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Seid ihr Gewerkschaftsmitglied?

22 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Arbeit, Streik, Gewerkschaft ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Seid ihr Gewerkschaftsmitglied?

02.06.2023 um 18:22
Die EVG streitet mit der Bahn und könnte, wenn sie wollte, mal wieder das halbe Land lahmlegen.
Claus Weselsky war für manche mal sowas wie der meistgehasste Deutsche mit seiner Spartengewerkschaft, für andere ein Held.
Verdi versagt im öffentlichen Dienst mit zuverlässiger Regelmäßigkeit und die IG Metall hat sowas wie ein Arbeitnehmerparadies geschaffen.

Dieses Jahr hat bisher keine Gewerkschaft auch nur einen Inflationsausgleich erreicht.
Seid ihr gewerkschaftlich organisiert?
Steht ihr zu eurer Gewerkschaft oder seht ihr Gewerkschaften kritisch?


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ja, ich bin Gewerkschaftsmitglied
26 Stimmen (42%)
nein, ich bin bewusst kein Gewerkschaftsmitglied
26 Stimmen (42%)
ich kann mich nicht gewerkschaftlich organisieren
10 Stimmen (16%)

Seid ihr Gewerkschaftsmitglied?

02.06.2023 um 18:33
Alleine schon wegen der Arbeitsrechtsschutz war ich immer schon in den AN Vertretungen.


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Seid ihr Gewerkschaftsmitglied?

02.06.2023 um 18:36
Persönlich stehe ich Gewerkschaften ambivalent gegenüber. Ich bin selbst Mitglied einer Spartengewerkschaft die in den letzten Jahren substantielle Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in der Branche durchgesetzt hat, das weiß ich durchaus zu schätzen.

Allerdings sehe ich, gerade im öffentlichen Dienst bei Verdi, die Politisierung von Gewerkschaften, die in der Regel zulasten der höheren Einkommensgruppen geht, kritisch. Dort wird sich hauptsächlich für die unteren Lohngruppen eingesetzt, beispielsweise mit den Mindestforderungen, die zuletzt oft medial vertreten wurden.
Einerseits ist das löblich, weil diese Menschen haben Lohnerhöhungen sicherlich nötiger als die höheren Einkommensklassen. Andererseits ist sozialer Ausgleich meiner Meinung nach Aufgabe der Politik und nicht einer Gewerkschaft, die hat alle organisierten Arbeitnehmer zu vertreten.
Im ÖD führt das dann dazu, dass gerade in den höheren Lohngruppen die Gehälter nicht mehr konkurrenzfähig sind - mit all den Folgen. Fände man da mal fähige ITler, dann wäre zum Beispiel die Digitalisierung sicherlich schneller durchführbar.
Die ITler gehen aber natürlich lieber in den IG-Metall Tarif.


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Seid ihr Gewerkschaftsmitglied?

02.06.2023 um 18:37
Zitat von IlianIlian schrieb:Dieses Jahr hat bisher keine Gewerkschaft auch nur einen Inflationsausgleich erreicht.
Verdi aber schon:
und zwar Steuerfrei.
Tarifeinigung öffentlicher Dienst: 3000 Euro Inflationsprämie, 200 Euro Sockelbetrag, 5,5 Prozent mehr Gehalt
Quelle: https://oeffentlicher-dienst-news.de/tarifergebnis-oeffentlicher-dienst-2023/


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Seid ihr Gewerkschaftsmitglied?

02.06.2023 um 18:45
@tudirnix
Gerade die, politisch gewollten, Einmalzahlungen sind aber kritisch zu sehen.
Dadurch, dass der Betrag einmalig ausgezahlt wird und nicht in's Gehalt übergeht ("tabellenwirksam" nennen die das immer), fehlt perspektivisch etwas wie der Zinseszins-Effekt. Das Geld mag jetzt angenehm sein, bei der nächsten Tarifrunde geht man aber von einem niedrigeren Niveau aus in die Verhandlungen als hätte man dieses Jahr mehr Prozente erstritten. Da es (das hoffen wir doch) nicht zur Deflation kommen wird, ist somit kein langfristiger Inflationsausgleich erzielt.
Dazu kommt dann noch, dass der Tarif 24 Monate läuft, da sind 200€ + 5,5% dann wirklich nicht mehr so toll.


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Seid ihr Gewerkschaftsmitglied?

02.06.2023 um 19:13
Verdi, schon seit Zeiten, als sie noch ÖTV hiess, tief im vorigen Jahrhundert.


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02.06.2023 um 19:20
[x] bewusst nicht
Ich war mal sehr engagiert in der IG Metall und die Aktion Mannesmann/Klaus Zwickel hat mir gereicht.
Das Prinzip an sich finde ich nicht schlecht, aber wie immer scheitert es an den Menschen weil sie Menschen sind.


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Seid ihr Gewerkschaftsmitglied?

02.06.2023 um 20:06
Mir war seit jeher wichtig in einer Branche mit Tarifbindung zu arbeiten, weil ich mir ehrlich gesagt nicht zutraue, Gehaltsverhandlungen, trotz entsprechenden Arbeitseinsatzes so souverän zu führen, dass ich dabei nicht völlig über den Tisch gezogen werde. Dafür bin ich auch bereit, die eine oder andere kleinere Kröte zu schlucken.

Ebenso stand für mich von Anfang an fest, dass ich nicht nur die Vorteile einer solchen Tarifbindung abgreifen, sondern das Gelingen der entsprechenden Verhandlungen zumindest unterstützen möchte. Also bin ich Gewerkschaftsmitglied.

Ich muss allerdings auch dazu sagen, dass mein Arbeitsumfeld sehr gewerkschaftsfreundlich ist. Das fängt damit an, dass ich während Warnstreiks kein Gehalt abgezogen bekomme (auch wenn das sicherlich auch daran liegt, dass mein AG nur mutmaßen kann, ob ich arbeite oder streike, ich schreib im Jahr 2023 nämlich immer noch meine Arbeitszeiten selbstständig in eine Excel-Tabelle, statt auf irgendeine Weise halbwegs digital zu stechen. Aber selber schuld) und endet damit, dass sich auf besagten Streiks manchmal sogar inoffiziell Vorgesetze tummeln, die bereits zur AG-Seite zählen.

In so einem Umfeld kann man ganz anders agieren, als in einem, in dem der AG einen womöglich noch auf irgendeine Weise drangsaliert, wenn er mitbekommt, dass man Gewerkschaftsmitglied ist.


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Seid ihr Gewerkschaftsmitglied?

03.06.2023 um 09:05
Ich bin bei Verdi, würde mir aber auch wünschen, dass Verdi etwas ambitionierter auftritt. Aber man muss dazu auch sagen, dass oft die Attacken gegen Verdi nicht ganz fair sind.

Hier mal ein Konflikt, der zuletzt relevant war:

Verdi hat mit Netflix Mindestgagen für deutsche Serienproduktionen verhandelt. So stellt Verdi das dar:

https://www.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++1c5d9a14-034f-11ed-8d59-001a4a160129

So der Berufsverband der Regisseure:

https://www.regieverband.de/aktuelles/2022-07_raus-aus-verdi

Und hier die Antwort von Verdi:

https://www.dwdl.de/nachrichten/88836/verdi_weist_harsche_kritik_am_netflixvertrag_zurueck/?utm_source=&utm_medium=&utm_campaign=&utm_term=

Im Endeffekt wirft der Regieverband BVR Verdi vor, eine Mindestvergütung erreicht zu haben, die Regisseure benachteiligt und damit die eigenen Verhandlungen des BVR mit Netflix torpediert zu haben.
Verdi wiederum entgegnet, dass der BVR schon vorher mit seinen Verhandlungen gescheitert sei und dass sie nunmal mehr Berufsgruppen als nur Regisseure vertreten.

Ich kann hier beide Seiten ein Stück weit verstehen, würde aber eher Partei für Verdi ergreifen. Denn zwar stimmt es, dass Verdi wohl auf den BVR hätte zugehen sollen und Regisseure kaum vertritt. Dass es nicht besonders glücklich war, diesen Abschluss während der BVR Verhandlungen zu erzielen (die letztendlich auch nach dem vorläufigen Scheitern weitergegangen wären), stimmt auch.
Aber dazu gehören auch zwei. Der DDV (Drehbuchverband) arbeitet seit Jahren mit Verdi zusammen um genau sowas zu verhindern.

Und die Regie nimmt sich hier auch sehr wichtig. Die anderen Filmgewerke interessieren sie nicht, weil sie ein Berufsverband für Regie sind. Das ist ja erstmal auch okay, aber die Regie verdient (zusammen mit Drehbuch) bei diesen Produktionen bezüglich der produzierenden Gewerke am meisten. Aus dem DWDL Link:
Bezüglich der Kritik des Regieverbandes verweist man bei ver.di zudem darauf, dass die nun festgelegten Mindestvergütungen für Serienfolgen doppelt so hoch lägen wie nach der BVR-Regelung für Kinofilme (Minimum 42.000 Euro für eine 45-minütige Serienfolge mit Budget von mind. 2,5 Mio. Euro im Vergleich zu 50.000 Euro für einen Kinofilm bei gleichem Budget). Dazu komme je nach Erfolg in beiden Fällen eine Zusatzvergütung, wobei der Regie und den Drehbuchautorinnen und -autoren der höchste Anteil zukomme.
So viel Geld bekommen Szenenbildner, VFXler, Kameraleute, Maske, Kostüm, Tonmann und der ganze Rest der Crew nicht, die müssen oft wirklich am Hungertuch nagen und da ist es für eine Gewerkschaft erstmal richtig, doch auch an die zu denken. Dass Verdi da nicht mit den Forderungen des BVR, die eher die Kategorie "was Regisseure gerne hätten" vertritt, reingehen, ist ja verständlich.

Da wurde auch viel mit unlauterer Kritik gearbeitet. Da gab es z.b. die Anschuldigung, dass die Verhandlungsergebnisse die schlechtesten in ganz Europa seien. Kann sein, aber es gibt auch nur einige wenige Länder in Europa, wo es überhaupt solche Mindestvergütungen bzw. Tarifvertträge in der Filmbranche gibt, insofern relativiert sich das wieder.

Insofern: Kritik an Gewerkschaften ist gut und richtig und sicherlich gibt es da auch viel zu kritisieren. Gerade bei verdi, gerade was Ambition betrifft aber auch Arroganz (gegenüber Berufsverbänden aber auch gegenüber Mitgliedern) und so weiter.
Aber oft kommt es zu Pauschalkritik, die bei näherem Hinschauen so nicht haltbar ist.


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03.06.2023 um 10:53
Ver.di, wie jede Gewerkschaft, kümmert sich am meisten um eine eigene Arbeitergruppe, die eigenen Angestellten.


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03.06.2023 um 11:23
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb:Ver.di, wie jede Gewerkschaft, kümmert sich am meisten um eine eigene Arbeitergruppe, die eigenen Angestellten.
wäre es nicht irgendwie verlogen, wenn sie nicht gerade bei ihren Angestellten das umsetzen, wofür sie stehen?


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03.06.2023 um 23:27
20181217 Tarifrunde Aktion Streik 72 144Original anzeigen (0,2 MB)


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04.06.2023 um 04:54
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:wäre es nicht irgendwie verlogen, wenn sie nicht gerade bei ihren Angestellten das umsetzen, wofür sie stehen?
Wenn man sich nur um die eigenen Angestellten kümmert und dann ganze andere Belegschaften oder Branchen verkauft, dann ist es verlogen.


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Seid ihr Gewerkschaftsmitglied?

04.06.2023 um 07:55
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb:Wenn man sich nur um die eigenen Angestellten kümmert und dann ganze andere Belegschaften oder Branchen verkauft, dann ist es verlogen.
was meinst Du denn mit Angestellten?


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Seid ihr Gewerkschaftsmitglied?

04.06.2023 um 08:32
Nach 20 Jahren ausgetreten. Fand das Arbeiten im Personalrat aber auch Gewerkschaftsintern wurde immer schlimmer und geprägt von persönlichen Differenzen aber auch von persönlichen Beförderungen.

JAV,PR alles eine wichtige Zeit aber bin nun froh dies beendet zu haben


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04.06.2023 um 10:00
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:was meinst Du denn mit Angestellten?
Lol, zuerst antwortest Du und dann fragst Du um wenn es geht.
Diese hier, eigene Angestellte die bei der Gewerkschaft "arbeiten":
Beitrag von Tussinelda (Seite 1)


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04.06.2023 um 11:26
Ich bin sogar in der EVG 😀


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Seid ihr Gewerkschaftsmitglied?

04.06.2023 um 11:55
@Abahatschi
es ist ein Unterschied, ob Angestellte oder Mitglieder, deswegen wollte ich das klarstellen.
Es ist logisch, dass ver.di als AG alles umsetzen kann, wohingegen ver.di als Gewerkschaft die deren Mitglieder vertritt natürlich mit dem jeweiligen AG verhandeln muss. Was logischerweise bedeutet, dass ver.di selbstverständlich das, was sie als richtig ansehen und gerecht, bei ihren Angestellten umsetzen muss, denn da müssen sie nicht verhandeln, ansonsten wäre es verlogen.
Gleichzeitig bedeutet dies natürlich, dass ver.di vorbildlich zeigen kann, wie ein AG sein sollte, dies aber bei anderen AGs selbstverständlich nicht 1:1 umsetzen kann, denn da agiert ver.di als Gewerkschaft und nicht als AG.


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05.06.2023 um 14:02
Ja, bin der Komba, einer Untergewerkschaft des DBB.

War lange in der Jugendarbeit aktiv dabei. Leider ist der Ortsverband bei uns total eingeschlafen.
Alles alt eingesessene Mitglieder, die zu nichts mehr zu bewegen. Die neuen Azubis sind leider auch
nicht mehr weiklich zu motivieren.


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05.06.2023 um 14:30
ich hab jetzt mal das 3te angeklickt, aber ich hab mich ehrlich gesagt noch nie informiert ob man als Programmierer in der freien Wirtschaft irgendwelche Chancen hat Mitglied in einer Gewerkschaft zu werden..

und als Freiberufler/Freelancer erst recht nicht..


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