Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturHelpdeskAstronomieGruppenSpieleGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryWillkommenEnglishGelöscht
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Reife und die Notwendigkeit von Veränderungen

42 Beiträge, Schlüsselwörter: Alter, Jugend, Erfahrungen, Veränderungen, Erkenntnisse, Reife

Reife und die Notwendigkeit von Veränderungen

24.01.2013 um 21:10
ollaH

Als ich hier im Forum über einige meiner älteren Beiträge gestolpert bin und generell in meine eigene Vergangenheit geschaut habe ist mir eines ganz stark aufgefallen, der Mensch von damals und der von heute sind zwei recht unterschiedliche Wesen. Natürlich ist das so, wenn man von der Jugendlichkeit in das Erwachsenenalter kommt, das dies immer Veränderungen bringt, man festigt sein Weltbild, man wird selbstkritischer und man muss mehr Verantwortung übernehmen. Ist alles der natürliche Lauf der Dinge, bei den einen stärker bei den anderen schwächer.

Ich blicke wie sicherlich so einige ganz selbstkritisch in die eigene Vergangenheit und vergleiche diese mit der heutigen Situation, einiges ist natürlich noch immer geblieben, einige Interessen sind auch noch aus dieser Zeit vorhanden, doch meine Meinungen haben sich stark verändert. Früher war ich wesentlich intoleranter und überheblicher, habe oft auch ziemlichen Unsinn in die Welt gesetzt und das pubertäre Maß an Aufmerksamkeit war nun ja, schwer zu stillen. Ich konnte mich kaum klar artikulieren und habe viele Fehler gemacht, mein Weltbild war deutlich kleiner und fast schon statisch. Ich war hyperaktiv und unkonzentriert, ja ja das plagt mich zwar ab und zu noch immer, nur das die Hyperaktivität durch eine gewisse Trägheit und Genügsamkeit ersetzt wurde.

Kurios ist es das ich gemerkt habe wie ich in den letzten Jahren in vielen Bereichen des Lebens aufgeschlossener wurde, neugieriger und auch toleranter, alles mit ner großen Portion an Gelassenheit vermengt. Früher war ich empfänglicher für alle möglichen Verschwörungstheorien, hab einiges beharrlich geglaubt, hab gedacht sich auf diesen Weg zu informieren sei schon Teil der selbstständigen Informationsauswertung, doch nach und nach wurde mir über die Jahre das Bild immer bewusster, es herrscht viel Irrglaube (egal auf welcher Seite) und man kann ganz schnell ein Spielball dessen werden (merkt man häufig auch im Bezug auf den Glauben und die Religion), in der jugendlichen Lebensphase ist man sehr empfänglich für solchen Kram, doch wenn man lernt zu differenzieren, merkt man wie man das zu bewerten hat. Irgendwie wollte man sich mit diesem Kram auch nur irgendwie interessanter machen und von anderen abheben. Ich war auch mal ein leidenschaftlicher Grufti und bin inzwischen fast schon mehr ein dunkelbunter Hippie geworden, natürlich auch noch mit einem hellbunten Klecks Punk vermischt :D

Ich habe inzwischen erkannt das gerade diese Phase wichtig für den Reifungsprozess war, ich war nie ganz und gar völlig davon überzeugt das richtige zu tun, es gab immer Zweifel und merkliche Denkfehler. In diesem Punkt hat auch die schrittweise Selbsterkenntnis eingesetzt, ich glaube der wichtigste Prozess im menschlichen Leben den es gibt. Wer bin ich – und wenn ja, wie viele? (übrigens ein schönes Buch besonders im Bezug auf dieses doch recht umfangreiche Thema hier)

Hier soll es nicht um meine persönlichen Veränderungen gehen, sondern um eure, wie habt ihr euren Übergang von der Jugend zum erwachsenen Leben erlebt? Begleiten euch noch Eigenschaften und Eigenheiten aus dieser Zeit? Seid ihr noch in dieser Phase und fühlt ähnliche Unsicherheiten? Was hat euch geprägt und wann kam die Erkenntnis, "jetzt bin ich ein erwachsenes Wesen" und wie hat sich das Weltbild im Laufe dieser Zeit verändert?

Bei mir war es soweit als ich innere und äußere Widersprüche erkannt habe, gemerkt habe das ich einige Denkfehler habe die mich ausbremsen und irgendwie auch isolieren. Das Leben ist eine Erfahrungs- und Erkenntnisreise, wenn man es genau nimmt ist man im Leben nie das selbe Wesen, man hat Lebensphasen mit bestimmten Einstellungen und auch das Wesen verändert sich. Bei mir ist das krasseste spürbare Unterschied die einstige Ungeduld, inzwischen bin ich so gelassen wie ein zen-buddhistischer Mönch. Die einzige innere Unruhe wird bei mir durch eine gewisse Prokrastination erzeugt ;)

Geht auf innere Zeitreise und beschreibt was sich bei euch verändert hat und ob ihr eurem vergangenen "Ich" gelegentlich einen Arschtritt verpassen könntet. Seid ehrlich auch im Bezug auf innere Widersprüche und Irrtümer ;)


melden
Anzeige

Reife und die Notwendigkeit von Veränderungen

24.01.2013 um 21:21
Hin und wieder lese ich "uralte" Flugblatttexte von mir, die ich Anfang der 1970er verfasst habe, oder ältere Artikel von mir, die ich für den Arbeiterkampf, Konkret oder die TAZ geschrieben habe. Da stelle ich dann ähnliches fest: "Wat hest di verännert, mien Jung!" Ja, damals war man ein zorniger junger Mann, mit wirren Haaren, wirren Ideen und wirren Worten. Egal, ob es um Theorien zum Sozialismus, zur Revolution oder zum bewaffneten Kampf geht: Ich komme mir vor, als hätte jemand anders das geschrieben als Anders.

Man wird im Laufe seines Lebens angepasster, resignativer, sarkastischer und hoffnungsloser. Ob man diesen Prozess nun "Reifung" (wie bei altem Käse), noch Altersweisheit oder schon Demenz nennen soll, da bin ich mir manchmal nicht sicher.

Ich war früher sorgloser, schneller mit dem Mund und mit der Faust, ich war weniger abhängig, weniger bequem und weniger nachdenklich.

Wenn ich mir meine Kinder betrachte, dann stelle ich fest, dass sie, trotz anderer Lebensumstände, heute so sind, wie ich früher war. Das erfreut und erschreckt zugleich.

Mal sehen, wohin die verschlungenen Pfade meines Lebens noch führen, bevor sie an der unvermeidlichen Grube enden.


melden

Reife und die Notwendigkeit von Veränderungen

24.01.2013 um 21:57
@Doors
Hehe du als schon etwas "älteres" Semester schreibst noch immer jung und erfrischend aufgeschlossen, manche deiner Beiträge strahlen förmlich Lebenserfahrung ab.
Doors schrieb:Hin und wieder lese ich "uralte" Flugblatttexte von mir, die ich Anfang der 1970er verfasst habe, oder ältere Artikel von mir, die ich für den Arbeiterkampf, Konkret oder die TAZ geschrieben habe. Da stelle ich dann ähnliches fest: "Wat hest di verännert, mien Jung!" Ja, damals war man ein zorniger junger Mann, mit wirren Haaren, wirren Ideen und wirren Worten. Egal, ob es um Theorien zum Sozialismus, zur Revolution oder zum bewaffneten Kampf geht: Ich komme mir vor, als hätte jemand anders das geschrieben als Anders.
Genau so geht es mit meinen Schreibereien, nur das meine Flugblätter digitales Geschreibsel ist, da kann jede gelesene Zeile durchaus Kopfschmerzen erzeugen, mittlerweile schmunzle ich über meine Texte des vergangenen "Ichs", mit dem einen oder anderen Kopfschüttler und Schauder. An anderen Stellen bin ich wieder froh so gewesen zu sein, das hat für Reibung gesorgt und so musste ich gezwungenermaßen von der Erfahrung anderer lernen, in dem Fall waren die folgenden Diskussionen fast schon pädagogisch wertvoll. Inzwischen ertappe ich mich dabei wie ich das bei anderen auch mache, wenn man aus eigenen Fehlern gelernt hat hat man irgendwie das Bedürfnis seine Erfahrungen anderen zu vermitteln die in einer ähnlichen Phase sind wie man selbst einst.
Doors schrieb:Man wird im Laufe seines Lebens angepasster, resignativer, sarkastischer und hoffnungsloser. Ob man diesen Prozess nun "Reifung" (wie bei altem Käse), noch Altersweisheit oder schon Demenz nennen soll, da bin ich mir manchmal nicht sicher.
Ich glaub die Mischung macht’s :D
Ähnlich spüre und sehe ich das auch (nur hoffentlich noch nicht mit früher Demenz). Doch resignieren möchte ich natürlich nicht, auch wenn es phasenweise schon der Fall ist.
Doors schrieb:Ich war früher sorgloser, schneller mit dem Mund und mit der Faust, ich war weniger abhängig, weniger bequem und weniger nachdenklich.
Da find ich mich absolut wieder! Früher war ich nen regelrechter "Meinungsproll" aber meine Fäuste waren schon immer schüchtern und zahm, bin auch eher der "zerbrechliche" feminine Typ :D
Doors schrieb:Wenn ich mir meine Kinder betrachte, dann stelle ich fest, dass sie, trotz anderer Lebensumstände, heute so sind, wie ich früher war. Das erfreut und erschreckt zugleich.
Ich hoffe die folgen deinem aufgeschlossenen Wesen und reifen ähnlich wie du und nein nicht wie der besagte Käse :D
Doors schrieb:Mal sehen, wohin die verschlungenen Pfade meines Lebens noch führen, bevor sie an der unvermeidlichen Grube enden.
Ich hoffe bei mir immer auf positive Hinterlassenschaften und das sich hier und da noch jemand an meine Wenigkeit erinnern kann, ich hoffe natürlich auch immer das ich irgendjemanden etwas bedeute und man die eine oder andere Persönlichkeit inspirieren konnte. Sonst kippt man am Ende der Erfahrungsreise in diese "Grube" und denkt sich, man warst du nen Egoist ;)

Was ich auch immer wieder merke ist, wenn ältere Menschen ins Netz gehen und ihre Erfahrungen mitteilen, das dieses Medium ideal sein kann besonders für jüngere Menschen die noch kein festes Weltbild haben. Natürlich gibt es ältere Menschen die nur noch nörgeln und sagen "früher war alles besser" doch es gibt auch erfahrene Menschen die geradezu wie Erfahrungsgurus wirken und spannendes aus ihrem Leben weitergeben. Ich wünsch mir später auch solch eine Person zu sein.

Die eigenen Fehler und die Vergangenheit voller Widersprüche und Probleme sind aber für viele Menschen auch notwendig, man lernt aus den erzeugten Reibungen oft mehr als wenn man nie im Leben mit anderen kollidiert ist, besonders wenn man einsichtig aus solchen Konflikten geht. Später wird man auf ähnliche Menschen treffen und vielleicht kann man so als gutes Beispiel dienen und positive Veränderungen bewirken. Das Leben ist halt gezeichnet und geprägt durch Reibung oder gar Kollisionen von Weltbildern aus denen Erfahrungen resultieren und vielleicht auch die eine oder andere Lebensweisheit.


melden

Reife und die Notwendigkeit von Veränderungen

24.01.2013 um 22:07
Früher war ich wesentlich intoleranter und überheblicher, habe oft auch ziemlichen Unsinn in die Welt gesetzt und das pubertäre Maß an Aufmerksamkeit war nun ja, schwer zu stillen. Ich konnte mich kaum klar artikulieren und habe viele Fehler gemacht, mein Weltbild war deutlich kleiner und fast schon statisch.

Jep Crawler, als Zeitzeuge kann ich dein Handeln bestätigen. :D


melden

Reife und die Notwendigkeit von Veränderungen

24.01.2013 um 22:09
@cRAwler23

"Es gibt kein richtiges Leben im falschen." schrieb einst Theodor W. Adorno. Da mag er Recht haben. Trotzdem ist das Leben, meines zumindest, voller Widersprüche und Brüche. So ist Leben wohl meistens. Es gibt Wegmarken, da bleibt man stehen, schaut zurück und überlegt, wie es wohl weiter gehen soll/muss/wird.

Später erinnert man sich nur noch an die grossen Kreuzungen auf dem Lebensweg. Wenn ich zurück blicke, so waren das bei mir beispielsweise der Tod meines Bruders, mein Schulabbruch, mein Auszug mit 16, meine schwere Verletzung im Libanon, die Begegnung mit meiner ersten Frau, die Geburt meiner ersten Tochter, der Tod meiner ersten Frau, mein Sieg über eine beginnende Alkoholabhängigkeit, zwei gravierende Erlebnisse in Nicaragua, der Entschluss, auf's Land zu ziehen, die Begegnung mit meiner zweiten Frau, die Geburt meiner beiden Jüngsten, das Sterben meiner Mutter und natürlich die "Nebenkriegsschauplätze" im Job, vom Hafenarbeiter zum Journalisten, vom Kleinverlag zum Medienkonzern bis hin zum grossen Knall und meinem heutigen zufriedenen Dasein als Hausmann und Vater.

Alle diese Erlebnisse wurden zu Erfahrungen, brachten Lernprozesse mit sich, forderten Entscheidungen und führten zwangsläufig zu neuen Kreuzungen im Lebensweg. Was bleibt? Man kann seine Erfahrungen und Erkenntnisse weiter geben, in der meist vergeblichen Hoffnung, dass jemand daraus Nutzen und Erkenntnisse zieht.


melden

Reife und die Notwendigkeit von Veränderungen

24.01.2013 um 22:35
univerzal schrieb:Jep Crawler, als Zeitzeuge kann ich dein Handeln bestätigen.
Oh ja mit besagten Reibungen :D
Aber es war gut das ich teilweise an Menschen geraten bin die mein Weltbild zum positiven verändert und geformt haben mit ner Prise "Satyagraha".

Wäre schön wenn du auch deine Veränderungen beschrieben könntest (wenn du willst), es sei denn du warst schon immer so ein Pro. Hattest du auch innere Widersprüche und bist bei anderen angeeckt? Mich interessieren hier besonders die Lernprozesse aus eigenen Fehlern und die erfolgten Veränderungen. Natürlich auch äußere prägende Ereignisse die das Leben verändert haben.
Doors schrieb:"Es gibt kein richtiges Leben im falschen." schrieb einst Theodor W. Adorno. Da mag er Recht haben. Trotzdem ist das Leben, meines zumindest, voller Widersprüche und Brüche. So ist Leben wohl meistens. Es gibt Wegmarken, da bleibt man stehen, schaut zurück und überlegt, wie es wohl weiter gehen soll/muss/wird.
Genau an solch einer "Wegmarke" stehe auch ich rückblickend. Man erkennt immer klarer die Fehler der Vergangenheit und auch die Dinge die man daraus gelernt hat. Wie es weitergeht weiß auch ich nur äußerst schwammig, klare Zielsetzungen sind noch mit dem einen oder anderen Fragezeichen versehen. Ich hoffe aber noch auf einige "Wegmarken" und Lernprozesse.
Doors schrieb:Später erinnert man sich nur noch an die grossen Kreuzungen auf dem Lebensweg. Wenn ich zurück blicke, so waren das bei mir beispielsweise der Tod meines Bruders, mein Schulabbruch, mein Auszug mit 16, meine schwere Verletzung im Libanon, die Begegnung mit meiner ersten Frau, die Geburt meiner ersten Tochter, der Tod meiner ersten Frau, mein Sieg über eine beginnende Alkoholabhängigkeit, zwei gravierende Erlebnisse in Nicaragua, der Entschluss, auf's Land zu ziehen, die Begegnung mit meiner zweiten Frau, die Geburt meiner beiden Jüngsten, das Sterben meiner Mutter und natürlich die "Nebenkriegsschauplätze" im Job, vom Hafenarbeiter zum Journalisten, vom Kleinverlag zum Medienkonzern bis hin zum grossen Knall und meinem heutigen zufriedenen Dasein als Hausmann und Vater.
Ich habe auch schon so einiges im Leben erlebt was mich geprägt hat doch dein Leben ist schon filmreif, auch wenn das hier kurz und bündig ist, kann man schon ahnen welch einschneidende Erlebnisse du hattest und wie sie dich geprägt haben, ist eine Biografie schon in Arbeit? Klingt nämlich spannend und ich bin eine Leseratte :D
Doors schrieb:Alle diese Erlebnisse wurden zu Erfahrungen, brachten Lernprozesse mit sich, forderten Entscheidungen und führten zwangsläufig zu neuen Kreuzungen im Lebensweg. Was bleibt? Man kann seine Erfahrungen und Erkenntnisse weiter geben, in der meist vergeblichen Hoffnung, dass jemand daraus Nutzen und Erkenntnisse zieht.
Das ist schön formuliert. Es wäre schön wenn man den Wert der eigenen Erfahrungen erkennt und man diese etwas vermitteln kann. Da hoffe ich immer auf die Freigeister die das auch bei anderen Menschen erkennen und gerne mehr lernen möchten. Ich bin mir sicher das der eine oder andere Mensch schon von dir einiges lernen konnte, vielleicht sogar hier bei Allmy. (man bin ich heute wieder "schleimig") :)


melden

Reife und die Notwendigkeit von Veränderungen

24.01.2013 um 22:39
@cRAwler23
Wo denkst du hin, nat. war ich schon immer ein Pro, nur das Pro-Niveau hat sich erhöhrt, hrhr. Schmarrn, hab letztens erst ein paar uralte Beiträge von mir entdeckt, erste Reaktion: Meine Fresse. ^^


melden

Reife und die Notwendigkeit von Veränderungen

24.01.2013 um 22:56
@univerzal
Du hast bestimmt einige Gene von Chuck Norris du Pro! :D
Ja eben meine alten Beiträge haben mich dazu gebracht dieses Thema zu öffnen. Ich hatte regelrecht Magenkrämpfe und war rot wie ne Tomate (bei gesunder Kellerbräune xD). Ich glaube es ist aber schön das ich über meinen alten Kram hier inzwischen lachen kann, es zeigt das sich jeder Mensch irgendwann ändert, lernen kann(muss) und sich selbst hinterfragen kann(muss). Um im Leben auch auf einen positiven Trichter zu kommen. Ich war früher ein pessimistischer Misanthrop und hab mich damit voll "cool" gefühlt, inzwischen betrachte ich das als Zeitverschwendung und sinnlose Selbstgeißelung.

Es gibt natürlich auch unverbesserliche Menschen die "Lebenskonservativ" sind und sich kaum entwickeln aber die haben später auch nicht so interessante Lebensgeschichten zu erzählen. Bei einigen jüngeren Menschen bin ich ab und zu positiv überrascht wenn diese schon in jungen Jahren äußerst einsichtig sind und im Herzen Freigeister, natürlich ist das Bild jüngerer Menschen immer "enttäuschend", doch wann und in welchem Zeitalter war das anders? Diese verfluchte Jugend mit ihrem pubertären Rebellentum! :D


melden

Reife und die Notwendigkeit von Veränderungen

24.01.2013 um 23:07
@cRAwler23
Wer rastet der rostet und ich wüde es eher bedenklich finden, wenn in all den Jahren keine Entwicklung stattgefunden hätte. Unser Vorteil ist es, dass wir es gewisserweise nachlesen können, wie sich die Einstellung und Gedanken wandelten. Fast ein wie ein Tagebuch, zwar nicht in derselben Funktionsweise, aber für mein Empfinden trotzdem wertvoller.


melden

Reife und die Notwendigkeit von Veränderungen

25.01.2013 um 09:34
@cRAwler23
@univerzal
@Doors
darf ich fragen wie alt ihr seid

ich habe selbst erlebt, das sich meine einstellung, meine stilmittel, mein Leben ziemlich gewandelt hat in einigen punkten. bin jetzt 21
hab mit ca 14 angefangen gedichte zu schreiben, meine fresse waren die schlecht. hab sie fast alle verloren da sie nur aufm pc existierten, hab durch zufall eins auf papier gefunden und, es ist beschissen. meine heutigen(von vor 3 -4 jahren bis heute) finde ich wesentlich besser aber sie drücken immernochnicht aus was ich fühle(zwischen 14 udn 17 hab ich so gut wie nix geschrieben)
Mein Musikgeschmack hat sich ziemlich gewandelt, zuerst hiphop, dann goth und jetzt metal. finde das meiste im Hiphop nur peinlich, (das einzige was mich wirklich beeindruckt ist breakdance) die ganzen Goth-Kids nerven auch nur(was auch der Szene den rücken gekehrt habe und nur noch wenig damit zu tun habe) am anfangzählte nur metal für mich, mittlerweile höre ich alles was mir gefällt.
mitm glauben wars ähnlich, christentum hab ich nie anerkannt, habe dann von satanismus, zu odinismus gewechselt und immer gemeint meine meinung wäre das maß der dinge, mittlerweile glaube ich mein eigenes zeug und weihe darin niemanden ein, außer er hat ähnliche ansichten in diesem punkt wie ich, weil ich missionieren hasse
Auch bin ich wesentlich ruhiger geworden und meine ansichten sind noch liberaler geworden, was politik und so angeht.
einiges habe ich mir auch bewahrt, meine vorliebe für klassische litheratur, meine abneigung gegen 90 prozent der fantasyliteratur und diverse andere dinge


melden

Reife und die Notwendigkeit von Veränderungen

25.01.2013 um 10:31
@blutfeder

Ich bin 58.


melden

Reife und die Notwendigkeit von Veränderungen

25.01.2013 um 10:43
verdammt bin ich jung


melden

Reife und die Notwendigkeit von Veränderungen

25.01.2013 um 10:51
@blutfeder

Das gibt sich im Laufe der Jahre. :D


melden

Reife und die Notwendigkeit von Veränderungen

25.01.2013 um 10:55
@Doors
das isses nicht, normalerweise fühl ich mich alt
manchmal, wenn ich zu den stoßzeiten(Schule) im bus sitze und mich umsehe/umhöre komm ich mir vor wie von vor 100 jahren: die kleinen terrorisieren die großen, auf den busfahrer wird nicht gehört...
ich komm einfach mit der jugend nicht klar, das nervt mich


melden

Reife und die Notwendigkeit von Veränderungen

25.01.2013 um 10:56
@blutfeder

Ich habe noch zwei Kinder im Haushalt - da nervt mich nichts.


melden

Reife und die Notwendigkeit von Veränderungen

25.01.2013 um 10:58
Weil's gerade passt:

Alt werden wollen alle - alt sein will niemand.

Grundsätzlich ist "Alter" keine Frage des Geburtsdatums, sondern der inneren Einstellung.
Niemand wird alt, weil er eine bestimmte Anzahl von Lebensjahren auf dem Buckel hat. Man wird alt, wenn man sich von seiner Fantasie und seinen Träumen final verabschiedet. Man sollte sie behalten, auch in dem Wissen, dass sie sich nicht immer oder nicht so wie gewünscht realisieren lassen. Im Laufe der Zeit wirft unsere Haut Falten, mit dem Verzicht auf Neugierde, Lernbereitschaft und Ideale aber wird auch unsere "Seele" falten werfen wie eine alte Hose.

Ich kenne frühvergreiste Mid-Twens, die Wertvorstellungen haben, die es mit denen meiner Grosseltern kurz vor Demenzeintritt aufnehmen können. Ich kenne lebensmüde Dreissiger, die glauben, mit Ehemann, Kindern und Hypotheken sei ihr Leben am Ende. Ich kenne verbrauchte Vierziger, die die Tage bis zur Rente zählen (Welche Rente, hä?).

Und ich kenne Menschen, die sich eben nicht "altersgemäss" verhalten: Siebzigjährige, die Berggipfel im Himalaya besteigen, Achtzigjährige, die ein Studium der Philosophie beginnen und Neunzigjährige, die auf der Bühne den Blues singen.

Ich kann am Horizont schon die grosse, böse SECHZIG erkennen. Na und? Eine Zahl, nichts weiter. Ich werde trotzdem in meiner verbeulten Karre laute Rockmusik hören, dass den Kids an der Fussgängerampel das Gel aus den Haaren fliegt, meine Frau und ich werden auf hanseatischen Nobelparties trotzdem Leute schockieren "Sie haben sich ihre Wohnung von einer Blindenwerkstatt einrichten lassen?" und meine Frau wird trotzdem in heissen Sommernächten nackt auf der Terrasse Pogo tanzen und "Hersham Boys" mitgrölen, dass die Spatzen tot vom Dach fallen.



Wie steht es auf dem Aufkleber an der Zimmertür meiner Tochter?

Alles ist gut, so lange Du wild bist.


In diesem Sinne:

Keep on keeping on!


melden

Reife und die Notwendigkeit von Veränderungen

25.01.2013 um 11:01
@cRAwler23
Das Thema ist wunderbar, dankeschön für die Idee :lv:!

Oh man, ich könnte diesbezüglich Romane schreiben, halte mich aber lieber so kurz es geht, das ufert sonst aus.

Wenn ich mir die jüngere so.what vorstelle, bin jetzt 26, dann krieg ich Ekelpickel vor mir selbst. Ich war stur (auf eine sehr dumme und unreife Art und Weise), hab jegliche Selbstverantwortung strikt abgelehnt und sowieso waren alle anderen immer an allem Schuld. Geglaubt hab ich auch jeden Unsinn. Bin durch die Straßen gewandert und hab nach der 23 in allen möglichen Variationen gesucht :D. Man weiß ja, hinter den Kulissen zieht ein mächtiger Geheimbund die Fäden ^^.

Ich war auch sehr gemein zu meinen Eltern. Weil die waren am allermeisten an allem Schuld. Ich hatte kein Bock irgendwas aktiv zu machen. War quasi Königin Passiv und saß selbstgerecht auf meinem Thron. Man man, da schüttel ich den Kopf heute drüber. Ich war ne Kreisläuferin und hab mich immer aufgeregt, dass es nicht voran geht. Statt mal einen Fuss vor den anderen zu setzen...nene, dass würde ja Selbstreflektion und Arbeit bedeuten. Und so hab ich nichts, aber auch wirklich nichts geschissen gekriegt. Meine Fehltage waren im dreistelligen Bereich, was zu dem Besuch allerlei unterschiedlicher Schulen und Schulformen führte. Was für ne Zeitverschwendung rückblickend.

Aber ich denke ich hab das alles genauso gebraucht, um jetzt so zu sein, wie ich bin. Ich hab quasi mein altes Ich immer vor Augen, um mich davon abzugrenzen.

Ich bin froh, älter zu werden. Ich freu mich darauf irgendwann keine Fragen mehr zu haben. Wo es hin geht, wer mich begleiten wird und wie es da ist. Ich freu mich irgendwann DA zu sein und bis dahin versuche ich nicht stehen zu bleiben.


melden

Reife und die Notwendigkeit von Veränderungen

25.01.2013 um 11:06
@Doors
ne gute bekannte von mir und meinen Eltern ist immernoch recht jugendlich, muss nur auf grund von körperlichen problemen zurückstecken, im geiste ist sie teilweise noch mitte 20


melden

Reife und die Notwendigkeit von Veränderungen

25.01.2013 um 11:26
Reife und Veränderungen entstanden in meinem Leben aus den unschönen Ereignissen, denn warum sollte ich etwas verändern wollen, was mich glücklich und zufrieden macht?

Die größten Veränderungen haben ich von 2002-2005 erlebt. Scheidung, Änderung im Job, Tod meiner Mutter (die ich bis dahin gepflegt hatte), der daraus resultierende Verlust meines Elternhauses (Erbengemeinschaft), neue Beziehung und der Weggang aus meiner Heimatstadt, in der ich immerhin 44 Jahre gelebt habe.
Eine "sanfte" Veränderung gab es aber auch bis dahin nie in meinem Leben. Das waren immer Komplettveränderungen.

Ich bin sehr lange eine "Macherin" gewesen, was dazu geführt hat, dass ich meine Weiblichkeit und mein "Frausein" selten leben konnte. Auch das hat sich stark verändert und irgendwann konnte ich es geniessen, eine Frau zu sein.

Ich bin im Gegensatz zu früher wesentlich gelassener, fühle mich nicht mehr, wie in jungen Jahren öfter, persönlich angegriffen und bin mir meiner selbst bewußt.
Die wichtigste Veränderung oder der wichtigste Reifepunkt besteht darin, dass ich gelernt habe, dass das Leben nicht nur schwarz/weiß ist, sondern viel farbenfroher.


melden
Anzeige

Reife und die Notwendigkeit von Veränderungen

25.01.2013 um 11:39
Genau. Das Leben ist nicht schwarz-weiss, sondern mausgrau, aschgrau, steingrau, schwarzgrau, blaugrau...


Nein, keine Angst, stimmt nicht, liebe @skeptikerin !


melden
140 Mitglieder anwesend
Konto erstellen
Allmystery Newsletter
Alle zwei Wochen
die beliebtesten
Diskussionen per E-Mail.

Themenverwandt
Anzeigen ausblenden