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Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

106 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Lost Place, Frankreich, Bundeswehr ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

08.10.2026 um 14:12
Hallo zusammen,

ich habe den Fall Sidney Lute gestern bei „Aktenzeichen XY… International“ gesehen und mich gewundert, dass es dazu hier bisher noch keinen eigenen Thread gibt. Da ich mich generell sehr für Vermisstenfälle interessiere, würde ich den Fall hier gerne einmal zusammentragen und zur Diskussion stellen.

Die bekannten Fakten

Sidney Lute verschwand im Dezember 2016 im Alter von 19 Jahren während einer allein unternommenen Reise. Er hatte 2016 die Schule abgeschlossen und wollte ursprünglich zur niederländischen Armee, wurde dort jedoch abgelehnt, laut XY weil er kein Teamplayer sei. Am 30. Oktober 2016 brach er allein zu einer Reise auf. Seinen Eltern teilte er nicht genau mit, wohin er fahren und wie lange er unterwegs sein wollte. Während der ersten Wochen bestand noch sporadischer Kontakt zu seiner Familie.

Seine Reise konnte später teilweise anhand digitaler Spuren rekonstruiert werden:

* Bis zum 19. November 2016 hielt er sich in einem Ferienbungalow in Groesbeek auf.
* Anschließend fuhr er nach Den Oever und wohnte dort in einem Ferienpark.
* Am 9. Dezember 2016 wurde er in Den Oever von der Überwachungskamera eines Supermarktes aufgenommen.
* Am 10. Dezember 2016 verließ er die Niederlande. Er hatte ein Zugticket nach Colmar in Frankreich.
* Um 12:10 Uhr wurde er während der Zugfahrt von einem Schaffner kontrolliert, der soll sich aber nicht an ihn erinnert haben.
* In Straßburg war ein Umstieg vorgesehen. Dort verliert sich seine Spur.
* Bis heute ist nicht geklärt, ob Sidney in Straßburg ausstieg oder weiter nach Colmar fuhr.

Im Zuge der Ermittlungen wurde außerdem bekannt, dass Sidney sich mit abgelegenen Gegenden und einem verlassenen Ort in den Vogesen beschäftigte, der als „Teufelsklinik“ bezeichnet wird. Ob dieser Ort tatsächlich sein Ziel war und ob er ihn jemals erreichte, ist nicht bekannt.

Am 7. Oktober 2026, also gestern, wurde der Fall bei „Aktenzeichen XY… International“ vorgestellt. Dabei wurden seine Reise, die letzte bekannte Zugverbindung und die bisherigen Ermittlungen noch einmal thematisiert. Außerdem wurden mithilfe von KI erstellte Altersbilder gezeigt, die darstellen sollen, wie Sidney heute, fast zehn Jahre nach seinem Verschwinden, aussehen könnte.

Sidneys Mutter war ebenfalls in der Sendung. Sie äußerte unter anderem die Vermutung, dass Sidney noch leben und möglicherweise heute auf der Straße leben könnte. Nach der Sendung gingen mehrere Hinweise von Zuschauern ein, die glaubten, Sidney anhand der aktuellen Bilder erkannt zu haben. Diese Hinweise sollen überprüft werden.

Meine persönliche Einschätzung

Ich persönlich halte es für durchaus möglich, dass Sidney tatsächlich freiwillig gegangen ist. Das meine ich gar nicht im Sinne einer dramatischen oder spektakulären Theorie.

Für mich ist vor allem interessant, dass er nach der Ablehnung bei der Armee offenbar einen ziemlich wichtigen persönlichen Lebensplan verloren hatte. Wenn man mit 19 Jahren einen bestimmten Weg für sich vor Augen hat und dieser dann plötzlich nicht mehr funktioniert, kann das durchaus eine erhebliche persönliche Krise auslösen.

Dazu kommt, dass Sidney sich offenbar zunehmend zurückgezogen und verändert hatte. Er wurde distanzierter und ließ seine Eltern immer weniger an seinen Entscheidungen und Vorstellungen teilhaben. Auch die Tatsache, dass er sich von verschiedenen Dingen getrennt beziehungsweise diese weggegeben haben soll, finde ich in diesem Zusammenhang auffällig.

Deshalb würde ich die Möglichkeit eines bewussten Neuanfangs zumindest ernst nehmen. Mit 19 Jahren kann man schließlich auch die Entscheidung treffen, sein bisheriges Leben hinter sich zu lassen und irgendwo anders neu anzufangen. Gerade wenn jemand ohnehin eher zurückgezogen lebt und sich mit einem alternativen oder sehr unabhängigen Lebensmodell beschäftigt, muss ein freiwilliges Verschwinden nicht zwangsläufig etwas Dramatisches oder Mysteriöses bedeuten.

Natürlich könnte man daraus auch wesentlich wildere Theorien entwickeln, beispielsweise ein bewusstes Untertauchen oder die Fremdenlegion. Für solche Szenarien sehe ich allerdings keinen konkreten Anhaltspunkt. Ich würde deshalb zunächst bei der einfacheren Möglichkeit bleiben: Vielleicht wollte Sidney nach der Enttäuschung mit der Armee tatsächlich einen kompletten Schnitt machen und sein Leben anders gestalten.

Das bedeutet natürlich nicht automatisch, dass er heute noch lebt. Auch wenn er freiwillig verschwunden sein sollte, könnte ihm anschließend ein Unfall passiert sein, er könnte sich das Leben genommen haben oder Opfer eines Verbrechens geworden sein.

Für mich ist deshalb die zentrale Frage, wie man seine Reise und sein Verhalten vor dem Verschwinden bewerten sollte: War das bereits die Vorbereitung auf einen bewussten Ausstieg aus seinem bisherigen Leben oder sehen wir im Nachhinein lediglich Verhaltensweisen, denen wir aufgrund seines Verschwindens eine größere Bedeutung geben?


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Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

08.10.2026 um 15:34
@yetiunderna
Da in deiner Thread-Eröffnung noch die Links fehlen, füge ich mal zwei hinzu. Vielleicht kannst du dann noch weitere ergänzen?

https://int-missing.fandom.com/wiki/Sidney_Lute

https://www.zdfheute.de/panorama/kriminalitaet/aktenzeichen-xy-oktober-2026-vermisst-sidney-lute-niederlaender-100.html

Bei der Erwähnung des Lost-Places in den Vogesen und seiner hohen Militäraffinität würde ich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass er sich auch für ehemalige Bunkeranlagen entlang der Maginot-Linie interessiert haben könnte. Diese Bunkeranlagen werden von Lost-Placern auch immer wieder aufgesucht, die Zustiege und unterirdisch verwinkelten Anlagen sind sehr weitläufig, ein dortiges Verirren kann mMn nicht ausgeschlossen werden. Hier wäre ggf. ein Aufruf in einschlägigen Lost-Place-Communities hilfreich.

Ich würde aber auch nicht ausschließen, dass er ggf. so hinsichtlich seiner Ziele und vielleicht auch Eitelkeit geknickt war, dass er unbedingt kämpfen wollte, egal wo und für wen.
Hier verweise ich auf das angesprochene Darknet. Vielleicht hat er sich anwerben lassen, um im Ausland zu kämpfen? Das Geld könnte eine Rolle gespielt haben und dass er nicht wusste, was er sonst mit sich anfangen sollte.

Ich habe mal eine Doku gesehen, wo selbst Deutsche ohne jegliche religiöse Vorgesinnung irgendwo als Söldner für den IS und ähnliche Strukturen kämpften. Muss hier nicht so sein, aber ganz ausschließen würde ich es auch nicht.


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08.10.2026 um 16:19
@yetiunderna

Vielen Dank für die Eröffnung des Threads.

Mich hat der Fall persönlich sehr mitgenommen.

Er hatte einen Plan und plötzlich war dieser in seinen Augen zerstört.

Ich hatte mich in einem anderen Thread bereits dazu geäußert:
Zitat von ZiegenpetraZiegenpetra schrieb:Ich fand es erschütternd anzusehen, dass der nicht bestandene Eignungstest bei der Armee offensichtlich zum totalen Absturz bei Sidney geführt hat.


Die Eltern machen Schreckliches durch.
Skelettfund im Nationalpark Hainich, Bad Langensalza (Seite 6) (Beitrag von Ziegenpetra)

Ich fand es bemerkenswert, dass auch Sidneys Mutter im Studio war.

Gab es das schon mal (abgesehen von "Wo ist mein Kind?")?
Zitat von yetiundernayetiunderna schrieb:die Fremdenlegion
Dies schloss der Beamte im Studio mEn aus.

Es sei diesbezüglich ermittelt worden.


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Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

08.10.2026 um 16:41
Zitat von yetiundernayetiunderna schrieb:Deshalb würde ich die Möglichkeit eines bewussten Neuanfangs zumindest ernst nehmen. Mit 19 Jahren kann man schließlich auch die Entscheidung treffen, sein bisheriges Leben hinter sich zu lassen und irgendwo anders neu anzufangen.
Das könnte ich mir in diesem Fall auch vorstellen, anders als bei älteren Vermissten, die ein "gefestigtes" soziales Umfeld haben und eine gewisse berufliche Stellung, auch finanziell.

Damit will ich nicht sagen, dass Sidney kein gefestigtes Umfeld hatte, aber mit 19/Anfang 20 fällt es den meisten Menschen noch leichter, irgendwo neue Kontakte zu knüpfen als älteren.

Und beruflich stand er ja noch am Anfang - das ist wiederum etwas anderes als wenn man sich mit (nur als Beispiel) mit Mitte 40 von einem Beruf verabschieden muss, in dem man schon seit 25 Jahren arbeitet und auch ein gewisses Einkommen und einen gewissen Lebensstandard gewöhnt ist.

Womöglich ist er bei der Suche nach "Freiheit und Abenteuer" (jaja, klingt abgedroschen, ich weiß...) wirklich an die Falschen geraten.


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Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

08.10.2026 um 16:45
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Das könnte ich mir in diesem Fall auch vorstellen, anders als bei älteren Vermissten, die ein "gefestigtes" soziales Umfeld haben und eine gewisse berufliche Stellung, auch finanziell.
Ich bin normal bei sowas immer skeptisch, aber hier halte ich das auch für denkbar. Er erwähnte ja scheinbar sogar, dass er (neben der Armee) auch ganz gerne als Landstreicher leben würde.
Und so richtig rausrücken wollte er ja scheinbar nicht, wo er war und wie lange er weg bleiben wollte. Auf ein wo bist du, mit "irgendwo" zu antworten, klingt ja jetzt nicht nach begeistert erzählen wollen.
Nur - warum nicht Zuhause melden, das Verhältnis scheint ja doch gut oder mindestens ok gewesen zu sein


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Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

08.10.2026 um 17:00
Zitat von abberlineabberline schrieb:Nur - warum nicht Zuhause melden, das Verhältnis scheint ja doch gut oder mindestens ok gewesen zu sein
Ja, das finde ich auch seltsam. Aber wer weiß, wie er es empfunden hat? Womöglich hatte oder hat er Angst, man würde ihn mit "emotionaler Erpressung" (aus seiner Sicht!) zurückholen wollen? So nach dem Motto: "Wie kannst Du uns das nur antun, wir vermissen Dich so sehr!"

Schwer zu sagen, da man das Verhältnis nur durch die Darstellung kennt.


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Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

08.10.2026 um 17:57
Zitat von yetiundernayetiunderna schrieb:Dazu kommt, dass Sidney sich offenbar zunehmend zurückgezogen und verändert hatte. Er wurde distanzierter und ließ seine Eltern immer weniger an seinen Entscheidungen und Vorstellungen teilhaben. Auch die Tatsache, dass er sich von verschiedenen Dingen getrennt beziehungsweise diese weggegeben haben soll, finde ich in diesem Zusammenhang auffällig.
Das könnte auch auf eine depressive Episode hindeuten.

Ich kenne tatsächlich einen jungen Mann welcher in dem Alter nach Kanada gegangen ist. Hier wusste die Familie, dass Kanada das Ziel war, aber er hat danach auch keinen Kontakt gehalten und erst nach Jahren und intensiver Bemühungen durch die Familie konnte wieder ein Kontakt hergestellt werden. Er hätte sich von sich aus aber nie gemeldet.


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Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

08.10.2026 um 22:00
Ich habe während des XY Filmfalls bei den Stichworten "jung, abenteuerlustig, sein leben auf wenig reduziert, militäraffin", vage Aussagen nach dem warum und wohin etc dann in Strassburg verschwunden sofort an die Fremdenlegion gedacht. Die haben nämlich ein Rekrutierungsbüro in Strassburg, wo man sich melden kann.

Dies habe ich dann während der Sendung gemeldet, und, bei der Auswertung am Schluss der Sendung wurde erwähnt, dass offenbar einige andere auch auf diesen Gedanken gekommen sind, und entsprechend eine Meldung gemacht haben.
Es wurde dann dazu gesagt, dass diese Spur geprüft wurde und zu keinem Ergebnis geführt habe.

Aber:
Dass muss jedoch nichts heissen, im Gegenteil: Nach meinem bescheidenen Wissen kann sich in der Fremdenlegion jeder, der möchte, eine neue Identiät zulegen. Es hat dort jeder quasi ein Recht auf einen "Neuanfang", was eben den möglichen Namenswechsel beinhaltet. Und entsprechend wird er offiziell dann nur noch unter diesem neuen Namen geführt. Bekommt dann auch nach einer gewissen Zeit den französichen Pass (dann auch auf den neuen Namen).

Wenn also dann jemand von Aussen kommt, und bei der Legion nach dem (alten) Namen fragt, dann wird die Legion gucken, und sagen, dass sie niemanden mit diesem Namen in ihren Reihen hätten (obwohl sie natürlich den alten Namen auch noch irgendwo gespeichert haben).

Von daher, wenn S.L. einen kompletten "Neuanfang" mit allem drum und dran durchziehen wollte, dann wäre ein Namenswechsel logisch. Sich dann auch nie mehr bei den Angehörigen zu melden, ist dann allerdings nochmals eine krasse Nummer. Wir wissen allerdings nicht, welche Gründe S.L. gehabt haben könnte, abzuhauen und neu anzufangen. Im Filmfall wird das Leben mit seinem Umfeld als sehr Harmonisch dargestellt, was bekanntlich bei XY nichts heissen mag...


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Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

08.10.2026 um 22:22
Zitat von mike_Nmike_N schrieb:ass muss jedoch nichts heissen, im Gegenteil: Nach meinem bescheidenen Wissen kann sich in der Fremdenlegion jeder, der möchte, eine neue Identiät zulegen. Es hat dort jeder quasi ein Recht auf einen "Neuanfang", was eben den möglichen Namenswechsel beinhaltet. Und entsprechend wird er offiziell dann nur noch unter diesem neuen Namen geführt. Bekommt dann auch nach einer gewissen Zeit den französichen Pass (dann auch auf den neuen Namen).
Soweit ich weiß, ist das aber erst nach einer gewissen Zeit möglich. Also dass man nicht heute unterschreiben kann und morgen ist man schon eine neue Person.

Und ob dann nicht bei einer offiziellen Anfrage nicht doch gesagt wird, dass man die Person angenommen hat, dass man aber keine weiteren Angaben machen wird, ist nochmal eine andere Frage.

Mal ganz abgesehen davon: Wenn ihn die niederländische Armee nicht genommen hat, dann hätte ich so meine Zweifel, dass er bei der Fremdenlegion genommen wird.


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Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

08.10.2026 um 22:44
Zitat von mike_Nmike_N schrieb:Dass muss jedoch nichts heissen, im Gegenteil: Nach meinem bescheidenen Wissen kann sich in der Fremdenlegion jeder, der möchte, eine neue Identiät zulegen. Es hat dort jeder quasi ein Recht auf einen "Neuanfang", was eben den möglichen Namenswechsel beinhaltet. Und entsprechend wird er offiziell dann nur noch unter diesem neuen Namen geführt. Bekommt dann auch nach einer gewissen Zeit den französichen Pass (dann auch auf den neuen Namen).
Jein - da Sidney offiziell als vermisst gesucht wird, wird es beim Abgleich der Fingerabdrücke und biometrischen Daten auffallen. Und dann wär schon Schluss gewesen. Außerdem galt die "neue Identität", soweit ich weiss, bis 2023 nur für die Grundausbildung. Es gab dafür einen Militärausweis, keinen richtigen Pass.
Die Frage ist, wie die Behörden in dem Fall damals International zusammenarbeiteten. Dauerhaft dürfte so ein Abtauchen heutzutage sehr schwer sein. Die falsche Identität erlischt, soweit ich weiss, wenn die Legionärszeit zu Ende ist und die franz Staatsbürgerschaft kann nur auf den echten Namen erfolgen. Alles nicht mehr wie vor vielen Jahren.
Und alles nicht so einfach. Wie der exakte Stand 2016 war, weiss ich nicht, aber vermutlich ähnlich.


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Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

08.10.2026 um 22:47
Zitat von mike_Nmike_N schrieb:Ich habe während des XY Filmfalls bei den Stichworten "jung, abenteuerlustig, sein leben auf wenig reduziert, militäraffin", vage Aussagen nach dem warum und wohin etc dann in Strassburg verschwunden sofort an die Fremdenlegion gedacht. Die haben nämlich ein Rekrutierungsbüro in Strassburg, wo man sich melden kann.
Er wurde aber auch als sehr freiheitsliebend und unangepasst beschrieben. Für mich passt dieser Wunsch nach Armeedienst oder gar Fremdenlegion nicht zusammen. Das wäre doch genau das Gegenteil von dem, was er sich gewünscht hat.


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Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

08.10.2026 um 23:19
Am Armeedienst hatte ihn laut Film nicht das Militärische, sondern die Outdooraktivitäten wie Brückenbauen interessiert. Glaube daher nicht an die Fremdenlegion.


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09.10.2026 um 00:33
Zitat von 1cast1cast schrieb:Für mich passt dieser Wunsch nach Armeedienst oder gar Fremdenlegion nicht zusammen. Das wäre doch genau das Gegenteil von dem, was er sich gewünscht hat.
Das stimmt. Aber es wäre ja möglich, dass ihm selbst dieser Gegensatz gar nicht bewusst war. Und dass er vielleicht, wenn er denn genommen worden wäre, schnell gemerkt hätte, dass das nicht so zusammengeht und er da vielleicht eine falsche Vorstellung hatte.


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Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

09.10.2026 um 03:00
warum sucht man so jemanden 23min lang in aktenzeichen xy 10/2026 ?

da liegen null hinweise für ein verbrechen vor.

dann ist der auch noch aus holland und in frankreich verschwunden.
noch nie in deutschland gesehen, lediglich damals mit dem zug durchgefahren.

der ist 19 jahre alt in 2016.
der ist heute 29 jahre alt.


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Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

09.10.2026 um 03:24
Bei mir entstand das Bild eines psychisch labilen Sonderlings, was zwar XY-typisch geschönt wurde, in den Andeutungen aber doch ersichtlich wurde:

Insgesamt stellte man Sydney Luthe als melancholischen, nachdenklichen Menschen dar. Das dürfte kein Zufall, sondern bewusste Absicht gewesen sein.

S. L. läuft offenbar gerne barfuß herum - nicht nur im Sommer bei 35° Grad am Strand, sondern auch im normalen Alltag.

Die Ablehnung bei der Armee scheint ihn persönlich sehr getroffen, ja aus der Bahn geworfen zu haben. Dabei sind gescheiterte Pläne normale Ereignisse im Leben jedes Menschen. Nicht schön, man knabbert daran, aber die allermeisten Menschen sortieren sich neu und machen eben anders weiter. Gerade in dem Alter und während man seinen Lebensweg sucht sind Rückschläge etwas völlig Normales.
Dass Sidney Luthe darauf so massiv enttäuscht wirkt, fällt auf…

Dabei erscheint mir die Ablehnung durch die Armee sehr nachvollziehbar, auch die Begründung. Sidney wirkt wie ein wenig belastbarer, nicht besonders integrativer Sonderling. Armeen suchten, vor allem damals, keine Waldschrate mit Interesse an Selbstverwirklichung bei Geländespielen, sondern integrative Menschen mit guten Vorkenntnissen in irgendeinem Sachgebiet.

Die Mutter scheint, wenn der Chatverlauf authentisch war, recht verständnisvoll auf die Nachrichten des Sohnes reagiert zu haben. Keine Fragen oder Vorwürfe, was dieser ganze Mist soll, wochenlang zu verschwinden und nicht zu sagen, wo man ist. Offenbar wusste sie, dass er ein Sonderling ist und hat ihm seinen Freiraum gelassen.

Auch die seltsamen langen Aufenthalte im Ferienpark vor dem Kontaktabbruch fallen auf.
War er wirklich wochenlang alleine dort? Warum? Wie veränderte er sich dort?

Ich könnte mir vorstellen, dass Sidney Luthe einer dieser psychisch labilen, entwurzelten Menschen ist, die irgendwann irgendwo „unter die Räder kommen“ weil sie alleine und ziellos herumstreunern, dabei irgendwem auffallen und Opfer werden.

Das alles hilft wenig um zu ergründen, was passiert ist und wo er abgeblieben ist. IMHO war es aber die XY-typische opferfreundliche Darstellung eines sonderbaren Menschen.


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Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

09.10.2026 um 03:28
Zitat von robixrobix schrieb:warum sucht man so jemanden 23min lang in aktenzeichen xy 10/2026 ?
Weil man ein Verbrechen nicht ausschließt.

Dass ein Mensch einen sehr sonderbaren Lebensstil pflegt ist okay, kann jeder machen.

Dass es aber seit 10 Jahren keine Spur mehr von ihm gibt, kein Lebenszeichen, gibt zu denken und könnte einem Verbrechen geschuldet sein.


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Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

09.10.2026 um 06:06
@robix
Weil die Ermittlungsansätze der Polizei bislang nichts konkretes ergeben haben und man nach zehn Jahren, ein Verbrechen nicht ausschließen kann. Weil es eine der Hoffnungen der Familie ist, Sidney ausfindig zu machen. Und weil in solchen Sonderausgaben eben internationale Fälle mit möglichem Bezug zu Deutschland vorgestellt wurden bzw in Grenznähe. Und XY hat hier eine große Reichweite.
Zitat von VolvicVolvic schrieb:XY-typische opferfreundliche Darstellung eines sonderbaren Menschen.
Sonderbar liegt im Auge des Betrachters. Individuell passt besser. Und noch ein Teenager. Fast ein Kind.
Wenn ich an meine Bundeswehrzeit zurückdenke, war die auch anders, als vorher fantasiert. Und er wollte zu den Fallschirmjägern, Pionieren etc - viel draussen und viel Sport wäre da aber vermutlich anders abgelaufen, als erwartet. Und Fremdenlegion schon dreimal...


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Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

09.10.2026 um 06:24
Zitat von abberlineabberline schrieb:Und er wollte zu den Fallschirmjägern, Pionieren etc - viel draussen und viel Sport wäre da aber vermutlich anders abgelaufen, als erwartet. Und Fremdenlegion schon dreimal...
Das sind Eliten, besonders harte Jungs - und da passt der Sidney, der im Film dargestellt wurde, so überhaupt nicht hin. Sportlich und vom Naturbezug mag es passen, aber vom Menschenschlag her überhaupt nicht. Das sehe ich wie du.

Die Frage ist: war Sidney das vorher nicht selber klar? Internet, YouTube, Social Media… auch vor 10 Jahren konnte man sich schon informieren und da hätte ihm auffallen können, dass er von seiner Mentalität her nicht reinpasst.

Ok, will man vielleicht nicht wahr haben oder nimmt selektiv wahr, was passt und blendet den Rest aus.

Aber wenn es dann scheitert geht‘s normalerweise nach ein paar Tagen Wunden lecken weiter. Das kennt jeder Mensch und ist ein normaler Bestandteil des Lebens, dass Pläne nicht funktionieren.


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Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

09.10.2026 um 06:54
Zitat von yetiundernayetiunderna schrieb:Auch die Tatsache, dass er sich von verschiedenen Dingen getrennt beziehungsweise diese weggegeben haben soll, finde ich in diesem Zusammenhang auffällig.
ja, das ist es auch. Es ist ein oft beschriebenes Verhalten bei Menschen, die sich umbringewn wollen.


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Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

09.10.2026 um 10:42
An Fremdenlegion hatten wir auch gedacht. Aber er wurde nicht ohne Grund bei den niederländischen Streitkräften abgelehnt.

Bei der Legion unterzukommen, wäre für ihn unmöglich gewesen. Zu dem Thema habe ich mal eine Doku gesehen.

Youtube: Fremdenlegion: So hart ist das Auswahlverfahren für Rekruten | ZDFinfo Doku
Fremdenlegion: So hart ist das Auswahlverfahren für Rekruten | ZDFinfo Doku
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Im True Crime Blog "Germanmissing" gibt es einen ausführlichen Beitrag mit Informationen, die bei Aktenzeichen XY international nicht erwähnt wurden.

https://germanmissing.blogspot.com/2023/03/niederlande-vermisst-sidney-lute-2016.html

Für mich stellen sich folgende Fragen. Was meinte der Ermittler der holländischen Polizei mit der Aussage, dass sich das Smartphone aus dem Google-Konto ausgeloggt hat ? Konnte es über den Google Account nicht mehr lokalisiert werden oder war es gänzlich aus einer Funkzelle ausgebucht bzw. ausgeschaltet worden ?

Was war mit der Debitkarte ? Wurde diese nochmals benutzt ?

Rund um Straßburg gibt es in Bezug auf den 2. Weltkrieg einige Ziele, die ich mal recherchiert habe:
Die große 2. Weltkrieg-Ausstellung in La Wantzenau ist der MM Park France (Musée Militaire Park France), ein privates Militärmuseum unweit von Straßburg.

Eckdaten & Ausstellungsinhalte

• Adresse: 4 Rue Gutenberg, 67610 La Wantzenau, Frankreich
• Ausstellungsfläche: Über 7.000 m² auf zwei Etagen
• Umfang der Sammlung:
• Hunderte Schaupuppen (Mannequins) mit originalen Uniformen
• Über 120 Militär- und Panzerfahrzeuge (darunter Shermans, T-34, Panzer IV, M10 Wolverines,
Kettenfahrzeuge, Lastwagen, Motorräder)
• Hunderte Kleinwaffen und persönliche Ausrüstungsgegenstände
• Ein deutsches Schnellboot in einem Wasserbecken und ein Flugzeug (u. a. Douglas C-47)
• Eine spezielle Dauerausstellung zum Sussex-Plan (Geheimdienst des Freien Frankreichs / Operation Sussex)

• Zusatzangebote: Flugsimulatoren, ein Kletter-/Baumkletterparcours, Schießstand (Luftgewehr), Vorführraum, Shop und Gastronomie.

• Öffnungszeiten: Täglich von 09:00 bis 18:30 Uhr

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• Mémorial Alsace-Moselle (Schirmeck): Dieses hochmoderne, interaktive Museum ist der wohl beste Ort, um die komplexe Identität der Region zu verstehen. Es zeigt auf emotionale und anschauliche Weise, wie die Bevölkerung zwischen 1871 und 1945 viermal die Nationalität wechseln musste. Der Schwerpunkt liegt auf der brutalen NS-Besatzungszeit und dem Schicksal der "Malgré-nous" (den zwangsrekrutierten Elsässern).

• Highlight: Erst im September 2026 wurde direkt am Museum die neue Gedenkmauer "Mur des Noms" eröffnet, die an 44.712 zivile und militärische Opfer der Region erinnert.

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Gedenkstätte und Museum Natzweiler-Struthof: Nur etwa 15 Autominuten vom Mémorial Alsace-Moselle entfernt, in den Vogesen, liegt das einzige ehemalige Konzentrationslager der Nationalsozialisten auf heutigem französischem Boden. Ein extrem bedrückender, aber historisch unverzichtbarer Ort mit dem originalen Lagergelände, Baracken, dem Krematorium und dem "Europäischen Zentrum des deportierten Widerstandskämpfers"

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Die Maginot-Linie & Bunkeranlagen

Im Norden und Süden Straßburgs verlief die berühmte französische Verteidigungslinie. Viele der massiven Bunkeranlagen wurden zu Museen umgewandelt:

• Maginot-Linie – Festung Schönenburg (Hunspach): Eines der größten und am besten erhaltenen Artilleriewerke der Maginot-Linie, das im Juni 1940 heftigen Bombardements standhielt. Besucher können tief unter die Erde gehen und die gigantische Infrastruktur (Küchen, Kraftwerk, Lazarett, Munitionslager) besichtigen.

• Abri de Hatten (Hatten): Ein ehemaliger unterirdischer Kasernenbunker der Maginot-Linie. Hatten war im Januar 1945 während der deutschen Gegenoffensive "Operation Nordwind" Schauplatz einer der letzten großen Panzerschlachten des Krieges. Das Museum dokumentiert die Zerstörung des Dorfes und das Leid der Zivilbevölkerung. Auf dem Außengelände sind zudem Panzer und Militärfahrzeuge ausgestellt.

• Kasematte 35/3 (Marckolsheim): Weiter südlich am Rhein gelegen. Diese originale Bunker-Kasematte erinnert an die erbitterten Kämpfe im Juni 1940. Die Einschlagspuren an den Wänden sind bis heute sichtbar.

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Ausstellungen direkt in Straßburg

Wenn Sie in der Stadt bleiben möchten, gibt es zentrale Anlaufpunkte für die Kriegsgeschichte:

• Historisches Museum der Stadt Straßburg: Das Museum am Ufer der Ill beleuchtet die gesamte Stadtgeschichte, widmet jedoch einen wichtigen und sehr gut aufgearbeiteten Bereich den Jahren der Evakuierung (1939), der deutschen Besatzung, dem Widerstand und schließlich der Befreiung der Stadt durch General Leclerc im November 1944.

• Historische Stadtführungen: Es werden spezielle WWII Guided Walking Tours angeboten. Diese führen Sie zu Orten wie dem Place de la République (ehemaliges Machtzentrum der NS-Verwaltung), dem Denkmal am Place de la Vieille Synagogue (erinnert an die von den Nazis zerstörte Synagoge) und dem berühmten Straßburger Münster, auf dessen Spitze Leclercs Soldaten die französische Flagge hissten.

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Während die Region rund um Straßburg stark durch den Zweiten Weltkrieg geprägt ist, ist Verdun das weltweit bekannte Symbol für die Schreckenszeit des Ersten Weltkriegs (Schlacht um Verdun 1916). Die dortigen Gedenkstätten wie das Beinhaus von Douaumont oder das Mémorial de Verdun sind absolut sehenswert, erfordern von Straßburg aus jedoch einen längeren Tagesausflug.

• Mit dem Auto: Sie benötigen über die Autobahn A4 (mautpflichtig) rund 2 Stunden und 25 Minuten. Die Strecke verläuft reibungslos nach Westen vorbei an Metz.

• Mit dem Zug: Es gibt keine direkte Verbindung. Sie können mit dem TGV von Straßburg nach Meuse TGV fahren (ca. eine Stunde) und von dort den Anschlussbus nach Verdun nehmen. Insgesamt dauert die Reise so knapp 1,5 bis 2 Stunden.
Quelle: Google Gemini

Ab 2013 waren bereits Flix-Busse im Einsatz. Ist er vielleicht damit weitergereist ? Oder eventuell per Anhalter ? Dann wären Mautstellen vielleicht ein Ansatz gewesen.

Fragen über Fragen. Ich denke, er wollte sich viele Dinge anschauen. Depressionen können jedoch dafür Sorgen, dass die eigentlichen Pläne plötzlich ganz andere sind. Vielleicht hat sich das Leben genommen. Aber warum sollte er das auf eine Art und Weise tun, dass man ihn nicht findet ? Er hatte doch zu beiden Elternteilen Kontakt.


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