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Sind bzw. waren Nazis kriegsgeil? Was ist wenn der Krieg vorbei ist?

48 Beiträge, Schlüsselwörter: Menschen, Krieg, Psychologie

Sind bzw. waren Nazis kriegsgeil? Was ist wenn der Krieg vorbei ist?

12.05.2015 um 09:00
kannnichsein schrieb:Wie sonst erklärt man sich 3400 Jahre der Menschheitsgeschichte
Wie kommt man ausgerechnet auf 3400 Jahre?
HeurekaAHOI schrieb:ja und so schlappe 70 Jahre davon auch noch, von diesen 243 Jahren ohne Krieg haben wir seit dem zweiten Weltkrieg.
Gab es seit dem 2. WK weltweit keine Kriege? Wenn Du nur einen Ausschnitt betrachtest, hast Du sicherlich längere Zeiten des Friedens. Diese 243 Jahre beziehen sich doch sicherlich auf den weltweiten Zustand.
HeurekaAHOI schrieb: Es wird ein gigantischer Sturm sein....
wofür es nicht den allergeringsten Anhaltspunkt gibt. Wann waren denn die politischen Zustände in Europa (und auch weltweit) so stabil, wie in den letzten 70 Jahren?


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Sind bzw. waren Nazis kriegsgeil? Was ist wenn der Krieg vorbei ist?

12.05.2015 um 09:12
Also, Threads sind das hier...

Stimmt das wirklich, dass ein Internetanschluss von der Schulpflicht befreit?
:D


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Venom
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Sind bzw. waren Nazis kriegsgeil? Was ist wenn der Krieg vorbei ist?

12.05.2015 um 09:13
@m.mayen
Oder: Stimmt das wirklich, dass man stirbt wenn man nicht atmen kann? :D


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Sind bzw. waren Nazis kriegsgeil? Was ist wenn der Krieg vorbei ist?

12.05.2015 um 09:18
@Venom

Weiß nicht...

Gibts da n youtube-Video drüber?
:D


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Venom
ehemaliges Mitglied

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Sind bzw. waren Nazis kriegsgeil? Was ist wenn der Krieg vorbei ist?

12.05.2015 um 09:21
@m.mayen
Hmm ka :D
Vll gibts ne Folge bei X-Factor - Das Unfassbare darüber :D


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keyshan
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Sind bzw. waren Nazis kriegsgeil? Was ist wenn der Krieg vorbei ist?

12.05.2015 um 09:29
Wir haben die längste Friedensperiode ist Europa.
Allerdings muss man dazu sagen, dass man über uns Deutschen damals sagte, dass wir ein kriegerisches Volk sind.

Kriegsgeil kann man nicht sagen. Im Deutschen Reich hielten, nach dessen Gründung, Preußische Tugenden Einzug.

Der Militarismus in Deutschland war damals verbreitet. Soldaten waren Ehrenmänner, Soldaten hatten ein hohes Ansehen in der Gesellschaft. Dadurch war die Kampfkraft der Wehrmacht um ein wesentliches höher, als bei den anderen Nationen. Dazu kommt- die bis heute- taktische Aufbauweise eines Deutschen Heeres. Die Befehle werden erteilt, allerdings kann sich jeder Untergebene aussuchen, wie das Ziel zu erreichen ist..

In den letzten Kriegsmonaten schwanden alle Hoffnung auf einen Sieg, all der Glaube an Hitler davon. Die meisten Soldaten kämpften weiter, einfach weil sie es gewohnt waren. Hätte man damals nicht kapituliert, hätten die Einheiten sicher noch weiter gekämpft.

Damals sah man Soldaten als Helden an, sie sahen sich selbst als Helden. Die Nazipropaganda tat ihr übriges dazu.


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12.05.2015 um 13:37
@weltraumtier
weltraumtier schrieb:Ich verstehe gar nicht warum es noch Nazis gibt.
Das ist ja ein seltsames Zusammentreffen... ich habe das gleiche heute noch gedacht.

Grund dafür war eine Erinnerung an einen kürzlich gesehenen Fernsehfilm, in dem eine junge Frau als Protagonistin fungierte. Diese junge Frau war aktiv in der Neonazi-Szene zu Hause und ging sogar so weit, dass sie an der Kasse (sie bediente in einem Lebensmittelladen, der ihrer Mutter gehört) Migranten nicht bediente. Sie rief dann per Knopf ihre Mutter, die sich dann an die Kasse setzen musste, um dann zu bedienen.

Der Film war ganz gut, leider habe ich ihn nicht zu Ende gesehen. Und ich weiß auch nicht, wie er hieß, aber ich frage mich auch, warum es überhaupt noch Neonazis gibt.

Die Antwort darauf ist ganz sicher vielfältig gelagert... mangelnde Perspektiven bei Jungendlichen, Arbeitslosigkeit... zum Nichtstun verdammt zu sein... oder aber sich extrem von den Eltern abgrenzen zu wollen... diese Parolen von Kameradschaft und das Zusammengehörigkeitsgefühl... akzeptiert und gefördert und vor allem ernst genommen zu werden... das alles können doch Gründe dafür sein, sich einer Gruppe anzuschließen, auch wenn sie extreme Ansichten vertritt... und natürlich auch, weil man die Überzeugung wirklich auch teilt, auch wenn sie extrem rechts (oder auch links) sind.

Der Schritt in die Gewalt kann dann ein kleiner Hops sein, je nach dem, wieviel Gewaltpotential/Frustration ohnehin schon in einem schlummert.

----------

Die Threadfrage versehe ich nicht wirklich, wenn ich ehrlich bin. Kriegsgeil ist so ein plakatives Wort für eine Sache, die mit Sicherheit viel defiziler zu betrachten ist. Es geht um mehr Raum für ein Volk, zu expandieren und eine Militärdiktatur, die das 3.Reich einfach war, verlegt sich eben gerne auf die Lösung eigener Probleme mit Waffengewalt und Herrschaftsansprüche nach draußen.

Hm... man kann das Ganze auch auf die Spitze treiben... was wäre eigentlich gewesen, wenn das Hitler-Deutschland damals nach der Besetzung von den polnischen Gebieten Schluß mit dem Kriegstreiben gemacht hätte?

Einfach aufgehört... die eroberten Gebiete in Polen waren ja nun nicht gerade klein.

Hätte man das Deutschland "gegönnt" und nichts weiter unternommen?

England hatte ja aufgrund der Eroberung den Krieg erklärt, soweit ich weiß... aber hätte Deutschland sich da nicht noch einigen können mit England und sagen: "Sorry, wir hören jetzt auch auf, aber Polen gehört jetzt zu uns, okay. Wie können wir euch denn entgegen kommen?"


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collectivist
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12.05.2015 um 17:37
Assassine schrieb:Der Kommunismus ist eine Idee, ja.
Der Kapitalismus hingegen eine natürliche Entwicklung.
Niemand hat je den Kapitalismus erfunden - er hat sich viel mehr durch die Arbeitsteilung und -Spezialisierung entwickelt und sich dann auch durchgesetzt.
Das ist gar nicht wahr!! Der Kommunismus bezeichnet im Grunde genommen den Idealzustand der menschlichen Zivlisation.
Außerdem ist der Kapitalismus keine natürliche Entwicklung, er ist der direkte Nachfolger des Feudalismus. Der Kapitalismus wurde zunächst gedanklich konstruiert und anschließend real implementiert. Er ist etwa 200 - 300 Jahre alt.
Der Kapitalismus ist KEIN Naturgesetz!!


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kakaobart
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Sind bzw. waren Nazis kriegsgeil? Was ist wenn der Krieg vorbei ist?

12.05.2015 um 17:42
@moric
moric schrieb:Hm... man kann das Ganze auch auf die Spitze treiben... was wäre eigentlich gewesen, wenn das Hitler-Deutschland damals nach der Besetzung von den polnischen Gebieten Schluß mit dem Kriegstreiben gemacht hätte?

Einfach aufgehört... die eroberten Gebiete in Polen waren ja nun nicht gerade klein.
Deutschland HAT am 6. Oktober 1939 nach der Kapitulation Polens ein Friedensangebot an die Westalliierten gesendet mit dem Angebot das eroberte Polen bis auf den umstrittenen deutschen Korridor (eine Verbindung zwischen dem Hauptgebiet des Reiches und den abgetrennten Gebieten im Osten) komplett wieder an Polen zurück zu geben.

DReich1939fa

Frankreich und England wiesen dieses Angebot allerdings zurück mit dem Hinweis Friedensverhandlungen überhaupt erst aufzunehmen, wenn Deutschland über dies auch die Wiederherstellung der Tschecheslowakei und die Abtrennung Österreichs anbieten.

Wikipedia: Sitzkrieg

@collectivist
collectivist schrieb:Der Kommunismus bezeichnet im Grunde genommen den Idealzustand der menschlichen Zivlisation.
Wers glaubt, wird alt. :o/


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Sind bzw. waren Nazis kriegsgeil? Was ist wenn der Krieg vorbei ist?

13.05.2015 um 15:14
kakaobart schrieb:Frankreich und England wiesen dieses Angebot allerdings zurück mit dem Hinweis Friedensverhandlungen überhaupt erst aufzunehmen, wenn Deutschland über dies auch die Wiederherstellung der Tschecheslowakei und die Abtrennung Österreichs anbieten.
Die Frage ist natürlich, ob im Falle einer Annahme des deutschen Friedensangebotes, Nazideutschland wirklich alle Kriegshandlungen eingestellt hätte... ich bin mir da nicht so sicher. Einer Militärdiktatur kann man einfach nicht trauen. Das war früher so und ist auch bis heute so geblieben. Eigentlich kann man keiner Regierung wirklich trauen... ich meine... die USA hat uns ausspioniert (über die NSA) und uns zum ausspionieren benutzt (neuster Skandal) und Rußland spielt auch einfach nur sein Spiel, wie man sieht... wir beliefern munter auch weiterhin Kriegstreiber mit Waffen...

Dennoch... noch weniger trauen konnte man wahrscheinlich damals Nazideutschland... ich hätte das Angebot auch so nicht angenommen... die Bedingungen für die Aufnahme von Friedensverhandlungen waren schon okay.

Aber hätte damals England und Frankreich gewußt, was für Ausmaße der Krieg würde nehmen werden, sie hätten sich vielleicht doch mit Nazideutschland an einen Verhandlungstisch gesetzt.

Wer weiß, wie dann alles gelaufen wäre. Vielleicht hätte das vielen Menschen das Leben gerettet (den deutschen Juden zum Beispiel), aber vielleicht hätte es auch gar nix genutzt und Nazideutschland und Schergen hätten einfach ein wenig später sich das nächste geholt.


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Warhead
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13.05.2015 um 15:34
@weltraumtier
Naja,nach dem Krieg würde man die zerkloppte Infrastruktur wieder aufbauen,die neuen Lebensräume im Osten besiedeln und deren Bewohner versklaven und ausrotten,so wie es in den Nürnberger Rassegesetzen geschrieben stand.Damit hätte man dann erstmal genug zu tun gehabt


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kakaobart
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13.05.2015 um 16:12
@moric
moric schrieb:Die Frage ist natürlich, ob im Falle einer Annahme des deutschen Friedensangebotes, Nazideutschland wirklich alle Kriegshandlungen eingestellt hätte... ich bin mir da nicht so sicher. Einer Militärdiktatur kann man einfach nicht trauen.
Teils, teils...

Zuerst mal wollen wir festhalten, daß ein solches Vertrauen dem kommunistischen Russland gegenüber offensichtlich schon möglich war - und Stalin hatte immerhin mit Hitler ZUSAMMEN Polen angegriffen (bzw. zeitlich nur gering versetzt - aber in einer gemeinsamen Offensive). Und diesem Stalin hatten England + Frankreich erst gar nicht den Krieg erklärt...obwohl das eigentlich aus Sicht der Westalliierten Sinn gemacht hätte, war ihre Kriegserklärung gegen Deutschland schließlich das Produkt eines Schutzbündnisses mit Polen.

Nachdem Polen dann also besiegt war (und die Alliierten hielten sich bis zu diesem Zeitpunkt mit militärischer Hilfe bescheiden zurück), standen sie dann da - die beiden Kriegstreiber Deutschland & Sowjetunion. Letzterem hatte man den Krieg garnicht erst erklärt - Ersterem wollte man selbst dann keine Friedensgespräche anbieten, wenn er sich öffentlich verpflichtet die eroberten Gebiete bis auf den beschriebenen Korridor + Danzig wieder abzutreten.

Ob man diesem Friedensangeboten hätte trauen können ist natürlich schwer zu klären. Jedenfalls hätte sich Deutschland diplomatisch stark isoliert, wenn es so ein selbst angebotenes Friedensabkommen gebrochen hätte. Ich weiß es nicht, warum man es nicht darauf ankommen lassen wollte...schlimmer als das, was dann später tatsächlich noch passierte, hätte ein gescheiterter Frieden auch nicht mehr werden können.

Im Optimalfall wäre das Hitler-Regime dann aufgrund seiner hohen Verschuldung innerhalb weniger Jahre wirtschaftlich von selbst in sich zusammen gebrochen. Naja - im Optimalfall. Wer weiß, wie es wirklich gelaufen wäre. Nichts desto trotz finde ich es kritikwürdig, daß sich die Alliierten auf dieses Friedensangebot nicht einließen und als Grundsatzbedingung sogar die Abtrennung Österreichs verlangten, was meiner Meinung nach gegen den Grundsatz des Rechtes auf freie Selbstbestimmung verstößt (Österreich hat sich bei einer Abstimmung FÜR einen Anschluss ans Reich entschieden). Das ist so, als würde jemand England verbieten mit Schottland ein "United Kingdom" zu bilden...


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interrobang
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Sind bzw. waren Nazis kriegsgeil? Was ist wenn der Krieg vorbei ist?

13.05.2015 um 16:21
@collectivist
collectivist schrieb: Der Kommunismus bezeichnet im Grunde genommen den Idealzustand der menschlichen Zivlisation.
Stalin, Mao, Pol Pot und der kleine hanswurst aus Nordkorea würden dir zustimmen. :Y:
collectivist schrieb:Außerdem ist der Kapitalismus keine natürliche Entwicklung, er ist der direkte Nachfolger des Feudalismus. Der Kapitalismus wurde zunächst gedanklich konstruiert und anschließend real implementiert. Er ist etwa 200 - 300 Jahre alt.
Nicht Wirklich... Kapitalismsu hat es gegeben seit es den Handel gab...


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Sind bzw. waren Nazis kriegsgeil? Was ist wenn der Krieg vorbei ist?

13.05.2015 um 16:23
@interrobang

pass auf bei Pol Pot wird es darauf geschoben das er ja alle intellektuellen umbrachte und einen argrarstaat gründen wollte :troll:


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interrobang
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Sind bzw. waren Nazis kriegsgeil? Was ist wenn der Krieg vorbei ist?

13.05.2015 um 16:25
@Nerok
Der war halt ganz besonders natürlich. Du weist ja... man muss die Menschen zu ihren Glück zwingen. Auch wen es ja ihrer natur entspricht...

Und wen nichts nützt hilft nur Massenmord. :Y:


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13.05.2015 um 16:26
@kakaobart

Daran, diesen Zustand des UK zu ändern, arbeitet die Scottish National Party ja bereits fleissig.

Ob man die Volksabstimmung, in der das Volk eigentlich nur noch pro forma über den bereits vorher juristisch vollzogenen "Anschluss" abstimmen sollte, nun als repräsentative demokratische Abstimmung ansehen kann, sei einmal dahin gestellt:

"Hitler ließ sich die Vereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich durch eine Volksabstimmung am 10. April 1938 nachträglich billigen und verband die Entscheidung über den „Anschluss“ auch mit einem Zustimmungsvotum zu ihm selbst. Für die Organisation war Josef Bürckel verantwortlich, der 1935 schon die für die Nationalsozialisten sehr erfolgreiche Volksabstimmung im Saargebiet organsiert hatte.

Die dem Volk vorgelegte Fragestellung lautete:

„Bist Du mit der am 13. März 1938 vollzogenen Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich einverstanden und stimmst Du für die Liste unseres Führers Adolf Hitler?“

Im Vorfeld waren prominente österreichische Persönlichkeiten öffentlich für das Ja eingetreten, so der Wiener Kardinal Theodor Innitzer, der bereits am 18. März eine affirmative „Feierliche Erklärung“ der Bischöfe freiwillig mit „und Heil Hitler“ unterzeichnete,[38] sodann der Präsident des evangelischen Oberkirchenrates Robert Kauer, Politiker wie der Sozialdemokrat und ehemalige österreichische Staatskanzler Karl Renner und der frühere Bundespräsident Michael Hainisch sowie Künstler wie Paula Wessely, Paul Hörbiger, Hilde Wagener, Friedl Czepa, Ferdinand Exl, Erwin Kerber, Rolf Jahn, Josef Weinheber und Karl Böhm („Wer dieser Tat unseres Führers nicht mit einem hundertprozentigen Ja zustimmt, verdient nicht, den Ehrennamen Deutscher zu tragen“)

In mehreren Städten Österreichs fanden vor der Abstimmung penibel inszenierte Auftritte hoher Funktionäre der NSDAP statt, so von Goebbels, Göring, Heß und anderen. Hitler selbst hielt am 9. April in der Nordwestbahnhalle in Wien eine Ansprache.

Die nationalsozialistische Propaganda durchdrang alle Lebensbereiche: Fahnen, Banner und Plakate mit Parolen und dem Hakenkreuzsymbol wurden in allen Städten, an Straßenbahnen, an Wänden und eigens errichteten Plakatständern und Säulen angebracht. Allein in Wien fanden sich rund 200.000 Hitler-Portraits an öffentlichen Orten. Selbst auf Poststempeln war zu lesen: Am 10. April dem Führer Dein „Ja“.

Presse und Rundfunk waren fest in der Hand der neuen Machthaber, hatten kein anderes Thema als das Ja, so dass es keine öffentlichen Gegenstimmen geben konnte. Die Satirezeitschrift Kladderadatsch etwa brachte am Tag der Abstimmung eine Zeichnung Otto von Bismarcks auf dem Titelbild, der mit einem Wahlzettel „Dem Schöpfer Großdeutschlands“ seine Reverenz erwies. Rund acht Prozent der eigentlich Wahl- und Stimmberechtigten waren von der Abstimmung ausgeschlossen worden: etwa 200.000 Juden, rund 177.000 „Mischlinge“ und die bereits zuvor aus politischen oder rassischen Gründen Verhafteten.

Bei der Abstimmung selbst machten viele Wähler öffentlich vor den Wahlhelfern ihr Kreuz bei Ja und nicht in der Wahlzelle, um den Verdacht zu vermeiden, gegen den „Anschluss“ gestimmt zu haben und um nicht als „Systemgegner“ möglichen Repressalien ausgesetzt zu sein. Das Wahlgeheimnis wurde praktisch nicht gewahrt, es gab meist keine Alternative zu einer offenen Abstimmung, ohne sich und seiner Familie möglicher politischer Verfolgung auszusetzen. Zusätzlich ließen die Nationalsozialisten verbreiten, das Wahlgeheimnis sei nicht gewährleistet, es fänden geheime Kontrollen statt

Schon am 2. April wurde die „Wilhelm Gustloff“ genutzt, um 2.000 in England lebenden Deutschen und Österreichern drei Meilen vor der englischen Küste die Möglichkeit zur Abstimmung im „schwimmenden Wahllokal“ zu geben

Am Abend des 10. April berichtete Gauleiter Bürckel aus dem Wiener Konzerthaus das Ergebnis der Abstimmung nach Berlin. Laut amtlichen Angaben hatten 99,73 % der Abstimmenden zugestimmt. Im bisherigen Reichsgebiet, nunmehr als Altreich bezeichnet, stimmten angeblich 99,08 % für den „Anschluss“. Laut Statistik des Deutschen Reiches gab es in Österreich 4,474 Millionen Stimmberechtigte, die Wahlbeteiligung in Österreich lag bei 99,71 %, im „Altreich“ bei 99,59 %.

Die Einstellung der österreichischen Bevölkerung gegenüber einem Anschluss und die hierfür verantwortlichen Motive sind Gegenstand einer historischen und politischen Debatte. Zahlen darüber, wie viele Österreicher für einen „Anschluss“ waren, sind auch nicht annähernd zu liefern. Erstens fehlen entsprechende Umfragen, zweitens hat Schuschnigg seine Volksbefragung abgesagt und drittens kann die am 10. April durchgeführte Volksabstimmung nicht als frei bezeichnet werden. Der deutsche Historiker Hans-Ulrich Thamer rückt das Ergebnis der Volksabstimmung, das „alle bisherigen totalitären Traummarken“ übertraf, in einen Zusammenhang mit dem Jubel, der Zustimmung und der verbreiteten Erleichterung, dass sich hatte vermeiden lassen, die sich in den staatlichen Lageberichten fänden. Der Politikwissenschaftler Otmar Jung zitiert die Einschätzung der Deutschland-Berichte der Sopade, wonach auch in einer freien Abstimmung etwa 80 % für den „Anschluss“ gestimmt hätten, was indes nicht gleichbedeutend mit einem Bekenntnis zum Nationalsozialismus sei. Auch der Sozialhistoriker Hans-Ulrich Wehler vermutet, dass die Abstimmung bei freien Bedingungen unter internationaler Aufsicht nicht wesentlich anders ausgegangen wäre. Auch Gordon Brook-Shepherd war überzeugt, eine vollständig freie Abstimmung hätte eine Mehrheit dafür ergeben. Jene rund 40 % der Bevölkerung, die zwischen Gegnern und Befürwortern standen, die bei der von Schuschnigg geplanten Abstimmung noch für Österreich gestimmt hätten, wären entscheidend gewesen. Der britische Historiker Richard J. Evans führt das Ergebnis dagegen auf die „massiven Manipulationen und Einschüchterungen“ zurück, die es vor der Abstimmung gegeben habe: So sollen laut Berichten der Gestapo zum Beispiel in Wien nicht nahezu hundert Prozent, sondern nur ein Drittel der Bevölkerung für die Vereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich gewesen sein.

(Wikipedia, gekürzt)


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13.05.2015 um 16:28
weltraumtier schrieb:Ich denke auch die Leute damals wollten aus dem Alltag ausbrechen. Hitler hat ihnen einfach die Möglichkeit dazu gegeben.
Endlich mal rauskommen, bis nach El Alamein oder nach Stalingrad. Dafür gäb' ich glatt meinen rechten Arm her, sagte so mancher Volksgenosse damals.


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Sind bzw. waren Nazis kriegsgeil? Was ist wenn der Krieg vorbei ist?

13.05.2015 um 16:32
kakaobart schrieb:Deutschland HAT am 6. Oktober 1939 nach der Kapitulation Polens ein Friedensangebot an die Westalliierten gesendet mit dem Angebot das eroberte Polen bis auf den umstrittenen deutschen Korridor (eine Verbindung zwischen dem Hauptgebiet des Reiches und den abgetrennten Gebieten im Osten) komplett wieder an Polen zurück zu geben.
Polen war aufgeteilt zwischen Deutschland und der Sowjetunion, Warschau ein Schutthaufen. Niemand von klarem Verstand hat diesem Lügenbold Hitler noch ein Wort geglaubt. Und dies zurecht.

Realität war, dass am 21. September bereits entschieden war, dass der von Deutschland besetzte Teil Polens zweigeteilt wird: der Westen wird Reichsgebiet, der östliche Teil Protektorat, in das Polen und europäische Juden zwangsversiedelt werden sollen.

Am 25. September teilte Heydrich dem obersten Chef der italienischen Polizei mit, dass Deutschland bereit sei, die zu vertreibenden Südtiroler im eroberten Westpolen anzusiedeln.

Siehe auch http://www.1000dokumente.de/pdf/dok_0075_vot_de.pdf

Das originale Protokoll von Hitlers Reichstagsrede vom 6. Oktober 1939:
http://www.reichstagsprotokolle.de/Blatt2_n4_bsb00000613_00052.html

Klar wollte Hitler Großbritannien und Frankreich aus dem Krieg draußen haben, damit er freie Hand hat. Aber zumindest in Großbritannien hatte kein Idiot, den man Honig ums Maul schmieren konnte, das Sagen.

Und das Wort
kakaobart schrieb:Friedensangebot
in diesem Zusammenhang ist ja wohl Nazisprech und absolut nicht nachvollziehbar ( Spoiler

Hitler 6.10.39 Freiburger Zeitung

).

Eine Rücknahme der Kriegserklärungen durch Großbritannien und Frankreich wäre nur ein Blankoscheck für Hitler und seine Nazibande gewesen, in Europa ungehindert nach eigenem Gutdünken wüten zu können.


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13.05.2015 um 16:50
kakaobart schrieb:Nichts desto trotz finde ich es kritikwürdig, daß sich die Alliierten auf dieses Friedensangebot nicht einließen und als Grundsatzbedingung sogar die Abtrennung Österreichs verlangten, was meiner Meinung nach gegen den Grundsatz des Rechtes auf freie Selbstbestimmung verstößt (Österreich hat sich bei einer Abstimmung FÜR einen Anschluss ans Reich entschieden).
Diese Abstimmungsfarce (bewaffnete SA-ler in den Wahllokalen, Gestapo-Besuch bei denjenigen, die nicht offen, sondern geheim in einer Wahlzelle ihr Kreuzchen machten) als völkerrechtlich verbindlich?

Hitler hat sein Militär rollen lassen, um eine Abstimmung nur auf österreichischem Gebiet gewaltsam zu verhindern. Er war sich anscheinend nicht sicher, dass die Österreicher für einen Anschluss stimmen würden, wenn die Nazis nicht ihre Macht- und Gewaltmaschinerie einsetzen. Und er wusste genau, dass bei einem Resultat unter 50% er seine Propaganda sich ins Tal der Winde stecken kann. Hitler musste dies verhindern und wusste wie: militärischer Einmarsch.

In diesem Zusammenhang das Begriffspaar
kakaobart schrieb:freie Selbstbestimmung
zu benutzen ist Hohn und für mich als Österreicher beleidigend, und ich komme nicht umhin, darin nationalsozialistische Propaganda zu sehen. Ob intendiert oder nicht ist irrelevant.


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13.05.2015 um 17:18
Narrenschiffer schrieb:Eine Rücknahme der Kriegserklärungen durch Großbritannien und Frankreich wäre nur ein Blankoscheck für Hitler und seine Nazibande gewesen, in Europa ungehindert nach eigenem Gutdünken wüten zu können.
Sehe ich auch so... Großbritannien und Frankreich waren ernstzunehmende Gegner. Klar, da einen Frieden haben zu wollen. Ich weiß, dass Nazideutschland sehr, sehr gerne GB als Partner gesehen hätte, viel lieber als Italien, aber dazu ist es zum Glück nicht gekommen.

Ich denke, auch mit diesem "Frieden" hätte Nazideutschland sich weiter ausgebreitet... und sogar noch ungehindert. Wie ich gerade hier gelesen habe, hätte er auch seine "Säuberungsaktionen" auf polnischen Boden in Aktion gesetzt... und die europäischen Juden und andere Volksgruppen, die dem Naziregime nicht genehm waren, hätten Schaden erlitten... vorsichtig ausgedrückt.

Ach man... wäre doch diese Kacke nicht passiert... verdammte Kriege... würden die doch endlich aufhören.


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