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Der Fall Jens Söring

28.986 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

28.10.2020 um 15:31
Zitat von sf008sf008 schrieb:Das Geständnis vor einem deutschen Staatsanwalt ist doch letztlich nur eine durch anwaltliche Beratung weichgespülte Version.
Ein Trinkgelage liess sich auch nicht am Tatort nachweisen. Aber eine Anwesenheit Hay.s ist nicht unmöglich. Warum? Weil sie Unsinn darüber erzählte was in DC passierte.

Ob man das an einem Fall Söring herleiten kann. Zweifelsohne kann ich nachdem ich die Prozessakte gelesen habe das Urteil der Jury nachempfinden. Ich hätte mir aber auch einen Schuldspruch für "After the fact" vorstellen können, wenn gewisse Themen durch die Jury eindeutiger hätten beurteilt werden können.

Dazu gehört die Verwundung bezeugt mit einem Zeugen, der sich erinnert gegenüber einer Zeugen CK, die sich nicht erinnern kann?! Der Fussabdruck bei dem gesagt wird, dass Söring aufgrund seiner Gehweise doppelt mit der Ferse aufsetzt und deshalb der Fuss hinten zu lang ist, obwohl man einen weiteren rechten Abdruck von Söring hatte, der vorne anders aussah und hinten nicht doppelt aufsetzte (Jury nie gesehen).
Alleine diese zwei Elemente hätten die Jury deutlich beeinflusst.
Das Tatortgeschehen wurde vor der Jury nicht mit den Aussagen synchronisiert sondern schemenhaft inszeniert.
Hay. falsche Aussagen unter Eid begangen was sie erst viel später zugab. Da wäre ich insgesamt vorsichtig.
Zitat von monstramonstra schrieb:Mr. Ham.s Verdienst in der FAZ war es, darauf hinzuweisen, dass die USA kein Unrechtsstaat sind und Söring nach den Maßstäben des US-Rechts ordnungsgemäß verurteilt worden ist. Er hat zudem mit einer Reihe von Vorurteilen aufgeräumt, die deutsche Journalisten haben, wenn sie über das US-Recht und die US-Justiz berichten.
Ob sich der der eine Fall Söring eignet, um das zu verallgemeinern?
Zitat von monstramonstra schrieb:Auch auf seinem Blog bleibt er bei einer sehr sachlichen Ausdrucksweise, man merkt seine geschulte Profession.
Vielleicht hat er einen geschulten Ausdruck aber schlechte journalistische Manieren.

- Aufruf nach Informanten
- Spätes Distanzieren von Mobbern
- Veröffentlichen von Dokumenten ohne Erlaubnis des Urhebers (Grifgiths Gutachten)
- Übergriffige "Aufklärung" von Followern mit missionarischem Charakter


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Der Fall Jens Söring

28.10.2020 um 17:53
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Aufruf nach Informanten
Was soll daran schlecht sein ?
Normales investigatives Vorgehen.


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Der Fall Jens Söring

28.10.2020 um 19:15
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Ich hätte mir aber auch einen Schuldspruch für "After the fact" vorstellen können
Für wen ?
Für Elizabeth ? Sie hat doch gestanden "before the fact" und wurde dafür verurteilt und sagte all die Jahre, sie sei zu Recht im Knast.
Für Söring ? Bei dieser Beweislage: 3 Geständnisse (in England) gestützt durch x Indizien ? No way, dann hätte es keinen "fact" gegeben !


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Der Fall Jens Söring

28.10.2020 um 19:29
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Vielleicht hat er einen geschulten Ausdruck aber schlechte journalistische Manieren.
Mr. Ham. hat da durchaus zwei Gesichter, ein seriöses und eines, in dem der US-Anwalt von der Leine gelassen ist. Die Obsession, die er dabei (in seinem Blog) an den Tag legt, ist für mich nicht mit reinem Idealismus erklärbar.
Zitat von sf008sf008 schrieb:Na dann lies mal seinen Blog durch.
Ich bezog mich alleine auf die FAZ-Veröffentlichungen.

Das Geständnis vom 30.12.1986 vor dem deutschen Staatsanwalt König ist so widersprüchlich, dass dieser in Deutschland hartnäckig hätte nachfragen müssen. Das hat er hier in London nicht, weil er Gast war und keine Ermittlungsbefugnisse hatte. So warf er Söring die Brocken Täterwissen hin, die dieser prompt bestätigte. Fast schon ein Geist ist dagegen Elisabeth Hay., die neben ihm im Auto sitzt und dann doch wieder nicht. Alle näheren Tatumstände sind schemenhaft, kaum konkret, das Motiv gar nicht nachvollziehbar, während dann plötzlich wieder die Ankunft in Washington oder andere Nebensächlichkeiten wieder plastisch und detailreich erschienen. Nachfragen führen zu ausweichenden Antworten. Keine einzige Nachfrage, wie er rotzebesoffen nach Washington gefahren ist, keine Frage nach der Gefühls- und Erlebniswelt, es bleibt alles eindimensional.

Und der grobe Fehler, der das erste Geständnis (05. bis 08.06.1986) in meinen Augen nahezu entwertet, war nicht nur die insinuierende Fragestellung der beiden US-Polizisten, die alles Täterwissen auf dem Servierteller darboten. Sondern auch das völlig fehlende Nachhaken, wo es widersprüchlich oder unkonkret wird. Ein Abgleich, eine Prüfung, das findet gar nicht statt. Die wollen einen Skalp mit in die USA nehmen, dann sind sie zufrieden. Ob das tatsächlich der materiellen Wahrheit entspricht, scheint ihnen nicht besonders wichtig zu sein. Und das ist für mich dann eben auch Folge des US-amerikanischen Rechtssystems. Wenn man einen Täter im wahrsten Sinne des Wortes dem Publikum präsentieren kann, dann hat man die Jury auch schon in der Tasche.
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Den Widerruf des Geständnisses hätten die Richter entsprechend würdigen müssen.
In Deutschland schon. In den USA kann die Jury so einen Umstand in ihren Beratungen würdigen. Wenn ihn der Verteidiger zum Gegenstand der Verhandlung gemacht hat. Das Prinzip der Einstimmigkeit verhindert aber eine differenzierte Betrachtungsweise bei Beweismitteln, es gibt nur den Schuldspruch. Dagegen schreibt ein LG in Deutschland mehrere hundert Seiten und muss sich von Amts wegen damit auseinander setzen.


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Der Fall Jens Söring

28.10.2020 um 20:29
Zitat von sf008sf008 schrieb:Für Elizabeth ? Sie hat doch gestanden "before the fact" und wurde dafür verurteilt und sagte all die Jahre, sie sei zu Recht im Knast.
Für Söring ? Bei dieser Beweislage: 3 Geständnisse (in England) gestützt durch x Indizien ? No way, dann hätte es keinen "fact" gegeben !
Na für eine Person, die in London 100% blame auf Söring shiften wollte, zur eigenen Tatschuld einen Witz macht und erst 1990 in seinem Prozess ersteres zugab, der soll man also ihr Eingeständnis von 87 voll und ganz abnehmen? Ihre Brüder taten das nicht.
Söring hat ja die Tat auf sich selbst geshiftet. Zum Messer. Glaubst du immer noch, dass das in Maryland gekauft wurde? Dann kriegst du ein Problem mit der Meilenangabe. Maryland hin und zurück sind noch mal ca. 60 Meilen.


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Der Fall Jens Söring

28.10.2020 um 20:36
Zitat von monstramonstra schrieb:Das Geständnis vom 30.12.1986 vor dem deutschen Staatsanwalt König ist so widersprüchlich
Man muß dieses Geständnis im Zusammenhang mit dem seinem "Geständnis" gegenüber dem Psychiater Hamilton sehen, das nur wenige Wochen zuvor erfolgte und dessen Bericht auch dem dt. Staatsanwalt übergeben werden sollte. Darin ist Söring deutlich klarer und räumt z.B. auch den Kauf der Tatwaffe ein.
Und eines ist doch auch klar: Hätte er mit diesen Geständnissen Elizabeth retten wollen, wie er 4 Jahre später angab, hätte er sie klarer abgefaßt, wie gerade auch der folgende Punkt zeigt, bei dem er auf dem besten Wege ist, sie zur Mittäterin zu machen und ihr damit fast auf den elektrischen Stuhl verhilft:
Zitat von monstramonstra schrieb:Fast schon ein Geist ist dagegen Elisabeth Hay., die neben ihm im Auto sitzt und dann doch wieder nicht
Schöne Lyrik, aber Hay. ist bis heute kein Geist. Söring unternimmt hier halt einen von vielen untauglichen Versuchen seine Aussagen vom Juni zu relativieren, wohl am liebsten zu annullieren. Vermutlich nachdem ihm sein Anwalt gesagt hat, welche Konsequenzen diese Aussagen haben können.
Zitat von monstramonstra schrieb:Keine einzige Nachfrage, wie er rotzebesoffen nach Washington gefahren ist
Weil die Aussage "rotzbesoffen" gewesen zu sein, wohl auch nicht stimmte: Er gab an 2 bis 3 Dosen Bier gekauft zu haben. Davon wird man nicht besoffen. Bei den Hay.'s bekam er noch einen "stiff drink" angeboten. Ob er den überhaupt komplett getrunken hat, oder gleich zur Sache ging, wissen wir nicht, aber auch mit einem solchen Drink und 3 Dosen ist man nicht "rotzbesoffen".
Zitat von monstramonstra schrieb:das Motiv gar nicht nachvollziehbar
Na das wird doch ausführlich beschrieben (Seiten 12-17): Ihre Eltern wollten die Beziehung beenden, dafür sorgen, daß er die Uni verlies, sein Stipendium verliert. Und Elizabeth hatte ihm viel Schlechtes über ihre Eltern erzählt. In der Summe hat das dann gereicht.
Zitat von monstramonstra schrieb:keine Frage nach der Gefühls- und Erlebniswelt, es bleibt alles eindimensional.
die "Gefühls- und Erlebniswelt" eines Killers dürfte in den USA in der Tat keine sonderliche Rolle spielen, was nur bis zu einem gewissen Grad ein Nachteil sein muß. Maßgeblich war, daß kein Totschlag vorliegen konnte.
Zitat von monstramonstra schrieb:der beiden US-Polizisten, die alles Täterwissen auf dem Servierteller darboten
Er bekam kein Täterwissen "dargeboten". Das hatte er schon selbst zur Genüge.

Möglicherweise hätte man durch weitere Befragung noch das ein oder andere Detail erfahren können, andererseits wollte er an etlichen Stellen auch nicht mehr sagen, was sein zu respektierendes Recht war.

Fazit ist jedoch: was er gesagt hat, war völlig ausreichend.


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Der Fall Jens Söring

28.10.2020 um 20:40
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Na für eine Person, die in London 100% blame auf Söring shiften wollte, zur eigenen Tatschuld einen Witz macht
Mal langsam: Du willst also sagen, daß Elizabeth nicht zu "before the fact" sondern "after the fact" hätte verurteilt werden können ? ("after the fact" hätte eine Höchststrafe von 6 Monaten gehabt)
Nochmal: Sie hat sich selbst zu "before" schuldig bekannt. Es gab daher keinen Prozeß, sondern lediglich ein sentencing hearing.
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Glaubst du immer noch, dass das in Maryland gekauft wurde? Dann kriegst du ein Problem mit der Meilenangabe. Maryland hin und zurück sind noch mal ca. 60 Meilen.
Maryland grenzt unmittelbar an den Nordosten des D.C. an. Nix 60 Meilen.
Söring gesteht den Kauf in seinem Interview mit Dr. Hamilton.


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Der Fall Jens Söring

28.10.2020 um 21:35
Zitat von sf008sf008 schrieb:Darin ist Söring deutlich klarer und räumt z.B. auch den Kauf der Tatwaffe ein.
Und eines ist doch auch klar:
Deutlich klarer? Dort heisst es übersetzt er glaubt sie habe ihn mit dem Messer ausgerüstet.

Ja ich finde auch, du solltest dass was ausgesagt wird im Gesamtkonzept sehen. Söring wurde von den Psychiatern darüber erleuchtet auf was für ein Lügenpaket er sich da eingelassen hatte. War drei Monate zuvor für ggf. die Rettermotivation auf Basis einer naiven kurz-Knast-Romantik die Ausgangslage, zerbröselte dies allmählich.

Lies noch mal das Gutachten und belege "kaufen"
Zitat von sf008sf008 schrieb:Maryland grenzt unmittelbar an den Nordosten des D.C. an. Nix 60 Meilen.
Google sagt 27 Meilen one way und dann noch zum nächsten Messerladen. Auf dem Hinweg soll man auch schon 10/15 Meilen für eine verfrühte Abfahrt verbrannt haben.


PS: After the fact betraf Söring, wie kommst du auf EH wenn ich von seinem Urteil spreche?!


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Der Fall Jens Söring

29.10.2020 um 09:28
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Google sagt 27 Meilen one way
Du verwechselst Maryland City mit dem Staat Maryland


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Der Fall Jens Söring

29.10.2020 um 09:34
Zitat von sf008sf008 schrieb:Du verwechselst Maryland City mit dem Staat Maryland
Belege "nebenan" von der Hoteladresse bis zu deiner Staatsgrenze bis zum darin liegenden nächsten Zentrum (wo man ein Messer kaufen könnte) mit Meilenangaben.

Belege "Messerkauf zugegeben" im Hamiltongutachten mit Textangabe.

Erkläre warum der Jury ein Steakmesser als Mordwaffe präsentiert wurde.

Erkläre warum Hay. ein Butterflymesser mit doppelseitiger Klinge aufgemalt hat, obwohl die Autopsieberichte Wunden von einem einschneidigen Messer an beiden Opfern belegen.


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Der Fall Jens Söring

29.10.2020 um 12:20
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Lies noch mal das Gutachten und belege "kaufen"
Bitteschön: Seite 6 Mitte "They discussed the killings and bought a knife ...."
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:War drei Monate zuvor für ggf. die Rettermotivation auf Basis einer naiven kurz-Knast-Romantik die Ausgangslage
Das glaube doch kein Mensch: Die beiden waren doch zu diesem Zeitpunkt schon eine längere Zeit im Knast und "retten" wollen hat er Elizabeth auch mit dem Geständnis im Juni nicht: Dazu hätte er sagen müssen: "ich bin nachts weggefahren, Elizabeth schlief schon und wußte von nichts". Oder: "ich bin nur nach Lynchburg gefahren um mit ihren Eltern zu reden, das Messer hatte ich nicht dabei". o.ä.

Aus meiner Sicht ist die Interpretation all dieser Geständnisse viel einfacher: er dachte, er sei durch physische Beweise am Tatort bereits überführt und versucht nun, daß Ganze in Richtung Totschlag, verminderte Schuldfähigkeit, .... abzubiegen. Und dieses Abbiegebedürfnis steigt eben mit zunehmender anwaltlicher Beratung.

Das einzige was Söring retten wollte, war seine eigene Haut.
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:PS: After the fact betraf Söring, wie kommst du auf EH
Weil du geschrieben hattest: "Na für eine Person, die in London 100% blame auf Söring shiften wollte."
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Hoteladresse
Ich kenne diese nicht; keine Ahnung wo man in Maryland in 1985 überall ein Messer kaufen konnte. So wie ich die USA einschätze: an jedem Kiosk.
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Erkläre warum der Jury ein Steakmesser als Mordwaffe präsentiert wurde.
Weil das vermutlich das Messer war, das Söring Nancy Hay. entwunden hat und sie damit tötete.
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Erkläre warum Hay. ein Butterflymesser mit doppelseitiger Klinge aufgemalt hat
Laut @monstra ist EH doch eh ein Geist. Hast du mal einen Geist malen sehen ? Im Ernst: Auf deren Zeichnungen würde ich nichts geben.


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Der Fall Jens Söring

29.10.2020 um 12:56
Zitat von sf008sf008 schrieb:Laut @monstra ist EH doch eh ein Geist. Hast du mal einen Geist malen sehen ? Im Ernst: Auf deren Zeichnungen würde ich nichts geben.
Nicht laut mir. Laut Söring in seinem Geständnis vor StA König vom 30.12.1986.

Und warum gibst Du nichts auf die Zeichnungen von Mrs. Hay., aber so viel auf die Briefe und Geständnisse von Herrn Söring? Dieses unterschiedliche Maß von selektiver Wahrnehmung ist typisch für jeden "Fanclub".

Für mich ist das Fazit ziemlich einfach: Beide sind in den Fall verwickelt. Der konkrete Tatbeitrag bzw. die Tatausführung bleiben unklar. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Söring mit der Tat nichts zu tun hat, aber es lässt sich jetzt - nach 35 Jahren - schlicht nicht beweisen. Die Beweise für das Gegenteil sind ziemlich erschütterlich. Man kann ihm glauben, muss das aber nicht.


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Der Fall Jens Söring

29.10.2020 um 13:30
Zitat von monstramonstra schrieb:Nicht laut mir. Laut Söring in seinem Geständnis vor StA König vom 30.12.1986.
Den Begriff "Geist" finde ich da nicht, der stammt schon von dir !

Ich gehöre gewiß keinem Fanclub an; wessen Fan sollte ich denn sein ? Die Sache mit der Zeichnung ist doch wohl folgende: Elizabeth hat das Messer gezeichnet (oder es zumindest versucht), das die beiden in Maryland gekauft haben. Söring hat sowohl dieses als auch das Messer verwendet, das er Nancy Hay. entwendet hat.
Zitat von monstramonstra schrieb:Es ist nicht ausgeschlossen, dass Söring mit der Tat nichts zu tun hat, aber es lässt sich jetzt - nach 35 Jahren - schlicht nicht beweisen
Die Frage ist halt, welchen Grad an Sicherheit man von einem Beweis fordert: Ein "Beweis" in mathematischen Sinne wird in der Justiz nie verlangt.
"Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit", "Jenseits vernünftigen Zweifels" sind die üblichen Formulierungen, bei denen man aber auch nicht weiß, wie stark die Wahrscheinlichkeit denn an die Sicherheit grenzen soll und was "vernünftig" in diesem Zusammenhang genau bedeuten soll. Eben deshalb gilt der Spruch: "Vor Gericht und auf hoher See ...."
Zu guter letzt sind diese Dinge dann Ansichtssache wie so vieles in der Juristerei, die halt keine Wissenschaft im eigentlichen Sinne ist, sondern allenfalls eine Ansammlung von Ansichten.

Mir reichen die Beweise völlig aus, um das seinerzeitige Urteil als korrekt zu qualifizieren.


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Der Fall Jens Söring

29.10.2020 um 13:54
Zitat von sf008sf008 schrieb:Bitteschön: Seite 6 Mitte "They discussed the killings and bought a knife ...."
Und direkt danach folgt die Aussage Sörings. Die Psychiater haben beide vernommen und daraus ihren Text verfasst. Söring hat nirgends von einem Messerkauf gesprochen, Hay. allerdings mehrfach verschiedene Versionen dazu abgegeben.

Deswegen musst du bedenken, wenn du bei Ham. liest und kommentierst, er hinterfragt Hay. nicht.

Da du keine Meilenangabe angeben kannst, lass dich darauf ein, dass das Meilenkonto höchstwahrscheinlich keinen Ausritt mehr nach Maryland vorsah. Insgesamt ist der Messerkauf als ziemlich unsinnig zu sehen, weil er nicht belegt werden kann, auch wenn ihn Ham. allzu gerne für "premeditated murder" benötigt, was nur auf Aussagen Hay.s basiert. So hat sie auch ihre Glaubwürdigkeit für das Verweilen in DC zunichte gemacht. Kino ja, Kino nein, Drogen ja, Drogen nein, Whiskey ja Whiskey zu teuer, Geld nein aber Schmuck verkauft. Ich glaube es gab nie eine Unterschrift zu dem Beleg.

Was man bei Ham. auch nicht erfährt, ist das Rosenfield bei der Verteidigung angerufen hat, um eine Kooperation mit der Kronzeugin Hay. anzubieten. FÜR GELD.
Da ging man ja bei der Staatsanwaltschaft mit 90J leer aus. Im Kreuzverhör nimmt Neaton die Lügen im Brief aus dem Colorado Trip zwei Wochen vor den Morden auseinander, mit der Hay. Soering manipulierte.
Im Prinzip geht es immer um Erfolg und Geld, eine typische Masche von ihr. Bestimmt 6 oder 7 Lügen. Dieses "blow their heads off" was sie 87 aussagte hat sie 86 niemandem gesagt. An eine credibility- Analyse von EH traut sich Ham. nicht heran, warum? Weil etliche belastende Elemente bei ihm, bei W. und bei Nigels Blog verwendet wurden.

Jemand, der so zielstrebig manipuliert, um sich zu entlasten und andere zu belasten wird nicht nur Söring manipuliert haben.

Monstra hat dazu schon eine gesunde Einstellung, wie ich finde.
Zitat von monstramonstra schrieb:Für mich ist das Fazit ziemlich einfach: Beide sind in den Fall verwickelt. Der konkrete Tatbeitrag bzw. die Tatausführung bleiben unklar. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Söring mit der Tat nichts zu tun hat, aber es lässt sich jetzt - nach 35 Jahren - schlicht nicht beweisen. Die Beweise für das Gegenteil sind ziemlich erschütterlich. Man kann ihm glauben, muss das aber nicht.
Was der Podcast noch hervorbringt muss man abwarten, aber ohne Retesting sehe ich schwarz.


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Der Fall Jens Söring

29.10.2020 um 14:09
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Jemand, der so zielstrebig manipuliert, um sich zu entlasten und andere zu belasten wird nicht nur Söring manipuliert haben.
Wie heftig Mrs. Hay. manipuliert, dass sieht man an ihrem "Gastbeitrag" von 2018 im Blog "soeringguiltyascharged":

https://soeringguiltyascharged.com/2019/11/30/betrachtungen-ein-gastbeitrag-von-elizabeth-Hay./

Sehr, sehr entlarvend für die, die diese Zeilen mit einer gewissen psychologischen Fachkenntnis studieren.
Zitat von sf008sf008 schrieb:Den Begriff "Geist" finde ich da nicht, der stammt schon von dir !
Ach, der Begriff "Geist" ist doch völlig unbedeutend... Söring schildert Hay. wie einen Geist, der ihn begleitet. Neben ihm, hinter ihm. Und zuletzt empfängt sie ihn in Washington. Das ist doch der Punkt.


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Der Fall Jens Söring

29.10.2020 um 14:38
Zitat von sf008sf008 schrieb:Weil das vermutlich das Messer war, das Söring Nancy Hay. entwunden hat und sie damit tötete.
Sicher, das hat sie extra aus der Küche geholt, als es um das Leben ihres Mannes neben ihr ging. Ihr eigenes hat sie an ihrem Essplatz neben ihrem Teller gelassen.

Nur ein Beispiel dafür, wo die Ermittler nicht nachhakten
Zitat von monstramonstra schrieb:Sehr, sehr entlarvend für die, die diese Zeilen mit einer gewissen psychologischen Fachkenntnis studieren.
Absolut. Zuerst kommt die Schuld aller anderen. Selbst dort liest man noch ihren Opferstatus fremder Gewalten heraus. Ihre Schuld wird reduziert, kaschiert auf den Aktionismus der "Untätigkeit".


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Der Fall Jens Söring

29.10.2020 um 15:50
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Und direkt danach folgt die Aussage Sörings
Mal langsam. Die Textstelle ist: "They discussed the killings and bought a knife .... Soering believes that Elizabeth talked him into the killings and that she equipped him with the knife used in the killings".

Den ersten Satz formuliert Hamilton als Fakt. Mit dem zweiten Satz bringt er zum Ausdruck, was Söring "glaubt". Der Widerspruch ist aus meiner Sicht so aufzulösen, daß die Initiative zum Kauf des Messers bei ihr lag, gekauft haben sie es dann gemeinsam.
Man muß immer bedenken: Dieses Gutachten wurde auf Soering's Veranlassung hin erstellt, von seinen Eltern bezahlt und an Sörings Anwalt übersandt und erst nach über einem Monat dem dt. StA übergeben. Wenn dort irgendwas drin gestanden hätte, was unwahr gewesen wäre, hätte er es korrigieren lassen können. Ich gehe daher davon aus, daß They ... bought a knife" die Wahrheit trifft.
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Deswegen musst du bedenken, wenn du bei Ham. liest und kommentierst, er hinterfragt Hay. nicht
Na ja, https://hammeltranslations.com/2020/07/24/elizabeth-Hay.s-changing-stories-part-ii/
https://hammeltranslations.com/2020/07/19/elizabeth-Hay.s-changing-stories-part-i/
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Was man bei Ham. auch nicht erfährt, ist das Rosenfield bei der Verteidigung angerufen hat, um eine Kooperation mit der Kronzeugin Hay. anzubieten. FÜR GELD.
https://hammeltranslations.com/2020/10/27/soring-and-most-supporters-retreat-into-awkward-silence/#comments
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Da du keine Meilenangabe angeben kannst, lass dich darauf ein, dass das Meilenkonto höchstwahrscheinlich keinen Ausritt mehr nach Maryland vorsah
Mrs. Melody, die zusätzlichen Meilen nach Maryland waren wohl nur sehr wenige (vielleicht 2-3). Glaube nicht, daß der Meilenzähler eines damaligen Autos absolut exakt war. Ich gehe bei einem Mietwagen sogar davon aus, daß dieser Zähler sicherheitshalber leicht nachgehend eingestellt wurde, so wie der Tacho hierzulande leicht voreilend eingestellt ist. Geeicht ist davon nämlich nichts.
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Ich glaube es gab nie eine Unterschrift zu dem Beleg
Ich glaube nicht, daß ein Zimmerservice Essen zustellt, ohne sich das quittieren zu lassen. Aber das wäre eine der wenigen Fragen, die der Podcast vielleicht klären könnte.
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Nur ein Beispiel dafür, wo die Ermittler nicht nachhakten
Dazu hätte Söring gewiß nichts gesagt, der sah ja angeblich schon Geister auf der Hinfahrt und irgendwann wurde alles "wage".
Ich vermute: Am Essbesteck lag kein Steakmesser, sondern ein abgerundetes womit man nichts anfangen kann.
Zitat von Mrs.MelodyMrs.Melody schrieb:Absolut. Zuerst kommt die Schuld aller anderen. Selbst dort liest man noch ihren Opferstatus fremder Gewalten heraus. Ihre Schuld wird reduziert, kaschiert auf den Aktionismus der "Untätigkeit"
Sehe ich auch etwas anders, wenn sie schreibt: "Ich sorgte für das Alibi, während er meine Eltern besuchte. Ich war der Auslöser für seine Taten und half so, kostbare Leben zu zerstören. " Damit hat sie ihre Rolle schon recht umfassend beschrieben, abgesehen davon, daß sie diese Leben seinerzeit nicht so "kostbar" empfand.
Aber es stimmt, weite Teile dieses "Gastbeitrages sind recht befremdlich.


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Der Fall Jens Söring

29.10.2020 um 17:01
Zitat von sf008sf008 schrieb:Was man bei Ham. auch nicht erfährt, ist das Rosenfield bei der Verteidigung angerufen hat, um eine Kooperation mit der Kronzeugin Hay. anzubieten. FÜR GELD.


https://hammeltranslations.com/2020/10/27/soring-and-most-supporters-retreat-into-awkward-silence/#comments
?? Was wolltest du mit dem Ham.beitrag belegen?
Ist der Böse jetzt der Rosenfield der im Auftrag von Hay. handelte, wie du ganz unten kommentiert hast?


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29.10.2020 um 17:28
@sf008


Nachdem du glaubst, dass W. recht hat, wenn dieser schreibt, dass Hay. in DC geblieben sein muss, um in DC das Service Room Receipt zu unterschrieben was es nicht gibt...glaubst du jetzt das Hamilton Fakten schreiben kann, weil er den Kaufbeleg des Messers hat, oder das Kassierervideo gesehen oder...Hamilton kann in diesem Zusammenhang nicht zum wahrhaftigen Tatvorgang schreiben. Er ist wie Showalter daran gekoppelt, was Hay. ihm sagt. Spekulation. Und Updike hat sich tüchtig im Prozess darüber beschwert, dass er ihr glaubte, wenn sie sagt die Mutter habe sie..... So funktioniert das aber leider nicht. Und nicht deshalb weil Söring oder irgendjeman entlastet werden soll, sondern weil es keinen Sinn macht. Auch das Hamilton Gutachten steht selbst wenn es in Auftrag gegeben wurde nicht für eine bessere oder schlechtere Wahrheit. Das sind alles Lücken, die die Ermittler nicht aufgedeckt haben.
Um es abzukürzen. Das Steakmesser war mit Sicherheit keine Mordwaffe. Die klaffenden Halsschnitte stehen eigentlich nicht für eine gezahnte Klinge.
Das Messer an NH Essplatz war durchaus spitz. Vgl. Bild 140
https://www.allmystery.de/i/56b3e17193c7_Soering-crime-scene-photo-Harding.jpg

Tacho ungeeicht, 2-3milen. Spekulation.
Im podcast heisst es mit "could be können wir nicht arbeiten".


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29.10.2020 um 20:18
@Mrs.Melody
Der Messerkauf ist eine wichtige Sache in diesem Fall. Deshalb nochmal:

Wie Hamilton zu der Erkenntnis kommt "They bought the knife ..." wissen wir nicht. Vielleicht hat Söring das gesagt, vielleicht Elizabeth (ich vermute: beide, sonst hätte Hamilton das nicht als Fakt formuliert).
Maßgeblich ist: Dieser Bericht wird von Sörings Eltern bezahlt und an seinen Anwalt Dr. Frieser geschickt.
Dann folgt das Geständnis vor dem dt. StA. Auch hier versucht Söring wieder der Frage nach der Herkunft der Tatwaffe auszuweichen. Am Ende des Interviews fragt der StA Söring, ob er den Hamilton-Bericht bekommen könne. Söring antwortet, das müsse Dr. Frieser entscheiden. Dieser stimmt einer Herausgabe zu. Daraufhin sagt Söring: "I am absolutely sure that this report will also answer your questions with regard to the knife.

Fazit: Söring erachtet die Feststellung "They bought the knife ..." als Antwort auf die Frage woher er das Messer habe. Es handelt sich damit nicht mehr nur um eine Aussage von Elizabeth (die auch ich für nicht sonderlich glaubwürdig halte), sondern um eine Aussage von Söring mit Kenntnis seines Anwaltes.

Außerdem:
In einem ihrer Auftritte vor Gericht sagt Elizabeth, daß sie zunächst in D.C.in einem Laden waren und dort ein solches Messer kaufen wollten. Der Verkäufer habe ihnen gesagt, das sei aus rechtlichen Gründen in D.C. nicht möglich, aber in Maryland (daher kann auch nur der Staat Maryland gemeint gewesen sein und nicht die Stadt). Diese Darstellung Elizabeths (über die Rechtslage) war nachweislich korrekt.
Und deshalb glaube ich ihr auch (ausnahmsweise) die Aussage, daß sie dann nach Maryland gefahren (oder vielleicht sogar gelaufen ?) sind und ein Messer gekauft haben.


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