Origines schrieb:Die Dienste der NATO und der "Five-Eyes" sind aufeinander angewiesen. Jeder Nachrichtendienst (ND) hat die besten Zugänge im eigenen Land (so der BND auf die Internetknotenpunkte nach dem BND-Gesetz) und oft traditionell gute Kontakte. Die NSA kann in Deutschland keine strategische Fernmeldeaufklärung durchführen, da sind sie auf die deutschen Zugänge angewiesen.
Ich bin beeindruckt, wie tief Deine Einblicke in die Aufklärungsfähigkeiten der NSA und die Zusammenarbeit zwischen BND und NSA
nicht sind.
Ich frage da jetzt nicht einmal nach Deinen Quellen, denn es ist ersichtlich falsch, siehe:
Wikipedia: Globale Überwachungs- und SpionageaffäreDie aktuelle Problematik bzgl. der Zusammenarbeit wg. Trump / Ukraine ist jedenfalls deutlich belegt,
wie auch das Interesse des BND an mehr Kompetenzen.
Nur ein Artikel von vielen als Beispiel:
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/eklat-in-washington-kappt-trump-die-geheimdienst-kooperation-mit-europa/100110938.html
Origines schrieb:
FoBi schrieb am 30.10.2026:Du meinst, die DW sei Sprachrohr der deutschen Regierung?
Ich meine, der Satz war missverständlich formuliert. Er war so gemeint, dass die DW (unabhängig) über die Informationen der Bundesregierung berichtet, weil von dort in Sachen Hanning die Informationen kommen (BND, GBA).
Die Frage war nicht an Dich gerichtet, und ich denke auch nicht, dass er so gemeint war, wie Du ihn uminterpretierst, das wäre ja auch Unsinn, denn von der Bundesregierung kommen ganz sicher keine Informationen in Sachen Hanning. Die können nur (via diverser Medien) von den Ermittlern des GBA bzw. ggf. der Verteidigung, allenfalls von Whistleblowern kommen.
Füchschen schrieb:. 2019 stand Hanning ganz fest zu Russland. Und deshalb kam es zu dieser unsäglichen Steinmeier-Formel*. Russland durfte ungehindert weitermachen im Donbass, die Ukraine musste stillhalten.
Nichts in dem Beitrag ist neu oder geheimnisvoll.
Der Beitrag sagt auch
nicht "2019 stand Hanning ganz fest zu Russland".
Und
schon gar nicht sagt er "Und
deshalb kam es zu dieser unsäglichen Steinmeier-Formel".
Auch hier: Viel Wind um nichts: Was er dort offiziell tat, war damals offizielle Regierungspolitik, bis hin zu Nordstream 2.
Gerade das Beispiel Wirecard in dem Beitrag (siehe auch in meinem Beitrag hier, unten) ist übrigens ein gutes Beispiel dafür, dass die "Ex" mutmaßlich ganz im Sinne ihrer früheren Arbeitgeber weitermachten (und sich dafür natürlich entsprechend Gewinne versprachen/einsteckten):
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/milliarden-pleite-wirecard-hatte-mehr-geheimdienst-verbindungen-als-bisher-bekannt/26245260.htmlhttps://www.profil.at/dasfruehstueck/jan-marsaleks-geheime-kontakte-zum-deutschen-nachrichtendienst-bnd-cia/403119795Auch dass diverse - gar "verfeindete" - Geheimdienste immer wieder bewusst in manchen Dingen gemeinsame Sache machen, ist lange bekannt. Nicht nur bei gemeinsamen politischen Zielen der jeweiligen Staaten: Informelle Kanäle, die auch bei diplomatischem Eiszeitklima offen bleiben, sind viel wichtiger, als viele denken.
Strukturell bedingt, also das Wesen von Geheimdiensten betreffend, findet aber auch auf bestimmten Ebenen und an bestimmten Punkten viel mehr gemeinsame Arbeit statt, als politisch möglicherweise erwünscht ist, z.B. die Eigenfinanzierung.
Ich wiederhole daher meine frühere diesbezügliche Leseempfehlung:
FoBi schrieb am 15.10.2026:Ich empfehle insbesondere und trotz aller berechtigten Kritik bezüglich mancher Details das überwiegend gut recherchierte Buch "Im Namen des Staates" von Andreas von Bülow, ehemaliger Bundestagsabgeordneter, Angehöriger der Parlamentarischen Kontrollkommission, zeitweiliger Parlamentarischer Staatssekretär und Bundesminister
(aus seiner Zeit bevor er wegen 9/11 völlig abdrallerte).
Und nein, gerade
darum wird man das hier sinnvollerweise
nicht tun:
two-cents schrieb:Deshalb müsste es grundsätzlich verboten werden, dass Ex-Geheimnisträger im Nachhinein weiterhin vertrauten Umgang mit bisherigen geopolitischen Schnittstellen pflegen, mit unterschiedlichen politischen Lagern/Ländern kooperieren und/oder dass sie als Unternehmensberater ihr Know-how in der Finanzbranche zu nutzen versuchen.
Ich markiere den mir wichtigen Punkt hier bewusst fett rot:
Jennen hat ausführlich zum Fall Wirecard und zu Verflechtungen zwischen Russland und der deutschen Wirtschaft recherchiert – und ist dabei auch auf Hannings Wirken gestoßen. Im konkreten Fall wird spekuliert, dass Informationen nach Aserbaidschan oder China geflossen sein können, Belege gibt es bislang nicht. Hanning habe sich in jedem Fall schon kurz nach seinem Ruhestand als Berater selbstständig gemacht, sagt Jennen, mit „Hanning Consult“ und – wie auch Ex-Verfassungsschützer und LKA-Beamte – als Berater bei der Agentur „Prevent“: „Hanning und Agentur fungierten damals nach meiner Einschätzung quasi als verlängerter Arm des BNDs im Privatsektor“, meint die Autorin. Gerade Hanning sei „sehr umtriebig“ gewesen. Und die Tätigkeiten der Sicherheitsberatungen seien insgesamt „völlig intransparent“. Jennen spricht von einem möglichen „Pullach-Netz“ aus Ex-BND-Leuten.
Quelle:
https://www.merkur.de/politik/eigenleben-entwickelt-bis-russland-was-der-fall-hanning-ueber-ein-deutsches-geheimdienst-problem-verraet-zr-94539713.html