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Mit Hauptschulabschluss keine Chance?

116 Beiträge, Schlüsselwörter: Bildung Politik

Mit Hauptschulabschluss keine Chance?

25.04.2019 um 22:20
also heute kommen alle 3 teile rambo - das erfordert meine volle aufmerksamkeit :D vielleicht such ich das morgen :)

aber mal OnTopic:

ich bin froh dass ich nicht studiert hab, und quasie nur die 8 schulstufen gemacht hab ... na gut später hab ich dann noch den polytechnischen lehrgang nachgeholt ... den braucht ich für n job.

aber will sagen: es hat nicht nur nachteile, sein leben nicht dem job zu widmen.

WENN man bischen was in der birne hat.

also etwas aus seinem leben macht (abseits einer akademischen laufbahn)

gut ich bin ein hippie - also leb ich soweiso ein leicht alternatives leben.

aber ich mein es gibt ja nicht NUR einen richtigen weg (wer will das überhaupt entscheiden?) ... es gibt unzählige wege.

von daher bin ich froh das es mich durch meine krankheit aus diesem arbeitersystem gekickt hat. sicher ich muss jetzt jeden penny dreimal umdrehen - aber man braucht ja nicht viel zum glück. meine leidenschaft bücher , kriegt man fast geschenkt. netflix ist billig ... die parks in wien sind wunderschön zum meditieren ... und es gibt immer einen lieben verwandten zu dem ich fahren kann.

hachja ... also ne ... keine chance auf das arbeiterleben in saus und braus ... aber dafür viele andere optionen :)


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26.04.2019 um 08:38
Cachalot schrieb: Bin ich gewillt irgendeinen Ausbildungsberuf zu ergreifen? Wenn ja findet man immer was.
Will ich einen bestimmten Ausbildungsberuf spielt die Region eine Rolle. Ich wohne ländlich. Die Schulabgänger die studieren wollen wissen schon immer - Umzug nach der Schule steht an. Die meisten haben ausreichend Zeit sich damit zu arrangieren das Freund oder Freundin dann Geschichte ist, Clique sich auflöst und die Familie weniger zu sehen ist. Bis halt in der neuen Umgebung das alles wieder neu dazu kommt.
Das große Problem bei uns an der Schule ist auch der "Realitätscheck". Viele unserer problematischen Schüler fehlen z.B. sehr häufig im Unterricht. Sie sind es oft gar nicht gewohnt, strukturiert und dann noch acht Stunden am Tag zu arbeiten. Sie wissen selbst, dass sie Potential haben, das sie nicht nutzen, verlassen sich aber darauf, dass es irgendwann klappt "In der 10. Klasse, da lege ich dann los". Die ersten drei-vier Wochen klappen gut. Dann kommen die alten Muster und damit bleibt die Leistung schlecht. Wenn ihnen dann klar wird, dass sie z.B. für den Rest ihres Lebens Fliesen verlegen sollen, bewerben sie sich erst gar nicht, machen die Leute runter, die es tun "du Opfa" und lassen sich vom Arbeitsamt durch ein paar schulische Maßnahmen schleusen, immer in der Illusion, dass sie doch noch Abi machen (was einige hinbekommen würden, aber eben nicht mit der Arbeitshaltung).
Cachalot schrieb:MissMary schrieb:
Ein Teil unserer Schüler bekommt das aber nicht hin - kommt nicht pünktlich, hat sehr unrealistische Berufsvorstellungen, was ihr Bildungslevel angeht, hat keine Lust oder bricht das Praktikum ab ... Das Blöde ist, dass viele einfach komplett beratungsresistent sind, was Bewerbungen, Praktika, Horizonte, etc. angeht.

Die gab es schon immer und wird es immer geben. Glaube aber nicht das die Anzahl derer sich in den letzten Jahrzehnten merklich verändert hat
Bei uns an der Schule wird das Problem größer - gesellschaftlich ist es z.B. heute toleriert, dass auch eine Mutter ihre Kinder verlässt. So bekommen wir nun oft Kinder, die zwischen den Elternteilen hin- und hergeschoben werden, was zu vielen Schulwechseln führt. Oder die Mietproblematik. Wenn die alleinerziehende Mutter die Wahl hat zwischen obdachlos und die Bruchbude fünf Käffer weiter, nimmt sie die. Wenn sie was Besseres findet, zieht sie um = drei Schulwechsel, hin und wieder auch in einem Schuljahr.
taren schrieb: Vielleicht sollte man die Hauptschule einfach komplett streichen und durch eine doppelte theoretische Berufsschule ersetzen. Der Schüler sucht sich also zwei Berufe aus die er lernen möchte und dafür erlernt er in den nächsten Jahren die Grundlagen theoretisch und in den letzten 2 Jahren wird dies jeweils durch ein halbjährliches Praktikum ergänzt.
Bei uns gibt es in der Hauptschule ein zweiwöchiges Orientierungspraktikum. Von 60 Schülern - was schätzt du, wie viele bekommen es die zwei Wochen hin, ohne dass sie abbrechen, rausfliegen oder aus einem anderen Grund wieder bei uns landen, bevor die zwei Wochen um sind?

Die Hauptschule und ihre Inhalte sind schon okay - das Problem ist, dass die Hauptschule ganz arg viel auffängt - viele Flüchtlinge sind dort (Sprachkenntnisse, Traumata, Erziehung in einer für die Kids fremden Kultur), viele Schüler, die früher nur auf der Sonderschule einen Platz gefunden hätten, viele extrem auffällige Schüler, da bei uns die Sonderschule für Erziehungshhilfe im Bundesland abgeschafft wurden. Dazwischen ein paar Schüler, die eigentlich "okay" sind, nur etwas länger zum Lernen brauchen.
Realo schrieb:Aber auch dann dürfen die Grundfächer nicht fehlen. Die Gesellschaft ist mehr als Berufe. Im Gymnasium lernst du praktisch nur "unspezifische" Allgemeinfächer, die zu dem gehören,w as man Bildung nennt.
Das Problem ist, das "Lernen" nicht als Wert verstanden wird. Es ist eine idealisierte Vorstellung, dass die Mehrzahl der bildungsfremden Schüler durch Bildung Werte erschlossen bekommt. Beispiel 1: Meine Kollegin wollte mit ihrer Klasse ins Theater gehen. Es gibt hier so ein Sponsor und Patenprojekt, die Karte hätte 5€ gekostet. Aber es ist ein zusätzlicher Termin abends. Frage 1: "Fällt dann Unterricht aus?". Kollegin verneint. 3 (!) von 30 Schülern haben sich letztendlich gemeldet, dass sie mitgehen wollen.
Fedaykin schrieb: Etwas früh die Kinder mit 10 Jahren auszusortieren. Wie auch richtig gemerkt geht es in der Schule nicht nur, um Vermitteln für Wissen was man im Beruf nutzen kann. Aber es geht darum eben gewisse Kompetenzen zu erwerben damit man eben weiter Lernen kann und auch gutes Grundlagenwissen hat
Böse gesagt fehlt auch Druck ... man ist so bemüht, den Druck von den Kindern zu nehmen. Den betroffenen Eltern ist es egal "ich habe auch nur XY Abschluss und aus mir ist was geworden". Der Schule fehlen Konzepte und auch Handlungsmöglichkeiten. Wenn du nicht gerade den Lehrer ohrfeigst, ist es unmöglich, von der Schule zu fliegen. Das wissen die Schüler auch. Wenn ich ohne Abschluss oder mit schlechtem Abschluss gehe, dann fängt mich eine Maßnahme des Arbeitsamtes auf - so sehen das die Schüler (leider).
Bruderchorge schrieb:Geschichte ist zweifellos wichtig, aber ich kann mir kaum vorstellen, daß Hauptschülern in Problemvierteln davon aktuell irgendwelche relevanten Anteile vermittelt werden können.
Viele wissen nicht einmal wer oder was der Kanzler ist, da muss man mit dem Dritten Reich gar nicht erst anfangen. Holocaust und linksgrün sind Fremdworte...
Es gibt immer einzelne Schüler, die sich punktuell für etwas interessieren. So pauschal kann man das nicht sagen. Im Umkehrschluss kann man nicht alles streichen, weil es den Schüler eventuell nicht interessiert. Wir haben 8. Klässler, die total mühevoll lesen. Das kann man auch nicht streichen, sondern muss fördern ...
Daveman schrieb:otternase schrieb:
Es geht hier um Schüler, die bereits mit Grundrechenarten und einfachem Textverständnis überfordert sind!

Ja das liegt mitunter auch daran das die Sprachbarriere vorhanden ist. Zuhause wird die Muttersprache gesprochen und über die Stellitenschüssel geguckt. da wird ausserhalb der eigenen vier Wände kein deutsch gesprochen, und draussen treffen sie sich auch nur mit Landsleuten...
Ein Teil des Problems. Wir erleben aber oft, dass genau Migrantenkinder (oft auch aus konservativem Elternhaus) von den Eltern viel besser begleitet und angeleitet werden "wir haben unser Land und unsere Kultur verlassen und wollen nun, dass du die Chancen, die wir dir geschaffen haben, nutzt". Das führt dann zu Rassismus, wenn Fatma auf einmal eine 2 in Deutsch hat und auf das Gymnasium wechselt, während Fritz mit lauter Hauptfachvierern in einem Berufsvorbereitenden Jahr landet.
Kc schrieb:Es war politisch gewollt, dass immer mehr und mehr Schüler Abitur machen und am besten noch studieren sollten. Das führte zu der vereinfachten Rechnung: nur wer Abi macht, ist intelligent, nur wer studiert, kann später einen guten Beruf ausüben und viel Geld machen. Und das sollte bei dieser Devise das oberste Ziel sein, viel Geld machen, Wachstum, die Gesellschaft immer weiter nach oben.
Das Niveau verschiebt sich. Was vor 10 Jahren ein sehr guter, fleißiger Realschüler war, macht heute ein gutes Abi. Sprich: Viel mehr Leute besuchen nun das Gymnasium. Auf der Realschule fehlen dadurch viele Leistungsträger. Was früher ein guter Hauptschüler war, geht heute gleich auf die Realschule. Gleichzeitig sinkt das Bildungsniveau so sehr, dass nun auch normale Handwerksbetriebe sagen "sorry, die Prozentrechnung sollte er eben können, das ist auf der Hauptschule nicht mehr gewährleistet, also verlangen wir einen Realschulabschluss" ...
Kc schrieb: Schmeißen wir alle zusammen in eine Klasse, dann können weder einzelne Kinder noch Niveaugruppen so gefördert werden, wie sie es benötigen. Das schadet allen Kindern.
Auch das kannst du so generell nicht sagen ... das Problem ist, dass Schüler sehr individuelle Geschöpfe sind. Mitunter bekommst du Schüler in Klasse 5 wo du denkst "oh weh, das wird schwierig" und sie beißen sich mit Motivation und Fleiß komplett durch. Dann hast du welche "ich habe eine Gymiempfehlung, aber der Bus ins Gymi fährt so früh" ... die in Klasse 7 sitzenblieben. Das Problem ist das Verhalten. Die Schüler, die ein problemloses Verhalten haben, dienen praktisch als Erziehungsinstanz für die Schüler mit Problemen. An sich eine gute Idee, aber wenn dann mal 1/3 der Klasse auffällig ist, dann kippt das oft und niemand lernt mehr was.
lawine schrieb:ich habe das GEfühl, dass sich zahlreiche Eltern noch nie überhaupt eingeklinkt haben.
Man kann die Lütten schließlich völlig oder nahezu kostenlos in Kinderkrippen, KiTas und Ganztagsschulen (für die "Eliten": Tagesmütter/Internate) abgeben und muss sich um Erziehung und Verköstigung kaum noch sorgen. Das Problem ist so groß, dass man sogar schon kostenlose Schulverpflegung anbieten muss (möchte), weil manche "Eltern" sich noch nicht mal um die Grundbedürfnisse ihrer Sprösslinge, sprich Nahrung und Trinken, kümmern.
So ist es. Mitunter sind es echt doofe Schicksale, mitunter reines Desinteresse. Viele Eltern sind auch überhaupt nicht erziehungskompetent. Nach den Weihnachtsferien sind bei uns reihenweise (auch 5. Klässler) im Unterricht eingeschlafen, weil sie Tag und Nacht Fortnite gespielt haben, durch den Gruppenzwang nicht mehr rausfanden, die Eltern zwar geschimpft haben, aber die Sicherung etc. nicht rausgedreht haben. Ein Schüler hat erzählt, dass er auf 16-18 Spielstunden täglich kam.
Suppenhahn schrieb:Kann ich dir nur zustimmen. In der Bildungspolitik wurde die letzten 40-50 Jahre viel zu viel auf schulische Bildung gesetzt, die berufliche Bildung kam viel zu kurz. Z.B. als ich Anfang der 1990er Jahren meinen Meisterbrief im Handwerk machen wollte, gab es von staatlicher Seite so gut wie keine Unterstützung, es wurde ausschließlich vom Arbeitsamt ein Unterhaltsgeld als Darlehen zur Verfügung gestellt. Den Meisterkurs selbst musste ich komplett aus eigener Tasche bezahlen.
Das würde ich so gar nicht unterschreiben - also bei uns an der Schule (und in ganz B-W) durchlaufen die Schüler ein ganzes Schuljahr lang so ein Assessment Center, bei dem ihre Begabungen getestet werden. Wir haben eine Außenstelle des Arbeitsamtes an der Schule sitzen, die gezielt Problemschüler berät. Wir haben Partnerschaften mit ortsansäßigen Betrieben. Aber z.B. bei der Partnerschaft - da gibt es z.B. einen Mittag, wo man eine Betriebsführung bekommt, alle Ausbildungsberufe des Betriebes kennenlernt und Kontakt zum Personalchef bekommt. Was ist das Problem? Richtig! Es ist ein Mittag = freiwilliger Zusatztermin. Daran scheitert es schon wieder beim ohnehin problematischen Klientel.

Und daran, dass Schülerin Y dann sagt "meine Mama sagt, ich soll nicht Arzthelferin werden, da verdiene ich nichts". Richtig. Leider sind Ys Noten nicht so, dass sie die große Auswahl hätte. Ende vom Lied: Y bewirbt sich nicht auf die Arzthelferstelle,
sondern aufs Gymnasium, schafft die Eingangsvoraussetzungen nicht und ist ab Herbst arbeitslos.


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Mit Hauptschulabschluss keine Chance?

26.04.2019 um 09:30
MissMary schrieb:das Problem ist, dass Schüler sehr individuelle Geschöpfe sind.
Genau. Das bekommen die Ideologen aber nicht auf die Reihe. Wollen sie nicht.
Sie wollen im Grunde, dass die so genannte Hochbegabte zusammen mit dem ,,normal Intelligenten", mit dem körperlich Behinderten und der geistig Behinderten gleich welcher Art, dem Faulpelz, Kindern mit und ohne Sprachkenntnissen und diversem Förderbedarf unterrichtet wird.

Das ist jetzt zugespitzt, klar, aber so ist das Prinzip. Die Annahme, alle Kinder seien genau gleich begabt und sollten genau gleich behandelt werden. Eine Annahme, die dann aber im Grunde postwendend aufgehoben wird, wenn man hinzufügt, dass es viel Binnendifferenzierung und spezielle Förderung brauche.
Ich persönlich bin ja der Meinung: wenn gleich eine ganze Reihe spezieller Betreuer und Förderer und Hilfslehrer mit im Klassenraum sein muss, damit ihre Schützlinge klarkommen, dann ist das keine Gleichbehandlung mehr.
Wenn die einen Kinder Grundzüge der Algebra lernen und die anderen weiter das kleine 1x1 üben - ,,Binnendifferenzierung" - dann ist das kein gemeinsamer Unterricht.
Sondern dann sind da zufällig in einem Klassenraum mehrere Kinder und ihre individuellen Betreuer versammelt, die ihr individuelles Programm verfolgen.

Und realistisch ist es ja nicht einmal der Fall, dass notwendige, dauerhafte Betreuung gewährleistet ist. Betreuer und Hilfslehrer kommen unter Umständen nur stundenweise mit. Quasi, als ob sie in Mathe gebraucht werden, in Deutsch aber nicht.

Ich meine das absolut nicht böswillig gegenüber Kindern.
Ich mag es lediglich nicht, wenn man mich quasi für dumm verkaufen und mir einige Bildungsideologen erzählen wollen, das sei gemeinsamer Unterricht für alle und würde die Kinder alle fördern.

Zudem sollte man Schüler nicht zu unbezahlten Hilfslehrern machen, indem man sie anderen/jüngeren Schülern etwas beibringen lässt. Das Lehren ist eine Aufgabe, um die sich Erwachsene nicht herumdrücken sollten.

Individuelle und kindgerechte Förderung bedeutet für mich, dass man Schüler in Klassen und Schulen entsprechend ihrer Fähigkeiten und Voraussetzungen einteilt.
Ohne Wertung im Sinne von ,,Gymnasiasten = klug ; Realschüler = so lala, eher handwerklich begabt ; Hauptschüler = doof ; Sonderschüler = superdoof"!
Wertschätzung verdienen alle Kinder, alle Schüler!

Doch halte ich es für effektiver und besser für alle, ich sehe auch viel bessere Förderungs- und Betreuungsmöglichkeiten, wenn die Schüler ungefähr ein gleiches Niveau haben.
Wenn ich es richtig verstanden habe, dann erfordern auch die EU- bzw. UN-Vorgaben ,,gleiche Chancen" und Wertschätzung für alle Kinder inklusive Behinderte, natürlich, aber sie fordern gar nicht, dass alle gemeinsam unterrichtet werden. Das ist eine ideologische Interpretation der politischen Linken.


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Mit Hauptschulabschluss keine Chance?

26.04.2019 um 10:06
Hallo @Dr.Manhattan , hallo @alle !
Dr.Manhattan schrieb:gut ich bin ein hippie - also leb ich soweiso ein leicht alternatives leben.
Dr.Manhattan schrieb:hachja ... also ne ... keine chance auf das arbeiterleben in saus und braus ... aber dafür viele andere optionen :)
Da fällt mir spontan ein Sprichwort ein :
Man kann auch aus Sch...e ein Bonbon machen. :troll: :troll: :troll:
Viele, die auf der Schule und im Leben gescheitert sind, beherrschen diese Kunst.

Gruß, Gildonus


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Mit Hauptschulabschluss keine Chance?

26.04.2019 um 10:13
Passend zur Diskussion:

Diskussion: Match - Shionoro / itfc (Beitrag von TerracottaPie)

Unser Schulsystem - abschaffen?

Heute Abend 20:00 Uhr geht's los.


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Mit Hauptschulabschluss keine Chance?

26.04.2019 um 10:37
Kc schrieb:Genau. Das bekommen die Ideologen aber nicht auf die Reihe. Wollen sie nicht.
Sie wollen im Grunde, dass die so genannte Hochbegabte zusammen mit dem ,,normal Intelligenten", mit dem körperlich Behinderten und der geistig Behinderten gleich welcher Art, dem Faulpelz, Kindern mit und ohne Sprachkenntnissen und diversem Förderbedarf unterrichtet wird.

Das ist jetzt zugespitzt, klar, aber so ist das Prinzip. Die Annahme, alle Kinder seien genau gleich begabt und sollten genau gleich behandelt werden. Eine Annahme, die dann aber im Grunde postwendend aufgehoben wird, wenn man hinzufügt, dass es viel Binnendifferenzierung und spezielle Förderung brauche.
Ich persönlich bin ja der Meinung: wenn gleich eine ganze Reihe spezieller Betreuer und Förderer und Hilfslehrer mit im Klassenraum sein muss, damit ihre Schützlinge klarkommen, dann ist das keine Gleichbehandlung mehr.
Wenn die einen Kinder Grundzüge der Algebra lernen und die anderen weiter das kleine 1x1 üben - ,,Binnendifferenzierung" - dann ist das kein gemeinsamer Unterricht.
Sondern dann sind da zufällig in einem Klassenraum mehrere Kinder und ihre individuellen Betreuer versammelt, die ihr individuelles Programm verfolgen.

Und realistisch ist es ja nicht einmal der Fall, dass notwendige, dauerhafte Betreuung gewährleistet ist. Betreuer und Hilfslehrer kommen unter Umständen nur stundenweise mit. Quasi, als ob sie in Mathe gebraucht werden, in Deutsch aber nicht.

Ich meine das absolut nicht böswillig gegenüber Kindern.
Ich mag es lediglich nicht, wenn man mich quasi für dumm verkaufen und mir einige Bildungsideologen erzählen wollen, das sei gemeinsamer Unterricht für alle und würde die Kinder alle fördern.

Zudem sollte man Schüler nicht zu unbezahlten Hilfslehrern machen, indem man sie anderen/jüngeren Schülern etwas beibringen lässt. Das Lehren ist eine Aufgabe, um die sich Erwachsene nicht herumdrücken sollten.

Individuelle und kindgerechte Förderung bedeutet für mich, dass man Schüler in Klassen und Schulen entsprechend ihrer Fähigkeiten und Voraussetzungen einteilt.
Ohne Wertung im Sinne von ,,Gymnasiasten = klug ; Realschüler = so lala, eher handwerklich begabt ; Hauptschüler = doof ; Sonderschüler = superdoof"!
Wertschätzung verdienen alle Kinder, alle Schüler!

Doch halte ich es für effektiver und besser für alle, ich sehe auch viel bessere Förderungs- und Betreuungsmöglichkeiten, wenn die Schüler ungefähr ein gleiches Niveau haben.
Wenn ich es richtig verstanden habe, dann erfordern auch die EU- bzw. UN-Vorgaben ,,gleiche Chancen" und Wertschätzung für alle Kinder inklusive Behinderte, natürlich, aber sie fordern gar nicht, dass alle gemeinsam unterrichtet werden. Das ist eine ideologische Interpretation der politischen Linken.
Genau das ist das Problem. Sagst du was, bekommst du so eine Mist "pädagogische Herausforderung", "in anderen Ländern klappt es auch", "Lehrer jammern immer". Wer sich wirklich in dem heutigen System weigern sollte, sind die Schüler, die erzogen sind und eine gute Arbeitshaltung und -leistung zeigen. Die sind im jetzigen System die großen Verlierer.

Ich unterrichte dieses Jahr in einer Klasse, wo ungelogen von 45 Minuten Unterricht mindestens 50%-60% der Zeit dafür drauf geht, für Ruhe zu sorgen und Disziplinprobleme in den Griff zu bekommen. Und nein, ich bin icht alleine mit dem Problem. Auch da gibt es total nette, fleißige Schüler, so eine Handvoll, das sind auch die einzigen, die immer Hausaufgaben machen und auf Klassenarbeiten lernen ... die differenziere ich in der Gruppe - d.h. die machen das, was der Lehrplan so für die Altersstufe vorsieht. Der Rest versteht z.B. im Englischen kein Passiv, da sie gar keine unregelmäßigen Verben können udn keine Zeit im Aktiv bilden. Die bekommen dann Arbeitsblätter von drei Klassenstufen vorher ... Es ist ein Kampf, dass sie die machen "wir sind doch keine Babys". Und wieder stehst du drin und "kümmerst" dich um die Kandidaten, die aus dem "unpassenden" Arbeitsblatt einen Flieger machen und dir sagen "Englisch ist eh scheiße". Ob sie das Schuljahr bestehen oder nicht, ist ihnen eigentlich egal "dann mach ich es halt nochmal".

Für die anderen ist 60% Leerlauf und man möchte den Eltern eigentlich sagen, dass es ehrenhaft ist, die Kinder in diese Schule zu schicken, aber dass man besser bedient wäre, das vorhandene Geld zusammenzukratzen und das Kind auf die freichristliche Schule drei Straßen weiter zu schicken, weil die bei solchen Rabauken den Schulvertrag kündigen - Problem gelöst und dort das tun, was wir auch gerne tun würden: die Kinder sinnvoll auf einen Abschluss vorbereiten, den sie realistisch auch gut schaffen werden. Das ist leider oft die Realität ....


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26.04.2019 um 17:14
MissMary schrieb:So ist es. Mitunter sind es echt doofe Schicksale, mitunter reines Desinteresse. Viele Eltern sind auch überhaupt nicht erziehungskompetent. Nach den Weihnachtsferien sind bei uns reihenweise (auch 5. Klässler) im Unterricht eingeschlafen, weil sie Tag und Nacht Fortnite gespielt haben, durch den Gruppenzwang nicht mehr rausfanden, die Eltern zwar geschimpft haben, aber die Sicherung etc. nicht rausgedreht haben. Ein Schüler hat erzählt, dass er auf 16-18 Spielstunden täglich kam.
Ich denke da ist auch die Hauptmisere bei anderen Geschichten wie Kein Pausenbrot etc. in Familien wo Kinder oft die einzigen sind mit geregeltem Tagesablauf. Ich denke das spielt alles mit ein.

Aber ansonsten merkt man eben das vieles von der Grunderziehung auf die Schulen abegwälzt wird.
MissMary schrieb:Ich unterrichte dieses Jahr in einer Klasse, wo ungelogen von 45 Minuten Unterricht mindestens 50%-60% der Zeit dafür drauf geht, für Ruhe zu sorgen und Disziplinprobleme in den Griff zu bekommen. Und nein, ich bin icht alleine mit dem Problem. Auch da gibt es total nette, fleißige Schüler, so eine Handvoll, das sind auch die einzigen, die immer Hausaufgaben machen und auf Klassenarbeiten lernen ... die differenziere ich in der Gruppe - d.h. die machen das, was der Lehrplan so für die Altersstufe vorsieht. Der Rest versteht z.B. im Englischen kein Passiv, da sie gar keine unregelmäßigen Verben können udn keine Zeit im Aktiv bilden.
Haargenau, und wenn ich sag mal "negativen Aspekte" in einer Klasse überwiegen zieht das den rest auch noch mit runter

das konzept alle zusammenzupacken (Anzugleichen) dürfte da zu kurz greifen. Oder als Lösung fungieren.

Btw wurde die Hauptschule nicht in einigen Bundesländern komplett abgeschafft.


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Mit Hauptschulabschluss keine Chance?

26.04.2019 um 17:16
Ja, der Eröffnungspost gibt null her, das ist aber keine Einladung ebenfalls sinnlos zu schwafeln und vom Thema (das andere User hier sehr gut aufgebaut haben) abzuschweifen.

Lasst das OT sein, den persönlichen Kleinkrieg und das Gespame und diskutiert bitte vernünftig.


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Mit Hauptschulabschluss keine Chance?

27.04.2019 um 22:05
Hauptschulabsolventen haben durchaus eine Chance, eine Ausbildung im Handwerk zu absolvieren.
Allerdings brauchen sie dafür gute Noten, was mit etwas Anstrengung in der Hauptschule drin sein sollte ...

Am meckern in Dokus sind aber meistens nur die Jugendlichen, die ihre Schulzeit verschwendet haben, oft schwänzten und den Unterricht störten. Denen kann man in der Ausbildung nicht erst lesen, schreiben, rechnen, Disziplin und eine vernünftige Ausdrucksweise beibringen ...

Ich denke, Hauptschüler mit guten Noten machen durchaus ihren Weg ...

Die Schulversager kamen früher auch nur in öden Handlangerjobs unter, allerdings gibt es davon heutzutage kaum noch welche ...


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10.05.2019 um 19:43
Issomad schrieb am 27.04.2019:Am meckern in Dokus sind aber meistens nur die Jugendlichen, die ihre Schulzeit verschwendet haben, oft schwänzten und den Unterricht störten. Denen kann man in der Ausbildung nicht erst lesen, schreiben, rechnen, Disziplin und eine vernünftige Ausdrucksweise beibringen ...
das ist Quatsch


Selbst im Handwerk nehmen die betriebe nur die besten

dann beklagen sie sich und weinen sich aus

Flüchtlinge und Studienabbrecher nehmen die gerne weil sie dafür fett kohle und Zuschüsse bekommen


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11.05.2019 um 00:10
@orangecrush

Sorry aber kannst du belegen das die nur die besten nehmen? Soweit ich weiß freuen sich Firmen mit handwerklichen berufen wenn sich Leute überhaupt bewerben. Man hat überall mangel an Fachkräften.

Ich kann natürlich nur aus meiner Erfahrung sprechen aber als ich meine Ausbildung zum Metallbauer gemacht habe hat jeder der das erste Jahr bestanden hat auch eine Aubsildungstelle bekommen und der Großteil der Leute hatte einen Hauptschulabschluss.


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Mit Hauptschulabschluss keine Chance?

11.05.2019 um 00:39
orangecrush schrieb:Selbst im Handwerk nehmen die betriebe nur die besten

dann beklagen sie sich und weinen sich aus
Senkuu schrieb:Sorry aber kannst du belegen das die nur die besten nehmen? Soweit ich weiß freuen sich Firmen mit handwerklichen berufen wenn sich Leute überhaupt bewerben. Man hat überall mangel an Fachkräften.
Genau so siehts aus. In unserem Landkreis hatten wir 2018 auf 100 offene Lehrstellen exakt 53 Schulabgänger, da ist nix mit "nur die besten auswählen", da bist du froh wenn sich überhaupt jemand bewirbt und tatsächlich die Lehrzeit durchzieht.


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Mit Hauptschulabschluss keine Chance?

11.05.2019 um 01:19
Dass man mit nur einem Hauptschulabschluss keine Chance hat glaube ich gar nicht, gibt selbst Leute die keinen Hauptschulabschluss hatten und später was aus ihnen geworden ist.

Es gibt halt mehrere Faktoren die mitbestimmen wie es mit einem so aussehen wird als jemand der nicht mehr als einen Hauptschulabschluss hat.


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Mit Hauptschulabschluss keine Chance?

11.05.2019 um 01:35
Hauptschulen sollten abgeschafft werden.
Kinder die von der Grundschule, auf eine Hauptschule müssen sind doch schon weg vom Fenster. Zumal der Druck schon in der 4. Klasse enorm ist, wenn es heißt auf eine Hauptschule zu kommen, wenn zwei Noten nicht passen.
Da finde ich den Weg der neuen Bundesländer weit besser, vorallem schneidet man in Sachsen und Thüringen nicht schlecht in sachen Bildung ab. Wir hatten Mittelschulen in denen die Hauptschule integriert gewesen ist, aber die Hauptschüler mit den Realschülern in einer Klasse waren.
In etlichen Bundesländern ist die Hauptschule als eigenständige Schulform entweder abgeschafft oder, wie im Fall der neuen Bundesländer, gar nicht erst errichtet worden. Sie existiert jedoch weiterhin in Form eines teilintegrierten Bildungsganges, das heißt, dass die Bundesländer durch ihr Schulsystem sicherstellen müssen, dass der Hauptschulabschluss erworben werden kann.

Die Zahl der Hauptschulen hat sich seit 2005 mehr als halbiert. Vier von zehn Hauptschulen wurden in den vergangenen zehn Jahren geschlossen. 1975 waren 2,5 Millionen Kinder auf die Hauptschule gegangen, in meinem Abschlussjahr, 2005, waren es noch eine Million. Die Zahl ihrer Schüler ist im Jahr 2018 bundesweit auf 390 000 gesunken.[8]

Thüringen hat mit der Einführung der Regelschule, Sachsen mit der Errichtung der Mittelschule, Mecklenburg-Vorpommern mit der Einrichtung Regionaler Schulen sowie Sachsen-Anhalt und Bremen mit der Zusammenlegung des Haupt- und Realschulbildungsganges in sogenannten Sekundarschulen.
Wikipedia: Hauptschule#Übrige_Bundesländer


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11.05.2019 um 01:52
Bone02943 schrieb:Hauptschulen sollten abgeschafft werden.
Sehe ich auch so. Heute ist das nur noch Stigma.


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Mit Hauptschulabschluss keine Chance?

11.05.2019 um 01:53
Hauptschüler haben zwar trotzdem eine Chance, vorallem in Handwerksberufen, doch sobald ein Bewerber mit Realschule dabei ist, dann wird es für den Hauptschüler extrem schwer.
Ich habe noch nie verstanden, wie Eltern ihre Kinder nach der Grundschule auf eine Hauptschule schicken konnten. Wobei gerade in Bayern scheinbar die Empfehlung nicht nur eine Empfehlung war, sondern oftmals bindend gewesen ist.

https://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/bayern-mutter-startet-petition-gegen-grundschulabitur-a-1265657.html


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Mit Hauptschulabschluss keine Chance?

11.05.2019 um 01:58
Bone02943 schrieb:Ich habe noch nie verstanden, wie Eltern ihre Kinder nach der Grundschule auf eine Hauptschule schicken konnten.
Oftmals ist das der schnellste Weg, seinen Berufsabschluss zu machen. In meinem Jahrgang (1969) war der Hauptschulabschluß ein gängiger Schulabschluß um in eine Handwerkslehre einzusteigen, die meisten von uns hatten mit 18 Jahren ihren Gesellenbrief in der Hand. Meine Schwester hat mit Hauptschulabschluß Arzthelferin gelernt und die Prüfung erfolgreich bestanden.


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11.05.2019 um 02:04
@Suppenhahn

In deinem Jahrgang mag das ja gepasst haben. Meine Oma ist glaube schon in der 8. aus der Schule raus, auch das war damals fast normal. Aber in der "heutigen" Zeit ist das einfach anders.
Das Problem an eigenständigen Hauptschulen ist doch das Kinder es kaum schaffen dort noch mal weg zu kommen. Es gibt ja auch Kinder die erst später zünden doch dann hängen sie schon fest.
Bei uns kam man auf die Mittelschule und erst zur 7. Klasse hat sich der Bildungszweig getrennt. Da hatten die Kinder noch zwei Jahre länger Zeit.
Aber auch dann waren die Hauptschüler nicht gefangen in ihrer Hauptschule, sondern hatten mit uns weiterhin Unterricht und waren ein teil unserer Klasse.
Einzig in den Hauptfächern hatten wir getrennten Unterricht, den Rest haben wir Realschüler mit den Hauptschülern den selben Unterricht verbracht.
Fand ich vom System her deutlich besser als eigenständige Hauptschulen ab der 5. Klasse.


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