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Adoption innerhalb der Familie - Umgang mit "Geburtsverwandten"

14 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Familie, Adoption, Spurensuche ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
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Samantha70985 Diskussionsleiter
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Adoption innerhalb der Familie - Umgang mit "Geburtsverwandten"

gestern um 15:17
Hallo zusammen,
​mein Vater ist Brite und wurde kurz nach seiner Geburt adoptiert. Er wusste immer darüber Bescheid und wollte die Entscheidung seiner leiblichen Mutter stets respektieren, weshalb er nie nach ihr gesucht hat. Vor kurzem starb meine Großmutter und mein Vater fand im Nachlass die Unterlagen zu seiner Adoption.
​Aus diesen Dokumenten gehen die damalige Vermittlungsorganisation, der Name seiner leiblichen Mutter, die Umstände sowie die dazugehörigen Gerichtsakten hervor. Leider gibt es darin Hinweise darauf, dass die Adoption damals nicht ganz freiwillig stattfand.
​Das hat meinen Vater verständlicherweise sehr beschäftigt und sein Interesse geweckt. Mithilfe der Unterlagen ist es uns tatsächlich gelungen, sie in England ausfindig zu machen.
​Hat hier jemand Erfahrungen mit solchen späten Kontaktaufnahmen nach einer Adoption? Die Adoption ist nun über 60 Jahre her.
​Macht es in einem solchen Fall Sinn, Kontakt aufzunehmen?
​Reißt man damit möglicherweise alte Wunden auf?
​Und falls ja: Wie geht man bei einer Kontaktaufnahme am besten vor?
​Das Wichtigste für meinen Vater ist: Er möchte sie grundsätzlich gerne kennenlernen und ihr vor allem mitteilen, dass in seinem Leben alles gut verlaufen ist und er ihr absolut keine Vorwürfe macht.
​Ich freue mich sehr über eure Meinungen, Erfahrungen und Ratschläge!


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Adoption innerhalb der Familie - Umgang mit "Geburtsverwandten"

gestern um 16:03
Zitat von Samantha70985Samantha70985 schrieb:​Macht es in einem solchen Fall Sinn, Kontakt aufzunehmen?
Das weiss man vorher natürlich nicht - ich habe aber nichts Negatives über Wiedervereinigungen gehört.
Zitat von Samantha70985Samantha70985 schrieb:​Das Wichtigste für meinen Vater ist: Er möchte sie grundsätzlich gerne kennenlernen und ihr vor allem mitteilen, dass in seinem Leben alles gut verlaufen ist und er ihr absolut keine Vorwürfe macht.
Dann soll er es unbedingt machen, vielleicht sich von einer Adoptionsbehörde beraten lassen.


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Adoption innerhalb der Familie - Umgang mit "Geburtsverwandten"

gestern um 16:43
@Samantha70985
Zitat von Samantha70985Samantha70985 schrieb:Hat hier jemand Erfahrungen mit solchen späten Kontaktaufnahmen nach einer Adoption? Die Adoption ist nun über 60 Jahre her.
​Macht es in einem solchen Fall Sinn, Kontakt aufzunehmen?
​Reißt man damit möglicherweise alte Wunden auf?
Ich würde es tun. Es geht hier ja nicht nur um einseitigen Seelenfrieden.
Vielleicht hat sich die Mutter auch ihr Leben lang mit dieser Frage beschäftigt und wenn nicht, ist trotzdem nichts verloren.

Lieber versuchen, als sich sonst immer mit der Frage: Hätte ich mal... beschäftigen.
Zitat von Samantha70985Samantha70985 schrieb:​Das Wichtigste für meinen Vater ist: Er möchte sie grundsätzlich gerne kennenlernen und ihr vor allem mitteilen, dass in seinem Leben alles gut verlaufen ist und er ihr absolut keine Vorwürfe macht.
Außerdem ist das ein schöner Gedanke, der geprägt zu sein scheint, von Verständnis und Vergebung.

Alle Daumen für euch sind gedrückt. Macht es einfach! <3


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Adoption innerhalb der Familie - Umgang mit "Geburtsverwandten"

gestern um 17:03
Zitat von InterestedInterested schrieb:Ich würde es tun. Es geht hier ja nicht nur um einseitigen Seelenfrieden.
Vielleicht hat sich die Mutter auch ihr Leben lang mit dieser Frage beschäftigt und wenn nicht, ist trotzdem nichts verloren.

Lieber versuchen, als sich sonst immer mit der Frage: Hätte ich mal... beschäftigen.
Das würde ich unterschreiben. Gerade wenn etwas darauf hindeutet, dass die Adoption nicht völlig ohne Zwang auf die biologische Mutter erfolgt ist, ist davon auszugehen, dass sie sich ein Leben lang gefragt haben dürfte, wie es ihrem Sohn ergangen ist.


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Samantha70985 Diskussionsleiter
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Adoption innerhalb der Familie - Umgang mit "Geburtsverwandten"

gestern um 17:50
Vielen Dank für Eure Antworten!

Prinzipiell denke ich auch, dass Kontakt aufnehmen das Beste wäre...
Schreibt man am besten einen Brief, ruft man an? Bietet man ihr die Freundschaft auf Facebook an?

Jede Art der Kontaktaufnahme kommt mir irgendwie übergriffig vor..
Anderseits hat sie ein öffentliches Facebookprofil, da könnte man auch damit rechnen, gefunden zu werden?


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Adoption innerhalb der Familie - Umgang mit "Geburtsverwandten"

gestern um 17:54
@Samantha70985

Wie gesagt, ich würde es machen. Dann hätte man Gewissheit.
Und wenn FB ne Option ist, dann kann man die nutzen. Und was heißt übergriffig? Da ist ein Mensch, der möchte gerne seiner Mutter sagen, dass es ihm gut geht. Was kann daran übergriffig sein? Es ist schon so viel Zeit vergangen.
Irgendwie werden diese Dinge, die Unterlagen gefunden zu haben (die auch eben so lange aufbewahrt wurden) ja einen Sinn haben? Und es geht auch um das Seelenheil deines Vaters. Das meinte ich mit, ist keine einseitige Sache, die da auch Bedürfnisse und Rechte hat.

Du kannst das so angehen, wie du auch den EP gestaltet hast, der ja doch vieles erklärt.


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Adoption innerhalb der Familie - Umgang mit "Geburtsverwandten"

gestern um 18:12
Zitat von Samantha70985Samantha70985 schrieb:Schreibt man am besten einen Brief, ruft man an? Bietet man ihr die Freundschaft auf Facebook an?
Ich denke, ein Brief ist das Mittel der Wahl. Ein Anruf könnte evtl. zu überrumpelnd sein, eine FB-Nachricht als Scam oder Betrugsversuch gewertet werden.
Im Brief kann man ja dann auf das eigene FB-Profil hinweisen und evtl Fotos beilegen.


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Adoption innerhalb der Familie - Umgang mit "Geburtsverwandten"

gestern um 18:42
Zitat von Samantha70985Samantha70985 schrieb:Schreibt man am besten einen Brief, ruft man an? Bietet man ihr die Freundschaft auf Facebook an?
Letztlich müsst ihr das natürlich entscheiden, was für euch am besten passt.
Ich würde mich in diesem Fall zunächst für einen Brief entscheiden.
Einen Anruf empfinde ich als viel zu überrumpeln.
Facebook finde ich gänzlich ungeeignet.
Es treiben sich bei Facebook und Co so viele Spinner und auch Scammer rum, dass die Gefahr besteht, dass die Nachricht dann gar nicht ernst genommen wird.

Ich denke mit einem Brief macht man nichts falsch. Das gibt der Mutter die Möglichkeit in aller Ruhe zu schauen, ob und wie sie darauf reagieren möchte.


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Adoption innerhalb der Familie - Umgang mit "Geburtsverwandten"

gestern um 18:52
Oh :|
Mit FB und Scam habt ihr natürlich recht. Hab ich nicht bedacht.
Dann schließe ich mich natürlich an und würde ebenfalls Brief vorschlagen.


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Adoption innerhalb der Familie - Umgang mit "Geburtsverwandten"

gestern um 21:35
Ich meine auch, mit einem Brief kann dein Vater wirklich nichts verkehrt machen.

Einen Brief kann die Mutter immer wieder in die Hand nehmen und dann wieder auf den Tisch zurücklegen und einen Moment später nochmal wieder lesen. Und etwas ganz Besonderes wäre ein handgeschriebener Brief. In die Situation der Mutter hineinversetzt, wäre so ein Brief wie ein kleiner 💌 Schatz für mich.

Für ältere Menschen sind Briefe noch eine vertraute, wertvolle Art der Kommunikation. Natürlich kann es sein, dass die Augen nicht mehr so gut sind, so dass das Lesen der kleinen Buchstaben schwierig wird oder die Handschrift ist so einzigartig, dass sie der Mutter erst langsam vertraut werden muss. :) In die Hand nehmen und lesen und wieder in die Hand nehmen und lesen, nachsinnen.
Zitat von Samantha70985Samantha70985 schrieb:Reißt man damit möglicherweise alte Wunden auf?
Kann ich mir nicht vorstellen, eher das Gegenteil, eine Wunde kann sich schließen.


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Samantha70985 Diskussionsleiter
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Adoption innerhalb der Familie - Umgang mit "Geburtsverwandten"

um 06:54
Guten Morgen,
Dankeschön für Eure Meinungen.
Jetzt, wo wir wissen, wer sie ist, wirkt mein Vater teilweise auch verunsichert. Ich befürchte er hat Angst, dass sie vielleicht keinen Kontakt will oder sich dann nicht bei ihm meldet....


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Adoption innerhalb der Familie - Umgang mit "Geburtsverwandten"

um 06:59
Zitat von Samantha70985Samantha70985 schrieb:Die Adoption ist nun über 60 Jahre her.
Wenn die Adoption schon so lange her ist, ist die Mutter ja schon recht alt.
Zitat von Samantha70985Samantha70985 schrieb:oder sich dann nicht bei ihm meldet....
Das war auch mein Gedanke.
Ich finde einen Brief grundsaetzlich auch gut.
Man muss sich halt bewusst sein, dass seine Mutter vielleicht nicht mehr so gesund ist, geistig, und er viellicht deshalb keine Antwort bekommet.
Oder dass jemand anderes den Brief oeffnet, und sei es nur, weil sie inzwischen sehr schlechte Augen hat.
Zitat von two-centstwo-cents schrieb:eine Wunde kann sich schließen.
Ich koennet mir auch vorstellen, dass es eine Erleicherung fuer sie ist, zu erfahren, dass die Adoption ein 'gutes Ende' genommen hat.


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Adoption innerhalb der Familie - Umgang mit "Geburtsverwandten"

um 08:03
Zitat von Samantha70985Samantha70985 schrieb:Jetzt, wo wir wissen, wer sie ist, wirkt mein Vater teilweise auch verunsichert. Ich befürchte er hat Angst, dass sie vielleicht keinen Kontakt will oder sich dann nicht bei ihm meldet....
Letztendlich müsst ihr das selbst wissen.

Dein Vater ist über 60, die Mutter entsprechen wohl um die 75+
Wenn ihr das ähnlich wie im EP darlegt in einem Brief und sie sich daraufhin nicht meldet oder keinen Kontakt haben will, dann habt ihr trotzdem Gewissheit. Es besteht aber auch die Chance, dass ein Kontakt entsteht.
Ich würde das riskieren. Scheint ihn ja doch sein Leben lang beschäftigt zu haben.


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Samantha70985 Diskussionsleiter
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Adoption innerhalb der Familie - Umgang mit "Geburtsverwandten"

um 13:57
Die Mutter ist (erst) 76 und topfit. Auch die Großmutter lebt noch mit 99 Jahren. Sie war diejenige, die die Adoption veranlasst hat...

Die Mutter hat am 17.11. Geburtstag. Das wäre sicher ein guter Anlass, ihr einen Brief zukommen zu lassen...


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