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Solipsismus - gibt es einen Beweis für die Existenz der anderen?

76 Beiträge, Schlüsselwörter: Solipsismus
rockandroll
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Solipsismus - gibt es einen Beweis für die Existenz der anderen?

05.10.2013 um 17:50
@oneisenough
jo, ansich tue ich das jetzt eher nicht. ich sage nur dann, dass es was nicht gibt, wenn ich mir auch sicher bin. wenn ich nur nicht weiss, was da sonst sein könnte, dann sag ich das auch so. es macht mir also eigentlich gar nichts aus, zu sagen, "weiss nicht"


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oneisenough
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Solipsismus - gibt es einen Beweis für die Existenz der anderen?

05.10.2013 um 17:57
@rockandroll
rockandroll schrieb:ich sage nur dann, dass es was nicht gibt, wenn ich mir auch sicher bin.
Welche Prüfmittel benutzt du hierfür denn, um sicher zu sein?


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rockandroll
ehemaliges Mitglied

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Solipsismus - gibt es einen Beweis für die Existenz der anderen?

05.10.2013 um 18:04
@oneisenough
meine wahrnehmung. etwas ist, oder ist nicht. fertig


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oneisenough
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Solipsismus - gibt es einen Beweis für die Existenz der anderen?

05.10.2013 um 18:06
@rockandroll

Ja, dem stimme ich zu.

Um nochmal das Beispiel mit der Dimensionalität heranzuziehen:

Wir können unmöglich das Vorhandensein von Lebewesen einer höheren Dimensionalität als der unseren beweisen. Das erklärt sich daraus, dass wir unsere Beweise stets nur aus unserem 3D-Verständnisvermögen ableiten.

Um es zu verdeutlichen:

Ein 2-dimensionales Lebewesen (falls es so etwas gäbe), das nur horizontale aber keine vertikalen Unterschiede erkennt, kann unmöglich das Vorhandensein einer Höhe beweisen. Es kann sich Höhe vielleicht vorstellen (falls überhaupt), aber keine eigene persönliche Erfahrung im Sinne einer Gewissheit darüber erlangen. Es wird daher zwangsläufig zu dem Beweis gelangen "3D-Dimensionalität gibt es nicht wirklich", sondern nur als Vorstellung.

Genauso argumentieren wir und vereinbaren als Beweis "Höher dimensionierte Lebewesen gibt es nicht."

Das Beispiel mag nur eine Anregung dafür sein, wie wir überhaupt Beweise zustande bringen.


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Solipsismus - gibt es einen Beweis für die Existenz der anderen?

06.10.2013 um 21:18
@oneisenough
oneisenough schrieb:Du kannst ebenso mit Menschen vereinbaren, dass man etwas als nicht vorhanden verstehen sollte, wie auch, dass man etwas als vorhanden betrachten sollte. Jeder Beweis ist Vereinbarungssache und seine Qualität wird von der eigenen Erfahrbarkeit bestimmt.
Naja, ein wissenschaftlich gültiger Beweis sollte in seiner Qualität ja so sein, dass er für jeden Erfahrbar ist, der Willens ist, ihn nachzuvollziehen, bzw. das Experiment unter den selben Bedingungen zu widerholen.
Gut und wann man etwas als nichtvorhanden betrachten sollte ist eine Erkenntnistheoretische Frage, deren Antwort meiner Meinung nach lautet: Dann, wenn es keine guten Gründe gibt, dessen Existenzz anzunehmen. Darüber könnte man sicher noch diskutieren, aber man muss stets auch die Konsequenzen im Auge behalten.

Und zu deinem Beispiel:
Ich nehme an, ich habe dich richtig verstanden, dass dein erster Punkt der war, dass unsere Sinne eine vierte Dimension nicht erfassen können. Gut, das können wir als Bewiesen annehmen, bei unsere kognitiven Fähigkeiten muss ich aber widerpsrechen. Es ist keinesfalls von der Wissenschaft als bewiesen angenommen, dass unsere Kognitiven Fähigkeiten nicht ausreichen, die vierte Dimension zu denken.
oneisenough schrieb:Wir sind ebenso überzeugt, dass es keine Lebewesen gibt, deren sinnlich/kognitive Fähigkeiten die einer höheren Dimensionalität als unserer ermöglicht.
Auch das würde kein seriöser Wissenschaftler behaupten, abgesehen davon dass ich auch hier lediglich vermuten kann, dass du meinst, dass ein Wesen die vierte Dimension sinnlich erfassen kann. Wir kennen nicht das gesamte Universum und von daher, wissen wir das auch nicht sicher und es gilt nicht als bewiesen.
oneisenough schrieb:aber wir finden es unerträglich, dass es noch mehr Erfahrbarkeitsqualitäten geben könnte, als unsere.

Deswegen vereinbaren wir als Beweis "so was gibts nicht" und fühlen uns gut dabei.

Das ist ein Beispiel für den Beweis (die Vereinbarung) über etwas nicht Existierendes.
WIe gesagt, die Wissenschaft, bzw. Erkenntnistheorie trifft eine solche annahme nicht und niemand wird aus Unerträglichkeit etwas als nicht existent annehmen. Damit meine ich natürlich wiederum Wissenschaftler. Dass einzelne Leute (oder vielleicht sogar die Mehrheit der Leut) so etwas machen, steht außer Frage.


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oneisenough
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Solipsismus - gibt es einen Beweis für die Existenz der anderen?

10.10.2013 um 10:27
@DragonRider
DragonRider schrieb:Naja, ein wissenschaftlich gültiger Beweis sollte in seiner Qualität ja so sein, dass er für jeden Erfahrbar ist, der Willens ist, ihn nachzuvollziehen, bzw. das Experiment unter den selben Bedingungen zu widerholen.
Ich muss hier auf den Unterschied zwischen "dasselbe" und "das gleiche" hinweisen. Ein Experiment kann man nicht wiederholen im Sinne von immer denselben Film anschauen, sondern man kann stets nur das gleiche Experiment ein weiteres Mal durchführen. Das Gleiche ist aber keine Wiederholung, sondern stets etwas Neues. Wahrscheinlich meintest du das so.

Im Gegensatz zu dir bin ich allerdings nicht überzeugt, dass ein Beweis etwas mit Wollen zu tun hat, wie du hier schreibst. Wenn du beispielsweise nicht willens bist, etwas nachzuvollziehen obwohl du es könntest, sprich, es ein weiteres Mal durchzuführen, aber diesmal von dir, dann ist es lediglich auf dich bezogen "nicht bewiesen". Dein Wille oder die Weigerung haben keinen Einfluss auf das Vorhandensein des Nachzuvollziehenden.

Wenn du eine bestimmte persönliche Erfahrung gemacht hast, sagen wir mal spaßeshalber die Begegnung mit Außerirdischen, und du diese Erfahrung bewiesen haben willst, dann entscheidet nicht mein Wille darüber, es nachzuvollziehen oder nicht, ob du diese Erfahrung gemacht hast. Ich muss eine solche Erfahrung schon selbst machen, um überzeugt zu sein. Ansonsten kann ich dir lediglich glauben, was du mir darüber erzählst, oder nicht. Doch bewiesen ist sie längst, nämlich von dir. Dass du auf Anhieb keinen anderen Menschen findest, der gleiche Erfahrungen wie du gemacht hat, ändert nichts an der Tatsache, dass du sie sehr wohl gemacht hast. Du selbst benötigst keinen Beweis mehr.


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Solipsismus - gibt es einen Beweis für die Existenz der anderen?

10.10.2013 um 18:13
Ein paar allgemeine Worte zum Thema.

Wissen ist die Erwartungshaltung und Überzeugung, der nichtreligiöse Glaube (die Annahme, Ahnung, Engramme), dass Objekte der Wahrnehmung und der Gedanken sich beschreibbar und vorhersagbar verhalten. Wissen wird durch Sinne und das Gehirn gewonnen.

Wissen ist nicht Schrift, nicht das, was in Büchern steht. Das ist Information bzw. eine Art der Kodierung, ein Schlüssel, mit der ein Aktivierung und Reproduktion von Engrammen im Gehirn möglich wird. Dadurch kann auch neues Wissen entsehen. Das funktioniert im Fall der Schrift durch den Namen, der als Zeichen/Symbol und damit Stellvertreter-Objekt dient.

Keineswegs ist Wissen zu verwechseln mit einem Beweisverfahren. Für das meiste an "Wissen" ist ein Beweisverfahren nicht möglich und auch unnötig, da bereits implizites Weltwissen in ausreichendem Maße vorliegt oder durch Medien erreichbar ist. Alleine jedesmal wieder an eine Herdplatte zu fassen, um zu prüfen, ob sie auch an ist, kann durch indirektere Verfahren wie eine elektrische Anzeige ersetzt werden.

Bei Aristoteles bedeutet Esotherik noch etwas anderes, wie es heute oft mißverstanden und durch allerlei Scharlatanerie mißinterpretiert wird.

Begegnet mir ein Engel, so bin ich in diesem Moment ein Esotheriker, ebenso wie ein Physiker Esotheriker in seinem Forschungsbereich ist. Mithilfe des Siegels "Wissenschaft" wird seine Erkenntnis vielleicht Anerkennung finden, wohingegen die Vorstellung eines Engels als kindlich-naive Autosuggestion oder Einbildung belächelt werden könnte. Vor allem aber spielt die Praxistauglichkeit eine Rolle, wissenschaftliche Erkenntnisse versprechen, dass ihr Heil der Menge, zukommen wird, während mein Engel nur mir selbst hilft. Letzteres ist ungemein unpraktisch und erregt Widerspruch, dass da jemand bevorzugt wurde. In Geschichten allerdings, wo der Engel alles hilf, wie in einer Christologie, erzeugt die gleiche Erwartungshaltung den Wunderglaube. Darum pilgern Menschen nach Lourdes oder erwandern den Jakobsweg.

Aus angeborener Mißgunst richtet sich die Erwartungshaltung der Menge immer eher zu Heilsversprechungen, die für sie ohne eigenes Zutun, von außen auch erreichbar sind. Autoritäre Regime und Religionen geben davon vielerlei Zeugnisse. Sie hatten stets ein recht leichtes Spiel mit der Gläubigkeit der Menge.


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Solipsismus - gibt es einen Beweis für die Existenz der anderen?

11.10.2013 um 01:24
oneisenough schrieb:Im Gegensatz zu dir bin ich allerdings nicht überzeugt, dass ein Beweis etwas mit Wollen zu tun hat, wie du hier schreibst. Wenn du beispielsweise nicht willens bist, etwas nachzuvollziehen obwohl du es könntest, sprich, es ein weiteres Mal durchzuführen, aber diesmal von dir, dann ist es lediglich auf dich bezogen "nicht bewiesen". Dein Wille oder die Weigerung haben keinen Einfluss auf das Vorhandensein des Nachzuvollziehenden.
Oh, nein da stimme ich dir vollkommen zu. Wenn das anders rüberkam, habe ich mich undeutlich ausgedrückt.
Ich meinte mit dem Wollen eigentlich den Aspekt, dass man den Beweis nur verstehen kann, wenn man ihn auch verstehen will. Wer sich garnicht darauf einlässt, wird den Beweis auch nicht verstehen. Freilich steht der Beweis trotzdem. Der Glaube fragt nach persönlicher Einstellung, die Wissenschaft fragt nur nach den Augen, die persönliche Einstellung spielt keine Rolle für sie.
oneisenough schrieb:Wenn du eine bestimmte persönliche Erfahrung gemacht hast, sagen wir mal spaßeshalber die Begegnung mit Außerirdischen, und du diese Erfahrung bewiesen haben willst, dann entscheidet nicht mein Wille darüber, es nachzuvollziehen oder nicht, ob du diese Erfahrung gemacht hast. Ich muss eine solche Erfahrung schon selbst machen, um überzeugt zu sein. Ansonsten kann ich dir lediglich glauben, was du mir darüber erzählst, oder nicht. Doch bewiesen ist sie längst, nämlich von dir.
Das ist alles richtig, bis auf die Stelle mit dem bewiesen ist sie längst von mir. Bestenfalls kann ich sie als für mich bewiesen ansehen. Aber gerade das ist ja der Punkt eines Beweises. Er muss für jeden Objektiv (intersubjektiv) klar machen, dass die These korrekt ist. Ein Beweis, der nur für eine bestimmte Gruppe an Menschen gilt, ist kein Beweis.
Was man, wenn man mir in dem Falle wohlwollend ist, bestenfalls noch sagen könnte, wäre, dass ich gute Gründe hätte, anzunehmen, dass es Aliens gibt. Das ist aber nicht das selbe, wie ein Beweis, dass es Aliens gibt.


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Solipsismus - gibt es einen Beweis für die Existenz der anderen?

11.10.2013 um 02:02
Ich sehe das so : "Die Realität ist nur eine Frage der Wahrnehmung !"


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Solipsismus - gibt es einen Beweis für die Existenz der anderen?

11.10.2013 um 02:40
@paranoidality
Du glaubst also, dass die Wahrnehmung tatsächlich die Realität verändert?

@mitras
mitras schrieb:Wissen ist die Erwartungshaltung und Überzeugung, der nichtreligiöse Glaube (die Annahme, Ahnung, Engramme), dass Objekte der Wahrnehmung und der Gedanken sich beschreibbar und vorhersagbar verhalten. Wissen wird durch Sinne und das Gehirn gewonnen.
So wie ich dich verstehe, fällt dann bei deiner Definition aber völlig unter den Tisch, dass Wissen wahr sein muss. Jemand, der sagen wir als Beispiel, verrückt ist und Monster sieht, die ihn umbringen wollen, welche aber nicht da sind (in diesem Beispiel können wir davon ausgehen, dass die Monster tatsächlich nicht da sind und er tatsächlich nichts zu befürchten hat), dann weiß diese Person bei dir, dass die Monster da sind, obwohl es falsch ist:
Er hat die Erwartungshaltung und Überzeugung, dass es Monster gibt, die er durch Trugschlüsse auch wahrnimmt (von mir aus können es statt Wahnsinn auch Hologramme sein, und er wird nur verarscht, falls sich sonst ein Problem wegen des Begriffes Wahrnehmung ergeben sollte). Die Monster sind für ihn beschreibbar und sie verhalten sich in gewisser Weise vorhersehbar (nicht alles, was wir wissen verhält sich übrigens vorhersehbar, ich weiß z.B., dass eine Münze wieder herunterfällt, wenn ich sie hochwerfe, aber es ist nicht vorhersehbar, auf welcher Seite sie landen wird), damit müsste man nach deiner Definition sagen, er weiß, dass es Monster gibt, obwohl es nicht der Realität entspricht.
Also ich fände das eine sehr unbefriedigende und ganz nebenbei unnötig kompliziert formulierte Definition davon, was Wissen ist.

Eine einfache Definition, was wissen ist, die für dieses Forum wahrscheinlich ausreichen dürfte, wäre meiner Meinung nach, dass Wissen, richtig begründete und wahre Überzeugung ist.
mitras schrieb:Keineswegs ist Wissen zu verwechseln mit einem Beweisverfahren. Für das meiste an "Wissen" ist ein Beweisverfahren nicht möglich und auch unnötig, da bereits implizites Weltwissen in ausreichendem Maße vorliegt oder durch Medien erreichbar ist.
Es ist aber mindestens genausoviel Halbwissen und Unwahrheit, die als Wissen verkauft wird im Pool dieses "impliziten" Weltwissens. Wenn du keinerlei Beweisverfahren dafür vorraussetzt, wird es unmöglich sein, diese Informationen voneinander zu unterschieden. Wissen bedarf Beweisen unweigerlich.
mitras schrieb:Alleine jedesmal wieder an eine Herdplatte zu fassen, um zu prüfen, ob sie auch an ist, kann durch indirektere Verfahren wie eine elektrische Anzeige ersetzt werden.
Selbstverständlich, aber es sagt ja auch niemand, dass Beweise nur direkter Natur sein können. Indirekte Beweise sind ebenfalls möglich. Außerdem ist die elektrische Anzeige keinesfalls ein Beweis dafür, dass die Herdplatte heiß ist. Die Anzeige kann auch defekt sein und eine hohe Temperatur anzeigen, während die Herdplatte kalt bleibt. Ein direkter Beweis in diesem Sinne, wäre das Anfassen der Herdplatte, ein indirektes Indiz wäre das Messen über ein anderes Gerät oder eben die Anzeige und ein Indirekter Beweis, wäre beispielsweise, wenn ich ein Steak auf die Herdplatte werfe und es durchgart. Dadurch kann ich darauf schließen, dass dieses Durchgaren nur dann stattfinden kann, wenn die Platte heiß ist. Zudem vergisst du in deiner These, dass ich nicht einmal direkt auf die Herdplatte fassen muss, um zu testen, ob sie heiß ist, es reicht auch, wenn ich meine Hand in einer Höhe darüber halte, in der es lediglich warm ist, aber das fügt meiner Argumentation nichts weiter hinzu.


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Solipsismus - gibt es einen Beweis für die Existenz der anderen?

11.10.2013 um 02:43
@DragonRider
In der Tat, ohne die Wahrnehmung wären wir Objekte.
+ Wenn man etwas wahr nimmt, ist es für eine Person real, die für andere nicht real erscheinen kann, weil es DIE Realität nicht gibt.


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Solipsismus - gibt es einen Beweis für die Existenz der anderen?

11.10.2013 um 03:00
@paranoidality
Würdest du dich demnach als Metaphysischer Nihilst bezeichnen? Dieser These ist natürlich nicht so wahnsinnig viel entgegenzusetzen, außer eben dem bekannten Einwand, den man leicht abändern muss, weil es hier ja jetzt um Realität geht: Wenn es keine realität gibt, wie kann es dann Realität sein, dass es keine Realität gibt?
Und natürlich dem zweiten Einwand, dass es eigentlich für unser praktisches Leben wenig, bis eigentlich keine Rolle spielt, ob es die Realität gibt, oder nicht.
Mich würde interessieren, wie du damit umgehst?


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Solipsismus - gibt es einen Beweis für die Existenz der anderen?

11.10.2013 um 03:20
@DragonRider
Ich habe nie gesagt das es die Realität nicht gibt, Ich habe nur gesagt,dass es DIE Realität, die für alle gelten, nicht gibt. Jeder Mensch nimmt die Dinge individuell wahr,was wiederum schlussfolgert, dass die Realität nicht Singular existieren kann. Alleine die Vorstellung darüber,dass Menschen aus anderen Kulturen eine andere Ideologie besitzen, deutet darauf hin,dass es verschiedene Realitäten gibt. Alleine die Diskussion die wir gerade führen, zeigt uns das ich eine andere Realität besitze als du.


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Solipsismus - gibt es einen Beweis für die Existenz der anderen?

11.10.2013 um 03:27
@paranoidality
Das ist ja witzig, vor ein paar Monaten hatte ich fast die selbe Diskussion mit einer Freundin am Lagerfeuer :D
Dann frage ich dich nun, wieso du dir dann sicher bist, dass wir jeweils eine andere Realität besitzen? Könnte es stattdessen nicht einfach sein, dass es eine Realität gibt und wir beide interpretieren sie einfach anders (konstruktivismus)?


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Solipsismus - gibt es einen Beweis für die Existenz der anderen?

11.10.2013 um 03:35
Das wäre auch eine sinnvolle Denkweise. Aber ich meine das alleine von den Einflüssen her, sind alle Menschen verschieden. Sie werden von Eltern auf die Welt gesetzt, die ihren Kindern etwas weitergegeben haben,diese Kinder wachsen mit verschiedenen Einflüssen auf, dies hat alles hat einen Einfluss auf die Realität der Menschen.
Ich denke aber auch das der menschliche Geist noch nicht wirklich sich so sehr weiterentwickelt hat und bezweifele das Mensch sein,der heutigen Gesellschaft .
Im Endeffekt kann ich sagen,dass ich mich dem Konstruktivismus anschließe.


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Solipsismus - gibt es einen Beweis für die Existenz der anderen?

11.10.2013 um 03:40
@paranoidality
Ja, ich verstehe, was du damit sagen willst und stimme dir da auch zu. Ich würde es eben nur nicht als Realität der Menschen bezeichnen, sondern eben eher als Realitätskonstrukt der Menschen (deswegen heißt es konstruktualismus).
Inwiefern bezweifelst du denn das Menschsein in der heutigen Gesellschaft, was meinst du damit? Ich würde jetzt spontan sagen, es bleibt einem garnichts anders übrig, als Mensch zu sein oder?


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Solipsismus - gibt es einen Beweis für die Existenz der anderen?

11.10.2013 um 03:44
Der Mensch von dem ich spreche, ist der, der nachdenkt bevor er handelt.


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11.10.2013 um 03:45
@paranoidality

Meinst du jetzt, dass nur derjenige ein wahrer Mensch ist, wenn er nachdenkt, bevor er handelt oder genau das Gegenteil, dass ein Mensch nur dann in seiner Natur Mensch sein kann, wenn er weniger nachdenkt und mehr handelt?


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11.10.2013 um 03:47
@DragonRider
Ich meine das der Mensch, erst Mensch ist, wenn er nachdenkt bevor er handelt. Der Mensch sollte sich bewusst sein, was sich aus seiner Handlung ergeben kann.


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11.10.2013 um 03:55
@paranoidality
Da stimme ich dir zu ;)


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oneisenough
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Solipsismus - gibt es einen Beweis für die Existenz der anderen?

11.10.2013 um 16:22
@DragonRider

Zu unserer kleinen Nebendiskussion über Beweise möchte ich abschließend zu deiner folgenden Aussage noch etwas anmerken und es dann gerne beenden:
DragonRider schrieb:Was man, wenn man mir in dem Falle wohlwollend ist, bestenfalls noch sagen könnte, wäre, dass ich gute Gründe hätte, anzunehmen, dass es Aliens gibt. Das ist aber nicht das selbe, wie ein Beweis, dass es Aliens gibt.
Hier sagst du, insbesondere mit deinem letzten Satz, nur mit anderen Worten:

Entweder es gibt Aliens für alle, oder für keinen. Es ist vollkommen ausgeschlossen, dass ein einzelner Mensch das Vorhandensein von Aliens bezeugen/beweisen könnte. Menschen als einzelne Geschöpfe sind dazu vollkommen unfähig.


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Solipsismus - gibt es einen Beweis für die Existenz der anderen?

12.10.2013 um 01:14
@DragonRider
DragonRider schrieb:So wie ich dich verstehe, fällt dann bei deiner Definition aber völlig unter den Tisch, dass Wissen wahr sein muss.
Hmm, ich verstehe worauf du hinaus willst. Dennoch ist Wissen zunächst nur auf Wahrnehmung basierend, nicht auf Wahrheit bzw. objektiver Realität selbst. Die modernen Wissenschaften sagen selbst, dass sie nichts beweisen können, da wird nur falsifiziert, d.h. das, was nicht möglich ist, ausgeschlossen umd das mögliche Reale unter gleichmässigen Bedingungen einzugrenzen und zu wiederholen.
DragonRider schrieb:Jemand, der sagen wir als Beispiel, verrückt ist und Monster sieht, die ihn umbringen wollen, welche aber nicht da sind (in diesem Beispiel können wir davon ausgehen, dass die Monster tatsächlich nicht da sind und er tatsächlich nichts zu befürchten hat), dann weiß diese Person bei dir, dass die Monster da sind, obwohl es falsch ist:
Er hat die Erwartungshaltung und Überzeugung, dass es Monster gibt, die er durch Trugschlüsse auch wahrnimmt (von mir aus können es statt Wahnsinn auch Hologramme sein, und er wird nur verarscht, falls sich sonst ein Problem wegen des Begriffes Wahrnehmung ergeben sollte).
Die Wahrnehmung kann natürlich einer Täuschung unterliegen, keine Frage, darum ist Wissen auch niemals objektiv, trotzdem ist es erstmal vorhanden und man muss es nicht lächerlich machen. Die Wahrnehmung kann vorhanden sein oder nicht vorhanden sein und sie kann unterschiedlicher Qualität sein. Der eine hat ein Monster gesehen, der andere hat sich das Monster eingebildet, bei dem Dritten sind fremdartige Gedanken in das Unterbewusstsein eingedrungen. Alle 3 Effekte führen zu einem ähnlichen sprachlichen Ergebnis, wobei alle drei Ergebnisse objektiv nichts gemeinsam haben.Und man versteht weder die Ursachen, noch die zugrunde liegende Realität, sofern man die Ergebnisse nicht für mehrere Menschen als Zeugen reproduzieren kann.
DragonRider schrieb:Die Monster sind für ihn beschreibbar und sie verhalten sich in gewisser Weise vorhersehbar (nicht alles, was wir wissen verhält sich übrigens vorhersehbar, ich weiß z.B., dass eine Münze wieder herunterfällt, wenn ich sie hochwerfe, aber es ist nicht vorhersehbar, auf welcher Seite sie landen wird), damit müsste man nach deiner Definition sagen, er weiß, dass es Monster gibt, obwohl es nicht der Realität entspricht.
Die Münze kann nur in zwei Zuständen herunterfallen. Insofern ist das Ereignis vorhersehbar. Eine Seite wird sich mit einer gewissen Häufigkeit zeigen. Natürlich kann man nicht alles genau wissen, aber den Rahmen in dem Vorhersagen zutreffen richtig festlegen. Darum geht es.
DragonRider schrieb:Also ich fände das eine sehr unbefriedigende und ganz nebenbei unnötig kompliziert formulierte Definition davon, was Wissen ist.

Eine einfache Definition, was wissen ist, die für dieses Forum wahrscheinlich ausreichen dürfte, wäre meiner Meinung nach, dass Wissen, richtig begründete und wahre Überzeugung ist.
Eine wahre Überzeugung kann es gar nicht geben. Denn dann wäre es keine Überzeugung mehr.


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12.10.2013 um 02:35
Mh, den Solipsismus in seiner reinen Form kann man garnicht ernst nehmen. Krudes Gewäsch. Es sind aber - folgt man der Logik des Solipsismus - durchaus Beobachtungen zu machen, die Rückschlusse darauf zulassen, dass es soetwas wie eine Funktionsweise in der Wahrnehmung gibt die der Lehre des Solipsismus ähnlich ist.

Nur das eigene Ich existiert. Nichts außerhalb des eigenen Bewusstseins existiert, auch kein anderes Bewusstsein.

Dass dieses Konzept so wunderbar auf Personen, aber auch auf Länder und Nationen übertragbar ist, sollte zu denken geben. Das ist ein Drogensüchtiger im Fieberwahn, der sich solchen Unfug ausheckt. Oder es ist die USA in heiliger Mission. Es ist auch die Sicht eines Patriarchs, der als Nabel der Welt alles mit sich reißt, wenn er das Licht am Ende des Tunnels sieht. Es ist der feuchte Traum jedes von Minderwertigkeitsgefühlen getrieben Psychotikers, und vlt. hätten die Nazis noch mehr Freude wenn sie den Solipsismus für sich entdeckt hätten.

Sicher ist es nochmal interessant in dem Zusammenhang über Sprache und Verständniss zu sprechen.
"Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt" So leben wir zwischen dem was wir auszudrücken versuchen, dem was wir ausdrücken, und dem was beim Empfänger ankommt, meist in verschiedenen Welten, deren Unterschiede wir durch stupides Priming und Framing nivellieren, in Sekundenbruchteilen Zuordnungen schaffen und letztlich glauben - verstanden zu haben. Dabei erfassen wir nicht mal im Ansatz das, was möglich wäre zu erfassen. Wir erhalten eine Ahnung davon, das ist alles - und wenden uns schon wieder dem nächsten Ereigniss zu.

Insofern leben wir wirklich in unserer eigenen Welt, Ob sich da draußen noch etwas anderes sich selbst bewusst ist, kann jedem von uns schnupe sein, es berührt uns nicht, denn wir spüren den Unterschied nicht. Dieser Traum ist zumindest so perfekt, das unser Intellekt davor kapitulieren muss. Wir müssen uns geschlagen geben und zugeben "Ich weiss nicht, ob Du Du bist, oder Du Ich bist"


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oneisenough
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Solipsismus - gibt es einen Beweis für die Existenz der anderen?

12.10.2013 um 15:29
@mitras
mitras schrieb:Eine wahre Überzeugung kann es gar nicht geben. Denn dann wäre es keine Überzeugung mehr.
Für mich gilt das nicht, sondern:

Jede meiner Überzeugungen empfinde ich als wahr, denn sonst hätte ich sie als Irrtum entlarvt und mir längst eine andere Überzeugung erschaffen.

Dass in letzter Konsequenz jede Überzeugung unwahr ist, begründet sich nicht aus dem Inhalt einer Überzeugung, sondern aus der Art ihres Zustandekommens.


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oneisenough
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12.10.2013 um 15:40
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