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Warum möchte mein Mann unbedingt ein Solardach?

21 Beiträge, Schlüsselwörter: Technik, Haus

Warum möchte mein Mann unbedingt ein Solardach?

13.05.2019 um 09:13
Hallo, lang nicht mehr gesehen.. ich komme mal wieder mit einer Frage.

Und zwar bin ich umgezogen (aufs Land - Manns Idee), auf jeden Fall erkundigt sich mein Mann gerade über Solarenergie.. er ist gerade auf so nem extremen veganen Tripp.. ich meine wir essen ja vegan, aber komplett vegan leben wir dann auch nicht.
Er hat jetzt damit angefangen Gurken, Tomaten und Karotten anzupflanzen, damit wir nicht mehr so viel aus dem Supermarkt holen müssen (sein Ziel ist es, so viel wie es in Deutschland nun mal geht bei uns anzupflanzen.. mal sehen haha
Auf jeden Fall ist er jetzt total interessiert an Solarenergie und will jetzt Solaranlagen fürs Dach mieten.. ich wurde überredet mit dem versprechen, dass ich mit entscheiden kann welcher Anbietet und generell beim Preis und so.
Meine Frage ist aber jetzt ob sich das überhaupt lohnt zu mieten? Also anstatt zu kaufen. Einige Anbieter haben zwar ein paar FAQ´s wie bei dem hier.. aber so ganz helfen sie mir dann auch nicht, obwohl die schon ganz schön viel schreiben..
Kann mir jemand bei der Frage helfen.. Mieten oder Kaufen? was ist günstiger am Ende?

Mit all Mystery.. die Sandra


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Warum möchte mein Mann unbedingt ein Solardach?

13.05.2019 um 10:14
dieSabrina schrieb:Kann mir jemand bei der Frage helfen.. Mieten oder Kaufen? was ist günstiger am Ende?
Ja genau dafür gibt es doch vorgefertigte Wirtschaftlichkeitsberechnungen, sodass man je nach Standort und Geschäftsmodell sowie div. Faktoren den Amortisationszeitraum etc. ermitteln kann. Da gibt es genug Beratungsangebote. Man muss sich nicht auf den erstbesten Google-Treffer verlassen.


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13.05.2019 um 10:14
Nur die Dachfläche vermieten? Da kommt nicht viel bei Rum.

Aber eigentlich ist das hier das falsche Forum dafür. Es gibt Fachfragen für Solarzellenbestitzer/ Kleinwindanlagenbesitzer und co. Oder noch einfach mal ein Angebot einholen bei einem Monteur für Solartechnik.


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Warum möchte mein Mann unbedingt ein Solardach?

13.05.2019 um 10:17
@dieSabrina
Lass dir die Rentabilität berechnen und zwar am besten nicht durch die Anbieter der entsprechenden Systeme.
Hier was recht aktuelles zum Thema https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/aktuelle-fakten-zur-photovoltaik-in-deut...
Ist seh umfassend, aber von ein wenig Lesen ist noch niemand gestorben.
Punkt 7 beschäftigt sich auch kurz mit Renditen.
Abschliessend weiterhelfen werden wir hier nicht können, dazu fehlt den meisten die Ausbildung und auch Eckdaten wie Grösse, Ausrichtung, Wohnort ect.


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Warum möchte mein Mann unbedingt ein Solardach?

13.05.2019 um 10:23
1) wie bereitet Ihr Warmwasser zu und wie heizt Ihr? Allein aus energetischen Gesichtspunkten heraus ist es aug jeden Fall sinnvoll, erstmal "Wärmeanwendungen" auf Solarthermie umzustellen. Der Weg über Solarstrom ist immer mit großen Verlusten (Wandlungsverluste, Leitungsverluste etc.) verbunden.
Auch ist der Energieaufwand für die Produktion von Photovoltaikanlagen ziemlich hoch, angesichts der in Europa oft geringen Ausbeute dauert es also oft sehr lange, bis die Anlage auch nur den break-even erreicht, dh. die in der Anlage versenkte Energie wieder einspielt.
Gerade wenn es Deinem Mann also um ökologische Gesichtspunkte geht, sollte daher die erste Prüfung sein, ob Photovoltaik überhaupt die beste Nutzung der Dachfläche ist.

2) Was Mieten vs. Kaufen angeht, kommt es ganz massiv auf Eure persönlichen Umstände an. Dachvermietung oder auch Mietanlagen lohnen sich in der Regel eher für geschäftliche Kunden. (etwa vergleichbar mit Leasing von Kraftfahrzeugen, lohnt sich zumeist aus steuerlichen Gründen für Firmen, weniger für Privatleute). Aber es ist durchaus möglich, dass es trotzdem doch für Euch eine gute Variante wäre. Das muss man sehr sauber durchrechnen.
Lasst Euch beraten, aber vorzugsweise, so wie @Zyklotrop schon schrieb, eher nicht von einem Anbieter solcher Anlagen. In welcher Stadt wohnt Ihr? Oft bieten die Kommune oder die Stadtwerke unabhängige Solarberatung an (wobei die Stadtwerke natürlich nicht ganz unabhängig sind, aber zumeist vertrauenswürdiger als die Vertriebler der Solaranlagenindustrie)


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Warum möchte mein Mann unbedingt ein Solardach?

13.05.2019 um 14:25
dieSabrina schrieb:Mieten oder Kaufen? was ist günstiger am Ende?
Kommt neben dem genannten Aspekt der Nutzung z. B. als autarker Biohof mittels Speicher und dem Ertrag der Anlage selbst, auch auf den eigenen Verbrauch an. Grundsätzlich aber Miete geteilt durch Nennleistung (kW). Nehme man glatte Zahlen, also 200 € mtl. für 10 kW, ergo 20 € je kW. Muss man dann halt mit den Angeboten zu Kaufoptionen auf die Nennleistung runterrechnen (lassen) und vergleichen, auch hinsichtlich deren Service. Bei Mietanlagen ist idR vieles inkludiert was die Wartung und Versicherungen betrifft, beim Kauf hat man dafür die größere Auswahl der Anbieter. Pauschal kann man das schwer beurteilen aber pi mal Daumen, je größer das Dach und der EV, desto eher würde man zur Miete raten.


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13.05.2019 um 15:23
Zyklotrop schrieb:Punkt 7 beschäftigt sich auch kurz mit Renditen.
Warum muss alles in der Welt der Menschen unbedingt eine (positive) Rendite bringen???


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13.05.2019 um 15:38
@Quidestveritas
Das ist wie mit vielen anderen Dingen.
Ob es wichtig ist entscheidet jeder von Fall zu Fall für sich.
Du hast dich zum Beispiel entschieden 3 Fragezeichen hintereinander zu setzen. Dir war es anscheinend wichtig, ich finde es albern.
Entscheidet jeder für sich.


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13.05.2019 um 15:45
@Quidestveritas
Was soll das.
Niemand sagt, dass alles in der Welt eine (positive) Rendite bringen muss.
Wer aber Geld investiert, der setzt darauf. Allein schon, um nicht durch den Geldwertverlust durch Nichtstun Geld zu verlieren. Etc.
Das solltest du aber wissen, oder?

Und wer in Solarthermie investiert, erkundigt sich nach Möglichkeiten, das möglichst profitabel oder wenig verlustreich anzustellen.
Was wäre denn selbstverständlicher.


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13.05.2019 um 16:21
Quidestveritas schrieb:Warum muss alles in der Welt der Menschen unbedingt eine (positive) Rendite bringen???
Also ich fände es eher befremdlich, sich das erstbeste Angebot aufs Dach montieren zu lassen, a la "hauptsache Solar".

ist doch normal, dass man schaut wo/wie es am günstigsten für einen selbst zu bekommen ist...


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Warum möchte mein Mann unbedingt ein Solardach?

13.05.2019 um 16:33
Quidestveritas schrieb:Warum muss alles in der Welt der Menschen unbedingt eine (positive) Rendite bringen???
die allermeisten Menschen haben nicht unendlich Geld und können auch für einen guten Zweck (Umweltschutz) keine Verluste akzeptieren. Mindestanforderung ist daher für die meisten Menschen eine "Schwarze Null".

Da aber jedes Handeln mit Aufwand und Risiko verbunden ist und sehr oft es auch erforderlich ist, dafür Geld vorzustrecken, was bedeutet, dass man entweder Zinsen an eine Bank zahlen muss (wenn man die Summe nicht auf der hohen Kante hat) oder auf andere Dinge verzichten muss (weil man eben Geld nur einmal ausgeben kann), ist es meiner Ansicht mehr als verständlich, dass für die meisten Menschen das Minimum der erwarteten Rendite höher als die Zinsen auf eine risikofreie Anlage sein sollte. Darauf zu verzichten, können sich nur wenige Menschen leisten...


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14.05.2019 um 19:45
otternase schrieb:Allein aus energetischen Gesichtspunkten heraus ist es aug jeden Fall sinnvoll, erstmal "Wärmeanwendungen" auf Solarthermie umzustellen. Der Weg über Solarstrom ist immer mit großen Verlusten (Wandlungsverluste, Leitungsverluste etc.) verbunden.
Nich unbedingt. Die energetische Amortisation von PV und ST is im Mittel etwa gleich, wobei es bei ST eine sehr große Schwankungsbreite gibt, abhängig von art der Nutzung (nur WW oder WW mit Heizungsunterstützung) und des Wärmeerzeugers, der unterstützt werden soll, aber auch von der Menge des benötigten Brauchwassers und der Lage der Anlage.
Die Kombination PV und Wärmepumpe kann energetisch deutlich besser sein, sowie auch wirtschaftlicher.
otternase schrieb:Auch ist der Energieaufwand für die Produktion von Photovoltaikanlagen ziemlich hoch, angesichts der in Europa oft geringen Ausbeute dauert es also oft sehr lange, bis die Anlage auch nur den break-even erreicht, dh. die in der Anlage versenkte Energie wieder einspielt.
Wie schon gesagt, im Mittel nehmen sich PV und ST nich viel, im Einzelfall kann aber die eine oder die andere deutlich überlegen sein.

Wenn nich gerade ein Spezialfall vorliegt, dürfte PV, was die Kombination aus Wirtschaftlichkeit und Ökologie angeht die Nase vorn haben, allein weil man Strom deutlich vielfältiger einsetzen kann als warmes Wasser.

mfg
kuno


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15.05.2019 um 18:40
kuno7 schrieb:im Einzelfall kann aber die eine oder die andere deutlich überlegen sein
das ist sicher eine immer richtige Aussage.

Aber das hier ist zumindest so pauschal gesagt falsch:
kuno7 schrieb:Wenn nich gerade ein Spezialfall vorliegt, dürfte PV, was die Kombination aus Wirtschaftlichkeit und Ökologie angeht die Nase vorn haben, allein weil man Strom deutlich vielfältiger einsetzen kann als warmes Wasser.
rund 70% des gesamten Primärenergieverbrauchs von bundesdeutschen Privathaushalten ist Raumwärmebedarf, rund 14% Warmwasserbereitung:

b26a99a0-e778-30fb-bc42-43b868376476

Das bedeutet, die Flexibilität des Stroms wird zu überwiegendem Anteil nicht benötigt.
kuno7 schrieb:Die energetische Amortisation von PV und ST is im Mittel etwa gleich
auch das ist eine mehr als fragwürdige Aussage. Produktion von PV Elementen ist deutlich energieaufwendiger als von ST Elementen. Falsch ist natürlich die oft gehörte Aussage, dass PV aufgrund des Eingangsenergiebedarfs für Produktion und Installation sich gar nicht lohnen würde, aber grob betrachtet liegt die Energieamortisationszeit von PV gegenüber ST etwa doppelt so hoch. Hier eine ganz interessante Zusammenstellung verschiedener Werte:

https://www.volker-quaschning.de/datserv/kev/index.php

Da gerade kommerziell getriebene Investoren auf billige Anlagen aus China setzen, dürfte zusätzlich noch die Frage des Energiebedarfs für Transport anfallen, noch mehr aber die Frage der Umweltbedingungen bei Abbau der Rohstoffe und Produktion der Anlagen...

Ich will damit keineswegs sagen, dass PV keinen Sinn macht. Aber PV ist aus Umweltgesichtspunkten bei den Bedingungen, die hier in Deutschland in einem durchschnittlichen Haushalt existieren, erst dann sinnvoll, wenn mittels ST der Warmwasserbedarf gedeckt ist und die Heizperiode zumindest wesentlich durch Heizunterstützung verkürzt wurde. Wer dann noch freie Dachfläche hat, kann sicher auch mit PV Gutes tun...


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15.05.2019 um 19:48
otternase schrieb:rund 70% des gesamten Primärenergieverbrauchs von bundesdeutschen Privathaushalten ist Raumwärmebedarf, rund 14% Warmwasserbereitung:
Schön, und wie hoch sind die Erträge in der Zeit, in der Heizbedarf besteht? Gerade bei ST mit Heizungsunterstützung is doch das Problem, dass die meiste Energie, die die Anlage bereitstellen kann, gar nich genutzt werden kann. Bei WW sieht es zwar besser aus, weil dieses ganzjährig genutzt werden kann, wie viel letztlich energetisch gespart werden kann, hängt wieder stark von der Anlage ab, die unterstützt werden soll, denn bei nem 30 Jahre alten Atmo-Brenner wirste natürlich deutlich mehr sparen können, als ner modernen Brennwertanlage. Is ne Wärmepumpe verbaut, wäre PV ohnehin viel sinnvoller.
otternase schrieb:Das bedeutet, die Flexibilität des Stroms wird zu überwiegendem Anteil nicht benötigt.
Es bedeutet auf jeden Fall, dass du die gesamte geerntete Energie der PV-Anlage auch verwerten kannst, bei ner STA, vor allem mit Heizungsunterstützung is dies keinesfalls so.
otternase schrieb:auch das ist eine mehr als fragwürdige Aussage. Produktion von PV Elementen ist deutlich energieaufwendiger als von ST Elementen.
Mag ja sein, aber der Nutzungsgrad von PV is eben viel höher und was ich so im Netz gefunden habe, is die Rede bei ST von ca. 2-4 Jahren.
https://www.solarthermie.net/wissen/energetische-amortisation
Bei PV liegt diese zwischen 1,5 Jahren (Dünnschichtmodule) bis 6 Jahren (Monokristallin), die typischen aktuell verwendeten Polykristallinen Module liegen bei ca. 2,5 Jahren, also etwa gleich mit ST.
otternase schrieb:Aber PV ist aus Umweltgesichtspunkten bei den Bedingungen, die hier in Deutschland in einem durchschnittlichen Haushalt existieren, erst dann sinnvoll, wenn mittels ST der Warmwasserbedarf gedeckt ist und die Heizperiode zumindest wesentlich durch Heizunterstützung verkürzt wurde.
Das kann schon deshalb nich stimmen, weil PV+WP energetisch locker mit ST mithalten kann und wirtschaftlich deutlich überlegen is.
Wie gesagt, in Spezialfällen, zB. bei sehr hohem Warmwasserverbrauch, mag dies auch mal anders sein, aber dies dürfte recht selten sein.

Wir können das auch gern an nem konkreten Beispiel durchrechnen, wenn du Interesse hast.

mfg
kuno


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15.05.2019 um 20:39
Seit meiner Heizungsmodernisierung vor 3 Jahren hab ich 4qm Solarkollektor auf dem Dach, nur fuer Warmwasser- Stromverbrauch nur Umwaelzpumpe. Die Einsparung besteht darin, das die Oelheizung den Sommer ueber komplett abgeschaltet ist und ich jetzt schon die Haelfte der Investition drin hab- die geringeren Wartungs/Verschleisskosten der Heizung nicht eingerechnet!


:mlp:


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15.05.2019 um 20:52
syndrom schrieb:Seit meiner Heizungsmodernisierung vor 3 Jahren hab ich 4qm Solarkollektor auf dem Dach... und ich jetzt schon die Haelfte der Investition drin hab
Meine PV Anlage hatt sich nach 4,5 Jahren komplett selbst finanziert. :)

mfg
kuno


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16.05.2019 um 11:43
kuno7 schrieb:Meine PV Anlage hatt sich nach 4,5 Jahren komplett selbst finanziert. :)
finanzielle Amortisation hat nichts mit energetischer Amortisation zu tun. Das ist durch die politischen Rahmenbedingungen so eingerichtet worden, dass sich ein PV Anlage finanziell deutlich schneller amortisiert. Deshalb sind PV Anlagen ja auch für Investoren so interessant. Man kann damit gut Kohle machen, auch wenn sie aus energetischen Gesichtspunkten weitaus weniger lohnend sind.
kuno7 schrieb:Es bedeutet auf jeden Fall, dass du die gesamte geerntete Energie der PV-Anlage auch verwerten kannst,
das ist eine politische Vorgabe. Siehe https://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/__11.html

Die Netzbetreiber müssen zu garantierten Preisen die Energie abnehmen, egal, ob sie gebraucht wird oder nicht. Wie gesagt, aus kommerziellen Gesichtspunkten sicherlich lohnend, aus Sicht Umweltschutz, Resourceneinsparung, nachhaltiges Wirtschaften, sind PV Anlagen bei weitem nicht so toll.

Es kommt halt darauf an, was der Ehemann der Threaderstellerin als höchste Priorität hat: Geld verdienen oder Umwelt schützen.


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Warum möchte mein Mann unbedingt ein Solardach?

16.05.2019 um 13:50
dieSabrina schrieb am 13.05.2019:Meine Frage ist aber jetzt ob sich das überhaupt lohnt zu mieten? Also anstatt zu kaufen. Einige Anbieter haben zwar ein paar FAQ´s wie bei dem hier.. aber so ganz helfen sie mir dann auch nicht, obwohl die schon ganz schön viel schreiben..
Mein Rat wäre folgender:

Such dir bei euch in der Gegend mal ein gutes Steakhouse und geh mit deinem Mann dort essen, 300g argentinisches Rumpsteak Medium oder rare sollten ideal sein, wenn er dann aus dem Fresskoma auftaucht hau ihm erstmal eine runter. Sollte er fragen Warum, dann kannst du ihm gleich einen Nachschlag verpassen. Eis zum kühlen der Fingerknöchel kann man sich dann gleich aus der Küche bringen lassen. Nachdem man jetzt die nötige Aufmerksamkeit hat kann man sich der Hauptfrage zuwenden:

Was genau will ich damit erreichen?

Die Rettung der Welt ist schonmal einer der dümmsten Punkte die man bringen kann, weil das erreicht man damit nicht. Auch wenn ein paar Ökofanatiker das Gegenteil behaupten. Wenn es darum geht Kosten zu sparen oder Geld zu verdienen, dann kommt man der Sache schon näher und kann sich Gedanken machen welche Lösung man anstrebt und wie man die dann durchführt. Ganz verallgemeinert kann man aber sagen das mieten sich nicht rechnet oder man sollte definitiv Folgeschäden in seine Kalkulation mit einbeziehen. Um mal ein Szenario aufzuzeigen: Der Betreiber geht in Insolvenz und ein Verwerter übernimmt Teile der Konkursmasse, also die Module/Träger/Elektronik. Man baut also nach kurzer Zeit alles wieder runter und steht ohne Einnahmen da, dafür mit einem Dach da wo ein Haufen Halter raus schaut. Kann man nur hoffen das alle Arbeiten fachgerecht ausgeführt wurden. Der ganze Solarspuk wird nur durch die staatlichen Subventionen aufrecht erhalten, das darf man nie ganz vergessen bei der Geschichte. Ob und was sich da noch im Lauf der Zeit ändert wird keiner zuverlässig vorher sagen können. Viele Entscheidungen werden sich oft nicht wirklich rentieren, also in realen Kosten, lohnen sich allerdings doch. Falls das jetzt zu konfus klingt erläutere ich das an meiner Heizung die ich im Sommer zusammen baue. Das Ganze wird eine Pelletsheizung mit 40 kw Heizleistung, 1600 l Pufferspeicher und 15 m2 Röhrenkollektoren. Nach den gängigen Rechnern reichen mir 2 bis 3 m2 Röhrenkollektoren aus, ich habe also rund 1500 Euro zu viel bezahlt. Meinen zumindest die gängigen Rechner, nur die kennen die lokalen Gegebenheiten nicht. Nämlich das mein Haus in einem Tal liegt und durch hohe Bäume eine Abschattung erfolgt und man somit nur ein kurzes Zeitfenster hat um seine Puffer zu laden. Der Energieberater winkt dann nur ab und sagt dir eine Solarunterstützung lohnt sich nicht, wirtschaftlich hat er damit auch Recht, nur macht es schon einen Unterschied ob der Heizkessel sich in der warmen Jahreszeit alle paar Tage so halb hoch fährt. Pellets sind nunmal keine Öl oder Gasheizung und mögen so was ganz und gar nicht. Ist der Kessel Aus dann spart man sich auch einen Besuch vom Schornsteinfeger, also auch ein paar Euro, nur allein mit denen bräuchte ich rund 40 Jahre um eine schwarze Null zu erreichen. Rechne ich aber alle Vorteile zusammen (Warmwasser, Heizungsunterstützung, Schwimmbadheizung, Kesselverschleiß, Schornsteinfeger ) für mich, und das trifft NUR für mich zu,sind die Kosten im akzeptablen Rahmen. Allerdings zahle ich ausser Materialkosten nichts weiter, das ist einer der Punkte warum es für mich kein wirtschaftliches Problem ist oder wird. Egal was ihr auch macht, vertraut in der Branche erstmal niemandem, vieles ist zu speziell und bedarf zu großer Planung als das Energieberater die leisten können bzw. wollen. Trotz allem kann man mit dem RICHTIGEN sehr weit kommen und eine ziemlich gut zugeschnittene Lösung finden. Womit man wieder bei der Eingangsfrage ist: Was genau will ich erreichen.


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16.05.2019 um 19:31
otternase schrieb:finanzielle Amortisation hat nichts mit energetischer Amortisation zu tun.
Ich wüsste auch nich, was anderes behauptet zu haben. Der Beitrag, auf den ich antwortete, bezog sich aber nun mal auf das Finanzielle.
otternase schrieb:Das ist durch die politischen Rahmenbedingungen so eingerichtet worden, dass sich ein PV Anlage finanziell deutlich schneller amortisiert. Deshalb sind PV Anlagen ja auch für Investoren so interessant. Man kann damit gut Kohle machen
Das is mir bekannt, ändert aber auch nix an der Tatsache an sich, dass PV Anlagen derzeit in Deutschland ST Anlagen wirtschaftlich zum Teil deutlich überlegen sind.
otternase schrieb:auch wenn sie aus energetischen Gesichtspunkten weitaus weniger lohnend sind.
Behauptest du schon mehrfach, einen echten Beleg dafür biste aber noch schuldig.
otternase schrieb:Es bedeutet auf jeden Fall, dass du die gesamte geerntete Energie der PV-Anlage auch verwerten kannst,
das ist eine politische Vorgabe.
Nein, das is keine politische Vorgabe. Politische Vorgabe is, dass regenerativer Strom vorrangig abgenommen und zu einem Festpreis vergütet werden muss. Ob der PV Strom dann auch genutzt werden kann, is ein technischer Aspekt. Selbst wenn die Politik morgen per Gesetz beschlösse, dass die Energieversorger dir dein überschüssiges warmes Wasser zum Festpreis abzukaufen haben, könnte damit immer noch niemand was anfangen und deshalb wäre ein solches Unterfangen auch einigermaßen sinnlos.
otternase schrieb:aus Sicht Umweltschutz, Resourceneinsparung, nachhaltiges Wirtschaften, sind PV Anlagen bei weitem nicht so toll.
Na zumindest nich schlechter als ST.

mfg
kuno


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16.05.2019 um 19:42
Thorsteen schrieb:Der ganze Solarspuk wird nur durch die staatlichen Subventionen aufrecht erhalten, das darf man nie ganz vergessen bei der Geschichte.
Solarthermie wird zum Teil staatlich subventioniert, PV Anlagen nicht.

Pelletheizung und ST harmonieren in der Regel sehr gut miteinander und wenn du das alles noch selbst zusammenbauen kannst und dein Schwimmbad im Sommer beheizen willst, dann gehörst du vermutlich zu den wenigen Spezialfällen, wo ST auch mal die bessere Variante is, müsste man aber im Detail durchrechnen.

mfg
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