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Kosmopolitismus und Internationalismus

38 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Kommunismus, Sozialismus, Anarchismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kosmopolitismus und Internationalismus

06.09.2012 um 13:33
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Kosmopolitismus, auch Weltbürgertum, ist eine philosophisch-politische Ideologie, die den ganzen Erdkreis als Heimat betrachtet. Er gilt zum Teil als Ergänzung, zum Teil als Gegensatz zum Nationalismus bzw. zum Provinzialismus.

Im Sinne des staatlichen Organisationsprinzips ist der marxistische Begriff Internationalismus gleichbedeutend mit dem Weltföderalismus. Lenin konzipierte in diesem Sinne die erste Verfassung der UdSSR, die als Rumpf eines Weltstaates gedacht war, der durch den Beitritt aller zukünftigen kommunistischen Länder zur Union entstehen sollte.

Im Anarchismus bzw. Syndikalismus bezeichnet er das Streben der Arbeiter nach internationalem Zusammenschluss unter anarchistischen Vorzeichen. Den sozialdemokratischen und kommunistischen Organisationen wird dabei die Integration in den jeweiligen nationalpolitischen Rahmen bzw. die praktisch-politische Orientierung an diesem (gemäß der politischen Strategie des Marxismus von der Eroberung der politischen Macht in den jeweiligen Ländern mittels der Partei) vorgeworfen, diese würde den proletarischen Internationalismus in der Praxis zunehmend hemmen und beschränke sich letztlich auf das ideelle Moment.

Als „bürgerlicher Internationalismus“ firmierte der Begriff ab 1917 in der Außenpolitik der Vereinigten Staaten als Bezeichnung für das Bestreben, die eigenen liberalen politischen Werte international zu verbreiten. Präsident Woodrow Wilson war der Erste, der 1918 durch das 14-Punkte-Programm die Verbreitung der Demokratie, basierend auf einem liberal-kapitalistischen System, zum politischen Ziel erhob. Dieses außenpolitische Vorgehen setzte sich dann bei der Staatsbildung der Bundesrepublik Deutschland ab 1945 und beispielsweise der heutigen US-amerikanischen Nahost-Politik fort. Diese Form des Internationalismus steht dem bis zum Zweiten Weltkrieg präsenten Isolationismus gegenüber.


Wikipedia: Kosmopolitismus
Wikipedia: Internationalismus

Inzwischen bin ich über Jahre zur Erkenntnis gelangt, das beide in der einen oder anderen Form die einzig sinnvolle Entwicklung darstellen, die der Mensch gehen kann, doch aktuell zeigt sich eine fast gegenteilige Entwicklung, in vielen Ländern gibt es eine eher nationalistische Entwicklung die (so glaube ich) erst nach 2001 wieder verstärkt zum Trend wurde, nachdem eine Kollision aus östlichen und westlichen Interessen ereignet hatte. Auch wenn es um kulturelle Aspekte geht spüre ich gegenseitige Isolation und wenig gegenseitiges Interesse, ehr wachsende Spannungen und Abneigung. Ich find das ist eine Rückentwicklung und ein Trend der sich wieder ändern sollte!

Ich betrachte die Erde als meine Heimat und nicht den Fleck auf dem ich zufällig geboren wurde. Ich lebe in einer bestimmten kulturellen "Einheit" und ich verbinde auch eine gewisse Zughörigkeit zum kulturellen Sprachraum, beschäftige mich auch gern mit der Geschichte dieses Raumes und mit seinen wichtigen Persönlichkeiten, doch mehr verbinde ich nicht mit der Nation in der ich lebe. Ich wünsche mir eine Weiterentwicklung, ein Zusammenwachsen, ich selbst befinde mich im "linksliberalen Spektrum", doch ich weiß das es den "Weltbürger" auch unabhängig vom politischen Denken gibt, eben den unabhängigen Bauchkosmopolit, mit Herz und Verstand. Eine globale Rationalität, keine Selbstaufgabe aber ein stärkeres gegenseitiges Interesse. Natürlich ist das noch utopisch aber ich würde gern wissen wie hier so die Meinungen polarisieren oder harmonieren ;)

Wie denkt ihr darüber?


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Kosmopolitismus und Internationalismus

06.09.2012 um 13:54
@cRAwler23
Zitat von cRAwler23cRAwler23 schrieb:Ich betrachte die Erde als meine Heimat
jeder der anderes behauptet ist der wahre feind...
Zitat von cRAwler23cRAwler23 schrieb:Ich find das ist eine Rückentwicklung und ein Trend der sich wieder ändern sollte!
na da bist du ja, voller guter hoffnung:)
Zitat von cRAwler23cRAwler23 schrieb:"Weltbürger"
ich bin mensch...nicht bürger:)
ein Weltmensch:)
Zitat von cRAwler23cRAwler23 schrieb:Ich wünsche mir eine Weiterentwicklung, ein Zusammenwachsen, ich selbst befinde mich im "linksliberalen Spektrum", doch ich weiß das es den "Weltbürger" auch unabhängig vom politischen Denken gibt, eben den unabhängigen Bauchkosmopolit, mit Herz und Verstand.
wo gibt es die?
oder meinst du alle leute, die sich dem system entfremden?
das macht man ja nur, wenn man noch herz oder verstand hat^^

solange es politiker gibt...
oder besser so...
solange es profitwirtschaft gibt, wird deine utopie eine utopie bleiben....

lg Koman


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Kosmopolitismus und Internationalismus

06.09.2012 um 14:10
Zitat von KomanKoman schrieb:jeder der anderes behauptet ist der wahre feind...
Na ja so radikal seh ich das nicht ganz, aber ich betrachte es auch als sehr großes Problem im Denken vieler Menschen die zu sehr an den Fleck und die Kultur gebunden sind, in die sie geboren wurden.

Ich kann da von mir selbst ausgehen, vor einigen Jahren hatte ich noch ein recht fundiertes nationales Bewusstsein (nicht rechts aber recht patriotisch), doch es hat sich über die Jahre immer mehr aufgelöst und ich lebe entspannter, es ist so als wenn man sich von der "Nabelschnur" trennt und sich als eigenständiges, fühlendes, denkendes Wesen betrachtet, nur eben unabhängig von Nationalität und kultureller Prägung.
Zitat von KomanKoman schrieb:solange es profitwirtschaft gibt, wird deine utopie eine utopie bleiben....
Da seh auch ich den Kern des Problems, denn nach Nationalismus folgt meist Egoismus in Sachen kosmopolitischer Bremsen. Da fällt mir ein kleines interessantes Video ein:

Geschichte der Marktwirtschaft gegenübergestellt einem "Utopia"

Youtube: Geschichte der Marktwirtschaft gegenübergestellt einem Utopia
Geschichte der Marktwirtschaft gegenübergestellt einem Utopia


In 8 Schritten hat sie sich bis zu dem Monstrum hochgearbeitet, das jetzt die Welt und Menschheit bedroht. Denn die Welt sieht nicht SO aus, weil Kommunismus oder Anarchie überall herrschen, sondern die Mechanismen der freien Marktwirtschaft (oder wie ich es nenne, des Kapitalismus) und deren politischen Systeme. Und alles fing ganz harmlos an (vor einigen tausend Jahren). Es ist die Geschichte von "Bewusstseinsveränderungen".

Btw. ich bin natürlich auch ein "Weltmensch"! :D


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Kosmopolitismus und Internationalismus

06.09.2012 um 14:19
@cRAwler23
weisst du was mich am meisten beschäftig...
die reden immer alle davon, das wir das wachstum ankurbeln müssen...
wiso?wo ist der sinn?

haben wir zu wenig leute auf der welt, die verhungern?
achso ja, wir müssen ja mehr produzieren für mehr menschen....
wo sollen die alle leben?von wo kommt das ganze essen?

achso.. ja..genau...erwirtschaften....
und wie lange geht das noch gut...wenn jetzt schon die resourcen knapp werden?
achjo wir wollen ja, einen anderen planeten besiedeln:)
und wie bringen wir, die ganzen leute da hin?bevor wir verhungert sind?

irgendwie komme ich mir, in diesem system einfach nur mehr verarscht vor^^
das ich, einer hand voll leuten helfe, sich nach der zerstörung dieses planeten,
auf dem nächsten absetzen...

na wenigstens hatten dann ein paar hundert leute, etwas von dem ganzen:)
ich glaube derzeit passen ja nur 4-5 leute in eine rakete:)
da müssten wir heute schon mit dem verfrachten anfangen^^


übrigens...dein video ist wirklich gut!

lg Koman


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Kosmopolitismus und Internationalismus

06.09.2012 um 15:11
@Koman
Genauso denke auch ich darüber. Es ist wirklich schade, das viele Menschen nicht erkennen, was für sie, ihre Mitmenschen und noch viel wichtiger, für die Umwelt dieses Planeten mit seinen begrenzten Rohstoffen wichtig und angenehm ist. Nachhaltigkeit beginnt bei einer Reduzierung, die Leistungsgesellschaft hat momentan eine Art Burn-Out und der ständige Trieb nach mehr Wachstum ist einfach idiotisch und belastend, für alle auf dieser kleinen Kugel. Ich glaube nicht das man so schnell eine Ersatzheimat finden und gründen wird, doch Raumfahrt betrachte auch ich als etwas positives, nur eben nicht den Militarismus.

Ja das Video kann ich nur empfehlen. :)


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Kosmopolitismus und Internationalismus

06.09.2012 um 16:52
Kein weiterer ne Meinung?


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Kosmopolitismus und Internationalismus

06.09.2012 um 17:26
Ich selbst betrachte mich sowohl als sogenannten Weltbürger da ich nunmal hier auf diesem Planeten lebe aber ich identifiziere mich auch im speziellen vollends mit der Kultur meines Landes da ich nunmal auch in diese geboren und aufgewachsen bin. Es hängt nunmal alles miteinander zusammen daher betrachte ich mich sowohl als Weltbürger wie auch als jemand der offen zu seiner Kultur seiner Heimat steht.


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Kosmopolitismus und Internationalismus

06.09.2012 um 17:45
@Libertin
Nun ähnlich denke ich da auch nur hab ich gelernt mich mehr zu "entwurzeln" was meine Denkweise betrifft. Ich fühle mich mit dem Gedanken "Erdenbürger" wohler als mit einem nationalen Denken. Ich habe die ganz kleine Hoffnung das man sich weiterentwickelt, so wie es früher nur Clans und Familien gab, dann Stämme, Fürstentümer, später regionale Bündnisse bis zur Gründung von Nationen und Vereinigungen verschiedener Kulturräume, bis zur einer Art "Weltföderation". Man sollte nicht in einem bestimmten Entwicklungsstadium verharren.

Doch wie auch du fühle ich mich sprachlich natürlich mit meinem Kulturraum mehr oder weniger verbunden, nur eben nicht mehr mit der "Nation" als solche.


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Kosmopolitismus und Internationalismus

06.09.2012 um 18:03
Home is where you hang yourself. Ich war zeitlebens ein "Heimatloser" und habe mich dabei immer wohl gefühlt. Wer zu tief verwurzelt ist, übersteht einen Ortswechsel nicht.
Nationalitäten, Haut- und Haarfarben, Religionen, Philosophien, Kulturen waren mir immer nebensächlich, so lange sie keine negativen Folgen zeitigten.


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Kosmopolitismus und Internationalismus

06.09.2012 um 18:03
@cRAwler23
Ich bin jedoch kein Freund eines kulturellen Einheitsbreis sondern strebe eher einen weltweiten Friedensprozess an in der uns die kulturellen Vielfalt erhalten bleibt. Jedes Land sollte dabei stehts um den Erhalt seiner kulturelle Identität bemüht sein ohne dabei natürlich diese über die anderer Länder zu stellen.
Gegen eine Art "Weltförderation" an sich hätte ich natürlich nichts einzuwenden solange dabei die kulturelle Individualität eines jeden Landes erhalten bleibt.
Ausserdem ist ja auch nicht gleich jede Weiterentwicklung automatisch ein Prozess welcher in einem positiven Ergebnis münden muss.


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Kosmopolitismus und Internationalismus

06.09.2012 um 18:44
@Libertin

Hat im Zeitalter zahlreicher Subkulturen, die wiederum eher internationalisiert sind, ein Land noch eine einheitliche Kultur? Haben der Technofreak, der Metaller, der HipHopper, der Schuhplattler, der Volksmusiker, der Schlagerfan, der Nazirocker, der Jazzliebhaber, der Tangolove, der klassische Rocknroller, der Liedermacherfreund, der Beethovenanbeter, der Seemannsliederliebhaber wirklich eine einheitliche Kultur - und das nur auf so einem überschaubaren Kultursegment wie der Musik.


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Kosmopolitismus und Internationalismus

06.09.2012 um 18:53
@Doors
Ich kenne kein Land das eine wirklich einheitliche Kultur besitzt, das betrifft nicht nur die Musik sondern vor allem auch generell verschiedene Traditionen wie bei uns zum Beispiel die Bayern eine zum Teil andere Kultur mit anderen Werten aufweist wie beispielsweise die Menschen in Brandenburg oder Schleswig-Holstein.
Und genau diese Vielfalt sollte uns erhalten bleiben.
Eine 100% einheitliche Nation streben dagegen eigentlich nur Nationalisten an welche innerländliche Vielfalt mit Vorliebe mit Füssen treten frei nach dem Motto die Nation ist alles und du bist nichts.


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Kosmopolitismus und Internationalismus

06.09.2012 um 20:14
@Libertin
Zum teil denk ich da wie du auch, die Konsequenz seine regionalen Interessen überregional zu erzwingen ist Nationalismus. Ich lebe nach der Philosophie "Einheit in Vielfalt". Kein "Einheitsbrei", denn dieser ist nicht möglich da es immer Widersprüche gibt, erst recht wenn man alles in einem großen Topf mischt. Eine fiktive Zukunftsvision aus Star Trek ist mir da schon lieber, die Föderation ist für uns noch utopisch, doch (unabhängig von den wirklich utopischen Technologien) nicht unmöglich. Diese Föderation lebt von der Vielfalt und doch hat sie verbindende Elemente geschaffen.

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UFP: Die einzelnen Mitglieder der Föderation haben sich unter den gemeinsamen Zielen und Vorstellungen einer friedlichen Koexistenz, Handel, Freiheit, Wissenschaft, Erkundung und einer gegenseitigen Verteidigung zusammengeschlossen.

Die Föderation ist als föderale Republik organisiert, in der die Regierungen der Mitgliedswelten und Kolonien in lokalen Angelegenheiten weitgehende Autonomie besitzen. Die Föderation wird nach dem Prinzip der Gewaltenteilung regiert. Der Präsident der Föderation und dessen Regierung haben die exekutive Gewalt inne, der Föderationsrat die legislative und der Oberste Gerichtshof der Föderation die Judikative.

Das Wachstum und die Entwicklung der Föderation haben außerdem maßgeblich dazu beigetragen, dass die Menschheit ihre Vergangenheit abgelegt und sich neue Perspektiven aufgebaut hat. Im Laufe der Zeit hat der Mensch sein Bestreben nach materiellen "Dingen" abgelegt, wodurch Dinge – wie beispielsweise Geld – vollkommen bedeutungslos geworden sind. Weitere Symptome dieser neuen Weltanschauung zeigen sich besonders im Alltag. Die Armut ist beseitigt und die wirtschaftlichen Möglichkeiten sorgen dafür, dass keine Person mehr in die Situation gerät, dass die eigene materielle Existenz bedroht ist.

Aufgrund der Einwirkungen der Föderation hat sich auch die irdische Gesellschaft bedeutend verändert. Armut, Kriege und Gewalt werden beseitigt, wobei auch materielle Dinge keine große Rolle mehr spielen. Die Demokratie gewährt jedem Bürger grundlegende Rechte und Möglichkeiten. Die Meinung der Bevölkerung der Föderation wird in Meinungsumfragen erhoben und ausgewertet. Öffentliche Debatten behandeln drängende Probleme und beeinflussen die Entscheidungen der Politiker.


Alles reine Fiktion und ist die symbolische Darstellung eines funktionierenden "Utopias", doch das ist es eigentlich nicht so ganz, auch innerhalb dieser Fiktion wird gezeigt welche Entwicklungen in etwa nötig wären, welche Konflikte überwunden werden mussten und wie die völlige Veränderung der Wirtschaft und Finanz notwendig wäre um das zu erreichen. Auch wenn wir keine Replikatoren und Warpantriebe haben, so haben wir eine massive Überproduktion, ein globales Netzwerk eine Infrastruktur mit Überkapazität. Teilweise stehen die Mittel die nötig wären schon jetzt zur Verfügung, nur wäre das für die Monopole und Staaten selbst nicht profitabel, denn das würde schon an Kommunismus grenzen, einem liberalen, unstaatlichen und demokratischen Kommunismus ;)

Kosmopolitik ist ein Prozess und Weg mit vielen Etappen und Hindernissen.


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Kosmopolitismus und Internationalismus

06.09.2012 um 22:44
@cRAwler23
Utopisch erscheint das ganze derzeit noch wirklich aber es wäre auf jedenfall erstrebenswert einem solchen Zustand zumindest nahe zu kommen. Wirklich alles davon umsetzten liesse sich allerdings sowieso nicht denn dafür ist der Mensch doch zu verdorben und Machthungrig und solange wird es auch immer Kriege und Korruption geben das liegt nunmal leider in seiner Natur aber Homo sapiens sapiens kann auch anders wenn er nur will.


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Kosmopolitismus und Internationalismus

06.09.2012 um 23:05
@Libertin
So ist es, doch ich betrachte das als eine anstrebbare, gesellschaftliche Herausforderung, es könnte zum Ziel gesetzt werden. Da hast du Recht in dem Punkt ist es nicht nur eine Frage vom Können sondern Wollen. Den Anfang macht ein Umdenken. Ich denke das ganze ist auch eine Frage der Erziehung und Motivation. Diese Art zu denken ist auch irgendwie befreiend.

Doch stellt sich mir die Frage wie weit ist der Mensch im Durchschnitt in dieser Art zu denken. Denn in letzter Konsequenz heißt es zu erkennen das man eben keine Wurzeln hat und fest wie ein Baum im Boden verankert ist und dennoch betrachten viele ihre nicht vorhandenen Wurzeln als Heiligtum und sehen diese als etwas wichtigeres als die Tatsache auf einer kleinen Kugel in den Weiten des Alls zu leben, es gibt weit größere und wichtigere Dinge als Kultur und Nation.


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Kosmopolitismus und Internationalismus

06.09.2012 um 23:14
The old appeals to racial sexual religious chauvinism and to rabid nationalist fervor are beginning not to work. A new consciousness is developing which sees the earth as a single organism and recognizes that an organism at war with itself is doomed.

- Carl Sagan
... und ebenso sehe ich es auch, die Menschheit, den Planeten Erde, als einzelnen Organismus in der Weite des Kosmos. Allerdings ist noch lange nicht jedem klar, dass ein Organismus der im Krieg mit sich selbst ist, zum Scheitern verdammt ist. Das kann man nicht nur an Nationalismus und rueckwaertsgewandten Bildern vom Nationalstaat sehen, sondern an einem generellen Mangel an Solidaritaet. Es braucht keinen mehr zu verwundern, dass gerade in der aktuellen Debatte um Europa einige (Deutsche) herablassend auf andere europaeische Mitbuerger blicken, wenn die Menschen selbst sich nicht mit ihren unmittelbaren Naechsten solidarisieren wollen. Ein Wirtschafts- und Gesellschaftssystem aufgebaut auf dem Prinzip ewiger anonymer Konkurrenz, statt auf Kooperation und Solidaritaet, macht jedes Denken ueber eine Art Weltfoederation zunichte. Der "Kampf Aller gegen Alle" ist so ziemlich die schlechteste Basis fuer ein fortschrittliches und nachhaltiges Zusammenleben, vor allem wenn man nicht zu verstehen scheint, dass der "survival of the fittest" zwar in der Evolution im "Kampf" einzelner Spezies untereinander der Fall ist, nicht aber innerhalb einer Spezies wie dem Menschen, innerhalb der das Prinzip der gegenseitigen Hilfe herrscht ("mutual aid", siehe Peter Kropotkin).

Es lohnt sich uebrigens den ganzen Kurzvortrag Carl Sagans anzuschauen, zu dem das Zitat aus @cRAwler23 's Eingangspost stammt.

Youtube: Great Minds: Carl Sagan - Pale Blue Dot [new HD version]
Great Minds: Carl Sagan - Pale Blue Dot [new HD version]



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Kosmopolitismus und Internationalismus

06.09.2012 um 23:17
@cRAwler23
Es muss ja keiner seine kulturellen Wurzeln verleugnen um eine solche Gesellschaft anzustreben denn seine Wurzeln aufgeben heisst seine Kultur und damit auch die kulturelle Vielfalt in der Welt abzulegen. Der Mensch ist aber auch ein kulturelles Wesen, er lebt und zerrt davon wie auch ein Baum oder eine Pflanze seine Wurzeln benönigt um die eigenen Bedürfnisse zum leben zu decken.
Hackt man die Wurzeln ab ist auch der Baum bzw. die Pflanze verloren, ähnlich verhält es sich auch beim Menschen in geistiger Hinsicht, es würde ihm einfach etwas elementares in seinem Leben fehlen.
Daher sage ich auch das es äusserst wichtig ist (wenn es auch ein äusserst schwieriges "Kunststück" werden wird) den Frieden in einer Welt voller kultureller Vielfalt und Individualität zu wahren.
PS: Ich würde meinen kulturellen Hintergrund auch nicht ablegen wollen denn ich lebe glücklich damit mich u.a. mit diesem zu identifizieren und genauso ergeht es Milliarden anderen Menschen auch, das lässt sich nicht einfach abschaffen oder "aberziehen" und ich halte das auch nicht für erstrebenswert denn würde man dem Menschen sein kulturelles Bewusstsein rauben würde er sich mit der Zeit wieder ein neues schaffen. Das liegt nunmal in unserer Natur.


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Kosmopolitismus und Internationalismus

06.09.2012 um 23:49
@Libertin
Vielleicht sollte ich nicht sagen Kultur (es gibt ja auch Subkulturen in denen man sich aus freien Stücken "heimisch" fühlen kann. Sagen wir Tradition, Nation und völkisches Denken. Ich "verleugne" meine Wurzeln nicht, ich habe einen Familienstammbaum, doch wenn man den zurückrechnet führt dieser in alle möglichen Ecken und Länder, sogar wenn man ihn ganz zurückrechnet irgendwo nach Afrika. Im Prinzip müssten wir doch auf unsere afrikanischen Wurzeln stolz sein aber warum werden diese dann verleugnet nur nicht die "unmittelbaren"? Ist das vielleicht doch spezifisches, selektives rassisches, nationales Denken was einem sagt die unmittelbaren Wurzeln sind wichtiger als die wirklich ursprünglichen? Ich habe das Gefühl wenn der Mensch das erkennt, erst dann ist man ein Kosmopolit, die unmittelbaren Wurzeln erscheinen dann unwichtig, man beschäftigt sich einfach mit den Vorfahren als Menschen aber nicht mehr mit deren Herkunft. Menschlich ist mir das viel angenehmer.

Denn in meinem Stammbaum gab es auch Menschen aus ursprünglich tief verfeindeten Nationen und doch war da scheinbar die Liebe wichtiger als nationale Feindschaft oder eben die "Wurzeln". Ich verbinde kaum etwas damit, denn in meinem Fall wäre ich ein skandinavisch, deutsch, polnischer Russe, wenn es um unmittelbare Wurzeln geht, das ist schon etwas verwirrend :D

Kosmopolitik heißt den Mut zu haben sich von seinen kopflastigen Verankerungen zu lösen, auch die klassische Politik überwinden und dem nationalen Denken zu entsagen, das ist natürlich für einige mit Überwindung verbunden, doch ich sehe keinen anderen Sinn mehr wenn es um eine Weiterentwicklung der menschlichen Gesellschaften geht, eine Perspektive die man anstreben kann oder man wird immer starr in den vorherigen Gegebenheiten verharren.

Natürlich ist das auch von technischen Entwicklungen abhängig und von einer völligen Veränderung der lokalen und globalen Wirtschaft.

@kulam
Ja genau so ist es und das Video kenne ich auch, es passt genau zu diesem Thema hier, danke :)
Zitat von kulamkulam schrieb:Allerdings ist noch lange nicht jedem klar, dass ein Organismus der im Krieg mit sich selbst ist, zum Scheitern verdammt ist. Das kann man nicht nur an Nationalismus und rueckwaertsgewandten Bildern vom Nationalstaat sehen, sondern an einem generellen Mangel an Solidaritaet.
Das kann ich auch nur unterschreiben! Die Sache mit der Solidarität ist etwas das ich schon so gut es mir möglich ist versuche zu leben, selbst wenn es manchmal recht "einseitig" ist aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Ab und zu ist man dann doch mal überrascht und es gibt Menschen die auch so handeln.


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Kosmopolitismus und Internationalismus

07.09.2012 um 00:14
@cRAwler23
Das man heutzutage schon in so viele Generationen zurückblicken kann ist zweifelos interessant aber ich meine schon die kulturellen Wurzeln in denen man persönlich und unmittelbar aufgewachsen ist und dazu zählen zweifelos auch Traditionen, Kunst, Geschichten usw. (und nicht den eigenen Stammbaum) denn auch das ist wesentlicher Bestandteil unserer Wurzeln und genau DAS macht ja Kultur überhaupt erst aus. Der Begriff Kultur ist daher schon genau richtig an dieser Stelle.
Ein Denkfehler bei vielen ist es allerdings dass das festhalten an diesen oft immer gleich als "regressiv, veraltet längst überholt und negativ" assoziiert wird doch damit tut man niemandem recht denn genau das macht ja die kulturelle Vielfalt aus und erhält auch diese und erfüllt das in jedem Menschen schlummernde Bedürfniss nach Individualität. Es gilt daher die friedlebende Einheit in der kulturellen Vielfalt zu finden.


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Kosmopolitismus und Internationalismus

11.03.2014 um 02:19
Inzwischen sollte man im Hinblick auf das aktuelle Geschehen, die wieder wachsenden Spannungen und Konflikte zwischen Ost und West und Volksgruppen zwischen ihnen. Dieses Thema hier wieder mehr berücksichtigen. Denn ich finde auch die zunehmende Renationalisierung auf der Welt bedenklich, überall sind Verschiebungen nach rechts zu erkennen. Das ist in meinen Augen bedenklich. Wo sind die internationalen und kosmopolitischen Bewegungen und Bestrebungen die sich gegen Nationalismen und Globalisierung einzelner Wirtschaftssektoren stellen?

Ich denke Kompromissbereitschaft zwischen Völkern die sich im Konflikt befinden sollte man unterstützen und nicht zusätzlich Spannung schaffen in dem man für eine Seite oder einzelne Fraktionen Partei ergreift, sondern alle gleichermaßen hinterfragt!


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