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Links oder Rechts, heute in der Politik noch zeitgemässe Begriffe?

37 Beiträge, Schlüsselwörter: Politik, Meinung, Partei, Links, Programm, Rechts
KMüller
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Links oder Rechts, heute in der Politik noch zeitgemässe Begriffe?

30.12.2016 um 20:30
Links oder Rechts, wer kennt nicht diese Begriffe aus der politischen Diskussion.

Die Umwälzung der Parteienlandschaft und der damit zwangsläufig verbundene Disput erfordern - um eine sprachlich einwandfreie Verständigung zu ermöglichen - eine Neuordnung der womöglich überstrapazierten und fehlinterpretierten Begriffe "Links" und "Rechts".

Zumindest ist dies der Tenor in einigen Kommentaren hierzu im Netz, eine kleine Anregung:

"Klassische rechte und linke Beschreibungen verniedlichen geradezu die Komplexität der Gesellschaft. Sie schrecken gewissermaßen vor ihren Problemen zurück, indem sie Lösungen suggerieren, die so tun, als könne man die unterschiedlichen Perspektiven dieser Gesellschaft homogenisieren."

aus: https://www.welt.de/politik/deutschland/article140991888/Was-ist-heute-noch-links-und-was-rechts.html

und

"Die heutige Verwendung der Begriffe ist teilweise verwirrend. So bezeichnet sich die SPD in ihrem Programm als linke Volkspartei, Presseartikel sprechen aber auch von rechten Sozialdemokraten. Bei den Liberalen werden Linksliberale von (rechten) Nationalliberalen unterschieden. Faschismus gilt gemeinhin als Sammelbezeichnung für rechtsextremistische Bewegungen, aber der deutsche Philosoph Habermas prangerte vor vielen Jahren auch einen linken Faschismus an.

aus: http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/pocket-politik/16547/rechts-links-schema

Die Fragen lauten:

Genügt es für eine grobe Charakterisierung einer Partei, dieser einen solchen Begriff zuzuschreiben oder wird man da dem komplexer werdenden Bild der heutigen politischen Landschaft gar nicht mehr gerecht?

Gibt es mittlerweile nicht Schnittmengen von Parteien, dass diese so gar nicht mehr dem früheren Bild der Parteienlandschaft entsprechen und deshalb eine Einordnung in links oder rechts sogar als eine wenig hilfreiche Verzerrung erscheinen lassen?


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Flatterwesen
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Links oder Rechts, heute in der Politik noch zeitgemässe Begriffe?

30.12.2016 um 21:41
Ja sind sie, wenn man bei der Einordnung nicht streng Ideologisch ran geht sondern sie als grobe Politische Richtungenbetrachtet.

Der Begriff "Linker Faschismus" ist blödsinn, das kommt davon wenn man sich mit Faschismus kaum auseinandersetzt.


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Juvenile
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Links oder Rechts, heute in der Politik noch zeitgemässe Begriffe?

30.12.2016 um 21:44
@Flatterwesen
Ach echt, Mao und Stalin sind dir keine Begriffe?! Beides Massenmörder um ihre Ideologie durchzusetzen!


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Links oder Rechts, heute in der Politik noch zeitgemässe Begriffe?

30.12.2016 um 21:44
Ich denke man kann schon grob jede Partei einordnen. Es gibt natürlich nicht nur links oder rechts.
Dass das nur grob ist, sollte jeder wissen.
KMüller schrieb: Bei den Liberalen werden Linksliberale von (rechten) Nationalliberalen unterschieden.
Was ist mit den Marktliberalen?



Es kommen aber auch so langsam politische Richtungen auf, die sich noch nicht einordnen lassen und es noch nicht die richtigen Begriffe gibt. Donald Trump wäre da ein Beispiel. Ist völlig neu und lässt sich bisher nicht einordnen.


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Flatterwesen
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Links oder Rechts, heute in der Politik noch zeitgemässe Begriffe?

30.12.2016 um 21:45
@Juvenile
Stalin und Moa waren Massenmörder, das macht sie aber noch lange nicht zu Faschisten. Faschismus ist Rechts....


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Juvenile
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Links oder Rechts, heute in der Politik noch zeitgemässe Begriffe?

30.12.2016 um 21:47
@Flatterwesen
Schwachsinn!
Nur weil es nicht in dein Weltbild passt heißt es nicht das es den linken faschismus nicht gibt. Wikipedia: Linksfaschismus


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Links oder Rechts, heute in der Politik noch zeitgemässe Begriffe?

30.12.2016 um 21:48
Links und Rechts gibt es als Partei nicht mehr - die neuen Richtungen sind:
Dafür oder Dagegen
und zwar themenabhängig.

Dadurch vermischen sich Thematiken, Gemeinsamkeiten und Gegnerschaften zu einem Brei.

Es ist bestimmt auch so dass extrem Orientierte keine Partei mehr haben/finden, z.B. Menschen die alle Personen rechts von sich aus sehen...wählen was? Oder die die alles links vor sich aus sehen, denen ist z.B. die AfD zu soft.


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Links oder Rechts, heute in der Politik noch zeitgemässe Begriffe?

30.12.2016 um 21:50
Der "politische Kompass" ist imho recht brauchbar:

551px-Political chart DE.svg

Hier ein Orientierungsbeispiel:

PhPdn


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Links oder Rechts, heute in der Politik noch zeitgemässe Begriffe?

30.12.2016 um 21:53
@Juvenile

Aus deinem Link:
Linksfaschismus (auch Linker bzw. Roter Faschismus oder Rot-Faschismus) ist ein politischer Kampfbegriff ohne einheitliche Bedeutung. Meist soll er realsozialistische Staaten, linksgerichtete Politik oder Ideologie als „Faschismus“, seltener auch Antikapitalismus faschistisch genannter Staaten oder Gruppen als „links“ bewerten. Die Politikwissenschaft verwendet den Begriff anders als den Faschismusbegriff nicht zur Beschreibung einer Ideologie oder Gesellschaftsordnung.
somit hat @Flatterwesen nicht Unrecht


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Maite
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Links oder Rechts, heute in der Politik noch zeitgemässe Begriffe?

30.12.2016 um 21:59
Ist nicht mehr zeitgemäss.


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Flatterwesen
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Links oder Rechts, heute in der Politik noch zeitgemässe Begriffe?

30.12.2016 um 22:08
@Juvenile
Dort steht schon das es ein politischer Kampfbegriff ist. Konzentrieren wir uns mal auf die eigentlichen Prinzipien des Faschismus. Was den den Faschismus zum Faschismus macht.

1. Das Führerprinzip, was davon ausgeht das ein Staat nur von einer Person geführt wird. Weswegen Faschismus immer Antidemokratisch ist.

2. Ethnischer Nationalismus und zelebrieren einer darauf basierenden Volksgemeinschaft, sowie die Bildung einer Homogenen Gesellschaft

3. Antiliberalismus und Antikommunismus

4. Elitäre Gesellschaftsauffassung, der Glaube an eine Natürliche Herarchie unter den menschen.

5. Sozialdarwinismus bzw. Biologismus

6. eine Extremer Konservativismus bzw. extrem Reaktionäre Auffassung

7. Millitarisierung der Gesellschaft

Darüber hinaus gibt es noch unterarten. Den Faschismus mit dem NS gleichzusetzen ist auchj schwachsinn. Der NS ist zweifellos Faschistisch, aber nicht jeder Faschismus auch Nationalsozialistisch. Daneben gibt es noch andere Spielarten des Faschismus wie Falanqisten, auch Klerikalfaschismus genannt. Faschismus mit einen Katholisch-Klerikalen Anspruch und so weiter.

Sicherlich die Stalinistischen Diktaturen weisen in einigen Punkten übereinstimmungen, aber in vielen Punkten auch Unterscheiden sie sich auch. Die stalinistisch bzw. Moaistischen Systeme waren genauso wie der Faschismus Totalitär, der Faschismus ist zwar immer Totalitär, aber Totalitärismus bedeutet nicht zwangsläufig. ein anderes Beispiel das Mullahregime im Iran ist totalitär aber nicht Faschistisch.

Das Problem ist heute eher das man den Begriff als Kampfbegriff für jeden Mist verwendet. Ökofaschismus, Linksfaschismus, Islamfaschismus und so weiter. Weil sich die Verwender mit der eigentlichen Bedeutung Faschismus nicht auseinander setzt....


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Links oder Rechts, heute in der Politik noch zeitgemässe Begriffe?

30.12.2016 um 22:08
Links und rechts gibts immer und wird es auch immer geben - nur dass man inzwischen von neuer Rechter und neuer Linker spricht. So waren zB die alten Linken in den 50er und 60er Jahren, aber auch noch danach, alles andere als nicht-antisemitisch, zumal sie wenn sie für die PLO waren gegen Israel sein mussten. Die alte Rechte war ein sehr diffuser Haufen, angefangen von Altnazis über die nationalistische Stahlhelmfraktion bis hin zu Reaktionärkonservativen (CSU), und auch die NPD war immer dabei und hat sich wohl, vergleichen mit der gesamten politischen Landschaft, am allerwenigsten verändert. Die neue Rechte ist eindeutig PegidafD. Und damit klar erkennbar:

antiislamisch
anti Flüchtlinge
anti "Sozialschmarotzer" vom einfachen Arbeitslosen über Penner bis hin zur verarmten Rentnerin
anti Erfolglose
anti sämtliche kulturellen Errungenschaften des letzten halben Jahrhunderts von freiem Sex über Wohnkommunen, linke Geisteswissenschaftler, freie Journalisten bis hin zu Befürwortern der Abtreibung und der Homoehe
rassistisch
teilweise Reichsbürger und zumindest Sympathisanten der identitären Bewegung
Pegida-Kumpanei
antimarxistisch sowieso
anti wissenschaftliche Erkenntnisse, die nicht in ihr Weltbild passen wie z.B. anthropogener Klimawandel
antisozial (private Sozialversicherung und andere Risikoverischerungen)
populistisch (anti GEZ, für Steuersenkungen (aber nur für Besserverdiener), etc.)

Für die neue Rechte ist der "Muslim" der "Jude" von heute.
KMüller schrieb:"Klassische rechte und linke Beschreibungen verniedlichen geradezu die Komplexität der Gesellschaft. Sie schrecken gewissermaßen vor ihren Problemen zurück, indem sie Lösungen suggerieren, die so tun, als könne man die unterschiedlichen Perspektiven dieser Gesellschaft homogenisieren."
Das stimmt nur teilweise. Wenn ich mit dir über dieses Thema diskutiere, gehe ich es anders an, als wenn ich es in Form einer Dissertation einzubringen versuche. Je größer die Menge der Zuhörer/Leser, umso mehr muss man simplifizieren. Daher ist Populismus auch nicht mehr das, was er mal war, sondern hat im Zeitalter des Internets eine zweite Funktion erhalten, die mit der ersten mal gar nicht so viel zu tun hat: Man muss eine politische Einstellung so weit komprimieren, dass sie potenziell jeder, der mitliest, auch verstehen kann, und arguemntiert daher populistisch. Daher gibt es - anders als bei der Rechten - erst seit 20 Jahren (Zeitalter des Internets) auch einen zunehmenden Linkspopulismus. Früher behalf man sich dafür mit anderen Begriffen wie z.B. Vulgärmarxismus. Meinte aber nichts anderes als einen bis auf den Kern komprimierten Marxismus.
KMüller schrieb:"Die heutige Verwendung der Begriffe ist teilweise verwirrend. So bezeichnet sich die SPD in ihrem Programm als linke Volkspartei, Presseartikel sprechen aber auch von rechten Sozialdemokraten. Bei den Liberalen werden Linksliberale von (rechten) Nationalliberalen unterschieden. Faschismus gilt gemeinhin als Sammelbezeichnung für rechtsextremistische Bewegungen, aber der deutsche Philosoph Habermas prangerte vor vielen Jahren auch einen linken Faschismus an.
Ich weiß nicht, ob das von Habermas war, falls ja, hat er es inzwischen sicherlich mehr als bereut. Ich dachte die Wortschöpfung sei von Geißler gewesen (Rotfaschisten). Man kann zwar vieles biegen, so weit man will, aber wenn's dann bricht, brichts immer an der falschen Stelle. Linke können zwar reaktionär sein bis hin zu totalitär (Stalinisten), aber niemals faschistisch, weil Faschismus eine grundlegend braune Schöpfung war, die die Quadratur des Kreises versuchte, nämlich Modernismus mit völkischer Gartenlaubenidylle zu verquicken, das Ganze totalitär überwacht und aufrecht erhalten ("Lebensborn", Aktion T4, Rosa Winkel, Zwangsarbeit usw.).

Und natürlich ist die SPD schon seit Jahrzehnten keine linke Volkspartei mehr, sondern ein missglückter CDU-Alternativversuch. Da ihr das Zielpublikum verloren gegangen ist, sollte sie sich ehrlicher Weise auflösen oder mit der Linkspartei fusionieren. Was mir fehlt ist eine innovative Linkspartei: marxistisch, humanistisch und sozial, die zudem nicht den Hautgout der einstigen DDR-Partei mit sich rumführt, auch wenn sie damit schon längst nichts mehr zu tun hat.
KMüller schrieb:Gibt es mittlerweile nicht Schnittmengen von Parteien, dass diese so gar nicht mehr dem früheren Bild der Parteienlandschaft entsprechen und deshalb eine Einordnung in links oder rechts sogar als eine wenig hilfreiche Verzerrung erscheinen lassen?
Tja, wie sehr das inzwischen alles schon miteinander verworben ist, erkennt man am besten daran, dass Wagenknecht, einst linke Linke, in der Flüchtlingspolitik eine Seehoferpetrypolitik betriebt und dass die AfD von der Linken, relativ bezogen auf die Größe der Partei, genauso viele Stimmen erhalten hat wie von der CDU.

Daher meinte ich ja auch in meinem gelöschten Thread zur Neuen Rechten, dass die Zeit der Parteienpolitik ins 20., aber nicht ins 21. Jahrhundert gehört. Heute geht es nur noch um Programme, aber nicht mehr so sehr um Parteien, sondern mehr darum, welche Programme sich (warum) durchsetzen gegenüber konkurrenten Programmen.


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Flatterwesen
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30.12.2016 um 22:12
Übrigens zum politischen Kompass

https://www.politicalcompass.org/test/de


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Flatterwesen
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30.12.2016 um 22:20
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Demzufolge bin ich Anarchokommunistin, aber vielleicht sollte man aber auch nicht immer sich von solchen Tests leiten lassen.


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Links oder Rechts, heute in der Politik noch zeitgemässe Begriffe?

30.12.2016 um 22:25
@Flatterwesen
Interessant
Economic Left/Right: 0.75
Social Libertarian/Authoritarian: -2.72
Bildschirmfoto 2016-12-30 um 22.23.14


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30.12.2016 um 22:28
Sehr interessantes Thema. Ich denke auch, dass die politische Landschaft viel zu komplex für diese simple Einstufung ist. Zudem gibt es viele Beispiele und Themen, die für mich nicht in das klassische links-rechts-Denken passen. Ich z.B. habe nie verstanden, warum linke tendenziell gegen Atomkaft und rechte tendenziell für Atomkraft waren.
Realo schrieb:Und natürlich ist die SPD schon seit Jahrzehnten keine linke Volkspartei mehr, sondern ein missglückter CDU-Alternativversuch. Da ihr das Zielpublikum verloren gegangen ist, sollte sie sich ehrlicher Weise auflösen
Da stimmen wir ausnahmsweise mal überein. Die SPD ist nicht links, nicht liberal, nicht rechts - sondern einfach nur eine Schande. Das Angefangen von der damals vehement verneinten Mehrwertsteuererhöhung über die Hartz4-Reformen bis hin zur Vorratsdatenspeicherrung und Gabriels-Kartellamtsintervention im Tengelmann-Fall ist die SPD ist einfach ein Haufen Opportunisten ohne zugrundeliegende Ideale. Die haben alles umrahmende Grundidee, kein wirkliches Programm und keine Vision.
Realo schrieb:Tja, wie sehr das inzwischen alles schon miteinander verworben ist, erkennt man am besten daran, dass Wagenknecht, einst linke Linke, in der Flüchtlingspolitik eine Seehoferpetrypolitik betriebt und dass die AfD von der Linken, relativ bezogen auf die Größe der Partei, genauso viele Stimmen erhalten hat wie von der CDU.
Ich würde ja eher sagen, dass ma daran erkennt, das Wagenknecht trotz ihrer fragwürdigen wirtschaftspolitischen Einstellungen zweifellos eine der intelligentesten Vertreter der Linken ist.


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KMüller
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30.12.2016 um 23:17
Realo schrieb:
Tja, wie sehr das inzwischen alles schon miteinander verworben ist, erkennt man am besten daran, dass Wagenknecht, einst linke Linke, in der Flüchtlingspolitik eine Seehoferpetrypolitik betriebt und dass die AfD von der Linken, relativ bezogen auf die Größe der Partei, genauso viele Stimmen erhalten hat wie von der CDU.
Das impliziert doch aber dann recht eindeutig, dass bei den Begrifflichkeiten links und rechts die Definitionen im klassischen Sinne nicht mehr gültig sind, sondern einer Nachjustierung bedürfen. Wie sollte die denn aussehen?
(btw: woher kommt das Wort "Seehoferpetrypolitik" ?)
Realo schrieb:
Daher meinte ich ja auch in meinem gelöschten Thread zur Neuen Rechten, dass die Zeit der Parteienpolitik ins 20., aber nicht ins 21. Jahrhundert gehört. Heute geht es nur noch um Programme, aber nicht mehr so sehr um Parteien, sondern mehr darum, welche Programme sich (warum) durchsetzen gegenüber konkurrenten Programmen.
Eine durchaus diskussionsfähige Idee. Doch wie soll sich das dann konstitutionell und parlamentarisch realisieren lassen?

Ich würde, wenn man schon in diese Richtung Gedankenspiele anstellt, noch einen Schritt weitergehen: Die Politik der Zukunft wird nicht mehr von den Parteien oder Programmen getragen werden, sondern personenbezogen sein. Der Hype um den amerikanischen Präsidenten ist ein Beispiel dafür, wie sehr ein einziger Mensch eine ganze Nation auf den Kopf stellen kann. Bedenklich genug.

Merkel ist ein weiteres Beispiel für eine Machtkonzentration auf eine Person. Erdogan, Putin, Xi Jinping...???


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Links oder Rechts, heute in der Politik noch zeitgemässe Begriffe?

30.12.2016 um 23:42
Schwer zu erklären. In politischen Fragen gibt es meistens immer parteiübergreifende "Sympathiekluster" (Zustimmung) und "Antipathiekluster" (Ablehnung), die weniger nach Parteiselbstverständnissen ausgerichtet sind als nach eben dem von dir wenn nicht in Frage gestellten, so doch problematisierten Links-Rechts-Verständnis getragen sind. Ich weiß z.B. schon nach 3 Beiträgen von jedem User hier, ob er "links" oder "rechts" tickt, und jeder weitere Beitrag bestätigt mich, bestärkt noch dadurch, dass mutmaßliche Linke mutmaßlichen Linken zustimmen (bzw. auf ihre Beiträge nicht kontrovers reagieren) und quasi nur mit der gegenseite im Clinch liegen, und auf der rechten Seite genauso, obwohl ich nicht weiß, welche Partei sie wählen. Bei rechts weiß man zwar meistens AfD (aber wer sagt mir, ob sie nicht CDU oder NPD befürworten?), bei links weiß ich es übnerhaupt nicht, obwohl ich mich selbst als Linken bezeichnen würde. Ich kann da bei den einzelnen Usern nur den Grad der Linksgerichtetheit feststellen, bin dabei aber immer noch bei keiner Parteizuordnungskompetenz.

Das mit der personenbezogenen Politik halte ich nicht für ein besonderes Merkmal unserer Zeit, wenn ich an Leute wie Adenauer, Kennedy, Brandt, Thatcher, Kohl, Reagan und Gorbatschow denke, um nur mal die Großen zu nennen. Wer ist denn eine Merkel oder eine Petry dagegen hä?? :D Trump wird genauso einlaufen wie Hollande oder Obama: Mit einem Tigersprung gestartet, als Bettvorleger gelandet. Was im Fall Trump äußerst beruhigend wäre, noch weiß man es ja nicht.


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Links oder Rechts, heute in der Politik noch zeitgemässe Begriffe?

30.12.2016 um 23:58
Realo schrieb:bestärkt noch dadurch, dass mutmaßliche Linke mutmaßlichen Linken zustimmen (bzw. auf ihre Beiträge nicht kontrovers reagieren) und quasi nur mit der gegenseite im Clinch liegen, und auf der rechten Seite genauso
Was nicht immer schön zu lesen ist, da offenbar der Blick dafür fehlt, ob der ideologisch verwandte User Blödsinn schreibt oder nicht.

Bei mir hat sich das mittlerweile gewandelt. Frühere Mitstreiter aus Zeiten in denen ich wegen paranoider Nazijagd verwarnt und gesperrt wurde sind nicht mehr da oder aktiv, die Leute die ideologisch nun als Ersatz herhalten könnten, haben nicht das Niveau an Witz, Charme und Erfahrung und das Auftreten einiger ist mir dermaßen unangenehm, dass ich in Threads auf denen ich auf ihrer Seite wäre, gar nicht mehr viel schreibe.

Es ist so ein Gefühl "Mit dem will ich nicht gesehen werden"

Ansonsten ist es aber keine großartige Zauberkunst zu erkennen, ob jemand links oder rechts ist, wenn man paar Beiträge liest.


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31.12.2016 um 00:06
Ja ich wollte eigentlich auf was anderes hinaus, hatte aber zwischenzeitlich den Faden verloren. Sympathie- und Antipathiekluster: Seit 1 1/2 Jahren erlebt man ein gigantisches Antipathiekluster bezogen auf Merkel, das überraschenderweise alle Parteien umfasst (am wenigsten vielleicht noch die Grünen). Jetzt laufen ihr plötzlich Leute zu Hilfe, die eigentlich Linke sind, dabei ist Merkel nicht nur die Vorsitzende einer Rechtspartei, sondern betreibt seit 364 Tagen (fehlt ja noch 1 Tag) eine Politik, die rein gar nichts mehr mit "links" oder "flüchtlingsfreundlich" zu tun hat, nachdem sie von "Köln" geschockt war (mit dem anschließenden AfD-Wahlergebnnis) und als allererstes mal den Türkeideal gemacht hat, um einen ersten Damm zu bauen. Aber selbst das nehmen ihr die Linken offenbar nicht übel und die Rechten verdammen sie auch noch jetzt, nach einem Jahr stramm rechter Politik mit den schärfsten Asylverschärfungsgesetzen, die es jemals gab.


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