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Rudi Dutschke und die 68er

132 Beiträge, Schlüsselwörter: 68er, Rudi Dutschke
Varisella
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Rudi Dutschke und die 68er

13.04.2008 um 19:04
eigentlich frag ich mich was das mit dutschke zu tun hat ;-)


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25h.nox
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Rudi Dutschke und die 68er

13.04.2008 um 23:26
distracted. schrieb am 07.04.2008:Akutell zum 30. Jubiläum der 68er ....
bin ich der einzige dem das aufgefallen ist?


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alpha_omega
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Rudi Dutschke und die 68er

13.04.2008 um 23:34
jetzt sehe ich es auch ^^


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25h.nox
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Rudi Dutschke und die 68er

13.04.2008 um 23:36
ja^^ aber der erste eintrag dazu berichtig den fehler schon ...


ups


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alpha_omega
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Rudi Dutschke und die 68er

13.04.2008 um 23:37
na siehste ;)


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Varisella
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Rudi Dutschke und die 68er

14.04.2008 um 13:42
wollte nur sagen das wir auch rechnen können... ^^


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ilantipatico
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Rudi Dutschke und die 68er

05.10.2008 um 18:18
Die damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse der BRD schlicht und einfach als präfaschistische Restauration hinzustellen greift doch viel zu kurz. Dieser Eindruck speiste sich aus der reaktionären Ideologie von familiären Werten und christlichem Abendland, drückte sich aus in den Reden eines Innenminister Wuermeling, den Heimatfilmen und der Sontagspredigt. Diese Bigotterie war aber immer vollkommen durchsichtig und ist als Reaktionsbildung auf die tatsächlich stattfindenden Veränderungen in Nachkriegsdeutschland zu erklären.

Schuld daran ist der rasende Anstieg des sozialen und ökonomischen Entwicklungstempos (besser bekannt als: Vervierfachung), die Wachstumsgeschwindigkeit der industriellen Nettoproduktion verdoppelte sich ab 1950, gemessen an den Steigerungsraten der '30 Jahre. Um ein Beispiel zu nennen: 1950 lebte man in Frankreich auf dem Niveau von etwa 1900 mit einer Stromleistung von einem Ampere pro Wohnung. Schon 1965 besaß die breite Masse Kühlschrank, Radio und ein Auto (1953 besaßen dies nur acht Prozent der Lohnempfämger; 1967 bereits fünfzig). Das trifft auf das in viel stärkerem Ausmaß industrialisierte West-Deutschland umso mehr zu. (Zahlen nach: Gerd Koenen, Das rote Jahrzehnt. Unsere kleine Kulturrevolution 1967-1977, Köln 2001, S. 71)

Das ist aber nicht alles: traditionelle ländliche wie städtische Milieus lösten sich im Zeitraffertempo auf, die Quote der Frauenarbeit und die Zahl der Angestellten ungefähr gleichen Schrittes. Die bemannte Raumfahrt begann, die Pille wurde eingeführt, das Fernseh- und Massentourismuszeitalter bildete sich heraus. Die veralteten Familienstrukturen befanden sich in rascher Auflösung, die Geschlechterbeziehungen und -definitionen erlebten den tiefgreifendsten Umbruch in der Neuzeit.

In den USA stand die Bürgerrechtsbewegung bereits 1962/63 auf ihrem Höhepunkt, ihre Großdemonstrationen in Washington wurden von Joan Baez und Bob Dylan musikalisch umrahmt. Ein Zeichen dafür, das sich mit dem gesellschaftlichen Wandel auch die völlig neumodische Popkultur aus den Fesseln einer bloßen Teenie-Musik löste. Das strahlte natürlich aus, vor allem nach Deutschland, aber auch nach Japan. Ende der '50er Jahre traten dort immer mehr proletarische "Halbstarke" als Pseudo-Intellektuelle mit progressiver Attitüde auf.

Es war also von Beginn an falsch von der "Restauration" oder der "restaurativen Adenauer-Republik" zu reden, um damit sinnvoll über das "Fortleben des Faschismus in der Demokratie " (Adorno) zu diskutieren. Es ging den selbsterkorenen Subversiven von Anfang an darum, sich gegenseitig das zu versichern, was eben .nicht der Fall war: das man nämlich immer an die (gescheiterten) Kämpfe und Konzepte der Weimarer Zeit und davor anknüpfen könne. Wenn nicht an die dann halt an die der Dritten Welt. Schließlich bedürfte es in beiderlei Fällen nur noch eine "bewußte Avantgarde", die man natürlich zuallererst in sich selbst erblickte, um die große "Manipulation" zu enthüllen, die die ja faktisch unleugbare Einbindung der Arbeiterklasse und der "fortschrittlichen Volkskräfte" (späteres ML-Jargon) gewährleistete.

Dabei hätte es ihnen selbst verdächtig wahnhaft vorkommen müssen, der "Manipulation" und der aus ihr folgenden "psychischen Verelendung" eine so allumfassende Erklärungsmacht zuzusprechen und daraus mit nur innerer Konsequenz zu folgern, dass die neuen amerikanischen Zerstreuungen ureigentliche Instrumente der "latent" mit dem "offenen Faschismus" anbandelnden alten Eliten wären. Eine verschobene Wahrnehmung, zu der auch sicherlich die besonderen wirtschaftlichen, sozialen und vor allem auch massenpsychologischen Bedingungen der Frontstadt Berlin, also dem Zentrum der "Antiautoritären", beitrugen. Diese Bedingungen - die ja bis heute fortleben - fasst einer, der dabei war, besser zusammen als jeder beschädigte Alt-Autonome, der mehr noch als die "Zaungäste der Revolte" (Reinhard Mohr), vom Gnadenbrot der "Revolution" zehrt. "Besonders die Frontstadt wurde zu einem Hochdruckkessel und Laboratorium aller Dissidenzen, soziologisch genährt vom Zustrom der 'Abhauer' aus Ost und West, die auf eine hysterisierte, überalterte, sozial-stationäre Population proletarisch-kleinbürgerlicher 'Dableiber' trafen." (Koenen) Daraus ergab sich jene besondere Ausgangslage für die 67/68 fast zur Raserei gesteigerten Abneigungskampagnen beider unvermittelter Lager. Erst in dieser Situation konnten die Zeitungsprodukte aus dem Hause Springer ihre unrühmliche Rolle spielen.

Man kann heute davon ausgehen das diese hysterische Atmosphäre Westberlins ihren Anteil an den beiden schwerwiegenden Geburtsfehlern der deutschen Marx-Renaissance hatte. An deren Anfang stehen nämlich zwei große Verwechslungen (neben dem Restaurationsgequatsche).

1. Die sich zu einer Jugend- und Poprebellion verdichtende rasende gesellschaftliche Veränderung, die einer sozusagen "sozialen Revolution" der Technik, der Umgangsformen, der Lebensweise (bezeichnenderweise hat der Oberrevoluzzer Dutschke diese Neuerungen nie gemocht; sie blieben ihm immer fremd) und der ästhetischen Empfindungen gleichkam, wurde mit einer "politischen" Revolution verwechselt: ob nun mit der eines vergangenen Zeitalters (wofür die Neuauflagen von Bolschewismus und Syndikalismus gelten), oder mit denen eines anderen Gesellschaftstyps, den antikolonialen Erhebungen der Dritten Welt, die nicht eben wenig und auch nicht klammheimlich mit dem Dritten Reich symphatisierten. Vielleicht mehr noch als Arafat oder Pol Pot wurde dann Idi Amin zur personifizierten Absage der schnöden Realität in den '70ern an die Drittweltromantik der '60er.

2. Die Bundesrepublik galt ihnen als ein demokratisch geschminktes, von den "imperialistischen USA" gepäppeltes 3. Reich, das sich im Verbund mit Israel und den USA nicht mehr gegen die Juden richte, sondern mitlerweile gegen die unterdrückten Völker der 3. Welt. Die schrille und überhysterisierte Sprache, die den in der Sache vollkommen berechtigten Vietnamprotest begleitete, verweist auf die trübe Melange aus noch unausgesprochenen deutschen Selbstmitleid, altbekannten Nazi-Projektionen auf die Amerikaner (im Dienste deutscher, ebenfalls unausgesprochener, Schuldabwehr) und veritablen Endkampf-, Volkssturms-, und Vernichtungsphantasien. (1) Mithilfe dieser Melange wurde gerade das als faschistisch denunziert was als einzigen einen Bruch im deutschen Sonderweg darstellt. Damit ist die forcierte Westanbindung Adenauers gemeint, die mit einer bis dato ungekannten öffentlichen Ächtung des Antisemitismus in Deutschland einherging - während man auf "progressiver", "anti-autoritärer" und "subversiver" Seite eben das hofierte, was deutsche Ideologie bis heute kontinuierlich verbürgt: völkischer Kulturdünkel, sinsitrer Verschwörungswahn, angstlüsterne Untergangsphantasien.

(1) Aus dem so legendären wie scheußlichen Flugblatt der Kommune 1, welches eine politische Reaktion auf Adornos Rede im Amerika-Haus darstellen sollte - aber zur Offenbarung wurde: "Was soll uns der alte Adorno und seine Theorie, die uns anwidert, weil sie nichts sagt, wie wir diese Scheiß-Uni anzünden und einige Amerika-Häuser dazu - für jeden Terror-Angriff auf Vietnam eines. Weil er keine 1000 Mark für den Vietcong stiftet - das wären ein Hubschrauber + 18 tote GI's + 10 mit ohne Füßen." Man legte also durchaus den fanantischen Feuereifer und die Leidenschaft für den Kampf an den Tag wie die Nazi-Generation. Nicht aus progressiven Gründen (etwa der Unterstützung des Kampfes des Vietcong für Verstädterung und Verbesserung der Subjektstellung der Frau) unterstützte man die Vietnamesen. Vielmehr fand man sich freudig in einem Stahlbad des Krieges wieder, dem man glücklicherweise selbst noch qua später Geburt entronnen war.


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alderan
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Rudi Dutschke und die 68er

05.10.2008 um 18:23
ilantipatico schrieb:Ende der '50er Jahre traten dort immer mehr proletarische "Halbstarke" als Pseudo-Intellektuelle mit progressiver Attitüde auf.
die 68-er sollen "proletarische Halbstarke" gewesen sein?
soweit ich weiss, kamen die allermeisten von denen aus dem Bürgertum.


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Rudi Dutschke und die 68er

05.10.2008 um 18:50
ntipatico

Mich würde interessieren woraus Du das kopiert hast ... :)

Und Alderan hat natürlich recht - die Hauptdarsteller der 68-er -Revolte - waren meistens gutsituierte "Bürgerkinder".

Aber gerade die probten gegen das Schweigen der Elterngeneration den aufstand.

Denn was uns da "Antipatico" so mitzuteilen wiess über die damalige Realität war absolut nicht die "gefühlte" Realität. DIE fühlte sich für unsereins nämlich SEHR anders an.

Und die "Restaurantion" der Adenauer-Ära war auch kein blosses Phantasieprodukt der damaligen Jugend. Ich erinnere an das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums 1954 - nach dessen inkrafttreten die Zahl der beamteten NS-Parteimitglieder in etlichen Gemeinden und Städten sogar die Anzahl der Parteimitglieder in den Verwaltungen während des 3. Reiches übertraf.

Wer das Buch über die Geschichte des BND und die Veröffentlichungen über das BKA gelesen hat, der weiss auch dass sich diese Dienste hauptsächlich aus ehemaligen Mitgliedern der "damaligen" einschlägigen Dienste rekrutierte.

Kaum ein Polizeipräsident der Adenauer-Ära, der nicht vordem auch in Himmlers Polizei diente.

Die Managerschule Bad-Harzburg wude (bis Mitte der 80-er Jahre) gleitet vom Chef-Juristen der SS - Dr. Reinhard Höhne. In diesem Institut wurden u. a. die Führungskräfte der bundesdeutschen Industrie in Sachen Menschenführung ausgebildet.

Aus welchem "Verein" kamen die ersten beiden Arbeitgeberpräsidenten der jungen Republik?

Als junger "Erwachsener", der früh schon um diese Zusammenhänge wusste war auch ich seinerzeit über diese Fakten empört und entsprechend sauer.

Schliesslich und endlich war ich infolge eigener Erfahrung wenig angetan vom dmaligen Erziehungsmodell, das dem der vorhergehenden Zeiten auf fatale Weise ähnelte.


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ilantipatico
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Rudi Dutschke und die 68er

06.10.2008 um 11:29
Die Jahre 1950 bis 1970 brachten die angesprochene Vervierfachung des sozialökonomischen Entwicklungstempos. Auch wenn volkswirtschaftliche Indices immer suspekt sind: die oben angesprochenen Veränderungen brachten sie mit sich. Die Frauenarbeitsquote explodierte nach einer kurzweiligen Phase hoher Arbeitslosigkeit extrem, vor allem im expandierenden Angestellten- und Dienbstleistungssektor. Der Lebensstandard änderte sich gewaltig (ist oben eben bereits angesprochen). Kleinere und mittlere Unternehmen etablierten sich rasch als neuer Mittelstand, davon begründeten manche von ihnen neue und erfolgreiche Großunternehmen - Grundig und Neckermann kennt jeder.

In der Kultur haben wir ein ähnliches Bild: die Bravo kam bereits 1956 auf den Markt; Elvis, die Beatles und (noch schlimmer :D) die Rolling Stones erfreuten sich vor allem beim weiblichen Publikum in Europa äußerster Beliebtheit - und das entgegen ihren veralteten, reaktionären Eltern, die diese Einflüsse für schädlich bis "Teufelszeug" hielten. Es ist richtig das einige äußerst fragwürdige Paragraphen (oder sagen wir: justizielle Anachronismen, etwa "Kuppeleiparagraph oder rigides Abtreibungsverbot) sogar bis in die Siebziger bestanden - aber auch der (voreheliche) Sex setzte sich schon vor '68 ins Massenbewusstsein. Der SPIEGEL berichtete 1966 das ein Drittel der Bräute "am Tage der Eheschließung entweder ein Kind auf dem Arm oder dem Herzen" trugen. (nach: Koenen, Das rote Jahrzehnt, S.74) Der Sex erlebte seine erste große Stunde mit dem Aufkommen der Sexologen nach amerikanischem Vorbild. In Quick und Neue Revue konnte sich Oswalt Kolle erstmals mit seinen sexualkundlichen Artikeln Gehör verschaffen, bevor ihm der richtig große Durchbruch zum "Sexpapst" durch seinen '67 publizierten Bestseller "Das Wunder der Liebe" und einer Serie von Aufklärungsfilmen gelang. Apropos Sex in den Medien: Die bis heute einzige Publikumszeitschrift der Linken in Deutschland, Konkret, steigerte ihre Auflage drastisch durch das Einführen blanker Busen. War man bis 1964 hauptsächlich von der DDR finanziert, konnte man durch eine Mischung aus Sex und Politik die Auflage über 100.000 treiben und sich bestens selbst versorgen. Die Nacktbildchen waren in der Traditionslinken aber verpönt.

Und wie war das mit den "Halbstarken" Ende der '50er Jahre? Nach den "Halbstarkenkrawallen" '56 in der BRD kam es 1962 im Schwabinger Künstlerviertel sporadisch zu deren Wiederholung. In Großbritannien machten den Job die "Teddyboys", in Italien die "teppisti" (zu deutsch: Rowdys) die mit ihren nächtlichen todesmutigen Fahrduellen a la James Dean's "Rebels without a cause" für Furore sorgten. In der SU sprach man damals schon vom "Hooliganismus" und benutzte diesen für heftige Polemiken und neue Erziehungskampagnen. Auf Deutschland bezogen: Einige von diesen "Halbstarken" machten in der Folge auf Künstler und Intellektuelle, weltgewandten Bohemian - obwohl man eher groschlächtiger Prolet war. Baader beispielsweise hat sich in diesen ersten Jahren als selbsternannter Künstler in Schwabing verdingt (Nein, ich behaupte nicht das Baader ein Anführer der '68er war, der war schon immer ein autoritärer Charakter, mithin ein machistisches, gewalttätiges, rohes Arschloch.) Es ging hier gar nicht um '68 aktiv gewordene Bürgerkinder, die Ende der 50er Jahre gerade zum Fünftklässler aufstiegen.

1968 entstammt aus einer sozial-kuturellen Umwälzung der Lebenswelt, wurde durch die Technisierung, Mobilisierung, Kommerzialisierungund "Amerikanisierung" der europäischen Gesellschaften in den ersten beiden Nachkriegsjahrzehnten. (Im übrigen war der Kommerz etwas was '68ern derbe auf den Magen schlug. Wie war das angesichts der von Baader und Ensslin gelegten Kaufhausbrände im Frühjahr '68? "Es ist immer noch besser, ein Warenhaus anzuzünden, als ein Warenhaus zu besitzen." Teufels Fritz sprach so. An das Stichwort: "Konsumterror" muss ich dich wohl nicht erinnern. Dieser ahedonistische Impuls und die Sehnsucht nach dem einfach Leben hat dann maßgeblich den Revolutionstourismus in die Dritte Welt bestimmt - man fand dort das einfache Leben, das man sich immer wünschte.) Das erst 1968 durch Emanzipationsprozesse ermöglicht wurde und diese ganzen Errungenschaften nicht alleine zu verantworten hat sollte man betonen.

Wenn man den '68ern (die man eher als Jugendbewegung sehen sollte) etwas zugute halten kann, dann das sie sich vollständig vom miefigen Arbeitermilieu zu lösen vermochten indem sie eigene Subkulturen erschafften. Nur geschah dies eben nicht dort wo es grob politisch und ideologisch daherging, also im Dutschke-SDS (nach der Auflösung des SDS zogen eifrige junge Leute zur revolutionären Aufbauarbeit direkt ins miefige Arbeitermilieu hinein: in den Ruhrpott), sondern nämlich dort, wo es am wenigsten ideologisch und unpolitisch zuging: auf drogengeschwängerten Beat- und Hippie-Parties. Rudi Dutschke glänzte dort mit Abwesenheit.


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ilantipatico
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Rudi Dutschke und die 68er

06.10.2008 um 11:45
@jafrael

Die Daten stammen aus Koenens rotem Jahrzehnt. Das ist mitnichten eine Abrechnung mit den '68, können beschreibt ja auch richtig die bigotte Haltung der fünfziger Jahre (aus der die Jugendlichen europaweit aber damals schon ausbrachen!)

Und die Re-Integration der Nazieliten hat auch niemand geleugnet. Nur das übertrieben Restaurationsparadigma stimmt nicht. Die BRD war auch in ihren reaktionären und muffigen Anfangsjahren nie ein drittes Reich. Im dritten Reich wurde die Gesellschaft mit ihren Klassen- und Fraktionsausprägungen zur Gemeinschaft homogenisiert, besser: zur Volksgemeinschaft. Der Nazi-Staat, mit Neumann treffender als ein "Unstaat" zu bezeichnen, verschmolz direkt mit der Gesellschaft zum "SS-Staat" (Kogon). Die Nazi-Ideologie, mithin eine Geisteshaltung die sich der Ausmerzung jeglichen Individualismus' zum Ziel macht, und diesen in den Juden personifiziert, brachte ein antisemitsches Massenmörderkollektiv zum Vorschein.

Dem entsprach die BRD nie. Die muss einem nicht mal symphatisch sein, das ist einfach so.

Zumal sich einige der jungen Hasardeure von damals mit den Freizeitjackenträgern in den Fußgängerzonen in Sachen Israel bestens verstanden hätten.


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ilantipatico
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Rudi Dutschke und die 68er

06.10.2008 um 11:51
"Das steckt in uns drin,das werden wir auch trotz aller humanistischer Anstrengungen nicht los...das Triebtier,angetrieben von den vier Trieben die jedem Lebewesen zu eigen sind"

Es geht nicht darum den Trieb (besonders den Sexualtrieb) auszumerzen oder ihn zu verdammen. Vielleicht endet sowas in esoterischen WG's, wo das Ziel die spirituelle Selbsterfahrung ist und reichlich Seancen abgehalten werden. Oder als kranker Selbsthasser in der Klapsmühle. Keine Ahnung.

Jedenfalls: es geht um Triebbeherrschung. Das ist es, was Zivilisation verbürgt.


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Kurti
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Rudi Dutschke und die 68er

07.10.2008 um 00:00
Auf jeden fall waren die 68er Studentenbewegung schon zur richtigen zeit am richtigen Ort , und heute sehn wir es als selbstverständlich an in Wohngemeinschaften zu leben , Gleichberechtigung , Antiautoritäre Erziehung , usw ,Aber die Studenten hatten natürlich ihren antrieb , und wollten sich die Lügen und Desinteressen der Eltern , die das Nazi Regiem , verschwieg nicht mehr länger bieten lassen , zudem auch mit dem Autoritären Systemen an den Universitäten .

Rudi Dutschke hatte als Studentenführer eine Suggestive haltung auf die zuhörer mit dem er ja wie Gerapppte Formeln die Massen bewegte ( zum Positiven Natürlich )
,Also wie soll ich sagen ich fande Rudi Dutschke total Emotinal Engagiert für eine Sache kämpfen , für die es zur damaligen zeit auch nicht einfach war super Coragiert und Mutig ..


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Rudi Dutschke und die 68er

07.10.2008 um 00:05
Eine rechtspopulistische Zeitung schrieb damals sowas wie: "Stoppt Dutschke, sonst gibt es Bürgerkrieg." Kurz darauf wurde er angeschossen.


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Warhead
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Rudi Dutschke und die 68er

07.10.2008 um 00:57
Dasselbe Schweineblatt rief auch zusammen mit der Berliner Mottenpost zu offener Lynchjustiz auf


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Rudi Dutschke und die 68er

07.10.2008 um 01:00
Ja, das Schmierenblatt gibt es noch immer, nennt sich nun "National-Zeitung"...


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Warhead
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Rudi Dutschke und die 68er

07.10.2008 um 01:03
Die Konkret war zu Röhls und Meinhoffs Zeiten strunzbürgerlich und bieder,systembejahend bis in die Knochen,der Wandel kam erst später.Im Übrigen war es damals en vogue in linken Zeitgeistblättern Möpse zu zeigen,das war in Konkret so,im Pardon,in Dasda...auf die Spitze getrieben wurde das Konzept mit den legendären St.Pauli Nachrichten


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Warhead
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Rudi Dutschke und die 68er

07.10.2008 um 01:05
Das Schmierblatt heisst Bild


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Rudi Dutschke und die 68er

07.10.2008 um 01:09
Als Bachmanns Mordmotiv wurde von einem rechtsextremen Hintergrund ausgegangen, da er beim Attentat einen Artikel der Deutschen National-Zeitung (heutiger Name: National-Zeitung) bei sich trug. Darauf waren fünf Fotos von Dutschke als Steckbrief arrangiert, mit der Überschrift: "Stoppt Dutschke jetzt! Sonst gibt es Bürgerkrieg". Vor allem im linkspolitischen Spektrum wurde eine Mitverantwortung auch bei der Bild-Zeitung gesehen, die in der Zeit vor dem Anschlag massiv gegen die 68er-Bewegung agitiert hatte (unter anderem rief sie zum Ergreifen der Rädelsführer auf).

Q: Wikipedia: Josef_Bachmann

@Warhead

Im weiteren Sinne, hast du Recht!


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Rudi Dutschke und die 68er

07.10.2008 um 11:11
"auf die Spitze getrieben wurde das Konzept mit den legendären St.Pauli Nachrichten"

Immerhin die "Hamburger Eliteschule" des Journalismus von Aust bis Zint.
Mit lustigen Redaktionssitzungen, aber miesen Honoraren!


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