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Kontaktabbruch mit der Herkunftsfamilie

60 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Menschen, Gesellschaft, Psychologie ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kontaktabbruch mit der Herkunftsfamilie

29.05.2026 um 15:52
Hallo,

derzeit beschäftigt mich das Thema Kontaktabbruch mit der Herkunftsfamilie.

Ist hier jemand, der mit seiner Herkunftsfamilie (aus Gründen die hier nicht genannt werden müssen) den Kontakt (vollständig) abgebrochen hat und nach einem Umzug (oder auch ohne), woanders ein "neues Leben" angefangen hat?

Und wie hat sich das langfristig ausgewirkt bezüglich Schuldgefühlen, vermissen, Zweifel etc.?

Gerne ist auch der umgekehrte Fall interessant, wenn jemand Anderes aus Eurer Herkunftsfamilie den Kontakt abbrach - Ob diese Person wieder zurückkam oder Ihr irgendwann nochmal was von ihr gehört habt z. B.?



Ich wünsche ein angenehmes Wochenende


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Kontaktabbruch mit der Herkunftsfamilie

29.05.2026 um 16:35
☝🏻 Hier
Zu meinen Eltern noch vor dem 20. Lebensjahr und zu meinen Geschwistern ab 20 bis 40. Ich bereue nix, meine Eltern waren scheiße und meine Geschwister mag ich nicht.
Ich reagiere auch nicht mehr, wobei nur 2 Schwestern noch meine Nummer haben. Hab erst Dienstag Abend ne WhatsApp bekommen. Ungelesen gelöscht.
Ich will nicht sagen das sie die Bösen sind, aber ich war immer die Außenseiterin und ich hab meine Konsequenzen daraus gezogen. Ich vermisse niemanden und es ist mir auch wurscht was die alle treiben 🤷🏼‍♀️


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Kontaktabbruch mit der Herkunftsfamilie

29.05.2026 um 17:55
Ich auch. Umzüge ohne kompletten Kontaktabbruch haben nichts verbessert, irgendwann hab ich dann einen Schlusspunkt dahinter gesetzt. Alles versucht, alles gesagt – alles vergebene Liebesmüh'. Seitdem geht es mir sehr viel besser, ich fühle mich befreit.
Zitat von mulder_xmulder_x schrieb:Und wie hat sich das langfristig ausgewirkt bezüglich Schuldgefühlen, vermissen, Zweifel etc.?
Ohne deren Einfluss ging das alles schnell vorbei.
Zitat von MilanthropMilanthrop schrieb:Ich vermisse niemanden und es ist mir auch wurscht was die alle treiben 🤷🏼‍♀️
So geht's mir auch.


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Kontaktabbruch mit der Herkunftsfamilie

29.05.2026 um 18:34
Mal einige Jahre zu allen von früher. Freunde wie Familie. Einen speziellen Grund gab es nicht. Die gingen mir nur auf die Nerfen.
Ich weis nicht - ich denke, jeder sollte das mal machen, sich allein in ein Abenteuer stürzen.

Seit einiger Zeit habe ich wieder Kontakt, wobei mir da meine Schwester seitdem zu einem Freund geworden ist.
Die mag Philosophie, Psychologie, arbeitet in etwa sowas, naja, und liest gern Bücher drüber.
Wusste ich früher garnicht. Ziemlich schlau mit leichten psychopatischen Tendenzen, was ich begrüße.

Wenn ich ganz egoistisch denken und handeln würde, ~würde ich den Kontakt wieder zu allen abbrechen, ohne speziellen Grund.
Eigentlich macht es den Blick nach vorne einfacher und man ist offener, weniger belastet, oder empfangsbereiter was neue Dinge angeht. Meine Oma lebt noch, recht gesund für 86 und das kann ich der halt nicht antun.


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Kontaktabbruch mit der Herkunftsfamilie

29.05.2026 um 19:42
@mulder_x
Ich bin definitiv schon seit mehreren Jahren auf einem Weg, an dem der Kontaktabbruch mit meiner Familie unvermeidlich ist. Ich denke immer öfter daran das dies ne echte Option ist.


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Kontaktabbruch mit der Herkunftsfamilie

29.05.2026 um 20:56
Habe vor ganz vielen Jahren den Kontakt komplett abgebrochen und eine eigene Familie gegründet. Habe es nicht bereut. Gleichzeitig versuche ich es jeden Tag aufs Neue besser als meine Eltern zu machen.


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Kontaktabbruch mit der Herkunftsfamilie

30.05.2026 um 07:56
Kontakt ganz viel minimiert vielleicht noch 2 mal im Monat und hab keine Probleme damit...Aus Erfahrung weiß ich aber auch mehr Kontakt gleich mehr stresss und Streitereien


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Kontaktabbruch mit der Herkunftsfamilie

30.05.2026 um 18:14
Hab ich bisher nicht, aber ich plane meinen Bruder und Familie eventuell möglichst weit fern zu halten, sobald bestimmte Dinge geregelt sind.


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Kontaktabbruch mit der Herkunftsfamilie

30.05.2026 um 18:17
Zitat von Sn0wSn0w schrieb:Kontakt ganz viel minimiert vielleicht noch 2 mal im Monat
2 x im Moment findest du sehr minimiert? Hattet ihr vorher täglich Kontakt?


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Kontaktabbruch mit der Herkunftsfamilie

30.05.2026 um 18:39
Ja täglich oder alle 2 Tage.


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Kontaktabbruch mit der Herkunftsfamilie

30.05.2026 um 20:16
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Hab ich bisher nicht, aber ich plane meinen Bruder und Familie eventuell möglichst weit fern zu halten, sobald bestimmte Dinge geregelt sind.
Mglws meinst du nicht ein mögliches Erbe, ich arbeite jedoch daran so spritzerlos wie nur möglich aus dem Erbe auszusteigen, ist aber nicht ganz einfach.


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Kontaktabbruch mit der Herkunftsfamilie

30.05.2026 um 21:24
Ich habe den Kontakt vollständig abgebrochen.
Meine Brüder habe ich noch nie gemocht, trotzdem wollte ich sie in meine Familie mit aufnehmen, wahrscheinlich aus Pflichtgefühl.
Hat aber nicht geklappt, darum herrscht seit einigen Jahren Funkstille. Hab aber ehrlich gesagt auch Schuldgefühle, weil ich weiß, daß die beiden alt und einsam sind. Es geht mir besser ohne diese beiden, würde jetzt nur noch gerne das schlechte Gewissen loswerden.


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Kontaktabbruch mit der Herkunftsfamilie

30.05.2026 um 21:53
Oh verdammte 🪓 Leute, für jemanden wie mich ist das hier alles zu lesen harter tobak und lässt meine Sichtweise auf meine eigene (Herkunfts)Familie komplett verändern. Für mich galt es eigentlich ja schon fast selbstverständlich das wir uns alle als Einheit herzlichst verstehen und uns alle bedingungslos lieben. Doch wie ich hier ja sehe, ist das alles andere als Gang und gebe und da weiß man das dann doch wieder mal zu schätzen was man hat und worauf es im Leben letztens dann doch eben ankommt.

Wünsche euch allen jedenfalls nur das Beste, hoffe echt ihr habt/werdet alle den Seelenfrieden finden den man einfach nunmal verdient und das beste Leben für euch aufbauen. Ich klopf mal für jeden einzelnen hier aufs Holz. *klopf *klopf…


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Kontaktabbruch mit der Herkunftsfamilie

30.05.2026 um 22:09
Zitat von ArkhamKnightArkhamKnight schrieb:Für mich galt es eigentlich ja schon fast selbstverständlich das wir uns alle als Einheit herzlichst verstehen und uns alle bedingungslos lieben.
Genau das wird aber in vielen Familien ausgenutzt. Es gibt imo kaum ein größeres Potenzial für schädliche Abhängigkeitsverhältnisse wie in Familien.


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Kontaktabbruch mit der Herkunftsfamilie

01.06.2026 um 08:59
Insbesondere meine Mutter hat zeitlebens eine vereinnahmende dominierende Art, und es war für mich als junger Mensch sehr wichtig gewesen, mich allmählich aus ihrem Einfluss zu entziehen (was schwierig war, weil meine Mutter stark mit emotionaler Erpressung "arbeitet"). Zum kompletten Kontaktabbruch ist es aber nie gekommen.

Inzwischen ist meine Mutter pflegebedürftig, aber ihre vereinnahmende Art hat sie nicht abgelegt. Sie besteht auf regelmäßigen Besuchen und macht Druck, wenn es mir mal nicht möglich ist. Leider bin ich ihr einziger näherer sozialer Kontakt, außer dem Pflegepersonal.

Ich frage mich oft, ob es besser gewesen wäre, den Kontakt ganz abzubrechen, und wie meine Mutter darauf reagiert hätte (sie hätte sicher alles versucht, um das nicht zuzulassen).

Was mich auch mal interessieren würde: wie ist es eigentlich bei einem kompletten Kontaktabbruch mit den Eltern, wenn diese im Alter pflegebedürftig werden? Kann man als Sohn/Tochter trotzdem dazu gezwungen werden, sich um die Eltern zu kümmern, auch wenn das Verhältnis schlecht ist bzw. war?


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Kontaktabbruch mit der Herkunftsfamilie

01.06.2026 um 10:22
Zitat von martenotmartenot schrieb:Kann man als Sohn/Tochter trotzdem dazu gezwungen werden, sich um die Eltern zu kümmern, auch wenn das Verhältnis schlecht ist bzw. war?
Persönlich natürlich nicht, nein. Höchstens finanziell, aber das erst an einem bestimmten Einkommen.

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/pflege-im-heim/elternunterhalt-kinder-zahlen-erst-ab-100000-euro-jahreseinkommen-28892
Reichen Rente, eigenes Vermögen und Leistungen aus der gesetzlichen und privaten Pflegeversicherungen nicht aus, um die Kosten für das Heim oder Pflegedienste selbst zu zahlen, springt zunächst das Sozialamt ein und streckt die Kosten vor. Haben Kinder ein hohes Einkommen, fordert es im Anschluss die Kosten von ihnen zurück. Den Anspruch auf Elternunterhalt machen also in aller Regel gar nicht die Eltern selbst geltend, sondern der Sozialhilfeträger.

Das darf das Sozialamt aber nur, wenn das Jahresbruttoeinkommen des Kindes über 100.000 Euro liegt.



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Kontaktabbruch mit der Herkunftsfamilie

01.06.2026 um 10:34
@martenot
@sooma
Hohe Hürden:
Um von der Unterhaltspflicht entbunden zu werden, erkennen Familiengerichte nur in schwerwiegenden Ausnahmefällen einen Kontaktabbruch als Grund an. Von Unterhaltsforderungen kann das Einkommen des Kindes in bestimmten Fällen unberührt bleiben: Das Kind wurde schon im Kleinkindalter bei den Großeltern zurückgelassen und von den Eltern auch später vernachlässigt.

Ein seit längerer Zeit gestörtes Verhältnis zu den Eltern oder ein abgebrochener Kontakt allein sind nicht ausreichend, um von der Deckung der elterlichen Pflegekosten befreit zu werden. Ebenso wird eine Enterbung nicht akzeptiert, um Elternunterhalt verweigern zu dürfen.
Quelle: https://ihr-ratgeber-recht.de/elternunterhalt-trotz-kontaktabbruch-kinder-muessen-zahlen/


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Kontaktabbruch mit der Herkunftsfamilie

01.06.2026 um 11:04
Ich habe den Kontakt mit Mitte 40 ganz spontan während eines der täglichen Telefonate abgebrochen. Hatte einfach genug .. war ein langer Leidensweg der alles beinhaltet, was eine unschöne Kindheit ect. ausmacht.

Es ging/geht mir gut damit, für mich war es die einzig richtige Entscheidung.

Vor nicht allzulanger Zeit - also jetzt 20 Jahre später - kam ein Brief von einem Familienmitglied das nachfragte, was denn passiert sei (dem Ende nah kommen manchen Menschen anscheinend doch noch Gewissensbisse) .. naja, konnte ich ebenfalls ohne schlechtes Gewissen unbeantwortet lassen.


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Kontaktabbruch mit der Herkunftsfamilie

01.06.2026 um 11:04
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Hohe Hürden
für die, die mehr als die 100.000 € im Jahr verdienen und dann ggf. für deren Geschwister. "Kümmern" im pflegerischen Sinne müssen die sich aber auch nicht.


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Kontaktabbruch mit der Herkunftsfamilie

01.06.2026 um 12:07
Zitat von soomasooma schrieb:"Kümmern" im pflegerischen Sinne müssen die sich aber auch nicht.
Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass ein "sich kümmern" im pflegerischen Sinne insbesondere dann eine Herausforderung darstellt, wenn das Verhältnis zuvor schon schwierig oder angespannt war. Auch im Interesse der zu pflegenden Person ist es wahrscheinlich besser, wenn das nicht von dem Angehörigen durchgeführt wird, weil ich denke, dass Spannungen vorprogrammiert sind (mit nachteiligen Auswirkungen auf die Pflege).

Müsste ich meine Mutter selbst pflegen, dann hätte ich (oder wir beide) wahrscheinlich inzwischen einen Nervenzusammenbruch gehabt. Denn meine Mutter ist sehr fordernd und tendiert dazu, viel Druck und Stress zu machen (das bekommen auch die professionellen Pflegekräfte zu spüren).


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