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Die Entstehung der Religionen

423 Beiträge, Schlüsselwörter: Religion, Entstehung, Beten, Ur-religion, Muttergottheit

Die Entstehung der Religionen

07.12.2010 um 21:20
Guten Abend,

aus gegebenen Anlass hier ein Thread über die mögliche Entstehung der Religionen.
Ein paar User kamen auf den Gedanken, dass eine Religion letztendlich aus einer Art Sehnsucht resultiert.
Eine Sehnsucht nach einem Glauben.

Wir wissen heute, dass die meisten Religionen sich nur unwesentlich unterscheiden.
Das Prinzip ist meistens das gleiche. Man betet zu einem Gott.


In diesem Thread wollen wir gemeinsam heraus finden, wie eine Religion entstanden sein könnte.
Vielleicht gab es eine Art Ur Religion, aus der sich alle anderen Religionen geformt haben.
Hier könnt ihr eure Überlegungen und Gedanken posten und euch austauschen.
Jeder Gläubige -egal welcher Religion er angehört- oder Atheist ist willkommen.
Kein Gedanke ist falsch.

Es gibt auch so gut wie kein Off Topic, weil das Thema sehr breit gefächert ist.

Ein paar kurze Denkansätze:

- die Verehrung einer Muttergottheit, ist in fast allen Naturreligionen zu finden
- wenn wir zu Gott beten, wen meinen wir da?
- liegen alle Gläubigen falsch (oder richtig), weil sie die alleinige Wahrheit für ihre Religion beanspruchen?


Ich wünsche eine angenehme Diskussion


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Die Entstehung der Religionen

07.12.2010 um 21:27
@Merlina

Ich meinte das der Kult der "Muttergottheiten" zuallererst - das war kurz nach dem Schamanistischen Praktiken. Wie ja ohehin alle Muttergottheiten streng nach Sachlage sortiert waren. Die alten Gesellschaften waren eben toleranter als die danachkommenden "patriachalen" Gottheiten - die ja ebenfalls etwas mit den Verfolgungen und herabwürigungen der Frauen zu tun hätten und eine mehr körperfremde Wissenkultur hatten.


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Helel
ehemaliges Mitglied

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Die Entstehung der Religionen

07.12.2010 um 21:37
@Merlina Ich finde diesses Thema interessant und bedanke mich , wegen der Einladung . Die lockere Art dieses Thread begrüße ich auch noch.

Ich möchte einwerfen, dass das Metaphysische Konzept des Hinduismus und Buddismus sehr ähnlich dem der Qabbalah ist. Auch taucht in jeder Religion ein Lebensbaum auf bei den Germanen z.b ist er Odin geweiht und unterschiedet sich nur davon das er 9 Sphären statt 10 hat. Auch hatten sie ein Qabbalah ähnliches System in Runen. Ich werde später noch mehr schreiben bin gspannt auf eure Beiträge.


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Die Entstehung der Religionen

07.12.2010 um 22:44
Ich würde auch sagen, dass Religionen aus der Sehnsucht nach einem Glauben entstanden sind und die innere Leere, die es zu überwältigen galt, der Antrieb dahinter war.
Es mag durchaus sein, dass es damals viele Menschen gab, deren Schicksale und Rückschläge es erträglicher schienen ließen an einen Gott/Schöpfer zu glauben und somit an ein Leben nach dem Tod. Zumal die Wissenschaft damals schlicht nicht in der Lage war andere Wege aufzuzeigen.

Wen beten Gläubige eigentlich an?

Hier kann nur der Schöpfer, der Allmächtige, das A und das O, der Anfang und das Ende gemeint
sein, zumindest bei den 3 großen Weltreligionen. Bei allen wird der "Gottesglaube" mit einem
Leben nach dem Tod assoziiert, wieso auch sollte man einen Gott verehren, dem die Menschen
gleichgültig sind und kein Leben nach dem Tod verspricht.


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Fabiano
ehemaliges Mitglied

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Die Entstehung der Religionen

07.12.2010 um 23:18
Sehr interessanter Thread.

Aber wo fangen wir an? Wenn es denn so etwas wie eine Ur-Religion gegeben hat? (Wovon ich im übrigen auch überzeugt bin).

Das einzige was einen Menschen antreibt, sich an einen Gott zu wenden, kann im Grunde nur eine Art innere Sehnsucht sein. Was sonst? Vielleicht werde ich hier durch diesen Thread am Ende noch zu einem Ungläubigen, wer weiß? Aber das Risiko gehe ich ein.

Denn wenn man sich nach dem Urgrund dieser Sehnsucht fragt, könnte ja auch die Möglichkeit bestehen, dass der Mensch am Ende feststellt: Es gibt keine Antwort auf alle Fragen. Er steht am Ende doch alleine da und ist nunmal in diesem ewigen Kreislauf allen Werdens und Vergehens eingebunden und am Ende muss auch der Mensch vergehen...

Dann war eben trotz aller Fragen und Sehnsüchte am Ende das Leben nur ein kleiner Augenblick des Zufalls... und es gibt doch keinen Gott, wer weiß das schon?


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Die Entstehung der Religionen

08.12.2010 um 01:46
Alles begann mit einer einfachen Frage, die sich irgendwann als Wort hat artikulieren können, das wir hier "Warum" nennen. Warum das, warum jenes, warum dieses?


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Die Entstehung der Religionen

08.12.2010 um 03:47
Ich habe ein wenig Probleme mit dem Wort Sehnsucht und beten ....
beide Wörter sind mir fremd im Bezug zu meinem Glauben.

Gott= Einzelperson triff ebenso nicht zu.
Merlina schrieb:liegen alle Gläubigen falsch (oder richtig), weil sie die alleinige Wahrheit für ihre Religion beanspruchen?

diesen Anspruch gibt es ebenso nicht in meiner Religion, da wäre Gott nur einer von vielen.

Nehmen wir mal das Christentum als Beispiel, die den Anspruch alleinige Wahrheit besitzen wollen.
So stellen wir fest das bei der Entstehung des Christentum unheimlich viel kopiert worden ist. Somit faellt dieser Glauben für mich raus. (keine Bewertung nicht gleich ausflippen)

Es kann sich nur um Naturreligionen drehen, die den Startschuss zur Religionen gelegt haben...

Menschen versuchen seit Anbeginn die Welt zu verstehen ... man hat bestimmte Ereignisse oder Planeten einer Gottheit zugeordnet um ganz einfach diese zu besänftigen oder mit diesen zu reden ...


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Fux.123
ehemaliges Mitglied

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Die Entstehung der Religionen

08.12.2010 um 09:52
Cooles Thema. :)
Wir können alle nur mutmaßen...
Ich mutmaße, dass Religion aus dem Wunsch entstanden ist, zu verstehen, bzw. aus der Not, verstehen zu müssen. Das, was wir nicht begreifen, was außerhalb der Grenzen unseres Verstandes liegt, was wir aber dennoch sehen und adressieren wollen, dem geben wir ein Gesicht. Wir können Gottheiten oder andere spirituelle Prinzipien niemals ganz erfassen, niemals ganz verstehen, denn sie sind weiter als wir, allumfassender, größer, mächtiger, transzendenter... usw. Wenn wir beten, richten wir uns an ein Prinzip oder ein Wesen, das uns helfen soll, das uns vielleicht auch Erkenntnis bringen soll, aus einer Ebene, einer Welt oder einem Universum, das uns fremd ist, weil wir dorthin nicht schauen können. Fast alle Religionen haben gemein, dass sie das Ziel haben, einer spirituellen Intelligenz, einer Idee oder einem Prinzip zu gefallen, sich dorthin anzunähern. Warum haben sie alle dieses Ziel? Weil Menschen egoistisch sind. ;) Die Frage, warum Religion entstanden ist, ist die Frage danach, was Religion uns nützt. Ist Religion also ein Teil der menschlichen Evolution? Ich vermute, dass das so ist. :)


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Kopfnuss
ehemaliges Mitglied

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Die Entstehung der Religionen

08.12.2010 um 10:56
Der Mensch würde sich in den Sagen um die Religionen hoffnungslos verstricken und ist, wie oben schon gesagt , auf Mutmaßungen angewiesen.
Die letzte große Religion,der Islam, baut ja schon auf jahrtausend alten Vorstellungen auf.trotzdem ist interessant wie sie entstand.
Danach ist Religion in einer übergeordneten Wirklichkeit begründet, die sich den Menschen durch Offenbarung erschließt. Gebet und Kult dienen dem Gläubigen, Verbindung zu dieser übernatürlichen Wirklichkeit aufzunehmen. Hier gibt es keine Trennung von diesseitiger und jenseitiger Welt. Religion gilt als Erfahrung unbedingter Betroffenheit "Religion ist im weitesten und tiefsten Sinne des Wortes das, was uns unbedingt angeht" (Paul Tillich).


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Die Entstehung der Religionen

08.12.2010 um 11:23
@rumpelstilzche
@Kopfnuss
@Fabiano
@Merlina
rumpelstilzche schrieb:Es kann sich nur um Naturreligionen drehen, die den Startschuss zur Religionen gelegt haben...
Ich sehe es genau auch so. Der Mensch hat versucht und versucht immer noch die Natur und Umwelt zu verstehen. Damals hat man gemerkt, dass die Sterne immmer wieder in einem Rythmus am Himmel vorbei kamen. Sie bemerkten, dass es eine Wintersommerwende gibt und konnten auch die Vier Jahreszeiten in einem Kalender zusammenfassen (siehe Maya, die wussten sehr viel über den Himmel). Leider wusstne sie halt nicht, das es Planeten sind. Sie wiesen denen halt dann Götter zu, um diese Sachen/Ereignisse zu personifizieren, ja menschlicher zu machen. Die Sonne ist dabei das absolute non plus ultra. Sie erschafft Leben, sie lässt Blumen wachsen, sie lässt das Gemüse auf dem Feld wachsen, etc. Die Sonne ist daher das meistvergötterste "Wesen" dieser Erde. Das findet man in allen alten Weltreligionen. Darum ist die Sonne der Messiah, unser Erlöser, der jeden Tag kommt und uns von allem Bösen der Nacht erlöst. Also kann man sagen, ist Jesus/Mohammed/etc die personifizierung der Sonne. Denn die Sonne wird wiedergeboren bei der Wintersonnendwende um den 25. Dez. Das passiert jedes Jahr und darum feiert man dann die Geburt der Sonne/Jesus, da an diesem Tage die Tage wieder länger werden und alles beginnt zu blühen (Frühling).


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Fabiano
ehemaliges Mitglied

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Die Entstehung der Religionen

08.12.2010 um 11:46
Entweder hat sich aus dem Nichtwissen von gewissen Naturphänomenen so etwas wie ein Urglaube an eine höhere Macht entwickelt, ähnlich eben wie in den Naturreligionen, weil man sich diese Dinge eben nicht anders erklären konnte - Siehe Sonne, Gestirne, Blitz, Sturm, Erdbeben usw.. was man dann eben den Göttern zugeschrieben hat, oder aber es gab auch schon in früheren Zeiten Offenbarungen. Und eine Religion hat sich immer dann entwickelt, wenn es wo eine Offenbarung gab.

Interessant ist doch, dass der Islam sich ausschließlich durch die Offenbarungen Mohameds bildete. Das Christentum hat sich zwar nicht direkt aufgrund einer neuen Offenbarung gebildet, aber Jesus selbst wird quasi als die Offenbarung Gottes betrachtet. Im Judentum waren es wieder die Offenbarungen an Abraham, Noah und Moses in der Hauptsache. Danach richetet sich dann die Religion aus.


Wenn ich allerdings mal so weit in die Urgeschichte der Menschheit zurück denke, wo der Mensch (mal im Sinne der Evolution) selbst noch mehr eine Art Tier gewesen ist, dann komme ich zu der Frage, ob auch Tiere überhaupt an einen Gott glauben? Und ich meine, nein, können sie nicht. Sie können sich nicht wirklich fragen: Ups, woher kam denn nun der Blitz aus heiterem Himmel? Ist da wohl ein höheres Wesen? Das einzige, was ich bei Tieren für möglich halte ist eine Art Gefühl für etwas Übernatürliches, eine Art Instinkt sich selbst als Teil eines größeren Ganzen zu empfinden, hinter welchem so etwas wie eine Macht steckt, aus der alles wie auch das Selbst hervorgegangen ist. Von Glauben kann man dabei aber nicht sprechen, sondern eher von einer Empfindung.

Diese Instinkt oder das Gespühr für etwas Übernatürliche kann sich dann im Laufe der Zeit zu dem was wir einen Götterglaube nennen, weiter entwickelt haben. Aber genauso möglich wäre auch genau das Gegenteil. Nämlich dass es am Anfang überhaupt keine Religion und keinen Glauben gab. Zumindest so lange, wie der Mensch sich selbst und die Dinge um sich herum nicht hinterfragen könnte, sondern einfach nur als Teil eines großen Ganzen eben darin lebte.

Ich sehe also zwei prinzipielle Entwicklungen hierbei. Einmal eine aufsteigende Linie, wo von einem Nichtglauben sich allmählich immer präziser ein ziemlich gewaltiger Glaube bildete. Oder eben umgekehrt, eine absteigende Linie, dass am Anfang eben ein ziemlich großer Glaube an Götter vorhanden gewesen sein muss, als Erklärungsmodell für all die unbekannten Naturphänomene und je mehr er diese selbst begann zu erforschen und zu entdecken und dabei gewahr wurde, alles das hat mit Göttern ja gar nichts zutun, hinter dem Blitz, dem Donner, der Sonne, dem Mond und den Gestirnen, hinter den Gezeiten und Fluten, den Erdbeben, den Dürren und Überschwemmungen, den Missernten, den Stürmen und Vulkanen stecken Naturkräfte und keine Götter, um so geringer wurde der Glaube. Was dann annehmen lässt, dass am Ende der Glaube gegen Null hin tendieren wird.


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Die Entstehung der Religionen

08.12.2010 um 11:48
@Fabiano
Fabiano schrieb:Was dann annehmen lässt, dass am Ende der Glaube gegen Null hin tendieren wird.
Richtig :)


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Die Entstehung der Religionen

08.12.2010 um 12:45
@Fabiano
Der Christliche Glauben und der Islam sind relativ neue Religionen (seit mindestens 3.4 Millionen Jahren gibt es leben auf der Erde) 2000 Jahre Christentum (plus minus) 500 Jahre vor unserer Zeitrechnung den Islam .... wir sehen von beide Religionen nur eine Microsekunde.

Wie der christliche Glaube in Europa Einzug gehalten hat ist ja wohl jedem Bekannt.
Somit erachte ich beide Religionen für die Frage des Beginnes als Unwichtig.

Das Licht hat eine enorme Bedeutung in alten Überlieferungen auch haben Naturreligionen nichts aufgeschrieben oder nur wenig.
Ich denke es ist mehr Wichtig wenn jeder einzelne es selbst entscheidet aber ich bin fest davon überzeugt das noch ganz ganz viel Naturreligion in uns steckt ....


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Fabiano
ehemaliges Mitglied

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Die Entstehung der Religionen

08.12.2010 um 12:54
Aus unserer heutigen Sicht ist ja viel von dem was wir als Naturreligion betrachten an sich Aberglaube. Wenn man den Naturkräften etwa göttliche Mächte andichtet. Und in Bezug auf den Aberglauben in den verschiedensten Formen, ist sogar jede Religion mehr oder weniger durchsetzt davon. Weniger theologisch, aber was den sogenannten Volksglauben angeht durchaus.

@rumpelstilzche


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Die Entstehung der Religionen

08.12.2010 um 12:57
@Fabiano
Fabiano schrieb:Aus unserer heutigen Sicht ist ja viel von dem was wir als Naturreligion betrachten an sich Aberglaube
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Bezeichnung Aberglaube wird abwertend auf Glaubensformen und religiöse Praktiken angewandt

Du wertest mein Glauben ab ?


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Fabiano
ehemaliges Mitglied

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Die Entstehung der Religionen

08.12.2010 um 13:05
Jede Religion wertet, weil sie die eigenen Vorstellungen ihrer Religion für die einzig wahren und richtigen hält. Sie stehen immer im Kontrast zu den Vorstellungen der anderen Religionen - Die ihrerseits wieder auch nur ihre Vorstellungen für die einzig wahren und richtigen hält... :D

Wir sind eben noch nicht so weit, dass wir über unsere eigenen Schatten springen können und jede Glaubensform als nebeneinander stehend und völlig Gleichwertig betrachten können.

Ich kenne aber deinen persönlichen Glauben nicht und es liegt mir an sich auch nichts dran, ihn zu bewerten, auf oder abzuwerten. Dennoch liegt es in der Natur der Sache, dass ein jeder seinen Glauben immer als den allein wahren und richtigen betrachtet und folglich einen anderen, der sich davon unterscheidet, eben nicht. Denn wäre es nicht so, hätte er ja einen anderen Glauben...

@rumpelstilzche


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Die Entstehung der Religionen

08.12.2010 um 13:14
@Fabiano
@rumpelstilzche

die frage is doch eher mehr, welchen gemeinsamen ursprung habe alle religionen? das die religion in den verschiedensten teilen der welt anders angesehen und gelebt wird, ist doch klar. aber was ist die gemeinsame grundlage? da muss man schon sehr weit zurück.

z.b. wie eine hose.
jeder mensch irgendwo auf der erde trägt eine hose. nur ist die hier halt so gestylt und in asien ganz anders....aber die ursache/grundlage ist die selbe. man verdeckt seine blösse.


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Die Entstehung der Religionen

08.12.2010 um 13:20
@BluesBreaker
ich sehe kein gemeinsamen Ursprung !
Die Unterschiede sind einfach zu gewaltig ....


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Die Entstehung der Religionen

08.12.2010 um 13:23
@rumpelstilzche
ja eben der glaube wurde über die jahre hinweg so in usere kultur eingraviert, das man eben den ursprung nicht mehr so richtig sieht.

ich meine man müsste schon zehntausende jahre zurück, um zu schauen, wie die menschen damals die götter betrachteten, hatten sie auch einen messiah, und wenn ja, welche gemeinsamkeiten findet man zwischen deren und unseren.

dann könnte man ev. herleiten, ob jetzt z.b. die astronomie der ursprung war (also sterne, sonne, mond). durch unsere extrem breites wissen ist es heute halt schwierig, so zu denken wie ein mensch anno dazumals.


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Fabiano
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Die Entstehung der Religionen

08.12.2010 um 13:27
Mal generell etwas zur "Wertung"...

Ich bin inzwischen der Ansicht, dass das Werten ein ganz natürlicher Vorgang ist. Jeder Mensch wertet innerlich alles. Er bewertet die Dinge um sich herum nach seinen Prägungen, seinen Ansichten, gemäß seinen eigenen Vorstellungen. Ob diese richtig sind, lasse ich mal offen.

Aber ohne eine Wertung geht es gar nicht. Und selbstverständlich beinhaltet dies auch immer, dass sich ein anderer mit anderen Vorstellungen abgewertet fühlt. Auch das, selbst wenn gar nicht bewusst beabsichtigt, liegt in der Natur der Sache.

Und das ist nichteinmal alleine auf die Religion beschränkt, sondern auf alles und jeden. Es gibt so eine Tendenz, welche ich mit einer gewissen Sorge beobachte, dass versucht wird, es immer allen Recht zu machen, alles Gleichwertig zu betrachten und damit nimmt man aber, ob nun bewusst oder unbewusst, den Dingen ihren höchsteigenen Charakter. Weil jede Ecke und Kante rund geschliffen wird, sinnbildlich betrachtet damit nichts mehr da ist, was sich vom anderen unterscheiden kann. Dabei sind gerade die Unterschiede das, was das Leben so interessant und vielfältig macht.

Wenn meine Omi dran glaubt, dass sie sieben Jahre nun vom Pech verfolgt wird, weil sie einen Spiegel zerdeppert hat, oder weil ihr am Freitag, den 13. eine schwarze Katze über den Weg gelaufen ist, dann ist das in meinen Augen Aberglaube. Mag sein, wenn ich ihr das sage, dass sie dann entrüstet ist und sagt: Waaas? Du wertest meinen Glauben ab???

Ich kann nunmal nichts dafür, dass ich den Glauben meiner Omi in diesem Punkte nicht teilen kann und das für Aberglauben halte. Deswegen habe ich aber nichts gegen meine Omi persönlich. Und von mir aus kann sie sowas glauben... Aber es kann mich doch deswegen keiner Zwingen sowas auch glauben zu müssen???

Das Werten ist also eine naturgegebene Sache, die man zwar versuchen kann zu unterbinden und zu unterdrücken, ob das aber wirklich besser ist, wage ich mal zu bezweifeln. Jeder Mensch bewertet doch alle Dinge um sich herum, ständig und vollzieht sozusagen einen inneren Abgleich mit seinen Vorstellungen. Diese hält er für wahr und richtig, denn ansonsten hätte er sie ja auch nicht und würde seine eigenen Vorstellungen wieder gegen andere eintauschen. Sowas geschieht auch zuweilen und dann kann es sein, dass jemand eben seine Meinung geändert hat.

Wie sonst kann sich jemand denn überhaupt eine eigene Meinung bilden, ohne eine innere Wertung vorzunehmen? Es ist nicht alles gleich und jede Ansicht bedingt, dass der, welcher sie hat, von dessen Richtigkeit überzeugt ist, weil er sie sonst ja auch nicht haben würde. Und folglich sieht er in denen, die eine andere Ansicht vertreten, etwas, das seinen Vorstellungen eben nicht entspricht und in seinen Augen falsch ist. Und das ist eine Wertung, es geht gar nicht anders. Wenn man so schon nicht mehr denken und seine Gedanken zum Ausdruck bringen darf, dann müssten wir letztendlich unser ganzes Leben als Schweigeexerzitien begehen und alles was wir meinen, denken, glauben für uns behalten.


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