brigittsche schrieb:Ich sehe nicht, wovor er hätte "abhauen" sollen um "endlich" so leben zu können, wie er wollte. Das, was nicht geklappt hat (=Militärlaufbahn) wäre durch Untertauchen ja auch nicht zu realisieren gewesen.
Wobei es mir schon so vorkam, als habe er irgendein psychisches Problem. Ich kenne mich damit gar nicht aus, deshalb fällt es mir schwer das zu benennen und ich meine das gar nicht abfällig oder abwertend.
Diese Beschreibung von
@LillyLego gibt meinen Eindruck gut wieder:
LillyLego schrieb:Ich vermute, dass er eine Anpassungsstörung hatte und seine Ziele oder Wünsche wenig mit der Realität zu tun hatten, da man ihm ja auch eine mangelnde Teamfähigkeit rückkoppelte. Solche Tendenzen, "was Besonderes zu tun" könnten auch teilweise manisch sein und auf Selbstüberschätzung der eigenen Fähigkeiten hindeuten. Merkt der Betroffene dann, dass das nicht gelingt, kann ganz schnell eine Depression einsetzen (Zimmer leer räumen). Das sind schon sehr bipolare Tendenzen, eine Art Schwarz-Weiß-Denken, so dass ich glaube, dass er eine gewisse Zeit so weitergemacht hat, bis ihm das Geld ausging.
Und in der Situation fällt es psychisch gesunden Menschen vielleicht schwer, nachzuvollziehen, vor was er hätte abhauen wollen. Es ist halt schwer bis unmöglich, das rational nachzuvollziehen, weil es eben vielleicht keinen mit rationalen Maßstäben nachvollziehbaren Grund gab, sondern der in seiner psychischen Störung/Erkrankung zu finden ist. (Und anhand von 10 Minuten XY-Film, der nochdazu sicher in einigen Aspekten geschönt war - so kommt es mir zumindest vor - geht das schon mal gar nicht.)
Insofern kann ich mir schon vorstellen, dass er den Wunsch/den Plan hatte, aus seiner Situation auszubrechen. Aber ich hätte ihn halt so eingeschätzt, dass er, wenn er an die ersten ernsthaften Hindernisse gerät, doch wieder zu Hause auf der Matte steht.
So wie er sich das Leben beim Militär toll vorgestellt hat, mag er sich das Leben als "freier Vagabund", der mit nicht mehr als einem Rucksack Gebäck und Balast von einem interessanten Lost Place zum nächsten tingelt, auch ganz schön vorgestellt haben. In der Realität wird das spätestens unangenehm, wenn das Geld alle ist, der Winter kommt oder eine Krankheit auftritt (und sei es nur eine heftige Erkältung) und da hätte ich ihn - nach dem Eindruck den er im Film gemacht hat - so eingeschätzt, dass er eben doch nach Hause zurückkehrt.