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Literatur Sammelthread anfang 20. Jahrhundert und früher

Literatur Sammelthread anfang 20. Jahrhundert und früher

29.07.2013 um 16:47
Hier möchte ich nen Sammelthread eröffnen, der sich mit der Litheratur des 18. 19. und beginnenden 20 Jahrhunderts eröffnen, eben allem was man heute als Klassische Litheratur ansieht.

Hier kommen Buchempfehlungen rein, suche nach anderen Büchern aus dieser Zeit, Buchbesprechungen und allgemeine Diskussionen zu diesem Thema. Auch kann über das Leben der Autoren diskutier werden. ich hoffe ihr habt freude daran.

Ich fange mal an.

Ich stelle euch heute von Edgar Allan Poe die Geschichte "Wiliam Wilson" vor:
Es ist eine für die Romantische Literatur typische Doppelgängergeschichte. Es geht um die Lebensgeschichte des Protagonisten der sich Wiliam Wilson nennt. Er besucht eine Shcule und trifft dort zum ersten mal auf seinen Doppelgänger. Dieser hängt sich an den protagonisten und stört ihn in allen seinen vorhaben. Schon zu dieser Zeit wollte der Protagonist seinen Rivalen umbringen. Später trifft er ihn wieder, als er einen Reichen Gecken beim Kartenspiel ausnimmt und fast in den Bakerott getrieben hat und deckt den betrug auf. Es werden noch einige weitere begegnungen erwähnt bis sie sich zum schluss am Venezianischen Karnevall treffen, wo die geschichte endet.
Wie sie endet?
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Literatur Sammelthread anfang 20. Jahrhundert und früher

29.07.2013 um 23:01
@blutfeder

Fällt mir im Hieb Melville ein.. Moby Dick.
Aber die Lektüre die ich lese.. ist meist wesentlich aktueller. :D


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Literatur Sammelthread anfang 20. Jahrhundert und früher

30.07.2013 um 15:05
@blutfeder

Nun denn.
Ich befürchte ich dehne den Zeitrahmen damit etwas, aber ich möchte die Gelegenheit nutzen, ein paar Worte über Wolfgang Borchert zu verlieren.

Ein gebeutelter Mann. Krüppeljunge. Früh verstorben. Keine Gedanken als an den Krieg.
Schlimm, dass die Esse dieser unsagbar unmenschlichen Kombination von Faktoren einen der größten deutschen Autoren schmiedete. Jedoch gut für die Nachwelt.

Was für ein Vermächtnis hätte er uns hinterlassen können, wenn er mehr Zeit gehabt hätte !?

Hier "Das Brot", eigentlich jedem bekannt ... die perfekte Kurzgeschichte. Belehrend, weise, melancholisch, jedem zugänglich & auf etliche Situationen projizierbar.

Ich werde keine Worte der Beeinflussung bezüglich der Metaphorik & Bedeutung verlieren ... wer meine Interpretation wünscht, kann fragen, ansonsten möchte ich da durch meine Meinung keine Schranken erzeugen.



Das Brot



Plötzlich wachte sie auf. Es war halb drei. Sie überlegte, warum sie aufgewacht war. Ach so! In der Küche hatte jemand gegen einen Stuhl gestoßen. Sie horchte nach der Küche. Es war still. Es war zu still, und als sie mit der Hand über das Bett neben sich fuhr, fand sie es leer. Das war es, was es so besonders still gemacht hatte; sein Atem fehlte. Sie stand auf und tappte durch die dunkle Wohnung zur Küche. In der Küche trafen sie sich. Die Uhr war halb drei. sie sah etwas Weißes am Küchenschrank stehen. Sie machte Licht. Sie standen sich im Hemd gegenüber. Nachts. Um halb drei. In der Küche. Auf dem Küchentisch stand der Brotteller. Sie sah, dass er sich Brot abgeschnitten hatte. Das Messer lag noch neben dem Teller. und auf der Decke lagen Brotkrümel. Wenn sie abends zu Bett gingen, machte sie immer das Tischtuch sau-ber. Jeden Abend. Aber nun lagen Krümel auf dem Tuch. Und das Messer lag da. Sie fühlte, wie die Kälte der Fliesen langsam an ihr hoch kroch. Und sie sah von dem Teller weg. "Ich dachte, hier wäre was", sagte er und sah in der Küche umher.

"Ich habe auch was gehört", antwortete sie, und dabei fand sie, dass er nachts im Hemd doch schon recht alt aussah. So alt wie er war. Dreiundsechzig. Tagsüber sah er manchmal jünger aus. Sie sieht doch schon alt aus, dachte er, im Hemd sieht sie doch ziemlich alt aus. Aber das liegt vielleicht an den Haaren. Bei den Frauen liegt das nachts immer an den Haaren. Die machen dann auf einmal so alt. "Du hättest Schuhe anziehen sollen. So barfuß auf den kalten Fließen. Du erkältest dich noch." Sie sah ihn nicht an, weil sie nicht ertragen konnte, dass er log. Dass er log, nachdem sie neunundreißig Jahre verheiratet waren - "Ich dachte, hier wäre was", sagte er noch einmal und sah wieder so sinnlos von einer Ecke in die andere, "ich hörte hier was. Da dachte ich, hier wäre was." "Ich hab auch was gehört. Aber es war wohl nichts." Sie stellte den Teller vom Tisch und schnippte die Krümel von der Decke. "Nein, es war wohl nichts", echote er unsicher.

Sie kam ihm zu Hilfe: "Komm man. Das war wohl draußen. Komm man zu Bett. Du erkältest dich noch. Auf den kalten Fliesen."
Er sah zum Fenster hin. "Ja, das muss wohl draußen gewesen sein. Ich dachte, es wäre hier."
Sie hob die Hand zum Lichtschalter. Ich muss das Licht jetzt ausmachen, sonst muss ich nach dem Teller sehen, dachte sie. Ich darf doch nicht nach dem Teller sehen. "Komm man", sagte sie und machte das Licht aus, "das war wohl draußen. Die Dachrinne schlägt immer bei Wind gegen die Wand. Es war sicher die Dachrinne. Bei Wind klappert sie immer." Sie tappten sich beide über den dunklen Korridor zum Schlafzimmer. Ihre nackten Füße platschten auf den Fußboden. "Wind ist ja", meinte er. "Wind war schon die ganze Nacht." Als sie im Bett lagen, sagte sie: "Ja, Wind war schon die ganze Nacht. Es war wohl die Dachrinne."
"Ja, ich dachte, es wäre in der Küche. Es war wohl die Dachrinne." Er sagte das, als ob er schon halb im Schlaf wäre. Aber sie merkte, wie unecht seine Stimme klang, wenn er log. "Es ist kalt", sagte sie und gähnte leise, "ich krieche unter die Decke. Gute Nacht." "Nacht", antwortete er noch: "ja, kalt ist es schon ganz schön."
Dann war es still.

Nach vielen Minuten hörte sie, dass er leise und vorsichtig kaute. Sie atmete absichtlich tief und gleichmäßig, damit er nicht merken sollte, dass sie noch wach war. Aber sein Kauen war so regelmäßig, dass sie davon langsam einschlief. Als er am nächsten Abend nach Hause kam, schob sie ihm vier Scheiben Brot hin. Sonst hatte er immer nur drei essen können.
"Du kannst ruhig vier essen", sagte sie und ging von der Lampe weg. "Ich kann dieses Brot nicht so recht vertragen. Iss doch man eine mehr. Ich vertrage es nicht so gut." Sie sah, wie er sich tief über den Teller beugte.
Er sah nicht auf. In diesem Augenblick tat er ihr leid.
"Du kannst doch nicht nur zwei Scheiben essen", sagte er auf seinem Teller.
"Doch, abends vertrag ich das Brot nicht gut. Iss man. Iss man."
Erst nach einer Weile setzte sie sich unter die Lampe an den Tisch.


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30.07.2013 um 22:01
@kbvor4
nicht schlecht die geschichte aber es passt nicht so recht in den stil dessen was ich hier besprechen will


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31.07.2013 um 09:06
@blutfeder

Diese Befürchtung habe ich eingangs bereits geäußert, weil Borchert wohl eher schon der Moderne zuzuordnen ist.


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31.07.2013 um 09:14
@blutfeder

Dann dieses schöne Werk hier von Gerhart Hauptmann:

Bahnwärter Thiel

Eine naturalistische Studie in Form einer Novelle aus dem Jahre 1888.

http://gutenberg.spiegel.de/buch/3021/1

Das passt definitiv hier 'rein. :D


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03.08.2013 um 19:22
"Melmoth der Wanderer" von Charles Robert Maturin, dem Großonkel von Oscar Wilde (zu einem Zeitpunkt gab sich Oscar Wilde auch den Namen Sebastian Melmoth), ist ein 1820 erschienener Schauerroman in dem es um einen Mann (Melmoth) geht, der einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat um 150 Jahre durch die Welt zu irren um auf eigenen Wunsch Wissen anzusammeln. Doch, sollte Melmoth eine Ersatz Seele finden, die er dem Teufel statt seiner geben kann, wird er vor der Verdammung bewahrt. Nun, und um mehr oder weniger geht's dann im Buch.


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03.08.2013 um 21:46
@Sesceto

Interessanter Tipp.
Habe mir gleich mal die englische Originalfassung auf mein Kindle gezogen.
Bin wirklich mal gespannt.

@kbvor4

Eine interessante Kurzgeschichte.
Viel Inhalt. Werde mir den Autoren näher ansehen.


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04.08.2013 um 19:30
@Sesceto
das steht auch auf meiner liste


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05.08.2013 um 17:15
@Sesceto
was ne ähnliche thematik hat, ist die Elixiere des Teufels von ernst theodort amadeus Hoffmann, oder Peter schliemel von adalbert chamisso


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05.08.2013 um 18:04
@blutfeder
Ich erinnere mich die Elixiere des Teufels auch gelesen zu haben, Peter schliemel allerdings nicht, vielleicht komm Ich eines Tages noch dazu.

Wie dem auch sei, dann nutze Ich die Gelegenheit nun um noch ein Buch vorzustellen - "Tief Unten" von Joris-Karl Huysmans. Der 1891 erschienene Roman handelt von dem "Schriftsteller Durtal, der an einer Studie über den berüchtigten Gilles de Rais arbeitet. Er ist vom Satanismus in all seinen Erscheinungsformen fasziniert, befasst sich auch mit Astrologie, Alchimie und andern Geheimwissenschaften und gerät - haltlos und innerlich zerrissen - immer tiefer in die Abgründe gesellschaftlichen Lebens."


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06.08.2013 um 09:20
@mchomer

Die von Hauptmann ?


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12.08.2013 um 01:19
kbvor4 schrieb am 30.07.2013:Ich befürchte ich dehne den Zeitrahmen damit etwas, aber ich möchte die Gelegenheit nutzen, ein paar Worte über Wolfgang Borchert zu verlieren.

Ein gebeutelter Mann. Krüppeljunge. Früh verstorben. Keine Gedanken als an den Krieg.
Schlimm, dass die Esse dieser unsagbar unmenschlichen Kombination von Faktoren einen der größten deutschen Autoren schmiedete. Jedoch gut für die Nachwelt.

Was für ein Vermächtnis hätte er uns hinterlassen können, wenn er mehr Zeit gehabt hätte !?
Ja, den finde ich auch definitiv erwähnenswert, selbst wenn er am Rande des Zeitbereichs liegt... aber damit kann man ja auch den Übergang von einer zur nächsten Ära begutachten... Es gibt auf http://wolfgangborchert.org/ noch einige Infos über den Autor. Viel Spaß beim Lesen :)


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12.08.2013 um 08:31
@FoxyPetra

Richtig :D
Danke für die Seite.


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13.08.2013 um 12:55
KAFKA

Es gibt bereits etliche Diskussionen mit ellenlangen Lobpreisungen seiner Person, aber er sollte trotz dessen nicht unerwähnt bleiben.

Kein (!) zweiter hat die hiesige Literaturwelt so einschneidend verändert.

Nachdem ich "Der Nachbar" gelesen hatte, verliebte ich mich in seine Literatur.


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13.08.2013 um 13:07
@kbvor4
Ohje ich kann kafka nicht leiden, ok ja ihn hab ich nie kennengelernt aber seine literatur und die spricht mich nicht an es ist für mich sinnlos was er da zusammengeschrieben hat


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13.08.2013 um 13:22
@blutfeder

Ich weiß. ;)

Man muss ihn lieben oder hassen. Aber warum siehst du in seinen Werken keinen Sinn ?
DAS musst du mir erklären.


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11.11.2013 um 22:14
@blutfeder
ich hab mir letztens die Gesamt Ausgabe der Kurzgeschcihten von Poe gekauft und von KAfka

muss ichg beides noch lesen :D


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11.11.2013 um 22:24
da ich wegen meiner antihaltung zu kafka schon genug auf die fresse bekommen habe sag ich nix zu ihm
poe-gute sache viel spass damit


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11.11.2013 um 22:27
@blutfeder
was hast du gegen Kafka?


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