Fellatix schrieb:muss ne ziemlich verrückte Zeit gewesen sein
Die 80er waren der Hammer. Es gibt wohl kein Jahrzehnt, welches mich so geprägt hat wie dieses. Als Teenager bin ich da reingeraten, und als Erwachsener wieder raus. Vieles von dem was ich in meinem Leben so verzapft habe, tat ich zuerst in den 80ern.
Damals lebte man nicht so wie heute im Überfluss, also lernte man selbst die einfachen Dinge noch zu schätzen. Alles war irgendwie "langsamer", aber dafür auch ungleich intensiver. Es gab keine Handys und nur eine handvoll Fernsehprogramme, man hatte einfach mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge.
Als ich mit 16 mein erstes Moped bekam, fühlte ich mich freier als jemals zuvor, und auch noch danach. Als ich dann in die Lehre ging, und mein erstes eigenes Geld verdiente, steigerte sich dieses Gefühl sogar noch, welches ich selbst heute kaum noch in Worte fassen kann.
Es war einfach nur geil, selbst auf meine Zeit bei der Army blicke ich heute ohne jeglichen Groll, und als krönender Abschluss kam dann auch noch die Wende. Mehr kann man wirklich nicht erwarten.
Die 90er waren natürlich auch spannend, weil es so viel Neues zu entdecken gab, aber das wars dann auch schon. Das Ende jeglicher Lebensqualität fiel dann zusammen mit dem Erscheinen der ersten Smartphones, welche völlig normale Menschen in stumpfsinnige Zombies verwandelten, und dieser Trend setzt sich bis heute fort.
Und während dieser gesamten Zeit half mir Dieter Nuhr mit seiner Kunst, dieses Elend mit Humor zu ertragen. Indem er immer wieder den Finger in die Wunden steckte, von denen ich annahm der Einzige zu sein der sie wahrnahm. Damit vermittelte er mir immer wieder aufs Neue eine Message, welche lautet: Peter, du bist nicht allein.
Und dafür werde ich ihm für immer dankbar sein, und belege zudem alle seine Kritiker samt Nachfahren bis zur dritten Generation mit einem fürchterlichen Fluch, den ich hier nicht näher beschreiben möchte.
:D