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Mithrakult

38 Beiträge, Schlüsselwörter: Geschichte, Mithrakult

Mithrakult

02.12.2004 um 18:29
Ich habe gestern einen kleinen Bericht in einer Inforrmationsbroschüre gelesen, in dem ging es um einen eigendlich ausgestorbenen Kult, den Mithrakult.
Dieser Kult soll sehr grausam gewesen sein und viele Menschenleben gefordert haben. In diesem Bericht stand, das dieser Kult wieder aufblüht.
Weiß jemand etwas über diesen Kult und deren Handlungsweisen und ob etwas drann ist, das er wieder existieren soll?

Wenn das nehmlich der fall wäre, wären die Satanisten wohl bald die Unschuldslämmchen.

Gruß

Absimiljard




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realzerog
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Mithrakult

02.12.2004 um 18:31
erster

In nomine patris et filii spiritus sancti
REST IN PIECES


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Mithrakult

02.12.2004 um 18:35
Und was hast du davon, wenn du keine Ahnung hast?
Hauptsache mal geschrieben, oder was?

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boadicea
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Mithrakult

02.12.2004 um 18:37
Meinst Du den Mithraskult?
Irgendwas war da mit einem Stier ... ein stierköpfiger Gott und Stiere als Opfer?


Wer seinen Gegener kennt, gewinnt.
Wer die Erde und den Himmel kennt, gewinnt immer.



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amiraymen
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Mithrakult

02.12.2004 um 18:38
Zum Glück, gibt es diesn Kult nicht mehr!
Die Römer haben ihn praktiziert!

Der Prophet des Islams sagte:
Bewahre Gott und er bewahrt dich.Bewahre Gott und er zeig dir den Weg.(.....)

Der Knüppel für den, der ungehorsam ist.(Altes arabisches Sprichwort)


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arkana
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Mithrakult

02.12.2004 um 18:39
@abis
vorab allgemeine info zu dem thema, meine persünliche folgt (quelle: www.sungaya.de):

Mithra

(awest. „Vertrag”, „Freundschaft”; Mithras, Mitras, Mitra) Ein iranischer Bundesgott, Gott der Eide und Verträge, Kriegsgott und Schutzgott der höheren Stände, Spender von Fruchtbarkeit, Frieden und Sieg. In späterer Zeit ist er auch Totenrichter sowie Licht- und Sonnengott.

Mithra, der aus dem Felsen geborene Lichtgott, gehört zu den Yazata, seine Geschwister sind der Rashnu und die Daena. Er ist die Sonne, die auf seinem goldenen Wagen von vier weißen Pferden über den Himmel zog. 10000 Augen und Ohren zeugen von seiner Weisheit und der Macht, Siege zu schenken.

Gleichgesetzt wurde Mithra von seinen Anhängern oft mit dem Ahura Mazda, dem Prinzip des Guten. Dem gegenüber steht der böse Ahriman. Mithra galt auch als Vermittler zwischen diesen Prinzipien, weil der Zug Sonne den Wechsel von Licht und Dunkel bringt.

Die erste schriftliche Erwähnung des Gottes findet sich in einem Vertrag, der im 14. Jahrhundert in akkadischer Sprache fixiert wurde und Mithra einen Schwurgott nennt.

Geopfert wurden Mithra Stiere, um die Fruchtbarkeit der Natur zu sichern. Gegen die orgiastische Verehrung des Mithra mit den blutigen Stieropfern wandte sich um 600 vor der Zoroaster (Zarathustra). Zoroaster und seine Anhänger sehen in Ahura Mazda die oberste Gottheit, Mithra verlor seine Stellung.

Im vierten Jahrhundert v. belebte sich unter Artaxerxes II. (404 bis 359) die Verehrung des Mithra aufs Neue und faßte auch bei den Römern Fuß, seit im 1. Jahrhundert v. das Römische Reich weiter nach Osten vordrang. Im griechisch-römischen Raum nannte man ihn Mithras, den Gott der staatlichen Ordnung. Besonders beliebt war er bei den Soldaten, die ihn als Gott der Soldaten und der Männerbünde verehrten. Dargestellt ist er als Stiertöter, flankiert von den Fackelträgern Cautes und Dautapathes.
Im Mithras-Mysterienkult galt er als Bezwinger des Urstiers Geush Urvan, den er einst tötete. Aus dem Leib des Stiers gingen alle Tiere und Pflanzen hervor, in seinem Blut sind die Menschen gesegnet, er ist daher ihr Heilsbringer.

Bei diesen Mithras-Kulten, die in Mithräen genannten Grotten und unterirdischen Räumen begangen wurden, waren Frauen ausgeschlossen. Von Persien verbreiteten sich die Kulte über Kleinasien, Griechenland und seit 70 v. besonders durch römische Soldaten über Rom bis nach Germanien und Britannien. Zahlreiche Ruinen von Mithräen sind erhalten, in Deutschland beispielsweise in Heddernheim und Dieburg b. Frankfurt a.M.
Als seinen Geburtstag feierte man den 25. Dezember, eine Tradition, die das Christentum übernahm, als es im Jahre 354 das Weihnachtsfest auf dieses Datum legte. Wohl wegen etlicher Ähnlichkeiten im Kult, der in „Konkurrenz” zum Christentum stand, verfolgten die Christen die Verehrung des Mithras nachdrücklich.

Manche Dinge bleiben immer wahr. Leben und Tod. Erde und Himmel.
Die Geschenke der Göttin: Intuition und Liebe.


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boadicea
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Mithrakult

02.12.2004 um 18:39
http://www.internetloge.de/arstzei/gsmithra.htm

Stimmte sogar - das mit dem Stier, meine ich :)

Wer seinen Gegener kennt, gewinnt.
Wer die Erde und den Himmel kennt, gewinnt immer.



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Mithrakult

02.12.2004 um 18:44
Danke!

Heißt dann wohl, das der Bericht Schwachsinn war und dieser Kult nicht abartig oder böse ist.

Weißt du was darüber, ob er wieder aufblüht, oder war das auch nur ein Gerücht?

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arkana
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Mithrakult

02.12.2004 um 19:25
die herkunft des kultes liegt darin, daß mithra ein gott der hirten war (wurde aus stein geboren und nur hirten waren zeugen davon) und im kampf mit einem stier (zeuger des guten, der fruchtbarkeit) wurde der stier zum göttliche opfer für wachstum.
die hirtenvölker brauchten einen starken, wehrhaften gott, den sie anbeten konnten und der als jung und stark, unbezwingbar, kriegerisch galt.
die ausbreitung des mithraskult passierte über römische hilfstruppen, rekrutiert aus asien und er wurde (wie bereits oben beschrieben) im römischen heer eine soldatenreligion, es war ein reiner männerkult, ein männlicher gott, der schutz und sieg, verheißt, sich in allen gefahren bewährt, mit kriegerischen idealen.
die indogermnische welt (reiter- und hirtenvölker) übernahm den kult, weil auch sie (im gegensatz zu den mittelmeervölkern = frauenbünde) ihre bünde ganz auf den mann und sein wollen, streben ausrichteten.
der mithrasdienst symbolisiert die himmelfahrt der seele und beinhaltet sieben weihegrade.
der kult wurde in den bereits vorher genannten grotten oder unterirdischen räumen abgehalten:
der neophyt betritt die vorhalle und streitet in die krypta. dort steht ein schön geschmücktes heiligtum = erleuchtetes bild des stiererlegenden mithras, meistens auch noch mit dem löwenköpfigen Kronos.
die bereist eingeweihten beten kniend auf den bänken in der krypta und priester gehen mit fackeln auf und ab. diese lichtspiel dient dazu, verwirrung zu stiften, die sinne zu verwirren, dazu gibt es noch ein rauschgetränk und der neophyt wird in einen zustand der exstase (gewisse atemtechniken und das aufsagen von besonderen formeln) gebracht. in der exstase gilt es dann seine männlichkeit und seinen mut zu beweisen.

Quelle: "geheimkulte" von will-erich peukert

Manche Dinge bleiben immer wahr. Leben und Tod. Erde und Himmel.
Die Geschenke der Göttin: Intuition und Liebe.


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keleb
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Mithrakult

09.12.2004 um 17:34
Link: www.amazon.de (extern)

@absimiljard

...falls du noch an diesem Thema interessiert sein solltest, kann ich dir ein spannendes Buch empfehlen, wo Mithraanhänger sich mit sehr ungewöhnlichen Methoden sich für das Thema Umweltschutz einsetzen. Es spielt in der heutigen Zeit .....Es heißt " Schwur des Feuer's" von David Morrell.


Gruß






Die Weisheit eines Menschen
misst man nicht nach seinen
Erfahrungen, sondern nach
seiner Fähigkeit, Erfahrungen zu machen G. B. Shaw


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yo
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Mithrakult

09.12.2004 um 17:50
"die indogermnische welt (reiter- und hirtenvölker) übernahm den kult, weil auch sie (im gegensatz zu den mittelmeervölkern = frauenbünde) ihre bünde ganz auf den mann und sein wollen, streben ausrichteten."

übernommen von den persern doch vermutlich, oder? die iraner/perser aber waren doch damals selbst reine indogermanen, sie galten sogar als die indogermanischsten aller völker (wenngleich heute etwas mit arabern verpanscht)...


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Mithrakult

09.12.2004 um 18:28
Mithra / Mitra ist ein auch ein sehr vielseitig eingesetzter Begriff.

Ich selbst habe von diesem Kult noch nie gehört, aber den Namen habe
ich schon zig Mal gehört.

Auch die Filmwelt benutzt diesen Begriff immer wieder gern für alles
mögliche.

Die Wahrheit schmerzt manchmal, aber die Luege dahinter noch viel mehr.


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Mithrakult

09.12.2004 um 18:33
@yo

>>(wenngleich heute etwas mit arabern verpanscht)... <<

naja die hören es nicht gern wenn man die araber oder ein bisschen araber zu ihnen sagt!!!sie waren und sind immernoch Perser (kann man nix machen is halt ihr stolz) an bestimmten jahrestagen spielen sie die schlachten der alten Perser (Xerxes,Darius,etc) wie sie gegen die griechen usw. nach!!! Tja die san stolz auf ihre Vergangenheit......(sollte nicht heißen dass jedes volk stolz auf seine vergangenheit sein sollte...ihr wisst was ich meine, hoffe ich)...

Have your own opinion!!!


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seraphim82
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Mithrakult

09.12.2004 um 19:32
Ulansey David: Die Ursprünge des Mithraskultes, 1998, etwa 140 S.
Eine völlig neue Sicht der Mithrasmysterien.... Über die Ursprünge des römerzeitlichen Mysterienkultes.... Stiertötung des Mithras, die meist in Verbindung mit einer Gruppe von Tieren zu sehen ist, die mit Sternbildern i9dentifiziert werden....das Kultbild eine Art astronomoscher Code.

"Es ist das Schicksal des Genies unverstanden zu bleibern, aber nicht jeder Unverstandene ist ein Genie"

"Islam und der Westen gehören auf Verderb oder auf Gedeih zusammen: in Bezug auf die Rückbesinnung wahrer Werte der westlichen Kultur"


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Mithrakult

09.12.2004 um 19:44
@ SeRaPHiM82

Über Kulte und Okkultismus scheinst Du wohl eine ziemlich breit
gefächerte "Privatbibliothek" zu haben.

Die Wahrheit schmerzt manchmal, aber die Luege dahinter noch viel mehr.


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seraphim82
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Mithrakult

09.12.2004 um 19:46
Die sieben Weihegrade standen in Beziehung zu den sieben Planeten; demAufstieg des lebenden Mysten durch die sieben Grade entsprach nach dem Tode ein Aufstieg seiner Seele durch die Sphären der sieben Planeten zum Fixsternhimmel.
Diese Vorstellung ist in der Sternenreligion der Platoniker vielfach belegt.
Warum breitete sich dieser Kult zur selben
Zeit und auf gleichem Wege wie das Christentum aus?
Die Esoterik, die von den Mithrasanhängern gepflegt wurde und sie folgerichtig dem Christentum (esoterischem) hätte zuführen müssen, sollte mehr und mehr einem Christentum entfremdet werden, das in der Auseinandersetzung mit dem Machtgefüge des römischen Staates allmählich eine stärker institutionelle Funktion erhielt. Dadurch kam es zu unüberbrückbaren Gegensätzen. Das Verbot heidnischer Kulte und die Verfolgung ihrer Adepten Ende des 4. Jahrh. löschte die Mithras- Mysterien als eine kulturtragende, nicht dekadent gewordene Religion aus.

"Es ist das Schicksal des Genies unverstanden zu bleibern, aber nicht jeder Unverstandene ist ein Genie"

"Islam und der Westen gehören auf Verderb oder auf Gedeih zusammen: in Bezug auf die Rückbesinnung wahrer Werte der westlichen Kultur"


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seraphim82
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Mithrakult

09.12.2004 um 19:59
Bis ins 4. Jahrh. gab es als Reste der alten Weisheitslehren noch Medizin, die auf der Anschauung des flüssigen menschlichen Organismus beruhte. ( Säftemischung) Hippokrates, später nur noch Tradition), und eine ätherische Astronomie ( Präexistenz, ,Durchgang des vorgeburtlichen Menschen durch die Planetensphären), die exoterisch als Mithraskultus in Erscheinung trat ( Mithras = Sonnenkräfte, auf dem Stier= Planetenkräfte).
Der Versuch Mithraskultus bzw. ätherische Astronomie mit dem Christentum zu vereinigen ( Dionysius Aeropagita, Origines, Arianismus, Wulfila- Bibel) wurde von Konstantin und besonders von Justinian unterdrückt. Schließung der Philosophenschule in Athen, Flucht der Philosophen nach PERSIEN; dort Gründung der Akademie von Gondischapur, welche dem ursprünglichen Zarathustrkultus zuwiderlief und Befestigung des institutionellen exoterischen Christentums als Machtapparat waren die Folgen.

"Es ist das Schicksal des Genies unverstanden zu bleibern, aber nicht jeder Unverstandene ist ein Genie"

"Islam und der Westen gehören auf Verderb oder auf Gedeih zusammen: in Bezug auf die Rückbesinnung wahrer Werte der westlichen Kultur"


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seraphim82
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Mithrakult

09.12.2004 um 20:01
Man tut was man kann! :)

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"Islam und der Westen gehören auf Verderb oder auf Gedeih zusammen: in Bezug auf die Rückbesinnung wahrer Werte der westlichen Kultur"


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Mithrakult

19.03.2005 um 03:36
Die Religionswissenschaft zählt den antiken Kult des Mithras zu den sogenannten orientalischen Mysterien- und Erlösungsreligionen. Wenngleich in vielen Bereichen noch rätselhaft, haben Forschungen in den 90-er Jahren doch einen erhellenden Blick auf den Ursprung dieser Religion und ihres zentralen Gehaltes ermöglicht.

Ausgehend von altiranischen und indischen Mythen des 7. vorchristlichen Jahrhunderts um den Gott Mit(h)ra, glaubte man lange an eine kohärente Überlieferung bis in hellenistische Zeit. Die alten Mythen beschreiben Herkunft und Taten des Gottes, der die Funktion eines Garanten und Mittlers von Übereinkünften auf Treu und Glauben ausfüllt, was sein "sprechender Name" mit der Bedeutung "Vertrag" bestimmt. So entwickelte sich der Gott zum Mittler zwischen Mensch und göttlicher Sphäre, letztlich auch zum Kämpfer für Gerechtigkeit und das Gute schlechthin. Tatsächlich sind diese Mythen (wenn auch wesentlich modifiziert durch philosophisches Gedankengut platonischer Prägung) in differenzierter Form in die hellenistisch-römische Mithras-Religion eingeflossen.

Beispielhaft sei die häufig dargestellte Geburt Mithras‘ aus einem Felsen herausgegriffen: Viele alte mythologische Vorstellungen sehen den Himmel als steinernes Gewölbe. So bedeutet das altpersische Wort für Stein zugleich Himmel! Der Fels ist auch Synonym für die feste Erde und schafft Mithras schon durch seine Geburt eine Verbindung zwischen Himmel und Erde. Die meist vom Gott im Moment der Geburt in Händen gehaltene Kugel symbolisiert zusätzlich über die Erdkugel ausgreifend den Kosmos mit seinen Sphären, wie ihn die antike Kosmologie postulierte.
Ein weiteres Moment sind die nach der Überlieferung bei der Geburt anwesenden und ikonografisch niemals fehlenden beiden Begleiter des Mithras, die Hirten Cautes und Cautopates. Sie werden mit je einer gesenkten und einer nach oben gerichteten Fackel dargestellt und symbolisieren (als ein Aspekt unter anderen) Geburt und Tod, Tag und Nacht. Der zwischen ihnen dargestellte Mithras wird so zur kraftvolle Mitte des Lebens, Mittler zwischen Anfang und Ende, Zentrum der Zeit. Der Geburtstag des Gottes wurde folgerichtig am 25.12. begangen, dem dritten Tag nach der Wintersonnenwende, dem Beginn der wieder auflebenden Sonne, die zwischen Ende und Anfang der Jahre steht. So verkörperte Mithras neben der räumlich universellen Gottheit auch eine vergleichbare zeitliche Komponente.

Das zentrale Problem der hergebrachten wissenschaftlichen Deutungsversuche des Kultes lag jedoch bei der zentralen und immer wiederkehrenden Darstellung einer Stiertötung durch Mithras - der Tauroktonie. Dafür boten die alten orientalischen Texte keinerlei Erklärung, gibt es doch dort keine derartige Verbindung zwischen Mithras und einem Stier.
Das Motiv der rituellen Stiertötung ist ein sehr altes, vielleicht sogar aus neolithischer Zeit rührendes Motiv, ein mit so komplex verwobenen Symbolgehalten versehenes Bild, daß es zu weit führte, diese alle wiederzugeben. Nur der grundlegendste Aspekte sei angerissen: Bei dem Stier handelt es sich um den in vielen Mythen auftretenden mit einer Muttergöttin verbundenen heiligen Urstier, Symbol für Lebenskraft und Stärke schlechthin, dessen zyklisches Sterben immer neues Leben erschafft.

Doch woher stammte die Verbindung von Stiertötung und Mithras? Die Lösung brachten die im Zusammenhang mit der Stiertötung stets auf den Kultreliefs erscheinenden Tiere und Gegenstände, deren Bedeutung immer umstritten war, die aber nun zu einer wissenschaftlich anerkannten Deutung des innersten Geheimnisses der Mithras-Religion leiteten.
Die erwähnten Mythen bildeten zwar einen wichtigen Bestandteil des Kultes, nicht aber dessen Kern. Dieser lag in einer astronomischen Beobachtung, die als so tiefgreifend und bedeutsam empfunden wurde, daß daraus eine religiöse Bewegung entstand.
Der griechische Astronom Hipparchos entdeckte im 2. vorchristlichen Jahrhundert durch die bemerkenswert genaue Messung von Sternpositionen, dass die fiktiv in den Himmel verlängerte Erdachse eine kleine kreisförmige Bewegung ausführt. Dadurch verschieben sich im Verlauf von Jahrhunderten die scheinbaren Polpunkte dieser Achse am Himmel, ändert sich für den irdischen Betrachter die Lage des fiktiven Himmelsäquators gegenüber der unveränderlichen Lage der Ekliptik (scheinbare Ebene der Planeten- und Sonnenbewegung). Folge ist die langsame Verschiebung der Schnittpunkte von Himmelsäquator und Ekliptik. Die beiden Schnittpunkte (Frühjahrs- und Herbstäquinoktien oder Tag-und-Nacht-gleichen) bewegen sich durch die Sternbilder der Ekliptik. So lag der Tag des Frühjahrsäquinoktiums um 4000 v.Chr. noch im Sternbild Stier. In unseren Tagen wandert er gerade ins Sternbild des Wassermanns - das unter Esoterikern und Astrologen gerühmte "Age of Aquarius" beginnt!
Dieses heute Präzession genannte Phänomen widersprach der Theorie von der Unveränderlichkeit des Kosmos. Es mußte wohl ein unbekannter Gott existieren, dessen kosmische Macht zur Bewegung der Weltachse sich in so unermeßlichen Zeiträumen äußerte, daß seine Existenz den Menschen durch die Kürze ihrer Lebenszeit bislang verborgen geblieben war.
Vermutlich ausgehend von der dem geografischen Lebensraum des Hipparchos benachbarten und dem Stoizismus nahestehenden philosophischen Schule in Tarsus begründete sich der Kult dieses verborgenen Gottes: Neben all den mythisch-religiös-ethischen Implikationen und Heilsaspekten (etwa die Frage der Schaffung neuen Lebens durch Tötung unschuldigen Daseins und damit bewußt auf sich genommener moralischer Schuld) ist die Stiertötung vor allem Symbol der "Tötung" des Stierzeitalters durch die Weiterbewegung der Weltenachse - mit dem Stoß des Dolches in den Hals des heiligen Stieres wird Mithras zum wahren Kosmokrator, ist seine Handlung das Zeichen für den Beginn eines neuen Weltalters! Eine Idee, die dem Stoizismus mit seiner Vorstellung von "Weltbränden", die in riesigen zeitlichen Abständen alles zugrunde gehen lassen, damit es neu und rein wieder erstehen könne, sehr nahe lag!

Listet man die zwischen den Sternbildern Stier und Skorpion (korrespondierendes Herbstäquinoktium) liegenden Sternbilder entlang des Himmelsäquators auf, finden sich diese als Symbol auf dem typischen Mithraskultbild der Stiertötung versammelt - eine Kryptierung der astronomischen Entdeckung! Cautes mit seiner aufrechten Fackel symbolisiert dabei den Tage des Frühlings-, Cautopates mit der gesenkten Flamme den des Herbstäquinoktiums!
Die naheliegende Frage nach den Gründen für die Gleichsetzung eines unbedeutenden orientalischen Gottes wie Mithras mit dieser gewaltigen Macht, weist ebenfalls auf die Stadt Tarsus und läßt eine Kultentstehung dort vermuten. Der vergöttlichte Sagenheld und Drachentöter Perseus galt als Gründer der Stadt. Sein himmlisches Sternbild findet sich bildlich gesprochen über dem des Stieres, kniet quasi symbolhaft auf diesem! Perseus nun teilte zahlreiche ikonografische Attribute mit Mithras wie persische Kleidung oder phrygische Mütze. Was lag näher, als allegorisches Symbol des unbekannten und geheimzuhaltenden neuen Gottes das am Himmel sichtbare Perseus-Sternbild zu identifizieren, daß zur zusätzlichen Verschlüsselung und wegen der äußerlich identischen Erscheinung als Mithras bezeichnet wurde. So war der wahre Hintergrund für Unwissende auf keinen Fall zu erkennen!

Nach literarischen und archäologischen Zeugnissen dürfte der Kult im 2.- 1. vorchristlichen Jahrhundert in Kleinasien entstanden sein. Funde von Inschriften im zentralen Imperium wie etwa Rom selbst belegen eine größere Verbreitung erst ab dem Ende des 1. Jahrhunderts. Eine deutliche Zunahme an Bodendenkmälern und Inschriften stammt aus dem 2. Jahrhundert und findet seinen Höhepunkt im 3. Jahrhundert. Selbst am kaiserlichen Hof gab es ein Kultheiligtum, ein so genanntes Mithräum. Erst mit dem Aufstieg des Christentums als Staatsreligion begann der Abstieg des Mithras-Kultes, der vermutlich mit dem Verbot aller heidnischen Kulte unter Kaiser Theodosius 391 endgültig endete.

Der Kult



Ausgehend von Archäologie und Texten wie dem "Turiner Papyrus" läßt sich das Kultgeschehen wenigstens in Grundzügen rekonstruieren.

Nach platonischer Seelenlehre stürzt des Menschen Seele von der ewigen Fixsternsphäre hinab in den Kreislauf von Werden und Vergehen und vermischt sich bei ihrem Fall durch die sieben kosmischen Sphären auf die Erde hinunter immer mehr mit unreiner Materie, nimmt bei ihrem Hinabsinken materielle Empfindungen wie Schmerz, Furcht, Begierde etc. auf, bis sie sich letztlich sogar mit der Materie, dem Körper verbindet. Besteht sie die Aufgabe, sich im irdischen Leben von all diesem Aufgenommenen wieder zu befreien, so vermag sie nach dem Tod über die sieben Sphären wieder ins Göttliche zu gelangen.
Entsprechend dieser Vorstellung existierten im Mithraskult sieben Einweihungsgrade: Rabe - Bienenpuppe - Soldat - Löwe - Perser - Sonnenläufer - Vater (=Priester und Vorsteher der jeweiligen Gemeinschaft). Jedem dieser Grade war eine der Sternsphären zugeordnet, so etwa dem Raben als unterstem Grad die Planetensphäre des Merkur. Die Glaubensangehörigen (es durften nur Männer eingeweiht werden) hofften mit fortschreitender Unterweisung und geistiger Erkenntnis, verbunden mit stoisch geprägter und gerechter Lebensführung, die sieben Stufen erklimmen und ihre Seele reinigen zu können. Betrachtete der Gemeindevorsteher einen Mysten als würdig, so erhielt er den nächst höheren Weihegrad, der in einer mystischen Zeremonie verliehen wurde. Vermutlich erst in den letzten Stufen wurde dem Gläubigen die Existenz des "geheimen Gottes" aufgedeckt.

Die Gemeindemitglieder trafen sich regelmäßig zum Gottesdienst, der in bildhafter Nachstellung der Ursprungsmythen des Mithras in einer "Höhle", meist tief gelegene Räumlichkeiten, stattfand. Insbesondere die dabei stattfindenden gemeinsamen Kultmähler zogen heftige christliche Reaktionen nach sich, sah man doch darin eine blasphemische Lästerung des Abendmahls.
Die Glaubensgemeinschaften selbst waren nach der Zahl ihrer jeweiligen Mitglieder recht klein. Überstieg die Anzahl der Mysten den Platz in den Kulträumen, separierte sich ein Teil und bildete eine neue Gemeinschaft. Eine übergeordnete Struktur wie etwa bei der christlichen Kirche gab es nicht, auch wenn man vermutet, das Haupt der in Rom ansässigen Gemeinschaft könnte eine zentrale Position innegehabt haben.

Die große Anziehungskraft der Religion lag neben dem Wissen um den von allen anderen ungekannten geheimen Gott in der steten Forderung nach gerechtem Leben im Kampf gegen das Böse und Schlechte, was besonders für Soldaten von erheblicher Bedeutung war, die darin eine Legitimierung ihres Kämpfens gegen die Feinde des geordneten und gerechten Imperiums erblickten. Letztlich ist dieser weit verbreiteten und sehr moralischen Religion ihre Ähnlichkeit zum Christentum zum Verhängnis geworden, was deren besonderen Ingrimm nach sich zog. Das belegen neben den zahlreichen literarischen Invektiven auch die zahlreichen in kleinste Teile zerschlagenen Kultbilder, die christlichen Bilderstürmern zum Opfer fielen.

Die Wahrheit ist seltsamer als die Fiktion, weil die Fiktion Sinn machen muss.


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Mithrakult

19.03.2005 um 03:42

MITHRASKULT UND CHRISTENTUM



Der Mithraskult zum Beispiel, der sehr viel älter ist als das Christentum, gehört zu den Mysterienreligionen.

Mithras ist ein Sonnengott. Er kam aus Persien und verbreitete die Vorstellung eines Kampfes zwischen Gut und Böse. Seine Anhänger glaubten an Auferstehung und ewiges Leben.

Es gibt eine Reihe von Ähnlichkeiten zwischen dem Mithraskult und dem Christentum:

* Mithras wurde am 25. 12. geboren.
* Hirten waren bei der ungewöhnlichen Geburt anwesend.
* Mithras wird beschenkt.
* Die Gläubigen wurden durch eine Art Taufe in die Glaubensgemeinschaft aufgenommen.
* Die Sieben war eine bedeutende Zahl.

Die Christen haben also vieles aus dem Mithraskult übernommen und in ihre Religion übertragen.

Das gilt auch für andere Religionen. Die Auferstehung nach 3 Tagen, die Verwandlung von Wasser in Wein, die Verfolgung als Kind oder eine plötzlich eintretende Finsternis beim Tod des Gottes waren nicht neu. Auch Himmerfahrten gab es. Schon Herakles schwebte zum Himmel empor.


Schau schau, die ach so reine katholische Kirche - wo die ihre Ursprungslehren nicht überall hernimmt und verballhornt...


Die Wahrheit ist seltsamer als die Fiktion, weil die Fiktion Sinn machen muss.


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Mithrakult

19.03.2005 um 03:52
Link: www.timediver.de (extern)

Weitere Informationen zum Mithraskult bzw. zur Mithras-Religion liefert der angeführte Link dem Neugierigen....

- http://www.timediver.de/mithras.html

Die Wahrheit ist seltsamer als die Fiktion, weil die Fiktion Sinn machen muss.


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