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Ausbildungsasyl - eine Lösung f. die Flüchtlingskrise?

51 Beiträge, Schlüsselwörter: Flüchtlingskrise, Ausbildungsasyl

Ausbildungsasyl - eine Lösung f. die Flüchtlingskrise?

07.10.2016 um 07:27
Moin.

Es gibt zwar bereits einen Thread von mir über die Frage, ob die Asylgesetzgebung angepasst werden muss, doch geht es dort um allgemeinere Fragen.

In diesem Thread soll ein konkreter Lösungsvorschlag für die fortbestehende Flüchtlingskrise diskutiert werden. Er lautet folgendermaßen:

Die deutschsprachigen Länder und im Vergleich auch andere europäische Länder gelten als vergleichsweise hochentwickelt.
Wissen, geistige Fähigkeiten, die Entwicklung spezieller und feinerer Fertigkeiten in allen Bereichen der Wirtschaft wird immer wichtiger gegenüber rein körperlichen Fähigkeiten.

Im Vergleich zu vielen Ländern des orientalischen und afrikanischen Raums besteht, no offense, ein deutlicher Vorsprung hinsichtlich Bildung, Technik, Spezialfertigkeiten und dergleichen.
Diese Tatsache ist EIN Faktor für relativ hohen Wohlstand und Frieden in unseren Landen.

Gleichzeitig bestehen in Ländern des orientalischen und afrikanischen Raumes vielfach mehr oder weniger schwere Kriegszustände und mehr oder weniger große Armut, Bildungsmangel, Versorgungsengpässe, technische Rückständigkeit... - woran leider auch westliche Firmen ihren Anteil haben insofern, als sie die Gegebenheiten vor Ort immer wieder gerne zu ihrem eigenen Vorteil und der Ausbeutung der Einheimischen und der Natur ausnutzen.
Doch dieser Punkt soll hier nicht das Hauptthema sein.

Vielmehr gilt:

aufgrund der Kriegszustände, aufgrund von Armut, Unterdrückung und Perspektivlosigkeit befinden sich zahlreiche Menschen auf Wanderungen oder ganz konkret auf der Flucht, ein Teil von ihnen versucht, nach Europa zu gelangen, bevorzugt in eines der deutschsprachigen oder skandinavischen Länder in der Hoffnung, dort ein Leben in Frieden und Wohlstand und Sicherheit zu finden.

Doch können wir beim besten Willen nicht einfach, gerade in einer immer mehr auf Effizienz ausgerichteten Wirtschaft, in kürzester Zeit zahlreiche, dem äußerst heterogenen Niveau der Einwanderer und Flüchtlinge angepasste und gutbezahlte Jobs schaffen.
Hinzu kommen Probleme bzw. Herausforderungen wie Wohnungsmangel und kulturelle Unterschiede/Zusammenstöße.


Asyl für alle? Alle aufnehmen, niemanden zurücklassen?
Wohl nicht machbar.
Doch darum niemandem oder nur sehr wenigen helfen?
Das ist abzulehnen.

Was also tun?

Wie wäre es mit folgendem Vorschlag:

Nutzen wir unsere Stärken - Bildung, Ausbildung, Wissen!
Diejenigen, auf welche die Asylkriterien nach den GfK NICHT zutreffen, die also KEINE ,,echten" Flüchtlinge sind, erhalten eine Art ,,Ausbildungsasyl".

Es wird ein Vertrag geschlossen, rechtlich wasserdicht, der eine Ausbildung in bestimmten oder selbstgewählten Berufen ermöglicht, die Erlangung von Grundbildung, ein Studium, etwas in der Art.
Auch Kontingente wären möglich.

Nach Abschluss der Ausbildung oder des Studiums MÜSSEN die Betreffenden Deutschland mindestens für einen bestimmten Zeitraum verlassen.
Idealerweise kehren sie in ihre Heimatländer zurück und betätigen sich dort mit ihrem erworbenen Wissen, ihren Kontakten und anderen Fertigkeiten beim Aufbau einer funktionierenden, modernen Wirtschaft, einer funktionierenden Zivilgesellschaft und/oder der Beseitigung der Kriegsschäden, wenn die Kriege/Bürgerkriegssituationen mittlerweile vorbei sind.

Aus meiner Perspektive wäre somit allen geholfen:

Die europäischen Nationen nehmen ihre humanistische Verantwortung wahr - oder weil es ja gerade so beliebt ist, davon zu reden, ihre ,,christliche" Verantwortung - und weisen hilfesuchende Menschen nicht einfach ab.
Doch sie setzen sich auch nicht unüberwindbaren Spannungen aus, indem ,,Integration mit der Brechstange" erfolgen muss, die Menschen mit ,,Ausbildungsasyl" sind ja nur eine gewisse Zeit hier.

Den Menschen mit Ausbildungsasyl wiederum werden die Möglichkeiten gegeben, etwas aus sich selbst zu machen, sich selbst zu helfen, ihr Land aufzubauen.
Sie werden dadurch unabhängiger vom Westen, sie müssen nicht mehr auf Hilfslieferungen, militärische Eingriffe oder Entwicklungshilfe in Höhe vieler Milliarden hoffen.

Was haltet ihr von diesen Ideen?
Sinnvoll, Unsinn? Machbar oder nicht? Wieso, weshalb, warum... :D


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datrueffel
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Ausbildungsasyl - eine Lösung f. die Flüchtlingskrise?

07.10.2016 um 07:56
@Kc

Ich verstehe schon, worauf du hinaus willst, keine Frage. Dennoch sehe ich hier einige schwerwiegende Probleme, die das nahezu unmöglich machen.

Wenn wir hier primär von Menschen reden, die aus dem orientalischen und/oder afrikanischen Raum kommen, dann wird das schon an der Sprachbarriere scheitern. Man kann nicht erwarten, das Menschen aus den ärmsten Teilen der Welt die englische, geschweige denn die deutsche Sprache beherrschen.

Ein Großteil der "Ausbildungszeit" ginge also schon durch das erlernen der Sprache "verloren".

Zudem muss man immer berücksichtigen, dass nicht jede technologische Entwicklung in den entsprechenden Regionen bekannt ist. Hier also teilweise erstmal Grundlagen geschaffen werden müssen.

Sollte es doch zu einem erfolgreichen Ausbildungsabschluss kommen und derjenige zurück in sein Heimatland gehen, dann besteht die Gefahr, dass das Erlernte dort nicht angewendet werden kann, da in dem Heimatland die Gegebenheiten ganz andere sind.

Wenn ich ehrlich bin, ist es die Asylproblematik auch nicht durch fehlende, schlechte oder mangelhafte Ausbildung entstanden und so lange man aus anderen Gründen sinnlose Kriege führt, wird auch ein erfolgreiche Ausbildung tausender Bedürftiger und Hilfesuchender keine Verbesserung der Problematik herbei führen.

Ich denke, dass das leider der falsche Ansatz ist, denn die Probleme liegen ganz woanders.

Was ich auch noch erwähnen möchte: Man hört ja zur Genüge die Aussage "Ausländer nehmen uns die Arbeit weg" - glaubst du, dass man dieses Klischee damit widerlegen könnte, oder meinst du nicht auch, dass das vielleicht sogar noch einen Keil zwischen die Ethnien treibt?


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Ausbildungsasyl - eine Lösung f. die Flüchtlingskrise?

07.10.2016 um 08:05
Ein Punkt fällt mir sofort auf. Bei deinem Vorschlag hätte Europa nach Ablauf der Ausbildung junge Menschen die gut ausgebildet sind und deren Ausbildung man finanziert hat.

Solche Menschen gibt man eigentlich nicht mehr freiwillig her.

Jetzt mal abgesehen davon, dass es wohl bei vielen sehr lange dauern würde, is die hier eine Ausbildung oder gar Studium abschließen können.

Auch ist es ja nicht so, dass die finanziellen Möglichkeiten unendlich sind. Unis leben schon jetzt sehr oft von privaten Geldgebern ( was nicht immer gut ist ).

Die Anstrengungen sollten in die Leute investiert werden, die Bleiberecht haben und nicht in die, die keines haben.


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Ausbildungsasyl - eine Lösung f. die Flüchtlingskrise?

07.10.2016 um 08:19
@datrueffel

Die Sprache ist sicherlich ein Thema.
Englisch ist allerdings, genau wie Französisch und Spanisch, durchaus auch im afrikanischen und orientalischen Raum relativ gut verbreitet, denke ich.
Beim Sprachenlernen spielen ja auch Motivation und Regelmäßigkeit des Lernens eine hohe Rolle. Zudem muss die deutsche Sprache nicht notwendigerweise perfekt beherrscht werden.
Meinen Erfahrungen in Sprachkursen mit Asylbewerbern nach kann bei regelmäßigem Lernen mehrfach die Woche innerhalb eines Jahres schon ein ordentliches Niveau erreicht werden.

Scheitern sollte es an sprachlichen Barrieren letztlich nicht, meine ich, wenn man kreativ und engagiert ist.
Zudem müssen sich ja auch angenommene Asylbewerber notwendigerweise erstmal umfangreich mit der Sprache befassen.
Sie tun es aus eigenem Antrieb, weil ihnen der Sinn klar ist, aber natürlich muss auch die Forderung dazu bestehen.

Dass das Ausbildungsasyl kein Modell für jeden ist, ist ja klar, ein Modell, um alle mitzunehmen, wird eher nicht machbar sein.
datrueffel schrieb:Zudem muss man immer berücksichtigen, dass nicht jede technologische Entwicklung in den entsprechenden Regionen bekannt ist. Hier also teilweise erstmal Grundlagen geschaffen werden müssen.
Ziel ist ja gerade die Fortentwicklung der Länder, ihrer Gesellschaften und Wirtschaft.
Also müssen natürlich neue Kenntnisse und auch Grundlagen erworben werden und neue Techniken und Verfahren eingeführt werden.
Logisch.
Das sehe ich aber als großen Hinderungsgrund.

Inwiefern die Ausgebildeten und Studierten in der Lage sind, in ihren Heimatländern ihre Fähigkeiten und ihr erworbenes Wissen anzuwenden, ist deren Angelegenheit, das kann niemand für sie übernehmen.
Einfaches Beispiel: Ich kann jemandem beibringen, wie man fischt und Angel oder Netz geben. Wenn er dann nicht fischen geht, ist das sein Problem, nicht meins. Er ist für sich selbst verantwortlich.

Auch in diesem Punkt gilt zudem, dass Fortentwicklung natürlich Neuerungen in einem Land notwendig machen.
War doch aber niemals und nirgendwo anders.
datrueffel schrieb:Wenn ich ehrlich bin, ist es die Asylproblematik auch nicht durch fehlende, schlechte oder mangelhafte Ausbildung entstanden und so lange man aus anderen Gründen sinnlose Kriege führt, wird auch ein erfolgreiche Ausbildung tausender Bedürftiger und Hilfesuchender keine Verbesserung der Problematik herbei führen.
Fehlendes Wissen, Bildung, Perspektiven und Fortentwicklung sind entscheidende Faktoren.
Sie bedeuten, dass archaische Methoden der Konfliktlösung bestehen bleiben und sich fortsetzen, weil die Leute es buchstäblich nicht besser kennen, nicht besser wissen.

Ein geringer beziehungsweise sehr konzentrierter Wohlstand erhöht Konfliktpotenzial, ein guter, typischer Grund für Kriege besteht darin, sich mehr Besitz und Macht zu sichern, als andere dies haben.

Mehr Wohlstand für alle, mehr Perspektiven, weniger Konfliktpotenzial, denke ich.

Sicherlich müssen die ausländischen Kräfte aufhören, immer wieder Krieg zu spielen, aber es ist ja nicht so, dass sie an jedem Konflikt schuld wären.
Innländische Gruppen und Personen, Ethnien, Stämme tragen da bedeutenden Anteil.


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07.10.2016 um 08:20
Ein möglicher Lösungsansatz, auch dass die Bundeswehr jetzt Asylsuchende ausbilden will, finde ich gut.

Aber: Menschen, auf welche die Asylkriterien nach den GfK NICHT zutreffen, sind Wirtschaftsflüchtlinge, nichts anderes.
Damit lädt man wieder die halbe Welt ein herzukommen, welches Land kann sich das auf Dauer leisten?
Und wer garantiert, dass der Ausgebildete dann auch in sein Land zurück geht und sich stattdessen nicht lieber einen gut bezahlten Job in einem anderen Land sucht?

Analphabetismus, Sprachbarrieren – ein Riesenproblem. Eine gewisse Bildung sollte vorhanden sein, aus einem Schafhirten macht man keinen Gehirnchirurgen, um es mal etwas flappsig auszudrücken. ;)

Wir reden in Deutschland im Jahr 2016 immernoch über die Ost-West-Angleichung und darüber, dass Frauen oft weniger als Männer verdienen.
Und dann so eine Aufgabe? Eher nicht machbar.


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Deepthroat23
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07.10.2016 um 08:21
@Kc

Die Idee an sich finde ich prima.

Aber folgendes Problem
Kc schrieb:Asyl für alle? Alle aufnehmen, niemanden zurücklassen?
Wohl nicht machbar.
Doch darum niemandem oder nur sehr wenigen helfen?
Das ist abzulehnen.
Diese Aussage ist unvereinbar mit dieser Aussage:
Kc schrieb:Auch Kontingente wären möglich.
Davon ab: Viele Schüler mit mittlerer Reife finden bereits keinen Ausbildungsplatz.
Studenten müssen für ihr Studium bezahlen.
Wie soll man der Bevölerung verkaufen, dass der Typ aus Simbabwe hier kostenfrei studieren darf und der Typ aus Landshut dafür Studiengebühren zu zahlen hat?
Kc schrieb:Nach Abschluss der Ausbildung oder des Studiums MÜSSEN die Betreffenden Deutschland mindestens für einen bestimmten Zeitraum verlassen.
Idealerweise kehren sie in ihre Heimatländer zurück und betätigen sich dort mit ihrem erworbenen Wissen, ihren Kontakten und anderen Fertigkeiten beim Aufbau einer funktionierenden, modernen Wirtschaft, einer funktionierenden Zivilgesellschaft und/oder der Beseitigung der Kriegsschäden, wenn die Kriege/Bürgerkriegssituationen mittlerweile vorbei sind.
Und was soll der Typ aus Simbabwe nun mit einem Kunst- Sport- oder selbst Physik-Studium in seiner Heimat machen?
MÜSSEN Deutschland verlassen - das klappt ja schon heute nicht.

Die Idee ist gut. Die Durchführung unmachbar.


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07.10.2016 um 08:32
@insideman
insideman schrieb:Ein Punkt fällt mir sofort auf. Bei deinem Vorschlag hätte Europa nach Ablauf der Ausbildung junge Menschen die gut ausgebildet sind und deren Ausbildung man finanziert hat.

Solche Menschen gibt man eigentlich nicht mehr freiwillig her.
Aber wir nehmen gerne bereits hochqualifizierte und gut gebildete Menschen von außen auf und entziehen damit praktisch anderen Ländern know how und fähige Leute zu unserem eigenen Vorteil.
Das trägt dazu bei, dass die Entwicklung in anderen Ländern sehr langsam verläuft oder gänzlich fehlerhafte Richtungen nimmt.

Warum nicht mal über den eigenen Schatten springen und nicht nur den eigenen Vorteil im Sinne haben?
Wenn wir bereitwillig die Guten nehmen, können wir auch Gute geben.

Immerhin nützt ,,uns" das ja auch, mittel- und längerfristig dürften weniger Asylbewerber nach Europa kommen, weil die
Fluchtgründe langsam wegfallen. Speziell im wirtschaftlichen Bereich, die ungeliebten ,,Wirtschaftsflüchtlinge" würden ihre Gründe verlieren für die Reise.

So extrem schnell dürfte Europa trotzdem keine massive Konkurrenz erwachsen, ein weiterer Pluspunkt.
insideman schrieb:Jetzt mal abgesehen davon, dass es wohl bei vielen sehr lange dauern würde, is die hier eine Ausbildung oder gar Studium abschließen können.
Das wird sehr unterschiedlich sein.
Man könnte es mit Niveaustufen regeln oder auch gewisse Vorbedingungen stellen. Du hast ja auch unter Asylbewerbern und Zuwanderern buchstäblich alle Level an Bildung und Fähigkeiten.
Wer noch nicht mal zählen oder seinen eigenen Namen schreiben kann, den setzt man natürlich nicht gleich mal in die Uni :D
insideman schrieb:Auch ist es ja nicht so, dass die finanziellen Möglichkeiten unendlich sind. Unis leben schon jetzt sehr oft von privaten Geldgebern ( was nicht immer gut ist ).
Es würde sich die Frage stellen, was mehr kostet und was am Ende den größeren Nutzen bringt bzw. das beste Ergebnis.
Wenn das Ziel ist, dass weniger Flüchtlinge und Zuwanderer auftauchen, dann kann man das auf verschiedene Weise regeln.

Ganz radikal, 10 Meter hohe Mauer um Europa, bewaffnete Wachen draufstellen - das wird jetzt natürlich nicht funktionieren, aber es ist verständlich, denke ich, was ich sagen will.
Bei dieser Variante igelt man sich einerseits ein, versucht aber weiterhin, den Rest der Welt zu seinem eigenen Vorteil auszunutzen. Mit dieser Version kann ich mich nicht anfreunden. Sie hat für mich das Motto:,,Ich will von dir profitieren, aber ansonsten bist du mir egal, ich will nichts von dir wissen, helf dir selber."

Oder aber man arbeitet an den Fluchtgründen auf eine nützliche, hilfreiche Weise und nimmt dabei auch eine Verantwortung wahr, die dieser Tage immer wieder großartig beschworen wird.
Wir rühmen uns gerne unserer Zivilisiertheit, des Humanismus, des Christentums, der Aufklärung, der Menschenrechte.
Wie können wir das alles glaubhaft tun, wenn wir, geht es an die Prüfung dieser Werte, diese ganz schnell über Bord werfen?
Dann sind sie nicht mehr, als schöne Sonntagsreden.

Verwenden wir doch das Geld, dass in die Kriegsindustrie im weiteren Sinne fließt, um Gründe für Krieg und Armut sinnvoll anzugehen. Ich glaube, es würde sich lohnen.


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datrueffel
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Ausbildungsasyl - eine Lösung f. die Flüchtlingskrise?

07.10.2016 um 08:33
Kc schrieb:Englisch ist allerdings, genau wie Französisch und Spanisch, durchaus auch im afrikanischen und orientalischen Raum relativ gut verbreitet, denke ich.
Und wie viele Ausbilder, die gut die entsprechenden Sprachen beherrschen, sitzen in den deutschen mittelständischen Unternehmen? Du weißt doch garantiert selber, wie sehr sich ein Großteil ziert, wenn er mal eine andere Sprache sprechen muss, oder?

Zudem werden vielleicht sogar notwendige Kapazitäten "verbraucht" und diese werden dann irgendwo fehlen. Eventuell bei der Ausbildung der einheimischen Auszubildenden.
Kc schrieb:Inwiefern die Ausgebildeten und Studierten in der Lage sind, in ihren Heimatländern ihre Fähigkeiten und ihr erworbenes Wissen anzuwenden, ist deren Angelegenheit, das kann niemand für sie übernehmen.
Aha. Also wir bilden die entsprechenden Personen aus und dann "schicken" wir sie zurück und geben Ihnen mit auf dem Weg "was ihr mit eurer Ausbildung macht, ist euer Bier"? Wie willst du das dem deutschen Steuerzahler kommunizieren?

Hast du eine Ahnung, was die Ausbildung eines einheimischen jungen Menschen kostet? Dann kannst du die Ausbildung des ausländischen Mitbürgers locker mit dem Faktor 2 rechnen.
Kc schrieb:Mehr Wohlstand für alle, mehr Perspektiven, weniger Konfliktpotenzial, denke ich.
Das erreichst du aber nicht durch die Ausbildung einzelner Leute. Vorallem dann nicht, wenn in den entsprechenden Ländern weder die Technologie vorherrscht, noch die Infrastruktur.
Kc schrieb:Sicherlich müssen die ausländischen Kräfte aufhören, immer wieder Krieg zu spielen, aber es ist ja nicht so, dass sie an jedem Konflikt schuld wären.
Innländische Gruppen und Personen, Ethnien, Stämme tragen da bedeutenden Anteil.
Es spielt doch in dem Fall keine Rolle, wer hier Krieg führt, bzw. wer der Initiator des Krieges ist...schlimm ist, dass er geführt wird und hier sollte man Grundlagen schaffen, dass es nicht nötig ist Kriege führen zu müssen.

Als Alternativvorschlag könnte man ja noch anbringen, dass die Ausbildung vor Ort durchgeführt wird um eben die Gegebenheiten und die vorherrschenden Bedingungen in die Ausbildung mit einfließen zu lassen. Das sehe ich als erfolgsversprechender an, als das "Ausbildungsasyl".

Des Weiteren braucht es für einige Berufe auch noch Weiterbildungen und/oder Spezifizierungen. Wie lange soll dieses Ausbildungsasyl denn laufen? Nach genau 3 Jahren wird derjenige zurückgeschickt? Im schlimmsten Fall hast du dann jemanden ausgebildet, der zwar theoretische Fähigkeiten besitzt und rudimentäre praktische, aber nach Ankunft in seinem Heimatland stünde er dann auf verlorenen Posten, da dort nicht viele dieses Wissen haben, die Gegebenheiten anders sind und er nicht improvisieren kann, da er einfach die Praxiserfahrung nicht hat.


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07.10.2016 um 08:49
@DiePandorra
DiePandorra schrieb:Aber: Menschen, auf welche die Asylkriterien nach den GfK NICHT zutreffen, sind Wirtschaftsflüchtlinge, nichts anderes.
Selbstverständlich - deshalb kriegen sie ja auch kein Asyl, nicht wahr :D

Nichtsdestotrotz sind sie da und es besteht ein Problemzustand, der zu lösen ist. Ich kann mich mit dem Gedanken nicht anfreunden, einfach zu sagen:,,Tja, kein Asyl für dich, ab in den Flieger und weg mit dir."
Damit ist doch nicht wirklich geholfen, man schafft sich nur zeitweise ein Problem vom Hals. Es ist kein Fortschritt, der schwarze Peter wird nur verschoben.
DiePandorra schrieb:Damit lädt man wieder die halbe Welt ein herzukommen, welches Land kann sich das auf Dauer leisten?
Die halbe Welt wird nicht kommen, weil die meisten Menschen wohl weder die Möglichkeiten noch die Lust oder den Willen dazu haben. Diese Sorge kann man eigentlich als unbegründet abweisen. Genauso, wie die Behauptung, Europa werde mit Ausländern geflutet.
Ins Spiel gebracht hatte ich ja auch die Kontingentlösungen. Als grobes Beispiel: Pro Jahr bekommen aus dem Land X 1000 Personen Ausbildungsasyl.

Man muss natürlich einem gewissen Realismus Rechnung tragen.
Das Modell ist nicht für jeden und kann auch nicht auf einen Schlag alle Herausforderungen lösen. Es ist völlig klar: die europäischen Länder, schon gar nicht Deutschland allein, können alle Armen bei sich versammeln und versorgen.

Aber: Mein Modell bietet wenigstens einen Lösungsansatz - etwas tun ist besser, als nichts tun.
DiePandorra schrieb:Und wer garantiert, dass der Ausgebildete dann auch in sein Land zurück geht und sich stattdessen nicht lieber einen gut bezahlten Job in einem anderen Land sucht?
Das kann selbstverständlich keiner garantieren. Wenn der Afghane mit seinem Master of Business dann lieber in die USA oder nach China geht, ist das halt so. Jedoch sind doch gerade bei diesen Leuten Familie und Stamm Faktoren, die ins Heimatland zurückziehen. Wer lässt es sich gerne in fremden Ländern gut gehen, während es zu Hause für Familie und Freunde mies läuft?

Ich bin jedenfalls sicher, rechtlich wäre es möglich, solche Verträge aufzulegen, dass der Mensch mit Ausbildungsasyl nach Beendigung der Ausbildung das Land/Europa für einen gewissen Zeitraum verlassen MUSS.
DiePandorra schrieb:Analphabetismus, Sprachbarrieren – ein Riesenproblem. Eine gewisse Bildung sollte vorhanden sein, aus einem Schafhirten macht man keinen Gehirnchirurgen, um es mal etwas flappsig auszudrücken. ;)
Muss man ja auch nicht :D
Der Schafhirte wird sich wohl ohnehin eher für moderne Landwirtschaft und Viehzucht und dergleichen interessieren.
Man wacht ja eigentlich nicht als Durchschnittsperson morgens auf und denkt:,,Ich will Hirnchirurg werden!"
DiePandorra schrieb:Wir reden in Deutschland im Jahr 2016 immernoch über die Ost-West-Angleichung und darüber, dass Frauen oft weniger als Männer verdienen.
Das ist, bei allem Respekt, ein first-world-problem, dessen Fortbestehen vor allem unserer Faulheit geschuldet ist.
Beziehungsweise der Faulheit der Politik. Es könnte in kürzester Zeit durch Gesetzesanpassungen geregelt werden. Es hätte schon lange geregelt sein können.
Nur: Von nichts kommt nichts, wenn man nicht handelt, bleiben negative Zustände eben so, wie sie sind.
DiePandorra schrieb:Und dann so eine Aufgabe? Eher nicht machbar.
Vielleicht doch!
Ich habe noch keinen zwingenden Grund gelesen, warum nicht.


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Ausbildungsasyl - eine Lösung f. die Flüchtlingskrise?

07.10.2016 um 09:03
@Deepthroat23
Deepthroat23 schrieb:Diese Aussage ist unvereinbar mit dieser Aussage:
Wieso sind die unvereinbar?

Dass man nicht allen helfen kann, darf nicht bedeuten, niemandem zu helfen. Man hilft also logischerweise einigen.
Kontingente beinhalten diesen Gedanken.
Es geht darum, einen Weg zwischen Anspruch und Realismus zu finden.
So hätte man einen Kompromiss mit Kontingenten, man trägt der Tatsache Rechnung, sich nicht um alle armen Menschen kümmern zu können, wäscht aber auch nicht seine Hände in Unschuld und tut gar nichts.

Wenn ich beispielsweise 1000 Leuten helfen kann, aber nicht 10.000, habe ich ein Kontingent.
Ich kann mich um die 1000 kümmern. Dass die 9000 anderen keine Hilfe bekommen, naja, das ist Pech, muss man so knallhart sagen. Für die wird es vielleicht im nächsten Jahr was oder sie profitieren dann von den Rückkehrern.
Deepthroat23 schrieb:Davon ab: Viele Schüler mit mittlerer Reife finden bereits keinen Ausbildungsplatz.
Das hat recht unterschiedliche Gründe.
Die Wunschausbildung ist nicht verfügbar, vll. nur nicht am Ort. Die Bewerber sind nicht geeignet, haben beispielsweise ein Allgemeinwissen, dass dem eines Feuersalamanders gleicht oder können sich nicht anständig artikulieren/anziehen/pünktlich sein.
Zu hohe Ansprüche sind mit unter auch ein Thema. Motto:,,Äh, ich mach doch nicht den Dreck von anderen weg, wer bin ich denn!?"
Es gibt viele Gründe.

Zahlenmäßiger Mangel an Ausbildungsplätzen ist eher das geringere Problem, denke ich.
Deepthroat23 schrieb:Studenten müssen für ihr Studium bezahlen.
Wie soll man der Bevölerung verkaufen, dass der Typ aus Simbabwe hier kostenfrei studieren darf und der Typ aus Landshut dafür Studiengebühren zu zahlen hat?
Die Hintergründe sind doch unterschiedlich.
Wir müssen kleinkarierten Egoismus aufgeben und unsere Situation und unseren Wohlstand anders, realistischer einschätzen im Vergleich zum Rest der Welt.
Ich finde es beispielsweise ein Unding, wenn sich Menschen darüber aufregen, dass echte Kriegsflüchtlinge, die mit Leib und Leben davongekommen sind, ein Smartphone besitzen oder Sozialhilfen bekommen. Von wegen:,,Boah, die sind ja gar nicht arm, Sauerei, ich will auch!"

Wir sollten so realistisch sein und sehen, dass eine gewisse materielle Armut in Deutschland in keinster Weise mit der extremen Armut vergleichbar ist, die in vielen Ländern des afrikanischen Raums besteht.

Der Typ aus Landshut hat ganz andere Hintergründe.

Ein weiteres Argument, das man der Bevölkerung geben kann, bestünde auch darin, ihr klarzumachen:,,Leute, ihr wollt weniger Zuwanderer, ihr wollt keine 'Wirtschaftsflüchtlinge' - fein, dann tut auch was dafür, anstatt nur Rumpelstilzchen zu geben".
Deepthroat23 schrieb:Und was soll der Typ aus Simbabwe nun mit einem Kunst- Sport- oder selbst Physik-Studium in seiner Heimat machen?
MÜSSEN Deutschland verlassen - das klappt ja schon heute nicht.
Das ist seine Angelegenheit.
Wir geben ihm nur die Möglichkeit, etwas aus sich zu machen und haben damit unseren Teil der Verantwortung erledigt.


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Ausbildungsasyl - eine Lösung f. die Flüchtlingskrise?

07.10.2016 um 09:09
@Kc
deinen Vorschlag halte ich für sehr gut.
ich würde ihn allerdings nicht mit dem Thema "Flüchtlingskrise" assoziiert sehen wollen, sondern beim Thema "Entwicklungshilfe" ansiedeln.



Junge Menschenkönnte man gut über Kontingente nach Europa /Nordamerika/ aber auch Japan etc holen. hier könnte man ihnen eine angepasste Ausbildung angedeihen lassen sprich Verwaltungsberufe, medizinische Berufe, Ingenieurestudiengänge, ganz viel Handwerksausbildung entsprechend ihrer Herkunft.
wichtig: die jungen Menschen kommen mit Verträgen nach zB Deutschland. In den Verträgen sind die Aufenthaltsdauer und der Zweck des Aufenthaltes (Ausbildung) klar geregelt. Nur wer sich mit dem Model einverstanden erklärt, kann kommen. Wenn die Aufenthaltsberechtigung endet, endet auch jegliche finanzielle Unterstützung und es gibt keine Ausnahmen (schöne Wohnung gefunden, plötzlich seltene Krankheit entdeckt, höher Ausbildung angestrebt etc......) wer eine 3-5jährige Ausbildung erhält, darf genau 3-5 Jahre im fremden LAnd bleiben.

was unsere staatliche Entwicklungshilfe seit Jahren macht ist Geld in korrupte Systeme zu stecken.

ich bin absolut dagegen (wie es Anfang 2015 gemacht wurde) die Neuzugezogenen, als Arbeitskräfte für Deutschland und als mögliche Lösung unseres demografischen Wandels zu feiern.
das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Wir sollten es tunlichst meiden, aus den ärmsten Ländern der Welt auch noch die wenigen gut ausgebildeten Menschen abzuziehen um unseren Reichtum zu mehren!!


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Ausbildungsasyl - eine Lösung f. die Flüchtlingskrise?

07.10.2016 um 09:12
@Deepthroat23
Deepthroat23 schrieb:Viele Schüler mit mittlerer Reife finden bereits keinen Ausbildungsplatz.
in Deutschland gab es noch nie soviele unbesetzte Ausbildungsstellen wie heuer.

leider verlassen unsere Schulen eine Menge junger Menschen, die über ungenügend Bildung verfügen , leistungsunwillig und komplett unfähig zu gewisser Anstrengung sind.


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07.10.2016 um 09:18
@datrueffel
datrueffel schrieb:Und wie viele Ausbilder, die gut die entsprechenden Sprachen beherrschen, sitzen in den deutschen mittelständischen Unternehmen? Du weißt doch garantiert selber, wie sehr sich ein Großteil ziert, wenn er mal eine andere Sprache sprechen muss, oder?
Wo ein Wille ist, ist meist auch ein Weg.
Bequemlichkeit und fehlende Überzeugung sind die größten Probleme, nicht fehlende Fähigkeiten.
Wir können Lösungen finden, wenn wir bereit sind, Engagement zu zeigen!
datrueffel schrieb:Zudem werden vielleicht sogar notwendige Kapazitäten "verbraucht" und diese werden dann irgendwo fehlen. Eventuell bei der Ausbildung der einheimischen Auszubildenden.
Mehr Jobs für Personen, die Aus- und Fortbildungen leiten können und wollen.
Die Investitionen könnten sich lohnen.
datrueffel schrieb:Aha. Also wir bilden die entsprechenden Personen aus und dann "schicken" wir sie zurück und geben Ihnen mit auf dem Weg "was ihr mit eurer Ausbildung macht, ist euer Bier"? Wie willst du das dem deutschen Steuerzahler kommunizieren?
Auf unterschiedliche Weise.
Man kann ihnen knallhart sagen:,,Wenn ihr weniger/keine Zuwanderer und so genannte Wirtschaftsasylanten wollt, dann müsst ihr auch was dafür tun. Kommt aus eurer Problemzone raus, statt nur rumzumaulen."

Man kann ihnen aber auch vernünftig erklären, warum es sich auch FÜR SIE SELBST lohnt, wenn die Armut in anderen Teilen der Welt sinkt. Man kann sie daran erinnern, dass sie sich gerne für zivilisierter, aufgeklärter, gebildeter, kultivierter halten.
Dass sie so große Stücke auf Humanismus oder Christentum halten.
Dann sollen sie auch danach handeln, statt nur zu reden.

Zudem könnten auch Industriezweige rund um die Bildungsindustrie florieren.
Möglichkeiten.

Es passt auch zu dem guten, deutschen Spruch, dass man seines Glückes Schmied ist :D
datrueffel schrieb:Das erreichst du aber nicht durch die Ausbildung einzelner Leute. Vorallem dann nicht, wenn in den entsprechenden Ländern weder die Technologie vorherrscht, noch die Infrastruktur.
Doch, auch durch die Einzelnen.
Überleg doch mal, wenn es wissenschaftliche Durchbrüche gab, Meilensteine der Forschung, technische Entwicklungen, Einführung neuer Technologie - haben da etwa stets simultan große Menschengruppen dran gearbeitet?
Oder haben oft Einzelpersonen geforscht, gebaut, gebastelt, nachgedacht, Ideen angetrieben, entwickelt?
Also das Feuer des Fortschritts entfacht, auch gegen Widerstände und Skepsis!

Auch wer zuerst mit dem Rad kam oder dem Auto, wird sicherlich zu hören bekommen haben:,,Wozu, brauchen wir doch nicht, den Kram! Wir haben doch unsere Füße/Pferdekutschen, weg damit!"
datrueffel schrieb:Vorallem dann nicht, wenn in den entsprechenden Ländern weder die Technologie vorherrscht, noch die Infrastruktur.
Viel zu tun, viel Arbeit. Auch für die ungebildeteren Leute, die nur für einfachere Arbeiten nützlich sind.
Gute Sache.

Ich will ja jetzt keine unangemessenen Vergleiche ziehen, aber die Autobahnen damals in Deutschland wurden auch nicht nur von Wissenschaftlern gebaut :D
datrueffel schrieb:Es spielt doch in dem Fall keine Rolle, wer hier Krieg führt, bzw. wer der Initiator des Krieges ist...schlimm ist, dass er geführt wird und hier sollte man Grundlagen schaffen, dass es nicht nötig ist Kriege führen zu müssen.
Doch, es spielt eine Rolle, wer warum Krieg führt. Daraus ergeben sich Hinweise, wie man ihn beenden kann.
,,Krieg ist schlimm, Punkt." - und dann? Dann haben wir Syrien, wo es alle blöd finden, aber die Welt ewig gewartet hat, bis sie sich bewegte.
datrueffel schrieb:und hier sollte man Grundlagen schaffen, dass es nicht nötig ist Kriege führen zu müssen.
Genau das ist der Plan.
datrueffel schrieb:Des Weiteren braucht es für einige Berufe auch noch Weiterbildungen und/oder Spezifizierungen. Wie lange soll dieses Ausbildungsasyl denn laufen? Nach genau 3 Jahren wird derjenige zurückgeschickt? Im schlimmsten Fall hast du dann jemanden ausgebildet, der zwar theoretische Fähigkeiten besitzt und rudimentäre praktische, aber nach Ankunft in seinem Heimatland stünde er dann auf verlorenen Posten, da dort nicht viele dieses Wissen haben, die Gegebenheiten anders sind und er nicht improvisieren kann, da er einfach die Praxiserfahrung nicht hat.
Man könnte Kompromisse beim Niveau der Ausbildungen eingehen.
Ich halte es nicht für notwendig, dass jeder gleich eine komplette, perfekte Ausbildung auf maximalem, deutschem Niveau erhalten muss.
Schon Grundausbildungen für eine größere Zahl bringen weiter. Diese können später ausgebaut werden.
Auch vor Ort.

Das Prinzip, dass Wissen und Fertigkeiten nach und nach erweitert und vertieft werden, kennen wir doch bereits, man lernt nicht am ersten Tag alles, was man wissen muss und übt dann 3 Jahre nur noch. Man lernt nach und nach und erklimmt so die Stufen.


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Ausbildungsasyl - eine Lösung f. die Flüchtlingskrise?

07.10.2016 um 09:26
So lang es neutral gehalten wird - das heißt keine normalen Arbeitsplätze deswegen verdrängt werden, dadurch dass Arbeitgeber sich ausländische Auszubildende einstellen und diese am Ende nur Hilfsarbeiten verrichten lassen (statt dafür zum normalen Lohn nen Inländer einzustellen - dessen Stelle dann verloren ging ... Ausbildungsvergütung wär ja geringer).

Man muss bedenken, dass diese ja weggehen und nur während des Aufenthalts als Konsumenten (und somit konsumsteigernd -> mehr Angebot, eventuell auch mehr Arbeitsplätze total) zur Verfügung stehen. (Hält man das natürlich aber konsequent durch kommen immer neue nach und es könnte dauerhaft wirken.)

Sinnvoller wärs wenn dt. Firmen dort (eventuell mit staatlicher/militärischer - zum Schutz - Hilfe sich Niederlassungen aufbauten, vor Ort produzierten - wär auch billiger für die dann - und vor Ort auch verkaufen würden ... aber dann würden sicher genügend direkt billig da produziern wollen statt in Deutschland und hier stellen verlorn gehn).

Wenn man diese ganzen Gebiete komplett unter dt. Verwaltung stellen könnte wärs vielleicht besser. Könnte man mehr dort machen. Und die Löhne so anpassen (und auch Sozialversicherung einführen in die eingezahlt wird), dass nicht automatisch nur noch da produziert wird.


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Deepthroat23
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Ausbildungsasyl - eine Lösung f. die Flüchtlingskrise?

07.10.2016 um 09:28
@Kc
Kc schrieb:Ich kann mich um die 1000 kümmern. Dass die 9000 anderen keine Hilfe bekommen, naja, das ist Pech, muss man so knallhart sagen. Für die wird es vielleicht im nächsten Jahr was oder sie profitieren dann von den Rückkehrern.
So ist es doch in der Theorie heute schon. Praktisch ist das einfach nicht durchzusetzen.
was machst du z.b. mit denen, die ihr Studium nicht schaffen, ihre Ausbildung abbrechen... Raus werfen? Das ist nicht praktikabel.
Kc schrieb:Wir müssen kleinkarierten Egoismus aufgeben und unsere Situation und unseren Wohlstand anders, realistischer einschätzen im Vergleich zum Rest der Welt.
Sorry, aber genau das ist pure Utopie.
Das ganze System baut auf zwei wichtigen Faktoren auf:
1. Die einheimische Bevölkerung, deutsche wie Ausländer muss gedanklich so weit sein, dass sie nicht nur bereit sind, Milliarden ihres Vermögens für die Ausbildung "Fremder" auszugeben.
Sie müssen auch noch akzeptieren, dass der Nachbar im Lesesaal nach der Vorlesung in seine kostenfreie Unterkunft geht, wärend man selbst womöglich noch für 450 Euro putzen gehen muss um nach dem Abschluss sein Bafög zurück zahlen zu können.
Daran wird es schon scheitern, da sind wir uns vermute ich mal einig.
2. Diejenigen, die dieses Angebot in Anspruch nehmen müssen das von Anfang bis Ende durchziehen. Es ist absolut kein Raum für Leute, die dieses System ausnutzen wollen.
Das ist die kleinere der beiden Hürden, aber auch da sehe ich große Probleme.


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Deepthroat23
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Ausbildungsasyl - eine Lösung f. die Flüchtlingskrise?

07.10.2016 um 09:32
@lawine
lawine schrieb:leider verlassen unsere Schulen eine Menge junger Menschen, die über ungenügend Bildung verfügen , leistungsunwillig und komplett unfähig zu gewisser Anstrengung sind.
Das Gegenteil ist der Fall. Die offenen Lehrstellen sind gerade die im Handwerk. Problematisch ist da, dass es immer weniger Schulabgänger mit mittlerer Reife gibt und immer mehr mit Abitur und Fachhochschulreife.
Abiturienten wollen nunmal nicht Klemptner werden.


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Ausbildungsasyl - eine Lösung f. die Flüchtlingskrise?

07.10.2016 um 10:01
@Kc
Kc schrieb:Diejenigen, auf welche die Asylkriterien nach den GfK NICHT zutreffen, die also KEINE ,,echten" Flüchtlinge sind, erhalten eine Art ,,Ausbildungsasyl".
Ist doch im Integrationsgesetz schon so beschlossen...
Es wird m.W. allerdings immer geprüft, ob zu erwarten ist, dass der abgelehnte Asylbewerber für längere Zeit nicht in sein Heimatland zurückgeschickt werden kann. Es findet also eine Einzelfallprüfung statt.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article156905294/Unter-einer-Bedingung-koennen-abgelehnte-Asylbewerber-bleiben.h...

http://www.bmas.de/DE/Schwerpunkte/Neustart-in-Deutschland/Neustart-Asylsuchende/integrationsgesetz.html


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Ausbildungsasyl - eine Lösung f. die Flüchtlingskrise?

07.10.2016 um 10:13
@Kc

So ein Programm gibt es in anderen Ländern schon, zum Beispiel in den USA. Die Idee ist gut, wie @lawine sagt, stammt sie aus dem Bereich der Entwicklungshilfe. Die Idee ist: wir teilen unser Wissen mit jenen, die im eigenen Land nicht die Ressourcen haben, die Universitäten, die Ausbildungsstätten usw., damit diese dann zurück in ihre Heimat gehen und dort das Land aufbauen.

Damit die das auch tun, sieht das Einwanderungsgesetz der USA vor, dass Absolventen dieses Programms kein anderes Visum und keine andere Aufenthaltserlaubnis erhalten können, bevor sie nicht mindestens 2 Jahre nach Ende der Ausbildung in ihrem Heimatland verbracht haben.

Soweit die Theorie. Ich arbeite recht oft mit Absolventen dieser Programme zusammen und stelle zwei massive Probleme fest:

1. Die jungen Ausländer, die diese Programme absolvieren gehören meist zur Elite ihrer Länder, wobei Elite nicht unbedingt die "geistige" Elite meint, sondern einfach, dass die Eltern zu den reichsten im Land gehören - obwohl die Ausbildung etc. meist vom amerikanischen Steuerzahler als "Entwicklungshilfe" bezahlt wird.

Diese Leute finden sehr schnell sehr grossen Gefallen am amerikanischen Lebensstil und haben sehr oft kein sonderlich grosses Interesse, nach erfolgter Ausbildung wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Im Gegenteil: die Frage, wie man mit welcher Ausnahmegenehmigung die Verpflichtung der Rückkehr umgehen kann ist die meistgestellte Frage im Programm.

2. Das hat oft auch etwas damit zu tun, dass die Ausbildung irgendwo an den Bedürfnissen des Heimatlands vorbeigeht. Entweder gibt es zwar einen Bedarf für diese Absolventen, jedenfalls in der Theorie, aber der Staat oder die Wirtschaft dort kann die Absolventen gar nicht bezahlen, oder will es vor allem auch nicht.

Oder die Ausbildung geht am Niveau des Heimatlandes komplett vorbei. Ich kenne hier einige Afrikaner, die zu wirklich guten medizinisch-technischen Assistenten ausgebildet wurden, Fähigkeiten erlernt haben, die im Gesundheitssystem ihres Heimatlandes dringend gebraucht würden - nur: sie können diese dort gar nicht anwenden. Im ganzen Land gibt es vielleicht nur ein einziges funktionsfähiges Labor. Im ganzen Land steht nirgends ein so ausgefeilter Computertomograph. Usw. Es fehlt hier ganz offensichtlich an einer Koordination des Ausbildungsprogramms mit der Entwicklungshilfe. Und oft liegt das Problem wieder beim Heimatland: es kann gut sein, dass die USA auch das schöne teure Gerät geliefert haben. Aber es wurde nicht gewartet, es ging ein Teil kaputt - das Geld, das die Reparatur kosten würde, wird lieber für einen neuen swimming pool im Präsidentenpalast verwendet, oder für einen neuen Panzer.

Der langen Rede kurzer Sinn: die Idee ist gut aber nicht neu. Soll sie erfolgreich umgesetzt werden, müssen noch einige andere Dinge beachtet und geändert werden.


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Ausbildungsasyl - eine Lösung f. die Flüchtlingskrise?

07.10.2016 um 10:27
@lawine
Junge Menschenkönnte man gut über Kontingente nach Europa /Nordamerika/ aber auch Japan etc holen. hier könnte man ihnen eine angepasste Ausbildung angedeihen lassen sprich Verwaltungsberufe, medizinische Berufe, Ingenieurestudiengänge, ganz viel Handwerksausbildung entsprechend ihrer Herkunft.
Genau, auch das wäre möglich. Raketentechniker sind von nachrangiger Wichtigkeit, wenn das Land fast völlig agraisch ist :D
Das kann man ja berücksichtigen beim Angebot der Plätze.
Wir haben ja die Freiheit, anzubieten, worin Ausbildungen möglich sind.
wichtig: die jungen Menschen kommen mit Verträgen nach zB Deutschland. In den Verträgen sind die Aufenthaltsdauer und der Zweck des Aufenthaltes (Ausbildung) klar geregelt. Nur wer sich mit dem Model einverstanden erklärt, kann kommen. Wenn die Aufenthaltsberechtigung endet, endet auch jegliche finanzielle Unterstützung und es gibt keine Ausnahmen (schöne Wohnung gefunden, plötzlich seltene Krankheit entdeckt, höher Ausbildung angestrebt etc......) wer eine 3-5jährige Ausbildung erhält, darf genau 3-5 Jahre im fremden LAnd bleiben.
Richtig und wichtig.
Und bestimmt vertraglich auch gestaltbar, rechtlich absicherbar. Ich bin aber kein Jurist, wie man das macht, keine Ahnung.
lawine schrieb:was unsere staatliche Entwicklungshilfe seit Jahren macht ist Geld in korrupte Systeme zu stecken.
Stimmt, das ist ein fortwährender Fehler der Entwicklungshilfe in den vergangenen Jahrzehnten.
Die Machteliten werden gestärkt, doch wenig kommt beim Volk an. Die Europäer waren und sind vielleicht immer noch zu blauäugig in der Beziehung. Geld geben und hoffen, dass alles gut wird, ist die falsche Variante, das schafft Abhängigkeit, Korruption und Fortbestehen der Zustände.

@lkdwpi
lkdwpi schrieb:Sinnvoller wärs wenn dt. Firmen dort (eventuell mit staatlicher/militärischer - zum Schutz - Hilfe sich Niederlassungen aufbauten, vor Ort produzierten - wär auch billiger für die dann - und vor Ort auch verkaufen würden ... aber dann würden sicher genügend direkt billig da produziern wollen statt in Deutschland und hier stellen verlorn gehn).
Fördert man damit dann aber nicht eher wieder Abhängigkeit?
Wobei ich die Variante auch nicht ganz schlecht und undenkbar finde. Was jedoch nicht geschehen darf, ist das Fluten der einheimischen Märkte mit Billigwaren, da dies die lokale Wirtschaft zerstört.
lkdwpi schrieb:Wenn man diese ganzen Gebiete komplett unter dt. Verwaltung stellen könnte wärs vielleicht besser. Könnte man mehr dort machen. Und die Löhne so anpassen (und auch Sozialversicherung einführen in die eingezahlt wird), dass nicht automatisch nur noch da produziert wird.
Na ich denke mal, dass wir jetzt im 21. Jahrhundert nicht mehr mit der Kolonialvariante rumspielen sollten ;)


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Ausbildungsasyl - eine Lösung f. die Flüchtlingskrise?

07.10.2016 um 10:27
Super Idee, Menschen, die mit kriminellen Absichten nach Deutschland kommen oder sich einfach nur ökonomisch besser stellen wollen, noch mit kostenloser (Aus-)Bildung belohnen.


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