Lieber
@Knorpelgott,
vielen Dank für deine erneut so ausführliche Antwort. Sehr gern habe ich deine Zeilen gelesen, denn deine Sicht bietet viele Denkanstöße, die für mich sehr wertvoll sind. Du beschreibst Situationen, die ziemlich genau den Nagel auf den Kopf treffen.
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Du sprachst von dem Wespennest. Ein sehr passendes sprachliches Bild, wie ich finde. Denn genau das ist es. Ich habe mit meinem Problem in etwas herumgestochert, das man in Ruhe lassen sollte, möchte man nicht zerstochen werden. Ich habe das durchus mehrfach getan - für so wichtig hielt und halte ich stets mein Anliegen. Vielleicht war es mir bei meinem Brief an T. nicht sofort klar, welchen Schwarm ich damit auf meinen schutzlosen Körper hetzen würde. Ich wurde oft gestochen. Jeder Stich hat mir die Tränen in die Augen getrieben. Ich habe die Welt und ihre sogenannte Gerechtigkeit verflucht und bin paralysiert von den Schmerzen einfach weiter zur Arbeit - also in jenes Nest gegangen, in denen genau die Wespen leben.
Dieses Leben mit den Schmerzen hat in gewisser Weise dafür gesorgt, dass ich mich abhärtete. Stiche zu kassieren bedeutet für den, der dies überlebt gleichzeitig eine Art Immunisierung gegen das Gift.
Mir wurde verboten, T. wegen der Sache persönlich anzusprechen.
- Was aber wenn einfache Blicke zu einer eigenen Form der Kommunikation werden können? Mein Kampf um das was mir wichtig ist würde nie enden. Das war mir schon klar, als ich von ihr das erste mal zurechtgewiesen wurde. Ich nutzte meine Augen und meinen Ausdruck - wohl dosiert und ohne zu starren, um ihr non-verbal zu übermitteln, dass ein Redeverbot keine Lösung sein kann. Auch ihre Blicke habe ich dabei empfangen. Es steckte sehr viel darin. Oft fing sie am Mittagstisch zu zittern an, als unsere Blicke sich kreuzten. Mir ist das nie entgangen.
Natürlich lässt sich nicht abschätzen, wie eine non-verbal übermittelte Nachricht wirklich beim Empfänger ankommt. Aber eines ist dadurch klar geworden: Ich lasse mich nicht mehr von einer Gesellschaft kleinmachen, die meine Ansichten als intolerabel erachtet - Nur weil sie nicht in das Muster passt.
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Nun ist T. gegangen. Die Möglichkeit des Blickkontaktes besteht nicht mehr. Das hindert mich jedoch nicht daran, weiterzukämpfen und meinen Glauben zu bewahren.
T. ist eine wichtige Komponente in meiner Geschichte und ich weigere mich, nach alldem, was ich erlebt habe diesen Glauben zu verwerfen.
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Vielleicht kennst du die Akte X - Folge:
"Rückkehr der Seelen"/
Engl.: "The Field Where I died"?!
Ich muss oft an diese Folge denken, wenn es um T. geht. Dieses starke Gefühl in ihr eine vertraute Seele gefunden zu haben hat mich in den letzten Jahren heimgesucht.
Die Frau aus der Sekte hielt in besagter Folge in einer Szene Mulder bei der Hand, sie weinte fürchterlich und sagte dabei in etwa folgendes:
"It is so heartbreaking to wait. 😭 I miss you."💔
Dieser eine Moment lässt mich bis heute nicht los. Er drückt aus, was in mir ist - Warum T. für mich nicht nur diese eine Kollegin gewesen ist. Es geht darum, auf sie zu warten. Weil ich weiß, sie ist irgendwo da draußen - ich habe sie gefunden, ist das Warten auf sie der einzig echte Inhalt für mich geworden. Mein Leben abseits von diesem einen Inhalt findet eben ..statt. Wie du schon angedeutet hast, kann man die Leere gern füllen. Was aber, wenn die Leere mit weiterer Leere gefüllt wird, die sich nur oberflächlich voll anfühlt? Wenn dieses eine Leben eine Mahlzeit wäre, gäbe es nur Ballaststoffe ohne echten Nährwert.
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Ich danke dir herzlich für deine Wünsche, mir würde etwas wirklich gutes widerfahren. Dir wünsche ich das selbe. Besonders auch, weil du dich noch viel länger quälst als ich es tue. Meine Begebenheiten und Erkenntnisse sind im Gegensatz zu deinen frisch. Aber nur weil eine Wunde alt ist, muss sie nicht weniger schmerzen.
Bevor mir etwas gutes widerfährt
(*und du weißt nun, für mich gibt es nur einen einzigen guten Umstand, der in Frage käme, ihn "wirklich gut" zu nennen), bist du erstmal dran. Ich kann dir nicht ersetzen, was dir verlorengegangen ist. Niemand könnte das. Aber ich kann dir zuhören, deine Geschichte ernst nehmen, mitfühlen und auf dich reagieren, wie du es für mich tust. Wenn es dich erleichtert, erzähle mir von deinem Schmerz.
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Unsere Ansätze und Philosophien unterscheiden sich. Ich brauche meine Sailor Venus ❤️ als ein Symbol der ewigen und reinen Liebe, die das schlimme Schicksal überdauert. Sie gibt mir die Kraft und ich verbinde mit ihr eine weitere paranormale Geschichte, die sich während meines Studiums ereignete.
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..Vielleicht ein kurzer Exkurs dazu. 🥺: Sorry, ich weiß es ist viel Text, aber ich muss hier mal ausschweifen, denn das Erlebnis ist für mich genauso elementar, wie der Traum mit meinen verstorbenen Freund und T.
Ich deutete dir ja bereits an, dass ich an Symbole glaube. Venus ❤️ ist für mich DAS Symbol schlechthin.♀️
Als ich studierte, kaufte ich von meinem schmalen Geld einen Schlüsselanhänger: Bestehend aus zwei Metallplättchen - eines mit dem Gesicht von Venus drauf und eines mit ihrem Planetensymbol. Voller Freude, sie nun immer bei mir zu haben, fädelte ich die beiden Plättchen auf einen Schlüsselring, den ich an meinem heißgeliebten Schlüsselband trug. Jenes Schlüsselband hatte mir mein verstorbener Freund einmal geschenkt. Ich nahm das Band mit den Schlüsseln und Anhängern stets mit zu Vorlesungen, Seminaren, Praktika - überall hin und durch die ganze Stadt. Bestimmt ein halbes Jahr lang waren die Anhänger immer bei mir. Ich liebte diese beiden Anhänger in Kombination mit meinem Schlüsselband sehr.
..😥.. Eines Tages: Ich wollte gerade die Tür zu meiner Wohnung aufschließen, waren diese beiden Anhänger plötzlich ...weg. Nicht mehr auf dem Ring. Ein Schlüsselband ohne Venus. Wie sie plötzlich weggekommen sein kann, weiß ich nicht. Das Schlüsselbund war stets in meiner Tasche gewesen. Ich suchte überall nach meiner Venus. Sie war weg. Nirgends. Ich trauerte um dieses schöne Stück.
Monate gingen ins Land. Kein Hinweis mehr darauf. Es war so schade. Eines Tages musste ich zur Post gehen. Ich nahm kurz vor dem Gebäude einen Weg, den ich sonst nie gegangen war, wenn ich zur Post wollte. Als Fußgänger ging ich an ein paar Fahrradständern vorbei. Wie unsichtbar auf etwas gelenkt - geradezu hingewiesen, blickte ich in einen der Fahrradkörbe...
Da drin... meine beiden Venus-Metallanhänger. 🥺🥺🥺.. Und ja. Es waren meine. Da bin ich ganz ganz sicher. Sie waren nicht korrodiert. Das Metall glänzte mich an wie neu. Gern sende ich dir mal ein Bild von den Anhängern. Sie haben in der Vitrine einen Ehrenplatz bekommen.
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Was gibt mir dieses Erlebnis?! Nun, man kann an Zufälle glauben. Ich deute es für mich als eine Nachricht - ein Symbol. Meine geliebte Venus ❤️👱🏻♀️🎀 kam zu mir zurück. Sie ist in meinem Herzen und mein Herz findet sie. Eine Art Magnetismus?!
Nun könnte ich mutig sein, und dieses Erlebnis auf T. übertragen. - Daran glauben, dass T. eines Tages zurückkehrt, so wie meine Schlüsselanhänger.
Ein Lindt-Glöckchen, das sie mir mal vor Ewigkeiten schenkte, ist mein Symbol für sie. Es ist der einzige Gegenstand, den ich von ihr habe. Ich höre es gern läuten, wenn ich den Schlüssel in der Tasche bewege.
..An dem Tag, als ich von ihrem Abschied erfuhr, fiel mir mein Schlüssel zu Boden. Es war ein Missgeschick beim Aufschließen der Kellertür. In ihrer Bewegung klemmte die Tür das Glöckchen zwischen sich und dem Boden fest.😬 Mein wertvolles Glöckchen: Es war stark verbogen und richtig mies verformt. 😵
🥺🥺🥺 Ist auch das vielleicht ein Symbol? Das Glöckchen ist zwar verformt, aber es läutet noch immer. Wenn es ein Hinweis ist, dann leite ich für mich daraus ab: Das ..etwas.. zwischen T. und mir ist beschädigt - Aber NICHT kaputt. Ich gebe alles dafür, es nicht zu zerstören. Meine Energie fließt in dieses eine kleine Glöckchen. Ich behalte T. am Schlüsselband meines verstorbenen Freundes und somit fest in meiner Seele und an meinem Herzen ❤️. Verstehst du?🥺
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Um letztlich noch mal deine interessante Analogie mit dem Tuch und den Knoten aufzugreifen:
Meine Erlebnisse rund um meine geliebten Venus-Anhänger, das Glöckchen, das Schlüsselband, das alles verbindet, T., mein verstorbener Freund und dieser eindringliche Traum sowie die vielen weiteren Träume.. ich erkenne diese Elemente als einige der Fäden von dem Tuchgewebe, das du beschreibst.
Zufall, Illusion und Aberglaube - das alles kann sein. Ich kann es nicht widerlegen und möchte es auch nicht vorschnell tun. Aber ich kann auch versuchen zu sehen, statt nur zu schauen. Ist mein Weg ein Irrweg? Ich weiß nicht. Das erfahre ich doch erst, wenn ich diesen Weg gehe. Wer weiß, wohin dieser Weg führt? Kommst du mit mir mit? Zumindest ein Stück in meine Richtung, lieber
@Knorpelgott ?
Anhang: Foto von meinen wertvollsten Besitztümern; Schlüsselband, Lind-Glöckchen von T. und Venus-Schlüsselanhänger
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