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Ist man normal - oder glaubt man das nur?

88 Beiträge, Schlüsselwörter: Normal, Abnormal

Ist man normal - oder glaubt man das nur?

02.05.2017 um 11:52
Er hat richtig hart an sich gearbeitet, und die Berge bearbeitet. Also kann doch diese Arbeit sein Eigenes gewesen sein?
Wenn man getrieben ist, ist man das dann von sich aus, oder kommt das von außen?  Oder beides?
Ich denke er war einfach sehr lebendig. Und nun ist Ruhe eingekehrt, aber nicht auf den Bergen.


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Ist man normal - oder glaubt man das nur?

02.05.2017 um 16:48
ich möchte mal mein wort an sogenannte psychisch kranke richten. (bin selber einer)

normal

dieses wort sollte man mal untersuchen.
hierzu möchte ich zwei Sachen anführen:
erstens: ist nicht vieles von dem was uns quält wesentlich leichter zu ertragen wenn wir uns sagen, ok das ist halt so - es ist normal. und ich mach ne grössere Sache draus als es ist.

und zweitens: sind wir selber wirklich so krank. oder ist viel davon eingeredet. erforscht das mal. ist etwas wirr kucken - oder mal was dummes sagen , wirklich etwas so schlimmes ? oder waren wir schon immer so - nur hat es uns früher nicht gestört.

ist also Krankheit nicht eher ein wert der uns übergestülpt wird ... und dann zum selbstläufer wird. und wir sind ganz normale bischen verquere menschen ? und die Krankheit ist im grunde nur das , dass wir uns selber so fertig deswegen machen.

ich denke diese zwei dinge können auch allen "normalos" hilfreich sein


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Ist man normal - oder glaubt man das nur?

03.05.2017 um 16:34
Wandermönch schrieb:erstens: ist nicht vieles von dem was uns quält wesentlich leichter zu ertragen wenn wir uns sagen, ok das ist halt so - es ist normal. und ich mach ne grössere Sache draus als es ist.
Wenn ich ne größere Sache draus mache als es ist, dann hat "es" mich vorher auch nicht sonderlich gequält. Das nennt man Sekundärgewinn einer Krankheit. Dann hat eine Krankheit den sichtbaren Platz eingenommen für ein anderes, Defizit. (Freud lässt grüßen) Aber das nur im Hinterkopf behalten, nicht primär voraussetzen!

Wir hatten das ja schon mal mit den Definitionen, mit Gesundheit. Das ist ein Idealzustand, den eigentlich keiner erreicht.

Das Problem bei "Krankheit" - "Nicht normal" ist und war es immer schon, dass die Definitions-Hoheit, nicht nur alleine bei dem Kranken liegt. In allen Kulturen, waren Priester und Mediziner eng verbunden, oder sogar in einer Person vereint. Schau dir mal das Symbol für Arznei und Medizin an, den Stab mit der Schlange. Das war und ist ein Herrschaftssymbol. Das hat ja Gründe, warum das so war und ist. Und Krankheit war und ist auch in allen Kulturen ein Ausnahmezustand, obwohl es ja eher die Regel ist. Mit Krankheit konnten Privilegien verbunden sein, genauso aber auch Stigmata.
Es reicht heute nicht aus, zu sagen: ich bin krank, wenn du in den Genuss von Lohnfortzahlung und Therapie und Medizin kommen möchtest.
Die ganze Gesundheitsbranche nahtlos übergehend in die Wellness-Fitnessbranche ist der Goldesel überhaupt.

Fahr mal an einem Freitag Abend in die Kindernotfallambulanz einer Stadt mit über 400.000 Einwohner. Du wirst Bauklötze staunen. Dort werden kleine Holzsplitter aus Füßen gezogen, Zecken entfernt, Grundschulkinder mit Fieber von 39,3 "behandelt", Anleitung gegeben, wenn ein Kleinkind Badeöl getrunken hat. Diese Kinder sind alles "Notfälle" und müssen einen Arzt aufsuchen und sie müssen alle von einem Arzt angeschaut werden.

Wie wirst du mit deinen körperlichen Unzulänglichkeiten umgehen, wenn du erwachsen bist?, wenn die, die für dich verantwortlich waren, die deine "Lebensversicherung" waren, so unsicher sind?

Bitte verstehe mich nicht falsch, ich will hier kein bushing von der Gesundheitsindustrie machen. Ich selber könnte heute nicht das Leben führen, was ich führe, wenn ich nicht zu dieser Zeit, in diesem System abgeworfen worden wäre, wenn nicht mutige, risikobereite Männer sehr gute Arbeit geleistet hätten.
Wandermönch schrieb:ist also Krankheit nicht eher ein wert der uns übergestülpt wird ... und dann zum selbstläufer wird.
Also von Wert würde ich nicht gerade sprechen. Übergestülpt bekommen ist ja eher passiv, sich was selbst anziehen dann eher aktiv. Und unbedingt, da läuft dann viel einfach immer weiter, weil man sich "eingerichtet" hat.


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PoorSoul
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Ist man normal - oder glaubt man das nur?

03.05.2017 um 21:23
Die Krankheiten sind heute ist vom Äußerlichen zum Inneren gewandert.

Während früher die Menschen durch unhygienische Zustände eiternde, offene Wunde hatten, die nicht heilten oder eine schlechte, geschürfte Haut durch harte, aufzehrende Arbeit, sind heute die Menschen vom Äußerlichen her physisch kerngesund.

Aber die Krankheit sehe ich ihnen noch an, die ist in das Innenleben gewandert. Jeden Tag gegen Mittag sitzen einige Kollegen und ich in der Innenstadt in einem Kaffee direkt in der Fußgängerzone. Dabei sehe mir die Leute intensiv an. Ich erkenne an ihren Gesichtern, dass sie gehetzt sind und die Konsumgüter, die sie gerade erst gekauft haben und mit sich tragen, sie nicht glücklicher gemacht hat. Im Gegenteil tragen sie diese wie einen weiteren Mühlstein, den sie sich um den Hals gehängt haben.
Ich erkenne in der Mimik eine Art verzweifelte Angst, die existentiell ist. Das ist wie die Angst vor dem Ertrinken.

Die Depression die danach kommt, ist eher wie eine Befreiung, weil es dann ein Übergang in einen gleichgültigen Zustand ist, indem den Depressiven klar wird, dass er all die Reize und Stimulanzien der Konsumgesellschaft nicht braucht.
Das ist ein kalter Entzug, der eigentlich nicht behandelt werden sollte, sondern auskuriert zu ende gebracht werden müsste.
Jeder Rückfall in alte Handlungsmuster verschlimmert die geistige Gesundung zu einem besseren, ausgeglichenen und gesünderen Leben.


Ich sollte ein alternativer Heilpraktiker werden ;-)


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Ist man normal - oder glaubt man das nur?

05.05.2017 um 17:57
Wandermönch schrieb am 02.05.2017:ist also Krankheit nicht eher ein wert der uns übergestülpt wird ... und dann zum selbstläufer wird. und wir sind ganz normale bischen verquere menschen ? und die Krankheit ist im grunde nur das , dass wir uns selber so fertig deswegen machen.

ich denke diese zwei dinge können auch allen "normalos" hilfreich sein
Die Trennung zwischen sog. "Normalos" und Menschen, die erkennbar seelisch leiden, ist künstlich.


Wie kam es kulturgeschichtlich zum Einsatz dieser künstlichen Trennlinie?
Darüber gibt es Bücher.

Es gibt nicht die "Kranken dort" und die "Gesunden hier". Das hat mit der menschlichen Wirklichkeit nicht viel zu tun.

Sehr wohl gibt es manchmal oder öfter Probleme. Schwierigkeiten des Verstehens, der Kommunikation usw.

Was viele Menschen mit schwerwiegenden psychischen Problemen auch brauchen, ist Kommunikation mit den sog. "Gesunden". Austausch, Verständnis, idealerweise sogar ein Verstehen, was zumindest nicht selten auch möglich ist.

Abgesehen davon ist bei weitem nicht jeder, der als gesund gilt, auch wirklich gesund.
Im Gegenteil, es gibt jede Menge Menschen, die als gesund gelten und die noch mehr und sogar noch viel gravierendere Probleme haben, als die sog. "Kranken".


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Ist man normal - oder glaubt man das nur?

05.05.2017 um 18:17
@ruku

ja ist alles ein undeutliches kuddel wuddel. hab auch ein buch das klar aufzeigt , warum das krank/gesund Weltbild im grunde genau andersrum ist.
warum also sich an ein herzloses System anpassen , wo mir doch alles in mir zeigt dass das nicht ok ist - aber diese Signale werden als krankhaft eingestuft.

schon kurios.

andererseits ist unsere geselschaft eine Matrix , in der alles an seinem optimalen platz ist - also vielleicht einfach vertrauen. hmmmm ist schwer so zu denken , wenn man der leidtragende ist.


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Ist man normal - oder glaubt man das nur?

06.05.2017 um 09:34
Wandermönch schrieb: also vielleicht einfach vertrauen. hmmmm ist schwer so zu denken , wenn man der leidtragende ist.
Na ja, es wird sich jedenfalls in absehbarer Zeit nicht wesentlich was ändern an dem Ganzen.

Es ist alles andere als gut, wie es jetzt nicht. Nein, Ich finde sogar, dass es nicht nur nicht gut ist, sondern grottenschlecht, in mehrer Hinsicht, ein Alptraum mit ein paar Blumen hier und da.

Wichtig ist, zu begreifen, dass man, egal ob "gesund" oder "krank", ein Lebensrecht hat.
Dieses Recht ist natürlich kein juristisches, sondern von der Natur aus.
Mit diesem Recht wird man geboren und zwar vollkommen unabhängig davon, wie die Geselschaft oder manche Mitglieder der Gesellschaft es sehen.

Niemand kann einem dieses Recht absprechen, weil es niemandem von Natur aus zustehen kann.
Aber es gibt natürlich Machtverhältnisse. Man muss aufpassen, dass man beides nicht miteinander vermischt.

Auf Menschen, die selbst ihr eigenes Leiden fürchten und davor fliehen, oft ein Leben lang, kann man sich gar nicht verlassen.
Nicht einmal dann, wenn sie an sich ganz nett zu sein scheinen.
Denn wer nicht leiden kann, kann auch die Realität nur partiell wahrnehmen. Er zerstückelt sie.
Der Mensch, der nicht leiden kann, beschneidet seine potentiellen Möglichkeiten und er kann so manches Wichtige, Zwischenmenschliche, einfach nicht erfassen - trotzdem gilt er als vermeintlich "gesund".


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Ist man normal - oder glaubt man das nur?

06.05.2017 um 18:01
Was ist schon normal?!

Ich für mein Teil empfinde das als normal was die Breite Masse tut. Da ich mich in vielen dingen aber definitiv nicht wie die breite Masse verhalte, würde ich mich als nicht normal bezeichnen^^


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