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Rätselhaftes Verschwinden des Alfred Partikel

45 Beiträge, Schlüsselwörter: Unfall, Militär, Verschwinden, Rätselhaft, Ahrenshoop, Partikel

Rätselhaftes Verschwinden des Alfred Partikel

28.09.2016 um 17:38
@H01

Liebe Hellea, ich weise niemanden zurecht, ich habe auf eine Frage geantwortet. Danke, das du mich darauf aufmerksam macht, dass er seine Arbeit als Lehrer schon im Februar begann. (Vielleicht überdenkst du mal an deinen Umgangsformen. Macht nämlich null Spaß angeraunzt zu werden wegen komplett Unwichtigem)
Um dann die Frage nochmal zu beantworten:
Scheinbar war es möglich für entartete Künstler als Lehrer zu arbeiten, da er es tat. Oder es war nicht erlaubt, aber er tat es trotzdem.


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Rätselhaftes Verschwinden des Alfred Partikel

28.09.2016 um 23:47
@E_M
Auch in dem Buch "Ahrenshoop: Balancieren auf der Meerschaumlinie" von Gudrun Fröba heißt es:
Das halbe Dorf suchte das Unterholz ab. Vergeblich. Auch die Russen, die auf der Halbinsel ihre Kommandanturen errichtet hatten, durchkämmten den Wald.
Es sind übrigens schon in weit friedlicheren Zeiten Menschen spurlos im Wald verschwunden. Wildschweine können da durchaus eine Rolle spielen. Da zu der Zeit Zivilpersonen nicht schießen durften, könnte es trotz Hungersnot recht viele Wildschweine gegeben haben.


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29.09.2016 um 08:56
@Menedemos
Danke für die Information zu dem Buch, ich werde es mir umgehend versuchen zu organisieren !
Es stimmt schon, offiziell durften Privatpersonen zu der Zeit keine Waffen haben/benutzen, aber bei der Landbevölkerung war es trotzdem "normal" das man im Wald sein täglich Brot aufbesserte. Quelle hier ist mein mittlerweile längs verstorbener Großonkel, der dies mit eines anderen Bewohnern des kleinen Dorfes wo er wohnhaft war, seinen Aussagen nach in der Nachkriegszeit sehr regelmäßig getan hat. Allerdings waren dort die englischen Besatzungstruppen. Ob das auch Bewohner in Gegenden, wo die russische Armee ansässig war, getan haben, kann ich nicht sagen.


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Rätselhaftes Verschwinden des Alfred Partikel

29.09.2016 um 09:15
Menedemos schrieb:Das halbe Dorf suchte das Unterholz ab.


Na dann können das nach dem Krieg aber nicht sehr viele Leute gewesen sein. Ahrenshoop hatte damals garantiert nicht so viele Einwohner wie heute - und heute sind es gerade mal um die 600.


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Rätselhaftes Verschwinden des Alfred Partikel

29.09.2016 um 10:28
Bluevelvet57 schrieb:Allerdings waren dort die englischen Besatzungstruppen. Ob das auch Bewohner in Gegenden, wo die russische Armee ansässig war, getan haben, kann ich nicht sagen.
Ich denke schon, dass das einen großen Unterschied macht.

Und selbst bei den Westalliierten war es ein großes Risiko, mit einer Waffe herumzulaufen. Ich kenne persönlich einen Mann, der von den französischen Besatzungstruppen zum Tode verurteilt wurde, weil er heimlich eine Pistole behalten hat (wohlgemerkt: versteckt, im Keller). Nach einiger Zeit wurde er zwar begnadigt, aber das war ja in der unmittelbaren Nachkriegszeit nicht unbedingt absehbar.


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Rätselhaftes Verschwinden des Alfred Partikel

29.09.2016 um 10:46
Meines Wissenes ist die Wildschweinpolution erst in den letzten 30 Jahren so rasant gestiegen. In manchen Gebieten um bis zu 300%. Es wird davon ausgegangen, das unter Anderem die gute Ernährungssituation der Tiere und mildere Winter verantwortlich sind.

Die Winter in den 40er Jahren waren meines Wissens nach kalt und durch den Krieg gab es deutlich mehr Brachflächen. Die bestellten Felder wurden sorgfältigst abgeerntet. Hatte der Bauer geerntet kamen die Stoppler (oftmals Städter, die sich die Reste holten). Nun halten sich Wildschweine nicht an Erntezeiten, aber das Nahrungsangebot, dürfte gerade in den Wintermonaten, wo sie nach den Ernteresten suchen, deutlich geringer gewesen sein, als heute.

Bei einer Hungersnot, wird man es mit den Schonzeiten wohl nicht so genau nehmen. Da sind Frischlinge auch lecker und man braucht nicht unbedingt eine Schusswaffe um ein Schweinchen zu erlegen. Da halte ich es für wahrscheinlicher, dass er in eine Jagdgrube eines Wilderes gestürzt ist. (Ganz wilde Spekulation meinerseits ;-) )

Ich bin vor einiger Zeit durch ein Städtchen flaniert.Wunderschöne alte Bausubstanz, die Straßen mit Kopfsteinpflaster belegt und ich dachte mir, wie viele Füße über dieses Pflaster wohl schon gelaufen sind. An einigen Stellen des Ortes waren Schautafeln mit Photografien angebracht, die die Straßenzüge um die Jahrhundertwende (1900) zeigten. Zu meiner Überraschung fehlten, die von mir als altehrwürdig eingeschätzten Pflastersteine auf den Photgrafien. Die Straßen hatten einfach keinen Belag. Dem Text der Schautafeln konnte man entnehmen, das die Gemeinde zu dieser Zeit wohl verarmt war. Das hat mit dem Fall nichts zu tun, aber verdeutlicht, wie schnell man dem Irrtum erliegen kann, dass die heutige Situation damals schon so war.


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29.09.2016 um 10:59
Leider kann ich nicht mehr editieren. Es muss natürlich Wildschweinpopulation heißen. Keine Ahnung wie es zu diesem Buchstabensalat kam. :-(


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29.09.2016 um 11:46
@Lormie
So wild finde ich die Spekulation Deinerseits gar nicht. In Hungerszeiten werden da ganz andere Sachen gelaufen sein, als nur nicht auf Schonzeiten (gabs die damals eigentlich schon ?) zu achten.

@Menedemos
Ja, eben, das denke ich auch. Natürlich waren auch die westlichen Besetzungsmächte nicht gerade erbaut von "deutschen Waffenträgern". Allerdings waren in dem Dorf, in dem mein Großonkel lebte, die Herren aus England auch gerne dabei, von der "Beute" zu profitieren. Wenn meine historischen Kenntnisse und meine Erinnerungen an Erzählung von Zeitzeugen aus meinem persönlichen Umfeld nicht ganz verarmt sind, ließ es sich - den Umständen entsprechend - in den Gegenden, vor allem den ländlichen, ganz gut leben, wenn dort die Engländer oder die Amerikaner vor Ort waren. Von den Franzosen habe ich diesbezüglich leider wenig positives gehört, darein passt ja auch Deine Erzählung ganz gut. Leider kenne ich persönlich niemanden, der zu dieser Zeit irgendwo lebte, wo es russische Besatzungskräfte gab.


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29.09.2016 um 11:54
Die Leute haben damals Ratten gegessen, alles, was irgendwie genießbar und vor allem nahrhaft war, landete in der Pfanne. Sogar Menschenfleisch, wie so mancher später überführte Leichenfledderer oder gar Serienmörder mit Sinn fürs Morbide beweist. Wildschweine sind dagegen die reinste Delikatesse, ich denke daher nicht, dass es damals viele von denen dort gab. Auch wenn es der Landbevölkerung immer noch besser ging als den Leuten in der Stadt, so ein Wildschwein hätte eine ganze Familie für mehrere Wochen satt gemacht, das hätte man sicher da nicht verschmäht, zumal, wie @Lormie schon darstellt, eine erhöhte Wildschweinpopulation ja auch ernährt werden will und in solch harten Zeiten Fressfeind des Menschen war.


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29.09.2016 um 13:12
@Bluevelvet57
Bluevelvet57 schrieb:So wild finde ich die Spekulation Deinerseits gar nicht. In Hungerszeiten werden da ganz andere Sachen gelaufen sein, als nur nicht auf Schonzeiten (gabs die damals eigentlich schon ?) zu achten.
Leider liegt das Geschehen nicht in dem historischen Zeitfenster, in dem ich den großen Durchblick habe, aber Schonzeiten hat es gegeben und Verstöße wurden geahndet.
Die Jagd nach Trophäen war für den Reichsjägermeister Hermann Göring das höchste Vergnügen. Inspiriert vom Leiter des Jagdbundes Ulrich Scherping veranlasst er 1934 das Reichsjagdgesetz. Die Hege und Pflege, festgelegte Jagd und Schonzeiten und eine strenge Jägerprüfung wurden Pflicht.

Das spätere Bundesjagdgesetz hat viele Elemente des Reichsjagdgesetzes übernommen. 1974 wurde das Bundesjagdgesetz novelliert. Der Schutz des Forstes und der Artenschutz wurden wichtiger.

Quelle:http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/zeitreise-100.html

Interessant fand ich auch Ausschnitte aus dem Buch "Tier- und Naturschutz im Nationalsozialismus: Gesetzgebung, Ideologie und Praxis" von Stefan Dirscherl, der sich wohl eingehend mit dem Thema beschäftigt hat. Auf den Seiten, die im Internet eingesehen werden können, werden einige Beispiele aufgezeigt, wie das Reichsjagdgesetz Anwendung fand.

Google Books: https://books.google.de/books?id=PQw8qJwYB9cC&pg=PA134&lpg=PA134&dq=schonzeit+reichsjagdgesetz&source=bl&ots=VzEq8Et3P4&...

Das man 1945, wegen der Entwaffnung der Bevölkerung von marodierenden Wildschweinhorden überrannt wurde, um es mal ein wenig überspitzt auszudrücken, ist wohl unwahrscheinlich. Man kann einen Wildunfall sicher nicht ausschließen, aber es ist aus meiner Sicht eine sehr wackelige Spekulationsgrundlage.


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29.09.2016 um 13:29
@Lormie
Sehr interessante Informationen und Quellen, vielen Dank dafür !
Gänzlich ausschließen kann man einen Wildunfall wohl nicht, aber dieser liegt bei mir gaaaaanz weit hinten bei den Möglichkeiten, was passiert sein könnte.


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tuctuctuc
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Rätselhaftes Verschwinden des Alfred Partikel

30.09.2016 um 06:32
Bin gestern durch Ahrenshoop durchgefahren. Hab am Straßenrand weder Skelette noch Russen noch Wildschweine gesehen. Nur zottelige Hippies ähh Künstler.

War schon häufiger in der Gegend und werden auch Führungen durch Ranger in die Natur angeboten z B durch den Urwald Darß. Bei einer Führung wurde erzählt das nach dem Krieg sich hier in der Gegend lange ein Nazi Jäger (war ja hier im 3 Reich Jagdgebiet) oder so was ähnliches verkrochen hat und die Russen lange vergeblich versucht haben den zu fangen.Auch mit Hunde Einsatz. Vielleicht ist er ja dem Nazi vor die Flinte gelaufen...
Außerdem war in der Gegend auch ein großes Gefangenenlager der Luftwaffe glaube ich.


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30.09.2016 um 12:44
tuctuctuc schrieb:Bei einer Führung wurde erzählt das nach dem Krieg sich hier in der Gegend lange ein Nazi Jäger (war ja hier im 3 Reich Jagdgebiet) oder so was ähnliches verkrochen hat und die Russen lange vergeblich versucht haben den zu fangen.Auch mit Hunde Einsatz.
Interessant. Dann wurde das Gebiet nach dem Krieg noch mal „durchkämmt“, mit dem Ziel eine andere noch lebende Person zu finden? Auch bei dieser Suche wird man doch nach Kleidung oder anderen Anzeichen von menschlichem Dasein geschaut haben.

Weißt du wann diese Suchaktion stattfand? Ich verusch auch noch nach Quellen zu forschen.

Hinsichtlich der Presseartikel sieht es leider online gar nicht gut aus noch an Originalquellen zu kommen. Digitalisiert sind nur Ausgaben „Ostsee-Zeitung/ Stettiner General-Anzeiger“ bis 1939, also bis zum Kriegsbeginn.
Als der „General-Anzeiger“ im August 1944 im Bombenhagel unterging, war es auch mit der „Ostsee-Zeitung“ in Stettin zu Ende.
Quelle: http://kulturportal-west-ost.eu/korrespondenzen/die-gezeiten-des-freiheitlichen-geistes

Das könnte ebenfalls zu Berichterstattungslücken geführt haben. Inwieweit die Archive betroffen waren, ist mir nicht bekannt.

In der Gegend scheint gegen Kriegsende eine Menge losgewesen zu sein:
1944 im September werden alle Pensionen, leerstehende Häuser und Wohnungen für Evakuierte und Flüchtlinge beschlagnahmt.
1945 verlassen am 14. Mai auf Befehl des Kommandanten nahezu alle Flüchtlinge Ahrenshoop und Althagen, um die Lebensverhältnisse und Versorgung zu gewährleisten.
Quelle: http://www.ostseebad-ahrenshoop.de/ahrenshoop/ostseebad-ahrenshoop/historisch/zeittafel

Es waren jedoch nicht nur Flüchtlinge aus den Ostgebieten, die bereits 1944 einquartiert wurden, sondern auch Opfer aus dem KZ- Außenlager Barth. Am 1. Mai 1945 wurde vor dem Ribnitzer Rathaus ein Blutbad an den Häftlingen durch Bürger verhindert.

Quelle: http://www.dok-barth.de/vvn/land_mv/barth/pdf/oz_30_04_2005.pdf

Ich habe noch ein interessanten Artikel über ihn gefunden. Darin heißt es:
Der Ausbruch des 1. Weltkriegs unterbrach seine Tätigkeit als Maler. Er wurde zum Heer einberufen und nahm am Frankreichfeldzug teil. Durch eine Verschüttung erlitt er eine schwere Gehörverletzung, die eine leichte Schwerhörigkeit nach sich zog und ihn sein Leben lang begleiten sollte.
Quelle: http://www.kulturzentrum-ostpreussen.de/kalenderblatt_detail.php?id=20

Gehörverletzungen können weitere Auswirkungen nachsichziehen, wie z.B. eine Beeinträchtigung des Gleichgewichtssinns. Sollte er ein solches Leiden entwickelt haben, dann wäre ein Absturzunfall/Unfall nicht unwahrscheinlich.

Schade, dass die Informationslage so dünn ist.
Da hat er Krieg und Flucht überlebt, ging Pilze suchen und kam im Alter von 56 Jahren einfach nicht zurück. Tragisch.


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30.09.2016 um 13:05
@Lormie
Ich finde aus irgendeinem Grund dieses Verschwinden, unter anderem auch aus den von Dir genannten Gründen, sehr tragisch. Danke für die tollen Quellenfunde. Leider bin ich beruflich sehr eingespannt, so daß ich nicht viel Zeit für Recherche habe, so sehr mich der Fall auch berührt. Aber Deine Quellen geben mir schon mal einen guten Ansatz, und das lange Wochenende auch mehr Zeit zum recherchieren. Ich werde mal versuchen, Heimatkundler in der Gegend aufzuspüren. Das könnte @Ambrosius2000 bei der Recherche evtl. helfen.


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tuctuctuc
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30.09.2016 um 15:19
@Lormie
Keine Ahnung wo und wer da genau gesucht wurde. War ja nur Geschichte die während einer Führung erzählt wurde. Wenn ich gewusst hätte das das für Allmystery wichtig ist hätte ich besser aufgepasst.
In Barth ist noch ein Gedenkstein für das Kriegsgefangenenlager oder KZ.

Hier gibt es viel wilde Natur. Wie es früher war weiß ich nicht
Wikipedia: Sundische_Wiesen
Wikipedia: Darßwald


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30.09.2016 um 19:24
Herzlichen Dank für die Resonanz @Bluevelvet57 . Die Idee mit dem Heimatkundler ist klasse!

Leider bringen uns meine Ergebnisse kaum weiter. Ribnitz liegt rund 26 km von Ahrenshoop entfernt. Also weit genug um die Geschehnisse vom 1.Mai in Ahrenshoop nur ganz am Rande mitzubekommen. Aber auf die Versorgungslage in der Region wird es auf jeden Fall Einfluss genommen haben. Wir können das Rätsel um sein Verschwinden sicher nicht lösen, aber es kann nicht schaden, sich mit der Zeitgeschichte und seiner Person ein wenig zu beschäftigen.


Danke dir für die Links @tuctuctuc . Schöne Gegend. Kein Wunder das es dort so viele Künstler hinzieht.

Auch wenn du dich nicht mehr so genau erinnerst (wer kann sich schon alles während einer solchen Führung merken? - ich nicht ;) ) finde ich deine Information interessant. Vielleicht lässt sie sich ja noch verifizieren. Gefunden habe ich online zu den Vorkommnisse bisher noch nichts, bin aber geneigt die Tourveranstalter mal anzuschreiben. Vielleicht haben die ja noch Informationen zu der Suche.


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30.09.2016 um 22:43
ich bin total beeindruckt, was ihr hier in so kurzer Zeit an Informationen und Gedanken zusammengetragen habt! Vielen Dank schonmal an dieser Stelle!


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01.10.2016 um 15:07
Er verschwand an einem Samstag und die Witterung war mild. Die Tageshöchsttemperatur lag bei 16 Grad im Norden. So meldete es die Wetterstation in Hamburg. In Potsdam war es mit 12 Grad etwas kühler laut DWD. Mit 3 Sonnenstunden in Hamburg scheint es bedeckt, aber trocken gewesen zu sein. Vom 12-16. Oktober hat es sowohl in Hamburg, als auch in Potsdam leicht geregnet. Am 11. Oktober waren die Niederschläge etwas stärker. Als er aufbrach sollte der Boden, bis auf Senken, relativ trocken gewesen sein.

Quelle: http://old.wetterzentrale.de/pics/archive/kl/1945/19451020.png

Leider beginnen die bei Wetteronline abrufbaren Wetterdaten näherer Wetterstationen erst ab 1947.

Das Ahrenshooper Holz wurde 1958 Naturschutzgebiet. Es kann also davon ausgegangen werden, dass es dort bereits 13 Jahre zuvor schon so wildromantisch war. Das Naturschutzgebiet umfasst eine Fläche von 55 Hektar. Er hat dort also nicht illegal gesammelt. Wobei ich annehme das zu jener Zeit das Motto wohl eher legal, illegal, scheißegal gelautet hat. ;)

Hier noch Artikel über den 1. Mai und die Folgezeit.
Ob Nazi, Mitläufer oder einfacher Bürger. Viele waren Opfer einer Denunziation. Eine besonders unrühmliche Rolle in dieser unruhigen Zeit spielte „Seppl Frey“, erinnert sich Karl-Heinz Mevius. Er war der „Schrecken
der Bevölkerung“ und arbeitete engstens mit dem sowjetischen Geheimdienst zusammen. Viele verdankten ihm die Verhaftung. Wie sich später herausstellte, war er ein ehemaliger SS-Mann. Bürgermeister Hermann Mevius
konnte den sowjetischen Kommandanten davon überzeugen, Seppl Frey fallen zu lassen.
Quelle: http://www.dok-barth.de/vvn/land_mv/barth/pdf/oz_04_05_2005.pdf

Vielleicht ist das der Kerl @tuctuctuc ?
Wobei ich denke, dass es im Artikel erwähnt worden wäre, wenn Frey abgetaucht wäre, oder?

Wie man dem Artikel entnehmen kann haben sich in dieser Gegend, wie bundesweit, viele Menschen suizidiert. Wobei ich an einen Suizid nicht glauben mag. Er ist rund 700 km von Königsberg nach Ahrenshoop mit dem Fahrrad, bei bitterer Kälte, durch Schnee und Eis gefahren (googlemaps gibt die Fußstrecke inklusive Fähren, entlang der Küste mit 629 km an und ich gehe davon aus, dass der Fährverkehr, das Verkehrsnetz und andere Unwägbarkeiten die Reisestrecke verlängert haben). Er war tags zuvor auf Lebensmittelsuche und er hatte wieder eine Kunstklasse. Er scheint ein guter Lehrer gewesen zu sein. Viele seiner ehemaligen Schüler und Studenten waren später erfolgreich.

Da geht man nicht in Wald um sich zu töten. Wobei man niemanden in den Kopf schauen kann. Ich, als ein in Friedenszeiten aufgewachsener Mensch, kann das Elend des Krieges und der Nachkriegszeit nur schwerlich fassen.

Anbei noch ein Artikel zum Thema Nachkriegssuizide allgemein. Er ist nicht ortsbezogen, aber im zeitgeschichtlichen Zusammenhang interessant.

https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article138284300/Als-die-Selbstmord-Epidemie-Deutschland-heimsuchte.htm...

edit: Link zu den Wetterdaten bearbeitet


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tuctuctuc
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01.10.2016 um 19:41
Wikipedia: Franz_Mueller-Darß

Das muss der Nazi gewesen sein. Hat sich wochenlang im Bunker da vor den Roten versteckt.


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02.10.2016 um 20:42
Keine Ahnung was du Tante Google ins Ohr geflüsterst hast, aber es war wohl ein Volltreffer @tuctuctuc . Krasse Story. Danke dir. Ob sich aus den Wochen allerdings Monate stricken lassen?
Hab leider bisher keine genaue Terminierung für seine Ankunft in Hamburg finden können. In seinem Buch könnten genauere Angaben stehen, aber das werde ich mir wohl nicht zulegen.

Hab noch ein wenig nach der Familie geschaut. Er hat 1921 geheiratet und seine Frau ist 1967 verstorben. Aus der Ehe gingen 3 Kinder hervor. 2 Mädchen und ein Junge, Adrian (geb. 1923), der allerdings im Krieg geblieben ist. Wann genau konnte ich nicht in Erfahrung bringen (vielleicht Auslöser für eine Verzweifelungstat?). Seine Tochter Barbara 1922 geboren, starb 2010. Sie war als Buchbinderin in Hamburg tätig. Das Nesthäkchen Cornelia wurde 1927 geboren. Sie ging wohl 1941 in die Hufen-Oberschule für Mädchen in Königsberg. Das geht zumindest aus einer Suchanzeige aus dem Jahre 1988 hervor, die ebenfalls online einsehbar ist. In einem Stellengesuch aus dem Jahre 1952 suchte die junge Innenarchitektin names Cornelia Partikel, nach einer Anstellung in die Schweiz. Die junge Dame war damals wohnhaft in Wiesbaden.

Falls ihr Quellen zu diesen Informationen wünscht, so reiche ich diese gern nach.

Jetzt hab ich aber genug gewühlt. Auch wenn er durch seine Kunst eine öffentliche Person ist und alle Informationen aus dem Netz sind, hab ich inzwischen leichte Skrupel, da ich kein Familienmitglied bin.

Danke für die wundervollen Bilder Herr Partikel und Respekt vor ihrer Lehrtätigkeit.

Danke an @Ambrosius2000 für die Erstellung dieses Threads. Das hat meinen kulturellen Horizont wieder ein wenig erweitert.


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