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Mordanklage nach 41 Jahren

725 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord Sohn
SCMP77
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Mordanklage nach 41 Jahren

07.09.2016 um 15:33
inextenso schrieb:Möglicherweise um persönliche Verflechtungen nicht an die Öffentlichkeit dringen zu lassen. Inzwischen sind ja doch Details publik geworden, wie z.B. diese pikante Aussage der Ehefrau des damals ermittelnden Staatsanwalts.
Ich bin mir nicht sicher, ob Du da etwas verwechselst.

Die Frau, welche vor Gericht ausgesagt hatte, ist die Ehefrau des Chefs der Angeklagten gewesen. Die Angeklagte war damals an der PCK Schwedt beschäftigt gewesen, die Frau kann also unmöglich die Ehefrau der damaligen StA gewesen sein. Oder meinst Du eine andere Aussage?


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07.09.2016 um 16:33
@SCMP77
Danke für den Hinweis. Du hast natürlich recht. Da hab ich zwei verschiedene Dinge in einen Topf geworfen: Das Gerücht um eine angebliche Affäre mit ermittelnden Beamten (wurde ganz am Anfang mal kolportiert) und die tatsächliche Affäre mit dem Chef. Sorry. Der vermutete Amtsmissbrauch ergibt dann natürlich keinen Sinn. Sobald ich Zeit habe, suche ich mal nach dem Artikel mit den Gerüchten.


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Mordanklage nach 41 Jahren

07.09.2016 um 17:07
Und noch eine Tatversion (allerdings Hörensagen):
Das Gericht holte am Dienstag zudem die Vernehmung einer 77 Jahre alten ehemaligen Arbeitskollegin der Angeklagten nach, die im Juni krank war. Sie kannte auch den damaligen Schwedter Staatsanwalt Bruno Gromm, der die Ermittlungen in dem Fall leitete.

«Wir sind der Meinung, dass Frau F. ihren Sohn umgebracht hat, können es aber nicht beweisen», habe Gromm ihr am Rande einer Kaffeerunde gesagt, so die 77-Jährige. Daran könne sie sich noch sehr genau erinnern. Sie sei damals bei den Gromms ein- und ausgegangen. Sie war damals eng mit seiner Ehefrau befreundet. «Weil ich die Angeklagte auch kannte, hat er mich wahrscheinlich ins Vertrauen gezogen. Vielleicht wollte er so etwas von mir erfahren», erklärte sie sich Gromms Ausführungen.

Später habe dieser berichtet, er nehme an, dass die Mutter des Jungen aus der Küche einen Schlauch ins Kinderzimmer gelegt hat. Deshalb sei auch von den Ermittlern ein Teppich aus der Wohnung der Angeklagten mitgenommen worden. Ob etwas Verdächtiges auf dem Teppich gefunden wurde, könne sie heute nicht mehr sagen. Letztlich habe sie sich gewundert, dass später nichts mehr in der Sache passiert ist. Gromm habe danach das Thema nie wieder angeschnitten.
https://beta.welt.de/regionales/berlin/article157966599/Kindsmord-vor-42-Jahren-Altakten-bleiben-unauffindbar.html

Interessant auch dies:
Der Archivchef hatte vor Gericht ausgesagt, dass die DDR-Todesermittlungsakte nie im Archivbestand war.
Dann müsste sich doch die Brandenburger Oberstaatsanwältin geirrt haben, welche die Originalakte angeblich sah und für eine der Töchter kopierte - oder schlimmer - die Unwahrheit sagen?

Alles sehr mysteriös.


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Mordanklage nach 41 Jahren

07.09.2016 um 17:16
Das Thema um die Akte ist wirklich sehr verworren.... was es da bisher alles so für Aussagen zu gibt. Ich vermute man wird in dem Fall nie erfahren, wie es wirklich war mit der Akte.


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07.09.2016 um 17:42
@ Egi
Egi schrieb:Der Archivchef hatte vor Gericht ausgesagt, dass die DDR-Todesermittlungsakte nie im Archivbestand war.
Egi schrieb:Dann müsste sich doch die Brandenburger Oberstaatsanwältin geirrt haben, welche die Originalakte angeblich sah und für eine der Töchter kopierte.
Auch hier steht nun Ausage gegen Aussage, die Räuberpistole nimmt ihren Lauf...
Warum sollte die Oberstaatsanwältin in der Sache falsch berichten? Irgendeine Akte hat sie ja wohl eingesehen. Möchte der Archivchef eventuell Schaden abwenden? Inzwischen ist die Akte selbst zum Fall geworden...


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SCMP77
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07.09.2016 um 17:51
Egi schrieb:Dann müsste sich doch die Brandenburger Oberstaatsanwältin geirrt haben, welche die Originalakte angeblich sah und für eine der Töchter kopierte - oder schlimmer - die Unwahrheit sagen?
Letztendlich kann sich die StAin auch die Akte mit einer anderen verwechseln.

Aber ganz unabhängig zeigt die StAin die Problematik dieses Falles auf, es kann auch entlastendes in der Akte gewesen sein, was zur Einstellung des Verfahrens geführt hat, was mit heutigen Zeugenaussagen nicht mehr rekonstruierbar sein könnte.


Die Aussage der Arbeitskollegin finde ich auch höchst merkwürdig. Ich kann mir kaum vorstellen, dass einen StA solche Vermutungen Unbeteiligten gegenüber ausgesprochen hat. Das wäre höchst unprofessionell und würde auch gegen die - auch in der DDR- gültigen - Unschuldsvermutung sprechen. Ich glaube daher, dass sich hier deutlich zeigt, dass sich nach 42 Jahren Menschen zwischen eigener Vorstellung/Interpretation und wirklich Erlebtes kaum mehr unterscheiden können.


Dass man überhaupt solche Zeugen lädt, ist mir ein Rätsel. Der ganze Prozess ist nur noch eine Farce.


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07.09.2016 um 18:07
@inextenso

Es muss ja nicht der Archivchef sein. Auch die Oberstaatsanwältin könnte rein theoretisch aus irgend einem, uns zwar nicht bekannten aber für sie wichtigem Grund eine Falschaussage getätigt haben. Bei einer Oberstaatsanwältin allerdings nur seeeehr schwer vorstellbar. Oder sie hat das mit einem anderen Fall verwechselt. Man weiß es einfach nicht.

Falls diese Akte existiert(e) und keine der beiden Töchter der Angeklagten Kopien anforderten, konnte nur jemand innerhalb der Justizbehörde Zugriff auf das Dokument haben. Wäre ich der Richter in diesem Prozess, würde ich mögliche Verbindungen zwischen handelnden Personen (auch über zwei bis drei Generationen hinweg) überprüfen lassen.

Also: Eine Staatsanwältin erhebt Anklage in einem Fall, in dem eine Verurteilung nach 42 Jahren eher unwahrscheinlich ist. Eine am Prozess unbeteiligte Oberstaatsanwältin erinnert sich an eine Akte, die vermutlich entlastendes Material enthalten haben soll und als auszugsweise Kopie einer der beiden Töchter der Angeklagten übermittelt worden sei.

Wird hier womöglich ein "Stellvertreterkrieg" geführt oder geht es gar um "alte Rechnungen"?
Staatsanwältin Bargenda..... war schon in der DDR Juristin und gehört zu den wenigen, die nach Mauerfall und der Evaluierung des Justizapparates übernommen wurden.

Quelle: http://www.welt.de/print-welt/article687370/Ermittlerin-im-Fall-der-getoeteten-Saeuglinge-Anette-Bargenda.html


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Mordanklage nach 41 Jahren

07.09.2016 um 18:54
Hallo zusammen !

Die Frage, welche sich heute stellt ist, ob ein erneuter Prozess überhaupt sinnvoll ist. Natürlich wäre es sinnvoll, evtl. Verfahrensfehler oder Vertuschungen aufzudecken/aufzuarbeiten. Ich bezweifle jedoch, dass evtuelle Verfehlungen aus dieser Zeit überhaupt noch strafrechtliche Relevanz haben. Sie dürften zwischenzeitlich verjährt sein.

Was die Anklage und den eig. Tatvorwurf angeht, sehe ich persönlich Schwierigkeiten. Mord verjährt natürlich nicht. Ein neuerlicher Prozess kann aber nur dann zu einem abweichenden Ergebnis/Urteil führen, wenn neue belastende Indizien/Beweise vorliegen würden, alte Beweise/Indizen nicht berücksichtigt worden wären (aus welchen Gründen auch immer) und/oder ein Geständnis vorläge. Das alles ist aber -vermute ich spekulativ- nicht der Fall. Von daher... Nun gut. Warten wir es ab.


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07.09.2016 um 19:04
@Egi
@SCMP77

@Egi zitierte eine ehemalige Arbeitskollegin der Angeklagten:
Egi schrieb:Später habe dieser berichtet, er nehme an, dass die Mutter des Jungen aus der Küche einen Schlauch ins Kinderzimmer gelegt hat.
Wenn StA Gromm sowas tatsächlich vermutet hat, wäre das nicht ziemlich absurd?
Das dürfte doch gar nicht so schnell funktionieren, nachdem CO aufsteigt?
Müssten dann nicht sehr hohe Mengen CO in der Küche gewesen sein?

Ich frage mich auch, wer theoretisch noch die Akte angefordert haben könnte, außer den beiden Schwestern - falls dieser Teil der Geschichte überhaupt stimmt.
Vielleicht gibt es noch jemand anderen, der mit der Angeklagten noch eine Rechnung offen hatte?


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Mordanklage nach 41 Jahren

07.09.2016 um 19:28
Wenn es das mit der Herausgabe gab, sind Quittungen und ähnliches in der Akte. Die Zahlung läuft dann über ein Aktenzeichen an der Gerichskasse. Aber ohne Akte, kein Aktenzeichen.

Eine Möglichkeit wäre vielleicht, dass man guckt, ob in dem Zeitraum etwas bezahlt wurde, was ein Aktenzeichen aus 1974 getragen hat.

Aber dann steht da vielleicht nicht zwangsläufig der Name des Einzahlers.


Ich würde aber mehr davon ausgehen, dass da jemand persönlich vorgesprochen hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass da Kopien gemacht und verschickt werden und es für den relativ alten Fall eine Kostennote erstellt wurde.





Vorstellbar wäre für mich wegen drm Verschwinden der Akte aber auch, dass sie einfach danach vernichtet wurde. Da es offiziell als Unfall galt, wäre das ja normalerweise lange vorher passiert. Kann mir gut vorstellen, dass sie deswegen auf dem Rückweg statt im Archiv im Schredder gelandet ist.


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SCMP77
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07.09.2016 um 19:29
@Tajna
Du hast vollkommen recht, ich hatte das nur überlesen aber mir nicht so ganz vorgestellt, was da die ehemalige Arbeitskollegin letztendlich für einen Unsinn behauptet.

Ich verstehe das ganze Verfahren nicht mehr. Für die "Zeugenbeweise" ist erst mal die StA zuständig, sie hat offenbar diese Zeugin als Beweis dem Gericht angeboten, musste sie aber schon vorher entsprechend befragt haben.

Dass man solchen Stuss dann dem Gericht als Beweismittel anbietet, zeigt, dass die StA in keiner Weise gewillt ist, mal in eine andere Richtung zu denken. Neutralität? Fehlanzeige. Leider scheint auch das Gericht hier sich nicht im besseren Licht zu zeigen, schließlich ist das Gericht dafür verantwortlich, welche Zeugen gehört werden.

Eigentlich zeigt sich hier die deutsche Justiz in einem extrem negativen Licht. Das Verfahren hätte nie stattfinden dürfen. Es ist und bleibt eine Farce.


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07.09.2016 um 19:36
@SCMP77
SCMP77 schrieb:Eigentlich zeigt sich hier die deutsche Justiz in einem extrem negativen Licht. Das Verfahren hätte nie stattfinden dürfen. Es ist und bleibt eine Farce.
Vor dem Hintergrund der Annahme, dass es tatsächlich keine "neuen" und/oder bislang ungewürdigten Beweise gibt, ist ein neuerlicher Prozess -zumindest was die Aufklärung des Falles angeht- eine Farce. Das sehe ich auch so. Ich meine, was bringt es noch, wenn hier nur mit Aussagen/Gegenaussagen ohne belastbares Fundament gearbeitet wird ? Entweder man hat eine belastbare und Glaubwürdige Aussage, oder eben nicht.


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07.09.2016 um 23:10
@Katinka1971
Wenn es das mit der Herausgabe gab, sind Quittungen und ähnliches in der Akte. Die Zahlung läuft dann über ein Aktenzeichen an der Gerichskasse. (...) Ich kann mir nicht vorstellen, dass da Kopien gemacht und verschickt werden und es für den relativ alten Fall eine Kostennote erstellt wurde.
Meiner Erfahrung nach muss man bei personenbezogenen Akten einen Antrag auf Akteneinsicht stellen und unterschreiben. Es kann ja nicht einfach jemand daher kommen und sagen er will die Akte von xy aus dem Jahr soundso einsehen. Es wird doch erst mal geprüft, ob die/derjenige überhaupt dazu berechtigt ist. Bleiben wir mal beim Bsp. der Schwester: Wenn diese heute durch Heirat einen anderen Namen trägt müsste sie eine Geburtsurkunde (noch besser das in der DDR übliche Familienbuch in der alle geborenen Kinder gelistet sind) beibringen aus der ihr Verwandtschaftsverhältnis zu Mario F. hervorgeht. Um die Daten abzugleichen, bräuchte man außerdem auch die Akte. Als nächstes müsste man dann die Akte einsehen und Seiten auswählen, die man kopieren möchte, dann einen Kopierauftrag ausfüllen. In der Regel gibts da Wartezeiten. Ich kann mir schwer vorstellen, dass bei diesem Prozedere die Personalien des Antragstellers nicht irgendwo erfasst werden.

Im hier vorliegenden Fall spricht die Oberstaatsanwältin von einem Akteneinsichtsbegehren und sie hätte Kopien verschicken lassen. Und wenn verschickt wurde, dann hatte man ja die Daten der Adressatin.
Sie erinnert sich an ein Akteneinsichtsbegehren im Fall eines gestorbenen Jungen. Sie erinnert sich auch, vor etlichen Jahren die alte DDR-Akte darüber in der Hand gehabt und durchgesehen zu haben. Sie habe einiges aus der „dünnen Akte“ kopieren und der Dame schicken lassen, die um Auskunft gebeten hatte, weil sie die Mutter im Verdacht habe, den Sohn umgebracht zu haben.
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/mordprozess-nach-40-jahren-viele-offene-fragen-14317210.html

@all
Hier noch ein Artikel aus der MOZ von gestern, darin die nächste Posse
Die älteste, damals zwölfjährige Tochter hatte stets bestritten, Absender des Briefes zu sein, überraschte aber am Dienstag die Strafkammer mit ihrer Aussage: Sie sei im Vorfeld des Prozesses nicht nur vom Hauptermittlungsführer des Landeskriminalamts (LKA), sondern später ein zweites Mal von einem anderen Beamten über Stunden vernommen worden. Der zweite Kriminalist soll ihr gegenüber behauptet haben, dass alte Akten zum Tod von Mario gefunden worden seien.
http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1513226


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Mordanklage nach 41 Jahren

08.09.2016 um 07:41
@SCMP77
Ich kann mich nur anschliessen. Ich habe in meinen vielen Berufsjahren schon so manches in einem Gerichtsaal gesehen, aber so eine Farce...

Da schaue ich mir doch lieber die alten Folgen vom königlich bayerischen Amtsgericht an.


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08.09.2016 um 10:55
@inextenso

Laut eines anderen Zeitungsbeitrages bestritt der Leiter der Mordermittlung vehement, dass die Tochter Carmen ein zweites Mal stundenlang vernommen wurde.

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/der-mordprozess-in-neuruppin-wird-raetselhafter-14423269.html
Ihr Vorname ist Carmen. Sie leugnet, die Anzeige gegen ihre Mutter erstattet zu haben, auf der dieser Mordprozess basiert, oder Einsicht in die Ermittlungsakte zum Fall F. beantragt zu haben.

Der Vorsitzende Richter, ein Vorbild an Geduld und Freundlichkeit, arbeitet sich an ihr ab. Er hält ihr einen Brief an die Mutter aus dem Jahr 2013 vor, in dem Carmen alles Mögliche berichtet, das sie von einem Polizeibeamten erfahren haben will: „Die alten Akten wurden wohl gefunden.“

Doch der Kripo-Beamte, der sie seinerzeit lange zu dem Fall vernommen hat, ist im Saal. Auch er wird abermals als Zeuge gehört. Er war der Ermittlungsführer, als der Fall nach der anonymen Anzeige 2009 wieder aufgenommen wurde. Er schließt aus, dass außer ihm ein anderer Polizist ein dreistündiges Gespräch mit Erna F. zum Fall geführt hat. (meine Anmerkung: hier dürfte der Redakteur entweder die Mutter Erna mit der Tochter Carmen verwechselt haben oder er meinte ein Gespräch über Erna F.)* Seine Kollegen seien samt und sonders „erfahrene Mordermittler“, keiner wäre auf eigene Faust und ohne Wissen der Kollegen zu einer Zeugin gefahren, hätte ohne Unterlagen stundenlang mit ihr den Fall erörtert, ohne ein Protokoll anzufertigen und sie unterschreiben zu lassen.
*Erna F. kann schon deswegen nicht gemeint gewesen sein, weil sie Angeklagte und nicht Zeugin ist.

Denkbar wäre durchaus, dass die Tochter ihre Mutter diskreditieren möchte, aber in diesem Szenario ist die Rolle der Oberstaatsanwältin aus Brandenburg unklar. Hm, Eifersuchtsdrama unter Frauen wäre dann die plausibelste Möglichkeit? Was meint @Rick_Blaine ? Irgend einen Hintergrund muss dieser absurde Prozess doch haben. Die Anklägerin ist sehr geachtet, erfahren und kompetent sowie bislang nie durch fragwürdige Prozesstaktiken aufgefallen. Hat sie sich hier ausnahmsweise verrannt?


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Mordanklage nach 41 Jahren

08.09.2016 um 12:58
@SCMP77
SCMP77 schrieb:Eigentlich zeigt sich hier die deutsche Justiz in einem extrem negativen Licht.
Na zumindest zeigt sie sich unvorbereitet und dilettantisch :-). Theoretisch hätte bis spätestens 2008 eine Aktenkassation der kompletten Akten über (fast) alle Strafverfahren, die bis 1977 abgeschlossen wurden, durchgeführt werden müssen. D.h. zu Prozessbeginn wäre laut Aufbewahrungsfristen ohnehin keine Akte mehr verfügbar gewesen. Insofern hätte eine Sicherung der Kopien im Vorfeld des Prozesses erfolgen sollen. Vermutlich hat man nicht damit gerechnet, dass sich jemand auf den Inhalt der alten Ermittlungsakte beruft und damit die Strategie der Staatsanwaltschaft torpediert. Warum eigentlich nicht?

@all
Hab mich noch mal zur Akteneinsicht kundig gemacht

Als Privatperson darf man Akten einsehen, wenn man ein berechtigtes Interesse daran nachweisen kann, das geprüft wird (https://dejure.org/gesetze/StPO/475.html). Das berechtigte Interesse darf von dem schutzwürdigen Interesse der/des Betroffenen nicht überwogen werden. Bei älteren Akten entscheidet die Staatsanwaltschaft über die Akteneinsicht. Im Land Brandenburg hat zudem jeder durch das Akteneinsichts- und Informationszugangsgesetz unter bestimmten Voraussetzungen das Recht auf Einsicht in Akten (http://bravors.brandenburg.de/de/gesetze-213826). Eine Akteneinsicht ist nur mit einem schriftlichen Antrag möglich, der formlos sein kann aber Name, Adresse und Unterschrift der/des Antragstellers/in enthalten muss.

Fragt sich also: Wo ist der Antrag auf Akteneinsicht ? Wo sind die Zahlungseingänge der Kopien ?

@Egi
Danke für die Aufklärung, wäre ja auch gelacht, würde hier einer dem anderen mal nicht widersprechen :-).
Ich kann mir nicht vorstellen, dass der ermittlungsführende Beamte lügt, ebenso wenig wie die Oberstaatsanwältin aus Brandenburg/Havel. Auch glaube ich nicht, dass sie den Fall verwechselt. Der ist so prägnant, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass so etwas gleich zweimal in den 1970er Jahren der DDR stattgefunden hat. Fragt sich also wer ein Motiv hat, Verwirrung um die Akte zu stiften? Im Grunde kommen da ja nur die Personen in Frage, die unbedingt eine Verurteilung erreichen wollen. Wahrscheinlich gehen sie davon aus, dass die Akte Entlastendes enthält und wollen verhindern, dass diese Dinge in den Prozess eingebracht werden.

Ein weiteres Szenario wäre, dass eine bislang unbekannte Person Kopien aus der Akte bestellt und Strafanzeige in Hannover erstattet hat. Dafür hätte sie ein "berechtigtes Interesse" nachweisen müssen. Könnte jemand aus der Familie oder dem damaligen Umfeld der Ermittllungen gewesen sein. Kann man eigentlich überall eine Strafanzeige stellen oder nur dort, wo man gemeldet ist? Wohnen Familienangehörige von Erna F. in Hannover?

Es gäbe auch noch ein weitaus abenteuerlicheres Szenario in das die OStaIn und die StaIn involviert wären, wenn es denn um einen "Stellvertreterkrieg" ginge.


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Mordanklage nach 41 Jahren

08.09.2016 um 15:50
Wurde schonmal erwähnt aber in der Regel wird der Antrag auf Akteneinsicht und die Entscheidung hierüber nur IN DER EINZUSEHENDEN AKTE dokumentiert/eingeheftet (vor Einführung teilelektronischer Aktenführung).
Wenn die Akte weg ist, ist auch der Antrag weg!
Weniger mysteriös als von vielen hier vermutet.

Vielleicht wurden keine Kopien berechnet /gemacht sondern nur eingesehen. Oder die Zahlung lässt sich mangels Az. nicht mehr zuordnen.


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SCMP77
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Mordanklage nach 41 Jahren

08.09.2016 um 16:23
@abgelenkt

Ja, es wurde vieles gleich mit der Akte abgeheftet, vermutlich auch solche Dinge. Leider ist in den Amtsstuben der Umgang mit solchen Akten auch nicht optimal gelöst.

Ich war mal vor vielleicht 10 Jahren beim Gericht und musste etwas abgeben und mir die Abgabe bestätigen lassen. Ich gab das bei einer Frau in einem Zimmer ab, wo ein Haufen Akten lagerten. Sie war alleine im Zimmer. Zur Bestätigung ging sie dann das Deckblatt des Schreibens kopieren und ließ mich im Zimmer allein. Bei Böswilligkeit hätte ich mir einfach eine der rumliegenden Akten schnappen können.


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Mordanklage nach 41 Jahren

08.09.2016 um 17:13
@abgelenkt
Ja, so wirds gewesen sein. Theoretisch müsste man aber wenigstens einen Nachweis über die Aktenkassation finden, also dass die Akte vernichtet wurde. Aber wahrscheinlich wird man nichts finden, denn wenn man dem Chefarchivar glauben darf, hat es dort nie eine Akte gegeben.

@SCMP77
Ja, Du sagst es: nicht optimal gelöst. Wenn alles in die Akte kommt, dann ist alles verloren, wenn sie mal weg ist. Und auch das Finden wird nicht leichter, wenn außerhalb der Akte nichts über ihren Gebrauch dokumentiert ist.


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08.09.2016 um 19:02
Wir reden hier von vor Computer Zeit.

Es ist absolut normal dann nur die eine Akte zu haben und sonst nichts.


Auch in anderen Behörden, in Schulen, in Firmen usw. ist es nicht anders.


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