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Links, Rechts, Mitte oder was ganz anderes?

75 Beiträge, Schlüsselwörter: Systemfrage
toledo
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Links, Rechts, Mitte oder was ganz anderes?

10.09.2007 um 19:52
momentan herrscht bei uns eine kapitalistische und relativ demokratische gesellschaftsordnung. in den letzten jahren ist die herzlichkeit aber deutlich abgekühlt. der kalte krieg verlieh dem kapitalismus ein menschlicheres angesicht, als er wirklich hatte und noch hat. gesellschaftsordnungen wurden immer abgelöst, wenn sie dafür reif waren. der feudalismus hat ganz besonders deutschland an einer soliden wirtschaftlichen entwicklung gehindert. die bürgerliche und industrielle revolution hat plötzlich ganz andere verhältnisse geschaffen. auf einmal waren eine große anzahl an bürgern wohlhabend und verfügten über macht. das arbeiterheer war aber unterdrückt. der kapitalismus wurde zum imperialismus. deutschland als stark gewachsene wirtschaftsmacht wollte natürlich vom "weltkuchen", auf dem frankreich und england saßen, etwas abhaben. es gab zwei große kriege. 6 jahre vor dem zweiten großen krieg wurde dem deutschen volk eine neue form der gesellschaftsordnung übergestülpt - sozialismus mit extrem nationaler ausprägung.
wie der krieg endete ist allseits bekannt. bereits 1917 haben die russen eine revolution angezettelt. den russischen arbeiter und bauern ging es aber wahrscheinlich auch am schlechtesten von allen europäern. daher dürfte ein großteil diese revolution unterstützt haben. die revolution wurde aber nicht vom volk sondern von lenin und seinen bolschewiki durchgeführt. zimperlich waren diese herren nicht. wer im weg stand, wurde überrollt und vernichtet.
nach dem zweiten großen krieg übernahmen die sowjets das zepter und beherrschten osteuropa. auch hier ging es vorwärts und die lebensbedingungen für die bevölkerung verbesserten sich. das geschah aber viel langsamer als im kapitalistischen teil europas. die sozialistische bevölkerung schielte natürlich nach dem westen. besonders an der brisantesten grenze mitten in deutschland spielten sich scheußliche szenen ab, von denen jeder wissen müsste. der sozialismus zeigte seine menschenverachtende seite. er wollte als system überleben und ging gegen die eigenen leute vor. irgendwann kippte das sozialistische system. es gab freiheit für alle. jetzt hatte die kapitalistische welt ihren feind verloren und musste nicht mehr den guten spielen. es scheint so, als wäre die kapitalistische zeit am ende. nicht wenige meinen das.

welche alternativen haben wir?

weiterleben wie bisher im kapitalismus: es wird härter auf dieser welt. wir müssen uns darauf einstellen und wahrscheinlich leiden.

sozialismus: haben wir ausprobiert, hat nicht funktioniert, da es keine wahre freiheit geben kann. freie wahlen würden das sozialistische system gefährden, also bleibt nur eine diktatur. des weiteren haben sozialistische diktaturen millionen und abermillionen menschenleben auf dem gewissen. wahrscheinlich viel viel mehr als ah.

nationalsozialismus: sehr gut geeignet, um eine nation "zusammenzuschweißen". die strukturen des staates sind denen des sozialismus sehr ähnlich. nachteilig ist, dass auch diese gesellschaftsordnung sozialistisch, diktatorisch und menschenverachtend geprägt ist und millionen menschen ihr leben lassen mussten und auch dass nachbarschaftskonflikte geradezu vorprogrammiert sind.

etwas ganz neues: welche ideen haben menschen über ein komplett neues gesellschaftssystem. es soll menschlich sein, allen menschen und menschlichen strömungen freiheit garantieren, die entwicklung nicht hemmen, trotzdem sicherheit garantieren und unseren planeten pflegen.

gibt es passende ideen, die umsetzbar sind?


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10.09.2007 um 20:01
Das einzige weitere Wirtschaftssystem dass mir noch einfällt, ist der (heue relativ unbekannte) Distributismus

Distributismus ist eine ökonomische Philosophie, die von katholischen Denkern wie Gilbert Keith Chesterton oder Hilaire Belloc vertreten wurde. Dem Distributismus zu Folge sollte der Besitz von Produktionsmitteln so weit wie möglich in der Bevölkerung verteilt sein, statt im zentralen Bestitz des Staates (Sozialismus) oder einer kleinen Zahl von Individuen (Kapitalismus). Unter diesem System wären die meisten Menschen in der Lage ihren Lebensunterhalt zu verdienen ohne auf die Nutzung von fremdem Eigentum angewiesen zu sein.
Die distributistischen Vorstellungen gehen zurück auf päpstliche Lehren des 19. und 20. Jahrhunderts, angefangen mit der Enzyklika Rerum Novarum von Papst Leo XIII. Eine gute Zusammenfassung ist Chestertons Bemerkung: „Das Problem mit dem Kapitalismus ist, dass es nicht genug Kapitalisten gibt.“ Belloc und Chestertonbegründeten die meisten ihrer Empfehlungen mit Erörterungen mittelalterlichen Wirtschaftens, vor der Entwicklung der kapitalistischen Philosophie, wie sie zuerst von Jean Quidort in der Theorie des Homo oeconomicus in De potestate regia et papali dargelegt wurde.

(Wikipedia)

Weitere Wirtschafts oder Staatssysteme wären mir bis jetzt nicht bekannt. Finde das Thema aber sehr spannend, ich liebe utopische Ideen .
Abendländer


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10.09.2007 um 20:05
wie wärs mit einer direkten demokratie, wir haben eine indirekte demokratie, in der der einzelne staatsbürger mehr einfluss hat, das läst sich am besten auf virtuellem wege bewerkstelligen ansonsten wäre es zuviel arbeit. das sind sicher einige sachen die auf ihre machbarkeit geprüft werden müssen, zb wie vorschläge für gesetze eingebracht werden, wahlmethoden.


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toledo
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10.09.2007 um 20:14
distributismus ist interessant. er beruht aber weiter auf dem kapital, wenn auch gut verteilt. das müsste den heutigen kapitalisten erst weggenommen werden. es gibt eine menge leute, die durch harte arbeit zu geld und damit kapital gekommen sind. eine enteignung wäre in vielen fällen ungerecht. damit sollte eine gute gesellschaftsordnung nicht beginnen.

direkte demokratie hört sich interessant an. durch heutige edv-technik ließe sich das vielleicht sogar verwirklichen. aber wenn man mal gewählt hat, muss man trotzdem für ein paar jahre die regierung dulden.

es muss noch was anderes geben.


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toledo
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10.09.2007 um 20:15
spinnt mal weiter !


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10.09.2007 um 20:46
Ja, Distributismus bedeutet, dass im Prinzip jeder Kapitalist wäre. Alles würde in den Händen des Volkes liegen, nicht nur die Staatsherrschaft, sondern auch die Wirtschaft und der Besitz.


es gibt eine menge leute, die durch harte arbeit zu geld und damit kapital gekommen sind. eine enteignung wäre in vielen fällen ungerecht.

Ist ja teilweise auch richtig. Aber wenn du so denkst kannst du das Wirtschaftssystem ja nicht ändern, da du damit ja den Kapitalismus legitimierst. Außerdem sind viele der Kapitalisten auch nur aufgrund von Erbe reich. Das sind oft ganze Familien die sich über viele Jahrhunderte immensen Besitz anhäuften und noch heute darauf sitzen.
Eine Enteignung wäre allerdings alles andereals edel. Ich denke man kann auch so, Stück für Stück, über einen langen Zeitraum einen Ausgleich zwischen Arm und Reich schaffen.


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toledo
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10.09.2007 um 21:05
ja, sowas ist schwierig. eine enteignung gab es schon mal und das ging in die hose. deshalb tue ich mich damit schwer.

man kann das geld abschaffen und für jeden menschen stehen ausreichend güter zur verfügung = kommunismus. hört sich schön und gut an. leider fehlt dann der antrieb, etwas für die gemeinschaft zu leisten. der mensch ist dafür noch lange nicht reif. einen äußeren druck muss es geben. wie kann der aussehen, ohne menschenverachtend zu sein?


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ashert
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10.09.2007 um 22:11
Wir müssen einfach alle Unternehmen zu Genossenschaften machen, das Freigeld mit hoher Umlaufsicherung einführen oder nur die Reichen höher besteuern!
Lösungen gegen Armut und Not gibts wie Sand am Meer, was fehlt ist halt nur die Keule dafür um die Lobbyisten die dagegen stehen zu vertreiben!


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10.09.2007 um 22:13
Bedeutet Distributismus im Endeffekt nicht einfach nur, dass sämtliche Firmen zu AGs gemacht werden?


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ashert
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10.09.2007 um 22:21
Distributismus ist auch gut, einfach alles gerecht verteilen. Es geht halt immer nur um Umverteilung nach unten oder oben, was anderes kann man nicht machen.

Sozialismus ist aber eher Umverteilung nach oben, da dem Volk die Mittel garnicht wirklich gegeben sind!


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rockandroll
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10.09.2007 um 22:24
Distributismus hört sich für mich auf den ersten Blick toll an.
Das Kapital, das zur Wertschöpfung nötig wäre, würde man auf das ganze Volk verteilen, dass aber keine "Faulpelze" züchten würde, wie es im Kommunismus der Fall war. Denn dafür sorgte die Tatsache, dass man den Wert durch seine eigene Händearbeit schaffen würde UND ihn auch behalten dürfte.
Wäre auf jeden Fall besser/gerechter, als das was heute los ist.
Dass man sein Kapital von seinen Ahnen erbt und dieses nicht selbst erarbeitet sondern nur verwaltet, das grenzt schon an Idustrie-, und Banken-Feudalismus.


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10.09.2007 um 22:49
Wir haben noch keinen richtigen (liberalen) Kapitalismus erlebt, ansonsten gäbe es noch ein Freiwirtschaftliches System oder Anarchosyndikalismus.


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11.09.2007 um 01:09
Wie soll es denn mit dem Distributismus funktionieren? Ich meine selbst wenn man es irgendwie schaffen würde das Vermögen umzuverteilen (was mMn keine besonders gute Idee wäre), würden die wenigsten damit umgehen können (manche sind halt gute Unternehmer, andere nicht). Es würde nicht einmal zwei Generationen dauern dann wäre alles ungefähr wieder beim Alten. Wenn, dann müsste man schon die Produktionsgüter verstaatlichen, aber das wäre ja widerum Sozialismus und das hatten wir schon.
Zur direkten Demokratie: was die bewirken soll, bleibt mir schleierhaft. Demokratie ist eine Staatsform; Kapitalismus eine Wirtschaftsform. Dass das Eine mit dem Anderen nichts zu tun hat, präsentieren gerade die Chinesen auf eine sehr anschauliche Art und Weise.

MfG


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11.09.2007 um 01:17
Waaaaaaaaaah !!!!*FDP*


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11.09.2007 um 01:24
Distributismus ist im Prinzip die Verteilung der Produktionsmittel...jedem seine Kuh sagt man glaub.
+Einem liberalen (*prust keuch*) sollte klar sein das ein richtiger Kapitalismus in diesem China nicht möglich ist.


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11.09.2007 um 01:29
Warum nicht?


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11.09.2007 um 01:44
Großer Staat = Kein Kapitalismus, jedenfalls nicht im eigentlichen Sinn. Aber das was man gemeinhin als Kapitalismus tituliert ist durchaus möglich und unterscheidet sich auch nicht sonderlich z.B. vom Amerikanischen Modell.


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11.09.2007 um 02:01
Ich bin übrigens absolut nicht mit dem Eingangspost einverstanden, eine sehr seltsame Geschichtsauffassung ist das. :P


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11.09.2007 um 12:28
Finde es auch komisch. Erinnert am Anfang irgendwie an Marx, driftet dann aber ab.
Aber mal eine Frage: was wäre denn Kapitalismus im eigentlichen Sinn?

MfG


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luchs
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11.09.2007 um 14:26
ich bin nachwivor überzeugt dass ein funktionierender sozialismus möglich ist und eine lösung sein kann. die bisherigen systeme wurden leider teils durch diktatoren, teils von imperalistischen feinden zum untergang gebracht.


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11.09.2007 um 15:33
oh ja... leider...


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