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Komapatienten - Halluzinationen

38 Beiträge, Schlüsselwörter: Halluzinationen, Koma

Komapatienten - Halluzinationen

29.12.2012 um 12:02
@cRAwler23
Koma^^ sry


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Komapatienten - Halluzinationen

29.12.2012 um 12:09
Vor mehr als 3 Jahren bin ich auch einmal aus einem sehr tiefen Schlaf erwacht.
Kein richtiges langes Koma also.
Ich war einige Zeit an einer Herz-Lungen-Maschine und es war zwischendurch nicht mehr sicher ob ich wieder zurück komme. Meine Halbschwester, die ist Fachschwester für Anästhesie hatte sich erlaubt in die Klinik zu kommen und zuzuschauen was die Fachkräfte da mit mir anstellen. Kenn Ihren ausführlichen Bericht, bis dazu das meine Lunge nur mit sehr roher Gewalt wieder wollte, ... .
Die ersten Tage danach, noch in der Intensivstation hatte ich alle möglichen Vorstellungen. Zum Beispiel träumte oder dämmerte ich das die Decke der ITS wo ich lag aus Glas war und über dem Glas die Leichen des Krankenhauses gelagert werden. Ich gab das auf die diversen Drogen, die noch meinen Körper verlassen mussten. Aber bis heute bin ich immer noch gelegentlich "wirr" im Kopf und betrachte mich selbst nicht immer als "voll zurechnungsfähig", wenn auch ohne Gefahr für meine Umwelt.


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Komapatienten - Halluzinationen

29.12.2012 um 13:37
@Tom_Ripley
Klingt ebenfalls nach einer bösen Erfahrung. Was darf ich unter "Wirr im kopf" verstehen? Hast du noch immer solche Halluz oder Träume?
Hat sich seit diesem Vorfall etwas an deiner Lebens-weise bzw. -Ansicht oder auch -Einstellung geändert?


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Komapatienten - Halluzinationen

29.12.2012 um 17:00
im Kopf: Es kommen mir merkwürdige Gedanken, die ich hier mal aussen vor lasse.
Vorher hatte ich das nie. Wahrscheinlich jetzt anders programmiert.

Lebenseinstellung: Bin weiterhin etwa Anhänger der Philosophie des Kaisers Marc Aurel


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Komapatienten - Halluzinationen

01.11.2013 um 21:54
Mit 11 Jahren wur de ich ins künstliche Koma gelegt. Zuvor hatte ich durch einen Autounfall mit meiner Mutter, meiner Schwester und ihren 3 Freundininen schwere Verletzungen davongetragen. Schwester und Mutter sind noch am Unfallort verstorben.
Ich hatte auch "Halluzinationen". Nun bin ich 22 und mich beschäftigen diese Eindrücke seither sehr und ich forsche nach. Deshalb möchte ich euch von menen Erfahrungen berichten:
Ich kann mich noch sehr gut an die Ereignisse erinnern als ich im künslichen Koma lag. Zeitlich könnte ich es nicht einordnen aber ich kann zwischen dem tiefen koma und dem langsam wachwerdenden Zustand unterscheiden.
Einmal lag ich im Krankenhausbett und eine Krankenschwester kam um mich zum WC zu führen. Auf dem Weg sah ich ein kleines Mädchen das weinte und ich fragte sie warum sie weinen würde. Sie war verwirrt und sprach davon das sie tot sei und ihre Eltern vermisst. Als wir den Gang weiter entlangliefen sah ich noch viele andere Menschen am Rand stehen. Alle schienen unglücklich zu sein und ich wusste das sie tot waren. Zudem muss ich dazu sagen das ich garnicht mit der Schwester hätte laufen können da meine Beine gebrochen waren.
Als nächstes kam meine Schwester die ja eigentlich verstorben war an mein Bett. Wir gingen im Krankenhaus herum und spielten verstecken. Es gefiel mir nicht weil ich wusste das irgendwas nicht stimmte. Sie gab mir nämlich keine Antworten auf meine Fragen.
Als nächstes war ich aufeinmal in einer Gerage und ich sah wie ein Mann eine Frau tötete. Ich hatte Angst und kam rechtzeitig weg von diesem Ort als ich es mir Innerlich gewünscht hatte.
Im wachen Zustand:
Ich liege und starre die ganze Zeit oben liks auf die Ecke einer weißen Wand. Dort war ein schwarzer Punkt der sich die ganze Zeit über im kreis drehte und drohte mich zu verschlingen wenn ich wegguckte. Denn dann wurde dieser Kreis immer größer.Ich weß das ich wach war, denn ein arzt oder eine Schwester wollten mich davon abbringen auf diesen Punkt zu sehen damit ich zu Ihnen rübergucke. Ich war nicht fähig und ich hatte Angst.
Als nächstes kann ich mich daran erinnern wie ich im Bett liege und das Gerät woraus Sauerstoff rauskommen sollte etwas anderes macht. Es kam meine Schwester raus. Sie war klitzeklein und neongrün, die Form ähnelt einer Meerjungfrau oder einem Flaschengeist. Sie konnte nicht reden kam aber nah an mein gesicht und wollte mich liebevoll berühren.aufeinmal zerplatzte sie und der grüne Schleim blieb auf mir hängen. Dann kamen zu tausendfach solcher Wesen die vergeblich meine Schwester waren aus dem Gerät raus und zerplatzten auf mir. Ich schrie und ich weiß wie aufeinmal meine cousine da ist und mir sagt ich soll mich beruhigen da sei nichts. Sie versuchte mich zu beruhugen indem sie mich mit Taschentüchern abwusch und mir zeigte das da nichts sei. Doch das machte mir noch mehr Angst denn ich sah den Schleim auf dem Taschentuch. Vor kurzem sprach ich mit dieser cousine darüber und es stimmt. Sie kann sich noch gut daran erinnern. Das heißt da muss ich auch wach gewesen sein.
Nach dem Krankenhausaufenthalt habe ich mindestens noch 2 Jahre geglaubt Geister zu sehen und bin geschlafwandelt. Bis ich weg von dem Haus und freiwillig in ein Heim gezogen bin. Ich habe mich vor all dem verschlossen und mir gesagt das es vom tMorphium kommen muss und das man von den Medikamenten eines künstlichen Komas solche Träume bekommt.
Aber es hat mich nie losgelassen und jetzt weiß ich das sowas in einem künstlichen Koma nicht der Fall ist das man träumt und das morphin im Krankenhaus ein extramedikament ist welches nicht an das Bewusstsein geht. Nun frage ich mich natürlich was das alles ist... war...

Ich dachtre immer das ich wohl morphium bekommen habe und deswegen solche Wirkungen aufgetreten sind.


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01.11.2013 um 22:40
Ich bin voreta einem Jahr beim Einkaufen umgefallen. Hab noch mitbekommen, wie ich in die Notaufnahme kam und bin dann für 5 Tage in ein Koma gefallen. Danach hatte ich ein wirklich heftiges Delierium.
Erstmalwar ich davon überzeugt, zu hause zu sein. Es kam mit allerdings sehr unheimlich vor, dass da Wände waren, wo keine sein sollten und ich bin durchs Zimmer gekrochen und hab an den Wänden gekratzt. Laufen ging nicht, meine Beine wollten nicht also bin ich gekrochen.
Und weil meine Wohnung so anders war, war ich überzeugt, ich hätte mit mentaler Kraft Wände verändert aber kann das jetzt nicht mehr rückgängig machen. Außerdem kamen ständig Krankenschwestern durchs Fenster. Neben mir stand eine Maschine, ibn deren Innerem sich ein Mensch befand, der durch diese Maschine am Leben gehgalten wurde. Jeden abend fand eine Art Ritual statt, in der der Maschine gehuldigt wurde.
Die vMenschen trugen alle hölzerne und tönerne Masken und machten irgendwelche Untersuchungen mit Mikroskopen. Außerdem hatte sich ein widerlicher alter Mann an meinem Rücken im Nacken festgeklammert, denb ich nicht mehr los wurde.
Und geschwebt bin ich die ganze Zeit.
Irgendwann wurde mir das zu bunt, das da ständig Krankenschwestern ungefragt in meiner Wohnung auftauchten und ich hab nach denen gehauen.
Da wurde ich dann festgebunden, da war ich aber auch schon wieder auf dem >Weg, klar zu werden.


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Agnodike
ehemaliges Mitglied

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01.11.2013 um 23:05
Mittelscheitel schrieb:Erstmalwar ich davon überzeugt, zu hause zu sein. Es kam mit allerdings sehr unheimlich vor, dass da Wände waren, wo keine sein sollten und ich bin durchs Zimmer gekrochen und hab an den Wänden gekratzt. Laufen ging nicht, meine Beine wollten nicht also bin ich gekrochen.
Und weil meine Wohnung so anders war, war ich überzeugt, ich hätte mit mentaler Kraft Wände verändert aber kann das jetzt nicht mehr rückgängig machen. Außerdem kamen ständig Krankenschwestern durchs Fenster. Neben mir stand eine Maschine, ibn deren Innerem sich ein Mensch befand, der durch diese Maschine am Leben gehgalten wurde. Jeden abend fand eine Art Ritual statt, in der der Maschine gehuldigt wurde.
Die vMenschen trugen alle hölzerne und tönerne Masken und machten irgendwelche Untersuchungen mit Mikroskopen. Außerdem hatte sich ein widerlicher alter Mann an meinem Rücken im Nacken festgeklammert, denb ich nicht mehr los wurde.
Und geschwebt bin ich die ganze Zeit.
Irgendwann wurde mir das zu bunt, das da ständig Krankenschwestern ungefragt in meiner Wohnung auftauchten und ich hab nach denen gehauen.
Da wurde ich dann festgebunden, da war ich aber auch schon wieder auf dem >Weg, klar zu werden
Sehr interessant.
Solche Gedanken hatte eine sehr enger Verwandter von mir vor seinem Tod.
Jetzt frage ich mich, lag es am Sterbeprozess oder an den Medikamenten?
Er wurde deswegen auch fixiert.


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01.11.2013 um 23:11
@Agnodike
Ich bin mir ziemlich sicher, daß die Medikamente da auch eine Rolle gespielt haben


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Agnodike
ehemaliges Mitglied

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Komapatienten - Halluzinationen

01.11.2013 um 23:27
Mittelscheitel schrieb:Ich bin mir ziemlich sicher, daß die Medikamente da auch eine Rolle gespielt haben
Ja klar können Medikamente diese Gedanken bei dir ausgelöst haben, aber ich habe mich halt gefragt warum genau die „selben Gedanken“ bei diesem Verwandten während er im sterben lag wahrgenommen wurden.


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16.11.2013 um 09:43
urks schrieb am 01.11.2013:Im wachen Zustand:
Ich liege und starre die ganze Zeit oben liks auf die Ecke einer weißen Wand. Dort war ein schwarzer Punkt der sich die ganze Zeit über im kreis drehte und drohte mich zu verschlingen wenn ich wegguckte. Denn dann wurde dieser Kreis immer größer.Ich weß das ich wach war, denn ein arzt oder eine Schwester wollten mich davon abbringen auf diesen Punkt zu sehen damit ich zu Ihnen rübergucke. Ich war nicht fähig und ich hatte Angst.
Hallo urks,
2007 war ich ca. 3 Wochen im künstl. Tiefschlaf nach einer schweren akuten Erkrankung. Mein Leben hing am seidenen Faden und ich habe ebenfalls stark halluziniert.
Als ich deinen Bericht gelesen habe, lief es mir eiskalt den Rücken runter. Ich hatte nämlich exakt dasselbe! Ich war auch bereits wach und musste über mehrere Stunden auf einen Punkt an der Decke starren. Nicht weil mein Genick starr war oder so, sondern weil ich es psychisch einfach musste. Ich hatte große Angst. Meine Mama war bei mir und versuchte mich davon abzubringen auf diesen Punkt zu starren, ich verdrehte ja völlig unbequem den Kopf. Aber ich konnte nicht. Daran zurückzudenken belastet mich sehr.

Auch die Sache mit den zerplatzen Wesen war bei mir sehr ähnlich, sie hingen überall im Zimmer und zerplatzten zu Schleim.

Echt unheimlich und sehr interessant, dass sich unsere Erfahrungen so ähneln.

Ich habe auch von einem Gerät halluziniert, das mich am Leben gehalten hat, allerdings kurioserweise mit Obst und Vitaminen. Es sah aus wie so ein bunter Getränkeautomat mit Abbildungen von Obst drauf.

Einmal habe ich "geträumt", dass ich auf einer Art Sterbestation war, dort war alles wie für Kinder eingerichtet, schön bunt und freundlich, mit Spielsachen. Ich würde also sterben und mein Körper wurde immer kleiner. Irgendwann hielt mich meine Mama dann wie ein Baby im Arm. Ich habe es zu diesem Zeitpunkt akzeptiert zu sterben.

Ein Wahnsinn, dass auch mit dir kein Arzt diese schrecklichen Erfahrungen aufgearbeitet hat. Ich dachte lange, dass ich wohl spinnen muss......

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich, dass sich ein großer Teil meiner Halluzinationen von meinen realen Ängsten ableiten lässt, natürlich unendlich mal extremer. Manches aber war einfach nur kurios, unlogisch, jedenfalls für mich.

Diese Bilder wird man niemals mehr los und ich finde es eine Schande, dass sich - jedenfalls in meinem Fall - keiner darum gekümmert hat. Diese Halluzinationen waren so real, dass die psychische Belastung fast so ist als wäre das alles wirklich passiert.
Es hätte mir unendlich geholfen, wenn man mich danach darauf hingewiesen hätte, dass diese Erfahrungen scheinbar "normal" sind und ich mich dafür nicht schämen muss.


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Komapatienten - Halluzinationen

16.11.2013 um 13:41
Knorke Thema, ehrlich gesagt. Muss zur Zeit auf ner Intensivstation arbeiten mit ueberwiegend Patienten im kuenstlichen koma, beatmet. Interessant sowas zu lesen, was in denen vorgeht, bisher aber niemanden gehabt, der sowas danach aeusserte! Hat auch noch niemand nach mir geschlagen.


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Komapatienten - Halluzinationen

03.06.2019 um 12:17
Hallo zusammen,

mein Bruder lag 14 Tage im künstlichen Koma. Jetzt ist er wach. Tag 6. Aber er sagt er sieht Ratten und ein Mann sei in der Nacht dagewesen. Hattet ihr auch diese erfahrung nach dem Koma?. Mittlerweile kann er sich wieder ganz gut bewegen und solangsam kann er essen. Ich kann nur überhaupt nicht nachvollziehen wieso man so ist... selbst die Ärzte sind ratlos. Was könnt ihr dazu sagen?.


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Komapatienten - Halluzinationen

05.06.2019 um 08:45
@Nina18
Das was dein Bruder nach dem Koma erlebt hat hab ich bis her von allen Patienten( arbeite als Pflegefachkraft) gehört die im Koma gelegen haben.


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Komapatienten - Halluzinationen

05.06.2019 um 09:40
Hallo @Nina18,
so ein künstliches Koma ist ja im Prinzip eine Langzeitnarkose.
Die Medikamente, die dafür verwendet werden können das, was Du beschreibst, auslösen. Das nennt sich Delir bzw. Durchgangssyndrom und bildet sich in der Regel nach einiger Zeit von selbst wieder zurück.
Einfluss hat natürlich die Art der Erkrankung bzw. Verletzung, die dazu geführt hat, dass Dein Bruder schlafen gelegt wurde.
Mach Dir erstmal keine großen Sorgen. Vermutlich ist Dein Bruder noch jung? Dann regeneriert sich der Körper sowieso ziemlich gut. Geb ihm einfach Zeit und die Gelegenheit, über seine Halluzinationen zu sprechen. Vielen Hilft es diese Phase durchzustehen wenn sie das Gefühl haben, dass man sie und ihre Ängste ernst nimmt und sie nicht als "bekloppt" verurteilt sowie dass sie in Sicherheit sind und dieser Zustand vorbei geht.
Alles Gute für Deinen Bruder!


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Komapatienten - Halluzinationen

05.06.2019 um 15:23
Ich kam ins Spital und wurde notoperiert, bei der OP wurde entschieden, mich ins künstliche Koma zu legen. Ich lag dann (bis Mitte Dezember letztes Jahres) für 9 Tage im künstlichen Koma. Während des Komas war nichts, absolut nichts. Keine Gedanken, keine Gefühle, keine Träume. So muss der Tod sein, es gibt einen nicht mehr, man ist weg, Schluss, Ende, Aus. Ich kann einfach nicht glauben (zb an Gott, Wiedergeburt, o. ä.), aber hatte da irgendwie drauf gehofft um mit geliebten Menschen wieder in irgendeiner Form vereint zu sein. Diese Hoffnung ist mir mir durch das Koma genommen worden. Komme damit überhaupt nicht zurecht. Aber zurück zum Thema.

In der Aufwachphase (sie wurde ca. 30 Stunden bevor ich richtig wach war eingeleitet wie ich später erfahren habe) begann meine erste Erinnerung. Ich wurde kurz wach (vermute ich, vielleicht war es auch Einbildung, aber ich wusste, dass ich eine OP hatte und dachte, ich werde aus der Narkose wach), konnte aber keinen Ton heraus bringen und mich nicht bewegen. Das war mir aber in dem Moment völlig egal, ich war so müde, dachte, scheiss drauf, schlaf erstmal noch ein wenig, darum kann ich mir immer noch Gedanken machen wenn ich ausgeschlafen habe. Und dann bin ich wohl auch wieder eingeschlafen. Dann ging es los. Alpträume ohne Ende. Es war der absolute Horror. Als ich dann endlich wach war hatte ich erstmal eine total verzerrte Körperwahrnehmung, wusste auch nichts mehr von der OP und wo ich war. Ich habe versucht, die Schläuche (Zugänge für Tropf, künstliche Ernährung, Katheder) raus zu reißen. Ich war überzeugt, ein Autounfall gehabt zu haben und es waren in dem Moment Metallteile, welche sich in meinen Körper bohrten. Da rief jemand, nicht die Zugänge raus reißen, in dem Moment wusste ich wieder, ach ja, bin ja operiert worden. Mir war nicht bewusst, dass Tage vergangen waren, ich dachte, ich bin halt gerade nach der OP wach geworden (bin schon öfters operiert worden). Da stellte mir dann ein Arzt oder Pfleger mehrere Fragen, (mehrere vom Klinik- Personal standen um mich umzu) ob ich wüsste wie ich heiße, wo ich bin usw. Natürlich wusste ich es (also für mich war es natürlich, sowas wusste ich immer nach einer OP und mir wurde bisher auch nicht so ein Quatsch danach gefragt) und habe meinen Namen genannt etc. Da kamen dann so Antworten wie "ja, sehr gut, super". Ich hab nur gedacht, was sind die blöde hier, was machen die die einen Affenzirkus nach einer ollen OP. Aber dann merke ich später, dass mein Hirn nicht mehr richtig gearbeitet hat. Ich wusste zwar wo ich bin und wie mein Name ist, aber ich merkte auch, dass ich ansonsten ziemlich dumm war. Ich wusste vieles nicht. Das wurde mir bewusst, als die Schwester mich wusch. Sie sagte, ich soll den rechten Arm anheben, ich wusste nicht mehr, wo rechts und wo links ist. Da begann ich, mein Wissen selber zu überprüfen indem ich mir in Gedanken Wissensfragen stellte, wo ich wusste, dass ich die Antworten eigentlich weiß. Zb von wann bis wann der 30jährige Krieg ging, wieviel 7x8 ist usw. Das war schrecklich. Ich kam mir so blöde vor und das schlimme war, mir war es bewusst und das es nicht immer so war. Das war aber nur ein paar Tage so, danach funktionierte mein Hirn wieder wie immer.

Schlimmer war es noch mit der körperlichen Wahrnehmung. Die war auch über Tage völlig falsch. Ganz schlimm war der Katheder, ein ganz dünner Schlauch in der Harnröhre. Es fühlte sich aber an, als würde ich mit etwas sehr großen penetriert. Es tat nicht weh, war aber extrem unangenehm. Die Zugänge in den Venen fühlten sich ebenfalls viel größer an als sie waren. Meine Hände kribbelten und Taubheitsgefühl, solche Dinge. Hat sich nach ein paar Tagen aber auch gelegt.

Optische Halluzinationen hatte ich nicht. Lag vielleicht daran, dass ich ohne Brille so gut wie blind bin, diese aber aufgrund der falschen Körper- Wahrnehmung nicht tragen konnte, sie war viel zu schwer und schmerzte höllisch auf der Nase. Also liess ich sie weg und alles was ich sah war so verschwommen, keine Ahnung, ob da etwas bei war, was in Wirklichkeit nicht da war. Für mich lag es automatisch an der fehlenden Brille, ich sah ja eh keinen Konturen o. ä. und hatte die meiste Zeit meine Augen zu bis es mir besser ging. Da war meine Körperwahrnehmung aber auch wieder normal und mein Hirn funktionierte (bis auf das mir öfters das richtige Wort nicht einfiel) auch wieder.

Mit der verzerrten Wahrnehmung und das mit dem Hirn waren nur drei/vier Tage. Ausgenommen, dass mir die richtigen Wörter oft nicht einfielen, das ging noch ein paar Wochen. Aber die Alpträume in der Aufwachphase warten wirklich Horror pur, die Körperwahrnehmung auch irgendwie, sich so dumm zu fühlen war auch nicht schön. Wirklich verarbeitet habe ich das noch nicht, besonders nicht, was ich zum Anfang des Postings geschrieben habe. Der Gedanke, dass mit dem Tod wirklich alles vorbei ist und ich somit geliebte Menschen nie wieder sehen werde, das macht mich fertig. Gläubig war ich nie wirklich, aber irgendwie hatte ich Hoffnung. Die ist fort, ich bin mir einfach gewiss, dass der Tod so ist wie das Koma bis zur Aufwachphase war, ein ganz großes nichts für die Ewigkeit.


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Komapatienten - Halluzinationen

05.06.2019 um 21:59
Xana schrieb:Ich kann einfach nicht glauben (zb an Gott, Wiedergeburt, o. ä.), aber hatte da irgendwie drauf gehofft um mit geliebten Menschen wieder in irgendeiner Form vereint zu sein. Diese Hoffnung ist mir mir durch das Koma genommen worden. Komme damit überhaupt nicht zurecht. Aber zurück zum Th
mmh Koma und Tod ist noch zweierlei.

Tatsächlich sind Komaberichte weit weniger Spektakulär oder Fazinierend als die Berichte der Kurzzeittoten.


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Komapatienten - Halluzinationen

06.06.2019 um 05:27
Ich empfinde Euch zu dem Thema den Film "Ghost Stories" mit Martin Freeman auf Amazon Prime 😉

Ich arbeite in der außerklinischen Intensiv- und Beatmungspflege und habe viele Patienten im Wachkoma.
Leider können sie sich verbal nicht mitteilen, jedoch stelle ich mir bei jeder Schicht die Frage, was sie sich wohl gerade für einen "Film schieben" bzw. ob sie halluzinieren.

Bei einem Patienten ist es sehr heftig, er bekommt zwar Psychopharmaka (Schizophrenie schon seit über 20 Jahren diagnostiziert, schon bevor er ins Wachkoma fiel), jedoch sieht man schon ab und zu, wie er die Augen aufreisst, an die Decke starrt und unruhig wird.


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Komapatienten - Halluzinationen

06.06.2019 um 11:21
Fedaykin schrieb:mmh Koma und Tod ist noch zweierlei.

Tatsächlich sind Komaberichte weit weniger Spektakulär oder Fazinierend als die Berichte der Kurzzeittoten.
Ja, da gebe ich dir recht. Das ist aber auch der springende Punkt. Wie gesagt, wirklich gläubig bin ich nie gewesen und die Hoffnung auf "irgendwas nach dem Tod" stand schon immer auf tönernden Füssen. Die Erfahrung, komplett abgeschaltet zu sein aufgrund einer Narkose lässt mich nicht mehr hoffen, dass der Tod (der ja schwerwiegender ist) dieses Abschalten nicht schafft. Die Seele (oder was auch immer) schafft es nicht, sich gegen eine Narkose zu wehren aber sie soll dem Tod trotzen? Das ist wie, wenn ein Wind Äste abbrechen lässt, aber ein Orkan soll dieses nicht schaffen. So ungefähr meine ich es, so fühlt es sich für mich an. Besser kann ich es leider nicht erklären.


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