devilPhoenix schrieb:Ich möchte euch Forenteilnehmer gerne meine Theorie vorstellen
Daran stimmt auffallend viel nicht.
Eine Megadschungelwelt ist kein Nahrungsüberfluß. Unsere heutigen tropischen Regenwälder sind auffallend nährstoffarm. Und die Trias, selbst noch das Jura, war keine üppig bewachsene Landwelt; der Megakontinent Pangäa führte zu weiten wegetationsarmen und Wüstenbereichen. Auch war die Pflanzenkost selbst - Farne, Bärlappe, Nadelgehölze - nicht sonderlich nährstoffreich für Pflanzenfresser. Gräser, Blütenpflanzen und damit Laubgehölze mit Frucht, Nuß & co. kamen erst in der Kreide auf (Blütenpflanzen immerhin schon im ausgehenden Jura).
Die Leistungskraft eines Herzen hängt zwar von der Körpermasse und entsprechenden Blutmenge ab, welche zum Zirkulieren gebracht werden muß, zu einem beträchtlichen Teil aber von den Höhenunterschieden, die dabei überwunden werden müssen. Und da würde das menschliche Herz-Kreislauf-System mitnichten an einer deutlich höheren Körpergröße scheitern. Eine Giraffe mit 5,40m ist drei mal so groß wie ein Mensch mit 1,80m. Würde ein Mensch auf 5,40 hoch skaliert werden, müßte sein Körper 3³ mal, also 27 mal so schwer sein. Eine Giraffe dieser Größe wiegt nun 1,6...1,9 Tonnen. Das geteilt durch 27 ergibt 60-70kg. Kommt ziemlich genau hin für ein gesundes Körpergewicht eines 1,80-Menschen. - Und das Herz? Das ist beim Menschen ca. 300g schwer. Mal 27 genommen wäre das ein 8,1kg-Herz- Tatsächlich bringt ein Giraffenherz aber 12kg auf die Waage. Überproportional mehr wegen des Höhenunterschiedes, über den hinweg das Blut aus den Füßen empor und bis in den Kopf hinauf transportiert werden muß. Machbar mit einem einzelnen Vierkammerherzen und adäquater Gewichtszunahme.
Der höhere Sauerstoffgehalt in der Oberkreide (bis 28%) hatte natürlich Auswirkungen. Aber dennoch war zum Beispiel Amphicoelias fragillimus, nach anderen Maraapunisaurus fragillimus, aus dem Oberjura eines der absolut größten und massereichsten an Land lebenden Wirbeltiere, wenn nicht sogar das mit Abstand schwerste. Doch zu seiner Zeit enthielt die Luft nur gut 23% Luftsauerstoff, fast fünf Prozent weniger als in der Oberkreide. Erst vor rund 40 Millionen Jahren, etwa in der Mitte des Eozäns, sank der Sauerstoffgehalt wieder auf die Werte des Oberjura ab, die globalen Temperaturen des Oberjura wurden sogar erst vor grob 15 Millionen Jahren unterschritten. Auch was die Vegetation betrifft, so war das Paläogen mal wirklich die Dschungelwelt, als die Du Trias und Jura hinstellen wolltest. Wieso also, trotz des vorteilhaften Angebotes von Sauerstoff, Temperatur und Nahrung, brachte die nachkreidezeitliche Lebenswelt nur noch so "kleine" Riesen wie Paraceratherium (vormals Indricotherium, noch vormaliger Baluchitherium) hervor, und das auch arg singulär und nur für relativ kurze Zeit? So simpel isses nun mal nicht, wieso es im Erdmittelalter Riesendinos gab.
Für ein Mehrherzsystem fehlt jeglicher Hinweis. Selbst die heutige Megafauna kommt mit einem Herzen aus, ja sogar das massereichste Wirbeltier aller Zeiten, welches nebenbei heute lebt.
Das mit den Riesenformen von Bauwerken und Artefakten durch riesenhafte Fertiger ist auch Unsinn. Wo riesenhafte Bauwerke begehbar sind (Innenräume, Gänge, Wege), wären riesenhafte Wesen schon mal meist zu groß für. Und was riesenhafte Steinwerkzeuge (nicht nur, aber vor allem aus der Jungsteinzeit) betrifft, so haben diese weder Gebrauchsspuren, noch würde ihre Statik einen Gebrauch überhaupt erlauben - sie würden zerbrechen. Ihre Fertigung diente nicht dem Gebrauch, sondern der Präsentation, dem "Angeben". Im steinbearbeitenden Gewerk waren bis in die vorindustrielle Neuzeit Krönel mit 5kg und sogar Feustel mit 10kg gebräuchlich. Riesen erklären das nicht, die sind echt nicht nötig.
Und dann die mythischen Altersangaben! Nee Du, das mit den "Mondjahren" hat sich mal irgendwer ausgedacht, um die biblischen Altersangaben der Vorsintflutler auf realistische Maße zu kürzen. Nur hat nie wer in Mond"jahren" gerechnet, wenns um mehr(sonnen)jährige Angaben für menschliche Daten ging (Lebensalter, Regierungszeit udgl.). Kannste also den diversen hohen Jahreszahlen in den Listen diverser mythischer Könige oder Ahnen nicht mal eben unterschieben. - Es kommt nicht mal hin! Dafür zitier ich mich mal selber aus nem andern Thread von vor knapp 5 Jahren:
perttivalkonen schrieb am 27.08.2021:Was die "Mondjahre" betrifft, mal als Beispiel 1.Mose5,15-17:Und Mahalalel lebte 65 Jahre und zeugte Jered.
Und Mahalalel lebte, nachdem er Jered gezeugt hatte, 830 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
Und alle Tage Mahalalels betrugen 895 Jahre, dann starb er.
In "Mondjahren" wurde er also 72 1/3 Jahre alt. Vater wurde er mit 5 1/4 Jahren. Echt jetzt?
Na und dann gibts noch die mesopotamischen Königslisten mit den Regierungszeiten, die ich in jenem Thread in nem Beitrag kurz danach eingestellt hab:
perttivalkonen schrieb am 27.08.2021:WB4444
Alulim: 28800
Alalgar: 36000
Entnenluanna: 43200
Enmengalanna: 28800
Dumuzi: 36000
Ensipazianna: 28800
Enmendurunki: 21000
Ubarututu: 18600
WB62
Alulim: 67200
Alalgar: 72000
...-kidunnu: 72000
...-alinuna: 21600
Dumuzi: 26800
Enmendurauna: 21600
Ensipaizianna: 36000
Enmenduranna: 72000
Suruppak: 28800
Ziusudra: 36000
UCBC9-1x19
Alulim: 36000
Alalgar: 10800
Ammeluanna: 36000
Ensipazianna: 13200
Dumuzi: 36000
Enmeduranki: 6000
Ubartutu:
[Ziusudra?]: 16000
Berossos
Aloros: 36000
Alaparos: 10800
Amelon: 46800
Amenon: 43200
Megalaros: 64800
Daonos: 36000
Euedorachos: 64800
Amempsinos: 36000
Otiartes: 28800
Xisuthros: 64800
72.000 Regierungsjahre, das wären in Mondjahren gut 5800 Sonnenjahre, und selbst die mit abstand kürzeste Regierungszeitangabe von 6000 Jahren liefen auf noch immer satte 485 Herrscherzeit-Lenze hinaus.
Nach Religion und Spiitualität mußt Du nicht umziehen. Zwar greifst Du religiöse Texte (mit hohen Jahreszahlen für Lebensalter/Regierungszeit) auf, aber Du interpretierst sie ja nicht "religiös", sondern als rein historische, echte Daten, ohne auf (echte) Götter odgl. abzuzielen. Na und spirituell ist da gleich gar nichts. Vieles, was Präastronautik und Lost Civilizations tangiert, findet sich in Mystery oder Ufologie. Mit Deinem Ansatz, enormes Größenwachstum in früheren Epochen incl. so alter Menschen"arten" zu besprechen, wärste besser in Wissenschaft als Natur aufgehoben. Noch genauer fehlt Dir aber überhaupt erst mal ne Diskussionsgrundlage. Denn außer leeren Behauptungen hast Du nichts vorgebracht, worauf Du Deine "Theorie" gründest.