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Jack the Ripper

228 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Jack The Ripper, 1888, Elendsvierteln ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Jack the Ripper

11.01.2022 um 11:43
Da leider ein paar wissenswerte Informationen flöten gingen, stelle ich diese hier noch mal ein. Früher oder später stellen sich wohl jeder am Fall Interessierte die Fragen, ob der Ripper einen Schlüssel hatte und so rein-, aber auch raus gekommen wäre. Oder wer hätte sonst wohl hinter dem Ripper die Tür abgeschlossen?

Ich denke, das Problem lässt sich einfacher lösen, wenn man nicht nach dem wer, sondern dem wie fragt.
Dieser Fall weist einige typische Handlungselemente auf, die sich wohl am besten mit damals und britisch kategorisieren lassen.

Es wurde ja etwas Blut an der zerbrochenen Fensterscheibe gefunden, das könnte aber dort schon länger gewesen sein; schließlich haben Kelly und Barnett doch wohl ab und an durchs Fenster gegriffen, um die Tür von innen zu öffnen (genauer: sie entriegelt), nachdem sie den Schlüssel verlegt hatten.
Aber taten sie das immer?

Ich kann mir auch nur schwer vorstellen, dass der Ripper auf diesen Weg rein gekommen wäre. Ich denke, Kelly hat ihn mit nach Hause genommen oder ihm die Tür geöffnet.

Dass der Täter die Tür abschloss, um nicht gestört zu werden, ist zwar möglich, aber ebenso könnte es Kelly selbst gewesen sein. Dass er sie abschloss, damit Kelly nicht (zu früh) gefunden werden konnte, nachdem er gegangen war, wäre aber unnötig und ist vermutlich auch nicht so gewesen.

Diese Verwirrung mit dem Schloss ergibt sich ziemlich sicher aus einer typischen Eigenheit britischer Türschlösser. Vor ein paar Jahren kam darüber mal eine Diskussion im Casebook auf. Jüngere Briten und alle Nicht-Briten kannten/kennen das System nämlich kaum oder nicht oder nicht mehr.
Ich kannte es zwar, hatte aber lange nicht gewusst, wie es eigentlich funktioniert (habe mich vor 30 Jahren deshalb auch mal in einem Hotel, das noch ein paar Türen mit diesem altem System hatte, ausgeschlossen, obwohl der Schlüssel im Inneren steckte und nicht umgedreht war).

Ich denke, es bedarf der näheren Aufklärung, um mal mit dem Mythos, der Ripper hätte unbedingt einen Schlüssel gebraucht, damit die Tür hinter ihm schloss, aufzuräumen.
Hätte er nämlich gar nicht.

Diese Türschlösser besaßen neben der Möglichkeit, sie mit dem Schlüssel zu verschließen, noch einen internen Riegel innerhalb des Schlüsselschlosses. Wenn man den umlegte, ging nur von innen, dann war die Tür auch dann verschlossen, wenn man den Schlüssel nicht umdrehte, oder gar keinen hatte. Kelly und Barnett konnten also ziemlich sicher ihr Zimmer auch ohne Schlüssel verriegeln, weshalb sie sich ja erst mal gar nicht um einen neuen kümmerten, auch nicht auf dem Höhepunkt der Ripper Panik.

Dies Schlösser boten drei Möglichkeiten:
1. Weder verriegeln, noch mit Schlüssel abschließen, und waren in dem Fall von beiden Seiten, innen und außen, zu öffnen. Auch, wenn außen ein Knauf war, was meistens der Fall war. Der Knauf besaß einen kleinen Knopf in der Mitter, der, wenn gedrückt, die Tür von außen öffnete.
2. Mit Schlüssel abschließen. In dem Fall konnte man das Schloss von beiden Seiten nur mehr mit dem Schlüssel öffnen.
3. Und dann die britische Variante: von innen den Riegel einhaken lassen, in welchem Fall man die Tür von außen nicht mehr öffnen konnte (auch nicht mit dem Knopf im Knauf), aber bequem von innen, ohne den Riegel zurück legen und ohne den Schlüssel drehen zu müssen (der konnte allerdings beide Systeme wieder öffnen und wurde auch benötigt, um so ein verriegeltes Schloss von außen wieder zu öffnen. Daher kam ja auch die Polizei ohne Schlüssel nicht rein).

Im Gegensatz zu kontinentalen Riegeln, die zusätzlich angebracht wurden/werden, und die man auch von innen zuerst öffnen muss(te), um raus zu kommen, konnte der britische Verriegelungstyp also auch verriegelt bleiben, und trotzdem ließ sich die Tür von innen problemlos öffnen.
Muss wohl so eine Art Feuerschutzmaßnahem gewesen sein. Man konnte die Tür nach außen sichern, aber im Falle von Gefahr/Panik von innen sofort raus, ohne erst lange mit einem Schlüssel hantieren oder ihn gar suchen zu müssen.
Eigentlich recht praktisch, wenn auch für Uninformierte verwirrend.

Ich denke, Barnett und Kelly haben es genau so gemacht. Wenn sie zu Hause waren, riegelten sie einfach ab. Wenn sie darauf beim Rausgehen vergaßen, mussten sie später eben durchs Fenster greifen (und vielleicht hat sich dabei einer der beiden auch mal verletzt; vermutlich Kelly, da Barnett es sonst erwähnt hätte, als man das Blut fand).
Ebenso vermutlich haben sie aber wohl auch die Tür einfach oft unverschlossen gelassen, wenn sie ausgingen. Wer sollte denn bei ihnen schon etwas stehlen können?

Für Letzteres spricht auch die Zeugenaussage von, hmm, oje, weiß jetzt nicht mehr, ob Cox oder Prater, die an dem Abend hinter Kelly und ihrem Gast her ging. Die sagte aus, dass Kelly einfach die Tür öffnete, also keinen Schlüssel (den sie nicht mehr hatte) brauchte und auch nicht durchs Fenster griff. Demnach war die Tür also unverriegelt gewesen.
Wenn der letzte Gast (Carotty Man) der Täter war oder Kelly doch noch später noch jemanden einließ/mit nahm, dann hätte sie die Tür vermutlich von innen verriegelt (oder der Täter es getan).
Als der Täter den Tatort dann verließ, musste er dazu nur die Tür öffnen, durchgehen und hinter sich zuziehen oder ins Schloss fallen lassen. Die Verriegelung schnappte zu, die Tür war von außen verschlossen, ohne das der Täter dazu je einen Schlüssel gebraucht hätte.

Was somit niemanden, der einen Schlüssel hätte besitzen können, verdächtiger macht als jeden anderen Verdächtigen.


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Jack the Ripper

11.01.2022 um 12:03
@off-peak
Danke, das ist interessant. Der Täter hätte also nicht durch das geöffnete Fenster abhauen müssen. Miller's Court war ja ne wahrlich versteckt liegende Gasse, dennoch gab es 6 (?) Bordelle dort und auch zu der Zeit am frühen Morgen wäre es ein Risiko gewesen aufzufallen, wenn einer aus dem Fenster klettert. Zumindest hatte der Täter (wenn es der auffällige Carotty Man war) zu der Zeit schon wieder in der Dorset Street gesehen zu werden, was die wahrscheinlichste (?) Fluchtroute war


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Jack the Ripper

11.01.2022 um 12:10
Zitat von abberlineabberline schrieb:Der Täter hätte also nicht durch das geöffnete Fenster abhauen müssen
Richtig. Das hätte er auch kaum können, denn im Fenster war nur ein kleines Loch, das entstanden war, weil Kelly mal in einem Wutanfall etwas durch geschmissen hatte.

Ich vermute außerdem, es war eines der damals üblichen Fenster mit vielen kleinen Abteilungen, und nur eine davon war kaputt. Die Jacke hing wohl davor, um Zugluft zu vermeiden.
Das Loch wäre somit zu klein gewesen, um durch zu kriechen. Hätte er außerdem das Fenster ganz geöffnet, wäre es wohl offen gestanden.

Nein, der Kerl ist ziemlich sicher einfach normal raus marschiert, und die Tür mit verriegelten Schloss fiel zu und war somit ohne Schlüssel auch nicht mehr ohne den Griff durchs Fenster oder ohne sie einzuschlagen zu öffnen.


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Jack the Ripper

15.01.2022 um 20:16
Ich musste mich ja etwas wundern, als ich die Tage dies über Detective Inspector Edmund Reid las:
Reid's own theory was that the Ripper murders were committed by a drunk who lived locally, and who had no recollection of his crime. Interviewed in 1912 for Lloyd's Weekly News, he said:

"The whole of the murders were done after the public-houses were closed; the victims were all of the same class, the lowest of the low, and living within a quarter of a mile of each other; all were murdered within half a mile area; all were killed in the same manner. That is all we know for certain. My opinion is that the perpetrator of the crimes was a man who was in the habit of using a certain public-house, and of remaining there until closing time. Leaving with the rest of the customers, with what soldiers call 'a touch of delirium triangle,' he would leave with one of the women. My belief is that he would in some dark corner attack her with the knife and cut her up. Having satisfied his maniacal blood-lust he would go away home, and the next day know nothing about it."[4]
Quelle: Wikipedia: Edmund Reid

Ist das eine unzutreffende Einordung von Wikipedia, oder hat er das im Ernst geglaubt?


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Jack the Ripper

16.01.2022 um 15:35
@Nemon

Ich nehme an er hat das im Ernst geglaubt. Damals hatte wohl jeder auch schon seine eigene These, aber leider nicht viel Wissen, oder eher ein romantisch-verbrämtes, über die Psychologie von Serienkiller.

Diese Taten sehen nicht nach nach einem wirren Trunkenbold aus. Sowohl die Kehlschnitte als auch, falls nicht besonders die Organentnahmen, sind präzise durch geführt. Ich bezweifle dass das die Hand (oder Gehirn), und zwar jedesmal, eines stark Betrunkenen schaffen könnte.


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Jack the Ripper

17.01.2022 um 04:00
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:ch nehme an er hat das im Ernst geglaubt. Damals hatte wohl jeder auch schon seine eigene These, aber leider nicht viel Wissen, oder eher ein romantisch-verbrämtes, über die Psychologie von Serienkiller.
Diese Taten sehen nicht nach nach einem wirren Trunkenbold aus. Sowohl die Kehlschnitte als auch, falls nicht besonders die Organentnahmen, sind präzise durch geführt. Ich bezweifle dass das die Hand (oder Gehirn), und zwar jedesmal, eines stark Betrunkenen schaffen könnte.
Ich halte die Morde des Rippers auch nicht für die Taten eines Trunkenbolds, aber komplett kann man es nicht ausschließen. Dies würde aber zwei Dinge voraussetzen: Eine Person mit medizinischen Grundkenntnissen und Übung, die "schwer geeicht" ist!
Es gibt, man muß sie schon "Profisäufer" nennen, Leute die schwer betrunken sein können, ohne das man ihnen das direkt anmerkt und auch nur wenig in der Motorik eingeschränkt sind. Ich habe selbst schon einmal eine Person erlebt, die (wie sich dann herausstellte) 2,4 Promille hatte und man hat es anfangs absolut nicht gemerkt, weder an der Sprache, Gestik noch Verhalten.
Eine solche Person kann gut geübte Tätigkeiten auch noch im Vollsuff, nennen wir es akzeptabel, durchführen, solange sie nicht weiter und mehr Alkohol trinkt, denn selbst bei Personen, die solche Mengen an Alkohol ertragen können, gibt es Grenzen.

Wie erwähnt, glaube ich nicht an einen Saufbold als Ripper, aber eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit ist dennoch vorhanden.


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Jack the Ripper

17.01.2022 um 12:43
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Trunkenbolds, aber komplett kann man es nicht ausschließen.
Das kann er schon gewesen sein, nur sehe ich hier eben keine schwer Betrunkenen bei der Arbeit. Genau so wenig wie diese schwere Betrunkenheit der Auslöser wäre.

Vergleicht man mal mit dem Yorkshire Ripper, der in Brutalität und Grausamkeit seinem Namensgeber nicht nach hinkt, so war de nie betrunken. Es war auch nicht das nächtliche Besäufnis der Anlass, sondern seine inneren, kranken Bedürfnisse an sich.
Er schlug entweder zu, wenn sich die Gelegenheit bot, oder machte sich gezielt auf die Suche. Er nutzte dazu seinen Firmenwagen und sogar seine Arbeitszeiten.

Guckt man sich mal die Historie anderer Serienkiller an, so fällt mir gerade keiner ein, bei dem Alkohol der Auslöser für ihre Taten gewesen wäre.
Ein Problem, vor dem damalige Ermittler standen, und heutige Hobbyermittler es meisten auch noch tun, ist, sich vorzustellen, dass solche Täter nicht unbedingt erst mal Alkohol brauchen, um zuzuschlagen.


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Jack the Ripper

22.01.2022 um 02:43
Zitat von off-peakoff-peak schrieb am 17.01.2022:Ein Problem, vor dem damalige Ermittler standen, und heutige Hobbyermittler es meisten auch noch tun, ist, sich vorzustellen, dass solche Täter nicht unbedingt erst mal Alkohol brauchen, um zuzuschlagen.
Absolut richtig und wie ich oben ja erwähnte, glaube ich auch nicht an einen Saufbold als Jack, nur kann man dies nicht zu 100% ausschließen.

Wie ich in den zwischenzeitlich gelöschten Beiträgen erwähnte, sind meine Topverdächtigen Lechmere, Tomkin, Chapman, Tumblety (mit Abstrichen), Kosminski (auch leichte Abstriche) und jener von Abberline und besonders seinem Assistenten verdächtigte Arbeiter am Rand von Whitechapel, dessen Name in den verschwundenen Akten steht.


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Jack the Ripper

22.01.2022 um 14:02
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:sind meine Topverdächtigen Lechmere, Tomkin, Chapman, Tumblety (mit Abstrichen), Kosminski (auch leichte Abstriche) und jener von Abberline und besonders seinem Assistenten verdächtigte Arbeiter am Rand von Whitechapel, dessen Name in den verschwundenen Akten steht.
Einige hatten wir in den gelöschten Beiträgen ja schon durch.

Ich kann verstehen, das ein Paranoider wie Kosminski damals schwer verdächtig erscheinen musste. Gerade, weil man bei "verrückt" eben pauschal von einem Stereotyp ausging, das sich mittlerweile aber als falsch heraus gestellt hat.
Serienmörder können aber furchtbar normal wirken. Was bei etlichen von ihnen sogar ein Geheimnis ihres Erfolges sein dürfte; im Nachhinein wundern sich fast immer die Verwandten und Bekannten, dass es ausgerechnet der gewesen sein soll.
OK, es gibt ein paar, denen man schon vorher ihren Wahnsinn ansah, echte Psychoten, nur sind die halt auch auffälliger.

Das mit den nicht mehr vollständig vorhandenen Akten ist halt bei so lange zurück liegenden fällen ein Dilemma, das nicht nicht zu vermeiden war - so wie verschwundene Beiträge. ;)

Tomkin sagt mir jetzt nichts. Wer war das?


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Jack the Ripper

22.01.2022 um 16:02
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Tomkin sagt mir jetzt nichts. Wer war das?
Henry "Harry" Tomkins (Autokorrektur ist manchmal zum K...), ein Pferdemetzger und geladener Zeuge beim Nichols-Mord. Er hat damals einige sehr interessante Aussagen gemacht. Ich weiß natürlich nicht, ob er der Verdächtige aus den verschwundenen Akten ist, daher führe ich ihn gesondert.
In seinen Aussagen erwähnt er unter anderem, daß er die Bordsteinschwalben nicht mochte(interessant da er da eigentlich etwas anderes gefragt wurde), es sind Widersprüche vorhanden, was er und Kollegen vom Mord an Nichols gesehen und gehört haben wollen und am wichtigsten: Er sagte aus, daß sich die Nachtarbeitszeit in seiner Metzgerei danach richtete, was täglich an Fleisch geliefert wurde. Das konnte bis in die frühen Morgenstunden gehen oder um Mitternacht schon durch sein. Damit sind die Alibis aller Personen dort angreifbar geworden.


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Jack the Ripper

22.01.2022 um 16:38
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Henry "Harry" Tomkins
Jeder Schlachter/Metzger ist verdächtig. Rein technisch gesehen haben die nämlich das beherrscht, auch im "Schlaf" und somit im (Halb)Dunkeln, was der Ripper machte,
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:In seinen Aussagen erwähnt er unter anderem, daß er die Bordsteinschwalben nicht mochte
Das haben aber viele andere auch so gesehen. Auch Lechmere´s Verhalten gegen über Polly, von der ja, falls er nicht der Täter war, annehmen musste das sie nur betrunken wäre, zeugt nicht gerade von Mitgefühl.

Tomkins ist insofern interessant, weil auch er einen guten Grund hatte, in der Bucks Row zu sein.
"
Henry Tomkins was a horse slaughterer, employed by Barber's Knacker's Yard, which was located one street along from Buck's Row, where the murder of Mary Nichols occurred on August 31st, 1888.
Quelle: https://www.jack-the-ripper.org/henry-tomkins.htm

Wie man mittlerweile von etlichen Serienkillern weiß, erliegen sie oft ihren Bedürfnissen das erste Mal sehr nahe an ihrem Wohnort oder Arbeitsplatz, weil sie eine günstige Gelegenheit sehen. Sie werden sozusagen von ihrer Lust ganz plötzlich überfallen, während sie gerade zur Arbeit oder wieder nach Hause gehen.
Tomkins befand sich somit, wie leider die anderen Zeugen auch, in einer ähnlichen Situation wie Lechmere, und war im Gegenteil zu Lechmere sogar noch Schlachter.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Damit sind die Alibis aller Personen dort angreifbar geworden.
Eigentlich nicht, denn für diesen Tag hatten sie ja wohl welche. Na ja, bis auf Tomkins.

Ich lese da gerade nach, und stoße auf eine andere eigenartige Stelle, die mit Tomkins zwar nichts zu tun hat, mir aber mal wieder auffällt: PC Thain holt sich um 4:15 a.am. seinen Mantel aus dem Schlachthaus, nachdem er den Arzt verständigt hatte.
Wie bitte, kam der denn warum und wann dort hin?
Warum fand das der Coroner gar nicht eigenartig?



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Jack the Ripper

22.01.2022 um 18:17
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Jeder Schlachter/Metzger ist verdächtig. Rein technisch gesehen haben die nämlich das beherrscht, auch im "Schlaf" und somit im (Halb)Dunkeln, was der Ripper machte,
Definitiv. Ich glaube, bei allen unterschiedlichen Gewichtungen, können wir uns in einem einig sein, nämlich das der Ripper eine Ausbildung zumindest als Metzger, Jäger oder Arzt/Sani gehabt hat. Denn einige seiner "Operationen" sind schlicht zu präzise gewesen, um einfach nur Glück zu sein. Ich weiß aus dem Stegreif nicht den genauen Schnitt und Mord, ich glaube es war Eddowes, aber die Art der Schnitt- und Entnahmeführung machen Chirurgen bis heute nahezu unverändert genauso. Gleiches gilt für Kelly. Dr. Bond, zu seiner Zeit eine Koryphäe, hielt den Ripper auch nie für einen kompletten Amateur.
Des ist auffällig, denn ein durchdrehender Psycho oder selbst die meisten Metzger und Jäger würden nicht so schneiden, weil es für sie belanglos ist.
Heute hilft es uns, einige Verdächtige auszuschließen.
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Das haben aber viele andere auch so gesehen. Auch Lechmere´s Verhalten gegen über Polly, von der ja, falls er nicht der Täter war, annehmen musste das sie nur betrunken wäre, zeugt nicht gerade von Mitgefühl.
Tomkins ist insofern interessant, weil auch er einen guten Grund hatte, in der Bucks Row zu sein.
Es stimmt, daß diese Haltung damals durchaus verbreitet war, aber die Art wie Tomkins sie ausspricht, war selbst damals unüblich. Seine Einstellung zu Leuten wie Nichols als Antwort auf eine andere Frage.
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Eigentlich nicht, denn für diesen Tag hatten sie ja wohl welche. Na ja, bis auf Tomkins.

Ich lese da gerade nach, und stoße auf eine andere eigenartige Stelle, die mit Tomkins zwar nichts zu tun hat, mir aber mal wieder auffällt: PC Thain holt sich um 4:15 a.am. seinen Mantel aus dem Schlachthaus, nachdem er den Arzt verständigt hatte.
Wie bitte, kam der denn warum und wann dort hin?
Warum fand das der Coroner gar nicht eigenartig?
Naja, vielleicht ist das etwas viel hineininterpretiert, aber so wie sich Tomkins Aussagen zur Arbeitszeit und Pausen in den Nächten anhören, hatte da jeder Spielraum und einmal ne halbe Stunde abtauchen wohl unauffällig. Aber wie gesagt, Tomkins sticht aus seinen Kollegen dort heraus, was seine Ansichten, Aussagen und Alibis angeht.
Das ist in der damaligen Inquiry komplett übersehen worden, daß Tomkins Aussagen ihn verdächtig machen.

Was jetzt Thains Mantel angeht, es kam damals heraus, daß der Constable gerne einmal eine Pause in der Schlachterei, wo Tomkins arbeitete, machte. Und ziemlich regelmäßig. Daher war der Mantel auch dort. Tomkins wußte das natürlich. Das öffnet ein Zeitfenster in den "Beats" der damaligen Polizeipatroullien, die man dadurch umgehen konnte, wenn man aufpasste.
Soweit mir bekannt, wußten von den kleinen und großen Ripperverdächtigen anfangs nur 4 davon. Das waren Tomkins(der dort arbeitete), Lechmere(der auf dem Weg zur Arbeit oft dort vorbeikam), Chapman(der das über seinen Laden erfuhr) und der "Namenlose" aus den Akten.


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Jack the Ripper

22.01.2022 um 18:42
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:ich glaube es war Eddowes, aber die Art der Schnitt- und Entnahmeführung machen Chirurgen bis heute nahezu unverändert genauso.
Der unappetitliche Hinweis ist eben das Einstecken des oberen Teils des durchtrennten Darms in den After. Das ist dermaßen eigentümlich, darauf würden Du und ich, wenn wir Serienkiller wären, einfach nicht kommen.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Gleiches gilt für Kelly. Dr. Bond, zu seiner Zeit eine Koryphäe, hielt den Ripper auch nie für einen kompletten Amateur.
Das tat, bis auf Dr Llewelyn, und der war wohl nicht ausgeschlafen, keiner der untersuchenden Ärzte.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:aber die Art wie Tomkins sie ausspricht, war selbst damals unüblich.
Na ja, wie er es ausgesprochen hat, können wir wirklich nicht wissen. Und ich meine, einer der Zeugen im Fall Eddowes (Levy?) sagte auch so etwas Ähnliches im fast identischen Wortlaut.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Seine Einstellung zu Leuten wie Nichols als Antwort auf eine andere Frage.
Was ich dennoch nicht über bewerten würde.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:hatte da jeder Spielraum und einmal ne halbe Stunde abtauchen wohl unauffällig.
Stimmt. Im Grunde genommen ist es eher verwirrend, hier auf jede Minute genau achten zu wollen. Ich bin mir sicher, das haben die auch nicht, da nicht jeder eine Taschen-/Armbanduhr besaß, auf die er auch noch jede Minute hin geguckt hätte. Mit Glück gab´s so ´ne Taschenuhr nämlich erst bei Pensionsantritt.
Von daher sind diese Zeitangaben wohl mehr oder minder Annäherungen und mit Vorsicht zu genießen.
Es geht ja aus den diversen Berichten zB noch nicht einmal klar hervor, ob Tomkins und Kollege schon am Tatort waren (was übrigens auch zeigt, dass sie ihren Arbeitsplatz auch während der Arbeit offenbar nach Belieben verlassen konnten), bevor Thain zurück kam, oder ab sie ihm nach gingen (was ich persönlich für wahrscheinlicher halte, weil sie vom Mord ja offensichtlich erst durch ihn erfahren hatten - Stichwort: Mantel/Umhang).
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:und der "Namenlose" aus den Akten.
Von dem wir nicht wissen, ob er den je existierte. von daher wissen wir auch nicht, ob er es wusste.
Wer aber ebenfalls mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Eigenarten der Polizisten gewusst haben dürfte, waren die Opfer und anderer Damen der Nacht, die ihre Klienten vor unliebsamen Kontrollen zu schützen wussten.


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Jack the Ripper

22.01.2022 um 19:07
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Der unappetitliche Hinweis ist eben das Einstecken des oberen Teils des durchtrennten Darms in den After.
Whaaat? Wer macht das? 🧐


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Jack the Ripper

22.01.2022 um 20:00
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Der unappetitliche Hinweis ist eben das Einstecken des oberen Teils des durchtrennten Darms in den After. Das ist dermaßen eigentümlich, darauf würden Du und ich, wenn wir Serienkiller wären, einfach nicht kommen.
Diesen Hinweis wollte ich nicht direkt so schreiben, aber ja stimmt. :-) Es gibt noch einen weiteren Hinweis, den ich ebenso andachte. Im Eddowesmord wurde ein Bauchlappen korrekt aufgeschnitten und zurückgeklappt, was auch wichtig ist. Denn für die Entnahme des darunterliegenden Organs mußt Du das nicht so tun, wenn es Dir sowieso egal sein kann, was mit dem Patient/Opfer passiert!
Da brach im Ripper die Ausbildung durch! Wenn man sich dies vor Augen hält, können nämlich ein ganzer Haufen Verdächtige gestrichen werden, die schlicht nicht die nötigen Kenntnisse hatten.
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Das tat, bis auf Dr Llewelyn, und der war wohl nicht ausgeschlafen, keiner der untersuchenden Ärzte.
Sehr richtig, aber dennoch gehen Teile der Ripperlogen bis heute mit "Jack dem Hackebeilchen" hausieren, obwohl das einfach nicht so stimmt.
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Na ja, wie er es ausgesprochen hat, können wir wirklich nicht wissen. Und ich meine, einer der Zeugen im Fall Eddowes (Levy?) sagte auch so etwas Ähnliches im fast identischen Wortlaut.
Die Tomkinsche Einstellung war durchaus verbreitet, aber die anderen Zeugen in den Inquests haben damit nicht komplett andere Fragen beantwortet! Flapsig ausgedrückt hat Tomkins auf eine Frage im Stil von "Möchten sie einen Earl Grey oder Assamtee?" mit "Die Kutsche dort unten auf der Straße sieht aber Sche... aus" geantwortet. Das ist definitiv ungewöhnlich, besonders in einer offiziellen Untersuchung.
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Von dem wir nicht wissen, ob er den je existierte. von daher wissen wir auch nicht, ob er es wusste.
Nein, den Typen gab es tatsächlich und arbeitete in der Butcher Row in Aldgate. Er war der Hauptverdächtige von Robert Sagar, einem später recht prominenten Ermittler der Londoner Polizei, der einiges über ihn zusammentrug. Sein Name tauchte offensichtlich nur in den verschwundenen Akten auf. Es gibt allerdings Theorien, daß diese Person Kosminski war, da es dort einige Überschneidungen gibt. Sagar gehörte zur City of London Police, die unabhängige Akten zum Ripper führten, die weitgehend verloren sind.
Sollte es tatsächlich Kosminski gewesen sein, wäre das aber auch interessant, daß 2 teilweise getrennt operierende Ermittlerteams beim selben Verdächtigen landen.


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Jack the Ripper

22.01.2022 um 21:04
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Da brach im Ripper die Ausbildung durch!
Ja, aber damit wäre Lechmere aber aus dem Rennen.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Das ist definitiv ungewöhnlich, besonders in einer offiziellen Untersuchung.
Er könnte dennoch andere Motive gehabt haben, der maßen unvorsichtig emotional zu reagieren.
Zitat von NemonNemon schrieb:Wer macht das?
Angebliche chirurgische Praxis, zumindest damals.


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Jack the Ripper

gestern um 00:45
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Ja, aber damit wäre Lechmere aber aus dem Rennen.
Eigentlich schon, aber nicht unbedingt. Über Lechmeres frühe Jahre ist wenig bekannt, außer das sie unstet waren. Eine zumindest relativ fortgeschrittene Ausbildung wäre möglich.

Aber mein Hauptverdächtiger Nummer 1 ist eben Klosowski/Chapman. Es spricht sehr viel für ihn und wenig gegen ihn. Hier nochmals einige Argumente:

- Klosowski ist ein nachgewiesener(!) Serienmörder. Serienkiller wachsen zum Glück nicht auf Bäumen und nur wenige Menschen sind verdreht genug, so etwas zu tun. Wenn wir nun noch bedenken, daß damals außer dem Ripper noch der Torsokiller in London aktiv war (und noch Klosowski obendrauf, wäre er nicht der Ripper), dann sind wir bereits bei 2-3 Serienkiller nahezu zeitgleich in derselben Stadt aktiv. Selbst in einer Millionenstadt wie London sind 2 zeitgleich schon recht viel, aber 3 sind selbst heute ziemlich jenseits aller Erwartungswerte, denn zum Glück ist die Anzahl an Menschen die so schwer gestört sind, daß sie in der Lage dazu sind und es auch durchziehen, wirklich sehr gering.
- Die dem Ripper zugerechneten Morde begannen etwa 1 Jahr nach Chapmans Ankunft in London. Die Serie der "kanonischen 5" endet mit Klosowskis erster Heirat in England, die Serie an späteren Morden, die man dem Ripper nahelegt, endet mit der Abreise des Ehepaars Chapman nach Amerika. In New Jersey, wo die Chapmans 1 Jahr wohnten, gibt es einen stark ripperähnlichen Mord, begangen in genau demselben Jahr! Nach der Rückkehr in London begann Klosowski seine Serie an Giftmorden.
- Klosowski war ein Janusgesicht, daß sich gut verstellen konnte. Eines seiner Opfer warnte ihre Schwester, daß Klosowskis Erscheinen schwer trog. Nach außen war er charmant, aber außer Sichtweite ein gewalttätiger und berechnender Sadist.
- Chapman hatte die nötigen medizinischen Kenntnisse um sowohl der "erfolgreiche" Ripper als auch Giftmörder zu sein
- Seine überlebende erste Ex-Frau sagte aus, daß er oft bis in die frühen Morgenstunden ausging. Das änderte sich erst später etwas, als Chapman voll auf den Giftzug aufgesprungen war.
- Lechmere und Klosowski gehören zu den ganz wenigen Verdächtigen, die aufgrund ihrer Wohnungen und/oder Arbeitsplätze kurze Wege zu allen Tatorten hatten. Zum Beispiel war Klosowskis Friseurladen nur einen Steinwurf vom Tabram-Tatort entfernt.
- Klosowskis Erscheinungsbild passt ziemlich gut auf die bekannten Beschreibungen sowohl von Lawende, dem Inspektor vom Mitre Square und auch Hutchinsons.
- Klosowski hatte eine normale Arbeit (wie sie auch der Ripper gehabt haben muß) und nach allen bekannten Quellen einen außerordentlichen Sexualtrieb, gerne auch gekoppelt mit Gewalttätigkeiten.
- Es gibt eine bestätigte Sache in Amerika, wo Chapman dermaßen zorning wurde, daß er seine Frau beinahe mit einem Messer mitten im Laden umgebracht hätte, wäre nicht just in diesem Moment ein Kunde eingetreten. Er war gewalttätig genug, um der Ripper zu sein.
- Chapman war berechnend und sein Umstieg auf Gift der Situation geschuldet. Die trunkenen Strichmädchen in Whitechapel konnte er einfach "abstechen", seine Frauen in regelmäßigen Abständen a la Ripper zu "entsorgen" wäre nicht so gut gekommen.

Und wenn jetzt wieder Signaturtaten auf das Tablet kommen, möchte ich darauf hinweisen, daß z.B. Israel Keyes seinen MO regelmäßig bewußt stark verändert hatte, um die Ermittler auf falsche Spuren zu lenken. das klappte lange sehr gut. Als Keyes später mehrere Morde gestand und Täterwissen preisgab, fielen die Ermittler aus allen Wolken. Die meisten seiner mindestens 11 Morde hätten sie Keyes nie zugeordnet, u.a. wegen der stark unterschiedlichen Tatabläufe und den gelegten Falschspuren.


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Jack the Ripper

gestern um 14:11
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Es gibt eine bestätigte Sache in Amerika, wo Chapman dermaßen zorning wurde, daß er seine Frau beinahe mit einem Messer mitten im Laden umgebracht hätte, wäre nicht just in diesem Moment ein Kunde eingetreten. Er war gewalttätig genug, um der Ripper zu sein.
Gewalttätig und zornig genug, um Kopf über Kopf zu handeln, nur passt mir das nicht zur eher kalkulierenden Ripper Art, der sicher bewusst los zog, um ein Opfer zu finden.

Männer, die ihre Frauen mit Messern bedrohten und auch schon mal töteten, gab es damals durchaus mehrere, auch gleichzeitig mit den Ripper Taten.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:daß z.B. Israel Keyes seinen MO regelmäßig bewußt stark verändert hatte, um die Ermittler auf falsche Spuren zu lenken
Weil der schon von dieser Ermittlungstechnik gehört hatte Klosowski garantiert nicht.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:- Klosowski hatte eine normale Arbeit (wie sie auch der Ripper gehabt haben muß)
Wie vereinbarte er das mit einem bis in die Morgenstunden dauerndem nächtlichem Streifzug?
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:- Klosowskis Erscheinungsbild passt ziemlich gut auf die bekannten Beschreibungen sowohl von Lawende, dem Inspektor vom Mitre Square und auch Hutchinsons.
Dem wage ich zu widersprechen. Ganz abgesehen davon, dass in der Nacht nicht nur fast alle Katzen grau aussehen, waren die Menschen, vor allem Männer, damals ziemlich gleich gekleidet und trugen sehr ähnliche Haarschnitte. Hinzu kommt einfach, dass Zeugen, die jemanden nur kurz sahen, sich danach kaum wirklich genau erinnern können. Die wenigen Gemeinsamkeiten sind äußerst vage und treffen auf Tausende zu.

Wir wissen obendrein nicht, ob sie tatsächlich den Ripper gesichtet haben. Und Hutchinsons Aussage vergisst man am besten. Was der da zusammen faselt hat, kann er unmöglich des nächtens so gesehen haben.

Alleine die Beschreibung des Mannes vom Mitre Square variiert doch erheblich, je nachdem, welche Quelle man nimmt.
Einigkeit scheint im roten Halstuch, im Alter (ca 30 +) und in etwa in der Größe (5 ft 7-8 in bzw 5 ft 9 in), sowie einem "fair moustache", zu herrschen. "Fair" ist aber "hell, blond, gelb", was schon mal nicht so gut zu Klosowskis Bart passt.

Lawende beschreibt ihn mit "shabby appearance" und ein anderes Mal als "rather rough and shabby", dennoch wird er dann in einem HO Dokument, das nicht näher datiert ist, aber im oder kurz nach dem July 1889 geschrieben wurde, als "dressed respectably / respektabel gekleidet" beschrieben.
Das ist nun mal das glatte Gegenteil.

Erst drei Jahre später wandelt sich sein bis dahin offenbar nicht besonders beeindruckender Bart zu einem doch sehr auffälligen in der Beschreibung: "rather square shoulders, clean shaven, with the exception of a heavy moustache, inclining to be sandy" und plötzlich hat er auch breite Schultern. Auch hier kann etwas nicht so richtig stimmen.

Einigkeit besteht aber immer noch in der hellen Farbe des Bartes.

Quelle: https://wiki.casebook.org/joseph_lawende.html

Nun mag man argumentieren, die Polizei habe damals diese Tatsachen zurück gehalten, was aber nicht viel Sinn macht, wenn man einen bestimmten Mann sucht.
Was die Polizei gerne heute auch noch zurück hält, sind Fakten, die mit den Handlungen des Täters im Zusammenhang stehen, aber nicht sein Aussehen, wenn man hofft, dass die Bevölkerung ihn erkennen soll.

Was bleibt, ist ein Mann durchschnittlicher Größe mit einem eher blondem Bart.

Während er in diesen Beschreibungen einmal als Seeman von schäbigem Äußerem beschrieben wird, erhält er bei Hutchinson plötzlich ein "jüdisches Aussehen" und ist richtig gut bekleidet.
Also, ich sehe da keine Ähnlichkeit.
Das Einzige, das in Hutchinson´s Beschreibung auf Klosowski passen würde, ist der Bart - nur den trägt der Gesichtet vom Mitre Square aber nicht. Und, wie gesagt, Hutch´s Sichtung ist zu 99,99% falsch.

Welchen Polizisten vom Mitre Square meinst Du jetzt?


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Jack the Ripper

gestern um 15:35
ich hatte letztens eine doku über jack gesehen, da gingen sie von lechmere aus. hat mich schon ein wenig überzeugt. ich meine, welche normale mensch gibt bei der polizei falsche daten an? da muss man auf jeden fall dreck am stecken haben, finde ich. und die tatorte lagen zum großteil auf dem weg zu seiner arbeit und einer in der nähe seiner mutter.


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Jack the Ripper

gestern um 16:03
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Gewalttätig und zornig genug, um Kopf über Kopf zu handeln, nur passt mir das nicht zur eher kalkulierenden Ripper Art, der sicher bewusst los zog, um ein Opfer zu finden.
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Weil der schon von dieser Ermittlungstechnik gehört hatte Klosowski garantiert nicht.
Oh, Klosowski war sowohl als auch. Er konnte in Rage geraten, war aber auch sehr berechnend und konnte blitzschnell umschalten. Seine Giftmorde beging er mit Antimon, einem Gift, daß Ende des 19. Jhd. fast unbekannt war. Selbst viele Ärzte in England kannten es nicht.
Natürlich kannte Klosowski dies Art der Ermittlungen wie heute nicht, aber Keyes ist nur ein Beispiel von Serienmörder, der seine Taten variierte.
Es ist richtig, daß es eine Signatur gibt, die gleich bleibt, aber die hat Klosowski! Er hat immer Frauen getötet, sowohl als Ripper als auch Giftmörder und seinen Sadismus und Grausamkeit hat er erst als Ripper und dann als Vergifter ausgelebt. Denn unter allen Giften ist Antimon eine der grausamsten Arten jemanden umzubringen. Das ist ein entsetzlicher Tod. Wäre es Klosowski nur um ein schnelles Töten gegangen, hätte er auch z.B. Zyankali nehmen können, daß damals auch nicht so einfach nachweisbar war.
Darum hörte der Ripper auf, Bordsteinschwalben in Whitechapel zu tranchieren, er konnte sich am Leid anderer zuhause weiden.
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Dem wage ich zu widersprechen. Ganz abgesehen davon, dass in der Nacht nicht nur fast alle Katzen grau aussehen, waren die Menschen, vor allem Männer, damals ziemlich gleich gekleidet und trugen sehr ähnliche Haarschnitte. Hinzu kommt einfach, dass Zeugen, die jemanden nur kurz sahen, sich danach kaum wirklich genau erinnern können. Die wenigen Gemeinsamkeiten sind äußerst vage und treffen auf Tausende zu.
Das ist schon richtig, daß Phantombilder mit Vorsicht zu geniesen sind und gerade beim Ripper eine große Varianz herrscht (aus verschiedenen Gründen). Aber der springende Punkt ist der, daß Klosowski in die wichtigsten Parameter reinpasst! Er fällt eben nicht, wie einige andere Ripperverdächtige, schon durch seine Erscheinung, z.B. deutlich zu groß, weg. Klosowski passt und dies ist ein weiterer Baustein. Es ist ja nicht allein eine Sache am Ripper, die auf Klosowski passt, Er hat ein Häkchen fast überall dran.
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Wie vereinbarte er das mit einem bis in die Morgenstunden dauerndem nächtlichem Streifzug?
Chapman führte, außer ganz am Anfang seiner Zeit in England, selbst die Geschäfte seiner verschiedenen Läden. Und rate mal, wer die Hauptlast der Arbeit nach solchen Streifzügen tragen durfte: die Helfer und seine Liebschaften bzw. später auch seine Frauen, wobei seine Streifzüge da seltener wurden. Und "lustigerweise" stimmen der Beginn und die Enden verschiedener Verbrechensserien, die berühmteste natürlich der Ripper, mit seinen Reise- und Heiratsdaten überein. Was nur auf ganz wenige Ripperverdächtige passt.
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Welchen Polizisten vom Mitre Square meinst Du jetzt?
Es ist nicht dermaßen oft kolportiert, aber der Ripper wäre fast von einem Constable und einem Inspektor am Mitre Square gefasst worden, denen unabhängig voneinander etwas komisch vorgekommen war und gemeinsam einen Zugang zum Square überwachten. Der Ripper entkam ihnen nur knapp und wenn man bedenkt, daß er eine Stunde vorher in der Berner Street auch Glück hatte, ist es klar warum er Kelly in ihrer Wohnung umbrachte. Dem Ripper war klar geworden, wenn er weiter solche Risiken auf offener Straße eingeht, schnappen sie ihn.


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