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Die Grenzen und Gefahren irrationaler Glaubenssysteme

Marouge
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Die Grenzen und Gefahren irrationaler Glaubenssysteme

09.04.2014 um 21:17
Hallo, liebe Mitdiskutanten!

Da dies meine aller erste Diskussion auf Allmy ist, bitte ich gleich vorweg um Verständnis, falls mein EP nicht perfekt ausgearbeitet sein sollte, danke! ;)
Ich hab mich auch ganz bewusst kurz gefasst.

Ich beschäftige ich mich seit geraumer Zeit vor allem mit den psychologischen Hintergründen des Glaubens an bis dato unbelegte Sachverhalte bzw Entitäten, vor allem mit
dem Glauben an

- „PSI-Phänomene“: Hellsehen, Präkognition, Telepathie, Psychokinese
- Gott
- Geister, Engel und sonstige „übernatürliche“ bzw „feinstoffliche" Wesen
- die Anwesenheit von ET auf der Erde
- Verschwörungstheorien
- Esoterik und „New Age“
- Alternativmedizin

Ich nehme mir die Freiheit heraus, diese Glaubenssysteme allesamt als „irrational“ zu bezeichnen, da die allermeisten Behauptungen mit den „Werkzeugen“ Logik und Vernunft nicht zufriedenstellend erklärt werden können, weil sie Erkenntnissen vor allem der Naturwissenschaften widersprechen oder bestimmte Begriffe in falschem Kontext verwendet bzw. missverstanden werden, und weil die Inhalte dieser Glaubenssysteme bis dato nicht eindeutig nachgewiesen/belegt werden konnten.

Vor allem fällt mir immer wieder besonders negativ auf, mit welcher Inbrunst die „Gläubigen“ an ihrem jeweiligen Glaubenssystem festhalten, sowie die Ignoranz gegenüber rationalen Erklärungsversuchen, die nicht selten in Polemik und aggressivem Verhalten den Kritikern oder gleich der gesamten „Wissenschaft“ gegenüber ausarten, und im schlimmsten Fall (vor allem beim Thema Verschwörungstheorien) in Internetaufrufen zur Gewalt und Morddrohungen münden.
So ein Verhalten steht mMn dem religiöser Fanatiker in nichts nach, und einige dieser Glaubenssysteme scheinen in der Tat so etwas wie eine Ersatzreligion für manche zu sein.

Die Esoteriker schwadronieren vollmundig und voller Überzeugung von Licht und Liebe, von Gleichheit und Brüderlichkeit von Toleranz anderen Meinungen und Respekt allen Lebewesen gegenüber, dem goldenen Zeitalter und ewigem Frieden, aber kaum wagt man es, Kritik zu üben, oder auf Widersprüche hinzuweisen, wird einem entweder gesagt „Du bist halt einfach noch nicht so weit“, oder man sei ein „Schlafschaf“ oder „wissenschaftsgläubig“ oder gleich alles auf einmal.

Interessant ist, dass derartige Äußerungen nicht nur von Esoterik-Anhängern fallen, sondern von sämtlichen Anhängern oben genannter Glaubenssysteme, vielleicht auch deshalb, weil diese nicht getrennt zu sehen sind, sondern sehr oft Hand in Hand gehen.

Nicht selten glauben Esoteriker und Anhänger der sog. „Alternativmedizin“ zB ebenso an Verschwörungstheorien bzw. halten diese für Verschwörungspraxis, und da mit Verschwörungstheorien oft „braune“ Ideologien (meist auf subtile Weise) verbreitet werden, steckt im Glauben an die Konzepte der Esoterik/Alternativmedizin durchaus auch eine reelle Gefahr, wenn diese unkritisch und ohne zu Hinterfragen übernommen und als Tatsache daklariert werden, mMn besonders auch dann, wenn unmündige Kinder die Leidtragenden sind (zB nicht geimpft werden), oder ganz generell von der Paranoia mancher Eltern in Mitleidenschaft gezogen werden.

Was ich persönlich an diesen irrationalen Glaubenssystemen ebenfalls für bedenklich bzw. auch gefährlich halte, ist das elitäre Denken, das sehr oft damit vermittelt wird: die Spaltung in „Wissende vs.Unwissende“, in „hohes Bewusstsein vs. niedriges Bewusstsein“, und „Wir vs. DIE“. Meiner Ansicht nach ist das sogar der "rote Faden", der sich durch all diese irrationalen Glaubenskonzepte zieht.

Und was elitäres Denken für im Extremfall für Folgen haben kann, hat die Geschichte immer wieder eindrucksvoll gezeigt.

Auch finde ich Äußerungen á la „Es gibt keine Krankheiten“, „Wer krank wird, ist selber Schuld“ (überspitzt ausgedrückt), „Die Pharmaindustrie ist in Wahrheit gar nicht daran interessiert, Menschen zu helfen, sondern will nur Profit machen“ ziemlich bedenklich, sowie auch die für mich nicht nachvollziehbaren entrüsteten und beleidigten Reaktionen einiger (hier im Forum so gut wie jeden Tag zu beobachten), wenn Usern, die über längeren Zeitraum Stimmen hören oder Geister sehen, ein Arztbesuch nahegelegt wird.

Es stellt sich also mMn die berechtigte Frage, wo die Grenze liegt zwischen „einfach nur glauben“ und Fanatismus bzw. echter und ernstzunehmender Bedrohung nicht nur für den Glaubenden selbst, sondern auch für sein Umfeld.

Wo seht Ihr konkret die Gefahren irrationaler Glaubenssysteme?

Gibt es überhaupt eine Grenze, oder kann man diese nicht eindeutig festmachen?

Oder gibt es eine Grenze, und woran würdet Ihr diese festmachen?

Seht Ihr ebenfalls vermehrten Handlungsbedarf seitens der Gesetzgebung, was Quacksalber, Scharlatane und Abzocker betrifft, oder handelt es sich beim gegenwärtigen Boom (Tendenz derzeit noch steigend) diverser irrationaler Glaubenssysteme wohl eher um eine Hochphase, ausgelöst durch die wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten der letzten Jahre, der man auch keine große Beachtung schenken muss?

Was meint Ihr?

Es gibt sicherlich noch einige Aspekte, die zu beleuchten wären, die ich jetzt aber nicht angesprochen habe, damit der EP nicht zu lang wird;)

Ich freue mich auf Eure rege Beteiligung und eine spannende Diskussion, also haut rein in die Tasten! :D


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Die Grenzen und Gefahren irrationaler Glaubenssysteme

09.04.2014 um 21:46
@Marouge
Danke. ;)

Ich glaube, dass die Menschen sich vermehrt in für sie schlechten Zeiten diesen Dingen,
die Du beschreibst, widmen.
Hier bei uns sind z.B. die Zeugen Johowa sehr aktiv, fast jede Woche möchte irgendwer mit mir über „Gott“ reden.
Meine Abneigung wird nicht akzeptiert, egal was ich sage – und ich bin nun wirklich nicht auf den Mund gefallen. ;)
Es nervt mich mittlerweile so sehr, dass ich schon gar nicht mehr zur Tür gehe, wenn die kommen.^^

Die heutige Zeit ist unstet, in vielen Beziehungen.
Die Arbeitsplätze sind vakant, viele Verträge werden nur jährlich verlängert, alles wird immer unsicherer. Die Menschen können manchmal nicht mal ihren nächsten Urlaub planen, von Familiengründung und Kindern mal ganz zu schweigen.
Da liegt es wahrscheinlich nahe, sein „Seelenheil“ in anderen nicht rationalen Dingen zu suchen.

Für mich sind das Ausreden, weil man mit den eigenen Fehlern oder Unzulänglichkeiten nicht klar kommt.
Vielleicht sollte man sich mal mehr selber reflektieren, dann braucht man auch keine vermeintliche himmlische Unterstützung.

Die Aggressivität von beiden Seiten, wie sie auch hier teilweise herrscht, macht mich manchmal wirklich sprachlos.
Ich habe nichts dagegen, wenn jemand an diese Dinge glaubt.
Aber ich habe dazu meine eigenen Ansichten und möchte nicht vom Gegenteil überzeugt werden. Und schon gar nicht mit Gewalt.


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Die Grenzen und Gefahren irrationaler Glaubenssysteme

09.04.2014 um 22:09
Ich möchte auch hier wieder einmal auf die wirklich gut geschriebenen, amüsant zu lesenden, Prof Wiseman Bücher aufmerksam machen, die etliche der oben erwähnten Eigenheiten durchleuchten und erklären:

http://www.amazon.de/Quirkologie-wissenschaftliche-Erforschung-unseres-Alltags/dp/359617483X/ref=sr_1_3?s=books&ie=UTF8&...

http://www.amazon.de/Paranormalit%C3%A4t-Warum-Dinge-sehen-nicht/dp/3596192358/ref=sr_1_4?s=books&ie=UTF8&qid=1397074160...


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Die Grenzen und Gefahren irrationaler Glaubenssysteme

09.04.2014 um 22:12
Danke für die Einladung, Ausladung und wieder Einladung :D So hat mir das jedenfalls gerade das System mitgeteilt :D

Ich schreib' gerade ein Buch über meine Erlebnisse mit den verschiedensten Verschwörungsideologien. Wie ich dort reingeraten bin, was dies ausgelöst hat, in welche Gefahren man durch verschiedene Verschwörungsideologien rutschen kann, wie mein Umfeld regiert hat, wie ich wieder rausgekommen bin und wie manche Verschwörungsideologen reagieren wenn man seinen Ausstieg öffentlich macht und dann auch noch über Verschwörungsideologien aufklärt.

Wenn ich damit fertig bin dann kann ich mich hier mehr beteiligen aber bis dahin bitte nicht all zu enttäuscht sein, das ich hier nicht so viel schreibe, denn das Buch nimmt schon ganz schön viel Zeit in Anspruch.

Danke :)

Schönen Abend wünsche ich euch noch :)


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Die Grenzen und Gefahren irrationaler Glaubenssysteme

09.04.2014 um 22:22
Gratuliere zum Arbeitseifer. Hoffe natürlich, dass alle hier Versammelten Dein Buch zum Vorzugspreis erhalten werden ... :D


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09.04.2014 um 22:46
off-peak schrieb:Gratuliere zum Arbeitseifer.
Danke :)
off-peak schrieb:Hoffe natürlich, dass alle hier Versammelten Dein Buch zum Vorzugspreis erhalten werden ...
:D Logisch


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Die Grenzen und Gefahren irrationaler Glaubenssysteme

09.04.2014 um 23:58
Danke für die Ladung!

Für mich ist Religion und Esoterik prinzipiell das Gleiche, auch wenn Ersteres stärker institutionalisiert ist. Es gibt bei beiden recht ähnliche Glaubensinhalte (Seele, höhere Wesen etc.). Auch bei den anderen irrationalen Glaubenssystemen (IG) spielt der Glaube immer eine wichtige Rolle, dies scheint zumindest ein gemeinsames Merkmal zu sein.

Und jetzt mal meine Kritik an den IGs: Es wird ja immer gerne der Mythos verbreitet, die Religionen einen die Menschen, schaffen ein moralisches Grundgerüst und bieten dem Menschen einen Sinn. Dies kann man auch auf z.B. auf VTs übertragen. Und indem sie dies machen, machen sie natürlich auch das Gegenteil. Menschen zu einen heißt ja im wesentlichen, eine abgrenzbare Gemeinschaft zu bilden, die sich anhand mehrerer Merkmale von anderen Gruppen unterscheidet und auch unterscheiden will.

Gläubige/Ungläubige (wenn auch nur nicht der eigenen Religion angehörig) bei den Religionen und Truther/Systemschafe bei den VTs sind ja nur Beispiele. Und diese Abgrenzung schafft natürlich Konfliktpotential, viele Kriege kommen nur dadurch zu Stande.

Und wer sich so einem Glauben anschließt, der fühlt sich dann moralisch überlegen bzw. der Wahrheit näher und findet wohl auch Sinn in den Konstrukten. Von daher auch meine Frage: Was suchen bzw. finden Menschen bei solchen IGs. Ist es nur das Gefühl, etwas Besonderes zu sein, braucht man Motivation, um einen Sinn zu finden oder ist es vll. sogar Hass auf das System bzw. die Welt, die zu kompliziert ist.

Hätte ich fast vergessen: Da ja bei meinen Ausführungen der Glaube eine wichtige Rolle spielt, müsste ich dies noch etwas genauer definieren. Es wird ja gerne behauptet, auch der Skeptiker "glaube" nur an seine Argumente. Was antwortet ihr denn gegenüber so einem Vorwurf?


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Marouge
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Die Grenzen und Gefahren irrationaler Glaubenssysteme

10.04.2014 um 00:02
Sorry an Alle, dass das mit der Einladung nicht auf Anhieb funktioniert hat!

Dachte irrtümlicherweise, dass ich auch nachträglich noch Mitglieder hinzufügen kann, da ich 2 davon vergessen hatte.

Also bitte ned wundern, wenn heute (oder spätestens morgen) nochmal die Meldung kommt von wegen Aus- und wieder Einladung, hab nämlich schon wieder 2 User vergessen (tja, kommt davon, wenn man so viele einlädt und auch noch das irreversible Schusselgen hat ;))*rotwerdblamierschämduckundweg*


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Die Grenzen und Gefahren irrationaler Glaubenssysteme

10.04.2014 um 00:09
Marouge schrieb:*rotwerdblamierschämduckundweg*
Brauchst net :) Knutschi ;)


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Die Grenzen und Gefahren irrationaler Glaubenssysteme

10.04.2014 um 00:18
Erstmal danke für die Einladung!

Meine Ansicht zu ein paar der oben beschriebenen Themen:

Gott - gibt es nicht. Zumindest ist dies für mich klar. Der Glaube an Gott ist anscheinend für Menschen reserviert, die mit ihrem eigenen Leben nicht so klar kommen, und in ihrem Glauben irgendeine Art von Zufriedenheit suchen. Wir hatten hier bei Allmy ja auch einen User der sich für den "Botschafter" Gottes hielt und der mit außeriridischen Wesen Kontakt hatte (zumindest glaubte er daran). Die meisten hier werden wissen von wem ich spreche. Wenn der Glaube schon so weit geht, dass man meint, man wäre ein Botschafter und würde Reisen durchs All machen, ist man (sorry) schon eine ganz arme Sau. Gott ist nicht mehr als eine Illusion.

ET auf der Erde - völliger Käse. Warum sollte ET hier sein? Die Menschen die daran glauben scheinen dem Wunsch verfallen zu sein, mit Außerirdischen Kontakt aufnehmen zu wollen. Aber logisch betrachtet stellt sich doch die Frage: Was sollte ET hier wollen? Warum sollte sich ET mit uns abgeben? Es mag ja außeriridisches Leben geben, aber dass ET hier ist (oder hier war) halte ich für ziemlich unwahrscheinlich.

Verschwörungstheorien - Tja, warum glauben Menschen an Chemtrails? Oder an 9/11 was an Inside Job? Oder an sonstwas? Ich denke, viele haben ein langweiliges Leben und sind leicht beeinflussbar. Viele sind vielleicht auch leichtgläubig. Hier gibt es ja auch den ein oder anderen ;) der mal VT'ler war und alles geglaubt hat. Ich selbst habe lange Jahre an einen Inside Job bei 9/11 geglaubt. Dies ist natürlich spannend. Man muss aber aufpassen, dass man dem ganzen nicht zu sehr verfällt. Meine Hochachtung vor @Marouge und @Galaxys81 dass sie es trotzdem geschafft haben! :)

Alternativmedizin - sehr gefährlich. Vielleicht sind es traumatische Erfahrungen, die Menschen an Alternativmedizin glauben lassen. Als mein Vater binnen einer Woche nach der Diagnose an Krebs starb hätte ich die Schulmedizin auch verfluchen können. Vielleicht sind es solche Erlebnisse die manche dazu bringen, anders zu denken was Medizin betrifft. Trotzdem ist es aus meiner Sicht ein Irrglaube, dass man mit Alternativmedizin die Menschen heilen kann. Eher macht man vieles nur noch schlimmer.


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Die Grenzen und Gefahren irrationaler Glaubenssysteme

10.04.2014 um 00:30
Ich kenne leider Skeptiker, die genauso schräg drauf sind wie die Believer. Also keine Ahnung, aber sie "wissen", dass ihre Meinung die Wahre ist. Die halte ich für gefährlicher als eindeutig durchgeknallte Believer...


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Die Grenzen und Gefahren irrationaler Glaubenssysteme

10.04.2014 um 09:41
Danke für die Einladung ;)

Vorweg muss ich sagen, dass ich selber an einen Gott glaube. Mir ist bewusst, dass ich ihn nicht sehen, fühlen oder mit ihm kommunuzieren kann, trotzdem glaube ich an eine einzige höhere Macht. Mein Glaube schadet niemandem, schadet mir selber auch nicht, also denke ich ist es harmlos. Und wenn einmal Gott zu mir sprechen würde, würd ich an meinem Verstand zweifeln ^^

Deswegen finde ich es persönlich nicht normal, wenn Menschen behaupten zu ihnen würde Gott, Jesus, Engel, Dschinns etc. sprechen. Ich war selber früher auf der Esoschiene, und da sieht man Sachen... :D
Naja im Grunde war ich dann wohl doch nicht so blöd wie die "Anderen" dachten. Nichts davon hat bei mir funktioniert. Ich habe keine Astralreisen gemacht, oder mit Drachen geredet oder mich in einen verwandelt^^
Also schräge Sachen. Und ich kann wie gesagt nur für mich reden. Wenn man wirklich ernsthaft solche Stimmen hört, und das von heute auf morgen kann das nicht gesund sein.
Wie ich schon einmal in einem Thread geschrieben habe: Manchmal müssen es gar keine psychischen Krankheiten sein, sondern es kann auch ein Tumor sein, der auf gewisse Gehirnstellen drückt. Auch schon gesehen.
Und ich sah mal eine Doku über einen Jungen. Der hat sehr jung angefangen zu kiffen. Ihn hat es leider sehr stark erwischt und er wurde davon richtig krank (psychisch). Er fing an Stimmen zu hören die ihm befohlen sich aus dem Fenster zu schmeißen etc. Er wurde für seine eigene Sicherheit dann eingesperrt. Der Arzt hat dann zwei Röntgen oder Tomographiebilder gezeigt, von dem Jungen und von einem Menschen mit Schizophrenie. Er meinte es kommt eben vor, dass wenn man in jungen Jahren Drogen nimmt, das Gehirn sich verändern kann. So war es zumindest in dem einen Fall.

Was ich damit sagen will. Solange sein "Glaube" egal wem nicht wirklich schadet, von mir aus. Es gibt viele gläubige Menschen auf der Welt die an einen oder mehrere Götter glauben, manche sind fanatisch und sind Marionetten und manche sind total harmlos. Die alle als krank zu bezeichnen wäre falsch. Nur bei gesunden Menschen sollten solche Stimmen schon vom Verstand her gar nicht möglich sein.

Ich habe früher in meiner Esozeit auch oft versucht mit Geistern, Dschinns etc. Kontakt aufzunehmen... Nichts. Ich hab nicht einmal echten "Kontakt" oder eine Kommunikation geführt. Habe auch nicht mit denen gesprochen oder ähnliches. Am Ende merkt man dann doch wie sinnlos es eigentlich ist.^^
BullyRay schrieb:Der Glaube an Gott ist anscheinend für Menschen reserviert, die mit ihrem eigenen Leben nicht so klar kommen, und in ihrem Glauben irgendeine Art von Zufriedenheit suchen.
Das trifft bei mir zB gar nicht zu. Und auf alle die an Gott glauben, die ich kenne. Die kommen sehr gut klar im Leben, vor allem wäre deine Aussage ja eigentlich fast ein Widerspruch. Diese Menschen müssten dann fanatisch an ihrem Gott hängen und Tag und Nacht beten oder ähnliches damit ihr Leben sich wieder normalisiert. Und somit müsste Gott ihnen "helfen" oder ähnliches.


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Die Grenzen und Gefahren irrationaler Glaubenssysteme

10.04.2014 um 10:02
@Marouge
Hey, Danke auch für die Einladung! :)

Für den Anfang nur eine ganz kurze Zusammenfassung (muss gleich zur Arbeit):

Ich glaube an nichts (mehr).
DiePandorra schrieb:Die heutige Zeit ist unstet, in vielen Beziehungen.
Die Arbeitsplätze sind vakant, viele Verträge werden nur jährlich verlängert, alles wird immer unsicherer. Die Menschen können manchmal nicht mal ihren nächsten Urlaub planen, von Familiengründung und Kindern mal ganz zu schweigen.
Da liegt es wahrscheinlich nahe, sein „Seelenheil“ in anderen nicht rationalen Dingen zu suchen.
Das kann ich bestätigen, es ging mir in meiner Believerzeit genau so.

Mittlerweile kann ich auch sagen, ich hab kein Problem damit, wenn Leute an Gott glauben, ich will es ihnen auch gar nicht ausreden. Solange sie mir damit nicht auf die Nerven gehen und alles, aber wirklich alles was passiert (oder nicht passiert) auf einen "göttlichen Willen" etc. zurückführen. Und solange sie sich und anderen damit nicht schaden oder auf ne fatalistische Schiene, VTs etc. führen.

Ich kann so etwas wie Gott nicht ausschließen und sehe mich daher selbst als atheistisen Agnostiker an. Im Grunde ist es mir wumpe, ob's ihn gibt oder nicht.

Zu den anderen Aspekten komme ich später nochmal.

Liebe Grüße an alle! :)


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Die Grenzen und Gefahren irrationaler Glaubenssysteme

10.04.2014 um 11:33
Danke für die Einladung. Leider habe ich aus beruflichen Gründen zur Zeit kaum Zeit, mich auf Allmy herum zu treiben.
Werde mir heute Abend den Eingangspost noch einmal durch lesen und mich eventuell auch hier äußern.

Aber bedenkt, heute fängt hier das Wochenende an..... ;)


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Die Grenzen und Gefahren irrationaler Glaubenssysteme

10.04.2014 um 12:33
Erstmal "Danke!" für die Einladung.

Ich lese mich heut erstmal ein und gebe dann meinen Senf dazu! :D


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Die Grenzen und Gefahren irrationaler Glaubenssysteme

10.04.2014 um 16:04
Danke, für die Einauseinladung! ;)


Mich beschäftigt dieses Thema im Moment ziemlich, weil ich gerade einen extremen Fall von "Believertum" in meinem Bekanntenkreis habe.

Der Bekannte ist quasi neu im Internet und landet immer wieder auf dubiosen Seiten, die er allerdings für voll nimmt ohne mal etwas abseits darüber zu googeln (ist ja ein bekanntes Phänomen bei Believern)...
Das waren unter anderem Seiten zu Chemtrails, NWO, Fluorid, Deutschland ist eine GmbH, "Der Honigmann sagt" und so weiter...
Er glaubt wirklich jeden Scheiß, auch von irgendwelchen dubiosen Blogs und dem Kopp-Verlag!

Ich konnte ihm bisher mit wenigen Klicks im Internet alles widerlegen, was sich diese diversen Spinner ausgedacht und verbreitet hatten, aber seitdem er in mehreren Gruppen auf Facebook ist, in denen sich die geballte Masse an Blödheit tummelt, die ihm täglich in seinem Wahn unterstützen, komme ich nicht mehr an ihn ran.
Seit Tagen habe ich keinen Kontakt mehr zu ihm, weil ich ihm zuletzt ziemlich scharf widersprochen hatte und er jetzt anscheinend schmollt...

Vor Jahren war er übrigens "Christ", weil er diesen "Glauben" als Krücke brauchte:
"Die Welt ist schlecht, Gott soll mir helfen."

Irgendwann hat ihm ein türkischer Kumpel was über seinen Glauben erzählt und mein Bekannter wurde plötzlich zum Muslim, als er merkte, dass es mit dem christlichen Gott nicht klappte (er wollte sein Leben verändern, aber nicht aus eigener Kraft, sondern sein Phantasiefreund sollte das erledigen...).
Das hielt eine Weile an. Er hat z.B. kein Schweinefleisch mehr gegessen, weil das ja giftig sei, wie ihm "das Internet" sagte (war natürlich eine subjektive Seite von radikalen Islamisten).

Aktuell ist er Atheist, aber eben jetzt auf der Verschwörungstheorie-Schiene, was in meinen Augen nicht allzu weit von einem radikalen religiösem Glauben entfernt ist...

Mir kommt jedes mal die Galle hoch, wenn er wieder irgendeinen Scheiß (im Moment viel braunes Zeug) postet und diesen Dreck so unterstützt und weiterverbreitet!
Aber ich schreibe ihm nichts mehr dazu.
Erst, wenn er wieder einmal eine Meinung von mir zu irgendetwas hören möchte.


@Galaxys81
Ich bin sehr gespannt auf dein Buch! :)


@FrankD
Kannst du Beispiele für solche Skeptiker nennen?


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Die Grenzen und Gefahren irrationaler Glaubenssysteme

10.04.2014 um 16:17
@Marouge
Marouge schrieb:Wo seht Ihr konkret die Gefahren irrationaler Glaubenssysteme?
Es gibt Probleme die durch die irrationalen Glaubenssystem selbst erzeugt werden.
Und Probleme die auf Mechanismen zurückzuführen sind die im prinzip unabhängig von diesen Glaubenssystemen sind, aber deren auftreten von diesen begünstigt wird.

Wir haben
1)intrinischen Probleme der Glaubenssystem
Das hängt nach natürlich vom jeweiligen Glaubenssystem ab und ist allgemein nicht zu beurteilen
tendentille gibt es drei Arten

a)Dinge die ein Problem sind werden zu keinem Problem erklärt
ZB „Es gibt keine Krankheiten“, Oder auch "Es ist nicht schlimm dass er tot ist er ist jetzt an einem besseren Ort" oder auch "Das ist alles Teil von Gottes Plan"
usw

b)Dinge die kein Problem sind werden zum Problem erklährt
"Im Boden gibt es eine sehr böse Wasserader" oder auch "Er ist vom Teufel bessen" oder auch "wir versuchen homosexualität zu heilen"
usw

c) Probleme werden zwar als Probleme erkannt Aber die Lösungsstrategie basiert auf fehlerhaften Annahmen
ZB Diverse version von Alternativ Heilkunde oder Beten für XY ohne jemals irgendwas zu tun damit XY passiert.

2) Probleme die im Prinzip unabhängig von den Glaubenssystemen existieren die aber oft begleiten
a) Sektiererei.
Nicht alle irrationale Glaubenssytsem bilden Sekten. und nicht alle Sekten basieren auf irrationalen Glaubenssystem. Allerdings gibt die Grenze zwischen Anhängern und befüwortern des Glaubenssytems eine potentille Bruchkannte für eine Sektenbildung vor. Typischer Probleme der Sektenbildung sind
I)Abbruch von sozialen Beziehungen zu nicht Sekten mitgliedern.
II) Kommmunikation mit dem Rest der Gesellschaft findet nur noch sehr eingeschränkt statt und ist in vielerlei hinsicht eine Einbahnstrasse. Erkenntnisse und Wissen aus dem rest der Gesellschaft finden nur sehr eingeschränkt den Weg in die Sekte
III)Überlegenheitsdenken gegenüber nicht Mitgliedern.
IV)Feindseligkeit der umliegenden Gesellschaft gegenüber

b) Fundamentalismus.
Auch das ist im prinzip unabhängig von diesen Glaubenssystem geht aber oft hand in Hand
Sei es ein Buch. Sei es ein Mensch, sei es beim channeln das eigenen UNterbewusstsein.
Eine Quelle wird als Unfehlbar eingestuft. Alle anderen Quellen Argumente usw werden zunächst in realtion zu dieser Quelle bewertet.
Dies reduziert die Lernfähigkeit und Fähigkeit zur Selbstreflektion und macht einen immens abhängig von dieser Quelle
Was insbesondere tragisch ist wenn besagte Quelle: etwa ein tausend jahre altes Buch voller Fehler oder ein Sektenführer der einen ausbeutet ist.

c) Fanatismus.
Jemand ist bereit aus objektiv gerinfügige Gründen sich selbst und anderen Schaden zuzufügen.
Marouge schrieb:Gibt es überhaupt eine Grenze, oder kann man diese nicht eindeutig festmachen?
Wann etwas ein irrationales Glaubenssystem ist? Nein.
Etliche irrationale Glaubenssystem basiseren ja nicht auf falsifizierten sondern auf nicht falsifizierbaren Annahmen. Du kannst also nicht wirklich beweisen dass sie falsch sind.

Die Grenze für die Gesetzgebung ist wenn die Leute anderen Menschen schaden.
Davon abgesehen gehört zur Meinungsfreiheit auch das Recht irrationale Meinungen zu haben.
Das mag unbefriedigend sein.
Aber die Alternative wäre eine Staatliche BEhörde die festlegt was rationale Meinungen sind und die anderen verbietet... und das wäre noch viel schlimmer.
Marouge schrieb:Seht Ihr ebenfalls vermehrten Handlungsbedarf seitens der Gesetzgebung, was Quacksalber, Scharlatane und Abzocker betrifft,
Jeder sollte das Recht haben mit seinem Geld und seinem Leben zu tun wie es ihm beliebt.
Die Betonung liegt auf SEINEM

Ich denke nicht das gesetzliche Krankenkassen für Behandlungen zahlen sollten deren Wirksamkeit nicht empirisch nachgewiesen werden kann.
Ich denke dass das Recht von Eltern sich für Behandlungsmöglichenkeiten von Krankheiten zu entscheiden in dem Moment erlöschen sollte indem sie das Leben ihres Kindes durch irrationalität signifikant in Gefahr bringen.


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Die Grenzen und Gefahren irrationaler Glaubenssysteme

10.04.2014 um 16:46
JPhys2 schrieb:Jeder sollte das Recht haben mit seinem Geld und seinem Leben zu tun wie es ihm beliebt.
Die Betonung liegt auf SEINEM
Das Problem ist aber die öffentliche Verbreitung der kruden Ideen.

Mir kam vor kurzen wirklich die Magensäure Literweise hoch als ich in einem Mysterythread las das Ärzte alles Idioten sind und einen sofort die Zwangsjacke und Fesseln anlegen wenn man erzählt das man Stimmen hört.
Und das hat nichts mehr mit Meinungsfreiheit zu tun, das ist gefährlich und verantwortungslos.

Es gab schon einige User hier auf Allmy die davon berichteten wie glücklich sie warten als nach der Therapie die Stimmen endlich weg waren und schämten sich dafür das sie die Stimmen für echt hielten.


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10.04.2014 um 16:52
@amsivarier
amsivarier schrieb:Und das hat nichts mehr mit Meinungsfreiheit zu tun, das ist gefährlich und verantwortungslos.
Auch das ist Meinungsfreiheit.
Wie gesagt die Gefahr was passieren kann wenn der Staat vorschreibt was man sagen und denken darf ist entschieden grösser.

Man sollte das eher durch eine verbesserung des Bildungssystemes bekämpfen auf dass die Bevölkerung die Narren als das erkennt was sie sind.
Anstelle den Narren das reden verbieten zu wollen...
amsivarier schrieb:Es gab schon einige User hier auf Allmy die davon berichteten wie glücklich sie warten als nach der Therapie die Stimmen endlich weg waren und schämten sich dafür das sie die Stimmen für echt hielten.
Wurde dieses positive Ergebnis dadurch erzielt dass man ihnen das reden verboten hat.
Oder dass man mit ihnen darüber gesprochen hat und sie davon überzeugt hat professionelle Hilfe zu suchen?


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10.04.2014 um 16:52
Na dann will ich mal ein paar Punkte zusammentragen contra Pseudowissenschaft und pro Rationalismus:

- Mangelndes Verständnis (der ganzen Welt, einzelner Themenbereiche...) wird durch Fantasie und Wunschdenken kompensiert und ersetzt, dadurch entfällt mühsame Einarbeitung in Themengebiete.

- Alternativerklärungen erscheinen oft leichter verständlich, sind somit "benutzerfreundlich".
Mühsame und langjährige (schweineteure) Investition in eigene Bildung erscheint somit obsolet und überflüssig. Das spricht mMn ganz klar das Faultier im Mensch an.

- Der Mangel an einheitlichen Strukturen und wissenschaftlicher Verhaltensweise scheint "alles möglich werden zu lassen" (Toyotaologie "nichts ist unmöglich")

- Pseudowissenschaft erklärt nichts und schert sich nicht um aufgeworfene Widersprüche, das führt dazu dass solche Thesen oftmals logisch erscheinen und gleichermaßen Türöffner für weitere Fantasien sind.

- Pseudowissenschaften thematisieren gerne Grundbedürfnisse (Essen, Schlafen, Gesundheit...vgl Maslow), scheinen sich somit um lebenswichtige Dinge zu kümmern, die naturgemäß jeden interessieren, oder sprechen alternativ tief verwurzelte Antipathien und Empathien an, welche ebenso wieder jeden anprechen (und sei es nur durch Abscheu).

- Aberglaube entzieht sich (meist plump, manchmal aber auch sehr geschickt) aller Falsifizierungsversuche, arbeitet mit Beweislastumkehr und "übersteht" so scheinbar Widerlegungsversuche (zumindest für den Pseudoanhänger und das reicht ja schon)

- Aberglaube, Vts, Pseudowi... sind irrationale Systeme, die sich fast immer durch fehlen rationaler Methoden wie Logik, Mathematik... auszeichnen und gegen solche Methoden auch immun zu sein scheinen. Soll heißen: Irrationalismus lässt sich nicht mit rationalen Methoden widerlegen.
____

Gibt sicher noch zig weitere Punkte. Welche wichtigen hab ich vergessen? Bitte ergänzen! Fände ich gut wenn wir hier eine möglichst umfangreiche Stichpunktlist zusammentragen könnten.


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