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Evolution 2.0

18 Beiträge, Schlüsselwörter: Mensch, Evolution, Maschinen, RNA, Aminosäuren, Künstliche Intelligenz
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Evolution 2.0

23.01.2017 um 11:31
Hätte gerne eure Meinung dazu, ob es nicht deutliche Parallelen zwischen der Entwicklung des Lebens (Ursuppe/RNA) bis hin zum Menschen und der Entwicklung der Technik (Steinwerkzeuge) bis hin zur künstlichen Intelligenz (Mensch) gibt.

Ich würde den Menschen hierbei mit der Entwicklungsstufe der RNA vergleichen. Eine evolutionäre Stufe die es geschafft hat sich zu replizieren. Anstatt der Aminosäuren haben wir technische Hilfsmittel verwendet um uns schneller zu replizieren. Die RNA hat ja Aminosäuren zunächst wie wir Steinwerkzeuge als Hilfsmittel verwendet. Wobei wir ähnlich wie die RNA im Laufe der Evolution nun immer stärker abhängig von dieser Art „Aminosäuren“ wurden/werden. Menschen mit „Exoskelett“ so wie RNA, die Aminosäuren gebunden hat. Ich würde um das Bild zu verdeutlichen die Ribosomen würde ich als eine Art „Cyborgs“ verstehen.

RNA+ Aminosäuren vs. Menschen +Implementierung von technischen Hilfsmittelen. Aus meiner Sicht sind wir aktuell in einer Entwicklungsstufe, als die Abhängigkeit der RNA von den Aminosäuren dazu führte, dass evolutionär zu einem scheinbaren Rollentausch kam. Die RNA wurde zum Hilfsmittel der Aminosäuren-Produktion. Schon heute ist mit nicht klar, ob wir (RNA) mit dem Auto zur Arbeit fahren oder das Auto uns (mRNA) zur Arbeit bringt. Sprich sind wir diejenigen die noch technische Hilfsmittel verwenden oder verwenden uns technische Hilfsmittel nicht schon um noch mehr technische Hilfsmittel (/Aminosäuren) zu Produzieren. Sind wir noch RNA oder in Teilen in unserem Verhalten nicht schon fast „mRNA“.

Und hier kommt nun die künstliche Intelligenz als DNA-analog ins Spiel. Die DNA war zunächst nur Speichermedium. Der „Zeilencode“ als analog zu dieser Entwicklung. So wie Aminosäuren die DNA für ihre Zwecke verwendetet/entwickelt hatte, bekamen technische Hilfsmittel nun die Informatik an die Seite. Ich sehe die „Programmierung/Informatik“ evolutionär mit der DNA gleichgestellt. Aus der Selfish DNA – Hypothese wird eine „Selfish Lines of Code – Hypothese“.

Die Anzahl von Code-Zeilen wird demnach immer mehr ansteigen und wir werden Stammbäume entwickeln können – bis hin zur Entwicklung des „como sachipiens“. Das erste Betriebssystem dass Bewusstsein entwickelt. Wir Menschen werden darin (weiter?) die Rolle der mRNA spielen. Geschlechtliche Reproduktion als seltenes Ereignis wie das self-splicing beobachtet oder als „RNA-Viren“ wie die Amischen leben.

RNA/Aminosäuren/DNA -> Mensch/Maschinen/KI

Mir geht es vorwiegend um mögliche Parallelen in der Evolution die meiner Meinung nach vorliegen.


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Evolution 2.0

23.01.2017 um 13:01
Der Größte Unterschied ist, dass die technische Entwicklung geplant verläuft und die Evolution gerade nicht.
Es sind zwei grundlegend unterschiedliche Entwicklungsmechanismen.


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Evolution 2.0

23.01.2017 um 13:20
@kleinundgrün
Die Frage ist auch, ob die Richtung sich wesentlich unterscheidet. Wenn nicht, würde es doch vor allem bedeuten, dass es schneller geht?


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Evolution 2.0

23.01.2017 um 13:29
timeworrier3 schrieb:Die Frage ist auch, ob die Richtung sich wesentlich unterscheidet.
Evolution hat keine Richtung. Das alleine sollte die Frage beantworten. Eine geplante Entwicklung hat gerade das. Der Plan ist die Richtung.

Das sind tatsächlich grundverschiedene Mechanismen.


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Evolution 2.0

23.01.2017 um 14:07
Die geplante Entwicklung könnte aber die blinde darwinsche Evolution auf Grund ihrer größeren Effizienz ablösen/in den Hintergrund drängen. Wäre quasi eine Evolution der Evolution.
Die findet langfristig glaube ich auch statt..


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Evolution 2.0

23.01.2017 um 14:16
Telomeraser schrieb:Die findet langfristig glaube ich auch statt..
Die findet auch jetzt schon statt und nennt sich z.B. "Zucht". Und man kann den Faktor "Zufall" noch weiter reduzieren und mittels Gentechnik wünschenswerte Ergebnisse erlangen.


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Evolution 2.0

23.01.2017 um 16:07
@kleinundgrün
Nun gut.
Aber der Prozess im Ganzen sehe ich nicht unbedingt als geplant an. Es findet viel mehr eine „unbewusste“ Selektion in diese Richtung satt.
Gäbe es eine solche Evolution wie oben von mir beschrieben, dann wäre es sicher nicht gezielt – im Sinne von geplant.

Von den ersten Lochkarten über DOS, macOS, Windows, Andorid… Das sind wenn man sie als Stammbaum hin zur KI zeichnen würde, alles evolutive Seitenäste. Klar sind sie geplant aber Rückwärts betrachtet in einigen tausend Jahren, diente keine der Entwicklung einer KI. Auch fahren wir nicht bewusst im Sinne einer mRNA zur Fabrik, sondern aus „freien Willen“, welcher Rückwärts betrachtet in einigen tausend Jahren aber einem Beobachter als solchen Prozess erscheinen mag.

Ich denke es gibt geplante Entwicklungen - die aber gleichzeitig „unbewusst“ und somit einer nicht geplanten Evolution folgt; in der der Mensch bildlich gesprochen den Weg der RNA geht und das, ich nenne es mal "Betriebssystem", in Richtung KI - Auch ohne, dass der Mensch gezielt versucht eine KI zu programmieren.


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Evolution 2.0

23.01.2017 um 16:24
timeworrier3 schrieb:Aber der Prozess im Ganzen sehe ich nicht unbedingt als geplant an.
im Ganzen sicher nicht. Aber die Teilaspekte sind es und dann setzt sich eben etwas durch, das nicht unbedingt das beste sein muss, sondern das der Nachfrage am besten entspricht.


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Evolution 2.0

23.01.2017 um 17:27
@kleinundgrün
Bin mir jetzt nicht sicher wie du das meinst.

Das Beste für was? Ich bin der Meinung, dass sich unbewusst das durchsetzt, dass genau in diese oben aufgeführte Evolution/Entwicklung führt.

Wir sind aktuell auf einem bestimmten technischen Entwicklungsstand, der sich zunächst in alle Richtungen weiter entwickelt. Von allen Produkten, wird sich meiner Meinung nach aber das eine Produkt durchsetzen, dass der oben beschriebenen Entwicklung am nächsten kommt. Und zwar ungeplant.

Jedes neue technische Produkt wird zwar zunächst nicht dazu entwickelt, aber das erfolgreichste Produkt, wird wohl das sein, dass im (späteren) Stammbaum uns zeigen wird, dass das der Ausgang für die nächste Entwicklungsstufe in diese Richtung war. Auch wenn es z.B. für die Ursprüngliche Anwendung nicht das beste Produkt auf dem Markt war.


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Evolution 2.0

23.01.2017 um 17:37
timeworrier3 schrieb:Das Beste für was?
Für die erwarteten Bedürfnisse.
timeworrier3 schrieb:Von allen Produkten, wird sich meiner Meinung nach aber das eine Produkt durchsetzen, dass der oben beschriebenen Entwicklung am nächsten kommt. Und zwar ungeplant.
Welches Produkt sich durch setzt, unterliegt vielen Gründen. Das kann etwas profanes wie gutes Marketing sein oder es ist etwas, worauf schon alle gewartet haben.


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Evolution 2.0

23.01.2017 um 18:00
Hallo @alle !
kleinundgrün schrieb:Der Größte Unterschied ist, dass die technische Entwicklung geplant verläuft und die Evolution gerade nicht.
Es sind zwei grundlegend unterschiedliche Entwicklungsmechanismen.
Nun, bei der Evolution 2.0 würden die Kreatioisten recht behalten. Allerdings nur, wenn man die Menschheit als eine "höhere" Macht betrachtet. :troll: :troll: :troll:


Gruß, Gildonus


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Evolution 2.0

23.01.2017 um 20:06
@Gildonus
Du verstehst das falsch. Ich meine nicht, dass der Mensch es aktiv entwickelt, sondern ein passiver Teil der Gesamtentwicklung ist. Er nimmt soviel ein Einfluss wie die RNA bei der Evolution des Menschen.

Grillen TW3


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Evolution 2.0

23.01.2017 um 20:26
@kleinundgrün
Ich wollte es etwas "übergeordneter" betrachten. Vom ersten Steinwerkzeug bis hin zur jetzigen Technik, da scheint mir mehr als nur "Marketing" zu wirken.


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Evolution 2.0

24.01.2017 um 08:59
Gildonus schrieb:Nun, bei der Evolution 2.0 würden die Kreatioisten recht behalten. Allerdings nur, wenn man die Menschheit als eine "höhere" Macht betrachtet.
Frei nach dem Sonnenkönig: "Le dieu c´est moi."
timeworrier3 schrieb:Ich wollte es etwas "übergeordneter" betrachten. Vom ersten Steinwerkzeug bis hin zur jetzigen Technik, da scheint mir mehr als nur "Marketing" zu wirken.
Was wirkt da nach Deiner Vorstellung?
Manche technische Entwicklungen sind nahezu zwingend (das Rad z.B.), andere sind eher gesellschaftlichen Entwicklungen geschuldet.
Aber im Grunde neigen Menschen dazu, Dinge zu entwerfen, die ihnen das Leben angenehmer machen. Die Arbeit ab nehmen oder sonst das Leben verbessern.


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Evolution 2.0

24.01.2017 um 14:31
@kleinundgrün
kleinundgrün schrieb:Was wirkt da nach Deiner Vorstellung?
Das Leben leichter machen ist sicher die "erste Wahl" und der Sinn für die meisten technischen Entwicklungen. Zumindest früher. „Übergeordnet“ jedoch denke ich spielten zunächst nur technische Entwicklungen eine Rolle, die am Ende zu einer höheren Reproduktion (im lokalen Umfeld) führten.
Ich finde neu hinzu und das würde ich spontan schon als nächsten Evolutionsschritt sehen, ist die Steigerung der Leistung eines Individuums bzw. Gruppe. Leistungssteigerung im Sinne einer Steigerung einfach immer schneller neue technische Produkte zu entwickeln. Es werden immer mehr Produkte entwickelt, die dazu dienen noch schneller neue Produkte zu entwicklen.

Im übertragenen Sinn: Aminosäuren machten zu Beginn die Reproduktion einfacher. Später (denke ich) gab es RNA-Strukturen, die in der Lage waren einfach neue Proteine zu synthetisieren (katalysieren). Ich denke nicht (da nicht gezielt), um zunächst die eigne Reproduktion zu erhöhen. Also erst wurden ziellos neue Proteine erzeugt und ein paar wenige haben dann am Ende doch die Reproduktion (oder Fitness) erhöht (z.B. Änderung der Umwelt*). RNA-Strukturen die pro Zeit am meisten unterschiedliche Proteine erzeugten waren dann statistisch im Vorteil.

Reproduktion->Vielfalt neuer Produkte->X*-> Reproduktion-> Vielfalt neuer Produkte->X*

Der Mensch ist aus der "Selektion durch technische Entwicklungen zur Reproduktion" zur Phase einer "Selektion durch technische Entwicklungen" zur "Entwicklungssteigerung" gewechselt. Unter einigen dieser Produkte werden zufällig Produkte sein, die die Reproduktion steigern können/werden. Allerdings könnte es sein, dass es dazu zu einem Massensterben (X*) kommen muss. Das war zumindest in der Vergangenheit so. Alternativ müssten wir unseren Lebensraum erweitern.

Vielleicht sind wir im „Westen“ noch nicht so weit, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir aufgrund der ziellosen technischen Entwicklung ein apokalyptisches Ereignis (X*) erfolgreicher Meistern können als „Nomaden in der Wüste“. Wenn es so ist, dann werden wir danach stärker an der Technik hängen als je zuvor. Dem „Cyborg“ näher gekommen sein, als dem woher wir kommen.

(anstatt "apokalyptisches Ereignis" könnte man auch "einfach" den Lebensraum erweitern)


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Evolution 2.0

24.01.2017 um 16:48
@timeworrier3
Ausbreiten in den Weltraum wäre wohl die ideale Erweiterung des Lebensraumes. Die Erde ist inzwischen proppevoll mit Leben, Zivilisation sowie Technologie und summt bereits wie ein Bienenstock vor dem Ausschwärmen ;).
Bin jetzt nicht gerade tief in dieser Materie drin, betreffs biochemischer und genetischer Mechanismen, aber der Wandel von der RNA-Welt zum DNA-basierten Leben zeigt m.M.n. schon, dass die Evolution kein starrer Prozess ist, sondern ihrerseits Wandlungen unterliegt, bzw. ihre Möglichkeiten erweitert.
Erdgeschichtlich kann man da ja eine stete Beschleunigung (exponentiell?) beobachten, die sich auch in der kulturell-technischen Entwicklung fortsetzt.
Alles in Allem muss ich sagen, dass ich deine Gedanken interessant und auch recht plausibel finde.


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Evolution 2.0

26.01.2017 um 10:41
Eine interessante Diskussion.
Im Roman "Zeitschiffe" von Stephen Baxter reist ein Zeitreisender eine Millionen Jahre in die Zukunft und trifft nur noch auf seltsame intelligente Gebilde. Sein Gefährte nennt sie "die Erben der Menschheit" und deutet an dass es wohl einfach Nachfahren intelligenter Roboter sind.

Sowas könnte ich mir auch gut vorstellen. Dazu braucht es auch kein "Terminator Szenario".


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Evolution 2.0

27.01.2017 um 13:06
Danke für eure Beiträge soweit.

Ja das Ausweichen in den Weltraum wäre wohl die humanste Form, wenn es darum geht, eine „kambrische Arten-/Technik-Explosion“ zu erhalten.

Zwischenkommentar: Es ist ja immer noch unklar, warum nach einem großen Massensterben eine Arten-Explosion folgt. So wie ich es oben beschrieben habe, verstehe ich es so, dass die Arten, die davor dazu neigten sich stärker zu verändern (anfälliger für Viren, Rekombinationen….) mit einer höheren Wahrscheinlichkeit (just zu dem Zeitpunkt eines „apokalyptischen Ereignisses“) die Fähigkeit besaßen dieses zu überleben. Die Neigung zur „Mutationshäufung“ wurde somit weitervererbt, wobei es im Laufe der Zeit sicher wieder zur Selektion von stabileren Genomen kommen kann.
Vielleicht haben ursprünglichere Völker, nicht so häufig einen Massenexodus erlebt, wie Völker die sich „fortbewegt“ haben. Außerhalb von Afrika haben ggf. eher die Menschen überlebt, die dazu neigten neue Techniken zu entwickeln. Technik-Explosion nach Massensterben sozusagen.

Zurück zum Thema: Das mit dem Roman „Zeitschiffe“ hört sich interessant an, denn darum geht es mir. Mir kamen gerade die Borgs von Enterprise in den Sinn – wobei ich eben darauf hinaus wollte, dass nicht die „Gedanken des Kollektives“ ein neues Bewusstsein entwickeln wird, sondern der „Würfel“ (wenn man ihm einen Spiegel hinhält) sich „selbst“ erkennt. Der Mensch als „Borg“ ist dann schon längst zum „Ribosom“ im Würfel mutiert.


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