Kriminalfälle
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

107 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Lost Place, Frankreich, Bundeswehr ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

11.10.2026 um 15:38
Zitat von GrillageGrillage schrieb:So jemanden, der sich allem verweigert in der Familie hocken zu haben, ist für alle anderen belastend. Irgendwo hat die Toleranz dann auch ihre Grenzen, zumal die Eltern eben auch Verantwortung für die anderen, jüngeren Kinder haben, die sicher auch unter der Situation gelitten haben.
Da muss ich mir den Film nochmal anschauen, ich dachte, er wäre nur in dieser Situation so zurückgezogen gewesen.
Zum Thema Barfußlaufen: ich bin diesen Sommer im Garten und auch auf dem Bordstein vor unserem Haus Barfußgelaufen. War tatsächlich angenehmer als man denkt. Aber in Läden und öffentlichen Orten muss man schon wenig Ekel haben.


melden

Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

11.10.2026 um 17:21
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Ich sehe nicht, wovor er hätte "abhauen" sollen um "endlich" so leben zu können, wie er wollte. Das, was nicht geklappt hat (=Militärlaufbahn) wäre durch Untertauchen ja auch nicht zu realisieren gewesen.
Wobei es mir schon so vorkam, als habe er irgendein psychisches Problem. Ich kenne mich damit gar nicht aus, deshalb fällt es mir schwer das zu benennen und ich meine das gar nicht abfällig oder abwertend.

Diese Beschreibung von @LillyLego gibt meinen Eindruck gut wieder:
Zitat von LillyLegoLillyLego schrieb:Ich vermute, dass er eine Anpassungsstörung hatte und seine Ziele oder Wünsche wenig mit der Realität zu tun hatten, da man ihm ja auch eine mangelnde Teamfähigkeit rückkoppelte. Solche Tendenzen, "was Besonderes zu tun" könnten auch teilweise manisch sein und auf Selbstüberschätzung der eigenen Fähigkeiten hindeuten. Merkt der Betroffene dann, dass das nicht gelingt, kann ganz schnell eine Depression einsetzen (Zimmer leer räumen). Das sind schon sehr bipolare Tendenzen, eine Art Schwarz-Weiß-Denken, so dass ich glaube, dass er eine gewisse Zeit so weitergemacht hat, bis ihm das Geld ausging.
Und in der Situation fällt es psychisch gesunden Menschen vielleicht schwer, nachzuvollziehen, vor was er hätte abhauen wollen. Es ist halt schwer bis unmöglich, das rational nachzuvollziehen, weil es eben vielleicht keinen mit rationalen Maßstäben nachvollziehbaren Grund gab, sondern der in seiner psychischen Störung/Erkrankung zu finden ist. (Und anhand von 10 Minuten XY-Film, der nochdazu sicher in einigen Aspekten geschönt war - so kommt es mir zumindest vor - geht das schon mal gar nicht.)
Insofern kann ich mir schon vorstellen, dass er den Wunsch/den Plan hatte, aus seiner Situation auszubrechen. Aber ich hätte ihn halt so eingeschätzt, dass er, wenn er an die ersten ernsthaften Hindernisse gerät, doch wieder zu Hause auf der Matte steht.
So wie er sich das Leben beim Militär toll vorgestellt hat, mag er sich das Leben als "freier Vagabund", der mit nicht mehr als einem Rucksack Gebäck und Balast von einem interessanten Lost Place zum nächsten tingelt, auch ganz schön vorgestellt haben. In der Realität wird das spätestens unangenehm, wenn das Geld alle ist, der Winter kommt oder eine Krankheit auftritt (und sei es nur eine heftige Erkältung) und da hätte ich ihn - nach dem Eindruck den er im Film gemacht hat - so eingeschätzt, dass er eben doch nach Hause zurückkehrt.


2x zitiertmelden

Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

11.10.2026 um 17:34
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Und in der Situation fällt es psychisch gesunden Menschen vielleicht schwer, nachzuvollziehen, vor was er hätte abhauen wollen. Es ist halt schwer bis unmöglich, das rational nachzuvollziehen, weil es eben vielleicht keinen mit rationalen Maßstäben nachvollziehbaren Grund gab, sondern der in seiner psychischen Störung/Erkrankung zu finden ist. (Und anhand von 10 Minuten XY-Film, der nochdazu sicher in einigen Aspekten geschönt war - so kommt es mir zumindest vor - geht das schon mal gar nicht.)
Klar, das stimmt natürlich. Ich bin in meinem Szenario unbewusst von einem "gesunden" Menschen ausgegangen.

Aber es ist natürlich auch schwierig, das einzuschätzen. Immerhin war er ja auch noch recht jung und vielleicht auch noch eher "auf der Suche nach seinem Platz im Leben" und mental noch nicht ganz "sortiert" (was ich nicht abwertend meine!). Da tut man ihm dann auch Unrecht, wenn man die Gedanken- und Gefühlswelt eines gestandenen Mittveirzigers als Maßstab nimmt.

Andererseits finde ich auch, dass @LillyLego sehr überzeugend dargestellt hat, was losgewesen sein könnte.

Und womöglich war es auch beides.


melden

Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

11.10.2026 um 18:00
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Ich vermute, dass er sich suizidiert hat.
Oder in einem abgelegenen Gebiet verunfallt ist.
Irgendwo in den Vogesen, z. B..


2x zitiertmelden

Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

11.10.2026 um 18:06
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Oder in einem abgelegenen Gebiet verunfallt ist.
Irgendwo in den Vogesen, z. B..
Ja, das kann auch sein. Wobei ich da denken würde, dass seine Leiche schon gefunden worden wäre.

Selbst bei einem Suizid frage ich mich, wieso die Leiche nicht gefunden wurde. Da müsste er schon ziemliche Vorkehrungen getroffen haben und sich einen sehr versteckten Ort dafür ausgesucht haben.


3x zitiertmelden

Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

11.10.2026 um 19:20
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Da müsste er schon ziemliche Vorkehrungen getroffen haben und sich einen sehr versteckten Ort dafür ausgesucht haben.
Mir ist nicht so ganz klar, wie weit seine Liebhaberei für Lost Places usw. ging und ob es nicht einen Unfall in dem Zusammenhang gab.

Gut, das ist jetzt auch so eine gewisse Mode, und wahrscheinlich laufen da mehr Leute rum, als man so denkt. Aber wenn man z. B. in einen alten Bergwerksstollen krabbelt und da irgendwo runterfällt?

Da wird man dann möglicherweise erst nach Jahrzehnten oder nie gefunden.


melden

Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

11.10.2026 um 20:25
Zitat von GrillageGrillage schrieb:
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Oder in einem abgelegenen Gebiet verunfallt ist.
Irgendwo in den Vogesen, z. B..
Ja, das kann auch sein. Wobei ich da denken würde, dass seine Leiche schon gefunden worden wäre.
Das ist das von mir favorisierte Szenario. In den schroffen Vogesen ist bei unzureichende Ausrüstung und fehlender Erfahrung der Bergunfall schnell passiert. Wenn das dann auch nur etwas abseits der Hauptwege geschieht, ist das mit dem Auffinden so eine Sache.
Ich erinnere an den Vermisstenfall Scarlet S., die im Nachbargebirge (Schwarzwald) vermisst wird. Auch hier wird ein Bergunfall nicht ausgeschlossen.


2x zitiertmelden

Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

11.10.2026 um 20:37
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Ich erinnere an den Vermisstenfall Scarlet S., die im Nachbargebirge (Schwarzwald) vermisst wird. Auch hier wird ein Bergunfall nicht ausgeschlossen.
Das stimmt.Und Scarletts Leiche wurde bisher trotz der sehr umfangreichen Suchmaßnahmen nicht gefunden. Nach SLs Leiche wurde ja nicht mal gesucht, weil gar nicht klar ist wo man suchen sollte. Insofern kann es schon sein, dass er tatsächlich irgendwo abgestürzt ist und an einer völlig unzugänglichen Stelle liegt.


2x zitiertmelden

Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

11.10.2026 um 21:14
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Nach SLs Leiche wurde ja nicht mal gesucht, weil gar nicht klar ist wo man suchen sollte.
Wenn man da wenigstens einen Anhaltspunkt hätte.....

Aber auch kann es bei einem unzugänglichen Gebiet ja durchaus sein, dass man erst nach Jahren irgendwo Knochen findet und feststellt wer das ist.


melden

Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

11.10.2026 um 21:26
Ich dachte auch sofort an Suizid. Oder ein verunfallen in den Bergen? Warum will ein so freiheitsliebender junger Mensch zum Militär? Jemand, der sich offensichtlich so wenig kompatibel irgendwo einfügen konnte?

Das passt für mich gar nicht. Das sind zwei völlig verschiedene Welten. Es wundert mich, dass er beim Militär offenbar Freiheit und Naturerlebnisse erwartete…

Ich denke ehrlich gesagt nicht, dass er noch lebt.


1x zitiertmelden

Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

11.10.2026 um 21:52
Zitat von AllgoriaAllgoria schrieb:Das passt für mich gar nicht. Das sind zwei völlig verschiedene Welten. Es wundert mich, dass er beim Militär offenbar Freiheit und Naturerlebnisse erwartete…
Tja, wer weiß, welche Vorstellung er so hatte? Ich weiß nicht, wie es in den Niederlanden ist, aber die deutsche Bundeswehr macht mittlerweile ja schon recht offensiv Werbung. Und da werden natürlich die Nachteile und Gefahren nicht gerade an erster Stelle genannt.

Und manche Leute sehen und glauben ja auch selektiv das, was ihnen gefällt.


melden

Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

11.10.2026 um 22:13
Zitat von GrillageGrillage schrieb:
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Ich erinnere an den Vermisstenfall Scarlet S., die im Nachbargebirge (Schwarzwald) vermisst wird. Auch hier wird ein Bergunfall nicht ausgeschlossen.
Das stimmt.Und Scarletts Leiche wurde bisher trotz der sehr umfangreichen Suchmaßnahmen nicht gefunden. Nach SLs Leiche wurde ja nicht mal gesucht, weil gar nicht klar ist wo man suchen sollte. Insofern kann es schon sein, dass er tatsächlich irgendwo abgestürzt ist und an einer völlig unzugänglichen Stelle liegt.
Ich hoffe, dass das hier nicht als mögliches Victim-Blaiming mißverstanden wird, aber SL`s Wanderung nach Spanien endete wegen Regens bereits vor Amsterdam. Und das waren die für ihn gewohnten Klima- und Geländeverhältnisse. Und dann mit dieser Unerfahrenheit und möglicherweise unzulänglicher Ausrüstung in ein derbes Mittelgebirge? Da liegt für mich der Bergunfall nahe. Nur hat man leider keinen Anhaltspunkt, wo man ein Suche beginnen könnte.


melden

Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

13.10.2026 um 00:57
Ich halte die Theorien, wonach er verunglückt sein könnte auch am plausibelsten. Dennoch würde ich auch noch einmal eine weitere Idee in den Raum werfen wollen, dazu unten mehr.

Wie bereits vielfach hier dargestellt, halte ich seine Idee von einer Karriere bei den niederländischen Streitkräften für jugendliches Wunschdenken, das nichts mit dem zutun hatte, was er sich eigentlich vorgestellt hatte. Also versuchte er, das Abenteuer, das er suchte, eben selbst zu erleben.
Ein Aspekt kam mir daher hier in den Beiträgen auch etwas zu kurz: Sidney Lutes Affinität zu Weltkriegsstätten wurde im Filmbeitrag bei Aktenzeichen xy deutlich herausgehoben. Die Idee, die sog. "Teufelsklinik" zu besuchen und die Tatsache, dass sich im Elsass und den Vogesen zahlreiche weitere bedeutende Orte der Weltkriege befinden, weisen ein interessantes Muster auf.

Was für mich aber das größte Rätsel ist: wie hat er sich nach seinem plötzlichen Verschwinden durchgeschlagen? Die Frage, wie genau die "Abmeldung" von seinen mobilen Endgeräten zu verstehen ist, wurde hier schon zurecht aufgeworfen. Das wirkt durchaus gezielt. Aber ein junger, 19-jähriger Mensch kann in der heutigen Zeit kaum mehr als einige Tage untertauchen, ohne, dass er wieder irgendwo auffällt. Und das meine ich gar nicht despektierlich in Bezug auf die Nutzung von Handys etc. Man hinterlässt in jeder Lebenslage (digitale) Spuren - sei es an öffentlichen Orten auf Überwachungskameras, in öffentlichen Verkehrsmitteln, mit der EC-/Kreditkarte, mobilen Endgeräten und schließlich der Krankenversicherung.

Für die Theorie Landstreicher spricht aus meiner Sicht aber dennoch folgendes: das akkribische Vorbereiten seiner Abreise, das gezielte Verlassen seines sozialen Umfeldes, die Außerbetriebnahme seiner mobilen Endgeräte sowie die Vorbereitung mit größeren Mengen Fertiggerichten. Dagegen spricht wie gesagt sein sehr junges Alter sowie seine (mutmaßlich) sehr geringen finanziellen Ressourcen. Wenn man allein mehrere Wochen in Ferienwohnungen unterkommt, zehrt dies bereits hohe drei- bis vierstellige Euro-Beträge auf. Freilich wissen wir zu wenig über seine finanzielle Situation, aber hier wären realistischerweise wahrscheinlich schon große Teile seiner Ersparnisse aufgebraucht gewesen. Eine reine Selbstversorgung ist indes wohl kaum möglich - weder in der Landwirtschaft noch als Jäger. Irgendeinem Jäger, Förster oder Landwirt würde ein solcher Landstreicher oder Einsiedler unweigerlich auffallen. Auch mit so einer Lebensweise hinterlässt man Spuren und dies dürfte auch - zumindest in (West-)Europa - soweit reglementiert sein, dass er seitens der entsprechenden Behörden mindestens mal dieser Orte "verwiesen" würde. Für diese Theorie spräche letztlich allenfalls der gezielte Beitritt in eine Art "Kommune", die abgekanzelt von der Zivilisation lebt und sich ohne Bankkonten und Krankenversicherungen organisiert. Aber auch das klingt für mich eher wie der Plott eines Thrillers als nach realen Begebenheiten.

Die Theorie des Suizids ist natürlich auch durchaus naheliegend, denn wie sonst könnte man es schaffen, im Grunde keine Spur mehr nach dem 10. Dezember 2016 zu hinterlassen? Dafür könnte auch die "Abmeldung" von seinen mobilen Endgeräten sprechen. Was allerdings aus meiner Sicht hier keinen Sinn ergibt: Wieso hält er sich dann zuvor mehrere Wochen in Ferienanlagen auf und reist für den vermeintlichen Suizid ins Elsass? Weswegen kauft er vorher große Mengen Konserven ein? Dies alles scheint mir zu viele Unstimmigkeiten aufzuweisen, die sich jedenfalls rational nicht erklären lassen.

Eine Verunglückung halte ich insofern für am wahrscheinlichsten. Ich denke, er wollte in den Vogesen ungestört "Expeditionen" starten, vielleicht auch bewusst ohne von seinen Eltern "genervt" zu werden, da ja das Weihnachtsfest nahte. LostBoyLarry verwies darauf, dass es im Zeitraum seines Verschwindens im Südwesten Deutschlands nachts bereits Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes hatte. Dies in den höher gelegenen Vogesen könnte bereits zu ernsthaften Herausforderungen in seinen ersten Nächten im Freien geführt haben. Möglicherweise suchte er Unterschlupf in Höhlen, Bunkern, alten Bergwerken und verirrte sich dort oder erfror vielleicht schon nach wenigen Tagen allein und abgelegen. Ohne Erfahrungen und gute Ausrüstung ist dies wahrscheinlich sogar die zwangsläufige Folge bei mehreren Tagen und Nächten im Freien und Temperaturen um den Gefrierpunkt. Einen klassischen "Unfall" (Absturz o.ä.) in den Bergen halte ich dagegen für weniger wahrscheinlich, in den vergangenen zehn Jahren hätte man wohl irgendwo (sterbliche) Überreste, zumindest also Kleidung oder Gepäck finden müssen. Förster, Wanderer, Kletterer, Jäger o.ä. hätten bestimmt Entdeckungen gemacht. Falls doch bliebe die Frage, ob sie der Kleidung oder dem Gepäck die entsprechende Bedeutung beigemessen haben oder ob es vielleicht einfach in Unkenntnis des Vermisstenfalls entsorgt wurde.

Durchaus möglich erscheint mir aber ebenfalls Folgendes: In diesem Faden klang bereits an, dass es ungewöhnlich ist, sich allein mehrere Wochen in Ferienwohnungen aufzuhalten, wo man weitestgehend ungestört ist. Dies könnte für die bereits geäußerte Theorie sprechen, dass sich Sidney Lute womögich doch von fremden Söldnertruppen hat anheuern lassen und hierfür auch seine Ersparnisse in eine Krypto-Währung umgewandelt hat. Für den "historischen" Kontext sollten wir im Hinterkopf behalten, dass der IS zu dieser Zeit in Syrien wütete. Auch russische Wagner-Söldner waren in verschiedenen Krisengebieten eingesetzt. Dagegen spricht allerdings, dass es für meine Begriffe nicht seinem Wesen entsprechen würde, sich in einen Söldner-Dienst für fremde Mächte hineinziehen zu lassen. Wer Eigenbrötler ist und äußert, er wolle in der Natur leben und frei sein, der wird sich nicht von hohen Geldprämien in Krisengebiete locken lassen, um dort für Despoten und Terroristen ohne militärische Ausbildung zu kämpfen.

Schließlich noch meine eigene, "neue" Theorie: Zugleich könnten die Aufenthalte in den Ferienwohnungen aber auch dazu gedient haben, auf dem Schwarzmarkt gefälschte Personalien zu erwerben und damit irgendwo komplett neu zu beginnen. Dann wäre es wahrscheinlich auch einfacher, mit neuem Bankkonto und neuer Krankenversicherung einen Neustart zu wagen. Denn ohne dies beides kommt man im modernen Europa eigentlich nicht mehr weit.

Insofern denke ich, kann man zusammenfassend sagen: wäre er Opfer eines Tötungsdeliktes in (West-)Europa geworden, hätten die Behörden dies ziemlich schnell durch internationale Zusammenarbeit erfahren. Gleiches gilt sicherlich auch für andere Todesursachen (etwa Alkohol, Drogen, Unfälle in bewohnten Gebieten). Ein Landstreicher-Dasein halte ich angesichts seiner (höchstwahrscheinlich) sehr begrenzten finanziellen Ressourcen für ebenso wenig wahrscheinlich. Hier hätte er früher oder später in größeren Ortschaften als Bettler oder Tagelöhner (falls es dafür noch einen Markt gibt?) auffallen müssen. Die vorherigen Vorbereitungen sprechen aus meiner Sicht nicht für Suizid. Ein Anheuern bei Söldnern entspräche nicht seinem Freiheitsdrang. Blieben die Theorien: Unglück in einem abgelegenen Lost Place oder die Beschaffung gefälscher Personalien und ein Neuanfang mit neuer Identität.


2x zitiertmelden

Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

13.10.2026 um 18:58
Zitat von RWERWE schrieb:Dies könnte für die bereits geäußerte Theorie sprechen, dass sich Sidney Lute womöglich doch von fremden Söldnertruppen hat anheuern lassen und hierfür auch seine Ersparnisse in eine Krypto-Währung umgewandelt hat. Für den "historischen" Kontext sollten wir im Hinterkopf behalten, dass der IS zu dieser Zeit in Syrien wütete
Ich hatte dies zuvor auch schon angesprochen. Es gibt einige längere Dokumentationen auf Youtube, die darüber berichten, wie Europäer, die kämpfen wollten oder aber von der Gesellschaft Ablehnung erfahren hatten, anfällig für Rekrutierungen durch den IS wurden. Jugendliche wurden so auch in Kneipen angesprochen oder im Internet durch spezielle Videos rekrutiert. Umso leichter war das bei denen, die Einzelgänger waren und in ihrem jetzigen Leben keinen Sinn sahen, die depressiv waren und ein für sich sinnstiftendes Leben suchten.

Jetzt kann man sagen, Sidney L. könnte auch in ein Kloster gegangen und bis heute nicht wieder aufgetaucht sein, aber wahrscheinlicher scheint mir der Militärkampf, weil ich glaube, dass er mit der Ablehnung durch das niederländische Militär nicht klar kam.

Nach der Befreiiung Syriens landeten viele ehemalige europäische Kämpfer in kurdischen Gefangenen-Lagern. Es wäre ein Ansatz ggf. dort nach ihm zu suchen, sofern er nicht im Kampf gefallen ist.

Das ist natürlich nur eine mögliche Hypothese, ich stelle die Videos hierzu jetzt auch nicht als Quelle ein, da es ja keinen Beleg dafür gibt, wer will kann sich das selbst ansehen. Viele Eltern wussten nicht, dass ihre Kinder dafür empfänglich waren. Einige haben es geschafft, nach Deutschland zurückzukehren, meist jedoch die Frauen. Einige sitzen noch immer in Gefangenenlagern.

Vielleicht könnte sein Faible für das Barfußlaufen auch für einen islamischen Einschlag sprechen? Man müsste halt wissen, ob die Familie überhaupt eine religiöse Anbindung hatte und es vielleicht hier auch zu Konflikten oder zumindest irgendwelchen Hinweisen im täglichen Zusammenleben gab, die man für eine solche vielleicht mögliche Spur nutzen könnte.


1x zitiertmelden

Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

13.10.2026 um 21:38
Zitat von yetiundernayetiunderna schrieb am 08.10.2026:Im Zuge der Ermittlungen wurde außerdem bekannt, dass Sidney sich mit abgelegenen Gegenden und einem verlassenen Ort in den Vogesen beschäftigte, der als „Teufelsklinik“ bezeichnet wird. Ob dieser Ort tatsächlich sein Ziel war und ob er ihn jemals erreichte, ist nicht bekannt.
Ich persönlich glaube nicht dass Sidney die Teufelsklinik angesehen hat. Bei Az wurde bei ca. bei Minute 1.01.50 gesagt dass in Strassburg der Kontakt zum Google Konto abgebrochen ist. Bis Strassburg war sein Weg digital offenbar gut nachvollziehbar, warum sollte er diese Möglichkeit vor einem Besuch bei dem Lost Place, dieser Teufelsklinik in den Vogesen abstellen, mir fällt kein logischer Grund ein.
Ich vermute dass er in Strassburg einen anderen Weg eingeschlagen hat, entweder einen von dem er wusste dass seine Eltern diesen Weg nicht befürworten würden, alternativ, sollte ihm etwas zugestossen sein kann ich mir nicht vorstellen warum seine Leiche nicht gefunden wurde, einen geplanten Suizid halte ich persönlich nicht für warscheinlich, auch aus den hier bereits aufgeführten Gründen
Zitat von RWERWE schrieb:Wieso hält er sich dann zuvor mehrere Wochen in Ferienanlagen auf und reist für den vermeintlichen Suizid ins Elsass? Weswegen kauft er vorher große Mengen Konserven ein?
Es gibt einen wie ich finde guten Artikel vom Jahr 2020 welcher meiner Meinung nach gut zeigt wie die Situation des Verschwindens von Sidney sich auf die Familie und speziell auf die Mutter ausgewirkt hat. Auffällig fand ich die anonymen Anrufe die aber natürlich auch von irgendwelchen anderen Personen gewesen sein könnten
Natasja Alderliefste (50) wird alle paar Monate unter einer anonymen Nummer angerufen. Als sie antwortet, bleibt es still.
Quelle: https://www.rtl.nl/nieuws/nederland/artikel/5181706/natasja-sidney-lute-alderliefste-vermissing-cold-case


melden

Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

14.10.2026 um 07:09
Zitat von LillyLegoLillyLego schrieb:Vielleicht könnte sein Faible für das Barfußlaufen auch für einen islamischen Einschlag sprechen?
Eher nicht nach meiner Auffassung.


melden

Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

14.10.2026 um 20:53
Offenbar wird die Möglichkeit eines Bezuges zur Fremdenlegion für möglich gehalten
In Straßburg befindet sich ein Rekrutierungsbüro der französischen Fremdenlegion. Der Gedanke, dass sich Sidney Lute nach seiner Absage vom niederländischen Militär dort gemeldet hat, läge laut Fabian Puchelt nahe. Die niederländischen Behörden gehen diesem Hinweis auch nach. "Sie stehen auch bereits im Austausch mit den französischen Behörden bzw. mit der Fremdenlegion", sagt Puchelt.
Quelle: https://www.zdfheute.de/panorama/kriminalitaet/aktenzeichen-xy-oktober-update-bierkoenig-mallorca-manfred-meisel-100.html
Alle drei von ihm besuchten Orte sind offenbar Kriegsschauplätze gewesen, Groesbek, Den Oever und auch Colmar. Ich finde das Interesse an diesen Plätzen schon auffällig, die Fahrkarte nach Colmar hatte er offenbar bereits vor Antritt seiner Reise gekauft
Über seinen Briefkasten erfuhren Natasja und ihr Ex-Mann Ende 2016, dass er bereits im Oktober ein Zugticket nach Colmar, einer Stadt am Fuße der französischen Vogesen, gekauft hatte. Sein Handy war zuletzt aktiv, als er in Straßburg umstieg.
Quelle: https://www.rtl.nl/nieuws/nederland/artikel/5181706/natasja-sidney-lute-alderliefste-vermissing-cold-case
Vielleicht wollte er diese Teufelsklinik besuchen, hat aber in der Zeit der Aufenthalte in Groesbek und Den Oever den Plan gefasst noch einen Versuch zu starten bei der Fremdenlegion angenommen zu werden.


2x zitiertmelden

Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

15.10.2026 um 12:46
Zitat von 321meins321meins schrieb:hat aber in der Zeit der Aufenthalte in Groesbek und Den Oever den Plan gefasst noch einen Versuch zu starten bei der Fremdenlegion angenomm
Das kann gut sein, nur ist wenig wahrscheinlich, dass er dort vom Fleck weg engagiert wurde und seitdem in der Fremdenlegion untergetaucht ist, während die sich dazu nicht äußert.

Zum einen wird die Fremdenlegion selbst passende Interessenten nicht spontan im Büro einkassieren und schwuppdiwupp ist der Mensch öffentlich verschwunden.
Zum anderen dürfte jemand, der schon für die niederländischen Streitkräfte unpassend war - und da hätte man sicherlich einen „bequemen“ Dienstposten für einen als sensibel eingeschätzten Aspiranten gefunden - erst recht nicht ins Bewerberprofil der Fremdenlegion passen.

Zudem nehme ich stark an, dass es zwischen niederländischen und französischen Stellen einen Austausch gibt und die Franzosen selbst bei starken Auskunftsrestriktionen zumindest mitgeteilt hätten, dass eine international gesuchte Person in ihren Reihen in Sicherheit ist und nicht weiter gesucht werden muss.

Sidney hatte sicherlich falsche Vorstellungen vom Alltag in einer Armee. Da geht’s schließlich um Landesverteidigung und nicht Abenteuer-Geländespiele für den persönlichen Spaß, auch wenn es in der Grundausbildung oder bestimmten Einheiten einen Anteil an Naturerlebnissen beim Biwak oder Übungen gibt.

Vielleicht war das auch nur vordergründig und er suchte tatsächlich Halt und Führung in einem Umfeld von zusammenhaltenden Kameraden. Einen Zusammenhalt, den er in der Familie und im Freundeskreis so nicht hatte.

Die Fremdenlegion hätte aber bestimmt eine hilfreiche Rückmeldung an die Ermittler gegeben wenn er dort gelandet wäre.

Das für mich wahrscheinlichste Szenario ist, dass S. L. auf jemanden getroffen ist, der ihm zunächst freundschaftlich schmeichelte, Sidneys Bedürfnisse adressierte, tatsächlich aber nichts Gutes im Schild führte.


2x zitiertmelden

Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

15.10.2026 um 13:16
Zitat von 321meins321meins schrieb:Offenbar wird die Möglichkeit eines Bezuges zur Fremdenlegion für möglich gehalten
Das Zitat von der ZDF-Seite wundert mich ein wenig. Ich bin mir ziemlich sicher, dass im Filmfall erwähnt wurde, dass die Option Fremdenlegion ergebnislos überprüft wurde.


2x zitiertmelden

Sidney Lute (19) aus den Niederlanden seit 2016 vermisst

15.10.2026 um 18:59
Zitat von VolvicVolvic schrieb:und seitdem in der Fremdenlegion untergetaucht ist, während die sich dazu nicht äußert.
Ich bin nicht sicher ob die Fremdenlegion zu Anfragen äußern muss, es handelt sich ja um einen 19jährigen Mann der für seine Familie nicht mehr erreichbar ist, für mich logisch dass diese sich Sorgen macht, aber was rechtlich an Auskünften verpflichtend ist kann ich nicht beurteilen. Hier steht :
Aktuell bekommt jeder Legionär eine neue Identität zugewiesen, die vor Anfragen und Auskunftsersuchen schützen soll und nach Ablauf von sechs Monaten in einem Verwaltungsakt (Régularisation de situation militaire) wieder rückgängig gemacht werden kann.[31]
Quelle: Wikipedia: Légion étrangère
Zitat von VolvicVolvic schrieb:Zum einen wird die Fremdenlegion selbst passende Interessenten nicht spontan im Büro einkassieren und schwuppdiwupp ist der Mensch öffentlich verschwunden.
Hier steht etwas über den Ablauf :
Heute werden Bewerber für die EVs (Engagés Volontaires = freiwillige Bewerber) eingehend sicherheitsüberprüft und mehrere Wochen lang gründlich medizinisch und psychologisch untersucht. Dabei werden fast 90 Prozent der Bewerber abgelehnt.
Diese Tests werden teilweise schon in den Rekrutierungsbüros vorgenommen. Bleibt der angehende Volontär weiter in Bewerbung, wird er bei erster Eignung für den Dienst in der Fremdenlegion nach Aubagne bei Marseille geschickt, wo die Prüfung der Bewerber fortgesetzt wird.
Quelle: Wikipedia: Légion étrangère#Rekrutierung, Dienst und Versorgung
Zitat von VolvicVolvic schrieb:Zum anderen dürfte jemand, der schon für die niederländischen Streitkräfte unpassend war -
Sidneys Vorteil wäre bei einer Bewerbung bei der Fremdenlegion meiner Meinung nach gewesen dass er schon Tests durchlaufen hat, seine Mängel wurden bereits mit ihm besprochen, fehlender Teamgeist offenbar, vielleicht noch anderes. Er hätte sich, und hat es vielleicht auch in den 2mal 3 Wochen in den Ferienhäusern, vorbereiten können, die Besuche in Groesbeek und Den Oever an dortigen ehemaligen Kriegsschauplätzen hätten ihm weitere Informationen und Eindrücke geben können.
Zitat von VolvicVolvic schrieb:Die Fremdenlegion hätte aber bestimmt eine hilfreiche Rückmeldung an die Ermittler gegeben wenn er dort gelandet wäre.
Datenschutz ist ja oft ein grosses Thema, was wenn Sidney gesägt hätte dass er Auskünfte an Ermittler aus persönlichen Gründen ablehnt?


3x zitiertmelden