Zitat von saLamander32saLamander32 schrieb:Der Vollständigkeit wegen zur Frage ob Manfred D. Büroleiter war..
Der Begriff ist keine Dienstbezeichnung, es ist also nicht fest definiert, was die Aufgaben eines Büroleiters sind. In einem Ministerium ist der Büroleiter des Ministers tatsächlich der Vorgesetze aller Mitarbeiter im Ministerbüro, inklusive persönlicher Referenten und Sekretäre. Er ist im höheren Dienst, oft Ministerialrat, und es ist ein besonderes Vertrauensverhältnis zur Hausleitung notwendig. Er beschäftigt sich vorrangig mit inhaltlichen oder organisatorischen Fragen und hat karrieremäßig noch was vor.

So war der spätere BND-Präsident Bruno Kahl zuvor Büroleiter von Wolfgang Schäuble im BMI.

In einer beliebigen Organisationseinheit ist Büroleiter dagegen oft sowas wie der Leiter der (Schreib-)Kräfte im mittleren Dienst, also der Büroorganisation im engeren Sinne (Briefe schreiben und versenden, Einladungen und Termine managen). Das sind meist Mitarbeiter im gehobenen Dienst (Oberamtsrat z.B.), die diese Position unabhängig von Wechseln an der Spitze wahrnehmen.

D. scheint also zur zweiten Kategorie gehört haben. Auch wenn er nur Akten und Schreiben verwaltet hat, hatte er natürlich Zugriff auf vieles von dem, was den Präsidenten erreicht oder verlassen hat. Und er ist natürlich nicht so herausgehoben, also unauffällig, zumal er mit inhaltlichen Dingen nicht befasst war.
Zitat von FoBiFoBi schrieb:Ich markiere den mir wichtigen Punkt hier bewusst fett rot:
Jennen hat ausführlich zum Fall Wirecard und zu Verflechtungen zwischen Russland und der deutschen Wirtschaft recherchiert – und ist dabei auch auf Hannings Wirken gestoßen. Im konkreten Fall wird spekuliert, dass Informationen nach Aserbaidschan oder China geflossen sein können, Belege gibt es bislang nicht. Hanning habe sich in jedem Fall schon kurz nach seinem Ruhestand als Berater selbstständig gemacht, sagt Jennen, mit „Hanning Consult“ und – wie auch Ex-Verfassungsschützer und LKA-Beamte – als Berater bei der Agentur „Prevent“: „Hanning und Agentur fungierten damals nach meiner Einschätzung quasi als verlängerter Arm des BNDs im Privatsektor“, meint die Autorin. Gerade Hanning sei „sehr umtriebig“ gewesen. Und die Tätigkeiten der Sicherheitsberatungen seien insgesamt „völlig intransparent“. Jennen spricht von einem möglichen „Pullach-Netz“ aus Ex-BND-Leuten.
Quelle: https://www.merkur.de/politik/eigenleben-entwickelt-bis-russland-was-der-fall-hanning-ueber-ein-deutsches-geheimdienst-problem-verraet-zr-94539713.html

Ob Hanning tatsächlich als "verlängerter Arm des BND" Handlungsreisender war, ist bislang nur Spekulation.

Ich hielt das durchaus für möglich, Hanning als Bote, Informant und V-Mann. Und 2015, als er als BND-Präsident a.D. Sicherheitsbedenken wegen der hohen Flüchtlingszahlen geltend machte, galt es als ausgemacht, dass er für den amtierenden BND-Präsidenten Schindler sprach, der sich stärker zurückhalten musste (da dem Bundeskanzleramt unterstehend).

Dann hätte aber den BND keine so große Motivation haben dürfen, die Weitergabe der Dokumente an den GBA abzugeben. Sondern die Sache unter den Teppich zu kehren. Das spricht also schon dafür, dass Hanning das auf eigene Rechnung machte.