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Contergan-Skandal in den 60er

28 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Skandal, Behinderung, Contergan ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Contergan-Skandal in den 60er

07.10.2014 um 23:55
Erst einmal werde ich eine kleine Einleitung und zur Erinnerung ein paar Auszüge aus Wikipedia euch präsentieren. Vielleicht finden sich welche, die das damals miterlebt haben als Jugendliche was auch interessant wäre, wenn sich vielleicht Betroffene hier melden ( auch Betroffene von Verwanden, Geschwister oder Freunde) wer sich nicht outen möchte kann sich gerne auch bei mir per PN melden.
Der Contergan-Skandal war einer der aufsehenerregendsten Arzneimittelskandale in der Bundesrepublik Deutschland und wurde in den Jahren 1961 und 1962 aufgedeckt.

Das millionenfach verkaufte Beruhigungsmedikament Contergan, das den Wirkstoff Thalidomid enthielt, konnte bei der Einnahme in der frühen Schwangerschaft Schädigungen in der Wachstumsentwicklung der Föten hervorrufen. Contergan half unter anderem auch gegen die typische morgendliche Schwangerschaftsübelkeit in der frühen Schwangerschaftsphase und galt im Hinblick auf Nebenwirkungen als besonders sicher. Bis Ende der 1950er Jahre wurde es gezielt als rezeptfreies Beruhigungs- und Schlafmittel für Schwangere empfohlen.
Die Folgen waren verheerend.
Nach Informationen des Bundesverbands Contergangeschädigter kamen insgesamt etwa 5000 contergangeschädigte Kinder zur Welt. Andere Quellen sprechen von 10.000 Fällen weltweit, von denen 4000 auf Deutschland entfielen. Von diesen ist die Hälfte bereits verstorben. Hinzu kommt eine unbekannte Zahl von Kindern, die während der Schwangerschaft gestorben sind.
Der Prozess und das ist der Hammer.
Das Hauptverfahren gegen Grünenthal wurde am 18. Januar 1968 vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Aachen gegen verschiedene Beteiligte wegen vorsätzlicher oder fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Tötung eröffnet. Angeklagt wurden der Eigentümer Hermann Wirtz, der wissenschaftliche Direktor Heinrich Mückter, der Geschäftsführer Jacob Chauvistré sowie der kaufmännische Leiter, der Vertriebsleiter, der Abteilungsleiter und weitere bei Grünenthal beschäftigte wissenschaftliche Mitarbeiter, Ärzte und Prokuristen.

Am 283. Verhandlungstag, dem 18. Dezember 1970, wurde das Strafverfahren wegen geringfügiger Schuld der Angeklagten und mangelnden öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung nach § 153 StPO eingestellt.
Quelle: Wikipedia

Was meint ihr ist das in der heutigen Zeit sowas noch möglich oder war das damals der einzigste schlimme Vorfall?


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Contergan-Skandal in den 60er

07.10.2014 um 23:59
Es kann immer wieder vorkommen wenn midikamente nicht hinreichend getestet werden.
Ich selbst hab laut meiner Mutter eine groscousine die direkt an den Schultern Hände hat statt arme.
Wohl auch durch Contergan.
Aber meine Mama hat erzählt das sie trotzdem mega gut stricken und häkeln könnte


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Contergan-Skandal in den 60er

08.10.2014 um 01:16
@Dr.AllmyCoR3

Weißt du ob diese damals mit vor Gericht gegangen ist bzw. jemals etwas von der Entschädigungssumme bekommen?

Da viele Mütter sich ja doch geschämt haben und deshalb auch oft ihre Kinder versteckt haben.
Zitat von Dr.AllmyCoR3Dr.AllmyCoR3 schrieb:Es kann immer wieder vorkommen wenn midikamente nicht hinreichend getestet werden.
Es kann immer passieren, aber ich glaube solch ein großer Skandal wird hoffentlich wohl nicht mehr passieren. Zumal heutzutage die Früherkennung (Fötus) heute viel weiter ist als in den 60er.


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Contergan-Skandal in den 60er

08.10.2014 um 01:18
Nein darüber weiß ich nix wie gesagt ich Kenn die Frau nicht und meine Mama hat mir die Story mal neben bei erzählt also weiß ich nicht viel


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Contergan-Skandal in den 60er

08.10.2014 um 02:19
Soweit ich mich erinnere, war das Medikament gar nicht ausgetestet. Das ist heute nicht mehr möglich, ein Medikament in diesem Stadium der Entwicklung auf den Markt zu werfen.

Geklärt wurde meines Wissens nach nie, ob Contergan tatsächlich schuld daran war, dass sich Gliedmaßen nicht weiterentwickelten, oder ob durch dieses Medikament nur eine Abstoßung des ohnehin geschädigten Fötus verhindert wurde.

Was natürlich ein Skandal ist, das ist das Verhalten der Familie Grünenthal.


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Contergan-Skandal in den 60er

08.10.2014 um 02:27
@Dini1909
was heißt den heute noch? das Medikament wird imme rnoch benutzt. siehe afrika. ist ein hutes mittel für Lepra

Langzeitsudien sind immer noch ein problem. niemand bringt ein miedikament auf den markt dass er 30 bis 40 jahre testen muss.


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Contergan-Skandal in den 60er

08.10.2014 um 02:48
@emz
Zitat von emzemz schrieb:Soweit ich mich erinnere, war das Medikament gar nicht ausgetestet. Das ist heute nicht mehr möglich, ein Medikament in diesem Stadium der Entwicklung auf den Markt zu werfen.

Geklärt wurde meines Wissens nach nie, ob Contergan tatsächlich schuld daran war, dass sich Gliedmaßen nicht weiterentwickelten, oder ob durch dieses Medikament nur eine Abstoßung des ohnehin geschädigten Fötus verhindert wurde.

Was natürlich ein Skandal ist, das ist das Verhalten der Familie Grünenthal.
Naja es wird davon ausgegangen, da 98% der Frauen die das genommen haben deren Kinder Fehlbildungen im arm oder Handbereich aufweisen. Warum das aber nur der Arm - Bereich betrifft ist echt ein Rätsel -meines Achtens nach. Bei Lanz gestern (7.10) war zufällig jemand (hab den Namen vergessen) mit seiner Mutter. Sie erzählte, das ihr Frauenarzt ihr das Mittel als Schlafmittel verabreichtet etc. Ihr Junge hat dann eine Fehlbildung der Arme gelitten. Erst Monate später wie die ersten Berichte raus kam, klingelte es langsam. Es war eine sehr interessante Unterhaltung.


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Contergan-Skandal in den 60er

08.10.2014 um 02:50
@james1983
Zitat von james1983james1983 schrieb:@Dini1909
was heißt den heute noch? das Medikament wird imme rnoch benutzt. siehe afrika. ist ein hutes mittel für Lepra

Langzeitsudien sind immer noch ein problem. niemand bringt ein miedikament auf den markt dass er 30 bis 40 jahre testen muss.
Hast du Quellen dafür das Contergan (Was damals als Schlafmittel bekannt war) heute als Mittel gegen Lepra genutzt wird?


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Contergan-Skandal in den 60er

08.10.2014 um 03:02
@Dini1909
schnelle google suche hat mir nur die artikel zu brasilien gebracht

http://www.dw.de/contergan-medikament-mit-zwei-gesichtern/a-16418821

http://netzfrauen.org/2013/08/23/contergan-skandal-geht-weiter-brasiliens-neue-contergan-kinder/

natürlich heißt das Zeug heute anders

Thalidomid

ist aber der selbe wirkstoff
Außer in den USA (seit 1998) ist Thalidomid zurzeit in Australien (seit Oktober 2003), Neuseeland (seit Dezember 2003), der Türkei (seit Juni 2004), Israel (seit September 2004) und in den Mitgliedstaaten der EU (seit April 2008) zugelassen. In den USA, China, Japan, Korea und Taiwan wird Thalidomid durch die Firma Celgene vertrieben
Wikipedia: Thalidomid
Heute hat sich Thalidomid in Brasilien als verschreibungspflichtige Standardmedikation gegen Lepra durchgesetzt; es gilt als das wirksamste Mittel gegen die Erkrankung.



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Contergan-Skandal in den 60er

08.10.2014 um 12:15
@Dini1909
Zitat von Dini1909Dini1909 schrieb:Naja es wird davon ausgegangen, da 98% der Frauen die das genommen haben deren Kinder Fehlbildungen im arm oder Handbereich aufweisen. Warum das aber nur der Arm - Bereich betrifft ist echt ein Rätsel -meines Achtens nach.
Von einem Prozentsatz der Frauen, die nach Einnahme von Contergan ein missgebildetes Kind zur Welt brachten, ist mir nichts bekannt.

Wenn ich mich recht erinnere, betraf das nur die Schwangerschaften, in denen innerhalb des zeitlichen Fensters der Schwangerschaft die Einnahme erfolgte, in der die Ausbildung von Armen und Beinen (auch hier gibt es Missbildungen) stattfindet. Das ist auch schlüssig, denn wenn ein Fötus die Gliedmaßen erst mal ausgebildet hat, dann behält er auch seine fünf Finger.


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Contergan-Skandal in den 60er

08.10.2014 um 12:41
@fumo
Ist nicht erstaunlich.
Da kamen mehrer Dinge zusammen.
"Das Mittel hat großen Schaden angerichtet", sagt Klaus Becker aus Hamburg. "Wo es angewendet wird, kann es jederzeit zu neuen Fällen kommen." Becker weiß, wovon er spricht. Er hat sich lange in Brasilien engagiert, wo Thalidomid zur Behandlung von Lepra eingesetzt wird. In dem Land mit vielen Analphabeten schluckten junge Frauen die Substanz, weil sie Thalidomid wegen der Bildsymbole auf der Verpackung fälschlicherweise für ein Verhütungs- oder Abtreibungsmittel hielten. Wieder andere nehmen es zur Behandlung der Leprareaktion und sind schlecht über die Risiken aufgeklärt.

Die brasilianische Regierung hat inzwischen verboten, den Wirkstoff an Frauen im gebärfähigen Alter abzugeben. Aber viele Leprakranke besorgen ihn sich unter der Hand - aus Angst, von ihren Familien und Freunden verstoßen zu werden.
http://www1.wdr.de/themen/archiv/sp_contergan/contergan162.html

Heute hat sich Thalidomid in Brasilien als verschreibungspflichtige Standardmedikation gegen Lepra durchgesetzt; es gilt als das wirksamste Mittel gegen die Erkrankung.


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Contergan-Skandal in den 60er

08.10.2014 um 12:45
@Zyklotrop
Nach Schätzungen von Experten führte das von der Firma Grünenthal verkaufte Medikament Contergan zum Tod von ca. 2.000 Kindern und zu schweren Missbildungen bei weltweit mehr als 10.000 neugeborenen Kindern, ca. 5.000 davon in Deutschland.
Damit man mal einen Überblick über die Anzahl der Opfer hat!

Quelle: Wikipedia


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Contergan-Skandal in den 60er

08.10.2014 um 12:55
@fumo
Ich bezog mich auf deinen Beitrag zum neuen Conterganskandal in Brasilien.

Grundsätzlich ist jedes Opfer eines Medikamentes ein Opfer zuviel, da gibts gar keine Debatte und für alle Betroffenen, Opfer und Angehörige, kann es garnicht schlimmer kommen.
Deshalb bitte ich es nicht als Versuch der Relativierung zu verstehen.
Wir reden hier von 12.000 Fällen weltweit in 4 Jahren, solange war das Medikament auf dem Markt.
Die Grippe tötet Jahr für Jahr etwa eine Viertelmillion Menschen, in 4 Jahren also etwa eine Million.
Es macht durchaus Sinn den Conterganskandal zu untersuchen, seine Lehren daraus zu ziehen und alles daran zu setzen, dass so etwas möglichst nie wieder passiert, aber wenn man es hoch hängen möchte, dann soll man auch berücksichtigen, dass es auch aktuell noch grössere Probleme gibt, die auf eine Lösung warten.


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Contergan-Skandal in den 60er

08.10.2014 um 15:28
@Zyklotrop
stimme ich dir absolut zu. ein günstiges mittel zu haben dass auch armen Leuten mit Lepra helfen kann ist gut. man muss es nur besser kommunizieren. das große problem in brasilien war dass man sich einen guten grafikdesigner gespart hat und die aufrdrucke in die irre geführt haben.


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Contergan-Skandal in den 60er

08.10.2014 um 16:55
@Dini1909
Zitat von Dini1909Dini1909 schrieb:Was meint ihr ist das in der heutigen Zeit sowas noch möglich oder war das damals der einzigste schlimme Vorfall?
hiezu folgende Quellen:
Jahrelang hat die klamme DDR ihre Bürger verkauft - als Versuchskaninchen für Medikamententests westlicher Pharmafirmen. Nun hat ein Fernsehteam aufgedeckt, wie die Machenschaften zwischen Ost und West funktionierten.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/ddr-medikamenten-tests-liefen-ohne-kenntnis-der-patienten-a-870577.html
zur Lage der Medikamententests:
Studien in Europa: Brüssel will Medikamententests erleichtern

Medikamententests an Menschen sollen in Europa einfacher werden. Dazu hat EU-Gesundheitskommissar John Dalli am Dienstag einen Gesetzesvorschlag vorgestellt. Die Verlagerung der Tests nach Asien, Russland und Südamerika soll verhindert werden.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/arzneimitteltests-an-menschen-sollen-in-europa-einfacher-moeglich-sein-a-844871.html
dazu folgend:
Europäische Arzneimittelbehörde gefährdet eigene Transparenzziele

Nur gucken, nicht anfassen: Daten, die Pharmakonzerne in Medikamententests am Menschen gesammelt haben, sollen weiterhin nur gefiltert veröffentlicht werden. Die Pläne der Europäischen Arzneimittelbehörde schockieren Gesundheitsexperten und Forscher.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/ema-eu-arzneimittelbehoerde-gefaehrdet-eigene-transparenziele-a-970201.html
Interresant zum weiter recherchieren:
Wikipedia: Apixaban
Diskussion:Apixaban
Im NEJM sind aktuell die Daten aus dem ARISTOTLE-Trial veröffentlicht worden.(nicht signierter Beitrag von 79.196.22.67 (Diskussion) 12:00, 28. Aug. 2011 (CEST))

Der Artikel enthält leider zahlreiche Fehler. (nicht signierter Beitrag von 46.14.34.82 (Diskussion) 08:56, 24. Jun. 2011 (CEST))

die literaturangabe enthält keinen klar definierten artikel in pubmed und ist daher relativ unbrauchbar. die elinination kann ich so nicht bestätigen. nur 80% werden über niere und faeces eliminiert, der rest ist nicht abschliessend geklärt: Drug Metab Dispos. 2009 Jan;37(1):74-81. Epub 2008 Oct 2. Apixaban metabolism and pharmacokinetics after oral administration to humans (nicht signierter Beitrag von 84.174.196.53 (Diskussion) 20:19, 10. Okt. 2010 (CEST))
falls jemand wegen dem Medikament Unklarheiten beseitigen möchte,
Dr.H.Klepzig fragen.


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Contergan-Skandal in den 60er

08.10.2014 um 18:02
@james1983

Als Orphan Drug ist es sehr wichtig. Soweit ich weiß, gibt es derzeit nichts effektiveres gegen Lepra.

Was damals passiert ist, ist natürlich dennoch unentschuldbar. Dafür kann der Wirkstoff jedoch nichts, es war nur absolut fahrlässig, wie verantwortungslos die Verantwortlichen damit umgegangen sind. Das hätte nie passieren dürfen!


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Contergan-Skandal in den 60er

08.10.2014 um 18:32
Tja das kommt von Tierversuchen wen man ihnen nur glaubt
Menschen sind keine Ratten und Ratten keine Menschen


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Contergan-Skandal in den 60er

08.10.2014 um 18:45
@Luna100

Damals wusste man wohl nicht, dass es durchaus vorkommen kann, dass auch bei Säugetieren einige Dinge auftreten können, die bei anderen Säugetieren nicht auftreten.

Als der Wirkstoff später an Kaninchen getestet wurde, traten dort auch die Wachstumsfehler auf, die bei den Menschen auch auftreten.

Wie schliesst man heute sowas eigentlich aus? @Zyklotrop , du bist ja Mediziner, kannst du das auch für Nichtmediziner erklären :)? Testet man heute ein Medikament an diversen Säugetieren?


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Contergan-Skandal in den 60er

08.10.2014 um 21:08
Ich glaube, heutzutage würde sich keine Schwangere mehr mit nicht lebenswichtigen Medikamenten vergiften ...

Gerade in den 50ern und 60ern sollten doch noch natürliche Mittel bekannt gewesen sein, die die Übelkeit lindern ...


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