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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

222 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Ungeklärt, Leipzig, Erschlagen, Chesterfield-fall, Carola Bar

Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

05.02.2017 um 17:41
@Menedemos
Angenommen berufliche Gründe, dann hätte es sicher eine Übernachtungsmöglichkeit gegeben, zu Schulungen wurden die Leute delegiert, d.h. alles war organisiert vom Betrieb, man fuhr da nicht auf eigene Faust hin.
Ich kann mir allerdings schwer vorstellen, daß ein Schäfer aus der Schweriner Gegend so weit und in die Großstadt Leipzig zur Schulung fährt, auch Arbeitskleidung paßt nicht so richtig dazu, zumal Schäfer zu der Zeit ganz sicher nicht so eine Arbeitskleidung trugen. Es waren ja auch keine Schäfer, die mit ihren privaten Schafherden durch die Gegend zogen, es gehörte alles eher größeren Betrieben (LPG) an. Einen Schäfer ausfindig zu machen, der gerade bei einer Schulung in Leipzig ist, wäre ein Leichtes gewesen. Und ob d a s der Kollege gewesen wäre, den man zur Schulung delegiert?
Eine Rückfahrt am gleichen Tag wäre ja sicher auch möglich gewesen, wenn er nicht versumpft wäre.
Mit diesen Radios/Kassettenrekordern trafen sich gewöhnlich Jugendliche zum Abhängen, ein erwachsener Mann, selbst ein junger, der damit umherläuft, fiel schon auf, auch in einer großen Stadt. Dazu die Kleidung, alles in allem eine s e h r auffällige Erscheinung, da ist es wirklich erstaunlich, daß man ihn nicht ausfindig machen konnte.


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

05.02.2017 um 19:21
Auch ist es merkwürdig, dass das Opfer dem TV auf den Schulhof gefolgt sein soll. Warum sollte man einem Fremden allein in eine dunkle Ecke folgen? 

Entweder der Taxifahrer lügt hier oder es ist wirklich so, dass es um schnellen Sex ging. Dazu muss das Opfer nicht mal Homosexuell gewesen sein. Sondern einfach nur beide Geschlechter anziehend fand. 
Nichts ist merkwürdig und keiner hat gelogen, nicht mal der Täter. Beide wollten urinieren, was nach Biergenuss völlig normal ist und es ist auch normal, dass man dafür in etwas dunklere Ecken geht.
Also keiner der beiden war schwul,bi oder sonstwas


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

05.02.2017 um 19:34
Beide kamen aus einer Bar mit Toilette. Und beide mussten zur selben Zeit urinieren gehen!? 

Die Männer die ich kenne gehen nicht zusamm in dunkle Ecken, sondern stellen sich an Bäume oder Büsche. Gerade wenn sie betrunken sind wird nicht weiter als nötig gelaufen. Zumal man innerhalb kürzester Zeit bei der Bekannten des Opfers gewesen wäre. 


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

05.02.2017 um 20:04
Die Bar wird eine Toilette gehabt haben aber trotzdem mussten sie erst während der Taxifahrt. Und gleich neben dem Taxi zu urinieren finde ich ungewöhnlicher als sich eine zumindest ETWAS abgelegenere Stelle zu suchen. Sie waren mit Sicherheit auch nicht direkt nebeneinander. Der eine da, der andere in der anderen Ecke. So wird es gewesen sein. Und wenn du richtig gelesen hast, kam NUR der Täter wieder zum Schwarztaxi zurück, nicht der Geschädigte. Ich glaube, das hast du auch falsch wiedergegeben in deinem letzten Beitrag.


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

05.02.2017 um 20:21
Nein das habe ich sehr wohl verstanden. 

Doch sollte man bei solchen Sachen wirklich in JEDE Richtung denken. Ich sagte auch nicht das es so war, sondern das es so hätte sein können. 


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

05.02.2017 um 22:09
Wie wahrscheinlich ist es eigentlich, dass ein Schäfer aus Schwerin zu einer Schulung oder dergleichen nach Leipzig oder noch weiter fahren musste? Wie wahrscheinlich, dass er dabei seine Schäferkleidung trug? Und wie wahrscheinlich, dass er dabei einen "Ghettoblaster" mit sich herumschleppte?


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

06.02.2017 um 01:09
mandykirachaos schrieb am 17.02.2016:ich meine überall wo der Täter war hinterließ er auch ziemlich viele Spuren spezifisch DNA, der Täter rauchte angeblich hintereinander  Chesterfield Zigaretten, pinkelt am Bahnhof und wird erwischt...
Hmmm, damals waren aber Gentests noch gar nicht erfunden, ich würde also bezweifeln, daß man daher mögliche DNA-Träger asserviert hat.


Mal noch zu der Kleidung des TV (hoffentlich bekomme ich das mit den Bildern diesmal hin)...

1. Ein Schäferhut sieht für mich immer verbeult aus und ist aus Filz.
http://schafzuchtverband-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/gut_behuetet.jpg

Oder

https://www.karneval-fasching-shop.de/images/product_images/popup_images/23324.jpg

2. Mit knöchellangem Mantel war sicher ein Schäferumhang gemeint?

http://www.natural-schafwolle.de/sys/images/product_images/popup_images/37_0.jpg

Hut und Umhang sind Gegenstände, die man vielleicht in den 80ern noch vor Augen hatte, heute wäre ich mir da nicht mehr so sicher...

3. Irgendjemand hat bzgl des Kassettenrekorders in einem der letzten Beiträge auf einen "Ghettoblaster" angespielt.
Ich vermute, daß es sich eher um ein viel dezenteres Gerät gehandelt haben könnte.

Und zwar hatte ich mir eher sowas vorgestellt:

http://farm3.staticflickr.com/2750/4405200950_344994de89_z.jpg

Meine Eltern hatten Anfang der 70er so ein ähnliches Teil, man erkennt, daß daran solche silberne Knöpfe waren, an denen man einen Trageriemen befestigen und das Ding über die Schulter hängen konnte. In Kombination mit einem weiten Umhang (unter dem es ganz dezent verschwindet) würde das auch erklären, wieso viele Zeugen das Gerät überhaupt nicht auf dem Schirm hatten.

Natürlich hat es mit den Bildern nicht geklappt wie gewünscht. Aber hoffentlich öffnen sich die Links wenigstens...


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

06.02.2017 um 17:30
Bei dem im BILD-Artikel erwähnten Kassettenrekorder könnte es sich um einen Sanyo M4500KE handeln. Dieses Modell wurde damals Angang/Mitte der Achziger als Wohltat für das arbeitende Volk importiert und kam zu einem exorbitanten Verkaufspreis in den normalen Handel (war natürlich trotzdem Bückware). Der Durchschnitts-Monatslohn dürfte damals so um die 800 bis 1200 DDR-Mark gelegen haben -- das Teil kostete 2500 DDR-Mark.

http://www.radiomuseum.org/r/sanyo_m4500kem_4500_k.html?language_id=1

Dass der Tatverdächtige möglicherweise mit so einer teuren (und begehrten) Kiste alleine durch die Nacht zog, wäre schon bemerkenswert. Jeder normale Mensch, der damals so ein Gerät ergatterte, wäre damit wohl kaum nachts um die Häuser gezogen, es sein denn, er verfügte über das geballte Selbstbewusstsein von 100 besoffenen Matrosen.


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

06.02.2017 um 19:12
Es fällt mir auch schwer zu glauben, daß ein Schäfer
1. sich eine solche Schwiegermuttersarg-Beschallungsanlage überhaupt leisten konnte (ich würde die jetzt nicht zu den Großverdienern rechnen, aber das kann natürlich alles ganz anders sein und zu DDR-Zeiten erst recht..), und
2. daß man sowas auch noch mit sich herum schleppte (neben den von dir genannten Gründen auch noch furchtbar unbequem, vor allem, wenn man so mobil sein musste wie ein Schäfer..)...


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

06.02.2017 um 20:21
Man muss dabei berücksichtigen, wie niedrig die Lebenshaltungskosten in der DDR waren. Ich selbst hatte damals als Berufsanfänger/Quereinsteiger im Dreischicht-System rund 800 Mark verdient. Die Miete für meine Ein-Raum-Wohnung betrug 23 Mark, ein Brötchen kostete 5 Pfennig, ein Gin-Tonic in meiner Lieblingsbar 2,70 Mark. Da es ja sonst nichts weltbewegendes zu kaufen gab, gaben viele ihr Geld durchaus auch für solche teuren Sachen aus. Ich selbst habe noch kurz vor der Wende 4000 DDR-Mark für einen DDR-Farbfernseher hingelegt, was nebenbei bemerkt ein ziemlich gutes Beispiel für schlechtes Timing ist.

Diesen Sanyo-Rekorder kann man übrigens durchaus als Statussymbol ansehen. Der TV schleppte den nicht als Bürde mit sich herum, der wollte damit angeben.


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

06.02.2017 um 21:58
Wie gesagt, ich hab da vielleicht die falschen Vorstellungen. Von wegen: "DDR? Die hatten ja nix!"

Meine Erinnerung basiert auf vagen Fernsehberichten (mit <16 schaltet man bei Nachrichten & Co. ja liebend gerne weg...) von langen Schlangen vor leeren Geschäften, und gearbeitet wurde auch nicht, weil man musste ja während der Arbeitszeit vor leeren Läden herumstehen.

Daß es ganz anders war - klar - aber das nimmt man als Jugendliche(r) ja nicht so wahr. Und anschließend war man eh mit wiedervereinigen beschäftigt, da war die Vergangenheit auch kein Thema...

1998 bin ich beruflich nach Frankfurt/M. gegangen und lebte für ein Jahr in einer WG mit einer Thüringerin, die noch ein bißchen jünger als ich war, auch der restliche Bekanntenkreis bestand überwiegend aus jungen Frauen aus den neuen Bundesländern. Die haben sich einen Jux draus gemacht, mir immer Ost-CARE-Pakete mitzubringen. Fit Spülmittel, Club Cola, Rotkäppchen Sekt und Russisch Brot. Und natürlich war das "Wie war es damals eigentlich bei euch?" auch ein Thema... Aber um richtig ins Detail gehen zu können und auch kritische Punkte zu beleuchten, dazu waren wir zum Zeitpunkt des Mauerfalls einfach noch zu jung... ☹


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

07.02.2017 um 14:53
Leipzig hatte/hat in Markleeberg eine Landwirtschaftsausstellung/Messe die AGRA.
Allerdings findet diese Messe im Frühjahr/Mai statt.
Der Mord war im Dezember. Im Winter finden keine Landwirtschaftsausstellungen statt.
Es war auch keine Leipziger Messe zu der Zeit.
Allerdings weiß ich nicht ob außerhalb der Messezeiten auf dem AGRA Gelände Weiterbildungen
angeboten wurden. Vielleicht ist es möglich da noch etwas rauszubekommen.

Was den KassettenRekorder betrifft, so war es damals durchaus üblich so ein Teil mit sich rumzuschleppen. Die waren auch nicht so groß wie herkömmliche Gettoblaster und wurden auch nicht auf der Schulter rumgetragen.
Vielleicht ist er auch an Westgeld rangekommen und er hat sich einen im Intershop gekauft.
Oder es war ein Ostfabrikat, ein Stern-Rekorder, ein Babett oder Sonett etc. die hat man dann in der Tragetasche mit sich rumgetragen. Bei so einem weiten Schäfermantel muß das Teil nicht mal aufgefallen sein. Eigentlich hatte jeder Jugendliche oder junger Erwachsener in der DDR so einen RadioRekorder.


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

07.02.2017 um 16:49
Der Sanyo M4500KE war aber auch nicht ganz klein. Man fällt schon auf damit.


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

07.02.2017 um 18:42
Also der Sanyo war damals eigentlich recht markant. Der einzige DDR-Kassettenrecorder aus dieser Zeit, den man mit dem Sanyo eventuell noch hätte verwechseln können, war der RFT SKR 500/501. Alle anderen Geräte wie Babett, Sonett und der Stern-Recorder (mit Holzgehäuse :-) waren Mono-Recorder. Einige dem Sanyo durch die runden Lautsprecher optisch ähnlichere Nachfolgemodelle kamen erst Anfang 1986 auf den "Markt".

http://www.rft-geraete.de/Radiorecorder/Stereo

Aber es ist schon seltsam, dass damals so ein auffälliger Tatverdächtiger bei all den Zeugenangaben nie ermittelt werden konnte. Vielleicht hatte er schleunigst die DDR verlassen (oder es erfolglos versucht), um sich der Verantwortung zu entziehen?


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

08.02.2017 um 00:21
Hallo zusammen

ungewöhnlicher Fall, zu dem mir auch noch ein paar Sachen eingefallen sind. 

Ich könnte mir vorstellen, dass dieses "Schäferoutfit" eventuell eine originelle Verkleidung gewesen ist. Insbesondere junge Menschen aus alternativen Szenen haben sich in den 1970er und 80er Jahren anders gekleidet bzw. versucht, durch Kleidung ihre Individualität oder Zugehörigkeit zu einer Musikkultur ausdrücken. In den 80ern kamen u.a. die Umweltbewegung und Öko-Outfits auf, Kleidung aus Naturstoffen war angesagt. Dazu könnten Lodenmantel und Filzhut im Schäferlook passen. Überhaupt hatte bestimmte Berufsbekleidung in der Szene Konjunktur z.B. Zimmermann-Cordhosen, Blaumann, Ledertaschen der Reichsbahn oder Arbeitsstiefel. Auch Teile von ausrangierten Theaterkostümen oder Armeemäntel und Schaftstiefel waren beliebt. Die Leute haben viel selbst zusammengefrickelt und sind mit verschärften Outfits herum gerannt. Es könnte sich also auch um einen Mode-Individualisten gehandelt haben. 

Zu dieser Theorie könnte auch der Kassettenrecorder passen, wenn er den von Anfang an dabei gehabt hätte. Man bedenke, nur die wenigsten hatten Mitte der 80er in der DDR einen Walkman. Die hauseigene Marke LSC 1010 kostete rund 300 Mark, das Import Modell Sanyo M-G12 rund 600 Mark (mehr als der Monatslohn von Rehfeld). Aus diesem Grund schleppten viele Kids ihre Kassettenrekorder durch die Gegend, allerdings meist mit Clique. Wie gesagt, eher Kids als junge Erwachsene. Daher ist es schon ungewöhnlich dass der hier beschriebene mindestens 20 Jahre alte TV damit allein unterwegs war und sogar Musik damit gehört haben soll. Möglicherweise hing das mit dem Alkoholkonsum zusammen. Fragt sich, wohin er eigentlich damit wollte? 


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

08.02.2017 um 07:11
@inextenso
Ja, mittlerweile bezweifle ich auch, dass er echter Schäfer war und in "beruflichem" Auftrag unterwegs war. Der Kassettenrekorder passt zumindest überhaupt nicht in dieses Bild. Und die Kleidung eigentlich auch nicht. Wäre er im Rahmen einer Fortbildung oder so unterwegs gewesen, hätte er wahrscheinlich "Zivil" getragen, oder? Und er hätte auch nicht am Bahnhof herumgammeln müssen.
Die Aussage gegenüber der Bahnhofsmitarbeiterin, er müsse zu seinen Schafen und zwar nach Schwerin, könnte dann bloß eine Lüge gewesen sein...

Was meinen die anderen dazu?


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

08.02.2017 um 16:23
@Menedemos

Eine Weiterbildung hätte die Kripo sicher festgestellt. Auch werden alle Schäfer im Bezirk Schwerin überprüft worden sein. Wegen der zentralistischen Organisation hatten die schnell einen Überblick über alle in Frage kommenden Betriebe. Selbst wenn jemand nicht mehr zur Arbeit erschienen wäre, gekündigt hätte, inzwischen wegen eines Ausreiseantrages plötzlich weg gewesen wäre o.ä. hätten die das mit überprüft. Das Phantombild ist ja ziemlich detailliert. Meine These wäre, dass die Zeugen einen "Schäfer" gesehen haben, obwohl der junge Mann nur einen langen Mantel und Hut getragen hat. Eben weil sie sich nicht vorstellen konnten, dass jemand privat so herumläuft. Zusammen mit dem Kassettenrecorder muss der Typ eine wirklich schräge Erscheinung abgegeben haben. Deswegen wundert mich, dass die Zeugen nicht als erstes gefragt haben: Mensch, wo kommst du denn her? Überhaupt könnte ich mir vorstellen, dass die Zeugen auch schon ganz schön was intus hatten, außer der Bahnwärterin. Denn deren Aussagen sind widersprüchlich, die einen meinten der TV hätte einen norddeutschen Akzent gehabt, die anderen sprachen von einem thüringischen. Dazwischen liegen Welten. Die Story, er müsse zu seinen Schafen nach Schwerin zurück, muss nicht unbedingt der Wahrheit entsprochen haben. Was mMn überhaupt nicht zu einem Schäfer passt, ist die Zigarettenmarke. Auf dem Land wurde "Brauner" oder "Klarer" getrunken und "Alte Juwel", "F6" oder filterlose "Karo" geraucht. Die amerikanische Zigarettenmarke "Chesterfield" bekam man ab den 1960er Jahren in Interhotels und in den 80ern auch im "Deli" zu kaufen. Waren mit ca. 7-8 Mark jedoch eher etwas für die betuchtere Kundschaft. Mit seinem pöbelhaften, handgreiflichen und versoffenen Verhalten war der TV vermutlich eher kein Fachschüler oder Student, denn die konnten sich nicht leisten, irgendwo nachts auf dem Bahnhof von der VP aufgegriffen zu werden. Das wäre gleich in die Kaderakte gewandert mit anschließender Stellungnahme etc. 


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

08.02.2017 um 16:27
Die Idee, dass der TV kein Schäfer war kam mir auch schon. Er war vielleicht Fan von Manfred Krug, der im Film "Spur der Steine" ähnlich angezogen war. 

Auf jedenfall wollte der TV auffallen, was ihm auch gelang. 

Aber warum stieg das Opfer mit ihm in ein (Schwarz)Taxi obwohl man sich in der Bar gestritten hatte? 
Kannten sich beide vievielleicht doch irgendwo her? 

Leider werden wir es wohl nie erfahren. Ein Einblick in die Akten könnte vielleicht etwas mehr Licht ins Dunkel bringen. 


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

08.02.2017 um 17:37
Bei uns (Nähe CB) rennt auch einige so rum. und das schon seit den 80er Jahren.
Das ist eher ne hippe Modeart als die Arbeitskleidung von Schäfern. Kann mir auch keine Schäfer mit solcher Kleidung in einer LPG vorstellen.

Dennoch dürfte solch ein Kamerad aufgefallen sein. Vor allem auch im Zug. Dürfte sich um den D 730 von Leipzig nach Rostock gehandelt haben. Vielleicht findet sich ja Jemand der mal erzählen kann, wie voll so ein D Zug damals war und wie das mit den Fahrkarten Kontrollen war.

Aber ich glaube auch eher das die Nummer auf dem Leipziger Bahnhof ne Show war.


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08.02.2017 um 17:47
@inextenso
Ich dachte eher instinktiv an Republikflucht (eventuell missglückt -> Ostsee) statt an einen Ausreiseantrag. Aber natürlich ist das einfach nur so in Gedanke.

Vielleicht hat die Bahnangestellte ihm den Schäferberuf im Gespräch aufgrund des Outfits unterstellt und er hat das einfach aufgegriffen und sie nur hoch genommen und seine Bemerkung war ironisch gemeint. Auch die Polizei schien sich ja nicht auf einen Schäfer festlegen zu wollen. Leider geht aus den bekannten Informationen nicht hervor, ob auch die anderen Zeugen ihn für einen Schäfer hielten.

Zum Dialekt: Während meines DDR-Wehrdienstes Ende der Achtziger hatten wir einen aus dem Eichsfeld unter uns. Dessen Dialekt war ziemlich strange, laut Wikipedia müsste es Obereichsfelder Mundart gewesen sein: "Im Obereichsfeld wird das (Ober-)Eichsfeldische Platt gesprochen, eine durch niederdeutsche Einflüsse geprägte Variante des Nordthüringischen.". Ich habe es nach der langen Zeit nicht mehr im Ohr, aber vielleicht klingt das wie Norddeutsch mit ein bisschen "gelle"?

Wikipedia: Dialekte_im_Eichsfeld


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