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Vorwurf des versuchten Landesverrats und Spionage gegen August Hanning

175 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: BND, Geheimdienst, Block ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Vorwurf des versuchten Landesverrats und Spionage gegen August Hanning

12.10.2026 um 17:00
Zitat von KokokokokoKokokokoko schrieb:Die Wandel durch Handel Doktrin war auch nicht erst mit der Vollonvasion vorbei, sondern schon eher seit 2014, wobei es insgesamt ein schleichender Prozess war, weil man sich halt besonders in Deutschland schwer getan hat das billige Gas mit dessen Erlösen Putin seine Armee hochgerüstet hat, vermittelt vom lieben Gazprom-Gerd, aufzugeben.
Du merkst aber, dass Du Dir im selben Satz selbst widersprichst?

Hanning galt nie als Russlandfreund, soweit mir bekannt.
Und seit 2022 hört man ihn wieder stärker, z.B. (2024)
August Hanning, der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND), warnte in einem Interview mit dem britischen „Telegraph“ vor der unterschätzten Bedrohung durch Russland. Deutschland, geprägt von einer naiven Pazifismus-Haltung seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, müsse sich der Realität des Konflikts stellen, so Hanning.

Er warnte davor, dass viele Deutsche noch nicht erkannt hätten, dass „wir in einem Konflikt mit Russland sind – das wurde unterschätzt“, zitiert die britische Zeitung. Hanning erklärte, dass es auch in Deutschland eine Sympathie für Russland gebe, insbesondere in Ostdeutschland und in bestimmten Elementen der politischen Extreme, sowohl links als auch rechts.
Quelle: https://www.focus.de/politik/august-hanning-naives-deutschland-unterschaetzt-bedrohung-durch-russland_id_259748282.html


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Vorwurf des versuchten Landesverrats und Spionage gegen August Hanning

12.10.2026 um 19:10
Zitat von FoBiFoBi schrieb:Hanning galt nie als Russlandfreund, soweit mir bekannt.
Und seit 2022 hört man ihn wieder stärker, z.B. (2024)
Jedem durchschnittlich inteligenten Menschen dürfte klar sein, dass Dr. A. Hanning auch nach dem Ausscheiden aus dem Dienst des BNDs an einer strikten Verschwiegenheitspflicht gebunden ist. Somit wäre es mehr als dumm, wenn Hanning sich selber öffentlich als Russland-Sympathisant outen würde. Es zeigt sich aber, dass er durchaus "bemerkenswerte" Verbindungen zur russischen Wirtschaft und zu staatlichen Strukturen hatte.


  • Öffentliche Äußerungen zu den Nord-Stream-Pipelines

Hanning trat wiederholt als "Experte" in deutschen Medien auf. Nach der Sprengung der Nord-Stream-Gaspipelines im Jahr 2022 vermutete er öffentlich, dass die Ukraine und Polen mit Zustimmung der Präsidenten beider Länder hinter dem Anschlag stünden.
https://www.tagesspiegel.de/internationales/nach-staatsterrorismus-vorwurf-regierung-in-polen-weist-jede-verwicklung-an-nord-stream-sabotage-zuruck-12209846.html


  • Vertretung der Interessen von Oleg Deripaska (damals noch staatstreuer Bürger Russlands, der die Nähe zu Putin genoß).
Der ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND) und Innenstaatssekretär August Hanning sagte im Sommer 2012 vor dem High Court in London für den russischen Magnaten Oleg Deripaska aus. In einem Zivilprozess mit dem russischen Oligarchen Michail Tschornoi um Anteile des weltgrößten Aluminiumkonzern Rusal legten Deripaskas Anwälte in einem Verfahren eine schriftliche Zeugenaussage Hannings vor. Die Anhörungen dazu fanden am 2. Mai und 2. Juli 2012 statt. Ein Urteil vom 12. Juli verweist darauf, dass Deripaska seinen Antrag auch auf "die Zeugenaussage ... eines Dr. August Hanning, ein ehemaliger Präsident des Bundesnachrichtendiensts" stützte.
Quelle: https://www.spiegel.de/spiegel/vorab/ex-bnd-chef-hanning-sagte-als-zeuge-fuer-deripaska-aus-a-904519.html

Dazu gab es im Bundestag am 08.05.2015 eine Anfrage von Hans-Christian Ströbele
Spoiler
27. Abgeordneter Hans-Christian Ströbele (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Welche Angaben macht die Bundesregierung über Daten, Zwecke und ihre Gesprächspartner bei Besuchen des russischen AluminiumOligarchen und Erbauers des Sotschi-Olympiadorfs, Oleg Deripaska, dem die USA die Einreise verbot wegen angeblicher Mafia-Verbindungen (vgl. SPIEGEL ONLINE vom 4. Mai 2014), im Bundeskanzleramt, z. B. am 14. Februar 2005, oder anderswo bei der Bundesregierung, und was ist ihr über Art und Rechtsgrundlagen der späteren Tätigkeit und Aussagen des ehemaligen Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) und Staatssekretärs a. D. Dr. August Hanning, für Oleg Deripaska bekannt, insbesondere ob Ersterer bei ihr als ehemaligem Dienstherrn eine nach § 37 des Beamtenstatusgesetzes nötige Genehmigung einholte für seine Zeugenaussage zu Oleg Deripaskas Gunsten am 2. Mai und 2. Juli 2012 vor dem Londoner High Court (vgl. DER SPIEGEL vom 10. Juni 2013)


Antwort der Staatssekretärin Dr. Emily Haber vom 28. April 2015

Die Frage wurde bereits in der Fragestunde des Deutschen Bundestages am 21. Mai 2014 beantwortet (Frage 49). Anlass zur Änderung der seinerzeitigen Antwort besteht nicht.
Die Frage wurde wie folgt beantwortet: Zur Teilfrage eines Empfangs von Oleg Deripaska oder eines Treffens können keine Angaben gemacht werden, da insofern keine Erkenntnisse vorliegen.
Zur Teilfrage betreffend Staatssekretär a. D. Dr. August Hanning ist festzustellen, dass § 37 des Beamtenstatusgesetzes im Hinblick auf die Aussagegenehmigung keine Anwendung findet. Das Beamtenstatusgesetz regelt nach dessen § 1 nur „das Statusrecht der Beamten der Länder, Gemeinden und Gemeindevertreter sowie der sonstigen, der Aufsicht eines Landes unterstehenden Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts“. Staatssekretär a. D. Dr. August Hanning war Beamter des Bundes.
Für Bundesbeamte gilt in Bezug auf Aussagegenehmigungen § 67 des Bundesbeamtengesetzes. Eine Aussagegenehmigung nach dieser Vorschrift wurde seinerzeit nicht erteilt. Der Sachverhalt war dem Bundesministerium des Innern im Vorfeld nicht bekannt. Staatssekretär a. D. Dr. August Hanning hatte auch nicht um die Erteilung einer Aussagegenehmigung gebeten. Im Nachgang wurde auch nicht geprüft, ob Staatssekretär a. D. Dr. August Hanning einer Aussagegenehmigung für eine Zeugenaussage in einem ausländischen Zivilverfahren bedurft hätte.
Quelle: https://dserver.bundestag.de/btd/18/048/1804856.pdf


Oleg Deripaska
Spoiler
Trotz der starken Auswirkungen der Sanktionen auf sein Vermögen ist Oleg Deripaska ein Schwergewicht unter den russischen Oligarchen und auch eine der prominentesten Figuren in dieser Kaste, die normalerweise lieber im Schatten als im Licht steht. Er wurde 1968 in Dzerzhinsk bei Moskau geboren und ist der Gründer von Rusal, dem heute grössten Aluminiumhersteller der Welt. Der Gigant entstand 2006 durch die Fusion von Rusal, Sual (damals im Besitz von Wiktor Wekselberg) und den Aluminium-Aktiva von Glencore.

1,58 Milliarden Schweizer Franken (Forbes 2021). Unter Sanktionen in der EU, der Schweiz, den USA, Grossbritannien, Australien, Kanada und der Ukraine.

Trotz der starken Auswirkungen der Sanktionen auf sein Vermögen ist Oleg Deripaska ein Schwergewicht unter den russischen Oligarchen und auch eine der prominentesten Figuren in dieser Kaste, die normalerweise lieber im Schatten als im Licht steht. Er wurde 1968 in Dzerzhinsk bei Moskau geboren und ist der Gründer von Rusal, dem heute grössten Aluminiumhersteller der Welt. Der Gigant entstand 2006 durch die Fusion von Rusal, Sual (damals im Besitz von Wiktor Wekselberg) und den Aluminium-Aktiva von Glencore.
Quelle: https://www.publiceye.ch/de/themen/ukraine/russische-oligarchen-und-die-schweiz/oligarchen-galerie


Journalistische Recherchen, insbesondere der Publikation "The Insider" ergaben, dass Hanning zwischen 2015 und 2019 verschiedentlich nach Russland reiste, wobei einige Besuche weniger als einen Tag dauerten, was Fragen hinsichtlich ihres tatsächlichen Motivs aufwirft.


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Vorwurf des versuchten Landesverrats und Spionage gegen August Hanning

12.10.2026 um 19:48
Ja, alles öffentlich bekannt und das, was einem die KI als erstes ausspuckt.

Mit Nordstream hatte er im Groben Recht.
Bei Deripaska hat er nur zusammengeschrieben, was in einem Stuttgarter Prozess öffentlich bekannt wurde, das Gericht hat das als unwichtig eingestuft.
Die Reisen nach Russland hängen vermutlich mit dem Schlichtungsversuch zwischen Kondrashev und Guselnikov bzw. dem Versuch der Rettung der lettischen PNB Banka zusammen, das fällt alles genau in diese Zeit.

Einfach die KI immer weiter fragen, dann kommt auch mehr. :)


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Vorwurf des versuchten Landesverrats und Spionage gegen August Hanning

12.10.2026 um 21:36
Zitat von FoBiFoBi schrieb:Einfach die KI immer weiter fragen, dann kommt auch mehr. :)
Mit, s. 😉 Dr. August Gustav Paul Hanning beschäftige ich mich schon längere Zeit, noch bevor im Netz die KI automatisiert wurde. Die Informationsquellen in meinem Beitrag habe ich mit Google recherchiert und dazu die verwendeten Quellen angegeben, aber Danke für deinen Tipp.

Und wie ich bereits anmerkte, laufen die Ermittlungen hinsichtlich Hannings Verbindungen und Verflechtungen erst an. Es bleibt spannend.


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Vorwurf des versuchten Landesverrats und Spionage gegen August Hanning

13.10.2026 um 06:50
Im gestrigen Spiegel TV (hier freiSpoilerkein Login, keine Zahlung, nur Werbung abrufbar https://plus.rtl.de/spiegel-tv-p_10465/video/sendung-vom-12-10-2026-c_2119347) wurde sich mit dem Komplex Hanning auseinandergesetzt.

Gezeigt werden unter anderem die Anfahrt des Reporters, Claas Meyer-Heuer, zur Durchsuchung sowie Konfrontationen von Politikern im Bundestag mit dem Thema (u. a. Außenminister Wadephul; lehnt ab). Auch der Anwalt von Hensel ist zu hören, wobei ich vermute, dass es sich dabei um ältere Aufnahmen handelt.

Ferner gibt der Pressesprecher des BND, Martin Heinemann, ein "exklusives Statement"

Letzteres steht m.E. im Widerspruch hierzu
"Der BND wollte sich auf Anfrage des „Spiegel“ nicht näher zu dem Vorgang äußern und verwies darauf, grundsätzlich keine öffentlichen Statements zu Angelegenheiten abzugeben, „die etwaige nachrichtendienstliche Erkenntnisse oder Tätigkeiten betreffen. Das schließt auch Auskünfte zu Personalangelegenheiten ein“."
Spoiler
https://www.tagesspiegel.de/politik/dpa-bnd-soll-nebentatigkeit-von-hannings-ex-buroleiter-genehmigt-haben-16141368.html#:~:text=Der%20BND%20wollte,zu%20Personalangelegenheiten%20ein%E2%80%9C



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Vorwurf des versuchten Landesverrats und Spionage gegen August Hanning

13.10.2026 um 07:37
Zitat von salamander32salamander32 schrieb:Fazit Der Podcast stellt die These in den Raum, dass die Landesverrat-Vorwürfe gegen Hanning bereits vor der ersten Durchsuchung Gegenstand laufender Ermittlungen waren – und dass die Block-Ermittlungen möglicherweise nur als Vorwand dienten, um gegen Hanning vorzugehen. Beweisen lässt sich das nach den im Transkript genannten Informationen allerdings nicht; es bleibt eine aus Indizien abgeleitete Vermutung. Meines Erachtens ist diese These neu – jedenfalls ist sie mir in dieser Zuspitzung bislang nicht begegnet. Bislang wurde überwiegend berichtet, die Staatsanwaltschaft Hamburg sei bei Ermittlungen zum Block-Komplex „zufällig“ auf die BND-Unterlagen gestoßen; dass dieser Zufall möglicherweise inszeniert oder zumindest billigend in Kauf genommen wurde, um gegen Hanning vorzugehen, ist ein anderer – und deutlich brisanterer – Deutungsansatz.
Die rote Farbe macht Augenkrebs... Das ist zwar Spekulation von Christian Rath (den ich sehr schätze), aber keine sehr fernliegende.

Der aktuell laufende Prozess gegen die Auftraggeberin hat meiner Erinnerung nach nichts erbracht, was diesen Verdacht verfestigt hätte. Hanning und seine Firma waren da doch kaum Thema. Auch die Aktion im November 2022 in Dänemark nicht. Ich denke kaum, dass das LG dies als strafrechtlich relevanten Entführungsversuch betrachtet, schon weil es am unmittelbaren Ansetzen zur Tatbestandsverwirklichung ("Jetzt geht's los!") gefehlt hat. Was auch immer geplant war (Planung ungleich Versuch), das Einschreiten der dänischen Polizei fand vor dem Versuchsstadium statt.

Deshalb habe ich schon immer die Ansicht vertreten, es werde vermutlich nicht zu einer Anklage gegen Hanning wegen Teilnahme an der Entführung kommen. Und deshalb den Einsatz eines verdeckten Ermittlers für sehr befremdlich gehalten. Nach der Wendung in Sachen BND-Unterlagen sieht das nun anders aus: Hannings Verbindung zu Christina Block könnte eventuell willkommener Anlass für Exekutivmaßnahmen gewesen sein, die in Wirklichkeit andere Straftaten im Blick hatten.

Der GBA kann auch schon vor einer offiziellen Übernahme der Ermittlungen informell mit beteiligt gewesen sein.
Zitat von FoBiFoBi schrieb:Erkenntnisse des BND (mit Informationen befreundeter Dienste) können für diesen "guten Zweck" ganz ohne Frage durchaus nützlich sein - das halte ich momentan für sehr viel wahrscheinlicher als einen Abfluss geheimer Informationen an fremde - gar feindliche - Staaten.

Verschwörungstheoretisch gedacht, könnte es sogar im Sinne des BND gewesen sein, diesen Informationsfluss zu dulden - u.a. für den guten Zweck der Korruptionsbekämpfung in Lettland und Ukraine.
Es ist sogar denkbar, dass der BND pensionierte Mitarbeiter weiter "nutzt", indem sie die eine oder andere kleine Agententätigkeit oder diplomatische Vermittlung übernehmen. Man kann umtriebige "elder statesmen" bei einem Nachrichtendienst sicher gut gebrauchen, wenn sie loyal und verschwiegen sind und noch gute Verbindungen zu ihren Nachfolgern haben. Ich kann jetzt keine Beispiele nennen, weil das natürlich klandestin erfolgt. Aber es wäre naheliegend, hochqualifizierte und hochrangige Beamte nach ihrer Pensionierung weiter einzusetzen. Warum nicht in einem Aufsichtsrat mit Verbindungen zu russisschen Oligarchen?

Hier sieht es mir aber eher so aus, als ob sich Hanning die ND-Lage-Unterlagen über D. beschaffte, um ganz privat weiter "auf dem Laufenden" zu bleiben. Die offiziellen Verlautbarungen des GBA deuten darauf hin, dass diese Informationen nicht systematisch ausgeschlachtet und weiter getragen wurden, sondern eher punktuell. Nur in einem Fall soll etwas in eine Analyse eingeflossen sein. Das muss jetzt nicht hochbrisant gewesen sein.

Dafür spricht auch, dass diese Dokumente irgendwo bei Hanning zu Hause herumflogen und sie offenbar nicht so gesichert waren, wie es zu erwarten gewesen wäre (sicher verschlüsselt, Datenträger im Garten verbuddelt).

Ich kann mir gut vorstellen, dass in einem Strafprozess letztlich nur der Vorwurf des Sichverschaffens von eingestuften Unterlagen bewiesen werden kann. Immer noch schlimm genug, v.a. für den BND, der den Abfluss über 12 Jahre lang nicht bemerkt hatte.


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Vorwurf des versuchten Landesverrats und Spionage gegen August Hanning

14.10.2026 um 11:45
Bei SPIEGEL TV von Claas Meyer-Heuer am 12. Oktober 2026 veröffentlicht. 10:19 Minuten
"Die Affäre Hanning: Ex-BND-Chef unter Spionageverdacht"
Die Shownotes:
Es ist möglicherweise einer der größten Spionageskandale in der Geschichte der Bundesrepublik. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft besteht gegen den ehemaligen Chef des Bundesnachrichtendienstes August Hanning der dringende Tatverdacht der landesverräterischen Ausspähung, des Auskundschaftens von Staatsgeheimnissen, des versuchten Landesverrats und der geheimdienstlichen Agententätigkeit. Was ist passiert? Und wie lief die Festnahme? Exklusive Aufnahmen eines SPIEGEL TV-Teams.
Quelle: Youtube: Die Affäre Hanning: Ex-BND-Chef unter Spionageverdacht | SPIEGEL TV
Die Affäre Hanning: Ex-BND-Chef unter Spionageverdacht | SPIEGEL TV
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14.10.2026 um 14:25
DER SPIEGEL hat jetzt auch einen Podcast zum Fall Hanning gemacht

Youtube: Skandal beim BND: Der Ex-Geheimdienstchef unter Spionage-Verdacht
Skandal beim BND: Der Ex-Geheimdienstchef unter Spionage-Verdacht
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14.10.2026 um 18:09
Der Podcast Macht und Millionen auch:

https://open.spotify.com/episode/4Bm97kl9M8wziep8ixO4Wp?si=0h98CO5_Tg2UMPNkgjY5vQ&utm_source=copy-link

Beschreibt unter anderem Hannings Werdegang, seine sehr eigenständige und auch mutige Arbeitsweise in der Zeit als BND Chef und ordnet die Verteidigererklärung ein wenig ein.


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14.10.2026 um 18:26
Die Zeit auch
Youtube: Der Fall August Hanning: Spionage im deutschen Geheimdienst
Der Fall August Hanning: Spionage im deutschen Geheimdienst
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Youtube: Wenn Spione pleite sind
Wenn Spione pleite sind
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Und hier spricht nochmals Florian Flade, der bereits kurz nach der Verhaftung mit Paul Ronzheimer zur Sache gesprochen hat.

Youtube: Warum Deutschlands Ex-Geheimdienstchef in Haft sitzt
Warum Deutschlands Ex-Geheimdienstchef in Haft sitzt
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Hierin erfahren wir, dass Manfred D. der echte Name des Beschuldigten sei, sein Tarnname sei Manfred A. (wird nicht vollständig genannt) gewesen.


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14.10.2026 um 19:17
Zitat von Wiggins_1983Wiggins_1983 schrieb:DER SPIEGEL hat jetzt auch einen Podcast zum Fall Hanning gemacht
@Wiggins_1983
Danke, sehr empfehlenswert, finde ich. Die bisherigen Erkenntnisse sind gut strukturiert und prägnant zusammengefasst.

Natürlich gilt auch hier die Unschuldsvermutung, das Ermittlungsverfahren gegen Dr. A. Hanning wurde ja erst eingeleitet. Gesicherte Ermittlungsergebnisse werden also noch auf sich warten lassen.

Interessant auch die Aussage, ca. Min. 09:15
"Bei Hanning hatte man immer das Gefühl der lehnt eben nichts ab. Er arbeitet auch im Prinzip für alle Seiten mehr oder weniger. Das heißt, da ist eben kein richtig politischer Kompass da, was sind eigentlich gute Kunden, rechtmäßige Kunden und was sind Kunden, die man eher ablehnen muss".


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Vorwurf des versuchten Landesverrats und Spionage gegen August Hanning

14.10.2026 um 21:09
Zitat von two-centstwo-cents schrieb:Interessant auch die Aussage, ca. Min. 09:15
"Bei Hanning hatte man immer das Gefühl der lehnt eben nichts ab. Er arbeitet auch im Prinzip für alle Seiten mehr oder weniger. Das heißt, da ist eben kein richtig politischer Kompass da, was sind eigentlich gute Kunden, rechtmäßige Kunden und was sind Kunden, die man eher ablehnen muss".
Dazu passt, dass er bekanntermaßen niemals ein Parteibuch besaß. Als BND-Präsident kann es zwar von Vorteil sein "neutral" zu erscheinen, aber ich würde schlicht vermuten, dass er stets seiner eigenen Agenda und seinen Geschäftsinteressen folgte.
Als "Geschäftsmann", falls man Politik auch als lukratives Geschäft betrachtet, sollte man sich jede Option für den "Kunden" offen halten. Da stören nur parteipolitische Zäune.


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14.10.2026 um 21:24
@salAmande32
Die beiden eingestellten Videos (ZEIT-Podcast) sind doppelt gemoppelt.


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14.10.2026 um 22:07
Zitat von VivaceVivace schrieb:Als "Geschäftsmann", falls man Politik auch als lukratives Geschäft betrachtet, sollte man sich jede Option für den "Kunden" offen halten. Da stören nur parteipolitische Zäune.
Genau, ist alles eine Frage der :popcorn: Definition. Ein Geschäftsmann verrät sein Land nicht, er optimiert lediglich seinen geografischen Standort, denn ein vielversprechendes Geschäft kann überall :melden: funktionieren. Staatsgrenzen sind lediglich nur Linien auf der Landkarte.


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Vorwurf des versuchten Landesverrats und Spionage gegen August Hanning

14.10.2026 um 22:43
Zitat von abgelenktabgelenkt schrieb:Der Podcast Macht und Millionen auch:

https://open.spotify.com/episode/4Bm97kl9M8wziep8ixO4Wp?si=0h98CO5_Tg2UMPNkgjY5vQ&utm_source=copy-link

Beschreibt unter anderem Hannings Werdegang, seine sehr eigenständige und auch mutige Arbeitsweise in der Zeit als BND Chef und ordnet die Verteidigererklärung ein wenig ein.
Ich habe mir gerade diesen Podcast angehört. Hier sind noch ein paar Informationen dazu:

• Podcast Macht und Millionen - Echte Wirtschaftskrimis
„Hat August Hanning: Hat Deutschlands Ex-Geheimdienstchef Geheimnisse verkauft?“ 50:22 min Gesprächspartner: Dirk Banse (Die Welt)
Lars Petersen spricht darüber mit Dirk Banse aus dem Investigativteam von WELT, der Hanning seit Jahrzehnten kennt und zu dem Fall recherchiert. Gemeinsam rekonstruieren sie Hannings Aufstieg an die Spitze des BND, seine Geschäfte nach dem Ausscheiden aus dem Staatsdienst und die mutmaßliche Weitergabe vertraulicher Informationen.
Man erfährt als erstes, dass Dirk Banse sehr konsterniert über die Verhaftung ist, zumal er als Journalist Hanning seit Jahren gut sehr "kennt". So ganz hat man bis zum Schluß den Eindruck, dass er es nicht wirklich glauben kann. Seine Stimme ist zumindest durchgehend zittrig und nervös.
Der von mir (in der Berichterstattung zum Block-Prozess) wenig geschätzte Lars Petersen macht einen ordentlichen Job als Host. Also, kritischer Journalismus ist etwas anderes, aber diese Podcast-Reihe ist vom Format her ja eher Infotainment. Da sollte man nicht so streng sein ...

Man erfährt einiges über die Vita von August Hanning, wovon man das meiste bei Wikipedia nachlesen könnte, aber es ist "hörbar" aufbereitet.
Als es um den Fall "Murat Kurnaz" ging, war ich etwas befremdet, wie Banse das Verhalten Hannings nicht nur erklärte, sondern auch entschuldigte, aber Kurnaz ist hier im Thread nicht das Thema.

Interessant fand ich dann schon eher die Charakterisierung Hannings in Bezug auf ein Phänomen, dass es in Geheimdienstkreisen häufig geben soll: Das man sich aus diesem Milieu nicht lösen kann, bzw. sogar eine Art "Sucht" entsteht. Das trifft es mEn ziemlich gut.
32:48 L.Petersen:
Aber dieses Ding mit dem Geheimdienst, das war eigentlich sein Ding. Der lebte eigentlich eher dafür und wollte gar nicht so unbedingt die klassische Karriere als Staatssekretär oder irgendwann mal sogar Bundesminister und solche Wege, die ja theoretisch möglich sind. Das war nicht so seins.

33:03 D. Banse:
Nein, ich glaube, es gibt viele Geheimdienstleute, mit denen man so spricht, die -wenn sie die Welt, der Geheimdienste einmal so kennengelernt haben, auch in so einer herausragenden Position, dafür schon eine Faszination entwickeln.
Weil das ist möglicherweise … wenn man in solch einer Position ist, spannender als eine politisches Amt. Man erfährt Dinge, die andere niemals erfahren würden. Man sieht die Welt mit anderen Augen, man trifft sehr viele interessante Leute. Und das ist eigentlich ein ganz eigenes Milieu abseits von der Normalität.
Und möglicherweise ist das auch ein Motiv dafür, und für ihn immer gewesen weiter in dem Milieu auch interessant und aktiv bleiben zu können.

34:03 L. Petersen:
Also wie so eine Art Sucht hinter den Vorhang zu gucken.

34:07 D. Banse
Wie so eine Art Sucht dort weiter ein wichtiger Informant zu sein. Auch anerkannt weiterhin zu sein. Auch weiterhin sehr sehr interessante Dinge zu erfahren. [...]
Wörtliches Transkript
Quelle: https://open.spotify.com/episode/4Bm97kl9M8wziep8ixO4Wp?si=0h98CO5_Tg2UMPNkgjY5vQ&utm_source=copy-link


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Vorwurf des versuchten Landesverrats und Spionage gegen August Hanning

gestern um 00:13
Zitat von VivaceVivace schrieb:Interessant fand ich dann schon eher die Charakterisierung Hannings in Bezug auf ein Phänomen, dass es in Geheimdienstkreisen häufig geben soll: Das man sich aus diesem Milieu nicht lösen kann, bzw. sogar eine Art "Sucht" entsteht. Das trifft es mEn ziemlich gut.
Menschen sind unterschiedlich, die einen begnügen sich im Alter mit der Rosen-Rasenpflege im Garten oder terrorisieren :ghost: ihre Enkel liebevoll mit Schreckensgeschichten und andere brauchen weiterhin die Bühne der Öffentlichkeit. Wenn der eigene Alltag eintönig erscheint und man sich selber fad findet, sind inspirierenden Begegnungen im Außen die besten Mittel, um dort Energie zu tanken. Flucht aus dem :( Alltag wird in der Haft aber nun nicht mehr wirklich möglich sein.

Roderich Kiesewetter, (CDU) Mitglied des Deutschen Bundestages und ehemalige Oberst im Generalstabsdienst sagte im Interview der Frankfurter Rundschau, dass sich eine Reihe von Spitzenbeamten ihre Telefonbücher versilbern lassen, gleichwohl sie einen Eid auf dieses Land und nicht auf ihr Konto geschworen haben.
Sollte so eine Lobbytätigkeit nicht grundsätzlich verboten werden?

Man kann als ehemaliger Präsident oder Präsidentin eines Dienstes natürlich tätig sein. Aber es kommt darauf an, dass man eben nicht geheimes Wissen oder Kontakte nutzt und es keine bezahlten Tätigkeiten sind. Sonst kommt man sehr schnell, wie mutmaßlich im Fall Hanning, in die Gefahr nachrichtendienstlicher Abhängigkeit: Man weiß doch gar nicht, wer dahintersteckt, wenn eine Firma auf sie zukommt und Informationen haben möchte. Und offensichtlich waren im aktuellen Fall mindestens zwei ausländische Nachrichtendienste verwoben.

Wie sicher ist denn das jetzt mit der Aserbaidschan-Connection, von der man hört? Der Begriff ist im Bundestag ja bekannt.

Das weiß ich nicht. Aber Aserbaidschan hat extrem gute Zugänge nach Russland und in Baku finden ja auch immer regelmäßig Treffen über die Köpfe der Ukraine hinweg statt, die auch von derzeitigen und ehemaligen Politikern besucht werden. Insofern hat Aserbaidschan da eine besondere Rolle, zumal auch Bundestagskollegen ihr Mandat und ihre Reputation über derartige Verstrickungen verloren.
Quelle: https://www.fr.de/politik/kiesewetter-bnd-chefs-versilbern-telefonbuecher-fuer-russland-nahe-firmen-94533259.html


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gestern um 10:11
Nochmal hierzu:
Zitat von FoBiFoBi schrieb am 11.10.2026:Verschwörungstheoretisch gedacht, könnte es sogar im Sinne des BND gewesen sein, diesen Informationsfluss zu dulden - u.a. für den guten Zweck der Korruptionsbekämpfung in Lettland und Ukraine.
Davon weiß der GBA nur leider nichts, und illegal ist dieser Informationsfluss wohl leider tatsächlich auch... aber da hat der BND eh eine lange Geschichte,
vgl. u.a. Wikipedia: Liste von Werken mit Bezug zum Bundesnachrichtendienst
Da gibt es einen interessanten Artikel im Merkur:
Hanning habe sich in jedem Fall schon kurz nach seinem Ruhestand als Berater selbstständig gemacht, sagt Jennen, mit „Hanning Consult“ und – wie auch Ex-Verfassungsschützer und LKA-Beamte – als Berater bei der Agentur „Prevent“: „Hanning und Agentur fungierten damals nach meiner Einschätzung quasi als verlängerter Arm des BNDs im Privatsektor“, meint die Autorin.
[...]
Wie selbstverständlich solche Verbindungen offenbar genommen werden, zeigte sich im Wirecard-Untersuchungsausschuss. Der frühere Geheimdienstkoordinator Bernd Schmidbauer meinte, er sowie andere Sicherheitsleute seien im „Unruhestand“ und würden staatlichen Stellen weiterhin mit „Gesprächen und Netzwerken“ sowie bestimmten „Maßnahmen“ zur Seite stehen. Es gebe auch lose internationale Verbindungen. Das sei doch alles „selbstverständlich“.
[...]
Die Kunden solcher Netzwerke aus Altherren sind nicht selten zweifelhaft. Der inzwischen insolvente Wirecard-Konzern, der größte Finanzskandal der jüngeren deutschen Geschichte, dessen CEO Jan Marsalek mittlerweile in Russland vermutet wird, wurde ebenfalls von zahlreichen Beratungsunternehmen unterstützt. Neben Schmidbauer waren der frühere bayerische Landespolizeipräsident Waldemar Kindler und dessen guter Bekannter, der ehemalige Geheimdienstkoordinator und Verfassungsschützer Klaus-Dieter Fritsche, für Wirecard als Berater tätig. In Fritsches Vertrag wurde „Sicherheit“ ausdrücklich als Aufgabenbereich genannt.
Quelle: https://www.merkur.de/politik/eigenleben-entwickelt-bis-russland-was-der-fall-hanning-ueber-ein-deutsches-geheimdienst-problem-verraet-zr-94539713.html

Der gesamte Artikel ist lesenswert.


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Vorwurf des versuchten Landesverrats und Spionage gegen August Hanning

gestern um 10:37
Zitat von VivaceVivace schrieb:Interessant fand ich dann schon eher die Charakterisierung Hannings in Bezug auf ein Phänomen, dass es in Geheimdienstkreisen häufig geben soll: Das man sich aus diesem Milieu nicht lösen kann, bzw. sogar eine Art "Sucht" entsteht. Das trifft es mEn ziemlich gut.
Der BND-Präsident ist der einzige Beamte in der Bundesverwaltung, der einen eigenen Jet zur Verfügung hat. Nicht einmal der Kanzler hat ein eigenes Flugzeug, er muss die Flugbereitschaft nutzen. So können die BND-Präsidenten nach Lust und Laune durch die Welt düsen und wo sie auch hinkommen, da gibt es große Empfänge.

Das kann süchtig machen.
Zitat von two-centstwo-cents schrieb:Hanning trat wiederholt als "Experte" in deutschen Medien auf. Nach der Sprengung der Nord-Stream-Gaspipelines im Jahr 2022 vermutete er öffentlich, dass die Ukraine und Polen mit Zustimmung der Präsidenten beider Länder hinter dem Anschlag stünden.
Womit er ja nicht Unrecht hatte.
Zitat von two-centstwo-cents schrieb:Journalistische Recherchen, insbesondere der Publikation "The Insider" ergaben, dass Hanning zwischen 2015 und 2019 verschiedentlich nach Russland reiste, wobei einige Besuche weniger als einen Tag dauerten, was Fragen hinsichtlich ihres tatsächlichen Motivs aufwirft.
Zitat von two-centstwo-cents schrieb:Interessant auch die Aussage, ca. Min. 09:15
"Bei Hanning hatte man immer das Gefühl der lehnt eben nichts ab. Er arbeitet auch im Prinzip für alle Seiten mehr oder weniger. Das heißt, da ist eben kein richtig politischer Kompass da, was sind eigentlich gute Kunden, rechtmäßige Kunden und was sind Kunden, die man eher ablehnen muss".
Also ich bin davon ausgegangen, dass diese vielfältigen Aktivitäten Hannings im Sinne der Bundesrepublik Deutschland waren. Sprich, er ab und an bei seinen ehemaligen Behörden BND und BMI aufschlägt und dort hochrangigen Nachfolgern relevante Beobachtungen und Informationen mitteilt, die er vor Ort in Russland, dem Balticum usw. erfahren hat. Quasi als Agent mit der Legende des Pensionisten und Geschäftsmanns. Wäre jetzt nicht weit hergeholt.

So war der ehemalige Geheimdienstkoordinator und Staatssekretär im Bundeskanzleramt, Fritsche, unmittelbar nach seiner Pensionierung in Österreich auf gut bezahlte Privatrechnung unterwegs. Als der dortige Inlandsnachrichtendienst so unzuverlässig war, dass unser Verfassungsschutz den Österreichern nichts mehr übermittelte. Es waberte das Gerücht, dass Fritsche im Sinne der deutschen Sicherheit den Österreichern unter Legende über die Schultern schauen und seine Expertise vermitteln sollte.

Wikipedia: BVT-Affäre

Nicht eingepreist war allerdings die Weitergabe der ND-Lage-Unterlagen an Hanning. Sonst hätte der BND der in der Block-Sache ermittelnden Staatsanwaltschaft und dem GBA mitgeteilt, dass der Besitz dieser Dokumente autorisiert ist.

Es würde mich nicht wundern, wenn in einem Prozess gegen Hanning letztlich das übrig bleibt: Das Sichverschaffen dieser Unterlagen. Was natürlich gar nicht geht und auch ein absoluter Vertrauensbruch gegenüber seinem ehemaligen Dienstherrn ist.
Zitat von VivaceVivace schrieb:Als es um den Fall "Murat Kurnaz" ging, war ich etwas befremdet, wie Banse das Verhalten Hannings nicht nur erklärte, sondern auch entschuldigte, aber Kurnaz ist hier im Thread nicht das Thema.
Eine tragische Geschichte, vorrangig von den nach 9/11 rechtsstaats- und völkerrechtswidrig handelnden USA ("Kreuzzug gegen den Terror") zu verantworten. Sie hielten Kurnaz aus rein politischen Gründen ("Schlimmsten der Schlimmen") weiter in Guantanamo gefangen, obwohl sie fast nichts gegen ihn in der Hand hatten. Reine Willkür.

Gut informierte Journalisten, die den entsprechenden Untersuchungsausschuss des Bundestages (2006 bis 2009) begleitet haben, kennen die Hintergründe.

SpoilerNachrichtendienste halten nichts von einer werteorientierten Auslandsaufklärung. Es zählen die Information und die Sicherheitsinteressen, nicht der moralische Anspruch. Deshalb flogen zwei BND- und ein BfV-Beamter nach Guantanamo und vernahmen dort einen türkischen Gefangenen, der in Deutschland geboren und aufgewachsen war. Er war als "Bremer Taliban" bezeichnet worden, weil er kurz nach 9/11 nach Pakistan reiste, um in Afghanistan "gegen die USA" zu kämpfen. Dort fiel er US-Truppen in die Hände.

Die deutschen Beamten hielten ihn für harmlos. Trotzdem entschied die ND-Lage im Kanzleramt, er solle nicht nach Deutschland zurückkommen, sondern in die Türkei freigelassen werden. Vermutlich auch, weil man befürchtete, es gäbe schlechte Presse, wenn der "Bremer Taliban" in Deutschland aufschlägt. So dauerte es noch Jahre, bis er aufgrund einer Intervention von Kanzlerin Merkel bei George W. Bush nach Deutschland zurückkam.



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Vorwurf des versuchten Landesverrats und Spionage gegen August Hanning

gestern um 14:05
Warum zur Hölle soll der 80-jährige Ex-BND-Chef vom BND in Lettland und der Ukraine zur ausgerechnet "Korruptionsbekämpfung" eingesetzt werden?

Das ist total absurd. Das ist überhaupt nicht die Aufgabe des Bands und selbst wenn das der Auftrag gewesen sei warum schleust man dann einen Greis in den Aufsichtsrat einer lettischen Bank ein und am Schluss geht sie Hops und es entsteht ein Millionenschaden?

Scheint ja gut geklappt zu haben mit der "Korruptionsbekämpfung"...


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Vorwurf des versuchten Landesverrats und Spionage gegen August Hanning

gestern um 14:37
Zitat von KokokokokoKokokokoko schrieb:Das ist total absurd [...] Scheint ja gut geklappt zu haben mit der "Korruptionsbekämpfung"...
Ja, "Korruption" ist ein Begriff der wie "Schutz" oder "Bedrohung" je nach Betrachtungsweise und Milieu wohl sehr dehnbar ist.

Fakt ist:
2017 tauchte Hanning im Aufsichtsrat einer lettischen Bank auf. Norvik Banka hieß sie damals, später PNB. Ihr Eigentümer war der russische Banker Grigory Guselnikov. Wer verstehen will, was Hanning dort zu suchen hatte, muss ein Jahr zurückgehen. Damals stritten sich zwei Russen über sehr viel Geld. Der eine war Guselnikov. Der andere hieß Petr Kondrashev, hatte sein Vermögen mit russischem Kali gemacht und lebte inzwischen in Österreich. 75 Millionen Dollar soll Kondrashev für Guselnikovs Bankengeschäft bereitgestellt haben. Dafür sollte er an der Bank beteiligt werden.

Die Geschäftsfreundschaft zerbrach. Kondrashev suchte einen Vermittler – und fand Hanning. Der Kontakt lief nach bisherigen Recherchen über die Schweizer Sicherheitsberatung System 360. Wie Hannings Auftrag genau aussah und wer ihn empfahl, ist noch offen. Fest steht, dass etwas Bemerkenswertes geschah: Ausgerechnet Guselnikov holte Hanning 2017 in den Aufsichtsrat seiner Bank. Der Vermittler wechselte gewissermaßen vom Verhandlungstisch in das Kontrollgremium eines der beiden Kontrahenten.
Quelle: Autor Franz Feyder
https://www.schwaebische.de/autoren/franz-feyder-4553211

Russische Oligarchen und eine Bank. Das klingt nach gut gepolstertem (Un-) ruhestand und nicht nach Korruptionsbekämpfung. Hanning hat sich ganz banal selber überschätzt.


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