Fellatix schrieb:Willst du jetzt RAF und Slayer auf eine Stufe stellen?
Nö, aber provoziert hat Symbolik schon immer und darum ging's bei Kritzeleien auf dem Schulklo 😉
Hat mit Slayer damals noch funktioniert. Angel Of Death als Lieblingslied im Musikunterricht vorgestellt, ging immer gut. War anders als heute.
Und was den Kunzelmann etc angeht - klar gab es da ein paar Hobby Revoluzzer, aber im Kern kamen die Grünen im Fernsehen der 80er für Jugendliche wie strickende Hippies rüber (plus Wackersdorf, Brokdorf, Anti AKW Bewegung etc), was sie zb in der radikaleren Punkszene gerne mal zu Feindbildern machte.("Linke Spießer"/Slime, "Kernkraftritter"/OHL usw)
Den Kunzelmann dürften außerhalb Berlins die wenigsten Jugendlichen gekannt haben.
Heutzutage weiss man viel mehr über die damaligen, lokalen Szenen als damals. Es gibt Bücher darüber, Internet etc. - damals gab es drei Fernsehsender, von denen einer nur regional war.
Aber ist schon witzig - von Nuhr zu Joschka und seinen Strassenkämpfen, das war aber vor den Grünen und eher zu Zeiten des Frankfurter Häuserkampfs. Die frühen Grünen waren halt eine schräge Mischung aus verschiedenen Szenen, da waren auch sehr dubiose Gestalten bei, das bestreitet niemand.
Ich mag die Grünen eigentlich gar nicht (sie waren in den 80ern allerdings in der Nachtbetrachtung fraglos wichtig), die kann aber verstehen, warum sich Anfang der 80er viele Leute zu dieser (damaligen) Anti Parteien Partei hingezogen fühlten, wie zb auch Herr Nuhr.
philae schrieb:glaub, allgemein glorifiziert jeder die Zeit, in der er jung war. Oder die Kindheit. Wird auch die Gen Z wieder genau so machen, so wenig man sich das auch vorstellen kann.
Das stimmt - "es gibt bessere Zeiten, doch diese ist unsere" wird (fast) immer das Motto sein.
Gerade junge Menschen erleben viele Dinge zum ersten Mal und das bleibt in Erinnerung.