parabol schrieb:Es gibt so etwas wie journalistische Sorgfaltspflicht, die will der ungescriptete Ben und sein Anwalt Steinhöfel aushöhlen
Die journalistische Sorgfaltspflicht zielt vorrangig auf Informationen, die der Journalist dem Empfänger durch seine Publikation gezielt zukommen lässt, sprich wenn er Nachrichten verbreitet, die vorher recherchiert wurden.
In Ungeskripted unterhalten sich zwei Leute miteinander, die Unterhaltung wird aufgezeichnet und veröffentlicht. Das heisst zwei Leute (im wesentlichen nur eine) teilen sich ihre Ansichten und Meinungen gegenseitig mit. Das sind keine Nachrichten, die sich gezielt an den Zuschauer richten, und dafür wurde auch nichts recherchiert, was irgendwelchen Sorgfaltspflichten unterliegen würde. Der Zuschauer sitzt einfach nur passiv dabei und hört das Gespräch mit.
Es ist eine nicht hinzunehmenden Anmassung der Behörden, Vorschriften zu erlassen, wie Leute ihre Unterhaltungen zu führen haben, selbst wenn diese später einer breiten Öffentlichkeit zugekommen lassen werden.
Bei Nachrichten ist die Einhaltung von solchen vorgegebenen Standards noch halbwegs nachvollziehbar, da der Rezipient quasi selbst Gesprächsteilnehmer wird, da der Journalist gezielt Informationen an ihn weitergibt. Aber selbst da bin ich gegen eine Einmischung von staatlicher Seite. Ich möchte Leuten nicht verbieten, den grössten Quatsch zu behaupten, wie beispielsweise so etwas offensichtlich falsches, dass die Erde flach wäre. Natürlich dann nicht mehr, wenn es in Richtung Strafbarkeit geht, beispielsweise um damit einen Betrug durchzuführen.