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Epidemie Pornografie

307 Beiträge, Schlüsselwörter: Epidemie Pornography
der-Ferengi
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Epidemie Pornografie

10.03.2013 um 13:12
@Medomatt
Medomatt schrieb:... , weil die Porno Darstellerinnen alle so eine hübsche und perfekte mumu haben.
Wenn man denn dieses Kriterium bei der Suche
mit einbezieht. Ansonsten (meine ich) ist jede
individuell geformt (vom Cameltoe bis Schmet-
terling).


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Medomatt
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Epidemie Pornografie

10.03.2013 um 13:15
@SethSteiner
SethSteiner schrieb:Eine schlanke, fitte Frau ist nun mal in evolutionärer Hinsicht vorteilhafter. Sie kann für sich selber Sorgen, kann härtere Arbeiten verrichten, wird womöglich gute Eigienschaften, wie Stärke und Gesundheit an das Kind weitergeben. Und das ist nur ein Aspekt. Da kann man kaum den Fernsehen und Co. einen Vorwurf machen. Übrigens fällt auf, dass Pornodarstellerinnen fitter sind als etwa Frauen in anderen Medien.
Wenn das deine Meinung ist, aktzeptiere ich die – für mich klingt es absolut unlogisch zusammengereimt und kaum substanziell.

@BlackFlame
BlackFlame schrieb: Wenn man der Gesellschaft absichtlich die Möglichkeiten gibt, sich frei zu entfalten, dann verändern sich die Menschen, Moral und Ethik einfach mit der Zeit.
Mit welcher Begründung will man denn jetzt dagegen argumentieren? Dass Freiheiten zu besitzen doch blöd ist, weil manche etwas mit sich oder ihrem Körper anstellen, was einem nicht gefällt?
Wer verändert denn die Gesellschaft bzw. was?
Du redest von freier Entfaltung? Du hast die Freiheit der Wahl – richtig – mehr nicht.
Du lebst in einer von Oberflächlichkeit geprägten Wirtschaftsdiktatur in der nur noch Süchte erzeugt werden - Ob du nun ins Solarium rennst, weils einen die Stars vormachen, schön gebräunt zu sein – oder du dir dicke Brüste basteln lässt, weil die Pornos und Starmagazines dir vormachen, dicke Brüste sind sexy!!!, oder du dir die Augenbrauen tätowieren lässt, weil die ja immer perfekt aussehen müssen, dir die Zähne bleechen lässt, du losrennst dir die neueste Mode zu kaufen, weil die grade IN ist, dann ist das deine Freiheit der Wahl und die Selbstentfaltung – klar! Soll jeder machen und soll jeder selbst entscheiden und das ist gut fürs BIP – aber man sollte sich mal überlegen WARUM man das macht! Ist das deine Freiheit? Dann erlaube mir meine Meinung dazu zu sagen, ich finds dumm und oberflächlich.
BlackFlame schrieb: Hören Frauen plötzlich auf sich zu schminken oder sich auf irgendeine Art hübsch fühlen zu wollen?
Warum schminken sie sich denn? Seit Kindheit wird’s Ihnen vorgemacht. Sie suchen auch nur nach Aufmerksamkeit. Eine medial eingeredete Maskerade um Perfekt zu sein, einem Ideal nacheifernd, weil unsere Medien uns diese Oberflächlichkeit vermitteln, dass ein Mann Ihnen nur Aufmerksamkeit schenkt, wenn sie so aussehen und sie vielleicht angesprochen werden und am Ende hoffentlich gepo**t werden..denn darum geht es doch – nicht ums hübsch fühlen – > Aufmerksamkeit und ja nicht aus dem massen-propagierten Ideal herauszufallen.

Hübsch fühlen??? Pah..genau das will ja die Industrie. Anstatt mal seinen Körper zu lieben wie er ist, wird uns eingeredet jeden scheiß zu kaufen um sich hübsch zu fühlen und am Ende des Tages in seinem Bettchen zu liegen und doch zu heulen, weil keiner Sie auch aufgrund der Schminke beachtet hat.

„Suggeriert wird, dass Aussehen, Leistung und Schein im Vordergrund stehen und nicht etwa Selbstakzeptanz, Genuss oder Sein. Dadurch entwickeln Jugendliche (aber nicht nur sie) Erwartungshaltungen an sich, ihren Körper, ihre Sexualität und ihre Beziehungen, die selten zu erfüllen sind. Daraus resultieren die Gefühle, nicht genug, nicht richtig zu sein, etwas falsch zu machen. Es wird davon ausgegangen, dass der Grund für das Nichterreichen der Ideale bei einem/einer selbst zu suchen ist, da es die anderen, die man ständig im Fernsehen, in der Zeitung, im Internet, usw sieht, schaffen. Das überfordert, macht unzufrieden und unglücklich.“

Und auch die Pornografie hat dafür gesorgt bestimmte Ideale und Vorstellungen von Sex und Körperkult in der Gesellschaft zu etablieren.

Wenn 47 % der Jungen meinen, sie können durch Pornos was lernen, oder das sei die beste Aufklärung (z.B.Heiliger, 2006), beantworten sie selbst die Frage, ob Pornografiekonsum sie beeinflusst oder nicht! 79 % der 14-17-jährigen Jugendlichen und 42 % der 11-13-jährigen Kinder bereits pornografische Bilder oder Filme gesehen. Bereits 69 % der 13-jährigen Jungen gegenüber 40 % der Mädchen haben pornografische Inhalte gesehen, bei den 17-Jährigen sind es 93 % der Jungen und 80 % der Mädchen. 16 % aller Befragten (20 % der Jungen, 12 % der Mädchen) gaben an, „harte“ (auch für Erwachsene illegale) Gewaltpornografie, sexuelle Verstümmelung, Sodomie oder Kinderpornografie angeschaut zu haben . Weitere 15 % hatten Inhalte wie Analverkehr, Gruppensex und Gang-Bang, Dehnungs- und SM-Praktiken gesehen.

In einer großen repräsentativen Studie (baltic sea study) in Schweden (Svedin et al. 2010;
Priebe et.al. 2007, n = 4.026) gaben 10,5 % der 18jährigen Jungen an, täglich Pornografie
zu konsumieren, weitere 29 % mehrmals wöchentlich. Jungen mit täglichem Konsum sehen In: Prä&Pro 13.Jg.1/2011 ISSN 1437-4153 5) insbesondere häufiger deviante Formen von Pornografie: Sie sind ca. dreimal so häufig auch Konsumenten von Gewaltpornografie sowie von Sodomie (Sex mit Tieren, 30 % gegenüber 10 %) und fast sechsmal so häufig Konsumenten von Kinderpornografie.Der Wunsch, das Gesehene auch real auszuprobieren, ist deutlich höher (70 % vs. 42 %), ebenso die Angabe, Gesehenes real ausprobiert zu haben (52 % vs. 29 %, Mädchen 66 vs.16 %). Jungen mit täglichem Konsum sind nach eigenen Angaben fast dreimal so oft Täter von sexuellen Missbrauch (27 vs.11 %) sowie mehr als dreimal so oft Täter von sexueller Gewalt mit Penetration (11,5 vs.3,7 %) als seltenere Konsumenten.

Ich empfehle mal diesen Artikel, woraus diese Zahlen stammen.
http://www.return-mediensucht.de/downloads/artikelpp.pdf

Und der Hang zu den Extremen ist demnach tendenziell steigend und wird auch bedient. Natürlich kann Pornografie ein Ventil sein, kann Fantasien bedienen bevor man sie in der Realität auslebt – aber können sie nicht auch anleiten bzw. leiten sie an! Menst du nicht, bestimmte Rollenbilder und Ansichten werden unterbewusst dadurch auch übermittelt? Es sind auf der Basis der sozial-kognitive Lerntheorie, Konditionierung und des sozialen Vergleich, eindeutige Prägungen auf unsere Gesellschaft zu beobachten – gerade auch was Habituation, Desensibilisierung und Dissoziation angeht.

„Medien üben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf uns aus. Sie geben zB Normen vor oder verbreiten diese und kreieren Bedürfnisse. Die Werteskala der Medien in Bezug auf Körperkult, Erwartungen an und Vorstellungen von sexuellen Erlebnissen sowie Beziehungen hinterlassen in uns Spuren. Dass diese idealisierten Bilder oft in krassem Gegensatz zur Alltagsrealität stehen und die medial verbreitete Produktion von unrealistischen (sexuellen) Idealbildern auf Normen setzt, die für ein
reales und genussvolles (Sexual-)Leben nicht unbedingt von Vorteil sind, wird selten reflektiert. Stereotype Geschlechterrollen und Rollenzuschreibungen werden reproduziert, Vorstellungen von der „wahren“ (heterosexuellen) Liebe und der „richtigen“ Sexualität entworfen und Vorgaben an den „schönen“ Körper gestellt.“

Es geht in erster Linie um Abstumpfung und Ablenkung – das Reptilienhirn anzusprechen und von dem eigentlich wichtigen Abzulenken – sich in Lebenswelten einzufinden und einen Sinn zu geben – doch WELCHEN SINN?

Über die Ursache-Wirkungs-Mechanismen beim Konsum von Pornographie weiß man noch nicht sonderlich viel, da diese Studien nur Auskünfte über Zusammenhänge geben. Einige argumentieren, dass die sexuelle Neigung, die der jugendliche schon zu Beginn der Pubertät ausprägt, der stärkste Prädiktor für die Nutzung von Pornographie ist (Paul 2009). Andere hingegen formulieren die Hypothese, dass nicht die Frequenz, sondern die Art und Weise, wie ein Individuum mit Pornographie interagiert entscheidend dafür ist, ob es problematischer Auswirkungen hat oder nicht (Twohig, Crosby & Cox 2009).

(http://www.internet-pornografie.de/fileadmin/internet-pornografie/media/Robin_Junker__2011__-_Zusammenfassung_Pornograph...)

Also ich persönlich schaue mir die westliche Gesellschaft an und kann nur mit dem Kopf schütteln. Ich hab schon genügend Frauen und Männer gehört die Ihre Beziehungsqualität dem Sex bemessen. Wie oberflächlich wir geworden sind und ja, ich bin der Überzeugung, dass Pornografie mittlerweile eine Epidemie ist. Sex sells. Aber auch daran sieht man nur, dass der Mensch ein Untier ist ;)

Das Problem der Pornografie scheint eine Folgeerscheinung der Dekadenz zu sein


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Medomatt
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10.03.2013 um 13:16
@der-Ferengi
Anatomisch gesehen, ist jede Mumu gleich aufgebaut.


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10.03.2013 um 13:17
SethSteiner schrieb:Ein fehlen von Pornos würde gar nicht helfen, da der Trieb da ist und wenn man nur diesen Trieb befriedigen will und fickt, dann macht das hoffentlich alles Spaß
Auf der einen Seite gibt es diese "Urinstinkte" wie den Geschlechtstrieb. Aber Menschen haben auch ihren Verstand. Sie können sich sagen, 'nein das geht nicht'. Es gibt doch so viele Leute hier im Forum, die behaupten, sie hätten einen freien Willen. Oder vielleicht doch nicht? Alles nur Lippenbekenntnisse?


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Medomatt
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10.03.2013 um 13:20
@KillingTime
Tja der Verstand schaltet halt aus, wenn das Reptiliengehirn geweckt wird ;)


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der-Ferengi
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10.03.2013 um 13:30
@Medomatt
Medomatt schrieb:Anatomisch gesehen, ist jede Mumu gleich aufgebaut.
Das ist schon richtig. Du hast aber das
Äußere angesprochen, daß sich viele dort
operieren lassen, weil eben viele Porno-
stars das auch hätten. Und darauf bin
ich halt eingegangen, weil ich der Mei-
nung bin, das dies eben NICHT so ist und
sich nur bei expliziter Suche eine Viel-
zahl aufweißt.

Andererseits höre ich zum ersten Mal
davon, daß sich viele Frauen operieren
lassen sollen, nur um einem Pornostar
nachzueifern.


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Medomatt
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10.03.2013 um 13:33
@der-Ferengi
du hast natürlich Recht - das war ein Extrembeispiel meinerseits und nicht ein allgegenwärtiges Problem
http://www.estheticon.de/neuigkeiten/operationen-geschlechtsorganen
http://www.paradisi.de/Beauty_und_Pflege/Schoenheit/Anal_Bleaching/
solang man Geld für hat - bitte


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Epidemie Pornografie

10.03.2013 um 13:45
@KillingTime
Und inwieweit ist es unvernünftig Sex in gegenseitigem Einverständnis zu haben oder zu masturbieren? Mensch hört doch auch nicht einfach auf zu Essen, nur weil es ungesund sein kann, könnte er auch nicht lang durchziehen.

@Medomatt
Was soll unlogisch an dem gesagten sein? Es ist wohl nichts logischer als Attraktivität aufgrund von vermeintlicher Gesundheit.
Ich lebe überhaupt nicht in einer "von Oberflächlichkeit geprägten Wirtschaftsdiktatur in der nur noch Süchte erzeugt werden". Darauf mag ich fast nur noch sagen "Herrin, heul doch." und waurm? Weil nichts oberflächlicher und undifferenzierter ist als so eine Aussage. Darf ich noch mal den Holocaust erwähnen? Die industrielle Massenvernichtung von Menschen? Wie oberflächlich war das denn bitte? Wow, die Leute lassen sich ihre Zähne weißen, das ist nix neues, Körperpflege und Hygiene ist uralt und wenn wir mal von den Japanerinnen absehen, war ein gutes Gebiss schon immer gern gesehen, weil ein Zeichen von Gesundheit. Natürlich gibt es Moden, das ist völlig normal und nichts besonderes für diese Zeit. Du tust aber geradeso als würde die Mode von allen verfolgt werdne und ganz doll schlimme Auswirkungen haben weil.. tättowierte Augenbrauen!

Es gibt nahezu keinen Menschen der nicht von seiner Umwelt etwas beeinflußt wird, wie soll Charakterbildung, Interessenbildung auch funktionieren, wenn er nicht interagiert? Wir sind nun Mal soziale Wesen, wir haben Freunde, wir haben Verwandte, wir haben Kinder, wir haben Bekannte, wir haben weitere Einflüsse, die ständig auf uns niederrieseln und ab und zu picken wir uns was raus und merken "hey, geil, das gefällt mir". Natürlich kommt es dann auch mal vor, dass etwas gefällt was schädlich ist, wie auf hohe Gebäude zu klettern oder S-Bahnen zu sprayen oder zu rauchen aber auch das gehört zur Freiheit dazu, Fehler zu machen und nicht jeder findet diese schlecht.

Diese Statistik von dir kann man sich sonstwohin schieben, denn in der Vergangenheit haben 100% aller Kinder gesehen wie Mami und Papi (oder Papi mit anderer Mami) schamlos vor ihren Augen gebumst und er den Schwanz in alle Körperöffnungen geschoben hat. Der Mensch ist ein Tier und Tiere scheren sich nicht darum, ob irgendwer irgendwas sieht. Unser Umgang mit Sexualität ist nicht gerade natürlich und irgendwie hat die Menschheit trotzdem solange überlebt, dass sie ihren Kindern die Augen zu hält, vor dem was sie macht.

Und welche Rollenbilder sollen durch Pornos vermittelt werden? Rollenbilder sind ein Problem aber in Pornos sind die Partner wohl gleichberechtigter als in irgendeinem anderen Medium (oder Genre?). Wo sind die Auswirkungen der Pornographie, obwohl diese Gesellschaft gesünder ist als alle vorangegangenen, von denen ein Teil sogar schamlos an der größten Vernichtung menschlichen Lebens beteiligt war, die in der Geschichte beispiellos ist? Ausgerechnet die Gesellschaften zeigen wahre Unmenschlichkeit, in der es keine Dekadenz gibt, dafür aber Prüderie.

Meine Göttin, dann erlebt man im Schlafzimmer eben Situationen, wo es mal nicht wie im Porno läuft, who cares? Das ist doch nicht damit zu vergleichen, dass einem Homosexuellen der Schädel eingeschlagen wird.


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Epidemie Pornografie

10.03.2013 um 13:50
SethSteiner schrieb:Und inwieweit ist es unvernünftig Sex in gegenseitigem Einverständnis zu haben oder zu masturbieren?
Hmm? Das habe ich doch gar nicht geschrieben? :ask:


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Epidemie Pornografie

10.03.2013 um 13:52
Dann frage ich mich was du denn damit aussagen wolltest.


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Epidemie Pornografie

10.03.2013 um 14:01
@BlackFlame
Ich glaube du hast mich falsche Verstanden, ich bin kein Moralist. Ich weise nur darauf hin, das man möglicherweise nicht komplett folgenlos Pornos "konsumiert". Die Frage was nun beim Zuschauer eher da war, die Fantasie oder das gezeigte, ist mitunter schwer zu klären.


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BlackFlame
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Epidemie Pornografie

10.03.2013 um 14:08
Medomatt schrieb:Dann erlaube mir meine Meinung dazu zu sagen, ich finds dumm und oberflächlich.
Das akzeptiere ich, wirklich.
Ich habe nur bisher die Erfahrung gemacht, dass es Neben der "Herde" aber auch so einige Menschen gibt, die das eben nicht nur machen, weil sie angeblich indoktriniert sind.
Frauen können sich mit Schminke aufhübschen und sich dadurch vor allem auch erst einmal selbst hübscher fühlen.
Warum ist das verwerflich? Weil sie nicht von Haus aus so hübsch ist, wie das gern hätte?
Ich weis die Industrie und Mode gibt kreiert Idealvorstellungen und das animiert auch eine gute Zahl, diese nachzuahmen, aber hier gibt es nun einmal eine Innen- und Außenwirkung.
Man möchte sich hübsch präsentieren, sicher auch das ein oder andere Kompliment abstauben, aber macht man es letztlich nicht doch dafür, damit man sich selbst in seiner Haut wohlfühlt?
Ich kann den Menschen ihre Selbstbestimmtheit noch nicht völlig absprechen.
Ich selbst knabber zum Beispiel schon immer an meinen Fingernägeln und dass das als unästhetisch angesehen wird, habe ich realisiert, ohne dass man mir ein Modeideal vor die Nase setzen musste.

Oberflächlichkeit ist negativ behaftet, aber wenn wir schon über Psychologie und Biologie reden, so holen wir im Regelfall die ersten Informationen aus unseren Sehorganen.
Noch bevor wir ein Wort gewechselt haben, noch bevor wir uns Riechweite kommen, so sehen wir einen Menschen und analysieren das Gesehene.
Das mag oberflächlich sein, aber so funktioniert unser Schädel und diese Funktionsweise ist nicht erst in den letzten 20 Jahren oder durch die Pornografie entstanden.
Man redet gern von den inneren Werten, aber die Optik darf einfach nicht unbeachtet oder geringgeschätzt werden.
Wir mögen nun einmal auf ganz natürliche Weise schön anzusehende Dinge und das sollte man nicht vorbehaltslos mit Oberflächkeit verwechseln.
Dazu gibt es nun einmal eine Industrie, die diese Mechanik benutzt und manchmal auch ausnutzt, aber auch hier darf man vor lauter Schaum vorm Mund diese ursprüngliche Mechanik nicht völlig aus den Augen verlieren. Denn selbst, wenn die Modeinstudrie zukünftig wieder etwas zurückgehen würde, das Grundverlangen nach Schönheit verschwindet dadurch nicht einfach.
Und wenn wir von freiheitlichen Gesellschaft reden, dann kann man ja auch einmal einen Blick in östliche Landstreiche wagen, wo Frauen sich verhümmeln müssen und Freizügigkeit mit Steinigung belohnt wird. Ist das denn vergleichswerte wirklich wertvoll?


Nun zu der Studie. Die kannte ich schon.
Dass Pornos meist für den Erstkontakt herhalten, das wundert mich nicht und halte ich auch erst einmal nicht für fragwürdig. Bevor wir unsere ersten sexuellen Erfahrungen sammeln konnten, was haben wir denn da gemacht?
Da hat man Papas Pornosheftchen heimlich angeschaut oder hat sonstwo nach einer Abbildung einer nackten Person gesucht. Heute ist der Zugang dadurch lediglich etwas einfacher, das allgemeine Interesse daran, hat sich aber nicht gesteigert, weil es schon immer verdammt hoch war.
Aber du hast die Studie schon richtig zitiert, es ist momentan noch unklar in wie fern der bloße Konsum sich auf das Verhalten auswirkt und ich kann mich da nur wiederholen, den Egoshootern, wollte man vor 5 Jahren ähnliche Wirkungen nachsagen und musste dann irgendwann resignieren, weil die Ursache für die Gewalttaten grundsätzlich woanders zu suchen waren.
Der bloße Konsum von Gewalt, selbst sexueller Natur, macht noch lange keinen Sexualstraftäter. Diese These kann nicht gestützt werden.
Dagegen ist aber zu verzeichnen, dass wir gerade in der westlichen Welt, wo Sexualität so präsent ist, auch einen Rückgang der Jugendschwangerschaften haben. Dass wir weiterhin vergleichsweise sehr gut aufgeklärt sind und dadurch gewissen Problemen vorgreifen können, die andernorts Sexuualkrankheiten vorbeugen.

Ja, wir konsumieren viele Pornos, haben auch leichten Zugang zu harter Pornografie, aber diese Studien geben nur Auskunft über das Konsumverhalten an sich und nicht darüber, was die Konsumenten damit anstellen. Denn wenn man sich einmal auf den praktischen Teil konzentriert und nachfragt, dann wissen viele sehrwohl noch zwischen eigenem Schlafzimmer und virtueller Pornografie zu unterscheiden.
Was dem Einzelnen wirklich Spaß und Freude bereitet, dass muss man heute noch genauso selbstständig ergründen und das, was ich bislang erlebt habe, deckt sich nicht mit der Behauptung, dass sich die praktizierte Sexualität durch die Pornos maßgeblich verändert hätte.
Zumindest wurde ich noch nie aufgefordert einen Sexualpartner zu verhauen. Habe keinerlei Bedürftnis Tiere zu besteigen oder Frauen zu vergewaltigen.
Pornografie erleichtert mir lediglich das Masturbieren, weil es schlichtweg anstrengender ist, wenn ich mir parallel die Bilder selbst ausdenken muss. Und ähnliche Begründungen für den Konsum habe ich auch schon von Freunden gehört, wenn man mal allgemein nachfragte, warum sie so etwas konsumieren.
Den Anspruch nur noch mit vollbusigen Blondinen zu vögeln, habe ich aber weder von mir, noch von besagten Freunden jemals gehört und auch nicht an deren Sexualpartnern ablesen können.

Ich kann nicht völlig ausschließen, dass ich bzw. wir da eine dieser angeblich statistisch seltenen Ausnahmen seien, aber diese Verwahrlosung und Kopfligkeit seh ich halt nicht, wenn ich mal mit offenen Augen durch die Welt gehe und mit anderen versuche darüber zu sprechen.
Deswegen noch einmal, ich verstehe, dass es da gegensätzliche Meinungen gibt und die darf es auch gern geben, ich versuche ja manchmal selbst danach zu suchen, aber ich finde diese völlig negativ behafteten Argumente in meiner Umwelt einfach nicht wieder.


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Epidemie Pornografie

10.03.2013 um 14:16
SethSteiner schrieb:Dann frage ich mich was du denn damit aussagen wolltest.
Das war ein Seitenhieb auf die hier so oft postulierte "Freiheit des menschlichen Willens". Aber jemand anders ist dir bereits zuvorgekommen:
Medomatt schrieb:der Verstand schaltet halt aus, wenn das Reptiliengehirn geweckt wird ;)
q.e.d.


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BlackFlame
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Epidemie Pornografie

10.03.2013 um 14:27
paranomal schrieb:Ich weise nur darauf hin, das man möglicherweise nicht komplett folgenlos Pornos "konsumiert". Die Frage was nun beim Zuschauer eher da war, die Fantasie oder das gezeigte, ist mitunter schwer zu klären.
Ich weis. Aber gerade letzteres scheint mir gar nicht die Frage zu sein, sondern die Frage, die ich entscheidend finde ist, ob der Zuschauer durch die Fantasie/Bilder sein Verhalten maßgeblich ändert?
Wird man durch den Konsum von (sexueller) Gewalt auch selbst gewaltätiger?
Werden Tiere öfter bestiegen, weil man solche Pornografie anschaut?

Manche Studien wollen das bejahen, geben gleichzeitig aber an, dass man das eigentlich noch gar nicht sicher sagen kann.
Dagegen gibt es mind. genauso viele Studien, die das verneinen und die Ursachen für das Verhalten eben nicht auf den Konsum zurückführen können.

Das selbe Spiel, wie damals mit Gewalt in Computerspielen.
Möglicherweise geht es hier in ein paar Jahren anders aus, aber die Erkenntnisse von damals kann ich hier einfach nicht außen vor lassen, weil man schon damals behauptete, dass das Töten von Spielfiguren Glückshormone ausschüttete und man so in den eigenen vier Wänden einen Killer heranwachsen liese. Das hat sich aber als Unfug herausgestellt, weil man irgendwann nicht mehr umhin kam, dass die Visualisierung von Gewalt für den Spieler nicht entscheidend ist, weil es immer noch als Spiel betrachtet wird und eben nicht nahtlos und 1:1 in die Realität übertragen wird.

Der Konsum von Pornografie, also visualisierter Sexualität ist nun an eine Handlung gekoppelt, die das Belohnungszentrum anspricht, aber die Behauptung, dieses Verhalten und diese Reize hätten signifikanten Auswirkungen auf unser Verhalten, ist eine Behauptung, die man momentan einfach nicht ordentlich stützen kann. Es zeichnet sich sogar schon langsam ab, dass die Behauptung sogar aus der Luft gegriffen ist, weil die Ursachen für wirkliche sexuelle Starftraten genausowenig nur auf Pornos zurückzuführen ist, wie die Tötung auf Menschen auf Computerspiele.

Ja, unsere Gesellschaften verändern sich. Wir erlauben neue Wertevorstellungen, wir haben neue Medien und gerade das Internet und die Globalisierung wirft so einige Gesellschaftsstrukturen über den Haufen, die lange Bestand hatten. Möglicherweise erleben wir gerade eine schwierige Übergangsphase, die gerade von Anhängern des Fundamentalismus zwiespältig betrachtet wird, aber dass wir mit unserer Sexualität unbeschwerter umgehen lernen, muss eben nicht zwangsläufig geradewegs in die Hölle führen und mit diesen Neuerungen wirklich vernünftig umgehen zu lernen, das braucht eben auch etwas Zeit.


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BlackFlame
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Epidemie Pornografie

10.03.2013 um 14:57
Noch ergänzend:
Ich will mich hier auch nicht völlig, für eine Verharmlosung oder absolute Freizügigkeit aussprechen.
Mir geht es darum zu erfragen, ob man zwischen völligem Verbot und völliger Unachtsamkeit vielleicht auch einmal über eine Art von Mittelmaß nachdenken kann?
Wobei ich dabei allerdings weder bei der Zugänglichkeit, noch bei der Gesetzgebung anzusetzen versuche, sondern auf menschlicher Ebene, im häuslichen Umgang und im Aufklären von Kindern und Jugendlichen, wo ich momentan eben schon ein gewisses Mittelmaß und keine absolute Verwahrlosung sehe bzw. Möglichkeiten, dem ganzen entgegenzuwirken.

Beispiel Schminke, hatten wir letztens erst.
Die Tatsache, dass sich die Kurzen irgendwann schminken wollen, kann man zwar kritisieren, aber es nur zu verbieten hält die Kurzen ja trotzdem nicht ab, irgendwann damit anzufangen.
Da kann man als Eltern bzw. als Mutti doch eingreifen und die Tochter doch unterstützend an das Thema heranführen. Was spricht denn dagegen ihr ein paar Hilfestellungen zu geben, vielleicht auch die erste Schminke gemeinsam einzukaufen und auszuprobieren und ihr im Anschluss zu zeigen, dass auch dezente Schminke schon den gewünschten Effekt bringen kann?
Die Kurzen lernen nun einmal vieles von ihrer Umwelt und da finde ich es fatal, wenn man sich einer Ohnmacht hingibt und als Erziehender völlig ausklammert, anstatt da Strategien zu entwickeln, wie man zum Beispiel hurenhaftes Auftreten abfedern kann. Die Möglichkeiten dazu sehe ich nähmlich schon, aber irgendwie übersieht man die ja gern, vielleicht sogar absichtlich.

Man kann sich doch nicht einfach hinstellen und die Kurzen verteufeln, weil sie verzogen seien, wenn man selbst die Möglichkeiten ausgelassen hat, um sie eigenständig zu erziehen.
Ich weis noch genau wie mein Opa zu meiner Jugendweihe mit mir ein Bier trinken wollte, ich einen Schluck nahm, es eklig fand und das Glas dann nicht mehr anrührte. Das nenn ich mal Aufklärung, im Gegensatz dazu, dass man einem 13 Jährigen nur Plakete oder Broschüren vorsetzt, in denen auf langweiligste Weise Alkohol als etwas schlimmes dargestellt wird.

Was hält denn jetzt Eltern davon ab, sich in ähnlicher Weise mit ihren Kurzen über Pornografie zu unterhalten oder ihnen auch etwas mit auf den Weg zu geben. Ihnen schon ganz am Anfang ihrer Sexualität aufzuzeigen, was Pornografie sein soll und dass es nur ein Kunstprodukt ist.
Ihnen zu vermitteln, dass die dort teilweise gezeigte Gewalt nicht das Maß aller Dinge ist und ihnen vielleicht auch die Vorzüge der sinnlichen Erotik und Romantik etwas näher zu bringen.

Ich habe meinen Autoführerschein mit 17 gemacht und ich war in vielen Situationen sehr froh darüber, dass ich das halbe Jahr, in dem meine Mutter immer neben mir saß, jemanden hatte, der mir helfen konnte und den ich fragen konnte. Es gab so einige Situationen, wo ich halt noch überfordert war und sehr dankbar war, dass ich eben nicht völlig auf mich allein gestellt war.

Der Wert eines Ansprechpartners muss den kurzen auch klar gemacht werden und zwar möglichst bevor sie in Tränen ausbrechen, weil sie im Netz irgendwo Schweinkram sehen, der sie verschreckt oder überfordert.
Und das meine ich damit, wenn ich von einem vernünftigen Umgang mit diesen Themen rede. Die Zugänglichkeit kann man ja gern kritisieren, aber der Umstand, dass die Zugänglichkeit momentan so barrierefrei ist, wie sie nun einmal ist, das ist ein Punkt, der nicht übersehen werden sollte und wo man definitiv auch ansetzen kann und eben nicht völlig machtlos ist.
Gesellschaften verändern sich nun einmal mit der Zeit auf gewisse Weisen, aber von vernunftbegabten Menschen erwarte ich, dass man das neben aller Vorbehalte auch nicht reaktionslos hinnimmt und auch im eigenen Verhalten Anpassungen vornimmt.


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interrobang
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Epidemie Pornografie

10.03.2013 um 14:59
Also in fachkreisen nennst sich das "Gonzo".


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Epidemie Pornografie

11.03.2013 um 00:49
Da ich bereits mit 10/11 angefangen habe, hardcore-pornos zu gucken, weiß ich nicht, ob ich nur deswegen nicht viel von Romantik und Blümchensex halte oder ob es mir quasi bereits in die Wiege gelegt wurde :D

Ich könnte jedenfalls nicht darauf verzichten.


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Kältezeit
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Epidemie Pornografie

11.03.2013 um 07:19
@babijx3
Da ich bereits mit 10/11 angefangen habe, hardcore-pornos zu gucken, weiß ich nicht, ob ich nur deswegen nicht viel von Romantik und Blümchensex halte oder ob es mir quasi bereits in die Wiege gelegt wurde

Ich könnte jedenfalls nicht darauf verzichten.
Ich glaube, dass man schon zunehmens "verstumpfen" kann bei häufigem "Gebrauch".
Die Frage ist eben die, ob die Männer auch tatsächlich drauf stehen. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass das nicht grundsätzlich der Fall ist. Ein bissi dreckig sein ab und an - klar. Aber beim Sex sollte schon was Anderes im Vordergrund stehen, als das gegenseitige sich Anspritzen, Schlucken und 10-Sekündliche-Stellungswechselgestresse. Jedenfalls wenn man ne ernste Beziehung führt. :)


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Epidemie Pornografie

11.03.2013 um 09:11
@Kältezeit
Kältezeit schrieb:Ich glaube, dass man schon zunehmens "verstumpfen" kann bei häufigem "Gebrauch".
Die Frage ist eben die, ob die Männer auch tatsächlich drauf stehen. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass das nicht grundsätzlich der Fall ist. Ein bissi dreckig sein ab und an - klar. Aber beim Sex sollte schon was Anderes im Vordergrund stehen, als das gegenseitige sich Anspritzen, Schlucken und 10-Sekündliche-Stellungswechselgestresse. Jedenfalls wenn man ne ernste Beziehung führt. :)
Das stimmt schon :) allerdings halte ich sowieso nicht viel von monogamen Beziehungen :D führe zwar selbst eine, weil ich mich irgendwann verliebt habe und dachte, ich könnte es, aber glücklich macht es mich nicht.

Mir gefällt gerade dieses dreckige, animalische und vor allem die Abwechslung - das erste Mal mit einem neuen Partner. Das fehlt mir schon sehr. Aber ich denke, dass das eher weniger mit Pornos zu tun hat.


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Epidemie Pornografie

11.03.2013 um 09:21
@babijx3
Und wieso bleibst du dann in der Beziehung :)? Das ist ja weder dir selbst, noch dem Partner ggü. ehrlich. Ist doch verschwendete Zeit, irgendwie.


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