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Mehmet - Einzelfall oder Prototyp?

163 Beiträge, Schlüsselwörter: Mehmet, Muhlis Ari

Mehmet - Einzelfall oder Prototyp?

05.07.2014 um 16:26
@Pika

Das sehe ich anders.

Deutschland und seine Bewohner/innen leben in Frieden, leben größtenteils in Wohlstand und sind größtenteils aufgeklärt und gebildet. Das macht sie aber auch gemütlicher und nachsichtiger. Natürlich kennt man in Deutschland "Gewalt", auch "Armut" und ähnliches.

Aber an dem Beispiel von Mehmet sieht man einfach eine deutsche Wissenskluft. Die Begriffe "Gewalt" oder "Armut" aus Sicht von Menschen aus der Türkei oder dem Nahen Osten etc. kann der gewöhnliche Deutsche nicht nachvollziehen.

In Deutschland spricht man schon von "Polizeigewalt", wenn der Polizist dich leicht am Arm berührt. Was ist dann "Polizeigewalt" in der Türkei? Erst die staatlich legitimierte Folterei beim Verhör oder im Vorfeld schon die massive Gewalt wie man bei den Gezi Protesten sehen konnte?

Es ist auf jeden Fall lehrreich, dass wenn man in Deutschland bereits all seine Disziplinierungsmöglichkeiten ausgeschöpft hat, wenigstens die eventuell heilsame Schockerfahrung Heimatland als ultima ratio als Disziplinierung durchsetzen kann. In der Türkei traut sich Mehmet kaum, Faxen zu machen. Kannst du Amnesty International nachlesen, die türkischen Behörden reagieren auf zivilen Ungehorsam oder Widerstand, Respektlosigkeiten verschnupft bis aggressiv.

Wenn er nach Deutschland zurück kommt, dann wird er auch nicht mehr in die Türkei zurück wollen.

Ähnliches Beispiel: Wenn die AbouChaka in Berlin von der Berliner Behörde gesagt bekommen würden, sie werden in die palästinensichen Autonomiegebiete abgeschoben, omg. Was meinst du wie schnell die anfangen zu pinsen. In den PA droht ihnen Gewalt/Folter etc., wenn sie dort nicht spuren, aber in Deutschland eben nicht. Das ist nicht zu begrüßen, sicher. Aber wenigstens die Androhung ist ultima ratio zur bisher gescheiterten Disziplinierung solcher Leute.


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Mehmet - Einzelfall oder Prototyp?

05.07.2014 um 17:24
@Vernazza2013
Vernazza2013 schrieb:Sein Mandant wisse zwar, „dass er gute Karten in einer Berufung hat“. Trotzdem sei Ari beunruhigt: „Er hat nicht immer gute Erfahrungen mit der Justiz gemacht.“ Auch mit der deutschen kam er immer wieder in den Konflikt.
Nette Formulierung des Anwalts.

Und was daraus, ungesagt, hervorklingt:,,Das war doch nun wirklich nicht die Schuld von Herrn Ari, sondern von der gemeinen, drakonischen, deutschen Justiz, manipuliert durch alte, konservative Politiker aus Bayern, die unbedingt einen bösen Ausländer zur Sau machen wollten...".

Aber sowas muss man wohl als Anwalt sagen, egal, was der Mandant gemacht hat und wie eindeutig ein Fall liegt. Auf Seiten des Mandanten bis ins Lächerliche.


@Pika
Pika schrieb:Was ist das denn bitte für eine "Strafe" wenn er abgeschoben wird. Dort ist er dann wohl auch weiterhin auf freien Fuß (wie im Moment auch) und hat nichts davon gelernt.
Und eine Abschreckung ist das auch nicht. Bisschen Scheiße bauen und man darf sein Heimatland besuchen. Und wenn man die Jahre (auf freien Fuß!) abgesessen hat darf man wieder in das tolle Deutschland zurückkehren und den gleichen Unsinn anstellen wie vorher auch. Was passiert? Genau das gleiche Spiel, ne? ;)
Naja ganz so ist das nicht :D

Solange der Haftbefehl und das Urteil bestehen und die Strafe noch nicht abgesessen ist, kann man jederzeit wieder im Bau landen.

Das ist ja auch der Grund, warum der gute Muhlis Ari nicht nach Deutschland kann/will, dann würde für ihn der nächste Weg nämlich schnurstraks ins Gefängnis führen.

Er hat nur hier bisher nicht die letzte, verhängte Strafe abgesessen, weil er sich vorher in die Türkei verzogen hat und diese einen türkischen Staatsbürger nicht ausliefert.


Letzteres ist für mich übrigens ein Argument GEGEN die ,,doppelte Staatsbürgerschaft" - unter Umständen kann man in Deutschland ein Verbrechen begehen und sich dann ganz einfach in das Land absetzen, von dem man ebenfalls die Staatsbürgerschaft hält und dort sicher leben, wenn dieses Land kein Auslieferungsabkommen mit Deutschland hat.


@kofi

Da hast du Recht.

Nicht umsonst hört man ja immer wieder, grade von Jugendlichen und jungen Erwachsenen:,,In meinem Heimatland würde ich mich ja nie so benehmen, aber hier in Deutschland, da passiert dir ja nichts, kannst alles machen."


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Mehmet - Einzelfall oder Prototyp?

05.07.2014 um 17:32
@Pika
Pika schrieb:Meiner Meinung sollte man niemanden wegen kriminellen Taten abschieben. Die haben alle das selbe recht im Bau zu versauern wie alle anderen auch.
Und das zahlt dann der deutsche Steuerzahler?

Ansonsten @Kc :
What you said...


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Mehmet - Einzelfall oder Prototyp?

05.07.2014 um 17:46
@kofi
kofi schrieb:Deutschland und seine Bewohner/innen leben in Frieden, leben größtenteils in Wohlstand und sind größtenteils aufgeklärt und gebildet.
Hm? Im Vergleich zu anderen Ländern vielleicht. Aber dieser Megmet z.B. kennt nur Deutschland. Er kennt nur die deutsche Armut. Und nicht jeder hier hat soviel Wohlstand wie du wohl meinst. Ich glaube kaum, dass Mehmet aus Laune heraus geklaut hat, sondern eher weil er den gleichen Luxus wollte, denn die anderen haben.
kofi schrieb: Die Begriffe "Gewalt" oder "Armut" aus Sicht von Menschen aus der Türkei oder dem Nahen Osten etc. kann der gewöhnliche Deutsche nicht nachvollziehen.
Das stimmt. In dieser Hinsicht haben wir einfach mal mehr Glück, dass unsere Staatsgewalt zivilisierter ist. Wenn es überhaupt das richtige Wort darstellt. Aber auch hier wie oben auch. Wir kennen es nicht anders und selbst in Türkei sehe ich es nicht gerechtfertigt, Polizeigewalt in solchen Maßen anzuwenden. Wir haben auch die Menschenrechte sowie die Grundrechte..und dann sollten wir auch uns von Ländern wie Türkei abheben.

Das ist genau wie mit dem Kopftuch und der Religionsfreiheit. Wenn wir schon behaupten, dann sollten wir sie auch so anziehen lassen wie sie wollen. Meine Meinung.
kofi schrieb: die eventuell heilsame Schockerfahrung Heimatland als ultima ratio als Disziplinierung durchsetzen kann. In der Türkei traut sich Mehmet kaum, Faxen zu machen.
Das kann ich mir auch vorstellen, dass er sich dort besser benehmen wird als hier. In meinem Heimatland sind die Polizisten auch viel grober und erlauben sich viel mehr. Jemand wie Mehmet wäre dort schon zwei diebische Hände kürzer.

Diese Schockerfahrung sollte aber nicht so lange andauern finde ich.
kofi schrieb:Wenn die AbouChaka in Berlin von der Berliner Behörde gesagt bekommen würden, sie werden in die palästinensichen Autonomiegebiete abgeschoben, omg. Was meinst du wie schnell die anfangen zu pinsen
Und wieso macht man das dann nicht? :D
So wie ich beiläufig mitbekommen habe sind sie ja ein großer Dorn im Auge mit vielen Relikten..


@Kc
Kc schrieb:Solange der Haftbefehl und das Urteil bestehen und die Strafe noch nicht abgesessen ist, kann man jederzeit wieder im Bau landen.
Jo, das habe ich gelesen und "berücksichtigt" als ich den Beitrag schrieb. Das stand doch auch im Eingangspost. Also diese Verjährungsfrist die wohl ab 2016 vorbei ist und er somit wieder strafrei ist. Deswegen kommt er ja nicht zurück. :D

@safra
safra schrieb:Und das zahlt dann der deutsche Steuerzahler?
Jup. Wenn wir schon Ausländer nach Deutschland kommen lassen, müssen wir auch dafür grade stehen, wenn sie irgendeinen Mist machen.


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Mehmet - Einzelfall oder Prototyp?

05.07.2014 um 18:03
@Kc

Meine Familie hat einen Algerier im Bekanntenkreis, der schon seit etwa 20 Jahren in Deutschland lebt. Als er jung in Deutschland angekommen ist, bei ihm auch dasselbe Spielchen, erinnert sich meine Mutter heute. Er ist hart sozialisiert worden durch Armut, durch Folter (weil er gegen die Regierung war) und sonstige Lebensumstände. Die Folter sieht man auch seinem Gesicht und seinem Bauch an, fette Narben.

Das erste Jahrzehnt Deutschland, in diesem friedlichen und wohlhabenden Land, war für ihn quasi das schlimmste. Irgendwann hat er so aufgedreht, dass die deutschen Behörden ihn nach Algerien abgeschoben haben. Aber er kam wieder zurück, und soweit ich weiß hat ihn die Erfahrung auch wieder geprägt. Er ist danach ruhiger geworden, hat im zweiten Jahrzehnt sich an das Leben in Deutschland allmählich gewöhnt und hat mittlerweile Frau und Kinder. Daneben hat er heute seinen eigenen Laden, und wie ich mitbekomme, lebt er sein Leben in Ruhe.

Aber interessanterweise gibt es diese Phänomene selbst für westliche Migrantengruppen. Amerikanische Besatzungssoldaten hatten ja auch oft durch ihre Mentalitätsunterschiede Schwierigkeiten in Deutschland, hab ich erzählt bekommen. Los Angeles oder New York ist halt auch was anderes als Schwäbisch Hall oder Köln.

Und wenn man rüber nach Frankreich und Großbritannien schaut, dann kennen die ja ähnliche Phänomene.
Pika schrieb:Hm? Im Vergleich zu anderen Ländern vielleicht. Aber dieser Megmet z.B. kennt nur Deutschland. Er kennt nur die deutsche Armut. Und nicht jeder hier hat soviel Wohlstand wie du wohl meinst. Ich glaube kaum, dass Mehmet aus Laune heraus geklaut hat, sondern eher weil er den gleichen Luxus wollte, denn die anderen haben.
Also hier in der Siedlung, wo sehr viele türkischstämmige Mitbürger/innen wohnen, sind die türkischen Leute mehr unter sich. Selten laufen hier deutsche Leute rum, die die Bewohner und ihre Kinder besuchen, selbst deutsche Kinder besuchen die türkischen Kinder nicht. Was wahrscheinlich auch daran liegt, dass das Ausgrenzungsverhalten bei türkischen Leuten so immament hoch ist. Als Kind hab ich auch noch mit den Kindern gespielt, aber irgendwann haben die angefangen zu pöbeln und zu mobben, und dann wollte ich mit den nix mehr zu tun haben. Bis heute. Und man sieht immer wieder neue Kinderchen in der Siedlung spielen, auch nichttürkische, die aber recht schnell Krach kriegen und man sie nie wieder sieht oder beobachten kann, wie sie sich durchsetzen müssen, um mit den türkischen Leuten klar zu kommen. Ich seh zur Zeit einen etwa 12jährigen, der will immer mit den türkischen Kindern spielen und so. Und die haben ihn schon durch die ganze Siedlung gejagt, die türkischen Eltern maulen den an, aber er setzt sich durch. Spielt da immernoch im Hof rum. Haha.

Was ich sagen will: "Kennt kein anderes Land als Deutschland", aber hat geistig durch und durch die Nationalität, die seine Eltern haben. Und sie haben letztendlich ihre Sozialisation in vielen Fällen auf das Kind übertragen. Die meisten sind im Geiste keine Deutsche, und können auch nichts mit Deutscher Sozialisation in Richtung "Wir haben uns alle lieb" anfangen. So zumindest die Erfahrung.

Diese Diebstahldelikte gehen ja auch einher mit einem allgemeinem Sozialverhalten, dass unfassbar ist. Leute wie Mehmet spucken einfach von Balkönen, treten im Vorbeigehen Menschen, mobben in der Schule massivst Mitschüler/innen, sind zu jeder Zeit gewaltbereit und sind einfach im Großen und Ganzen unfassbar respektlos. Solche Menschen find ich zum kotzen, ich kenn Mehmet nicht persönlich, aber aus meiner Siedlung, aus der Schule und meiner Heimatstadt kenne ich solche Leute. Uncool.
Pika schrieb:Und wieso macht man das dann nicht? :D
So wie ich beiläufig mitbekommen habe sind sie ja ein großer Dorn im Auge mit vielen Relikten..
Also in der deutschen Diskussion führt man das meistens auf "Ideologie" zurück, also "linksgrünversiffte Republik", wenn dir das was sagt. Aber wenn man die "linksgrünen" selber fragt, dann ist es meistens Angst und Unsicherheit, wie man mit solchen Themen umgehen soll.


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Mehmet - Einzelfall oder Prototyp?

05.07.2014 um 18:42
@Pika
@kofi
@pokpok


Kriminelle, die keinen deutschen Pass haben, gehören nach Feststellung der Schuld (durch ein Gericht) direkt abgeschoben ins Heimatland. Niemand zwingt sie, hier Straftaten zu begehen. Knastaufenthalte kosten den deutschen Steuerzahler viel Geld. Hinzu kommt, dass ein Teil von ihnen (siehe Mehmet) Gewohnheitsverbrecher (neudeutsch: Intensivtäter) sind, und eine Resozialisierung durch Strafe nicht zu erwarten ist.


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Mehmet - Einzelfall oder Prototyp?

05.07.2014 um 18:47
@KillingTime
KillingTime schrieb: Niemand zwingt sie, hier Straftaten zu begehen.
Sonst wird man gezwungen, Straftaten zu begehen? Nenene. Es sind die Umstände, die dazu führen dass jemand Straftaten begeht. Auch wenn man das nicht bei jeden Fall behaupten kann.


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Mehmet - Einzelfall oder Prototyp?

05.07.2014 um 18:50
@Pika

Natürlich sind es die Umstände. Es müssen die Umstände sein, schon aus rein formallogischen Gründen (Kausalität).


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Mehmet - Einzelfall oder Prototyp?

05.07.2014 um 18:54
@KillingTime

Ich bezieh deinen Post einfach mal auf solche Kontexte wie salafistische Aktivitäten, Menschenhandel, schwerer Raub oder ähnliches. Und nicht gerade auf Diebstahl oder Ruhestörung.

Zweitens ist noch zu klären, ob eventueller Sachschaden bereinigt werden kann oder Opfer hier im Inland es gerne sehen, wenn der Täter nicht zur Rechenschaft gezogen wird. Abschiebung und einfach frei im Heimatland herum laufen?

Kannst ja ein Amoklauf mit 30 Toten durchziehen, und wirst nur in ein anderes Land geschickt dafür. Und kannst sogar unberührt ganz woanders ein neues Leben anfangen.

Gefängnis + Abschiebung, wie kürzlich bei Ayhan Sürücü, klingt auch sinnvoll.

Der Junge hat seine Schwester Hatun (aus "Ehre") umgebracht und damit einem kleinen Jungen seine Mutter genommen. Er saß neun Jahre im Gefängnis und darf jetzt in der Türkei frei herumlaufen.


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Mehmet - Einzelfall oder Prototyp?

05.07.2014 um 19:01
@Pika

Das müsstest du aber ein wenig ausführen ;)

Dieser Spruch mit den ,,Gründen" wird nämlich schon seit Ewigkeiten von den höchst verständnisvollen, grünen Sozialpädagogen bemüht.

,,Aber der arme Junge ist doch nicht böse, der prügelt halt nur andere Kinder durch und klaut ihnen das Geld, weil er auch so gerne eine Playstation hätte...Das muss man doch verstehen!"


Man sollte es sich nicht so leicht machen und immer nur auf angeblich widrige Umstände verweisen.

Auch die Eigenverantwortung muss eine Rolle spielen.

Wie @KillingTime schon schrieb: Niemand zwingt die Leute, Straftaten zu begehen.

Dass sie selbst keine Playstation oder kein iPhone 5s haben oder der Vater sie nie zum Eisessen mitgenommen hat, darf keine Entschuldigung dafür sein, anderen Menschen Schaden zuzufügen.


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Mehmet - Einzelfall oder Prototyp?

05.07.2014 um 19:05
@kofi
Salafisten stellen eine besondere Bedrohung unserer FDGO dar, und der VS hat da ein genaues Auge drauf.

Bei Mord ist es in der Tat anders, hier sollte der Täter eingebuchtet werden, schon aus Sühnegründen. Aber Ladendiebe oder ähnliche Kriminelle einzuknasten, halte ich für übertrieben. Im Wiederholungsfall sollten sie das Land verlassen müssen.

Mir ist natürlich klar, dass es auch hier verfassungsrechtliche Bedenken gibt. Ist so jemand Asylant, dem in seinem Heimatland die Todesstrafe drohnt, zum Beispiel weil er Christ ist oder homosexuell, dann darf er nicht abgeschoben werden. Also behält man auch "normale" kriminelle Ausländer hier, um nicht ungleich zu behandeln


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Mehmet - Einzelfall oder Prototyp?

05.07.2014 um 19:06
@Kc
Kc schrieb:Das müsstest du aber ein wenig ausführen ;)
Pika schrieb:Es sind die Umstände, die dazu führen dass jemand Straftaten begeht. Auch wenn man das nicht bei jeden Fall behaupten kann.
Also bei deinem Beispiel kann ich es verstehen, dass er ihnen das Geld klaut, weil er auch eine Playsi haben möchte. Ich kenn das Gefühl, wenn alle was haben aber man selbst nicht. Sowas kann echt eklig sein. Besonders wenn man noch ein junges Kind ist und noch nicht in der Lage, zu begreifen dass man auch mit anderen Sachen profilieren kann.
Kc schrieb:Dass sie selbst keine Playstation oder kein iPhone 5s haben oder der Vater sie nie zum Eisessen mitgenommen hat, darf keine Entschuldigung dafür sein, anderen Menschen Schaden zuzufügen.
Der Grund des Verhaltens wird nie eine Entschuldigung sein. Auch nicht wenn es relativierend ist.

Muss aber auch zugeben, dass ich schon immer Schwierigkeiten hatte, mich richtig auszudrücken. :D Gewisse Straftaten haben eben einen Grund, warum man es tut. Diebstahl kann häufig durch Neid hervorgerufen werden.


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Mehmet - Einzelfall oder Prototyp?

05.07.2014 um 19:12
@Pika

Für das Verstehen von Straftaten ist es sinnvoll, nach dem ,,Warum" zu fragen.

Aber es ändert meiner Meinung nach nichts am grundsätzlichen Verhältnis: Auch, wenn jemand keine Playstation hat, darf er deshalb nicht losgehen und andere Kinder erpressen und berauben.

Was wäre denn das für eine Gesellschaft?

Ich hab auch keine Millionen auf dem Konto. Deshalb darf ich doch nicht jetzt zur Villa von irgendeinem Millionär fahren, den bedrohen und rausschmeißen und mich dann damit rechtfertigen:,,Ja ich wollte auch mal eine schöne, große Villa haben...".

Wenn diese Umstände (unter anderem) zu den Taten Mehmets geführt haben, okay, nett zu wissen.

Aber definitiv kein Grund, vor allem bei ständiger Wiederholung von Straftaten, ihn deshalb immer wieder milde zu behandeln.

Vielmehr hätte man ihm GERADE schon am Anfang seiner Karriere zeigen müssen:,,Sportsfreund, das geht so nicht!"
Aber nicht mit Tauchreisen und Streicheleinheiten :D


Ich bin für mehr Eigenverantwortung für begangene Taten.


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Mehmet - Einzelfall oder Prototyp?

05.07.2014 um 19:14
@Pika

Naja, in einem Laden zu klauen oder jemanden "unauffällig" oder "sanft" zu beklauen ist was anderes, als jemanden hart zu verletzen bei einem Raub. Wenn Personen zu Schaden kommen, und unverhältnismäßig bei einem Überfall etc. geschädigt werden, dann kann man schwer darüber diskutieren.

Meine Mutter ist vor nem halben Jahr überfallen worden, sehr unsanft. Mit rabiatem Schubs auf den Boden, auf den Arm schlagen und Handtasche entrissen. Bekannte wurden in der letzten Zeit mit Schlägen auf den Hinterkopf überfallen. Und in dem Zusammenhang, sagt selbst die Kriminalpolizei, stehen südosteuropäische Banden und Einzelne. Der Schlag auf den Hinterkopf ist derzeit in meiner Heimatregion charakteristisch bei Raubüberfällen. Viel Verständnis für die Not mancher Menschen, aber sowas geht nicht....

Ich persönlich, wie du sicherlich auch nicht, will sowas nicht erleben. Das kann nicht sein sowas.


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Mehmet - Einzelfall oder Prototyp?

05.07.2014 um 19:15
@Kc
Ich denke, da hätte man schon sehr früh mit seinen Eltern in Kontakt treten sollen. Diese 60 Strafttaten in seinem damaligen Alter (14) kommen ja nicht von Heut auf Morgen. Heute wäre schon längst das Jugendamt eingeschaltet worden, wenn ein Bengel solche Randale macht.

Übrigens gebe ich dir sonst recht.


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Mehmet - Einzelfall oder Prototyp?

05.07.2014 um 19:18
KillingTime schrieb:Salafisten stellen eine besondere Bedrohung unserer FDGO dar, und der VS hat da ein genaues Auge drauf.

Bei Mord ist es in der Tat anders, hier sollte der Täter eingebuchtet werden, schon aus Sühnegründen. Aber Ladendiebe oder ähnliche Kriminelle einzuknasten, halte ich für übertrieben. Im Wiederholungsfall sollten sie das Land verlassen müssen.

Mir ist natürlich klar, dass es auch hier verfassungsrechtliche Bedenken gibt. Ist so jemand Asylant, dem in seinem Heimatland die Todesstrafe drohnt, zum Beispiel weil er Christ ist oder homosexuell, dann darf er nicht abgeschoben werden. Also behält man auch "normale" kriminelle Ausländer hier, um nicht ungleich zu behandeln
Ja, was soll ich dazu schreiben. Ist wohl so.

Einen pakistanischen Christen zum Beispiel nach Pakistan abzuschieben, ist unfassbar ignorant und unmenschlich. Im Prinzip egal was der Mensch tut.

Wenn du mal gelesen hast, wie hardcore viele muslimische Pakistaner sind und wie nicht nur Christen, auch pakistanische Ahmaddiya verfolgt, bedroht, gefoltert und getötet werden. Da kannste im Prinzip keine Leute hin abschieben. Wie auch nicht unbedingt in die palästinensischen Autonomiegebiete oder nach Saudi-Arabien oder den Iran. Wenn dort unfassbare Folter droht. Und von Staates wegen gefoltert zu werden ist in diesen Ländern ja relativ einfach und willkürlich.


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Mehmet - Einzelfall oder Prototyp?

05.07.2014 um 19:19
@kofi
kofi schrieb:Naja, in einem Laden zu klauen oder jemanden "unauffällig" oder "sanft" zu beklauen ist was anderes, als jemanden hart zu verletzen bei einem Raub. Wenn Personen zu Schaden kommen, und unverhältnismäßig bei einem Überfall etc. geschädigt werden, dann kann man schwer darüber diskutieren.
Aus Spiderman habe ich gelernt, dass der Dieb gern mal zimperlich wird, wenn es nicht nach Plan verläuft und Probleme auftreten. Oder meinst du, jemand der gerade dabei ist zu klauen wird den Schwanz einziehen, wenn sich plötzlich jemand wehrt?

Und ich denke nicht, dass in der Realität anders gehandelt wird.

Aber ja, okay ist das sicher nicht.

Und das mit deiner Mama tut mir leid. Manche suchen sich eben den leichtesten Weg um Geld zu bekommen..statt gewöhnlich arbeiten zu gehen.


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Mehmet - Einzelfall oder Prototyp?

05.07.2014 um 21:07
@Pika
Pika schrieb:Und das mit deiner Mama tut mir leid
Okay. Danke.

Zum Thema Mehmet:

Mehmet etc. ist ein schwieriges Thema. Pauschal kann man das ohnehin nicht bewerten oder einschätzen.

Aber bei "Mehmets" hält sich bei mir so ein bisschen das Mitleid in Grenzen.
Wie geschrieben, aus dem Alltag heraus kennt/erlebt man solche Personen. Ich würde aus meiner Erinnerung an Kindheit/Jugend und heute noch ne Menge Menschen hinterherschicken in die Türkei. Einfach, weil ihre Persönlichkeit, ihr Charakter, ehrlich gesagt mies ist. Aber solche meide ich ohnehin, und hab auch in meiner Siedlung (in der meine Familie lebt) mit den vielen türkischstämmigen Bewohnern rein gar nichts mit diesen einzelnen Leuten zu tun, und hoffentlich bleibt das auch so. Der 12jährige Nichttürke, omg. Ich kuck mir das Schauspiel seit längerer Zeit an frag mich nur, was der eigentlich will. Der spielt Fussball mit den türkischen Kindern, und dann treten sie ihn vom Platz. Er kommt mit der Mama, und die liest den Kiddies erstmal die Leviten. Vor paar Tagen rufen die türkischen An-nes von den Balkönen, er soll weggehen, die wollen ihn hier nicht haben. Und er ruft frech:" Ist ein öffentlicher Platz. Sie haben mir nix zu sagen, ich darf hier sein", und die An-ne:" Halte Maul, geh weg", und er so "Nö, geh nicht weg". Also 2014 ist das sogar noch anders als in meiner Jugendzeit. Da wär An-ne mit Baba oder paar Söhnen runtergekommen :D

Und auf dieser Schiene werden ja auch oft die Kinder erzogen, so entsteht doch erst ein Mehmet. "Nur wir wir wir, Türken besteeee, alle anderen Scheisse".

Wie KillingTime auch geschrieben hat, einzelne davon wirste auch nie resozialisieren können, wenn sie einmal straffällihg geworden sind. Da hilft einfach kein gutgrünerpädagogischer Ansatz.

Rassismus und Fremdenfeindlichkeit erleben übrigens Migrantengruppen. Aber nicht alle Migrantengruppen "fügen sich ihrem Schicksal". Oder bleiben für ewig Opfer. Dann kann Rassismus und Fremdenfeindlichkeit nicht der größte ausschlaggebende Grund sein.


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