werden auch immer mieser, auch bei den vielen neuen Akademikern, die so gut auswendig lernen können. Deshalb werden immer wieder die Erwartungen runtergeschraubt.
Akademikerschwemme könnte man auch als Bestätigung des real-existierenden Verdummungstrends ansehen, etwas grob ausgedrückt.


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Idiocracy - Ansprüche an uns selbst und unsere Zivilisation

04.10.2020 um 13:30
Zitat von VanDusenVanDusen schrieb:Nur Biodeutsche kann man damit kaum noch locken.
Aber warum ist das so? Woran liegt das, dass es für „Bio-Deutsche“ nur die Akademikerkarriere einerseits oder Hartz4 auf der anderen Seite und dazwischen vielleicht noch Superstar oder Influencer gibt?


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Idiocracy - Ansprüche an uns selbst und unsere Zivilisation

04.10.2020 um 13:52
Zitat von XAEXAE schrieb:Ich wüsste vielmehr gern, was Eure Ansprüche an Euch selbst, an Eure Bildung, an Euren Einfluss auf die Gesellschaft und an die Zivilisation und deren Fortschritt sind.
Normalerweise lohnt es bei dem kurzen Leben gar nicht so einen Heckmeck zu veranstalten. Zumindest für sich selbst lohnt es nicht. Hat mans geschafft, rafft man auch schon wieder dahin. Noch früher sogar, wenn man an Krebs (fast jeder Zweite einmal im Leben) oder anderen Krankheiten erkrankt, weil die Natur ja so intelligent gewesen ist so einen Mist zu erfinden. Als wäre unser Leben nicht schon kurz genug, auch ganz ohne Krankheiten.

Ich erwarte nicht mehr viel. Gehe arbeiten, um mir mein Leben möglichst angenehm zu machen. Ansonsten, neben der leider notwendigen Arbeit, versuche ich möglichst nur noch das zu tun, was mir gefällt und das Leben zu genießen, denn das Leben ist kurz.
Zitat von VanDusenVanDusen schrieb:Die Abiturientenquote steigt und steigt, der Anteil der Hochschulabsolventen an der Gesamtbevölkerung hat sich in den letzten zwanzig Jahren verdoppelt. Vor diesem Hintergrund kann ich nur schwer nachvollziehen, wie man unserer Gesellschaft einen Mangel an Bildung attestieren kann. Im Gegenteil, jede funktionierende Gesellschaft braucht einen gewissen Anteil an weniger gebildeten Werktätigen. Diese müssen wir neuerdings importieren, weil kaum noch Inländer deren Jobs machen wollen.
Das ist in der Tat ein großes Problem. Die Ausgewogenheit geht immer mehr flöten und irgendwann werden das alle zu spüren bekommen, auch die Akademiker.
Unser Leben, unser gesamter Alltag ist nur möglich, weil es eine gewisse Ausgewogenheit an unterschiedlicher Bildung und an unterschiedlichen Berufen und Tätigkeiten gibt. Ein Ungleichgewicht können wir uns noch nicht erlauben.


Ps.

Kann das Wort Bildung schon nicht mehr lesen.


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Idiocracy - Ansprüche an uns selbst und unsere Zivilisation

04.10.2020 um 13:56
Zitat von IlvarethIlvareth schrieb:Woran liegt das, dass es für „Bio-Deutsche“ nur die Akademikerkarriere einerseits oder Hartz4 auf der anderen Seite und dazwischen vielleicht noch Superstar oder Influencer gibt?
Wenn ich das wüsste… Trotz der aufgrund von Covid-19 entstandenen Unsicherheit geben Ausbildungsbetriebe ja auch dieses Jahr wieder tüchtig Geld aus, um Auszubildende und damit zukünftige Angestellte zu werben. Überall Printwerbung, Ausbildungsmessen, Tage der Offenen Tür und so weiter. Dennoch zieht das bei der Zielgruppe offenbar nicht, beziehungsweise nicht genug.

Ich war neulich noch in Thüringen, bei einem großen Unternehmen, das gänzlich den Versuch aufgegeben hat, überhaupt noch deutsche Auszubildende zu finden. Stattdessen stehen da jetzt fertig studierte Ingenieure aus der Ukraine und so weiter in der Lehrwerkstatt und hören geduldig dem Meister zu. In Thüringen ist es übrigens so, dass Unternehmen pro Kopf bis zu 3000 € staatliche Subventionen erhalten, um die mit der Rekrutierung von Azubis aus dem Ausland verbundenen Mehrkosten zu decken. Ich könnte mir gut vorstellen, dass dieses Beispiel Schule macht. Wenn man sich das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz anschaut, das Arbeits- oder auch nur Qualifizierungswilligen aus dem Ausland den roten Teppich ausrollt, ist jedenfalls klar, wohin der Trend geht.


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Idiocracy - Ansprüche an uns selbst und unsere Zivilisation

04.10.2020 um 14:12
Zitat von IlvarethIlvareth schrieb:Meiner Ansicht nach liegt da der Knackpunkt. Die Motivation, etwas Höheres zu erreichen, ist vielfach nicht mehr gegeben. Und der Graben wird immer tiefer, wenn wir es nicht schaffen, diese Entwicklung umzukehren.
Wie gesagt; unsere Gesellschaft braucht beide Seiten, um das große Rad am Laufen zu halten. Also sollten wir froh darüber sein, dass nicht jeder Mensch die gleichen Ziele hat und gleich den Everest erklimmen will, obwohl das gefühlt immer mehr der Fall ist, was aber Unternehmen und auch der Gesellschaft schadet.


Und die rein materiellen Ansprüche sind zum Glück auch verschieden. Es gibt bescheidene Menschen, die sind mit wenig glücklich und zufrieden und müssen nicht das teuerste und beste und das auch noch in dreifacher Ausführung haben.
Diese müssen auch nicht erst karrieremäßig hoch hinaus.


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Idiocracy - Ansprüche an uns selbst und unsere Zivilisation

04.10.2020 um 14:20
Zitat von rhapsody3004rhapsody3004 schrieb:Wie gesagt; unsere Gesellschaft braucht beide Seiten, um das große Rad am Laufen zu halten. Also sollten wir froh darüber sein, dass nicht jeder Mensch die gleichen Ziele hat und gleich den Everest erklimmen will, obwohl das gefühlt immer mehr der Fall ist, was aber Unternehmen und auch der Gesellschaft schadet.


Und die rein materiellen Ansprüche sind zum Glück auch verschieden. Es gibt bescheidene Menschen, die sind mit wenig glücklich und zufrieden und müssen nicht das teuerste und beste und das auch noch in dreifacher Ausführung haben.
Diese müssen auch nicht erst karrieremäßig hoch hinaus.
volle Zustimmung. Dieses Bild dass jeder irgendwo ne fette Karriere hinlegen muss ("hast doch was im Kopf, mache was aus deinem Leben"), ist aber leider noch sehr verankert in unserer Gesellschaft. Hängt sicherlich auch ein wenig mit dem System (Kapitalismus) zusammen.
Wirklich glücklich machen tut das aber alles nicht.
Ok ja evt. die Anerkennung die man erhält wenn man als erfolgreicher Wissenschaftler oder Arzt oder Projektleiter bei nem DAX-Unternehmen arbeitet. Aber das ist auch alle persönliches Empfinden, der eine brauchts der andere nicht.

Ich bin generell eher letzteres... dieses "Junge, fett Kohle, Kohle, Kohle machen" entzieht sich mir völlig bzw. wie man das als das höchste Ziel ansehen kann. Aber wie gesagt viele brauchen das...


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Idiocracy - Ansprüche an uns selbst und unsere Zivilisation

04.10.2020 um 14:30
Zitat von knopperknopper schrieb:volle Zustimmung. Dieses Bild dass jeder irgendwo ne fette Karriere hinlegen muss ("hast doch was im Kopf, mache was aus deinem Leben"), ist aber leider noch sehr verankert in unserer Gesellschaft. Hängt sicherlich auch ein wenig mit dem System (Kapitalismus) zusammen.
Damit beantwortest du auch folgendes:
Zitat von IlvarethIlvareth schrieb:Aber warum ist das so? Woran liegt das, dass es für „Bio-Deutsche“ nur die Akademikerkarriere einerseits oder Hartz4 auf der anderen Seite und dazwischen vielleicht noch Superstar oder Influencer gibt?
Viele sind vom Kapitalismus verseucht und werden auch so schon erzogen. Da wird den Kindern schon nichts anderes beigebracht als später ja Studium und Karriere zu machen. Ausbildungen und Menschen, die nur eine Ausbildung machen, werden abgewertet.

Hauptsache das Kind stellt jemanden dar und verdient viel Geld, um sich viel leisten zu können.


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Idiocracy - Ansprüche an uns selbst und unsere Zivilisation

04.10.2020 um 14:44
Zitat von rhapsody3004rhapsody3004 schrieb:Hauptsache das Kind stellt jemanden dar und verdient viel Geld, um sich viel leisten zu können.
Und das ist falsch oder wie? Ach, die sind nicht so glücklich wie Menschen die nichts schaffen und kein Geld in der Tasche haben.


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04.10.2020 um 14:49
Falls eine Unterdiskussion in Richtung "Akademiker: Fluch oder Segen und ihr Wert als Mensch generell" geplant ist, rege ich an auf den Thread "Traumpartner" auszuweichen, der ist schon in so ziemlich jeden Aspekt des Themas abgedriftet.


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04.10.2020 um 14:52
@rhapsody3004

Wenn ich Dich richtig verstehe, sieht Du die kurze Lebensspanne als Haupthindernis, sich über "das eigene Leben angenehm machen" hinaus zu engagieren? Was wäre für Dich eine Lebensspanne, aber der es sich lohnt? Ernst gemeinte Frage.


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04.10.2020 um 14:58
@Ilvareth
Den Film muss man auch nicht kennen, im Grunde gibt es drei witzige und kreative Szenen die man sich auch ohne Zusammenhang mal anschauen kann. Falls Dir langweilig ist: Die Intro erklärt das meiste, danach kann man schnell googeln. Und vielleicht noch "President Comacho".

Wie dem auch sei: Deinen Punkt der Abgrenzung finde ich interessant, und beneide gleichzeitig @VanDusen, sehr dass es ihm gelingt, jungen Menschen Chancen zu geben und gleichzeitig ihr Potential verfügbar zu machen.


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04.10.2020 um 15:20
Für mich ist bzw. war die Endlichkeit des Lebens und die Kürze der Lebensspanne meine wichtigste Motivationsquelle.

So bizarr es klingen mag, als ich noch ein Heranwachsender war, habe ich irgendwann beschlossen, dass ich auf keinen Fall alt werden will und darum, falls ich es überhaupt bis dahin schaffen sollte, an meinem 50. Geburtstag Suizid begehen würde. Diesen Entschluss habe ich sehr ernst genommen, habe mir sogar mein geplantes Todesdatum auf das Zifferblatt meiner Uhr prägen lassen.

Dies war das Wichtigste, was ich je getan habe, denn danach hatte ich keine Rechtfertigung mehr dafür, irgend etwas zu aufzuschieben oder zu verpassen. Es gab kein "Das müsste man irgendwann mal machen" mehr, sondern nur noch "Ich muss das jetzt machen". Dementsprechend intensiv habe ich gelebt. Inzwischen habe ich die 50 hinter mir, war jedoch zu feige und zu glücklich mit meinem Leben, um mir zum Stichtag das Lichtlein auszublasen. Stattdessen habe ich eine neue Motivationsquelle gefunden: Seitdem ist jeder weitere Tag ein Bonustag, ein kleines Geschenk von mir an mich, das ich gefälligst entsprechend zu würdigen habe.


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Idiocracy - Ansprüche an uns selbst und unsere Zivilisation

04.10.2020 um 15:23
Zitat von XAEXAE schrieb:Wenn ich Dich richtig verstehe, sieht Du die kurze Lebensspanne als Haupthindernis, sich über "das eigene Leben angenehm machen" hinaus zu engagieren? Was wäre für Dich eine Lebensspanne, aber der es sich lohnt? Ernst gemeinte Frage.
Nö, anders herum. Für andere, auch für kommende Generationen, kann man trotz kurzer Lebensspanne ruhig etwas tun.
Nur für sich selbst ist doch dieser ganze Anspruchswahn Leistungs- und Bildungsdruck doch fast nicht lohnenswert, wenn man bedenkt wie kurz das Leben ist und wie viele Jahre man davon wirklich nur fit und gesund ist.

Die Menschen machen sich so einen Stress im Leben. Für was eigentlich? Das Leben endet doch eh bald wieder und dann verliert man alles wieder. Auch diesen ganzen Statusmist, den man sich im Konsumrausch angeschafft hat.

Ein paar Hundert Jahre, vollkommen fit und gesund, also ohne Krebs und anderen lebensverkürzenden Mist, dürften es gerne sein, damit sich dieser ganze Aufwand, den ein Mensch betreibt, überhaupt lohnt.


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Idiocracy - Ansprüche an uns selbst und unsere Zivilisation

04.10.2020 um 16:46
Zitat von rhapsody3004rhapsody3004 schrieb:Die Menschen machen sich so einen Stress im Leben. Für was eigentlich? Das Leben endet doch eh bald wieder und dann verliert man alles wieder. Auch diesen ganzen Statusmist, den man sich im Konsumrausch angeschafft hat.
Mal abgesehen vom angenehmen Geld machen sich Leute Stress (studieren) weil sie etwas Sinnvolles machen wollen.
Diese Leute können Dich operieren, entwickeln einen Corona Impfstoff oder erforschen umweltfreundliche Technologien.
Muss man alles nicht, aber so kommen wir nicht weiter - wenn Du es nicht willst, dann lass doch andere.


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04.10.2020 um 18:56
Zitat von XAEXAE schrieb:Davon abgesehen interessiert mich aber die Frage, welche Ansprüche wir an uns selbst und an die Zivilisation, in der wir leben, überhaupt stellen?
Ich stelle an mich selbst den Anspruch niemals ausgelernt zu haben. Ich bin ständig bemüht neue Dinge zu lernen, sowohl beruflich als auch privat.

Für mich würde es nichts schlimmeres geben als bis zur Rente das Schema F zu fahren.

An die Zivilisation habe ich meine Ansprüche arg zurückgefahren in den letzten Monaten. Da würde ich sagen, dass ich den Anspruch habe vielleicht irgendwann wieder in einer flächendeckend aufgeklärten Gesellschaft zu leben.


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04.10.2020 um 18:59
@Atrox
Danke für den Input. Kannst Du ausführen, was sich in den vergangenen Monaten für Dich geändert oder gezeigt hat?


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