martenot schrieb:Trotz allen Pessimismus würde ich sagen, dass wir zwar derzeit gewisse Schieflagen haben, aber von einem "an die Wand fahren" sind wir recht weit entfernt. Ich finde, dass die Deutschen halt auch einfach stark zum Schwarzsehen neigen und die Situation viel negativer sehen als sie in Wirklichkeit ist.
Und ich bin mir nicht sicher, ob die AfD nicht auch stark zu dieser Schwarzseherei beiträgt, indem sie genau die Panikmache betreibt, die sie anderen bisweilen vorwirft.
Sind wir uns denn einig, dass in den letzten 20 Jahren eher nichts wirklich besser geworden ist, dass es Wohnungsmangel gibt, unfassbare hohe neue Schulden, die zu unfassbaren dauerhaften Zinszzahlungen führen werden, dass Mobilität auf der Straße teuer geworden ist und auch eine Quälerei, seit Autobahnen eigentlich nur noch kurze Verbindungsstücke zwischen Dauerbaustellen geworden sind und man beim ÖPNV als Alternative oft blöd auf dem Bahnsteig rum steht?
Insofern sehe ich das schon, gemessen an dem, was möglich war, als 'vor die Wand fahren' an, wir messen ja unsere Infrastruktur und den Wohlstand nicht am Sudan, sondern an dem was möglich wäre.
Dass eine Oppositionspartei auf Missstände hinweist, sie gelegentlich übertriebt, könnte man geradezu als Aufgabe von Opposition ansehen. Die Jahre des Bundestages als Merkel Applaus Kulisse sind vorbei.